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Seife r - 1 Beilage

Kasseler Neueste Nachrichken

Freitag, 20. November 1931

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arum kämpfen wir

für die pädagogische Akademie?

Zm Interesse der Gesamtheit

Jnh.i Georg Jboften

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Schule und Familie schicksalsverbunden", sind sie die ersten Aktivposten für unseren Wiederaufstieg.

In diesen «rotzen Rahmen gehört auch die weit­verbreitete Unkenntnis über

di« Pädagogischen Akademien

Was sind denn eigentlich dieseP. 'M.*?

Sie sind die Stätten, die an Stelle der Seminare die Ausbildung des Lehrernachwuchses übernommen haben. Zur Charakteristik von Seminar und P. A sei nur darauf hingewiesen, daß beim Seminar der Schwerpunkt int Unterrichtlichen lag, während er bei den P. 91. im Erzieherischen ruht. Als Lehreraus- bildungsfiälten sind die P. A. ein Teilstück unseres Bolksschulwesens, und weil sie das sind, werden auch sie von dem Generalangriff auf die Volksschule be­troffen. Seit Monaten gehen Gerüchte um über den Abbau der P. 9L Die P. A. sind seit ihrer Einrich­tung den heftigsten Anfeindungen ausgesetzt ge­wesen. Gegenüber der unsachlichen Art und Weise der Stimmungsmache und Hetze gegen die P. A., wo­bei besonders mit falschen Zahlen operiert wird, verweisen wir auf unsere Richtigstellungen in der hiesigen Presse vom 9. bzw. 10. Nov. 1931.

Lehrerbildung und Allgemeinbildung eines Vol­kes sind aufs Innigste verknüpft.

Mit dem Abbau der P. A. aber mutz flch das Bil­dungsniveau des Lchrerstandes senken und damit auch das des Volkes.

Tarin liegt die ungeheure Tragweite der gegenwär­tigen Vorgänge. Nur ein Volk, dessen geistige Aus­bildung auf einer nennenswerten Höhe steht, wird seinem Staat genügend Interesse und Verständnis entgegenbringen können, aus dem dann Anteilnahme am staatlichen Leben und Mitarbeit im Staate ent»

Die Gewerkschaft König Ludwig in Recklinghausen, die acht Schächte und ein Stammkapital von 25 Mil­lionen RM. besitzt, hatte zuletzt einen Reingewinn von 283 000 RM. Der 1. Generaldirektor erhielt 1930 ein festes Gehalt von 150 000 RM. und für Aufsichtsrat- Tantiemen und andere Nebenbezüge mindestens noch einmal 100 000 RM. Das Gehalt des 2. General- Direktors wurde 1930 auf 80 000 RM.herabgesetzt", daneben stehen ihm Tantiemen und Vergütungen in Höhe von 5080 000 RM., sowie eine freie BÄhnung mit Brennstoff und Licht zu. Unter den beiden Ge­neraldirektoren arbeiten vier Direkwren mit 55 000, 50 000, 35 000 und 30 000 RM. Jahresgehalt. Zwei Betriebsführer, die aus der mittleren Laufbahn her­vorgingen, erhalten je 24 000 RM. Jahresgehalt. 1930 wurde die Gewerkschaft König Ludwig mit der Ge­werkschaft Ewald zusammengelegt, deren General­direktor ohne Tantiemen und Wohnungsgeld 100 000 Reichsmark verdiente. Als die Zusammenlegung er­folgte, wurden ein Generaldirektor, und zwei Direk­toren der Gewerkschaft König Ludwig mit vollem Ge-

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halt pensioniert.

Das nächste Beispiel beweist nicht nur die unge­sunde Belastung mit derartigen Spitzengehältern, son­dern auch die Ungerechtigkeit, die für den Steuer­zahler Subventionen unter solchen Umständen bedeu­ten, und unterstreicht lebhaft die Kritik des Finanz­ministers Dr. Klepper.

Für die Kupferbergwerke der Mansfeld A.-G. zahlen Reich und Preußen Subventionen in Höhe von 7 Millionen RM. Die Gesellschaft erstrebt die Erhöhung der Subvention auf 1112 Millio-

springen.Ein Volk wird umso tüchtiger, umso lei­stungsfähiger fein, je mehr seine Glieder Anteil haben an dem geistigen Besitz des Volkes, ganz zu schwei­gen von den Ansorderungen, die ein auf dem Verant­wortungsbewußtsein des felbstveraniwortlichen Staatsbürgers sich aufbauender Volksstaat an die allgemeine Volksbildung stellen muß*. Tas Volk er­ziehen zu autonomer, d. h. selbständiger Geisteshal­tung und ebensolcher Verantwortung das sind die Aufgaben des Lehrers in unserer Zeit. Um aber die­ser Führungsausgabe gegenüber der Jugend gewach­sen zu fein, muß der Lehrer selbst zu jener Geisteshal­tung erzogen sein. Die P. A. aber sind für den wer­denden Volksfchullehrer heute die einzigen Stätten, an denen er den Grund feiner als notwendig ge­zeigten Selbständigkeit legen und ausbauen kann.

Und noch eins: was muß die Folge des Abbaus der P. A. sein? Ein Stillstand auf dem Gebiete der praktischen Pädagogik und dann ein mühsamer Wie­deraufbau, dessen Kosten das gegenwärtigGesparte" bei weitem übersteigen.

Dem Lehrerstand aber wird seine Tradition ge­nommen, die ihm, wie jedem anderen Berufsstand erst die innere Festigkeit und Elastizität gibt. Der Lehrerstand braucht die Jugend als vermittelndes , Element zwischen jung und alt. Er wird verknöchern und verkalken, wenn ihm nicht immer von neuem frisches, junges Blut zugeführt wird. Die P. A. sind kein Saisonbetrieb, den man nach Belieben schließen kann.

Wir schließen mit einem Weckruf: Es geht nicht um Standesintereffen, um Gehälter und bergt, son­dern um die elementare Notwendigkeit der Erhaltung der geistigen Kräfte der Erziehung. Der Kamps für unsere Volksschule, für deren stark bedrohte P. A. muß Stadt und Land ohne 9lnfehen der Person zu­sammenbringen. Es gilt, die P. 9t. über die Not un- ferer Tage hinüberzuretten in eine Zeit, die staatlicher Bildungsarbeit wieder günstiger ist. Wir können nicht glauben, daß unser Volksstaat die P. A. auf den Aussterbeetat setzen will, um sich so selbst zu ihrem Totengräber zu machen. Vielleicht verschafft sich die preußische Regierung vorerst noch einmal Klarheit über die materielle Ersparnis der Notverordnung und wägt deren finanziellenGewinn" gegen die bil­dungsschädliche Wirkung ab.

Tie Studentenschaft der Pädagogischen Mademie Lasset

Baierländische Rrattettoerein eem Roten Stent per- anftaftet Dienstag 16 ü Uör sum Besten seiner Sinter- ^tttctf&altunöönödjmittaö mit Darbietungen von Hostbeaters unä Verlosung im früheren evgl. Bereinshaus.

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In der Dienstagssitzung des Staatsministeriums ist die in den letzten Tagen zwischen dem Unterrichts- minister und dem Finanzminister getroffene Verein­barung lediglich bestätigt worden, wonach von den 15 pädagogischen Akademien zu Ostern 1932 fünf vor­übergehend ihren Lehrbetrieb einstellen. Es bandelt sich um die Akademien in Cottbus, Stettin, Erfurt, Altona und Raffet Die Studierenden werden, soweit sie Ostern nicht ihre Entlassungsprüfung machen, auf bte übrigen 10 Akademien verteilt

Ostern 1932 legen die Kasseler Studenten des 4. Semesters ihre erste Lehrerprüfung ab, alle anderen späteren Semester müssen Kassel verlassen. Ein großer Teil hessischer Akademiestudenten wird

vor die Unmöglichkeit gestellt, das Studium zu vollenden.

da es nur in Kastel in unmittelbarer Nähe des Seimawrtes zu tragen war, die Kosten für das tubium aufzubringen. Die Versetzung der Pro­fessoren der Akademie in ihrem Einfluß auf das kul­turelle und pädagogische Leben unserer Stadt bedeu­tet zweifellos einen Verlust von nicht zu unter­schätzender Bedeutung.

Die Studenten werden wahrscheinlich der Sinml- tanakademie in Frankfurt Überwiesen werden;, lc mit verliert unsere Provinz ihre evangelische Akademie. Wenn auch nur von einervorübergehenden" Schlie­ßung die Rede ist, so bedeutet das kaum eine neue Hoffnung. 1932 finden auf keiner Akademie Auf­nahmeprüfungen statt. Der Unterrichtsminister glaubte es angesichts der großen Zahl der beschäfti­gungslosen Junglehrer nicht verantworten zu können, Neuaufnahmen selbst in beschränkter Zahl zuzulassen. Damit werden voraussichtlich ganze Jahrgänge der Jugend von der Lehrerbildung ausgeschlossem Für eine Einschränkung der Lehrerbildung in Not­zeiten hätten wir Verständnis. Eine völlige Schlie­ßung der Pädagogischen Akademie Kassel ist aber wirtschaftlich auch anaesichts der Lasten, die die Stadt Kassel bisher schon in dieser Hinsicht auf sich genom­men hat (Ausbau der Deutschen Werke zu Akademie- raumen), wirtschaftlich und kulturell stark bedenklich, denklich.

Nicht von der Lohnsenkungsseite her

Von Paul Frode, Geschäftsführer des G O A.

Es scheint, als sei der Hauptstoß der jüngsten preu­ßischen Notverordnung gegen die Volksschule gerichtet I Während in den Jahren nach 1918 in richtiger Er­kenntnis der Bedeutung der Volksschule und der Leh­rerbildung für unsere allgemeine Bildung durch ent­scheidende (und doch nicht genügende) Reformen eine erfreuliche Vorwärtsbewegung herbeigesühri wurde, macht sich heute in Deutschland ein Kulturrückschritt größten Ausmaßes breit. Es hat fast Pen Anschein, als betrachte man Kulturbedürsniffe gegenwärtig in Deutschland als Luxus.

Nicht genug damit, daß unsere Jugend in der Wirtschaftsnot unserer Tage verkommt, nimmt man ihr auch die Möglichkeit einer gesunden geistigen Ent­wicklung, das heiligste Recht der vollkommenen Aus­bildung aller der Kräfte, die jeder von der Natur mit bekam. Neben die leibliche, häusliche Not tritt oie geistige, die Schulnot.

So erstaunlich es auch klingen mag. so wahr ist es doch: im .Jahrhundert des Kindes* und in einem Volksstaate* zerstört man die Fundamente, auf ! Denen unser Volksschulhaus aufgebaut ist. Rücksichts- I los und ganz mechanisch werden Kulturwerte ver­nichtet, die die gesamte deutsche Lehrerschaft in jahr­zehntelanger vorwärtsstrebender Arbeit geschaffen, worin viele deutsche Männer ihr Lebenswerk sahen.

Man wirft die Schule um 5 Jahrzehnte in ihrer Ent­wicklung zurück,

die Lehrerschaft in die Ausgangsstellung zu Beginn des mühsamen Kampfes für die Volksschule.

Deshalb muß es beschämen und befremdend wir­ken, wenn eine Regierung erst allen Steuerungen im Schulwesen und einer schöneren, ganz auf das Kind eingestellten Erziehungslehre das Wort redet, und bann gerade die Volksschule, die nur Arbeit an Volk und Kind kennt, in ihren Grundfesten erschüttert und deren Lebensnerv zerstört. Das ist eine Haltung, die man, um es vorsichtig zu sagen, nur inkonsequent nennen kann.

Die Volksschularbeit ist durch die Notverordnung als minderwertig abgestempelt worden sie steht heute tief im Kurs. Die Kinder aber die unschul­digsten Wesen, sollen darunter leiden, daß ein Staat, der Gelder für die Veredelung der Rindvieh- und Schweinezucht, des Obstbaus, der Brieftauben- und Hundezucht in ausreichendem Maße zur Verfügung stellte, abgewirtschaftet hat. Sie werden schuldig ge­macht für schwere Fehler in unserem wirtschaftlichen sozialen und politischen Leben, die sie nun ausbaden sollen.

So ergeht der Appell an das öffentliche Gewissen, an die Elternschaft, einzustehen für ihr kostbarstes Gut: die Volksschule! Denn in einer Zeit, in der Existenzen stürzen, Familien verzweifeln. Schulen I verfalle», in der die Not die Herzen hart macht selbst gegenüber den hilfsbedürftigsten, den Kindern sind 1

daß der Tarifvertrag in feinem heutigen Ausbau und Kündiguugsmöglichkeit durchaus einen gün­stigen Spielraum für einen Ausgleich bei konjunk­turellen Schwankungen de» einzelnen Betrieben verschafft.

Daß bei solcher, auch in die Tagespresse übergegan- genen Kritik die deutsche Wirtschaft durchleuchtet wurde, ist zweifellos vom Standpunkt einer objektiven 2ßuröwung zu begrüßen. Die Fehler in der deutschen Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsführung, die früher nur von den Gewerkschaften behandelt, aber stets als unsachliche Kritik zurückgewiesen wurden, sind in den letzten Monaten auch von anderer Seite als bestehend anerkannt worden. So z. B. hat der bisherige Präsi- dent der Preußenkasse, der jetzige preußische Finanz­minister Dr. Klepper, einen starken Bekennermut ge­zeigt.^ Er erklärte, daß die deutsche Politik zur Kri- senheilung in hohem Matze zwiespältig sei.

Die fortdauernde Senkung der Löhne und Gehäl­ter, sowie der Staatsausgaben könne allein nicht helfen.

Don hier ans fei sicher eine Verschärfung der Krise zu erwarten. Ein Zusammenbruch des Systems könne nur verhütet werden, wenn ein allgemeiner Wandel in der Wirtschaftspolitik eintrete. Es fei nicht möglich das Einkommen dauernd zu drosseln, die Preise zu er­höhen und riesige öffentliche Mittel zur Unterstützung schwacher Unternehmen aufzuwenden. Das kapitali- stische System sei nicht zu halten, wenn nicht nach ka­pitalistischen Gesetzen das Ausscheiden lebensunfähiger Betriebe gefördert würde.

Ein allgemeiner Wandel in der Wirtschaftspolitik Würde schon insofern von heilsamem Nutzen sein, wenn die

übertriebenen Spitzengehälter in Industrie und Handel verschwinden würden. Erfreulicherweise »ft diese Forderung der Gewerkschaften allgemein gutgeheißen worden. Wie die Direktorengehälter die Rentabilität der Betriebe untergraben, oft so­gar die Existenz der Unternehmen gefährden,

zeigen nachstehende Beispiele:

Schließlich sei noch der übertriebenen Ra- tionalisierung gedacht, die ebensowenig Rücksicht aus den Arbeitsmenschen als auch auf die Kapazität bei Betriebe nahm.

Die vorstehenb angeführten Tatsachen beweisen, daß heute Tarifverhandlungen nicht mehr vom einsei­tigen, betriebsegoistischen Standpunkt ausgelöst wer­den dürfen, denn die Voraussetzung für die Lohnsen­kung ist nicht eingetreten. Die Preise sind wohl für einige Lebensmittel und Bekleidungsgegenstände her­abgesetzt, nicht aber wirkt sich diese Herabsetzung pro­zentual gleicherweise auf die Lebenshaltung der Ar­beitnehmer aus, wie die bisher erfolgte Lohn- und Gehaltseinbutze.

Volkswirtschaftlich unverständlich bleiben, daher die zur Zeit vorliegenden Lohn-Abbauforderungen, bte 20 und mehr Prozent betragen.

Die wahren Beweggründe für derartige, wirtschaftlich nicht su rechtfertigende Forderungen liegen: einmal in einer gesteigerten Nervosität, und zum anderen in her Verquickung der sachlichen Moments mit einem Gene­ralangriff gegen den Tarifgedanken überhaupt. Die Folgen für Wirtschaft und Staat sind gleich kata­strophal. Durch eine Lohnsenkung auf der einen Seite, die andererseits in keinem Gleichmaß steht zur Preisbildung, drosselt man bett Binnenmarkt und führt im circulus ritiofus neue Arbeitslosigkeit herbei. Deshalb sind bte heutigen Tarifverhanblungen, ba sie bas gesamte Volk berühren, nicht mehr Sache einzelner Parteien, sondern Sache der Gesamtheit. Von der Lohnsenkungsseite kommt der Auftrieb der Wirtschaft bestimmt nicht, und das Volk hat ein Recht daraus, daß die staatlichen Schlichtungsinstanzen in klarer Erkennt­nis der tatsächlichen Verhältnisse und der bedenklichen Folgewirkungen zu Lohnsenkungen nur stimmen, so­weit sie dieParitätmit der Senkung der Lebenshaltungskosten insgesamt halten, letz­ten Endes zu Gunsten der deutschen Wirtschaft selbst.

Es wäre em geradezu grotesker Täuschungsversuch ote gegenwarngen Tarifverhandlungen als Separat; fetb sich auseinandersetzender Syndici und Eewerk- Ichaftsvertreter zu erklären. Als im Vorjahre bas Schlagwort von der Preis- und Lohnsenkung regie­rungsamtlich geprägt worden war, griff das organi- nerte Arbeitgebertum nur zu gern mit beiden Hän­den zu, um schnellstens den einen Teil der regierungs­amtlichen Parole burchzuführen: nämlich bie Lohn­senkung. Und hier wiederum waren es die Schwer- Industrie und die Führer der Kartelle und Trusts die durch übertriebene Forderungen die sozialpolitische Atmosphäre mit außerordentlichen Spannungen er- "nker gänzlicher Verkennung der Regierungs- eckstcht, mit ihrem Appell den Falll der Preise und Lohne m Eletchklang zu bringen. Man verstieg sich sogar »u der Behauptung einzig die Lohnpolitik der Gewerkschaften sei für die gegenwärtige Krise ver- uutwortlich zu machen, und prägte das Wort von der Tarifstarre. Dabei weiß heute jedermann, daß die deutsche Krise nur ein Ausschnitt von der Weltwirt­schaftskrise ist. Jedoch haben die auswärtigen Länder s?eber Tarifverträge, noch den Ausbau der Sozialpo­litik und sind trotzdem von der Wirtschaftskrise hart Für Deutschland treten als besonders ver­schärfender Faktor noch die Reparations-Belastungen hinzu.

Bei den ersten Lohnabbau-Verhandlungen wurden die Stimmen der Gewerkschaften auch von den Schlich­tungsinstanzen überhört. Rur wenige Volkswirt­schaftler haben die Belastungen durch den Tarifver­trag für die Wirtschaft objektiv nachgeprüft und sind dabei zu der Feststellung gekommen.

gehören in die

| neu RM., zahlt jedoch auf der anderen Seite Srem Generaldirektor nach einem 45progentigen

bban 200 000 RM^ bem L Direktor 92 000 RM dem 2. Direktor 46 000 RM. und dem 3. Direktor

42 000 RM.

I Diese Gehälter sind selbstredend ungeheuerlich, und sie gewinnen an aufreizender Wirkung, wenn man die Arbeiterlöhne und Angestelltengehälter gegenüber­stellt. Allerdings scheinen nach Ansicht mancher Wirt- schaftssührer nur diese letzteren den Ruin der Wirt­schaft zu verschulden und dringend des Abbaus zu be­dürfen. Wohingegen vorgenannte Spitzenaehälter durchaus normal, um nicht zu sagen, .bescheiden" zu nennen wären, wenn man sich den Ausspruch des Di- rekwrs der Dresdner Bank vor Augen hält, der als besonders sparsame Betriebsweise anführt:Bei uns hat keiner der Direktoren ein Gehalt von 500 000 Reichsmark erreicht."

Die wirtschaftlichen Fehlleitungen

sind heute ein offenes Geheimnis. Auch die Kartelle und Trusts sind keineswegs als wirtschaftsfördernde Elemente anzufeben. Gerade von jener Seite her wer­den einer gesunden Preisbildung die allererbenklich- sten Schwierigkeiten gemacht, dafür aber ein desto stärkerer Lohndruck ausgeübt. Der angeblichen Ta­rifsperre wäre die starre Preisbildung durch die Kar­telle entgegenzusetzen. Während Tarifverträge immer bas Ergebnis von Verhandlungen zweier Parteien stud,

bildet die einseitige Festsetzung der Preise durch die Kartelle ein Diktat; denn man hat noch nie gehört, daß die Kartelle sich mit der Berbraucher- schast wegen der Preisbildung in Verbindung gesetzt haben.

Ihre diktierten Preise entsprechen aber keineswegs den i Eiickommensverhältnissen des deutschen Volkes. 1