Hessische Abendzeitung
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Kasseler Abendzeitung
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Kasseler Neueste Nachnchten
Nummer 271*
Donnerstag. 19. November 1931
21 Jahrgang
Lavals Vorbehalte zum deutschen Antrag
Freitag Antrag auf Einberufung des Baseler Ausschusses / Oer Streit um -ie kurzfristigen Kredite / Oie Schlußberatungen des Wirschaftsbeirates
England stützt die deutsche These
lEigener Drahtbericht.)
th. Berlin, 19. November.
Die diplomatischen Auseinandersetzungen zwischen Berlin und Paris über die Einberufung des beratenden Sonderausschusses der B. I. Z. sind nunmehr beendet, und am morgigen Freitag wird der deutsche Antrag auf Einberufung dieses Ausschusses in Basel überreicht werden. Er wird, wie wir bereits berichtet haben, mit einer ausführlichen Begründung, einer Art Memorandum, verbunden sein, welches den beteiligten Regierungen überreicht wird, und welches dann auch der Oeffent- lichkeit übergeben werden soll.
Die Besprechungen in Paris haben zwar leider nicht zu einer vollständigen Einigung darüber geführt, daß die Notwendigkeit einer gemeinsamen und einheitlichen Prüfung sämtlicher Verpflichtungen Deutschlands von den Franzosen anerkannt wurde, aber man hat offenbar nunmehr eine Kompromißformel gefunden, in der immerhin auf die Notwendigkeit hingewiesen wird, das Problem der deutschen Verpflichtungen und der deutschen Leistungsfähigkeit in seiner Totalität zu untersuchen. (Ueber die französischen Vorbehalte berichten wir weiter unten! D. Red.).
ES ist anzunehmen, daß der Ausschuß auf Grund ves deutschen Antrages bis Ende Roventber zusammentreten wird, und daß er seine Arbeiten in der ersten Hälfte des Dezembers beendet. Dann wird es allerdings kaum noch möglich sein, daß die in Aussicht genommene große Konferenz noch vor Weihnachten Zusammentritt, sondern dafür wird wahrscheinlich erst der Anfang Januar in Frage kommen.
Laval beugt vor
Paris, 19. November.
Der deutsche Antrag auf Einberufung des Baseler Untersuchungsausschusses, der der französischen Regierung zur Kenntnisnahme übermittelt wurde, scheint bei den amtliche» französischen Stellen nicht die Zustimmung gefunden zu haben, die man nach den langwierigen Verhandlungen hätte erwarten können. Die Reichsregierung erklärt in dieser Note, daß der Ausschuß nicht nur die ZahlungsMigkeit Deutschlands vom Standpunkt der Reparationen aus zu behandeln habe, sondern sich gleichzeitig mit der Rückzahlung der kurzfristigen Kredite beschäftigen müsse. Das „Echo de Paris" erklärt in diesem Zusammenhang, daß der französische Ministerpräsident sich entschlossen habe, diesem Wortlaut nicht restlos zuzustimmcn, daß er aber andererseits seiner Entsendung an die BIZ. keine Schwierigkeiten entgegenstellen wolle. Er mache nur ausdrücklich den Vorbehalt, daß die kurzfristigen Kredite keine Regierungsangelegenheit seien und daher von einem Sonderausschuß behandelt werden müßten, der von den Gläubigern und dem Schuldner eingesetzt werde. Durch diese Haltung wolle er verhindern, daß ihm später der Wortlaut des deutschen Antrages entgegengehalten werde, und daß man daraus die Verpflichtung ableite, die kurzfristigen Kredite mit den Reparationen zu verbinden.
*
Finanzminister Flandin empfing am Mittwoch den amerikanischen Beobachter beim Völkerbund, General Dawes, und den englischen Außenminister S i - m o n, mit denen er sich ausführlich über die bevorstehende Neuregelung der Reparationen unterhielt. Der englische Außenminister soll bei dieser Gelegenheit Flandin von der Auffassung seiner Regierung unterrichtet haben, ebenso wie über die juristischen und technischen Seiten der Reparations- und Schuldenfrage.
Nach dem „Exrelsior" hat Sir John Simon betont, daß die englische Regierung die privaten Schulden Deutschlands und die politischen Schulden als unbedingt gleichberechtigt anerkenne. Was die Verzögerung der Ucberreichung des deutschen Antrages bei der BIZ. anlangt, so glaubt das Blatt, sie auf den Wunsch der französischen Regierung zurückführen zu können, die über gewisse Punkte in Bezug auf die kurzfristigen Kredite noch um ergänzende Aufklärungen gebeten habe.
Sanfte Drohung
Die englischen Schutzzoll-Maßnahmen.
Paris, 19. November.
Ministerpräsident Laval sprach am Mittwoch in der Schlußversammlung der Vereinigung der französischen Wirtschaftsintereffenten. Die Weltwirtschaftskrise, so betonte Laval, habe ihren Ursprung nicht in Frankreich genommen. Die französische Krise sei erst die Auswirkung der Weltwirtschaftskrise, weshalb sie aber nicht weniger ernst zu nehmen sei. Es hänge
nicht von Frankreich allein ab, das für den Handelsaustausch unbedingt notwendige Vertrauen wieder herzustellen. Aller Augen seien auf F r a n k r e i ch gerichtet, weil es als ein von grundauf gesundes Element erscheine. Man beneide es, um sein wirtschaftliches Gleichgewicht und bewundere seine moralische Solidarität. Zur Be- kämpfung der Arbeitslosigkeit habe die Regierung einen nationalen Arbeitsplan eingebracht, der das Nützliche mit dem Angenehmen verbinde, weil er einmal die vorübergehenden Schwierigkeiten in der Beschäftigungsfrage behebe, zum anderen aber auch die wirtschaftliche Ausrüstung vervollständige und ergänze. Dieser Plan, der für etwa 5 Milliarden Franken Arbeit vorsehe, werde für die französische Wirtschaft sehr nützlich sein. Der innere Markt verlange einen wirksamen Schutz der französischen Ausfuhr. Die Regierung erkenne ihre Aufgabe und werde es an der nötigen Energie nicht fehlen lassen.
th. Berlin, 19. November.
Neben den außenpolitischen Auseinandersetzungen werden von heute ab auch die innenpolitischen Arbeiten wieder stärker in den Vordergrund treten. Zunächst beginnen heute die Arbeiten im Wirtschaftsbeirat wieder, der sich bekanntlich vor einer Woche vertagt hatte. In den letzten Tagen haben einige Sonderbesprechungen über einzelne der im Wirtschaftsbeirat bisher erfolglos behandelten Fragen stattgesnnden und zwar unter Heranziehung von einzelnen Mitgliedern dieses Beirates und einzelnen Sachverständigen. Diese Zwischenverhandlungen sollten zur Erledigung derjenigen Fragen dienen, über die man in den Ausschüssen des Wirtschaftsbeirates noch nicht einig geworden ist. Es besteht freilich keine allzu große Aussicht, den Wirtschaftsbeirat in seiner Gesamtheit zu einem einheitlichen Beschluß zu bringen. denn die Meinungsverschiedenheiten und Gegensätze zwischen den verschieoenen Gruppen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer haben sich nicht in wünschenswertem Maße ausgleichen lasten.
Man wird von heute bis Sonnabend noch einmal den Versuch einer genieinschastlichen Meinungsbildung machen, aber die Regierung dürfte sich bereits darüber klar sein, daß die Hauptlast der Initiative und der Verantwortung auf ihr allein liegen bleibt, und daß sie nur in verhältnismäßig geringem Maße einen Rückhalt an den Richtlinien des Wirtschasts- beirates finden wird.
Anfang der nächsten Woche wird der Wirtschaftsbeirat noch eine formelle Schlußsitzung unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten von Hindenburg abhalten, aber über das sachliche Ergebnis dieser Arbeiten gibt man sich in politischen Kreisen keinen großen Illusionen hin.
Arbeitsbeginn im Hauptausfchuß
Außer dem Wirtschaftsbeirat tritt heute auch der Haupiausschuß des Reichstages zusammen, der wahrscheinlich eine lange Arbeitsperiode vor sich hat, da er die große Zahl der Abänderungsanträge zur letzten Notverordnung zu bearbeiten hat, die vor der Vertagung des Plenums an den Ausschuß überwiesen wurden. Tie Reichsregierung hat sich damals bereits damit einverstanden erklärt, daß ein gewisser Teil dieser Anträge, soweit es sich um die Milderung von Härten und nicht um eine Durchbrechung dieser Notverordnung handelt, durchgesührt wird; immerhin muß man damit rechnen, daß diese Abänderungsanträge im Haushaltungsausschuß des Reichstages zu lebhaften parteipolitischen Auseinandersetzungen führen werden, besonders in der Generaldebatte, die heute beginnen soll und die wahrscheinlich die ersten Tage vollständig in Anspruch nimmt.
Heute tritt ferner der Fraktionsvorstand des Zentrums zusammen, um zur politischen Lage Stellung zu nehmen, wobei wiederum die Frage der Beziehungen des Zentrums zu den Nationalsozialisten im Vordergründe stehen dürfte. Man hälr
Möglichkeiten besitze, um mit den anderen Mächten über den Schutzzoll Oer französischen Ausfuhr zu verhandeln.
*
London, 19. November.
Bei dem Abschluß der Aussprache über das Dumping-Abwehrgesetz, durch das die Dominien nicht berührt werden, streifte der Handelsminister Runciman auch die inte rnationalen Rückwirkungen und erklärte, daß das Gesetz keinen der bestehenden Verträge verletze. England beanspruche für feinen Handel und sein Zollsystem dieselben Freiheiten, deren sich andere Länder erfreuten.
Im Namen der Opposition kritisierte Sir Stafford Cripps die große Unsicherheit für die Einfuhrländer, die kaum in der Lage seien, Abschlüsse im Auslande zu tätigen und nicht wüßten, ob sie nicht am nächsten Morgen schon bankrott sein würden.
London, 19.November. Der Generalgouverneur von Südafrika eröffnete am Mittwoch die Sondertagung des südafrikanischen Parlaments. Er kündigte eine besondere Staatshilfe für gewisse Ausfuhren und. in Verbindung hiermit gewisse Finanzmaßnahmen an. Unter anderem erwähnte er die Einführung eines Sondereinfuhrzolles besonders auf Waren aus Ländern mit entwerteter Währung.
Der Finanzminister teilte ferner mit, daß ein besonderer Währungsgesetzentwurf eingebracht werde. Die Regierung wolle in der Währungsfrage vollständig freie Hand haben. Man rechnet mit neuen Verordnungen über die Verwendung der Golderzeugung.
es jedoch für selbstverständlich, daß das Zentrum diese Frage sehr eingehend und genau prüfen wird, sodaß mit irgendwelchen entscheidenden Beschlüssen in der heutigen Vorstandssitzung des Zentrums voraussichtlich nicht zu rechnen ist.
„Friede" mit Bayern
München, 19. November.
Zu dem Ergebnis der in Berlin zwischen dem Reichskanzler unb den Vertretern Bayerns geführten Verhandlungen stellt die Bayerische Volksparteikorrespondenz am Mittwoch abend fest, daß der Ausgang der Verhandlung den Erwartungen entsprochen habe. Damit sei eine Streitfrage aus der Welt geschafft, deren Nichterledigung es der Bayerischen Volkspartei unmöglich gemacht hätte, das vertrauensvolle Verhältnis zur Regierung Brüning weiter aufrechtzuerhalten.
Ueber die einzelnen Verhandlungspunkte wird u. a. mitgeteilt, daß die Bestimmung der Notverordnung Über die Prüsungspflicht der wirtschaftlichen Betriebe der öffentlichen Hand einer erneuten Prüfung unterzogen werden soll. Man sei sich darüber einig, daß Betriebe der Länder, wie Berg- und Hüttenbetriebe, nicht der Prüfung unterstellt werden sollen. In der Postabfindung s f r a g e ist ein Fortschritt dadurch erzielt worden, daß Bayern aus einem Kapitalbetrag von 68 Millionen Reichsmark eine jährliche Verzinsung von drei Millionen in feinen Haushalt eiustellen kann, während die Zinsen aus einem weiteren Kapitalbetrag von 52 Millionen gegen Anleihezinsen aufgerechnet werden, die Bayern als Schuldner an das Reich zu zahlen hätte. Ueber eine Reihe von kleineren Beanstandungen der Reichsnotverordnung werden noch Sonderverhandlungen jtattfinöen. Soweit eine Abänderung der Notverordnung vom 6. Oktober notwendig ist, wird sie voraussichtlich auf dem Wege einer kleinen Notverordnung erfolgen.
Hessen-Landtag am 8. Dezember
Weitere Einschränkung der-Versammlungstätigkeit.
Darmstadt, 19. November.
Der hessische Minister des Innern hat in Ergänzung des kürzlich erlassenen Umzugsverbotes die Kreis- nno Polizeiämter angewiesen, daß zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung in der Zeit vom 18. November bis 15. Dezember 1931 die politische Versammlungstätigkeit vorübergehend einzuschränken ist. In dieser Zeit sind alle öffentlichen politischen Versammlungen in geschlossenen Räumen untersagt, ferner auch Mitgliederversammlungen, die lediglich als Erfatzversammlungen zur Umgehung dieses Verbotes abgehalten werden und eines besonderen polizeilichen Schutzes bedürfen.
Nach der hessischen Verfassung tritt der neugewähl- te Landtag am 8. Dezember zu seiner ersten Sitzung zusammen.
Laval spielte dann sehr vorsichtig aber deutlich auf dieenglischen Schutzzoll maßnahmen an und erklärte, daß ein Land wie Frankreich, das täglich darum angegangen würde, die Rohstoffeinfuhr zu erhöhen und gleichzeitig finanzielle Unterstützung zu gewähren. die es selbst niemals erhalten habe, genügend
Wirtschasisbeirai letzter Aki (Von unserer Berliner Schriftleitung).
(krnfie Fragen
th. Der Ausfall der Landtagswahlen in Hessen hak, wenn man von den Partei- und koalitionsmäßigen Problemen einmal absieht, die er nicht nur für Hessen, sondern unter einem weiteren Gesichtswinkel auch für das Reich aufgeworfen hat, vor allem Oie bekannte Tatsache noch einmal sehr nachdrücklich erhärtet, daß die Welle Oer Unzufriedenheit und des Mißtrauens in der gesamt"» Bevölkerung nach wie vor im Steigen begriffen ist. Das ist die bei weitem ernsteste Lehre, Oie der Reichskanzler aus dem Wahlergebnis des 15. November ziehen muß, und aus der sich eine Reihe sehr ernsthafter Fragen ergeben. Alle hängen schließlich mit dem für Dr. Brüning ausschlaggebenden Problem zusammen, wie es ihm gelingen wird, seine bekannten Pläne zur Ordnung der öffentlichen Finanzen, zur Regelung der auswärtigen Verpflichtungen und zur Wiederbelebung des Wirtschafts- I I e b e n s durchzuführen. Nachdem es schon im Oktober so große Schwierigkeiten gemacht hat, dem Kanzler eine abermalige parlamentarische Schonzeit für die Fortsetzung und Vollendung seiner Arbeiten zu verschaffen, ist es nicht denkbar, daß dieser Vorgang sich noch einmal wiederholen könnte. Wenn es dazu eines Beweises bedurft hätK, so wäre er durch den Ausgang Oer hessischen Wahlen vollauf geliefert, denn die zunehmende Radikalisierung in den parlamentarischen Körperschaften Oer Länder und Gemeinden kann natürlich nicht ohne ftimmungsmäßige Rückwirkungen auf den Reichstag bleiben. Ter Kanzler muß sich also vollkommen darüber klar sein, daß diese Wintermonate für ihn die letzte Möglichkeit und dis letzte Chance bergen, fein Programm durchzuführen.
Sie sehr ernsten Fragen, Oie sich in dieser Hinsicht gegenwärtig ergeben, erstrecken sich vor allem darauf, wie sich inzwischen die Entwicklung der drei oben genannten Probleme gestaltet hat, wo wir auf diesen ^bwten heute stehen, unb welche Aussichten sich da" ÖCI nächste Zeit ergeben. Schon die erste Frage nach Ordnung der öffentlichen Finanzen, der Aus- Ef^ng der Haushaltpläne und der Herstellung des
-sen ^Eichen Einnahmen und mF3 I5;Öer 311 ^wissen Besorgnissen An- laß. Durch die dritte Notverordnung war, wie von der Regierung wiederholt nachdrücklichst betont wurde diese Ordnung sowie eine gewisse Garantie für die JlurrMÜerbaltung des so mühevoll hergestellten Gleichgewichts vorhanden. In den wenigen Wochen, die seiddem verstrichen sind, haben sich jedoch bereits neue etorunggmomente eingestellt. Vor allem ist es der auch letzt noch über Erwarten große Rückgang in ben Steuer- und Zolleinnahmen, der es zurzeit bereits wieder ungewiß erscheinen läßt, ob man mit dem Schema der letzten Notverordnung auskommen wird, oder ob etwa neue Maßnahmen erforderlich sein werden, um den Staatshaushalt in der unbedingt notwendigen Ordnung zu halten. Wir sind im Laufe der Jahre an das erzwungene Wechselspiel der Ausgabenkürzung und der Einnahmensteigerung allmählich gewohnt. Wenn auch bis zu einem gewissen Grade zuzugeben ist, daß dem Kanzler nicht viel anderes übrig blieb, als zunächst mit derartig einschneidenden Maßnahmen den Mechani-mus der Staatsmaschine in Gang zu halten, so beheu- i es bocb psychologisch gesehen auf die Dauer eine unerträgliche Belastung der Wählerschaft, wenn immer und immer wieder nichts anderes als neue Sparmaßnahmen und neue Steuererhöhungen in Betracht kommen sollten. Man hat bei der letzten Notverord- nnung den Gedanken einer abermaligen Gehaltskürzung noch nicht verwirklicht, und man hat sich auch für die Zeit der Reparationsregelung noch gewisse Steuerreserven offen gehalten. Es muß natürlich unbedingt dafür gesorgt werden, daß der Staatshaushalt in Ordnung bleibt, aber es wäre sehr bedauerlich, wenn angesichts der schlechien steuer« und Zolleingänge wieder eine Lage entstehen sollte, in her die Regierung auf diese noch in Reserve besindlichen Maßnahmen zu einem früheren Zeitpunkte und vor allen Dinge» zu anderen Zwecken zurückgreifen müßte, als es ursprünglich geplant war.
Neben der Sorge für Oie Aufrechterhaltung des Gleichgewichts im öffentlichen Haushalt, welches durch Oie schlechten Reichseinnahmen unter Umständen gefährdet werden könnt«, ist es vor allem die dringende Notwendigkeit einer schleunigen Regelung unserer auswärtigen Zahlungsverpflichtungen, die das Reichskabinett in Oer nächsten Zeit beschäftigen muß. Auch hier ist in den letzten Wochen leider nicht alles nach Wunsch gegangen. Es bleibt abzuwarten, wie weit Oie Prüfungsbefug- niffe des Sonderausschusses in Basel reichen werden, und wie weit auf der kommenden Reparationskonferenz eine endgültige Befreiung von den politischen Zahlungsverpflichtungen gelingen wird. Angesichts der oben angebeuteten Finanzschwierigkeiten wird man selbstverständlich auf eine beschleunigte Einberufung dieser Konferenz hinarbeiten müssen, denn ehe nicht über die Reparationslasten und über die Mbdeckungsmöglichkeiten der privaten Auslandsschulden Klarheit geschaffen ist, kann natürlich auch Oas