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Kasseler Neueste Nachrichten
Nummer 268*
Sonnabend Sonntag, 14./15.7tot>cm&er 4931
21. Jahrgang
England wünscht endgültige Regelung
Oie Londoner presse zu den Vorbesprechungen über die Reparationsfrage / Neue handelspolitische Schwierigkeiten / Entspannung im Fernen Osten?
Nach fünfzig Jahren
Die Reichsregierung ist vor die Notwendigkeit ge-
3. Beilage:
4. Beilage:
5. Beilage:
Des Favag-Dramas erster Akt.
Deutsche Politiker
Beachten Sie besonders folgende Artikel:
Hauptblatt:
Wie im alten Rom: Siegesfeier in Paris. 'Pfitz- ners neue Oper „Das Herz".
1. Beilage:
Hilft ein neuer Gehaltsabbau?
2. Beilage:
stellt worden, sich sofort mit einigen handelspolitischen Fragen zu befassen. Einmal kommt dabei die Weiterführung der deutsch-schweizerischen Handelsvertragsverhandlungen in Betracht, zum anderen eine diplomatische Aktion in der Tschechoslowakei, Rußland, Türkei und Argentinien.
Diese vier Staaten haben gegen das Inkrafttreten der Handelsvertragsabkommen zwischen Deutschland und Ungarn und Deutschland und Rumänien Einspruch erhoben. Diese Handelsabkommen sind seinerzeit schon in Genf lebhaft diskutiert worden, weil sie die sogenannte P r ä f e r e n z k l a u se l für die Einfuhr von ungarischem und rumänischem Getreide nach Deutschland enthalten. Die Verträge sollten am morgigen 15. November in Kraft treten, aber durch den Einspruch dieser vier Staaten ist das nunmehr verhindert worden. Die Tschechoslowakei wollte bei dieser Gelegenheit einen eigenen Präferenzvertrag mit Deutschland für die Hopfenausfuhr nach Deutschland erreichen, was die deutsche Regierung abgelehnt hat. Die Russen fürchten, daß ihre eigene Getreideausfuhr geschädigt wird. Argentinien ist an der Weizenausfuhr auf das stärkste interessiert, und von dieser Seite hat man von Anfang an mit einem Einspruch gerechnet. Merkwürdig bleibt nur der Einspruch der Türkei, die in keiner Weise geschädigt wird, und die mit uns in guten Beziehungen steht.
I es bringt dann endlich die klassischen Sätze, die als soziale Botschaft in die Geschichte eingegangen sind: „Schon im Februar haben wir unsere Ueber- zeugung aussprechen lassen, daß die Heilung der sozialen Schäden nicht ausschließlich im Wege der Repression sozialdemokratischer Ausschreitungen, sondern gleichmäßig auf dem der positiven Förderung des Wohles der Arbeiter zu suchen sein werde. Wir halten es für unsere kaiserliche Pflicht, dem Reichs- I tage diese Aufgabe von Neuem an's Herz zu legen I und würden mit umso größerer Befriedigung auf alle Erfolge, mit denen Gott unsere Regierung sichtlich gesegnet hat, zurückblicken, wenn es uns gelänge, der- I einst das Bewußtsein mitzunehmen, dem Vaterlande neue und dauernde Bürgschaften seines inneren F.ie- dens und den Hilfsbedürftigen größere Sicherheit und Ergiebigkeit des Beistandes, aus den sie Anspruch haben, zu hinterlassend
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Diese soziale Botschaft vom 17. November 1881 ist die Grundlage, aus der allmählich das große sozialpolitische Gesetzwerk der Vorkriegszeit aufgebaut I wurde. Für uns Heutigen sind die Erkenntnisse, die in diesen Sätzen festgelegt sind, Selbstverständlichkeiten, wir sind groß geworden unter jenen sozialpoliti- I schon Gesetzen, die nach jahrelangen Vorbereitungen I und Kämpfen die Botschaft m das praktische Leben übertrugen. Damals war es etwas unbedingt I Neues, was Bismarck im Schloßsaale vortrug: in der Hochzeit des Liberalismus, in einer Zeit, in der die Doktrinen des Individualismus als geheiligte Glru- I .bensfätze gefeiert wurden, in der die junge Gelehrtengeneration, die sich von der Beschäftigung mit den volkswirtschaftlichen Lehren zur Erört;rung sozialpolitischer Fragen verlocken ließ, als „Katheder- I sozialisten" gescholten wurden, waren diese Pläne für I viele etwas Unbegreifliches, und es ist bezeichnend, I daß die Reichstagslinle keineswegs ihr Mißtrauen I gegen den Kanzler bei der Beratung dieler Entwürfe I auszuschaltey vermochte.
Was wollte Bismarck mit dieser Aktion, zu der I er im November 1881 das Signal gab, erreichen? Es ist kein Vorwurf, wenn man feststellt, daß sich dieser I Mann, der größte und unerbittlichste Realpolitiker, I den Deutschland gehabt hat, auch bei der Aufrollung des sozialen Problems durchaus von politischen Ueberlegungen bestimmen ließ. Damit soll | gewiß nicht gesagt sein, daß ihm soziales Gefühl gefehlt habe; Karl Rathgen hat in einer sehr feinen Studie über die Bismarcksche Sozialpolitik, auf die hier mehrfach zurückgegriffen wird, mancherlei Material zusammengetragen, durch das Bismarcks Interesse an den sozialen Fragen bewiesen wird. Was den Kanzler aber antrieb, die sozialpolitische Arbeit aus breiter Front in Angriff zu nehmen, kommt, zweifellos von der Politik her. Er, der fanatische Verfechter der staatlichen Autorität, lag in hartem Streit mit der jungen sozialdemokratischen Bewegung, er hatte die Mittel des Staates rücksichtslos eingesetzt, und er glaubte, daß es möglich sein werde, den Arbeiter von seinen neuen Führern zu trennen, wenn er ihn von seinen materiellen Sorgen, von den Sorgen um seine Existenz und von der Furcht vor den Wechselfällen des Lebens befreite. Der Arbeiter, so formuliert Rathgen den Leitgedanken der Bismarckschen Politik, sollte aus feiner Reichsfeindschaft zur Bejahung des Staates geführt werden, indem sich der Staat ihm nicht nur als
W. P. Der 17. November 1881:
Im Weißen Saale des Berliner Schlosses sind die Männer, die in dem harten Wahlkampfe des Oktobers ein Mandat für den Reichstag, den fünften im neuen Reich, errungen haben, versammelt. Neben ihnen, eine Gruppe für sich, haben die Bevollmächtigten des Bundesrates Aufstellung genommen. Es ist bekannt geworden, daß der greife Kaiser durch ein Unwohlsein verhindert ist, die Eröffnung des Parlamentes vorzunehmen, aber die Spannung, mit der Reichstagsabgeordnete und Bundesratsmitglieder der Thronrede entgegensehen, hat dadurch keine Abschwächung erfahren. Denn man weiß, daß diese Thronrede sich mit jenen sozialpolitischen Plänen, die im Frühjahr mit dem Entwurf zu einer Unfallversicherung eingeleitet wurden und über die inzwischen manches Neue bekannt geworden ist, beschäftigen wird. Schon während des Wahlkampfes hatte Bismarck verkünden lassen, daß er sich durch die Einführung des Tabakmonopols die Mittel für eine Alters- und Invalidenversicherung zu verschaffen gedenke, und in den Versammlungen hatte das Schlagwort vom „Patrimonium der Enterbten" eine wichtige Rolle gespielt.
Die Parteien der Linken waren Sieger im Wahlkampf geblieben; sechzig Mann stark sind die Fortschrittler in das Parlament eingezogen, und es ist dem Kanzler, der nun, mit dem Manuskript der Thronrede in der Hand, vor die Versammlung tritt, anzuschen, daß ihm der Ausgang der Wahlen wenig Freude bereiter hat. Mit seiner hohen, klaren Stimme verliest Bismarck im Auftrage des Kaisers das Manuffript. Es enthält zunächst die üblichen Worte der Begrüßung und Mahnung, es gibt den gewohnten außenpolitischen Rück- und Ausblick, es streift die sozialpolitischen Pläne, die schon in der vorigen Session des Reichstages erörtert sind, und
Literaturbeilage: Der heilende Mensch l Eine neue Goethe-Biographie.
London, 14. November.
Diplomatische Kreise Londons erwarten, daß entweder im Laufe des heutigen Sonnabends oder fpä testens in ein bis zwei Tage« das vorläufige deutsch-französische Abkommen über die Art, wie die Tributfrage behandelt werden soll, erzielt werden wird.
Der diplomatische Korrespondent der „Financial News" warnt vor falschen Eindrücken, die der bisherige Gang der Verhandlungen erwecken könne. Wenn es auch schon zu begrüßen, daß ein Zusammenbruch der Verhandlungen vermieden worden sei, ko habe man dieses Ergebnis doch nur durch Beiseitestellen aller grundsätzlichen Fra- gen erreicht, deren Regelung dann den ^pä-eren Verhandlungen überlassen sein müsse. England, ko schreibt der „Daily Telegraph" in Verbindung mit den Aeußerungen Baldwins, hoffe, daß wieder nicht ein Flickwerk, sondern ein Abkommen zustande komme, das zu einer endgültigen Regelung der verwickelten Kriegsschulden- und Tri- butfragen führen werde. Die englifche Zustimmung zu einer grundlegenden Aenderung sei notwendig. England habe weder Lust noch sei es in der finanziellen Lage, wie früher neue finanzielle Last-., aus sich zu nehmen. England werde, so schreibt -ne „Times", erst bei einer späteren Konferenz seine An ^ckiten äußern. Die Einlösung der privaten Schulden dürfe unter keine» Umständen dadurch gefährdet werden, daß man ausschließlich aus der Zahlung der politischen Schulden besteht
Der Pariser Korrespondent der „Times" meldet weiter, daß die deutsche Regierung bereits im Grundsatz den Vorrang der Tribute vor den Privatschulden angenommen habe (?) und jetzt bereit sei, unverzüglich den im Poungplan vorgesehenen Ausschuß ein berufen zu lassen. Frankreich erhalte fein I Recht aus die Tribute aufrecht, werde aber wohl jetzt keine Einwände mehr erheben, wenn der Ausschuß die im Youngplan festgelegten Befugnisrechte überschreite und die deutsche Lage unter Berücksichtigung I aHer im Aoungplan vorgesehenen Zusammenhänge untersuche. Da aber der Ausschuß nur beratende, Eigen,chaft habe, so bedeute diese Tatsache, daß die Franzosen nicht dazu verpflichtet seien, feine Rat- Mage anzunehmen, sondern auch dann noch freie H°ud zur Sicherung der französischen Interessen hatten. Hmstchtlich der Einberufung eines zweiten Ausschusses könne man annehmen, daß die sran- zoilsche Regierung zwar grundsätzlich an der Trennung der von den beiden Ausschüssen zu behandelnden Fragen festhalte, es aber zulassen werde, daß sie m der Praxis hinsichtlich gewisser Punkte miteinander nt Berührung komme.
I 0en geführt worden, ohne daß man bisher zu einem endgültigen Ergebnis kommen konnte. Die deutsche Regierung hat selbstverständlich die Ansicht vertreten, daß es nicht angängig ist, den Sonderausschuß lediglich auf die im Poungplan vorgesehenen Kompetenzen zu beschränken, sondern, daß unter den jetzigen Verhältnissen nicht nur die Reparationsftage, sondern auch die Kreditfrage in den Kreis seiner Beratungen und Prüfungen einbezogen werden müsse. Eine wichtige Unterstützung erfährt der deutsche Standpunkt neuerdings von englischer Seite. Trotzdem
scheint der deutsche Wunsch, die Kompetenzen des beratende» Sonderausschusses zu erweitern, nicht in der ursprünglichen Form verwirklicht zu werden. In Paris dürfte man vielmehr zu einer Kompromißlösung gelangen, in der Weise, daß man neben dem im Poungplan vorgesehenen Ausschuß, der nur für die Reparationen zuständig ist, n o ch e i n e n zweiten Ausschuß bilden wird, in welchem das Kreditproblem behandelt werde» soll.
Ob es dem Staatssekretär von Bülow, her am Sonntag nach Paris reift, gelingt, in dieser Frage noch eine günstigere Lösung herauszuholen, muß dahingestellt bleiben. Der Hauptzweck der Reise Bülows »ach Paris liegt nicht in einem Eingreifen in die vom Botschafter von Hoesch geführte»! Verhandlungen, sondern vielmehr in der Beteiligung an den Sitzungen des Völkerbundsrates,
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Paris, 14. November. Ministerpräsident Laval erklärte vor dem gemeinsam versammelten Auswärtigen und Finanzausschuß des Senats u. a„ daß Frankreich jedenfalls nicht daran denke, in irgendeiner Forin französisches Geld nach Deutschland zu bringen.
Bilderbogen: Rund ums Lauterbacher Gillche.
6. Beilage:
Renntierfelle, russische Mönche und finnische Sauna.
Hessische Abendzeitung
A' Okkertgebubr 25 A «bei Zustellung 854). - Kür bas Erscheinen von Anzeigen In Ausgaben, an besondere» Platzen und kür telephonisch erteilte Aufträge keine Gewähr. Rech, »ungsbetrage mncrhalb von 5 Tagen zahlbar. Gerichtsstand Kassel. — Postscheckkonto Kranksurt a. M. 638a
Der amerikanische Botschafter in London, Dawes, ist am Freitag in Paris eingetroffen, wo er von einem Vertreter des Außenministers und den Mitgliedern der amerikanischen Botschaft empfangen wurde. Dawes ist bekanntlich von seiner Regierung beauftragt worden, in Abwesenheit des Botschafters Edge die bevorstehenden Arbeiten des Völker- bundsrat zu verfolgen, der am Montag in Pans Zusammentritt. Bei seiner Ankunft gab er Pressevertretern gegenüber folgende Erklärung:
»Der Völkerbundsrat prüft im Zusammenhang mit her Lage in her Manbschurei Fragen, die auch auf die Rechte und Interessen Bezug nehme», die Amerika wrch den Pakt der neun Mächte zugestanden worden »nd. Auch der Kelloggpakt kann habet berührt werden. Ich komme beshalb nach Paris, um einzeln mit den Mitgliedern des Völkerbundsrats über ein Problem zu sprechen, bas uns alle interessiert. Unter den gegenwärtigen llmstänben besteht keinerlei Ver- I «/ .
anlassung bafür, baß meine Regierung mich beaus- ^lenStag beginnt UltfCFC tragt, an den Beratungen des Rats teilzunehmen." 1 ^Deutsche Politiker"
Man muß nun zunächst versuchen, auf diplomatischem Wege die Rückgängigkcitsmachung der erhobene» Ansprüche zu erreichen, weil andernfalls die Handelsabmachungen Deutschlands mit Rumänien und Ungarn evtl, ohne die wichtige Präferenzklausel in Kraft gesetzt werden müßten.
Oie pariser JRatefagung
Paris, 14. November.
„Petit Paristen" glaubt von einer VerstSndigungs- grundlage im chinesisch japanischen Streit sprechen zu können, die eine Entspannung und vielleicht eine Re- gelung herbeiführen könnte.
Es würde sich, schreibt das Blatt, um gleichzeitige Verhandlungen zweierlei An handeln. Die ersten würden an Ort und Stelle geführt werden und ört= lichen und verwaltungsiechnischen Charakter haben An Ihnen würden der Befehlshaber der japanischen Militärftreitkräfte und die chinesischen Behörden be-
Iakob Schapiro letzter Akt, Z Ausstieg und Ende e»ner Jnflatwnsgröße. / Sportumfrage: Die Sonderklasse bet Halbzeit.
Diese Ausführungen der englischen Presse, die den deuffchen Standpunkt in erfreulicher Weise unter stütze«, stellen zu einem Teil den Widerhall der beachtenswerten Rede, die Baldwin gestern im Unterhause hielt, dar. Baldwin erklärte dabei u. a.: Die ganze Welt sei sich heute darüber klar, daß die be= stehenden Abkommen zusammengebrochen seien. Die einjährige Atempause reiche nicht aus. Die britische Regierung fei daran interessiert, daß die internationalen Verhandlungen, die notwendig sind, ohne jeden Zeitverlust eröffnet werden.
Flh möchte, erklärte Baldwin weiter zu diesem Gegenstand noch einen Punkt hinzufügen, der in diesem Augenblick angebracht erscheint. London ist in hohem Maße behilflich gewesen bei der Finanzierung Deutscksiands während der letzten zehn Jahre und Hal es dadurch befähigt, seinen internationalen Handel fortzuführen und seine Reparationen zu zahlen Diese finanziellen Vorschüsse waren nicht spekulative, sie stellten die beste Art von Sicherheit dar, die dem Martt bekannt war, und es ist klar, daß die Sicherheit für diese Verpflichtungen nicht durch politische Schulden gefährdet werden darf. Wenn dies geschähe, würde Deutschlands Handelskredit zerstört werden, und in diesem Falle wären sämtliche Zukunftsaussichten auf Reparationen vernichtet.
Auf dem Wege zum Kompromiß
th. Berlin, 14. November.
Der Reichskanzler Dr. B r ü n i n g, der gestern abend i« Mainz mit einer Rede in den hc sischen Wahlkampf eingegriffe» hat, ist »och in der Rächt nach Berlin znrückgereist, wo er bereits heute früh wieder eingetrosfeu ist. Er wird heute an -restere» Arbeiten der Reichsregierung wieder lc>: nehmen, wobei es sich in erster Linie nm die Beschlußfassung über die Einberufung des beratenden Souder- au«fchusses der B. Z. Z. in Basel handelt.
Hebet diese wichtige Frage ist in letztet Zeit be- | sonders in Paris eine ganze Reihe von Unterrebun-
Doch zwei Ausschüsse?
(EigenerDrahtbericht.)
tb. Berlin, 14. November. I teiligt fein. Sie würde» die Zurückziehung der ja- * .— ----- - -- -- panischen Truppen in die Eisenbahnzone und Maß
nahmen zur Aufrechterhaltung her Ordnung und der Sicherheit der japanischen Staatsangehörigen bezwek- ken und unter der Aufsicht eines Ausschusses ausländischer Beobachter stattfinden. Die Tokioer Regierung sei schon jetzt mit der Einsetzung eines solchen Ausschusses einverstgnden, unter bet Bedingung, daß die Beobachter den in Japan beglaubigten Militäratta- chees entnommen werden.
Attacke gegen Präferenzklausel
(Von unserer Berliner Schriftleitung).
Kasseler Abendzeitung
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Die zweiten Verhandlungen würden wesentlich Politischen Charakter tragen und sich auf die in der japanischen Erklärung vorn 24. 10. genannten fünf grundsätzlichen Punkten beziehen. Sie würden in Europa, und zwar in Paris, London ober Genf ftattfinben, um jeben Druck seitens militärischer Elemente ober seitens her öffentlichen Meinung bet beteiligten Länber zu vetmeiben.
In bet bevorstehenden Sitzung des Völkerbundsrates müßten beide Parteien die Verpflichtung übernehmen, daß diese unmittelbaren Verhandlungen an dem Tage beginnen würden, an dem die japanischen Truppen ihre Rückzugbewegungen beendet haben wurden. Die beiden Regierungen müßten sich außerdem verpflichten, diese Verhandlungen in einer vernünftigen Frist zum Abschluß zu bringen.
Dawes in Paris
Paris, 14. November.