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Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Tiummer 265*

Mittwoch 11 November 1931

21 Lohrgan-

Noch keine Fortschritte in Paris

Oie Verhandlungen bewegen sich im Kreise / England und die Tribuifrage / Oie Gerüchte über die Zwangskonvertierung / politische Zwischenfälle

Französische Kriegsschuldforschung

Francois-poncet kehrt zurück!

(Von unserem pariser Korrespondenten.)

Eigener Drahtbericht.

Ein unbefriedigendes Kommuniquö

Der Streit um die Iwangskonvertierung festverzinslicher Werte

Dr. Pz. Paris, im November.

Unter den Tausenden von französischen Werken, die über die Frage der Kriegs-ursachen handeln, gibt es nicht ein einziges, das die Tatsachen zugleich knapp und unparteiisch darstellte; was unsere Schulbücher angeht, so find sie fast alle noch Monumente von Haß und Unwissenheit, wenn nicht von Böswilligkeit." Diesen Satz schreibt der bekannte Forscher Rene Gerin, ehemaliger Schüler der Ecole Normale Superieure und Agrege des Lettres, in der Vorrede zu seinem mustergültigen Werke:Wie der Krieg heraufbeschworen wurde" (Verlag für politische und soziale Wissenschaften, Paris 1931). Derselbe Verfas­ser hatte sich vor etwa zwei Jahren an Poincare gewandt und ihm vierzehn Fragen vorgelegt, die der ehemalige Präsident der Republik nach seiner Weise beantwortete (erschien bei Bayot 1930); trotz­dem ihn Poincare in keiner Weise zu überzeugen vermochte, hatte er vor dessen Persönlichkeit doch zu­viel Hochachtung, um dieVierzehn Antworten" so­fort kritifch zu untersuchen. Vielleicht mochte er da­mals auch noch glauben, daß die offizielle Veröffent­lichung der französischen Aktenstücke rascher erfolgen und über gewisse Vorgänge ein klares Licht werfen würde; jetzt aber muß er selber zugeben, daß

die wichtigsten Bändesicher nicht vor 1940 (!) erscheinen werden, das heißt, wenn sie Haupt­schuldigen nicht mehr am Leben sind".

Was aber die Unparteilichkeit dieser Sammlung an­geht, so genügt es, zu wissen,, paß die Mitarbeiter nach" und nachwegen besonderer Verdienste" alle mit

Verhandlungen der Sachverständigen und dann der Minister hinzielte. Während England und Deutschland eine endgültige Rege­lung der Verpflichtungen des Deutschen Reiches verlangten, schienen Amerika und Frankreich eine vorläufige Regelung zu bevorzugen. Frankreich wolle sich nicht auf die zukünftige Zahlungsfähigkeit Deutschlands festlegen lasten und damit auch keine zu niedrigen Ziffern hinsichtlich der bedingten Zahlun­gen annehmen. Die Führer Amerikas zögerten noch, eine großzügige Herabsetzung oder vollständige Strei­chung der Kriegsschulden in Erwägung zu ziehen.

Amerika werde voraussichtlich mit England dahin übereinstimmen, daß innerhalb der Grenzen der Zah­lungsfähigkeit Deutschlands nach Ablauf des Hoover- jahres die Tributzahlungen keinen Vor­rang vor der Rückzahlung der eingefrorenen Kredite haben, sondern auf gleicher Stufe stehen sollen, wäh­rend Deutschland wünsche, daß die Rückzahlung der Tribute allen anderen Verpflichtungen vorangehen und eine Zahlung der Tribute überhaupt ausschalten soll. Man könne also eine sehr lebhafte Aussprache im De­zember erwarten.

Times" betont, daß der Vorrang der Dawes- und Younganleihe über alle anderen Verpflichtungen nicht bezweifelt werden könne. Wenn man den Pri- vatfchulden nicht den Vorrang vor den Tributen gebe, so würde Deutschland kaum weitere Anleihen erhalten- Sollten aber, doch weitere Tribute verlangt werden, so müßten sie von dem Lande finanziert wer­den, das die Tributzahlungen erhalte.

th Berlin, 11. November.

Die Beratungen der beiden Unterausschüsse des Wirtschastsbeiraiez haben gestern vor­mittag bzw. gestern nachmittag begonnen und sind am ersten Tage selbstverständlich noch nicht über eine Generaldebatte zu den vom Kanzler vorgetragenen Gedankengängen hinausgelangt. Die spezielle Be­handlung aller hier.in Betracht kommenden Probleme wird mindestens eine Woche in Anspruch nehmen, und die Ausschüsse werden heute und morgen usw. mit einer kurzen Unterbrechung in der nächsten Woche weiter tagen.

Besondere Aufmerksamkeit widmet man in der Oesfentlichkeit im Augenblick dem zweiten Ausschuß, der sich mit der Zi n s e n - und K r e d i t f r a g e be­schäftigt, weil in letzter Zeit wiederholt von den Plä­nen einer Zinsherabsetzung, bzw. einer Zwangs­konvertierung die Rede gewesen ist. Man nahm selbstverständlich an, daß auch die Regierung und die Ausschüsse des Wirtschaftsbeirates sich mit diesen Plä­nen über die Zwangskonvertierung befaßt haben. Deswegen hat eine amtliche Mitteilung von gestern abend ziemlich große Verwunderung hervorgerufen, die in dieser Hinsicht ein glattes, allerdings rein for­melles Dementi bringt. In dieser amtlichen Mittei­lung wurde zu den Gerüchten über angebliche Zwangskonvertierungspläne gesagt, das niemals von irgendwelcher Seite auch nur erwogen worden sei, Ausländsanleihen zu konvertieren, lieber die der Regierung von privater Seite nahegebrachten Gedan­ken, Inlandsanleihen zu konvertieren, hätten in der Reichsregierung keinerlei Beratungen stattgefunden.

Dieses Dementi wird seinen beabsichtigten Zweck zweifellos nicht erfüllen, denn von Ausländsan­leihen ist ohnehin in der Oesfentlichkeit niemals die Rede gewesen, und wenn über Inlandsanlei­hen nur gesagt wird, daß darüber keine Verhand­lungen stattgefunden hätten, so wird man sich in der Oesfentlichkeit lediglich wundern, daß diese wich­tige und so aktuelle Frage von der Regierung bis­her noch nicht in Erwägung gezogen worden ist. Man wird daraus ferner den Schluß ziehen, daß diese Erörterungen noch an die Reihe kommen wer­den, und daß lediglichbisher" noch keine der­artige Aussprache stattgefunden hat.

Man wird trotz dieses Dementis dem Ergebnis dieser Erwägungen in der Regierung und im Wirt­schaftsbeirat mit Spannung entgegensetzen, und man erwartet zum mindesten eine Stel­lungnahme zu diesen Erörterungen. Man weiß, daß von vielen Jei-en, so z. B. von den Hypotheken­banken und anderen Wirtschaftsgruppen, energische Warnungen gegen den Plan einer Z w angs-Konvertierung festverzins­licher Werte ausgesprochen worden sind, und

einem höheren Grad der Ehrenlegion ausgezeichnet werden während 6 er ehrliche Forscher Georges Demartial um seiner Wahrheitsliebe willen aus dem gleichen Orden gestrichen wurde. Das Ge- rinsche Werk erschien als als eineAntwort auf die Antworten Poincares, und zugleich ist es die ruhig­ste, sachlichste Darlegung der Kriegsschuldfrage, die bis jetzt überhaupt aus einer französischen Feder er­schienen ist; fassen wir es in seinen Hauptlinien z» sammen.

Bismarck hatte den ,-deutschen Frieden" in Europa begründet: ein starkes Reich, an dem jeder Angriffswille zerschellte, ein Defensivbündnis mit Oesterreich, eine Rückversicherung mit Rußland. Der neue Kurs", als dessen Seele nach Bismarcks Ab­gang der Verfasser Fritz von Holstein bezeich­net, wird zunächst durch den wachsenden Gegensatz zu Rußland gekennzeichnet, das in die Arme Frank­reichs getriebchen wurde: derAlpdruck" Bismarcks, die französisch-russische Militärkon- v e n t i o n vom 17. August 1892, barg damals schon den Weltkrieg in ihren Flanken, denn in dem stets geheim gehaltenen Artikel 2 nicht einmal am 4. August 1914 erhielt die französische Kammer davon Kenntnis, obschon der Ministerpräsident Viviani das Dokument in der Tasche hatte war bestimmt, daß Frankreich-und Rußland ohne jede vorhe­rige Vereinbarung sofort mobilisieren müß­ten, wenn eine einzige Macht des Dreibundes, also etwa Oesterreich gegen Serbien mobilisierte. Fügen wir noch hinzu, daß der Vertrag für Frankreich we­nigstens verfassungswidrig war, und daß Poincare ihn nach dem erzwungenen Abgang seines Botschaf­ters in St. Petersburg, Georges Louis und dessen Ersatz durch D e l c a s s e noch weiter im Sinne eines Angriffspaktes ausarbeitete. Als in Berlin der Feh­ler erkannt wurde, war es zu späl:Me Annähe­rungsversuche des Kaisers scheiterten an dem starren französischen Widerstand, der genau auf die Stärke der Bindungen berechnet war, die Rußland finanziell und politisch mit Frankreich verknüpften. Anderer­seits konnte sich Deutschland nicht dazu entschließen, den englisch russischen Gegensatz diplomatisch voll auszunützen, die Bündnisvorschläge anzunehmen, die ihm der englische Kolonialminister Chamberlain zu wiederholten Malen machte. So begünstigte es indirekt die großen Einkreisungspläne seines furchtbaren Feindes Delcasse, und als sich Berlin zum Handeln aufraffte, war es zu spät: Deutschlands Vernichtung lag zwischen den Blättern des Vertrags vom 8. April 1904, den Jules Camboa und Lord Landsdawne unterzeichneten, und der später durch eine geheime Militärkonvention zwischen den beiden Generalstäben ergänzt wurde. Von nun an

erscheint das Deutsche Reich, so schreibt Gerin, als dasgehetzte Zier", das in einer beinahe kopflosen Angst rechts und links durchstoßen will, und das gerade darum von der überlegenen Propa­ganda der Entente immer wieder als der europäische Friedensstörer" hingestellt wird.

Die Entwicklung hatte bereits im Jahre 1906 ihren Höhepunkt erreicht; Deutschland war tatsächlich vereinsamt, und nur die völlige Desorganisierung des russischen Heeres infolge der Niederlagen ge­gen Japan verhinderte, daß der Krieg nicht sthon sechs oder acht Jahre früher ausbrach. Selbst die vor­übergehendeEntspannung" durch den Friedenswil­len C a i l l a u x' diente nur dazu, die chauvinististschen Leidenschaften umso heftiger anzufachen; der Große Generalstab wurde reorganisiert und derPlan 17" ausgearbeitet, der neben der Besetzung Belgiens eine blitzschnelle Offensive in Richtung Oberrhein vorsah. Nach Caillaux' Sturz wurde am 13. Januar 1912 die Regierung Poincare gebildet, mit Millerand als Kriegs- und Delcasse als Marineminister; vier Tage später berichtete der russische Militärattache in Paris, Graf Noftiz, an den russischen Generalstab Gilinsky über den Inhalt einer Unterredung, die er mit dem französischen Generalstabschef Dubail hatte, und aus der einige Sätze Dubails hervorzuheben sind.Wir arbeiten, wie wenn wir uns im Kriege befänden."

Die Kunst der Diplomatie muß darin bestehen. Frankreich nicht als Angreifer erscheinen zu lassen." Seit 1870 war die strategische Lage Frankreichs nicht vortellhaiter: die Armee ist in glänzender Verfassung, dte Finanzen konnten nicht besser fein, und auf den Palrwttsmus der Bevölkerung kann man vollauf zahlen".Das Geschlecht von 1870 fürchtete die Deunchen . die jungen Franzosen von heute ken­nen die; es Gemhl nicht mehr".Früh oder spät ist der Krieg unvermeidlich..." Am folgenden 2. Fe­bruar meldete Botschafter Iswolsky nach Peters- bürg, das französische Kriegsdepartement bereite sich aktiv auf militärische Operationenin einer nahen Zukunft vor. Die Ergebnisse der beiden Saltaru fnege stärkten das militärische wie das diplomatische Vertrauen, und zum erstenmal ließ Poincars durch.

wenn die Regierung und der Ausschuß definitiv fest­stellen wollen, daß sie Erwägungen dieser Art nicht beabsichtigen, so wird eine deutlichere Mitteilung notwendig sein, als das völlig unzulängliche Kom­munique von gestern abend.

Es ist davon gesprochen worden, daß die Minister Schiele, Schlange und Treviranus den er­wähnten Plänen sympathisch gegenüber gestan­den hätten, während der Reichssinanzminister und der Reichswirtschaftsminister eine entschieden ablehnende Haltung gegenüber derartigen Vorschlägen eingenommen hätten.

Kein Tag ohne politische Zwischenfälle

Eutin, 11. November.

Am Montag abend kam es anläßlich eines Umzuges des Reichsbanners zu blutigen Zusammenstößen. Als etwa 400 Reichsbannerleute auf dem Platz vor dem Schloßhotel aufzogen, ertönte plötzlich von einer klei­nen Gruppe »er RufDeutschland erwache". Es kam zu einer Prügelei zwischen Reichsbannerleuten und den Rufern. Dabei wurde der 33jährige SS-Mann Radtke vnrch Messerstiche tödlich ver­letzt. Auch ein zweiter Nationalsozialist wurde verletzt.

Koblenz, 11. November. Der Polizeibericht teilt mit: Am 10. d. Mts. zwischen 11 und 12 Uhr fan­den in der Post- und Rheinstraße Zusammenstöße zwischen Kommunisten un» Nationalsozialisten statt. In der Poststraße wurden einige Nationalsozialisten von Kommunisten überfallen und verletzt. Ein Na­tionalsozialist erhielt drei Messerstiche am Kopf und ein zweiter einen Streifschuß am rechten Oberschenkel. In der Rheinstraße wurde ein Kommunist durch einen Messerstich in die Brust schwer verletzt. Ein zweiter Kommunist erhielt einen Beinschuß

Oer Kampf um Oehn

Halle, 11. November.

In der Universität fand am Dienstag eine Ver­sammlung der Theologen statt, an der 200 Studenten teilnahmen. Nach einem Bericht des Dekans der theologischen Fakultät Professor Heinzelmann über die mit der Berufung Professor Dr. Dehns zusam­menhängenden Vorgänge wurde im Anschluß an eine Aussprache, in der auch der Hochschulring deutscher Art zu Wort kam, mit allen gegen drei Stimmen bei 24 Enthaltungen eine Entschließung angenommen, in der die Theologenschaft der evangelischen theologischen Fakultät Halle-Wittenberg sich aus das entschiedenste gegen den Kamps des Hochschulrings und der Deutschen Studentenschaft Halle verwahrt.

Paris, 11. November.

Die großen Pariser Frühblätter stellen noch einmal geschloffen und wie auf höheren Befehl fest, daß die Verhandlungen, die seit einiger Zeit zwischen dem deutschen Botschafter von Hoesch int Auftrage der Reichsregierung und den verantwortlichen französi­schen Ministern gepflogen werden, keinerlei Fortschritte gemacht haben. Die Meinungsver­schiedenheiten zwischen den beiden Regierungen be­ständen nach wie vor. In der Frage der Zuständig­keit des Baseler Untersuchungsausschusses, die die Reichsregierung erweitert sehen möchte, Frankreich lehne diese Erweiterung ab. da es hierin ein still­schweigendes Zugeständnis seinerseits erblicken würde, die privaten Schulden mit den Reparationen auf gleichen Fuß zu stellen oder ihnen sogar den Vorrang zu geben. Francois Poncet kehrt heute wie­der nach Berlin zurück, wo er sich sofort mit Reichs­kanzler Brüning in Verbindung setzen wird.

ImEcho de Paris" hebt man hervor, daß der französische Botschafter nunmehr in der Lage sei, die Reichsregierung über alle Einzelheiten des franzö­sischen Standpunktes zu unterrichten. Was den Be­such von Hoesch bei Briand angeht, so bedauert das Blatt, daß diese Unterredung durchaus keine neuen Gesichtspunkte gebracht habe, und daß sich die Ver­handlungen wie iw Kreis drehten.

DasJournal" fragt, worauf man itt Deutschland «och warte, um endlich brauchbare Vorschläge zu nn- ferbretteni- Man dürfe in Deutschland nicht so naiv sein zu glauben, daß Frankreich sich jemals der Be­hauptung der vollständigen Zahlungsunfähigkeit Deutschlands anschließen werde. DerPetit Parisien" wendet sich ebenfalls gegen jede Abänderung des Haager Abkommens. Frankreich sei sicherlich bereit, gewisse Zugeständnisse während der Zeit der wirt­schaftlichen Krise zu machen. Es sei auch bereit, bei der Prüfung der Zahlungssähigkeit die Privatschul­den zu berücksichtigen. Es werde aber niemals zuge­ben können, daß zwischen diesen privaten Schulden und den Reparationen irgendein Zusammenhang aufgestellt werde.

DerFigaro" ist der Auffassung, daß Frankreich keinesfalls einen Centime zugunsten der amerikanischen und englischen Gläubiger Deutschlands opfern dürfe. Wenn Deutschland Pfänder für die kurzfristigen Kre­dite geben könne und den Ausfuhrüberschuß zur Rück­zahlung dieser Kredite verwende, so müsse es auch gegenüber den Reparationen in der gleichen Lage fein.

Reparaiionskonferenz

im Dezember?

th. Berlin, 1L November.

Die Mitteilungen über die diplomatische Füh­lungnahme auf außenpolitischem Gebiet find zum Teil unklar und widerspruchsvoll.

Aus Paris liegen Meldungen vor, daß die deutsche Regierung sich in der Reparationsfrage mit einem Provisorium begnügen wolle, während in Berlin nach­drücklichst betont wird, daß die deutsche Regierung un­bedingt ein Definitivum in dieser Hinsicht anstrebe. Wenn auch in Berlin und Paris die augenblicklichen Mktischen Ziele stark unterstrichen werden, so wird sich doch erst später übersetzen lassen, welches Ergebnis in der Reparationsfrage gegenwärtig überhaupt erreich­bar ist. Das übergeordnete Interesse der Reichsregie­rung muß gegenwärtig darin erblickt werden, die Priorität der Regelung der privaten Auslands­verschuldung gegenüber dem von den Franzosen ver­langten Vorrang der Reparationsleistungen durchzu­setzen.

In der Frage der Termine der weiteren Abwicklung dieser Auseinandersetzungen glaubt man an Berliner maßgebender Stelle, daß es vielleicht möglich sein wird, in der nächsten Woche zum Abschluß der diplo­matischen Auseinandersetzungen zu kommen, sodaß in etwa 14 Tagen der Sonderausschuß der B. I. Z. einberufen werden könnte, und daß man vielleicht »och für Dezember mU einer allgemeinen großen Reparationskonferenz rechnen kann, die von einer kurzen Weihnachtspause unterbrochen im Januar zu konkreten Ergebnissen gelangen könnte.

Sturmzenirum...

London, 11. November.

In Verbindung mit den Erklärungen des englischen Ministerpräsidenten Macdonald über die Tributfrage (siche Seite 2!) wies der diplomatische Mitarbeiter desDaily Telegraph" darauf hin, daß bisher der englische Standpunkt noch nicht mit denjenigen F.ank- reichs und Amerikas übercinstumme. Hieraus erkläre sich auch Macdonalds Redewendung von einem Sturmzentrum, womtt er auf die kommenden