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Handel»Wirtschaft»Börse

Kasseler Neueste Nachrichten Hessische Handelszeitung Sonnabend, den 7. November 1931

Die JJufWertungshypotheken

Von Dr. Gorenius-Bertin

so weitgehender wirtschaftlicher t am 1. Januar 1932 die Fäl-

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wäre an sich nicht von

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Die Wirtfchaft der Woche

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Renten-

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Weizenhausse in Chicago

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Umsatz in MiHiatd«nRM. (Einfuhr und Ausfuhr)

lagebestimmungen werden nachkommen können, und baß vor allen Dingen noch längere £eit verstreichen wird, bis die Sparkasien wieder einmal an neue Hypothekengewährung werden denken können.

Die Stockung am Hypothüenmarkt

Es mutz überhaupt als »um mindesten sehr zweifelhaft bezeichnet werde», ob die Weizenhauff« in der Weltver­sorgung mit Weizen eine Stüde findet. Allerdings ist di« nordamerikanische Weizenernte in diesem Jahr geringer ausgefallen als tot vorigen Jahr. Außerdem ist der Wet­zenanbau in Südamerika und in Australien etwas be­schränkt worben. Ferner ist di« diesjährige Getreideernte tu Mitteleuropa, namentlich auch in Deutschland, hinter dem vorjährigen Ergebnis zurückgeblieben.

Immerhin erreicht die Weizenerute der Welt »och das Durchschnittsergebnis der letzte» fünf Jahre.

Ob sich das Chicagoer Börsengerücht, R u tz l a » d hab« in diesem Jahre 150 Millionen Bushels Getreide weniger ge­erntet als im vorigen Jahr, bestätigen wird, bleibt abzu- warten. Jedenfalls kommen die Lager an Weizen beinah« dem Umfang einer ganzen Jahreswelternte gleich. AuS den vollgestopften Lagerhäuser» Nordamerikas und Tanabas kann der angebliche Welterntefehlbetrag von 55 Millionen Doppelzentner mühelos gedeckt werden.

Alles in allem, ein b a l S i g e r Rückschlag a» der Chicagoer Weizenbörse kann fast als unausbleiblich bezeich­net werden. Sollte aber die unberechtigt« G«tr«ibevreiS- treiberei auch auf Deutschland überspringen, dann wäre es Zett, di« deutschen Zölle auf daS auch heute noch ganz ax= sentlich billigere Auslandsgetreide herab,usetzen.

stand cm Hvpotheken beträgt gegenwärtig rund 31 Milliarden RM, hiervon 7,2 bis 8,2, also 25 v. H. Anfwertungshypotheken. Von den 7,2 bis 8,2 Auf- wertungshypotheken entfallen knapp 4 Milliarden RM

Au-erChtkagoirWeirrnbörf« vom 4. b. Mts. hat bi« schon etwa einen Monat lang andauernde Aufwärts- beweaung der Preise «in stürmisches Zeitmatz angenommen unb sich auch noch am folgenden Tag fortgesetzt. Dieser Vor­gang verdient tn Deutschland starke Beachtung, da er unter Umständen geeignet sein könnte, den in Bäckerkrcisen plötz­lich wieder auftauchenbeu Forderungen nach einer Brot- preiserhöhung Vorschub zu leiste», deren Verwirklichung bl« politischen Schwierigkeiten unbedingt vermehren müßte. Zunächst ist nicht »u bestreiten, daß die Welzenvreise in Chtkago innerhalb Monatsfrist von 44,87 Cents auf 71,37 Cents der Bufbel emporgeschnellt stnd, sich dem vorkriegs- mätzigen Durchschnittspreis von 1918 mit 90,25 Cents dem­nach schon bedenklich genähert haben. Es ist aber zu beach­ten, daß öle Preistreibereien tu Chikago

eine» sehr stark spekulative» Charakter trage».

Die plötzlichen rt«st«en Kaufaufträge sind von 2 weltbe­kannten Getreidespekulanten erteilt worden. Dazu kommt, dah sich, wie dies in Amerika üblich ist, breiteste Pu­blikumskreis« an bei Weizensvekulation beteiligt ha­ben. Di« stark spekulative Veranlagung des Chicago«! Wrizenmarktes geht auch daraus hervor, daß am allermei­sten der Preis für di« am allerspätcften. nämlich im Juli nächsten Jahres, lieferbar« Ware gestiegen ist. Dabei läßt sich doch unmöglich heute schon übersehen, wie die Weizen­ernte im nächste» Jahre ausfallen wird.

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rung der Auswertungsforderungen ge* bracht: Der Gesamtumlauf von deutschen Schuldver­schreibungen beträgt rund 30^ Milliarden RM. Hi von sind 7,8 Milliarden RM, d. h. 26 v. H., A . wertungs- und Ablösungsanleihen. Der Gesamtbe-

In Kürzet

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Wuenwageuervorte haben sich in be» erste» »en« Monate» beinahe verdoppelt. DieLa-/r-,!t>ua^naustou->'tun^tahr 75 Prozent gegenüber der glerche» Zeit des Vorjahres se-

2,493,24 2,91

1,82,05

0,730,98

1,07

Bedeutung, wenn nicht am 1. Januar 1932 die Fäl­ligkeit eines großen Teils der Aufwertungsforderun- gen vor der Tür stünde. Es ist naturgemäß eine Unmöglichkeit, von den Schuldnern die Rückzahlung

^Hetzt3

fcemßuß. keine Sc/i/otteNX

freie Hypotheken

organisierter Kredit . . . . .

vom organisierten Kredit entfallen out Bodenkrcbitinstitute .

Soarkasien........

Versicherungen

Auswertungshypothek auf stäbt. Grundbesitz davon

freie Hypotheken .

organisierter Kredit . . . . .

Aufwertungshyvotk aus landw. Grundbesitz davon

freie Hypotheken ......

organisierter Kredit

auf organisierten Kredit, d. h. Hypotheken der Boden- kreditinstitute, Sparkasien und Versicherungen, wah­rend 3n bis 4% sogenannte freie Hypotheken sind, d. h. Hypotheken, die sich nicht im Besitz von Geldinsti­tuten, sondern vorwiegend in Privathand befinden. In den letzten Jahren haben sich die Aufwertungs- hypotheken schon stark verringert. Bei den B o b en- kreditinstituten allein ist von Ende 1925 bis zum 1. Ottober d. I. ein Rückgang um 600 Mill. RM oder 23 Prozent des Bestandes von Ende 1925 sestzu- stellen. Seit Mitte des Jahres stockt jedoch die Um­wandlung von Anfwertungshypotheken in anderwei­tigen Hypothekarkredit vollständig.

Höhe und Gläubiger der Aufwertungshypotheken.

Millionen RM

Gesamtbetrag bet Aufwertungshyvotheken davon

* Kaffel, 7. November.

Der Ende voriger Woche zusaimnengetretcne W i r t sch a s t s b e i r a t hat sich nicht, wie man hätte erwarten sollen, gleich mit der schnellen Durch­führung des Ianierungsprogramms für die deutsche Wirtschaft, sondern, da der 1. Mär; 1932 an dem das Stillhalteabkommen abläuft, immer näher rückt, zu­nächst mit der Verlängerung dieses Abkommens be­schäftigt. Gegenüber dem Standpunkt Frankreichs, das die Einberufung einer neuen Reparationskonse- renz in den Vordergrund rückt, ist für Deutschland die Regelung der privaten Auslandsschulden zunächst wichtiger. Wir haben dabei die Ehance des Welt­schuldners, der alle seine Gläubiger in seinen Sturz nut hineinziehen würde, und diese Erkenntnis wird vielleicht auch Frankreich zu der Einsicht bringen, baß erst einmal die Frage der langfristigen Verlängerung bei kurzfristigen Auslandsverschuldung geregelt wer­den muß, ganz abgesehen davon, daß auch nach Ablauf des Hoover-Feierjahrs an eine Wiederaufnahme der Reparationszahlungen gar nicht zu denken ist.

Sehr wichtig ist bei diesen Verhandlungen die Z i n s f r a g e. Im Zusammenhang mit den Plä­nen über eine Zwangskonvertierung der deutschen Rentenpapiere ist auch die Frage erwogen wovben, ob eine Zwangskonvertierung allqer laufenden AuKIandskredite vorgenommen werden soll, was letz­ten Endes auf ein allgemeines Moratorium hinaus- laufen würde. Eine solche Maßnahme würde zur Folge haben, daß das Ausland seine Kredite nach Möglichkeit zurückziehen würde. Es ist aber zu hoffen, daß es bei den SMHalteverhandlungen gelingen wird, die bisher an das Ausland zu zahlenden hohen Zinssätze, die sich zwischen 9 und 10 Prozent, teilweise aber auch bis zu 13 und 14 Prozent bewegen, zu ermäßigen. Deutschland hat dabei eine etappenweise T'lgung der Stillhaltegelder auf 12 bis 15 Jahre vorgeschlagen.

Wie einschneidend die Wirkung einer auch nur ein- bis zweiprozentigen Zinssenkung für die deutschen Auslandsschulden wäre, kann man sich an den Zah­len über die Höhe der Auslandsverschuldung leicht ausrechnen, ergab sich doch nach dem Stanoe vom Juli 1931 eine kurzfristige Verschuldung von 12 Mil­liarden und eine langfristige (länger als em Jahr) von 11,5 Milliarden RM.

Der Reichskanzler hat tn seinem Wii'schaftspro- gramm dem Zinsproblem bekanntlich mit die erste

Unabhängig von der gegenwärtigen durch die Börsenunterbrechung hervorgerufenen HvPothe- kensperre muß sich der deutsche Grundbesitz dar­aus einstellen, daß auf lange Zeil neuer Hvpotheken- krebit nur noch in ganz geringem Ausmaß zur Verfügung stehen wirb. Statt, wie bisher, eines Ka- pitalzuflusies aus bem Ausland, werben wir tn ben nächsten Jahren große Krebitrückzahlungen zu ver­zeichnen haben. Darüber hinaus geht bei bei Un­sicherheit her brutschen Verhältnisse bie Tenbenz ba- . hin, daß bie Kapitalbesitzer möglichst kurzfristig dispo- nieren. Hinzu kommen Zwangsmaßnahmen, bie er­griffen werben müßten, unb bie für ben Kapital­markt von einschneidender Wirkung sein werden. Am bedeutsamsten ist hier wohl die letzte Notverordnung, nach der die Sparkassen nur 40 v. H. ihrer Spareinlagen in Hypotheken an legen dürfen. Wenn man nun den gegenwärtigen Stand betrachtet, so zeigt sich, daß die Sparkassen über 45 v. H. der Spareinlagen in Hvpotheken angelegt ha­ben, während, wie erwähnt, die Notverordnung nur noch 40 v. H. zuläßt. Praktisch bedeutet dies nun nicht etwa, daß die Sparkassen in kurzer Zeit zu um­fangreichen Hypothekenkündigungen gezwungen sein werden (eine solche Maßnahme müßte zu schwersten Störungen im Hvpothekenkredit und somit am ge­samten Grundstücksmarkt führen); vielmehr wird le­diglich ein künftiger Zuwachs an Spareinlagen an­derweitige Anlage finden, so daß die Sparkassen nach und nach auf nur 40 v. H. Hypothekenanlage ihrer Spargelder kommen. In den letzten Monaten sind überdies die Spareinlagen bekanntlich stark zurück­gegangen, und zwar vom Juni bis September'um etwa 1 Milliarde RM, so daß es also geraume Zeit bauern wirb, bis die Sparkassen den gesetzlichen An-

Stelle eingeräumt. Im Zusammenhang damit hat sich der Wirischrflsboirat mit dem Gedanken einer Zwangskonvertieruna b . werte, vor allem bei Pfandbriefe befaßt. Die Gerüchte, baß diese durch eine Notoei- ordnung einfach angeorbnet werben solle, sinb frei­lich dementiert wonden. Schärfster Widerstand gegen biefe Pläne geht vom Reichsbankpräsidenten aus, da eine solche Zwangskonvertierung den deutschen Ka­pitalmarkt und den deutschen Kredit im Ausland aufs schwerste schädigen würde. Bedenklich ist eine solche Maßnahme auch im Interesse der deutschen Sparer, die neue Opfer bringen müßten. Durch Er­mäßigung der Spareinlagenzinsen würde bet Anreiz zum Sparen noch weiter vermindert tocrbpa. Vor­aussetzung für einen echten Zinsabbau wäre eine Aenderung des Steuersystems und die Wiederherstel­lung der Rentabilität der Industrie. Wenn also ge­gen einen zwangsweisen Zinsabbau durch Notver- ordnung Bedenken bestehen, so könnten andererseits die Banken doch durch Verringerung der Spanne zwischen Haben- und Sollzinsen manches in ber Rich­tung einer Zinsermäßigung tun. Die Dankzrnsen stehen heute im Durchschnitt 4,5 bis 6,5 über dem

Di« fett 31 Jahren betttbenb« mtt 200 000 RM Aktien- feottal arbeitende K r a w a t t e nf ab k i k ft. ». E. B » ®» w alb Berlin, bat »re Zahlungen eingestellt.

Ani ba Lebensmittel-AussieLE i» M4 {« Srt'ÄF-ft As ksS.Äst

St da« Auszeichnung, bi« Über b«m Grand Prix siebt.

I» ber am ä. November abgebaltene« ?r»atsMu»g bes Retch"auffichtsa«is für Privatverftchernna in Bttlt» wnrb« ber Beicktoh geiatzt, beim Amtsgericht toörlto den Antrag ans bin Etöstonxg des ft o n f u t 6 »« tfth r «u d übe t

Ganz unabhängig von der Frage der Hinausschie­bung des Fälligkeitstermins der Aufwertungsforde­rungen, die voraussichtlich nicht generell, sondern nur individuell vorgenommen werden soll, ist die Zins frage. Ab 1. Januar nächsten Jahres er­höht sich der gesetzliche Zins für die Aufwertungs- Hypotheken aus 7% Prozent (bisher 5 Prozent). Ein großer Teil der Hypothekengläubiger hat aber nur unter der. Bedingung in den vergangenen Monaten in eine Prolongation der Hypotheken eingewilligt, daß ihm ein höherer als der gesetzliche Zins zugebil­ligt wird. Man wird daher im großen Durchschnitt annehmen können, daß die Aufwertungshypotheken ab 1. Januar nächsten Jahres eine mindestens Zprozentige Zinserhöhung erfahren, d. h. also, daß die Zinslast, die gegenwärtig 360410 Mill. RM beträgt, sich am 1. Januar aus 575660 Mill. RM stellen wird.

Dem städtischen Grundbesitz

ist als Ausgleich für die erhöhten Zinslasten für die Aufwertungshypotheken insofern eine Erleich­terung gebracht worden, indem vom 1. April 1932 an die Hauszinssteuer um 20 v. H. (des Sollauf­kommens des Jahres 1929/30) ermäßigt wird. Das bedeutet einen Nachlaß von etwa 350 bis 400 Mill. RM. Die Mehrverzinsung der städtischen Auswer- tungshypotheken erfordert dagegen nur etwa 175 Mill. RM, so daß also für den städtischen Grund­besitz im ganzen gesehen eine Erhöhung der Gefahrmomente durch die Zinserhöhung für Auf­wertungshypotheken nicht zu befürchten ist, da ja im Saldo, abgesehen von Einzelfällen, infolge der Steuerermäßigung immerhin noch eine Erleichterung herausspringt. Für die Landwirt fchast hinge­gen werden Wohl Maßnahmen erst getroffen werden müssen, damit infolge der erhöhten Zinslast eine untragbare Zuspitzung der Lage am Gütermarkt ver­mieden wird.

Die Deutsche ft a »i» .«et wer tn «e8 «tle II» schalt m. b. S. Leipzig, bie im Anfang bs. Js. elnen ge- ,t,*

rs: men, beschlossen.

Reichsbankdiskont gegenüber einer Differenz von selten mehr als 1 Prozent vor dem Kriege. Diese Steigerung ist auf die erst nach dem Kriege einge­führten Kredit- und UeberzishungsproVisionen uno die Bereitstellungsprovisionen zurückzuführen. D>e Erleichterung des Zinsniveaus laßt sich zweckmäßiger individuell regeln, als durch Zwang. Natürlich müßte dann auch die Frage der Senkung des Reichsbank- diskonts erörtert werden.

Die Schrumpfung der deutschen Wirtschaft schreitet unterdes weiter fort. Der Oktober brachte einen neuen Höchststand der Insol­venzen. Die Konkurszifser stieg von 1341 auf 1435 die Zahl der eröffneten Vergleichsverfahren von 743 auf 1010. Der Postverkehr zeigt in fast allen Zwei­gen ein abermaliges Absinken. Voraussichtlich wird die gesamte deutsche Montanindustrie in diesem Jah­re von der Verteilung einer Dividende absehen müs­sen. Die Vereinigten Stahlwerke werden ihre Bilanz voraussichtlich ohne Gewinn und Verlust ab schließen. Neuerdings sehen sich auch bie Russen genötigt, ihre Bestellungen tn Deutschland einzuschränken. Die Kaufkraftsenkung «nacht immer noch weitere Fort­schritte. Die Lohnkürzung für die Reichsarbeiter um 4,5 Prozent ist umso bedenklicher, als der Großhan­delsindex seit zwei Wochen wieder steigende Tendenz zeigt. .

Da die «deutschen Börsen seit dem 20. Septem­ber, dem Tage der Loslösung Englands vom Gold­standard geschlossen sind und trotz eifriger Bemühun­gen des Berliner Börsenvorstands bis <Af weiteres keine Aussicht auf Wiedereröffnung besteht, hat sich der Ersatz des Börsenhandels, der telefonische Ver­kehr von Büro zu Büro, immer weiter ausgedehnt. Nachdem die Auslandsverkäufe unterbunden sind, ist der Effektenmarkt nur noch den normalen Einflüs­sen von Kundschast und Spekulation ausgesetzt, und es hat sich ein Freiverkehr entwickelt, der gegenüber dem früheren offiziellen Börsenverkehr keine großen Unterschiede mehr auswetst, wenn der Umfang, auch geringer ist. Immer mehr beschäftigungslose Börsen­makler und Bankfirmen haben sich in den Telefon- verkehr eingeschaltet. Die Beteiligung des Privat­publikums ist freilich nicht groß, da ihm durch das Äursveröfsentlichungsverbot jede Kontrolle genommen ist. Die Wiedereröffnung der Börsen stoßt immer noch auf den Widerstand des Reichsbankpräsidenten. Die Unternehmungslust im Freiverkehr nahm in ben letzten Tagen etwas zu, unb bie Kurse waren recht widerstandsfähig, besonbers bie Kurse ber Montan­werte lagen, wie schon in ber Vorwoche, weiter recht fest. Am Pfanbbriefmarkt hatten bagegen bie be­kannten Zwangskonvertierungspläne trotz bes offi­ziellen Dementis beträchtliches Angebot zur Folge, 1 das zu Abschwächungen führte. Dr. H. L.

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200000 Textilarbeitern gekündigt

Kündigung ber Arbeitsveiträge in der rheinisch-west­fälischen Textilindustrie.

In ben Textilfabriken von Glabbach-Rheydt unb Umgebung haben bie Unternehmer am Freitag sämt­liche Arbeitsverträge, die auf Grunb bes bisherigen am 10. Oktober abgelausenem Lohntarifes abgeschlossen waren, aufgekündigt. Bor Ablauf der Kündigungsfrist soll »ach ber Bekanntmachung den Arbeitern ein Angebot jur Fort­setzung des Arbeitsverhältnifses gemacht werbe». Aehn- liche Mahnahmen sinb in fast alle» r h «i» i s ch - w e sl- sälischen Bezirken von de» Arbeitgebern in der Textil­industrie getroffen worden, soweit die bisherige» Lohntarif« nicht mehr in Geltung find. Bon den Kündigungen wer­den rund 200 000 Arbeiter unb Arbeiterinnen Betroffen.

Steuerzahlungen durch Schecks

Nach der Amtskaffenorönung der Reichsfinanzverwaltung darf dfe Amtskasse einen Scheck als Einzahlung n u r d a n n annchöicn, »renn er am «i&e der Amtskasse eingelöst werden kann, und die Geldanstalt, auf die ber --check gezogen ist, sich verpflichtet bat. Schecks, für die die erforderliche Deckung vorhanden ist, sofort bei der Vorlegung bar einzulölen ober ben Scheckbetrag spätestens am Vormittage d«s folgenden Werktages dem von der Amtskasse zu bezeichnenden.Konto zu überweisen. Diese Beschränkungen gelten n t ch t für bie Postschecks und Reichsbankschecks. Wenn es besondere Ber- gältniffc erfordern, darf ine Amtskasse auch -check», di« nicht am Sitze der Amtskasse. sondern an unmittelbar benachbar­ten Orten «inaclöst werben können, als Einzahlung anneh- nten. sofern dadurch die Einlösung der Schecks nicht ver- zögert wird. Es besteht auch auf Grund eines Erlasses des Reichsfinanzministers vom. 24. Juli El die Möglichkeit. Sah bis auf weiteres auch indossierte Schecks, Kundenschecks und Orderschecks ben Finanzkaffen zur Tilgung von Steuer­schulden übergeben werben können. Allerdings kommen nur solche Schecks in Frage, die am Sitz der Kaffe oder in un­mittelbar benachbarten Orten «ingelöst werden können.

ihrer Aufwertungsverpflichtungen zu fordern, wenn ihnen keine Gelegenheit geboten wird, selbst zu hohen und höchsten Zinssätzen anderweitigen Kredit zu be­kommen, mit dessen Hilfe sie die Aufwertungsgläubi­ger befriedigen können. Die Aufwertungsgläubiger vertreten demgegenüber den Standpunkt, daß sie un­bedingt auf Rückforderung der Kredite bestehen müß­ten, da ja auch sie ihrerseits Verpflichtungen abzu­decken hätten. Eine gesetzlich« Neurege lung der Aufwertungssrage ist in allernächster Zeit zu er­warten. Im allgemeinen herrscht aber völlige Un­klarheit darüber, um welche gewaltigen Beträge es sich bei den Aufwertungsforderungen eigentlich han­delt. Es sei hier daher einmal kurz genaues Zah­lenmaterial über die Höhe und die Glieds-

haben, blieben bie Abrufe her Zechenverwaltungen im L Halbjahr 1931 um nicht weniger als 385 700 tot Gruben­holz gegen bie gleiche Zeit des Boriahres zurück. Dadurch sind dem Ginbenholzhand« l und auch Bern Walb- Besitz schwere Verluste entstanden E- soll nun durch bi« Zusammenarbeit zwischen dem WalbBeiitz unb dem ®rubelt» Holzhandel versucht werden, zu einer Aenderung ber, bishe­rigen Abschluhbcdingungcn für Grubenholz zu gelangen. Es ist beabsichtigt, Jahresabschlüffe ohne ungesahrc Sngabt ber abäurufenben Grubenholzmenge nicht mehr zuzulaffe«: eine Spanne von 10 Prozent nach unten unb oben soll bett Zechenverwaltungen durchaus bie Möglichkeit geben, den em» tretenden Jahresbedarf ungefähr richtig zu erfasse».

Der Welthandel sinkt

)ie Sachverständigen setzten e ne Vermehrung des Weir» handels und eine Steigerung der deutschen Auaiir voraus

Die Wirklichkeit;

Verteuerte Auto versicherung

Kartelltarif mit starker Prämieuerhöhung geplant.

Nachdem bi« Kartellvereinbarungen der Nutoverffchcrun- gen schon Anfang 1929 zerfalle» waren, such: ffch bte Mehr­zahl ber Amoversicherungen veranlatzt, eine »che K a r - tellgrünbung vorzulchlagen. Ein Kartelltarif ist, wie der Reichsverband der Autornobiliudustrie mtttetlt,,schon tot Umlauf. Dah die zur Inkraftsetzung des Tarifs nötige Lückenlosigkeit in der fReiBe ber zusttmmcnden virmen er­reicht wird, muh aber als zweifelhaft gelten, da bet mah- geblicheu Beificherungsgefelllckaften ftärtite Bedenken gegen die vorgeschlagene Höhe der Prämien bestehen. Diese Ge­sellschaften befürchten, daß die neuen erhöhte» Pramlensatze die Berslck-rungsmüdigkcit der Automobllhalter steigern werden. Neu ist an dem poraefdtlagenen Tarif, dah er nach ben einzelnen Fabrikmarken fpeziallffert ist. Diese .Vor­teile im Tarifaufbau werden aber durch die «tarnten; höhe Illusorisch gemacht. Je nach Fahrzeugart, G-biystetl und Vcrsichcrungszweig fiebt der neue Tantentwurf Er­höhungen von durchschnittlich 20 v. H. vor.