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Nummer 262*

Sonnabend «Sonntag, 2>S. November 1931

21. Jahrgang

Neue Verhandlungen Hoeschs in Pans

Oer Botschafter bei Laval und Klandin / Oie amerikanischen Banken zur Etilchaltefrage / Wirtschaftspolitische Notverordnung noch im November?

Lavals Kaufpreis

Zeitwende...

Eigener Drahtbertcht.

Mehr Tempo im Wirtschaftsbeirat!

lVon unserer Berliner Schriftleitung).

4

Belage: In den Eismeerklippen verirrt ( Zwei , Maler radeln zum Eismeer", 4 sMt- Halsteil: Dr. Gorenius .Die Austvertungs- hyyotheken".

Grandis Abreise nach Amerika. Mussolini emp- ftng gestern im Palazzo Venezia Außeamtnister Grandr, mit dem er sich längere Zeit «her den be- vr estchenden Beigch in. Washu^ton unterhielt.

finden?

Die einen antworten: Der Kapitalismus ist tot, nach hundertftinfzig Jahren des Regierens uiw Dik­tierens ist er an seinen eigenen Fehlern gestorben und mit ihm ist der andere -ismus, der aufs engste mit ihm verbunden war, ist der Liberalismus zu- grunde gegangen. Die Antwort der anderen lautet vorsichtiger; auch sie stellen fest, daß dem System schwere Mängel anhaften, aber sie wollen noch nicht den Totenschein ausschreiben, weil sie glauben, daß gründliche Reformen doch noch die Wendung herbei­führen könnten. Wo liegt nun die Wahrheit? Zu­nächst ergibt sich, daß die Diagnosen, die hüben und drüben gegeben werden, nicht allzusehr voneinander abweichen. In drei wichtigen Punkten zumindest timmen die Kritiken aus den verschiedensten Lagern überein: Erstens darin, daß der Kapitalismus gegen seine eigenen Gesetze verstoßen hat, indem er die von ihm angebetete Freiheit des Handelns, die freie Be­tätigung des Unternehmergeistes und die freie Ent- ältung der Konkurrenz, diese Freiheiten, die der Kapitalismus und der Liberalismus einst zu ihrer eigenen geschichtlichen Rechtfertigung dem Absolutis-

16% Millionen Menschen insgesamt sind in Europa, in den Vereinigten Staaten von Amerika, in Kanada und Neuseeland aus dem Arbeits­prozeß ausgeschaltet worden, und von die­sen 16% Millionen entfällt mehr als ein Viertel auf Deutschland.Es liegt ein ewiger Adel, ja eine Hei­ligkeit in der Arbeit . . . Zweifel, Verlangen, Kum­mer, Unruhe, Unwille, Verzweiflung selbst, alle diese, wie Höllenhunde, belagern die Seele des armen Tag­arbeiters, wie jedes anderen, aber er greift mit frei­em Mut sein Tagewerk an, und sie alle weichen murrend zurück in ihre fernen Höhlen Der Mensch ist nun Mensch; die heftige Glut der Arbeit in ihm ist wie ein r e i n i g e n d Feuer, worin alles Gift und selbst der verpestendste Qualm in einer Hellen Flamme verbrennen." So heißt es in Carlyles Lob­gesang auf die Arbeit. Carlyles Sprache ist nicht mehr unsere Sprache; wir pflegen mit weniger Pa­thos zu reden, aber es liegt eine ewige Wahrheit in diesen Sätzen: Die Arbeit ist für den Menschen mehr als Sicherung des Lebensunterhaltes, sie ist Daseins­zweck, und das Recht auf Arbeit ist eins der großen Grundrechte, deren Anerkennung und Ver­wirklichung erst das Gemeinschaftsleben ermöglichen. Und diese Millionen, die jetzt zum Feiern gezwun­gen sind, wollen und können auf dieses Recht nicht verzichten. Sie sind nicht gewillt, sich mit dem fata­listischen WortEs geht nicht anders" abspeisen zu lassen, sie wollen nicht die Sünden, die irgendwo und von irgendwem begangen sind, bezahlen. Sie fra­gen nach dem Warum, sie suchen nach den Ur­sachen ihres Leidens und sie klagen nun das heutige System und die Träger dieses Systems an. Sie Na­gen an mit ihrer eigenen Not, und es kann ihnen nicht schwer fallen, diefes Argument mit anderem Beweismaterial zu ergänzen. Da werden in Amerika Riesenmengen von Getreide verbrannt, da werden Millionen Pfund Kaffee in Brasilien, einige hundert­tausend Zentner Zucker anderswo vernichtet, während Millionen von Menschen nach Brot und Zucker hun­gern. Da häufen sich auf den Halden die Kohlen, während so mancher Ofen selbst im kältesten Winter ungeheizt bleiben muß. Die Verteilung der Vorräte versagt, und die Preise sind längst nicht mehr wie Faktoren, die Angebot und Nachfrage regulieren. Und überall und immer wieder erhebt sich die Frage: Wa­rum das alles, ist das wirklich alles unabänderliche Fügung, gibt es wahrhaftig keinen Ausweg, und läßt sich um der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit willen keine sinnvollere, keine zweckdienlichere Rege­lung, als sie das heutige System aufzujveisen hat.

fähigkeit keinerlei Beschränkungen unterworfen wer- den darf.

Die innerpolitischen Arbeiten werden sich in der e-nächsten Woche ans die Beratungen der llnteraus- ichüsse de» Wirtschaftsbeirates konzentrieren.

Voraussichtlich wird am Montag eine Kabi­nettssitzung zur Vorbereitung dieser Ausschuß­beratungen und zur Feststellung der Richtlinien für das Arbeitsprogramm dieser Ausschüsse abgehalten werden.

Ma» nimmt an, daß die beiden gestern neu er­nannten Ausschüsse (der eine für Kredit und Zins- wesen, der andere für Löhne und Preise) ihre Arbei­ten sehr beschleunigen werde«, so daß vielleicht «ach dem Verlauf einer Woche ein Resultat vorliegen wird, welches dann dem Reichskabiuett als Grundlage für seine Beschlußfassung über die in Aussicht stehende Notverordnung diene» würde. Man hält es für wahr­scheinlich, daß die Reichsregierung anf Grund dieser Borarbeitea i» der Sage sein würde, die neue wirt­schaftspolitische Notverordnung etwa ge, gen Ende November z« verkünden.

Heute soll eine andere Notverordnung veröffentlicht werden, in der speziell eine Neuregelung der Osthilfe vorgenommen wird, »ad zwar in dem Sinne, daß »ach dem Ausscheide» Preußens aus der bisherigen gemeinsamen Verwirklichung der Osthilfe, alle Befugnisse künftig ausschließlich in die Häude des neuen Reichskommissars für die Osthilfe gelegt werden.

Beachten Sie besonders folgende Artikel:

Hauptblatt: Treibt Deuffchland Spionage?

A. Airtur Kuhnen: Pridu baut ein Haus.

1. Beilage: Führende Frauen Kassels : Eleonore Lemp;

Mlder aus Vaake.

2. Beilage: Rens Kraus: Verbrecher, die mit der Polizei spielen.

Versailles einstelle« »nd die Frage des polnischen Korridors in einer bestimmten Anzahl von Jahren nicht onrühren werde

Diejenigen Amerikaner, denen der Inhalt und die Natur dieser Untetbaltuna bekanntgewovden sei, hegten die ernstesten Besorgnisse für die Zukunft. Die seien zu recht oder zu unrecht daraus ge­faßt, daß Frankreich das Ansehen der Brüningregie­rung beim deutschen Volk untergraben wolle, was ernste Folgen haben könne. Sicher sei jedenfalls, daß Amerika keine weiteren Schritte auf wirtschaft­lichem Gebiete tun werde. Das Hooverjahr werde ohne Nacb^i' - bleiben, und Amerika werde kei­nen Beitrag zur Organisation des Weltfriedens in Form einer öffentli^-- Uebernahrn- von Verant­wortlichkeiten mehr liefern. Europa müsse ohne amerikanische Hilfe einen Weg finden. Angesichts mancherlei Schwierigkeiten, mit denen Hoover zu kämpfen habe und die ihm die Hände binden, wachse die Bedeutung der englischen Politik und alles hänge von der Tatkraft und der Fähigkeit des englischen Kabinetts ab, das diese Po­litik zu leiten habe.

' Beilage: Bilderbogen: Ein Dors durchsegelt die

Japan und der Goldstandard

London, 7. November.

Me .News Chroniele" ans Kobe meldet, habe auch Japan talfsächlich bereits den Gold­standard aufgegeben, da die Specie-Bank die Goldnotierungen eingestellt habe und Gold für Ausfuhrgeschäfte nicht zu erhalten sei. kurzem habe eine empörte Volksmenge versucht, die Mitsui- Bauk zu stürmen, der vorgeworsen wurde, groß Dollarspekulationen betrieben zu haben.

Einer Meldung des gleichen Blattes aus Neu- York zufolge beobachte man in Washington den Goldabfluß aus Japan nach den Vereinig­ten Staaten, der im Oktober annähernd 400 Mil­lionen Reichsr ark betrug, mit großer Auf­merksamkeit. Ein bekannter japanischer Bankier führe die Goldbewegung teils auf große Spekulatio­nen in I)en und die Entwertung der japanischen Staatspapiere und teilweise auf das BeMeben der japanischen Regierung -nriick, im Hinblick auf die Entwicklung der Lage in der Mandschurei ihre finanziell« Lage in den Vereinigten Staaten zu star­ken. ' Jury ' -

th. Berlin, 7. November.

Der Reichskanzler Dr. Brüning hat gestern das gesamte diplomatische Korps in Berlin empfangen und hat in seiner Eigenschaft- als Außen­minister dabei mit den Vertretern der fremden Mächte Fühlung genommen. Diese Veranstaltung trug selbst­verständlich in erster Linie gesellschaftlichen Charakter

Die außenpolitische Arbeit geht inzwischen auf dem üblichen diplomatischen Wege weiter. Es handelt sich dabei zunächst um einen Meinungsaustausch mit den anderen Regierungen über die Möglichkeit einer Ee- samtregelung der Reparations- und Schuldenfrage. Im Augenblick find noch keine wichtigen neuen Mo­mente in diesem Meinungsaustausch zu verzeichnen, und man wird vorläufig um eine Klärung der Problemstellung bemüht bleiben. Zn Paris wird bekanntlich die Auffassung vertreten, daß bei einer internationalen Regelung der Zahlungsverpflich­tungen di« Reparationsfrage in den Vordergrund ge­stellt werden müßte. Die Engländer find dem­gegenüber der Auffassung, daß man der Kreditfrage einen gewissen Vorrang einzuräumen habe, und die deutsche Reichsregierung wird bemüht bleiben, die Mächte von der Notwendigkeit zu überzeugen, daß

das Reparationsproblem und das Schnlden- problem unter allen Umständen gemeinsam z« behandel«

sind. Neben diesem Streit um die Priorität zwischen Reparation und Auslandskrediten geht auch noch eine zweite Alternative einher, die fich auf die Frage einer endgültigen ober einer provisorischen Neuregelung der Reparationsfrage er­streckt. Die Franzosen scheinen gewisse Neigungen zu haben, in der Behandlung der Kreditfrage Ent­gegenkommen zu zeigen, wenn die Revision der Re- paratwnszahlungen noch nicht zu einem Desinitivum führt, sondern nur zu einem Provisorium, so daß dann erst später, nach der Regelung der Kreditfrage eine endgültige Revision der deutschen Reparationszahlun­gen vorgenommen werden könnte. Die Reichsregie­rung wird dagegen ihr Augenmerk selbstverständlich Darauf richten,

möglichst bald zu einer endgültigen Festsetzung unserer Reparationsverpflichtungen zu gelangen.

Diese Auseinandersetzungen werden wahrscheinlich «och einige Zeit in Anspruch nehmen und im Hintergründe teht dabei der Gedanke an eine große interna­tionale Reparations- und Schulden­konferenz, die jedoch schwerlich vor Januar statt- inden wird. Möglicherweise wird als Ilebergang dazu die Einberufung des beratenden Sonder­ausschusses der Dank für internationalen Zah­lungsausgleich in Basel in Betracht kommen, falls die Kompetenzen dieses Ausschusses vorher ausrei­chend geklärt find, und zwar in dem Sinne, daß der Ausschuß bei einer Prüfung der deutschen Zahlungs-

3. Beilage ^ Frauenbsilage: Freunde aus dem Hin- Siteraturbeilage: Leftged -nfen für Chorkon- jetie Die Dichter und das Märchen;

Paris, 7. November.

Der deutsche Botschafter von Hoesch hatte gestern wiederum eine Unterredung mit Laval und anschließend mit dem französischen Finanzminister F l a » d i n. Der Besuch bei Laval war nur von recht kurzer Dauer. Der deutsche Botschafter hat im Auftrag feiner Regierung um ergänzende Aus­künfte gebeten.

In der Pariser Presse wird hervorgehoben, daß die Auslegung des Artikels 119 des Noungplanes den Hauptgegenstand der Unterredung gebildet habe. Deutscherseits sei man sich darüber klar geworden, daß eine Einberufung des Prü­fungsausschusses nicht mehr zu umgehen sei. Man öcrfudje daher die Befugnisse dieses Ausschusses da­hin auszudehnen, daß er die gesamte Zahlungs­fähigkeit Deutschlands unter Einfluß der kurzfristi­gen Kredite prüft. Französischerseits stehe man da­gegen aus dem Standpunkt, daß die Reparationen aus keinen Fall mit den Privatschulden des Reiches verbunden oder auch nur in Zusammenhang gebracht werden dürften. Trotz der augenblicklichen Mei­nungsverschiedenheiten zwischen den beiden Regie­rungen rechne man mit der bevorstehenden Einbe­rufung des Ausschusses, dem als fttzte Möglichkeit immer noch der Weg osfenstehe, die Regelung der Angelegenheit an die IHläubigerregierungen zurück ^verweisen.

Die Unterredung die der deutsche Botschafter mit Finanzminister Flandi» hafte, bezog sich in erster Linie auf die Folgen, die die W i e d e r a u f n a h m e des Noungplanes haben werde, d. h. daraus, in welcher Weise sich die Zahlungen vollziehen werden und die Transferierung gedacht ist.

Paris gegen Francqni-Plan

Paris, 7. Noverttber.

DerMatin" faßt die Antwort der französischen Regierung auf die neuen Vorstellungen des deutschen Botschafters dahin zusammen, daß Laval sich weigere irgendeine Verbindung der Tribute mit den Privat- schulden anzuerkemien. Laval habe Hoesch zu ver­stehen gegeben, daß die Tribute zuerst ge- rogelt werden müßten, und daß sich die Reichs­regierung in der Frage der kurzfristigen Kredite direkt mit den Gläubigern auseinandersetzen solle.

Wie das Blatt ferner aus gutunterrichteter Quelle zu wissen glaubt, soll der Plan des belgischen Fi- nanzsachvers'ändigen Francqui bei den zuständi­gen französischen Stellen auf wenig Gegenliebe ge­stoßen sein. Man könne schon jetzt mit Bestimmtheit annehmen, daß dieser Plan, von den kommenden französischen Ministerrat vöMg ausgeschaltet werde.

Oie Siillhaliefrage

Neuyork, 7. November.

Die amerikanischen Banken erwarten Teilzahlung der kurzfristigen Kredite.

Die Besprechungen der amerikanischen Großban­ken über die Weiterführung des Still­halteabkommens sind bereits in vollem Gange. Man will versuchen, möglichst noch vor dem 1. De­zember eine Einigung zu erzielen, da die Neuhorker Finanzinstitute Bedenken tragen, den deutschen Ban­ken vor einer Verständigung über die zukünftige Be­handlung der alten Tribute weitere Akzeptkredite zu gewähren, die erst nach Ablauf der Stillhaltefrist fällig würden.

Bei allem Verständnis für Deutschlands Notlage scheint man hier zu glauben, daß die deutschen Schuldner Ende Februar mindestens 20 bis 25 v. H. der Stillhaltekredite zu­rückzahlen können. Die Umwandlung der kurz­fristigen Kredite in langfristige Anleihen stößt hier auf entschiedenden Widerspruch, da sich die Banken nicht der Möglichkeit berauben wollen, die kurzfristi­gen Akzepte auf den offenen Markt oder bei der Bun­desreservebank zu diskontieren, während es anderer­seits unmöglich erscheint, langfristig« Anleihen beim Publikum unterzubringen.

Amerikas Passivität

London, 7. November.

Gelegentlich der Wiedergabe amerikanischer An sichten zu dem neuen englischen Kabinett meldei der Washingtoner Korrespondent derTimes", daß die amerikanische Politik sich mit ihrer passi­ven Rolle abgefunden habe, die schon bei den Hoover-Laval-Verhandlungen zum Ausdruck kam.

Laval habe in einer feiner Unterredungen, die er in Washington aDerbin-« nickt mit Soove- hatte, gant offen seiner Abssckt Ausdruck «egebew sick, von Deutschland die Zusicherung geben zu lassen daß es alle Bemühungen für Aende- rung des Friedensvertrages von

W. P. Lange genug ist uns als sanfter Trost im­mer wieder der Spruch vorgebetet worden, daß alles, was wir erlebten und erlitten, nur eine jener sozu­sagen programmäßigen und nach einiger Zeit wieder abebbenden Krisen seien, die in der wirtschaftlichen Entwicklung niemals fehlten und schließlich doch nur als Vorboten eines neuen Aufstiegs. zu betrachten seien. Wer heute noch mit dieser abgestandenen Weisheit von der konjunkturellen Krise aufzuwarten wagte, würde sich, sofern ihm nichts Schlimmeres widerführe, zumindest der Gefahr aussetzen, ausge- pfifsen zu werden. Denn diese Depression ist nicht nur dadurch gekennzeichnet, daß sie alle Wirtschafts­zweige erfaßt hat, daß fast kein Wirtschaftsraum von ihr unberührt geblieben ist, und daß sämtliche Wirt- schastsmechoden erschüttert sind, sondern sie dauert nun auch schon zu lange, als daß sie mit den Tälern, die es in der Wellenbewegung des wirtschaftlichen Lebens auch früher gegeben hat, verglichen werden konnte. Sie ist etwas anderes, etwas Einmaliges etwas Schicksalhaftes, das einen tiefen Einschnitt in der Entwicklung bedeutet. Es geht jetzt nicht mehr um mangelhafte Einzelheiten eines Systems, sondern es geht um das System selbst, und bgr allem: Diese Krise reicht schon weit über das Wirtschaftliche hinaus; sie kann heute in ihrer gan- jen Größe nur begriffen werden, wenn man die Hin- ____ , _____ tergrunbe sieht, wenn man erkennt, wie sieb auch i m ... - ... . in Washington- unterhielt, i m e n s ch l i wn Denken und Fühlen Wand -

b°,n ^eaF£ ttuS aus dem langen vorbereiten, und wie sich Überall eine Zeit- &oate Grande" nach Amerika begeben. | wende ankündigt. ä