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DAS BLATT DES LANDWIRTS

Wochen-Äeilage d e r Kasseler Neuesten Nachrichten/Verantwortlich: Äernhard Schorbach / Freitag, den 6. November 1931

Landwirtschaftliche Wochenschau

* Kaffel, feen 6. November.

In verschiedenen Veröffentlichungen ist in diesen Tagen -aus das krasse Mißverhältnis hinge- tviesen worden, das zwischen den Preisen ver Pro­duktionsmittel und industriellen Fertigwaren unv den Preisen für landwirtschaftliche Erzeugnisse be­steht. Der Agrarindex ist im Oktober auf 98,37 ge­sunken, liegt also 1,63 Prozent unter dem Vorkriegs­stand. Trotz höherer Belastung und trotz höherer Produktionskosten erhält der Landwirt heute einen geringeren Preis für seine Produkte als in der Vor­kriegszeit. Besonders katastrophal, sind die Verhält­nisse in der Viehwirtschaft, für feeren Erzeugnisse heute nur rund 75 Prozent der Vorkriegspreise be­zahlt werden. Im Gegensatz zum Agrarindex liegt der Index für Jndustriefertigwaren rund 30 Prozent über feem Vorkriegsstand. Diese Preisschere ist letz­ten Endes die tiefere Ursache fees Niedergangs der Landwirtschaft und der ungeheuren Agrarverschul- dung.

Die wachsende Notlage der Landwirtschaft spiegelt sich in den aus allen Teilen des Reichs laut werden­den Notrufen wider. In -besonders bedrohten Ge­bieten hat die Mißernte in Getreide und Gemüse die Landwirte nahe an den Rand völliger Verzweiflung gebracht. Der Tiefstand der Viehpreise hat in Schles­wig-Holstein feie Weidemastwirtschaft ruiniert, so daß keine Steuern mehr gezahlt werden können. Die ost- preußische Landwirtschaft hat den Reichspräsidenten nochmals auf die Gefahren eines Konkurses der ganzen Provinz aufmerksam gemacht. Die rheinische Landwirtschaftskammer fordert unverzügliche Hilfs­maßnahmen zur Rettung der Westdeutschen Bauern­wirtschaft.

Die Veröffentlichung des Instituts für landwirt­schaftliche Marktforschung über die Ursachen der Getreide knapp heil, wonach diese weniger auf das inländische Angebot als auf die geringe, durch die hohen Zölle erschwerte Einfuhr zurückzu­führen sind und für dieses Jahr ein notwendiger Einfuhrbedarf von 4 Mill. Tonnen Getreide, davon 1 Million Tonnen Brot- und 3 Millionen Tonnen Futtergetreide, errechnet wird, hat die Nachrichten­stelle beim Deutschen Landwirtschaftsrat zu einer Ent­gegnung veranlaßt. Diese zweifelt die Zuverlässig­keit der Unterlagen für diese Getreidebilanz an und kommt nur zu einem Zufchutzbefearf an Futtergetreide von 7800 000 Tonnen.

Die Zinsverbilligung zur Finanzierung der Getreideernte scheint sich bei Roggen und Hafer bewährt zu haben, denn sie wird nur noch für solche Geschäfte gewahrt, die dis zum 7. November einschl. abgeschlossen und erfüllt sind. Für Gerste- und Ha- fereinkäufe von getreideverarbeitenden Fabrikbetrie- ben ist dagegen die Zinsverbilligung dis zum 20. November verlängert worden. Außerdem wird nun­mehr auch eine Zinsvergütung für Wechselkredite ge­währt, die zum Zwecke des Ankaufs von inländischem Klee- und Grassamen im Betrage von mindestens 500 RM. in Anspruch genommen werden. Sie beträgt ebenfalls 4 Prozent jährlich bei einem Reichsbankdis­kont von 8 Prozent uns darüber auf zunächst drei Monate.

Die auf den Stichtag vom 28. Oktober berechnete Grotzhandelsinfeexziffer betrug 107,4 ge- gvgenüber 107,3 in der Vorwoche. Die Meßziffer für industrielle Fertigwaren ging um 0.2 auf 133,0, feie für industrielle Rohstoffe und Halbwaren um 0,2 auf 99,5 zurück, während sich feer Index für Agrarstoffe um 0,9 auf 99,6 erhöhen konnte. Im einzelnen stie­gen die Meßziffern für pflanzliche Nahrungsmittel um Ich aus 114,4, für Vieherzeugnisse um 1,9 auf 109,9 und für Futtermittel um 1,8 aus 96,8, während sich die Viehmeßzisser um 1,8 auf 75,2 verringerte, hi.

Preise ohne Gewäbr

Getreide (Inland) pro 1000 kg tn RM.

4. U.

Berlin

Ham­burg

Königs­berg

Frank­furt M.

Wetzen ....

227-230

236-238

222-234

237.50

Roggen ....

198-200

208-210

205-207

225-226

Gerste (Br.). . .

175-178

184-188

177-182

185-190

«erste (Futter). .

170175

178-180

Laser.....

151-157

160162

138-145

162172

He« und Stroh (pro so kg)

(K-sseY

Roggenstroh....«

Laser stroh ........

Gerstenstroh ........

Weizenstroh . .......

Roggenlangstroh ......

Leu...........

Kleeheu .........

Luzerne .........

Limothee.........

23. 10,

1.20

1.10

1.10

1.20

1.25

1.80

2.50

2.80

3.00

6. n.

2.10

2.40

2.80

3.00

1.30

1.25

1.20

1.30

1.35

Romantik der alten Heerstraßen: DieWaldschmiode" bei Volkhardinghausen.

r»

M.

Folgen der Geldnot

Naturalien für Steuern und Renten 7 Auch in Hessen möglich?

Das deutsche Volk hat in den schweren Fahren der Nachkriegszeit schon viel ertragen müssen, und es trifft schon zu, d- es sich manchen Experimenten wirtschaftlicher Art gegenüber geduldig gezeigt hat und auf diese Weise in jeder Krisis, wenn sie den Höhepunkt erreichte,einen Ausweg fand. Wir haben uns um Brotkarten gerissen, als die Einfuhr auslän­dischen Getreides unmöglich war. Der Bauer ließ sich das Vieh beschlagnahmen und für entwertetes Geld aus den Ställen zerren. In den Städten hat das Volk Schlange stehen müssen, um etwa 40 Gramm Landbutter und ein bis zwei Eier zu empfangen pro Kopf und Monat und als der Staat infolge des schlechten Friedens die -Steuerschraube sehr empfind­lich fest anzog, hat man zwar große Augen gemacht, aber gezahlt, um des lieben Friedens willen.

Ein Berufsstand jedoch, der in eine große Notlage gebracht wurde infolge -Steuerschraube, schlechter Kon­junktur, Unwetterschäden, Mißernten, Deflation und anderes mehr, ist der Bauernstand, feas Landvolk schlechthin.

Es gibt heute viele Landbewohner, die zwar noch auf ihrer ererbten Scholle sitzen, denen jedoch diese Scholle nicht mehr eigen ist und di« schon längst von Haus und Hof vertrieben wären, wenn nicht ihre Gläubiger infolge des durch -die Deflation im Werte gesunkenen Grundvermögens und in der Hoffnung auf baldige Besserung der Preisverhältniffe aus dem Grundstücksmarkt, bessere Zeiten erhofften.

Und ist es nicht wie ein Verhängnis, daß man sei­tens des Staates, der Kommunen, der Geuieinden dem Landmann immer noch neue steuerliche Lasten zumutet in einer Zeit, da die landwirtschaftlichen Produkte im Preise so tief liegen, daß sich -ihr An­bau kaum noch lohnt und auf der anderen Seite feie öffentliche Hand kaum noch -die Mittel aufzubringen vermag, um die in bittere Not geratenen Bevölke­rungskreise zu unterstützen?"

Die wirtschaftliche Notlage des deutschen Volkes scheint ihren Höhepunkt bald erreicht zu haben und es sind sehr wenig Anzeichen vorhanden, daß ein Ausweg gefunden werden kann, der eine Lösung der Krise herbeizuführen vermag.

Wir haben tatsächlich schon Verhältnisse, daß die Landwirte kaum noch in der Lage sind, die Gelder für Steuern an Staat und Gemeinden auzutreiben und den Wunsch hegen, daß es ihnen möglich gemacht wird, ihre Abgaben in Form von Na­turalien abführen zu können.

Wer will es diesen Menschen verdenken, die dem Ge­treide- od-er Viehhändler die besten Worte geben müssen, damit er -ihnen das Gehöft betritt und ihnen -für ihre Produkte Spottpreise bietet, so daß diese bald keine anderen Möglichkeiten mehr sehen, ihren steuer­

lichen Verpflichtungen nachzukommcn, als durch di­rekte Abgabe ihrer Produkte als -Steuern.

Wir haben in Deutschland Gegenden, in denen dieses Verfahren schon bereits zur Tatsache gewor­den ist unv dessen Bewährung bisher noch nicht -be­stritten wurde.

Der Danziger Senat hat ein Gesetz erlassen, nach dem in -den Landkreisen die ErwerbSlosenunterstüt- zung mit 60 Prozent in Naturalien zur Auszahlung gelangt und es erscheint nicht ausgeschlossen,

daß sich eine solche Regelung auch in anderen rein ländlichen Kreisen sehr gut bewähren würde.

Warum sollte es nicht möglich sein, daß z. B. ein Empfänger von Erwerbslosenunterstützung in Wa­bern von seinem Gemeindevorsteher (Bürgermeister) eine -Anzahl von Scheinen empfängt, gegen die er bei einem Landwirt die von ihm benötigten Lebensmittel, wie Kartoffeln, Mehl, Brot, Erbsen usw. erhält? Was aber soll der Landwirt mit diesen Scheinen ^be­ginnen? Nun, er könnte die Scheine wieder an den Bürgermeister a-bliefern, der den Betrag auf die fäl­ligen Gemeindesteuern anrechnet. Aber auch auf die Begleichung von St-aatsstcuern könnte -dies Verfah­ren angewandt werden. Es würde wahrscheinlich keine großen Umstände -bereiten, wenn der Bürger­meister besagter Gemeinde den Betrag der von feem Landwirt abgelieferten Scheine dem Finanzamt mit­teilt und dieses veranlaßt, denselben auf -die Staats­steuern -des bett. Landwirts zur Verrechnung zu bringen. Der Staat dagegen hätte feie Möglichkeit, feen der Gemeinde zustehenden Staatsanteil der Er­werbslosen- oder Wohlfahrtsunterstützung um diesen Betrag zu kürzen.

Es liegt natürlich auf der Hand, daß sich -dies Ver­fahren nur in Gemeinden durchführen läßt, in denen die Arbeitslosen oder Rentner ihren Bedarf an Le­bensmitteln direkt beim Erzeuger zu decken in der Lage sind, doch es dürften in diesem Falle eine große Anzahl hessischer 'Landgemeinden in Frage kommen.

Das ganze Verfahren würde zweifellos geeignet sein,

die große Geldknappheit, die auf dem Lande immer stärker in Erscheinung tritt, wesentlich zu mildern

und auf der anderen Seite auch -dazu beitragen, daß deutsche Volksgenossen nur deutsche Erzeugnisse er­halten in ihrer bitteren Notlage, in der sie sich nun einmal befinden. Erzeuger und Verbraucher würden in diesem Falle einander wesentlich näher kommen und in gegenseitigem Verstehen manches überbrücken, was bisher trennend zwischen ihnen stand.

Wie wäre es mit einem Versuch in den Landkrei­sen des Hessenlandes? B. Schorbach.

Kartoffel» (pro so kg)

Wethe .......

Role .......

Gelbfleischige.....

Sdemvälder blaue ...

-Berlin

1.45-1.55

1.70-1.90

2.002.80

1.802.10

«offel

Kleiilverkauk

Erstl. 3i/r-4^, p.Ptd Groß» erkauf

2.503.00 M. P.Zlr

Milch je 1 Liter in S s. ii.

Kassel............... 22-24

Eier in S pro Stück

Sonderklasse . . .

Klaffe A . . . .

Klaffe ß . . . .

Klaffe C

Ausland (Soaänber) Ausland (Dänen) Enteneier . . . . Gänseeter . . . .

27. 10.

13'/»14 12*11-13 12-12*/.

11-1U/, 13 ll*-12

3.11.

14-14*/, 1313*1- 12*/,13

11*J,12

13*1, 13

Butter pro V* kg (Kassel) e. 11-

Molkereibutter 1.60

1. Sorte...............1.«

2. Sorte............... 1-43

Biedenkopf. Schlechte Kartoffelernte in Nassau. Nach einer statistischen Zusammenstellung innerhalb Nassaus ist die Kartoffelernte in diesem Fahre stel­lenweise bis zu 50 Prozent unbrauchbar gewesen. Das viele Regeuwctter hatte der Ernte einen schweren Schaven zugefügt.

Germerode, Str. Eschwege. Maul- und Klauen­seuche ausgebrochen. Der Landraa gibt bekannt: Zum Schutze gegen die Maul- und Klauenseuche Wird mit Ermächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten folgendes be­stimmt: a) Sperrbezirk ist Ort und Gemarkung Ger­merode, b) Beobachtungsgebiete im Sinne dieser Anordnung sind: Ort und Gemarkung Vockerode, Rodebach, Wipperode, Bernsdorf, Albcrode mit Gut Münchhof und Abterode.

Es wird mehr geschlachtet

Fleischverbrauch der Provinz Hessen-Nassau 1930/31 / Rückgang der Großvieh­schlachtungen, Zunahme der Schweineschlachtungen

H. St. Die regelmäßigen Vierteljahrs-Zusammen­stellungen des Preußischen statistischen Landesamtes über die Viehschlachtungen einzeln zu vergleichen, wie es oft geschieht, ist ziemlich wertlos, weil die Schlacht­ziffern saisongemäß starken Schwankungen unterwor­fen sind. Ein wirklich zutreffendes Bild über die Schlachtungen und damit über den Fleischverbrauch kann man nur gewinnen, wenn man die Zahlen für ein Verbrauchsjahr zusammenfaßt. Dabei wird mit Rücksicht auf die im Winterhalbjahr doppelt so zahl­reichen Schweineschlachtungen am besten der Zeitraum vom 1. Juli bis zum 30. Juni als Fleischverbrauchs­jahr angenommen. Unser H. St.-Mitarbeiter hat die Vierteljahresberichte der beiden letzten Fleischver­brauchsjahre für die Provinz Hessen-Nassau zusam­mengezählt und gegenübergestellt und ist dabei zu fol­genden Ergebnissen gekommen.

In der Provinz Hessen-Nassau wurden im Fleisch­verbrauchsjahr 1930 31 geschlachtet (eingeklammert die Zahlen für das Vorjahr):

Pferde 1842 (2454), Ochsen 21812 (24 541), Bullen 11770 (10 560), Kühe 50 376 (62 803), Jungrinder 68580 (82 276), Kälber 177 291 (203175), Schafe 33 069 (42 369), Ziegen 8 254 (9 892), Schweine 956 625 (804 305).

Daraus ergibt sich daß die Schlachtungen von Pferden, Rindern mit Ausnahme von Bullen, Scha­fen und Ziegen sebr stark zurückgegangen sind, wäh­rend Schweineschlachtungen zugenommen haben. Es wurden weniger geschlachtet 612 Pferde = 25 Prozent, 2 729 Ochsen 11 Prozent, 12 427 Kühe = 20 Pro­zent, 13 696 Jungrinder 16 Prozent, 25 884 Käl­ter 13 Prozent, 9 300 Schafe 22 Prozent, l 638 Ziegen 16 Prozent. Dagegen wurden 1210 Bullen

= 11 Prozent und 152 320 Schweine - 19 Prozent mehr geschlachtet.

Die auch in anderen Provinzen festzustellende Mehrabschlachtung von Bullen deutet wohl auf eine Einschränkung der Zucht hin. Im übrigen darf man aus der Abnahme der Großviehschlachtungen nicht etwa auf einen Rückgang des Fleischverbrauchs schlie­ßen, denn mengenmäßig übersteigt der Fleischanfall der mehr geschlachteten Schweine den Ausfall an Rindfleisch ganz erheblich. Rechnet man ein Stück Großvieh = 3 Schweinen und Kälber, schafe und Ziegen Schwein, so würde der Ausfall rund 108 300 Schweinen entsprechen, während allein 152 320 Schweine mehr geschlachtet worden sind. Statt eines Rückgangs an Fleischverbrauch ist also sogar eine Er­höhung desselben festzustellen.

Ferner verdient noch Beachtung, daß bei den Fleischschauen in Hessen-Nassau verhältnismäßig viel Trichinen und Finnen festgxslellt worden sind. Allein im Winterhalbjahr 1930/31 wurden 9 mal Trichinen und 5 mal Finnen gesunden und zwar im Regie­rungsbezirk Wiesbaden 1 mal Trichinen und 31 mal Finnen.

In den einzelnen Regierungsbezirken der Provinz Hessen-Nassau wurden im Fleischverbrauchsjahr 19-30/31 geschlachtet: 1. Regierungsbezirk Kassel: Pferde 1 037, Ochsen 4 469, Bullen 4 246, Kühe 21216, Jung­rinder 28 287, Kälber 63 662, Schafe 13164, Ziegen 5 454, Schweine 487 312. 2. Regierungsbezirk Wies­baden: Pferde 805, Ochsen 17 343, Bullen 7 524, Kühe 29 160, Jungrinder 40 293, Kälber 113 629, Schafe 19 905. Ziegen 2800, Schweine 469 419.

(Nachdruck, auch auszugsweise, verboten).

Schwankungen im

Frischnrilchverbrauch

Ebenso wie die Milcherzeugung unterliegt auch der Frischmilchverbrauch im Lause des Jahres be­trächtlichen Schwankungen. Es ist keineswegs glerch- gültig, welche Jahreszeit man zur Feststellung des Verbrauches wählt, denn naturgemäß wird der Mensch in den heißen Sommermonaten mehr Durst empfinden und häufiger zu einem Glas Milch gret= fen als in der kühlen Jahreszeit. Hinzu kommt noch der bedeutende Mehrverbrauch von Milch in der Zett, in der Erd- und Blaubeeren sowie andere Fruchte, die vorzugsweise mit Milch genossen werden, auf dem Markte erscheinen. Auch der steigende Verzehr von Sauermilch, die im Sommer ohne Schwierigkeiten von jeder Hausfrau im eigenen Haushalt bereitet werden kann, übt einen gewissen Einfluß auf die Höhe des Milchverbrauches aus.

Die vom Enquete-Ausschuß durchgeführten Erhe­bungen geben einen ungefähren Ueberblick über den Verlauf des Frischmilchverzehrs in den einzelnen Monaten des Jahres. Die in der folgenden Tabelle angeführten Zahlen stellen Vergleichziffern für den Durchschnitt des Reichsgebietes dar, die auf den Ge­samtdurchschnitt aller Monate gleich 100 gesetzt bezogen wurden.

Januar 90.0 Mai

Februar 97,1 Juni März 97,6 Juli April 97,3 August

101,8 September 103,9

104,6 Oktober 98,2

107,7 November 98,8

105,7 Dezember 97,3

Da die Schwankungen in der Hauptsache durch die Witterungsverhältnisse bestimmt werden, wird sich das Bild in jedem Jahre etwas verschieben Nach den Ermittlungen des Ausschusses fällt der Höhe­punkt des Verbrauches in den Juli, der tiefste Punkr dagegen wird im Januar erreicht Das Ansteigen und Abnehmen vollzieht sich im Relchsdurchschnttt ziemlich regelmäßig, doch sind für die verschiedenen Länder und Provinzen nicht unerhebliche Abweichun­gen fest zustellen. So beobachtet man beispielsweise in Mecklenburg-Schwerin in den Herbsstnonaten ein starkes Absinken des Milchverbrauchs, was ohne Zweifel durch den Ausfall der Fremden die nach Be­endigung der Saison die Seebäder verlassen haben, zu erklären ist.

Im großen und ganzen bewegen sich die Aeudc- rungen in der Milchanliefernng an die Molkereien und im Frischmilchverbrauch auf ein und derselben Linie Leider steigt aber die Milchanlieferung regel­mäßig bei Beginn der warmen Jahreszeit weitaus stärker an als der Verbrauch, so daß in fast federn Jahre aufs neue Milchschwemmen entstehen die sich für den Landwirt verhängnisvoll auswirken und deshalb durch Regelung des Angebotes nachdrück­lichst bekämpft werden müssen. Dr. G. H.

Buttenkörung

im Kreise Ziegenhain

Von dem Körnngsausschuß find eine Anzahl Bullen bis zur nächstjährigen Sprung angekört wor­den: Gemoin-de Ziegeicha-in, Standort Konrad_Moller, Neukirchen: H. Roß, Neukirchen: I. Weber, Schwar­zenborn: Konr. Gutheil, Schwarzenborn: Georg Mandl, Treysa: K. Landgrebe, Ullendorf a. L.: Heinrich Keim, Ullendorf a. L.: H. Weber, Althatten- dorf: Joh. Weckesser, Aicha ttendorf. _ Joh. Ploch, Äschernde: Johann Georg Knoch, Asterode: Ge­meinde (Haas), Breitenbach a. H.: K. Vetter, Chri­sterode: Johs. Berg, Dittershausen: I. H. Schmidt, Florshain: Heinrich Glintzer, Florshain: Johs. Schütz, Frankenhain: Heinrich Schwing. Friedige- -rode: W. Conradi, Friedigerode: Fr. Battenberg, Frielendorf: Gemeinde (Lohr), Gebersdorf: Joh. Gutheil, Gehau: Noll, Gilserberg-: Gg. Stremme, Görzhain: Heinr. Schmidt, Görzhain: I. H- Weitzel, Großropperhausen: Gemeinde (Wwe. Nickel), Gun- gslshausen: Gemeinde (Seb. Euler), Hatterode: Johs. Schmidt, Hauptschwenda: Heinrich Stein, Hansen: B. Collmann, Heimbach: Ad. Homberger, Holzburg: Johs. Grein II, Ibra: Heinrich Weitzel. Immichenhain: Gg. Jung, Siebertshansen: Konr. Zülch, Spießkappel: Gemeinde (Konr. Matthäus), Spießkappel: Konr. Matthäus, Steina: Schwa-lm, Todenhausen: Gemeinde (Konr. Bächt), Wasenberg: Joh. Georg Kurz, Wasenberg: Joh. Hrch. Daum, Wasenberg: Hrch. Krauß, Wasenberg: Joh. Hch. Kncm-ff, Wahlshausen: Johs. Berg, Weißenborn: Heinr. Auel, Wiera: Ludw. Stock, Willingshausen: Jul. Schlabach, Willingshausen: Joh. Heinr. Ermel. Winterscheid: Konr. Destweber, Zella: Gemeinde (Joh. Bam-bey), Zella: Gemeinde (Paul Seelig), Rommershausen: Bruno Steffens, Immichenhain: Gg. Jung,' Itzenhain: R. Lüning, Kleinropperhau­sen: Gemeinde (Joh. Jost Auel), Leimsfeld: Joh. Heinr. Prinz, Lenderscheid: Karl Michelsbach, Lin- aelbach: Fr. Heerdt, Lingelbach: Konrad Schneider, Linsingen: Heinrich Fenner, Li-scheid: I. Jünger, Loshausen: Gemeinde (Joh. H. Happel), Loshausen: Wilhelm Schier, Machtlos: Gemeinde (Braun), Men-gsberg: H. Kahl, Mengsberg: Joba-nn Heinr. Schäfer, Merzhausen: Johs. Knauf, Merzhausen: Heinrich Seil, Michelsberg: Bernhard Köhler, Moi­scheid: Heinrich Schmidt Nausis: Gemeinde (Joh. Andr. Gläntzer), Nenhattendorf: Frank, Nieder­grenzebach: Gemeinde (Kurz), Niedergrenzebach: Ge­meinde (Jhs. Schlemmer), Oberaula: H. Schneider, Obergrenzebach: W. H. Orth, Obergrenzebach: Helw. Happel, Obergrenzebach: Hch. Kurz, Oberjossa: Heinr. Auel, Olberode: Gemeinde (Johs. Stroh), Ottrau: Johs. Kurz III, Ottrau: Johs. Schmitt, Ransbach: Gemeinde (Helw. Happel), Riebelsdorf: Johs. Fen­ner, Röllshausen: Pfalzgraf, Röllshansen: Eckh. Rtt- ter, Röllshausen: G. Keller, Röllshausen: G. Ritter, Rörshain: Joh. Hrch. Fenner, Rückershausen: Hch. Dörrbecker, Sachsenhausen: Malkns, Salmshaufen: Gemeinde (Johs. Ritter), Schönau: Heinrich Riebe- ling, Schönborn: Konr. Düringer, Schönstein: Adam Hofmann, -Schorbach: Allendorf, Schorbach: Merz, Schrecksbach: Georg Hrch. Mattheis, -Schrecksbach: Johs. Nuhn IV, Schrecksbach: Joh. Hrch. Friedrich, Schrecksbach: Hanheide, Sebbeterode: Johs. Köhler, Sebbeterode: Hrch. Schmidt, Teigerishausen: Ge­meinde (Quehl), Seigertshausen: Gemeinde (Jakob Hoos).

Eschwege. Der Rückgang der Reichsstenerüberwei- fungeu bringt für die Gemeinden einen erheblichen Ausfall in den Einnahmen zur Deckung der Fehlbe­träge. Die Verminderung der Ueberweifungen ist auf die Verschlechterung der Wirtschaftslage und das dadurch verminderte Aufkommen an Einkommensteuer und Körperschaftssteuer zurückzuführen. In der Stadt­verwaltung wird mit einer Ueberweifung an Reichs- fteuern gerechnet, deren Summe um etwa ein Drittel hinter den seinerzeit vom Reichsminifterium heraus­gegebenen Richtlinien zurückbleibt. Auf welche Weise dieser Ausfall ausgegllchen werden kann, steht noch nicht fest.