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Hessische Abendzeitung

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Kasseler Neueste Nachrichten

Hummer 259*

Mittwoch 4 November -1931

21 jobrgong

Hoeschs Bericht an die Michsregierung

Pierre Lavals Ltnterredung mit dem deutschen Botschafter / Der Stitthalte-Ausschuß berät -en Tilgungsplan /

Vor neuen Besprechungen Eigener Drahtbericht.

th. Berlin, 4. November.

Auf Grund der großen, zweistündigen Aussprache, die der deutsche Botschafter von H o e s ch gestern nachmittag mit dem französischen Minister­präsidenten und dem französischen Außenmini­ster in Paris gehabt hat, ist noch im Laufe des Abends ein sehr ausführlicher Bericht von Paris nach Berlin abgegangen, der im Laufe der Nacht hier dechiffriert worden ist. Mit diesem Bericht wird sich heute das Reichskabinett befaffen, um über die weiteren Schritte in den bevorstehenden Aer- handlungen mit Frankreich über die Reparationen und Schuldenfragen zu beraten.

Rach den bisher vorliegenden spärlichen Mittei­lungen hat der französische Ministerpräsident dem deutschen Botschafter unteranderem von dem Inhalt seiner Besprechungen mit dem Präsidenten Hoover, die sich aus dieWiederherstellung des Youngplanregimes nach dem Morato­rium" bezogen haben, Kenntnis gegeben. Diese Formulierung hat selbstverständlich in Berlin Auf­sehen erregt, weil daraus entnommen werden könnte, daß die Franzosen beabsichtigen, nach dem Ablauf des Hooverfeierjahres ohne weiteres den Youngplan, so wie er ist, wieder in Kraft zu setzen. Man wird aber erst abwarten muffen, was der Bericht des deut­schen Botschafters im einzelnen enthält, denn schon in einer anderen Pariser Zeitung ist die Faffung dieses Satzes ein wenig anders. Dort heißt es, Laval habe hem deutschen Botschafter Mitteilungen über die Be- fprechungen mit Hoover gemacht bezüglich der Er­setzung des gegenwärtigen Moratoriums durch das normale Aoungplan-Regime, wie es den im vergangenen Juni vom Präsidenten Hoover gemachten Vorschlägen ent­spreche." An dieser Fassung erkennt man bereits deutlicher, daß offenbar nichts anderes gemeint ist als die Tatsache, daß der Hooverplan formell den Aoungplan seinerzeit in Kraft gelassen habe, uns daß nun von den verschiedenen Möglichkeiten, die der Aoungplan für weitere Verhandlungen bietet, zu­nächst Gebrauch gemacht werden soll. Auch darüber wird man jedoch weitere Aufklärungen abwarten müssen und das Reichskabinett wird sich mit dieser Frage sehr eingehend zu befaffen haben.

Paris, 4. November. Sine Erläuterung der Agen­tur Haoas zu der zwischen dem deutschen Botschafter mit Ministerpräsident Laval geführten Unterredung sagt über de« weiteren Sang der Berhaudlungen fol­gendes voraus:

Man hat Hruud zu der Annahme, daß binnen kur­ze« der beratende Sonderausschuß regel, recht eiuberufeu und den Auftrag erhalte« wird, sich «och vor Jahresende über die Zahlungs­fähigkeit Deutschlands zu äußern. Die au den Repa- rationszahluoge« hauptsächlich interessierten Regie-

Berlin, 4. November.

Der Führer des preußischen Zentrums, Landlags­abgeordneter Heß, schreibt imPressedienst der Zen- trumspartei" im Hinblilk auf die Diskussion über eine Synchese Brüning-Hitler:

Der tiefere Sinn unserer innerpolitischen Linie ist ebenso klar wie einfach: Wirkönnen kein poli­tisches Extrem stützen, weder rechts noch liuks Denn die Besitzergreifung der politischen Macht durch eine der politischen Extreme werde bei uns un mttelbar de« wlldesten Kampf Mischen rechts und links bedeuten. Ausgetragen aber würde diese Selbst­zerfleischung auf dem Rücken der zwischen diesen Ex­tremen liegenden breiten Mittelschichten von Land­wirtschaft, Handel, Gewerbe und Beamtentum. Sv etwas hielte Deutschland nicht mehr aus. Deshalb könne der Nationalsozialismus, der als äußerstes Rechtsextrem angesprochen sein will, für das Zentrum als Koalitionspartner nicht iuFragekomme«.

*

DieGermania" beschäftigt sich ta ihrem Leitartikel mit der bevorstehenden Tagung des Retchsausschusses der Zentrumspartei. Der Reichsausschuß werde vor einer doppelten Aufgabe stehen: Feststellen, daß sich an dem geraden Kurs des Zentrums nichts geändert habe und nichts ändern werde und vag der Kanzler bei seiner Arbeit um die äußere Befreiung und den inneren Wiederaufbau auch weiterhin das restlose Vertrauen seiner engeren polittichen »reun- de für sich in Anspruch nehmen dürfe.

ränge« werde« alsda«« im Verlauf einer inter- nationale« Konferenz mit der deutschen Re­gierung eine Regelung noch vor dem 1. Februar 1932 zu erzielen suchen, damit, wenn möglich, gleichzeitig auch die Frage der namentlich von den Bereinigte« Staate« «nd England bewilligten kurzfristigen Kre­dite geregelt werden kann. Die gestrige deutsch-fran­zösische Aussprache wird also der Ausgangspunkt einer Periode großer diplonmtischer Aktivität in Europa sein.

pariser Pläne

Paris, 4. November.

Die zweistündige Unterredung zwischen dem deut­schen Botschafter von Hoesch einerseits und dem französischen Ministerpräsidenten Laval, Außenmini­ster Briand, Finanzminister glaub in und Seen Direk­tor im Finanzministerium Bizot andererseits wird von den Pariser Morgenblärtern ausführlich bespro­chen. Laval soll den deutschen Botschafter gebeten haben, seine Regierung darauf hinzuweisen, daß man französtscherseits größten Wert auf die

vollständige Bereinigung der Reparattonsfrage

lege, ehe man sich mit der Frage der kurzfristigen Kredite beschäftige. Botschafter von Hoesch soll kei­nerlei Anspielungen auf ein etwaiges neues Mora­torium gemacht, sondern lediglich auf die Notwendig­keit hingewiesen haben, die deutsche Zahlungs­fähigkeit einer neuen Prüfung zu unter­ziehen.

In den Pariser Blättern ist man der Auffassung, daß diese Prüfung nunmehr durch den Untersuchungs­ausschuß des Houngplanes ftattfindet, und daß an­schließend an den Bericht dieses Ausschusses eine Ver­sammlung der Eläubigermächte einberufen werde, die im Dezember oder spätestens im Januar in Paris oder einer anderen südfranzösischen Stadt ihre Bera­tungen abhält. Vorläufig seien

für Ende der Woche oder Anfang nächster Woche

weitere Unterredungen Mischen dem deutschen Botschafter «nd den französischen Minister­präsidenten

vorgesehen, und zwar sobald der deutsche Botschafter im Besitz der Stellungnahme der Reichsregierung zu den französischen Vorschlägen sei. Was die Neurege­lung der Reparationen an sich angehe, so sei man französtscherseits allgemein der Auffassung, daß eine sehr weitgehende Herabsetzung stattfinden werde. Man rechne ferner damit, daß Deutschland sich in Zukunft nur noch durch Sachlieferungen seiner Verpflichtungen entledigen werde, um auf diese Weise gleichzeitig der Arbeitslosigkeit zu steuern.

Rach einer ausführlichen Darlegung der gegenwär­tigen Lage und Hinweisen auf das Vertrauen, das sich der Reichskanzler in der internationalen Welt erworben habe, schreibt das Blatt weiter: Das Zen­trum wird erneut seinen Willen zu der Außenpolitik der internationalen Zusammenarbeit zu bekunden Gelegenheit habe. Es kann ihm nicht schwer fallen, hinter den Reichskanzler zu treten. Auch innenpolitisch kann die Haltuna des Zentrums nicht einen Augenblick int Zweifel stehen. Das Zentrum hat eine Politik des Experimentierens immer abge­lehnt. Auch in den kommenden wirtschaftlichen Aus­einandersetzungen sei die ausgleichende Stelluna des Zentrums notwendiger denn je.

Oie Eamrrung

der Auslandskredite

th. Berlin, 4. November.

Dte Reichs Regierung hat sich in stärkerem Maße mit dem Stande der Verhandlung des Stilb Halteausschusses des Wirtschaftsbeirates zu be­schäftigen. Diefe Verhandlungen find gestern nachmit­tag wieder ausgenommen und bis in den späten Abend fortgesetzt worden. Der Kanzler, der Finanzminister, der Wirtschaftsminister, der Reichsbankpräsident und der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes nahmen daran teil.

Es handelt sich in erster Linie darum, die S a - niernng der zahlr eichen Auslandskre­

dite fortzusetzen und eine Umschuldungs­methode für die kurzfxistigen Anleihen zu f nden. Die langfristigen Anleihen im Gesamtbeträge von 12 Milliarden Mark stehen hier nicht zur Debatte, sondern es handelt sich ausschließlich um die 11% Mil­liarden kurzfristiger Auslandsverpflichtungen, die, so­weit es möglich ist, in langfristige Anleihen umge­wandelt und dann nach einem ebenso langfristigen Plan amortisiert werden sollen. Man wird dabei zwischen den Krediten der Länder, der Gemeinden und der Privat-Jnstitute unterscheiden müssen, weil beson­ders die Privatkredite in Bezug auf sogenannte Bonität vielfach einen recht zweifelhaften Cha­rakter tragen. Man wird ferner eine Sortierung nach dem Ursprungslande vorzunehmen haben, da z. B. aus Amerika sehr große Kreditsummen, aber im allge­meinen zu mäßigen Zinssätzen hereingekommen sind, während ans anderen Ländern, wie Holland und der Schweiz, verhältnismäßig niedrige Kreditsummen, aber zu teilweise stark überhöhten Zinssätzen nach Deutschland geflossen sind.

Die Sortierung hat bcn Zweck, festzustellen, welche Gesamtbeträge man aus dieser Summe von 11% Milliarden kurzfristiger Auslandsverschuldung in eine Sammel-Aktion zur Umschuldung und Amortisierung aufnehmen kann. Man hält es für wahrscheinlich, daß dafür ein Betrag von ungefähr sieben Milliarden in Betracht kommt. Die Verhandlungen darüber find jedoch noch keineswegs abgeschlossen und müssen, wenn der Stillhalteaus­schuß fich über diese Dinge klar geworden ist, natür­lich dann vor allem auch mit den Vertretern der Gläubiger ausgenommen werden.

Moskau, Anfallg November.

Die neuerdings ausgetretenen Gerüchte über an­gebliche Zahlungsschwierigkeiten der Sowjetregicrung, die bereits zur Einleitung von Prolongationsver- handlungen mit deutschen Firmen geführt hätten, haben lebhafte Unruhe in die am Rutzlandsgeschäji beteiligten deutschen Wirtschaftskreise hineingetragen. Diese Unruhe ist umso verständlicher, als durch die im Zusammenhang mit der Rußlandreise der deut­schen Industriellen eingeleitete Sonderaktion für das Rußlandgeschäft das Obligo der Russen in Deutsch­land in den letzten Monaten sehr stark gestiegen ist und eine Milliarde Reichsmark überschritten hat, von der allerdings 70 Prozent, d. h. rund 700 Mill. RM., durch die Ausfallbürgschaft des Reiches und der Län­der gedeckt sind.

Diese Gerüchte beruhen allerdings lediglich auf Kombinationen, wobei auch die großen Umschal­tungsmöglichkeiten der Sowjetregierung auf dem Ge­biete des Antzenhandls unberücksichtigt bleiben. Tat­sache ist, daß die Lage der Sowjetunion auf dem Weltmarkt sich int Laufe der letzten Zeit erheblich verschlechtert hat. Die sinkenden Welt­marktpreise, die besonders bei den für die Sowjet­union wichtigsten Exportwaren, wie Holz, Naphtha usw., einen jähen Sturz zu verzeichnen haben, be­wirkten einen recht erheblichen Rückgang des Aus­fuhrerlöses. Im ersten Halbjahr 1931 ist die russische Handelsbilanz mit rund 152 Mill. Rbl. passiv ge­wesen.

Der Passivsaldo der Handelsbilanz hat sich somit im Vergleich zum ersten Halbjahr 1930 nahezu verdoppelt.

Im ganzen Jahr 1931 dürfte die Passivität der Han­delsbilanz der Sowjetunion noch größer ausfallen, umsomehr, als die Entwicklung der letzten Zeit auf das deutlichste gezeigt hat, daß eine Steigerung des Sowjetexports unter den gegenwärtigen Verhält­nissen auf dem Weltmarkt kaum möglich ist. Neuer­dings ist noch die Pfundentwertung hinzugekommen. Ueber ein Drittel des Sowjeiexports geht nach Eng­land, wobei der englische Anteil an der russischen Ausfuhr in Wirklichkeit noch größer ist, da bedeu­tende Warenmengen, die aus Rußland nach Deutsch­land, Holland und den baltischen Randstaaten zum Export gelangen, nach England weiter exportiert wer­den. Der Ausfall, den die Pfundentwertung für den Sowjetexport zur Folge haben wird, wird für 1931 auf mindestens 6570 Mill. Rbl. geschätzt. Allerdings lautet auch ein großer Teil der Import- Verpflichtungen der Sowjetregierung jm Auslande auf Pfundwährung, so daß unter der Voraussetzung einer gewissen Monövrierfreiheit und des Vorhan­denseins anderer Devisenvorräte die Sowjetregie­rung diese Jmportverpflichtungen durch die Pfunder­löse des Exports abdecken könnte, wodurch Verluste teilweise vermieden werden könnten. Wie hoch solche Vorräte an anderen ausländischen Valuten und vor allem die Gesanbbestände an Gold find, läßt sich nicht übersehen, da die Sowjetregierung entsprechende An-

Zentrum und Nationalsozialismus

Die Z i n f e n l a ft, die gegenwärtig aus der ge­samten Auslandsverschuldung auf uns liegt, wird von derKölnischen Zeitung" aus IM Milliarde« geschätzt. Nimmt man hinzu, daß die Zinsen ans der Dawes-Anleihe, aus der Aoung-Anleihe sowie die Zahlungen auf Grund der sogenannten Mixed-Claims und auf Grund des belgischen Markabkommens, sich zusammen auf weitere zweihundert Millionen belau­fen, fo ergibt sich, daß

auch unter Wegfall der eigentlichen Reparations- raten noch eine Last von ungefähr zwei Milliarden Auslaudszahlunge« auf Deutschlands Schulter« liegt. Das beruht zu« große« Teil darauf, daß die Zinsfätze und Auslandskredite vielfach übermäßig hoch sind und bei einer Verhandlung mit den Gläu­bigern wird auch eine Herabsetzung dieser Zinssätze angestrebt werden müssen.

Daß unter diesen Umständen die Wiederaufnahme der normalen früheren Reparationsleistungen nicht in Frage kommt, ist eine Selbstverständlichkeit, und es wird nun auf die direkte deutsch-französische Fühlung­nahme bezw. Verständigung ankommen, um auf dem Wege dieser Neuregelung der deutschen Zahlungsver­pflichtungen ein Stück vorwärtszukommen. In die­sem Zusammenhänge bemerkt dieGermania": Wenn der amerikanische Kongreß im Dezember zusammen- tritt, erscheint es nicht ausgeschlossen, daß dann eine neue amerikanischeJnitiative erfolgt, wenn Europa inzwischen gezeigt hat, daß es den Willen hat, zur Lösung der Krise sein entscheidendes Teil bei­zutragen, und dabei kommt es wieder sehr viel auf die direkten Beratungen zwischen Deutschland und Frank­reich an.

gaben nicht veröffentlicht. Ausgewiesen werden nur die als Notendeckung dienenden Goldbestände, die am 16. Oktober d. I. 584 Mill. Rbl. betragen.

Die Höhe der russischen Jmportverpflichtungen ist keineswegs derart, daß eine unmittelbare Gefähr­dung der russischen Zahlungsfähigkeit zu be­fürchten ist.

Neben Deutschland ist Amerika der wichtigste Liefe­rant des Sowjetstaates, die russischen Jmportver­pflichtungen in Amerika sind jedoch infolge der star­ken Zurückhaltung der Amerikaner auf dem Gebiete der Kreditgewährung teilweise kurzfristiger Natur und dürften gegenwärtig zum großen Teil bereits abgedeckt sein, wogegen neue Verpflichtungen im ver­hältnismäßig beschränktem Umfange eingegangen worden sind, da die Sowjetregierung bekanntlich ihre Bestellungen in den Vereinigten Staaten bereits seit geraumer Zeit stark eingeschränkt hat. Diese Ein­schränkung des Warenbezugs aus Ame­rika deutet auch darauf hin, daß die Sowjetregie­rung bereits, frühzeitig ans der ungünstigen welt­wirtschaftlichen 'Entwicklung die entsprechenden Kon­sequenzen für ihre Jmporttätigkeit gezogen hat, um sich mit ausländischen Verpflichtungen nicht zu über­nehmen.

Die russischen Verpflichtungen in Deutschland sind im allgemeinen langfristiger Natur.

Die langen Kreditfristen, die die Russen in Deutsch­land erhalten, haben zur Folge, daß sich die Sowjet- fälligkeiten hier auf mehrere sehr weitgesteckte Ter­mine verteilen. So müssen im vierten Quartal d. I. 40 Mill. RM. von den Russen in Deutschland abge­deckt werden, im ersten Quartal 1932 55 Mill., im zweiten Quartal 78 Mill., im dritten Quartal 82 Mill, und im vierten Quartal 145 Mill. Durch die Sperre der Garantieerleilung für Rußlandgeschäfte und die großen Finanzierungsschwierigkeiten ist einer größeren Ausdehnung des deutschen Rußland­geschäfts zunächst sowieso ein Riegel vorgeschoben worden. Eine Zusamrnendrängung russi­scher Zahlungen in Deutschland tritt, wie aus den oben angeführten Zahlen ersichtlich ist, nicht e i n. Diese Zahlungen überschreiten nicht nennens­wert den üblichen Rahmen und übersteigen keines­wegs die Verpflichtungen, die beispielsweise nach dem ersten deutschen 300 Mill.-Kredit für das Rußland- geschäft von den Russen eingegangen wurden. Die Sowjetregierung hat das komplizierte Gebäude ihres Auslandskredits im Lause der Jahre mit großer Mühe und Not aufgebaut, sie weiß ganz genau, was für sie eine Erschütterung dieses Kredits bedeuten würde; die Abhängigkeit des Fünfjahresplanes von ausländischen Lieferungen wird auch in Moskau un­umwunden anerkannt. Die Sowjetregierung dürfte daher nötigenfalls

alle ihre Reserven, vor allem die Goldvorräte, einsetzen, um ihren Kredit im Auslande aufrecht­zuerhalten.

Eine andere Frage ist, ob die Sowjetregierung ihre sehr wei.gesteckten Importpläne auch 1932 wird durchführe« können. Es ist anzunehmen, daß dies

Oer Weg des Zentrums

Eigener Drahtbericht.

Wird Moskau zahlen?

(Vonunserem Korrespondenten.)