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Freit««, 30. Oktober 1931

Ao« Eschwege und Llmgebuna

Eschwege. Wider das keimende Leben. Eine Ehe­frau wurde unter dem dringenden Verdacht verhaftet, an einem Mädchen aus Reichensachfen einen verbote­nen Eingriff vorgenommen zu haben. Die Verhaftete bestreitet lebe Schuld, während das Mädchen die Tal bereits zugegeben Hal. Die verhaftete Frau lst nach Kassel in Untersuchungshaft überführt worden.

Eschwege. In den ftädlifchen Obstplantagen sind in diesem Herbst elwa 200 junge Obstbaume neu ge­pflanzt worden. Dadurch sind die Lücken ausgefüllt Worden. Durch die Separation sind ferner eine Reihe alter Obstbäume in städtischen Besitz überge­gangen. Wo es sich als notwendig erweist, sollen sie ebenfalls durch junge Stämme ersetzt werden.

Eschwege. Im Eisenbahnverein ist die Frage der Errichtung einer eigenen Schlächterei, ähnlich wie sie in Kassel geschaffen worden ist, erörtert worden. Ein fester Plan liegt noch nicht vor. Man befürchtet, daß ohne Selbsthilfemaßnahmen die Preise sich nicht der gesunkenen Kaufkraft, besonders der unteren und mittleren Beamten, anpaflen werden. Aber auch nur in diesem Falle soll der Einrichtung einer eigenen Schlächterei des Vereins näher getreten werden.

Waldkappel. Die Schulkinder brauchen nicht mehr zu warten. Die die Eschweger Schulen besuchenden Kinder von Waldkappel und Umgebung mußten bis­her im Sommer wie im Winter morgens gegen 6 Uhr nach Eschwege abfahren. Da der Schulunterricht aber im Winter erst nm 8 Uhr beginnt, mußten die Kinder etwa V/t Stunden in Eschwege warten. Die­sem Uebelstande wird jetzt durch Entgegenkommen der Reichsbahnverwaltung abgeholsen. Sie wird vom 1. November an einen Triebwagen einlegen, der in Waldkappel um 7,16 Uhr abfährt und um 7,57 Uhr in Eschwege eintrifft.

Wichmannshausen. Bürgersteuer abgelehnt. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich mit der Einfüh­rung der Bürgersteuer. Tie Versammlung sprach sich gegen die Steuer aus, die dann auch einstimmig ab­gelehnt wurde.

EltmannShausen. Kleinkaliberschützenverein hielt ein Schießen um den Kreismeistertitel ab. Das beste Ergebnis erzielte der Schütze Albert Hohmann, der 151 Ringe erschoß.

Wanfried. Der preußische Landwirtschaftsminister hat auch in diesem Jahre wieder Geldmittel zur Verfügung gestellt, um die Umstellung des unwirt­schaftlichen Ackerbaues auf Grünlandwirtschaft auf dem Eichsfelde zu fördern. In erster Linie werden Genoffenfchaften berücksichtigt, aber es können auch einzelne Landwirte mit Beihilfen unterstützt werden, wenn durch die sachgemäße Anlage und Pflege die Erhaltung der Weiden für einen längeren Zeitraum gesichert ist und eine Beisptelswirkung erwartet wer­den kann. Für die Grünlandumstellung sind die Höhenlagen zwischen 400 und 900 Metern vorgesehen. Es können also einige Flächen in niedrigerer Höhen­lage liegen, sie müssen aber eine einheitliche Fläche bilden, bereit durchschnittliche Höhenlage 400 Meter nicht unterschreitet, wenn Beihilfen gewährt werden sollen.

Wanfried. 9 Grad unter Null. Auf den Eichsfel­der Höhen ist in den letzten Nächten die Temperatur stark gesunken. Besonders in der Dienstagnacht war es empfindlich kalt. Die Quecksilbersäule des Ther­mometers sank bis auf gGradunterNull. Noch morgens gegen 10 Uhr wurden 7 Grad Kälte ge­messen.

Au« -em Kreise Biedenkopf

Bindenkopf. Das Auslegen von Gift sowie von vergifteten Ködern, Giftbrocken und dergleichen in Feld und Flur ist an Polizeiliche Genehmigung ge­bunden.

Biedenkopf. Neue Schiedsmänner. Für den Schiedsmannsbezirk Runzhausen-Bellnhaufen-Ra- chelsbausen sind Landwirt Johannes Koch in Runz- hausen als Schiedsmann, Bürgermeister und Land­wirt Johannes Weigand in Bellnhausen als Schieds­mann-Stellvertreter gewählt worden. .

B edenkopf. Zu den Kammerwahlen. Anlätzltch

Kasseler Neueste Nachrichten

Aus dem Kreise Notenburg

len.

aem

M. G. L. Sie mühte» sich der Einfachbeii ballet mit einem Fachgeschäft hier in Kassel in Verbind»»« setzen, was Ihnen bann keinerlei Kosten verursachen bürste.

kläruug, die migungsfref feg Streites

Sammlungen der NSDAP, als geneh- bezeichnet habe. Auf den Ausgang die- darf man gespannt sein.

(Sontra in Not

auch der Präsident der Landwirtschasiskammer in Wiesbaden, Reichstagsabgeordneter Hepp eingetrof- fen. der sich nun in großen Zügen mit den kommen­den Wahlen zur Landwirtschaftslammer und der ge­samten politischen Lage befaßte. In die Laudwirt- schaftskammer würden nur Leute herein gehören, die auch wirklich etwas von Landwirtschaft verstehen und keine Parteipolitik treiben würden. Die Kam­mer würde ohnedies jegliche Parteipolitik verwerfen, cs gebe nur um die Belange der Landwirtschaft Einigkeit im Inneren und tatkräftiges .Handeln wären die Grundbedingungen zu Deutschlands Wtederaus- ftiefl.

In der Aussprache wurde tm großen und ganzen der Weg der Bauernschaft für gegeben erachtet. Man war der Meinung, daß nur die Liste der Bauern­schaft Erfolg verspreche bei den kommenden Arbeiten der Landwirtschaftskammer. Ferner gab der Ge­schäftsführer bekannt, daß der Kreis Biedenkopf nun­mehr an Unterstützungsempfänger 30 Prozent in Na­turalien auszahlen werde. Dann wurde noch Stellung genommen zu der Winternothilfe der Be­zirksbauernschaft.

Anschließend wurde ein TonstlmMtt 60 Ps ins Glück" gezeigt. Hierzu hielt Diplomlandwirt Dr. Franz von Köln einen Vortrag.

Aus -em Kreise Schmalkal-en

Herrenbreitungen. Ein Zeichen der Zeit ist der niedrige Pachtsatz von 41 RM zu welchem nach ver­geblichem zweitem Termin die Fischerei in der Truse und im Stockbornwasser verpachtet wurde. Ufer­befestigung. Eine Anzahl Erwerbslose beschäftigt die Gemeinde bei Uferbefestigungsarbeiten an der Werra u. bei Reinigungsarbeiten im Flutgraben der Truse.

Kleinschmalkalden. Aus dem Vereinsleben. Der Wintersportverein beschloß mit Rücksicht auf seine zahlreichen erwerbslosen Mitglieder die Ermäßigung

Wir geben Auskunft

Briefkasten der K. N. N.

durch unmittelbare persönliche Beziehungen verbun­dener Personenkreis") erforderlich ist, für gegeben und weist in ihrem Aufruf die Herren.Bürgermeister des Kreises darauf hin, daß nach ihrer Ansicht die Sammlungen weder anmelde- und noch genehmi­gungspflichtig feien. Gleichzeitig werden die Mit­glieder und Freunde der Bewegung gebeten, zunächst keinerlei Spenden an die örtlicheWinterhilfe" ab­zuführen, bis der Landrat in einer öffentlichen Er-

B. 8. Frage 1: Ja. Frage 5: Ist u. 6. imetiel. age 3: Das Hotz mutz ofenfertia geliefert werbe» unb rge 4: darf nicht feucht sein. Vermeiden Sie aber bei . heutigen Verhältnissen alles, was zu weitere» unan- ebmeu Differenz Anlaß geben sollte.

6.15: Wettermeldung, Morgengymnastik I und II

7.20: Frühkonzert auf Schallplatte»

10.2010.50: Schulfunk ..Sprechstunde beim Bornrund» schaftsrichter Hörbild von Actualis

12.05: Schallvlattenkonzert . . . ...

15.15: ^tunb^ber Jugend Ausführende: Elsa Pfeiffer.

17.05: Lveretten-Konzert auf Schallplatte«

18.00: 100. Frankfurter Motette, veranstaltet von i tralftelle für Kirchenmusik der Loangelische»

Zwangssteuern und Arbeitslosigkeit.

Die Gemeindesteuerzuschläge für Sontra sind vom Bezirksausschuß genehmigt worden. Es gelangen zur Erhebung 425 v. H. Zuschlag auf den beibauten Besitz, 440 v. H. auf den unbebauten Besitz, 540 v. H. auf die Gewerbeertragssteuer und 575 v. H. auf die Gewerbekapitalsteuer. Die Veranlagung zur Ge­werbeertragssteuer bat eine Mindereinnahme von 4000 RM. ergeben. Der Etatsausgleich bereitet daher immer größere Schwierigkeiten. Von dem Regierungspräsidenten ist bereits die zwangsweise Einführung der dreifachen Bürgersteuer und der doppelten Biersteuer angeordnet. Sämtliche vorgesehenen Reparaturarbeiten an der Wasserlei­tung und an der Wache dürfen nicht eher ausgeführt weiden, bis flüssige Gelder vorhanden sind. Für den Winter ist mit einer starken Zunahme der Wohl- fahrtsempsänger zu rechnen. Von sämtlichen Betrie­ben arbeitet nur noch die Zigarrenfabrik an drei Ta­gen in der Woche. Die Bevölkerung sieht mit Be­sorgnis dem Winter entgegen. Die jugendlichen Er­werbslosen wenden wenigstens an mehreren Abend­stunden in der Woche durch die Lehrerschaft betreut.

RlM-flMk

Wir höre» em Sonnabend, den 81. Oktober: Frankfurt-Kassel:

Aus Oberheffen

Schreckbach. Radunfall. Einem Radfahrer aus Alsfeld, der nach dorthin zurückfahren wollte, brach Slich inmitten des Dorfes die Gabel -des Rade-.

ei stürzte er so unglücklich auf die Schlafe, daß er bewußtlos in die Gemeindewirtschaft transpor­tiert werden mutzte.

Rotenburg. Streit um die Haussammlungcn. Der Vorsitzende des Kreisausschusses nimmt in einer Er­widerung tn der Ortspresse auf den vor einigen Ta­gen von uns skizzierten offenen Brief der national­sozialistischen Ortsgruppe Bezug und erklärt, daß die im genannten Brief angeführten Erlasse des Preu­ßischen Staatskommissars für Wohlfahrtspflege die Frage behandelten, ob Sammlungen zu politischen Zwecken, insbesondere solche der kommunistischen Partei zur Vorbereitung des Volksentscheids über die Fürstenenteignung, genehmigungspflichtig feien. Sie gäben iedoch nicht den geringsten Anlaß dafür, datz Sammlungen von Lebensmitteln. Belleidungs- stücken ufto. genehmigungsfrei feien. Diese letzteren seien, soweit die Oessentlichkeit, d. h.ein nicht nur geschlossener, durch unmittelbare persönliche Beziehun­gen verbundener Personenkreis", angegangen wird, ohne weiteres genehmigungspflichtig. Die neue Ver­lautbarung des Landrats weist die Bürgermeister erneut an. Verstöße gegen die kürzlich ergangene Kreisverordnung unverzüglich zur Anzeige zu brin­gen. Mit dieser an sich durchaus klaren Stellung­nahme des Landrats gibt sich jedoch die Ortsgruppe der NSDAP, noch nicht zufrieden. Sie wendet sich vielmehr in einem weiteren offenen Briese gegen den Lamdrat und verlangt erneut die Genehmigung ihrer Sammlung dzw. die Erklärung, datz die Sammlun­gen der Nationalsozialisten nicht genehmigungspflich­tig seien. Gleichzeitig veröffentlicht die Ortsgruppe einen Aufruf an ihre Mitglieder und Freunde fowie an die Bürgermeister des Kreifes. Der Aufruf ent­hält u. a. die bemerkenswerte Feststellung, daß der Ertrag der Sammlung lediglichnotleidenden Par­teigenossen und dernationalsozialistifchen Bewegung nahestehenden Volksgenossen" zugute kommen soll. Damit wird ausdrücklich hervorgehoben, daß die Sammlung parteipolitische Ziele verfolgt. Die Orts­gruppe hält damit zugleich die Voraussetzung, die für genehmigungsfreie Sammlungen (eingeschlossener,

der Wahlen zur Lawdwirtschaftskammer Wiesbaden am 8. November 1931 bildet öle Sladtgemeinde Bie­denkopf einen eigenen Stimmbezirk. Als Wahlvor­steher ist ernannt der Kaufmann Fran; Mi Ich sack sen und als Stellvertreter der Magistratssekretär Ja­kob D e b u s. Als Wahlraum kommt in Frage der Rarhaussaal. Wahl zeit ist von 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags.

Biedenkopf. Die Handelsschule wird geschlossen. Die geringe Beteiligung an ©cm Schulbesuch macht Dies erforderlich, da eine Rentabilität nicht mehr er­wartet werden kann.

Biedenkopf. Arbeiter kehren zurück. Die jungen Leute, Oie im Frühjahr durch Vermittlung des Ar­beitsamtes nach Ostpreußen in die Landwirtscha.lt gesandt wurden, kehren im November wieder in ©te Heimat zurück.

Biedenkopf. Landwirtschaftsstudium kostenlos für Erwerbslose. Die seelische Not der vielen jugendli­chen Erwerbslosen macht es immer mehr erforde^ lich, datz man ihnen Beschäftigungsstoff gebt. So ist man nunmehr «Damit beschäftigt, für den Winter die jungen Leute an Abenden zu unterrichten. Die Santi« Wirtschaftsschule hat sich ja bereits dazu bereit er­klärt, erwerbslose junge Leute ohne Schulgeld stu©irren zu lassen.

präsi-ent Hepp sprach

auf der Tagung der Kreisbauernschaft Biedenkopf in Gladenbach.

Aus der Tagung der Kreisbauernschaft Bieden­kopf sprach Geschäftsführer Wagner zuerst über die Einheilsbewertung. Jin allgemeinen seien ja nun viele Mängel in dieser Beziehung abgestellt worden und die inzwischen berufenen Steuerausschüsse hätten nun weiterzuarbeiten. Zur Sache fprach dann noch der Landwirtschastsrat Janieaut. Inzwischen war

fiicbe Frankfurt am Main

18.40:Die heutige Lage des Schriftstellers". GesvräK z«i» üben Herrnvnia zur Mühlen, Dr. Alfons Paauet, Otto Schwerin unb Ernst Schoen

10.25: Spanischer Sprachunterricht

10.45: Bon Wien: Madame Pompadour. Operette in drei Akten von Rudolph Schanzer und Ernst Welisch Musik von Leo Fall Für den Rundfunk bearbeitet von Dr. Lothar Ring

22-3024.00: Bon Wien: Tanzmusik der Kapelle -an»- Ro­bert Korngolb Gesang: Hans Gründnt

KSnigswusterhausen: 20.30: Von Berlin: Lu» bem Hobenzollernpark in Magdeburg: Volkstümliche» ÄS. aerkonzert. <$> König Sberg-HetlSberg: 20.30: An» Berlin: Volkstümliche Jägermusik. <K Lange »berg: 20.00: Geistliches Abendkonzert. <> Wien: 10.45: ..Madam« Pompadour". <K> R o rn: 21.00:La citta rosa", Operette von Ranzato.

Sette 3-1. Beilage

des Beitrags um 50 Prozent. Tic Bauschulden aus dem Bau der Wiebacbsschanze sind nunmehr restlos getilgt, doch ist die Anlage einer neuen Aufsprung­bahn no wendig Der Weg nach dem Rennst.eg über die Hohe Schar.e wird durch den Verein bezeichnet. Im Mi> lärverein sprach der Porsitzendc über die Ab­rüstungskonferenz im nächsten Jahre. Im Raisseisen- verein führten Unstimmigkeiten zu unerfreulichen Auseinandersetzungen.

Brotterode. Der seltene Fall, daß ein junger Leh­rer die Mittelschullehrerprüfung vor der zweiten Leh- rerprüsuitg macht, ereigne:e sich hier. Mtttelschulleh- rer Schulz bestand dieser Tage die zweite Lehrerprü­fung und wurde nunmehr an die Mittelschule in Großalmerode berufen.

Schmalkalden. Einen Zusammenstoß mit Wil­derern erlebte ein Jäger früh morgens. Die Wilderer zogen es aber vor. alsbald das Feld zu räumen. Der Verband der Kleineisenindnstrie Schmalkalden hielt kürzlich eine Tagung ab. auf welcher der Syn­dikus des Verbandes der Mitteldeutschen Industrie $r. Hofmann und der Vorsitzende dieses Verbandes Kommerzienrat Lindner, Sondershausen, über die englische Pfundkrise und Währungsfragen der Gegen­wart sprachen. Die Dolmargemeinde hielt auf Bergeshöhe ihre Hauptversammlung ab. Es wurde berichtet, daß der Ankauf des Berggipfels mit dem Charlottenhaus aus dem Eigentum des Fiskus noch nicht zum Abschluß gekommen sei. Der Baufonds für den Erweiterungsbau am Earlottenhaus enthält gegenwärtig 5904 RM. Erhöhte Steuer. Auf An­ordnung des Regierungspräsidenten wurde die Bür­gersteuer aus den dreifachen Satz des Landessatze 4 erhöht.

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