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Kasseler Neueste Nachnchke«

Freitag, 30. Oktober 1931 /1. Beilage

255 Strmnbzvanzigster Za-rgau-

Neues aus Kassel

Kassel, 30. Oktober.

Cin Förderer

Oe erfchden Flieger in Kassel

Von Gustav WercheN

Wenn tausend Hände helfen

wie zwei mo zwei viere äs, d'n Weq alles Fleisches gegehn, un hädden unse vier Wanne nit gesund widdergesehn.---

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So sahen dunnemahl de »Fliejer aus...

Wichtig«, Angestelltenansrus J. 3. Seite d. HanptLl.

Kreuz und quer dmch Hessen

Disse minne verschdännlichen Worde mochden wo uff guden Bodden gefallen sinn, im Handimmedrehn hadde ich de ganse Blahse, die noch vor 5 Menuden wie Hijähnen un Leobarden uns gegeniwwerschdand, d'm Effeff konsermierd, un d'r Frieden wurde odne Bludvergießen geschlossen. Dodriwwer, daß d'r Junge von uns zu dissem Schachzuch for 10 Heller angeschdisfded war, honn ich nadierlich schlauerweise d's Mull gehahlen.

Zm Schluffe wollde ich noch sahn: Wann nu oa unse aldkaffeler Dialekd villichde nit jeden vornehme un inelodisch klingen diehd, das schaded nicks, ich nehme äs weider niemanden iwwel, uns fall ze allen Zieden lieb und wehrd bliewen.

Das Eine schdehd fesd wie d'r Druseldorm, daß , d'r Dialekd, dißmo unse Reddunge war. Hädde ich nit in minner Bedrängnitz d's WordPflüger" in der Weise defenieren kennen, dann wäre es uns wie so manchen Flieger bassrerd, wären so sicher.

sen Leiwe bewernde Danjel. Alz d's Gegake un Ge- schimbe d'n Kulmenazionspunkd erreichd hadde, ge­lang es midd vähler Miehe ze Worde ze kommen.

Ich reisberde mich, un do de Annern kinnen- weg d'r Zwickmühle sinnen konnden, schbroch ich ungefähr so:Minne Damen un minne Herren, ich sehe, daß ich de Ehre honn, unner Lieden ze sinn, diede ewen so wie midd Fullewasser gedaufde Kaffeläner sinn, un do se nu eimo Kaffeläner sinn, werdens« au kasseläner Deidsch verschdehn. Minne sehr verehrden Landsliede!, disser hier, un doderbie schdellde sich minn Fremd in Boffeduhre, äs en kas­seläner Berger, der sich uff Hochdeid<ck Pflüger schriewed. waren iwwereingekommen, daß imme Uhre viere hier sinn sallde,' un alz nu vor­hin» uff's Huß loßschiwwelde, schbrochen so vor uns hinne:Do driwwen kimmed d'r Flieger. Daß nu disser infamigde Nicksnudz von 'nem Jungen nicks Eiligeres ze duhn hadde, alz das, was von uns uffgeschnabbed hadde, weider ze rufen, doderfor kennen doch nicks, do wären se doch rechd gewen."

Im Wtrdshuße biem Wicke uff d'r Neien Mahle qungs drunner un driwwer, äs konn de kinn Abbel z'r Aehre nit fallen. Wo hinngogg freh- liche, vergniegde Menschenkin ncr, meisdens Kaffeläner, die Nch zur Feier d's Dages in's lackierde Geschirr geschmissen hadden, iwwerall Dudden midd Jnduckewerk und sonsdige Schmeckewehlerchen, das Sidzen un Ußruhn no d'm kremenahlen Weg an d'r Fülle rufser, muß den uns vor's erschde der kneifen.

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Wie wird das Weiter?

Wettervoraussage bis Sonnabend «cheud;

Wolkig bis aufheiternd, bis auf unbedeutende Schauer wieder trocken, ziemlich kalt, nördliche Winde.

Wie ma noch d'rbie waren, alle Eckelerchen im Saale ußzefchbiejenieren un driwwer nohsemehlier- den, wo uns am Enne noch dazwischen kwedschen kennden, hadde minn Freind, d'r Danjel, was jo '"" den selben vorkimmed, 'nen Piffigen Jnfall. ^unge schbroch ha zu 'nem kleinen Krudsch, der sich breidschbuhrig, midd d'n Hännen uff d'n Ricken, vor d n Musickaudomaden hinngeblanzed hadde,widd du da en Grossen verdienen?" Jitzd war d'r Knodz gltchch biem Händchen, war lewennia Wien Ohr­wurm un schdreckede sinne Hand."

Nu mach dinnen Verschandskasden uff!, sade d'r Daniel, zitzd rtefsde Leiweskräfden, was d's Zetch Hahlen Null, in d'n Saal ninn:D'r Flieger kimmed! D r Flteger kimmed! un dann rennsde, was 9e.yöe- ^s hosde, schbornschreichs in d'n Gaarden, bosd s bedabbeld?" D'r Feluh ließ sich's nit zweimo schbrechen, schneller konnde d'n Groschen nit ver­dienen. Kaum fiehlde d's Geldschdicke in d'n Kliwwern, do gungs au schon los, krisch gans erisch, als wann in Messern schdecken dähde: D'r Flieger kimmd! D'r Flieger kimmd!", doderbie schbrang ha Wien Hambelmann von einem Bein uffs annere un kladschde vor lauder Freide in de Hanne, n schdirzde dann midd 'ner Geschwinnigkeid von Rull komma finf nuß in d'n Gaarden un de ganse Bagaiche, Wiewes- und Mannsliede, wies Gewidder hinner emme her.

In finf Menuden war d'r Danjel un ich alleine un weider Flur, d'r Saal war wie ußgekehrd, im selwigden Momang kam au unse Freind un Kubber- schdecher Flieger (Pflüger) zur anneren Dähre rinn, un iltzd hodden gewonnenes Schbähl, suchden uns de besden Plädze ruß. Wie de Vechchel im Hamsdsamen saßen nu un fiehlden uns so- weid gans mollich. Awer d's dicke Enne sallde nit utzbnewen. Es duerde gar nit lange, do hehrden en laudes Geschimbe un en firchderlichen Ressenand.

Einer no d'm annern kam midd großer Amberasche beh a beh Widder rinn, un d'r Junge mutzde beich- den, daß uff Geheiß vom Danjel ußgerufen hädde: D'r Flieger kimmd! d'r Flieger kimmd!" Rn wur­den von allen Sieden regelrechd belagerd. En Hagelwedder un en fulmenandes Gewidder folgde uff's annere, un drickeden uns, in d'r Hoffnunge, daß uns von irgend 'ner Siede Hilfe kommen wird«, wie de Bibbelbihner, wanns donnern und blidzeu duhd, gans dichde biesammen.

Das Wäre doch for qebildede ahnschdännige Liede kinne Basse nit, sallden uns was schämen", schbrochen de Wiewesliede, un de Männer waren gans rewellsch un gakeden in allen Dohnarden drzwi- schen un doderbie fuchdeldense alztzuineinemhin midd ähren wenig verdrauenserweckenden Ziegenhainern vor unse Nasen rimmer, sallden unse Desdamend machen, wirden innerhalb zehn Menuden ge- linchd," brillde «n langer Laban midd unheimlich rollenden Auchen, Wien wiedender Leobarde. Na das waren nu bedriewende Ussichdeu for uns,

Gautag des Bundes reisender Kaufleute

3a Gießen fand dieser Tage der Gautaa des Bundes reisender Kaufleute im D. H. V Gau Main-Weser statt. KrelsgeschäftSfübrer Klaue-Frankfurt/M. gab einen Ueber- blick über dte Entwicklung in dem vergangenen Jahr und konnte mitteilen, daß der Gau heute in 13 Buudesgruvven über 1300 Mitglieder zählt. Wiederholt hat die Gauleitunq zum Wohle der Mitglieder auf dem Gebiete des Eisenbahn- und Postwesens, in Kraftfahr- und Hotelangelegenheilen mit Erfolg eingegriffe«: in zahlreichen Fällen wurde Rcchts- Ichub gewährt. Nach einer eingehenden Aussprache unter den Vertretern der verschiedenen Bundesgruvven, gab Bun­desgeschäftsführer Menzel-Hamburg einen Ueberblick über die Entwicklung des Bundes im gesamten Reichsgebiet und erstattete Bericht über die Arbeiten der Äunüesleitung. Ein vom Bunde herausgegebener Hotelsührer wird Anfang des nächsten Jahres erscheinen. Besondere Aufmerksamkeit wird dem Eiienbahnnetzkartensystem für reisende Kaufleute zu- gewandt. Gauvorsteber Auerbach faßte dann das Ergebnis der Tagung zusammen. Den reisenden Kaufleu­ten fielen gerade heute in der Krisenzeit wichtige Wirtschafts- aufgaben zu: sie könnten viel dazu beitragen, daß das Ber- trairen in die deutsche Wirtschast gestärkt iverde und der oft unberechtigte Pessimismus verschwind«.

Für dte große Kleidersammlung in der nächsten Woche ist die Stadt in 15 Bezirke eingeteilt. Jeden Morgen wird ein neuer Be­zirk, werden neue Straßenzüge vorgenommen. Zum Abtransport der gesammelten Gegenstände wurden Fahrzeuge zur Verfügung gestellt von der Reichswehr, der Firma Henschel u. Sohn, der Jute-Spinnerei und -Weberei, dem Mühlenwerk Möller, der Firma Trost u. Co., der Firma Heinrich Twst, von der Hessischen und Herkulesbierbrauerei, der Schösferhof-Brauerei und der Brauerei Kropf. Trompetensignale werden ankünden, daß ein neuer Häuserblock in An­griff genommen wird und der Sammelzug mit den freiwilligen Helfern kommt. Die Technische Nothilfe, die Heilsarmee, der Gew" 'schaftsbunb der Angestell- ten, der Christliche Vere. ^unger Männer, die frei­willige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, der Jung- deutsche Orden und der Kyffhäuserbund haben sich be- reitwilligst in den Dienst der Sache gestellt. Gesam­melt wird von morgens 9 Uhr bis gegen 4 Uhr nach­mittags. Um die Mittagszeit wird eine kurze Pause eingelegt, denn die Helfer wissen auch, daß man nach einem Löffel warmen Essen hesser arbeiten kann als mit einem hungrigen Magen. Das Essen wird dan­kenswerterweise von den Kasseler Brauereien unent­geltlich in verschiedenen Gaststätten der Stadt verab­reicht.

Willkommen sind bei der Sammlung: Kleider, An­züge, Wintersachen, Schuhe, Strickjacken, Wäsche, Strümpfe, Kindergarderobe, Bettzeug und dergleichen mehr. Das, was abgegeben werden soll, schnürt zu Bündeln zusammen und haltet es für die Ab­holung bereit. Vor allem müssen Schuhpaare zusam- mengebunden sein. Das erleichtert die Arbeit.

Nächste Woche gilt für Kassels Einwohner die Pa­role:Gebt zur Kleidersammluna der Winterhilfe!

»Das äs awer ne scheene Be scheerunge". knurrde d'r Dan­iel un machde en Gestchde wie'ne Zäge wanns donnerd, Heide verzichde ich drufs Schdandesperson ze sinn, määs schon gans ohliewig ze Muhde en Keenigreich for'n Schduhl Do fälld ewen hin, d'r Flieger (Pflüger) wollde doch twwern Damm gehn un uns

den dürfen nit I badden uns do was scheenes inqebrocked. De Woche ^brdohwerienochemo! wann ich kinn finged gud ahn, lisbelde der Wien Zedderaal am qan- blinner Hesse bm, dann seh tch'n schon druffen au d'r 1 r n-:-' ---------- ~ ..... ~ -

Full« rtmmeichlenkern."

Durchgangswwttidevstrecken j^s Sauerländischen Ge­birgsvereins zu wandern und dann überzulgehen auf die hessisch- waldcckischen Durchgangswand erstrecken, um auf diese Weise bequem die Erholungs- und Wan- dergebiete Nordbayerns und Thüringens zu erreichen. Im Ganzen wurden 17 Durchgangswandechrecken ge­schaffen, deren Verlauf aus der anliegendem lleber- stchtskatte zu ersehen ist. Die einzelnen Wander­strecken werden in der Natur mit symbolischen Wegezeichen versehen, die überall dort als Beruhigungszeichen angebracht werden, wo Gefahr des Abirrens besteht. Zur Erlangung geeigneter Wegezeichen wurde vom Verkehrsverband unter ixn Mitgliedern des deutschen Werkbundes Ortsgruppe Kassel ein Wettbewerb ausgeschrieben, der zu einem sehr beachtlichen Ergebnis führte. Im Ganzen

des Fremdenverkehrs

Oberinfp. Schäfer 25 Jahre im Dienste der Stadt.

Wer von den Lesern hat wohl einmal zur Haupi- retfezetttn die Raume des städtischen Verkehrsamtes geichlmr - Er wird gewiß erstaunt gewesen fein über den Betrieb, der dort herrschte. Fremde und Ein- hetmtiche kommen und gehen. Da rasseln die Tele­phone und dieSchreibmaschinen klappern. Gilt es doch

phot. Ebert.

für den Besuch unserer schönen Stadt zu werben, Kongress« einzuladen, Tagungen vorzubereiten, Ge­sellschaftsfahrten durchzuführen und noch vieles mehr auszuführen.

Der ruhende Pol in all diesem Dun ist der Dienst- stellenvorsteher des Amtes, Oberinspektor Schäfer, der heute 25 Jahre im städtischen Dienste steht. Beim Eintritt in die Stadtverwaltung war er im Steuer- und Rechnungswesen tätig. In der Zeit der Zwangs- bewirtschastung der Lebensmittel führte er unter Stadtrat Weber die Kartoffelversorgung. Später wurde er zum Verkehrsamt berufen. Hier half er mit an dem Wiederaufbau des Fremdenverkehrs in Kassel. Seiner Tatkraft und nimmermüden Schaf­fensfreude verdankt das Amt zahlreiche Ideen und Pläne. Wertvolle Arbeit wurde von ihm bei der Durchführung größerer Veranstaltungen genannt fei nur die Grüne Maiwoche, Kassels größte, bis jetzt unübertroffene Veranstaltung nach dem Kriege geleitet. Seit 1922 führt Oberinspektor Schäfer auch die Geschäfte des Kasseler Verkehrsvereins, des­sen Entwicklung er erfolgreich zu fördern verstand.

Vieles dankt die Stadt und der Verkehrsverein seiner Initiative. Wohl niemals wird das Alles, was er geleistet hat und noch für die Entwicklung des Fremdenverkehrs in Kassel tut, voll an die Oef- fentlichkeit gelangen. Das gestattet feine bescheidene und zurückhaltende Art nicht. Zu allen Zeiten hat sich der Jubilar als der rechte Mann auf dem rich­tigen Fleck erwiesen, als eine Persönlichkeit mit her­vorragenden fachmännischen Kenntnissen auf seinem Gebiet.

In weiten Kreisen der Stadt wird er wegen sei­ner lauteren und vornehmen Gesinnung sehr ge- gjätzt. Er erfreut sich allenthalben bei seinen reunden und weit über die Grenzen Kassels hinaus infolge seines aufrichtigen Charakters und seiner stets zuvorkommenden und gewinnnenden Art gro­ßer Beliebtheit. Seinen Kollegen ist er ein leuchten­des Vorbild.

Wir können deut Jubilar zu seinem Dienstjubi­läum nur das Beste wünschen und gleichzeitig die Hoffnung aussprechen, daß er noch viele Fahre zum Wohle der Stadt und des Kasseler Fremdenverkehrs wirken möge.

Phot. Caffelumn»

Kürzlich übergab die Heils­armee, wie wir bereits berich­teten, chren neuen Saal in der Molttesttaße seiner Bestim­mung. Stärker noch als bis­her wird in diesem Winter diese Stätte ein Ort der Zu­flucht und des Trostes für Viele fein, die in leiblicher und seelischer Not unterzuge­hen drohen.

Die im Auftrage des Verkehrsverbandes für Hessen und Waldeck von dem Heimatschriftsteller Ide bear­beiteten Durchgangswanderstrecken sind nach umfassenden Verhandlungen mtt den interessierten Kreisen nunmehr in chrem endgülttgen Entwurf fertiggestellt. Das Durchgangswandersttecken- netz ist in der Weise festgelegt worden, daß die einzel­nen Nord-, Süd-, West-, Oft- und Querstrecken am Rande unseres Verkehrs- und Wandeugebietes an große Durchgangswandeistrecken benachbarter Ver­bände anschließt. Die große vorkehrspolitische Bedeu­tung dieses schachbrettlinienartig über das ganze hessi­sche Bergland hingebreitete Streckennetz ist darin zu erblicken, daß es in Zukunft möglich sein wird, z. B. vom Süd-Ostramd des Rheinisch-Westfälischen Indu­striegebietes zunächst auf den alt eingekÄrgerten

Eine Stätte der Hoffnung

Wenn Sie aber CLUB probieren, dann Sie eine alles überragende Qualität kennen, Zigarette, die Sie nie mehr entbehren können!