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Handel / Wirtschaft / Börse

Kasseler Neueste Tiochrickten

Hessische Handelszeitung

Mittwoch, 28. Oktober 1931

Sind das Wirtschaftsführer?

Krisenmonat November

Zwei Drittel der deutschen Arbeiterschaft sind gekündigt

Berliner Devisenkurse

In Reichsmark

27. Oktober

Sie

0.!

5.1'

100

und Hotenkurse

Geld

Waren und ihre Preise

er

Le

Ausländische Devisen-Kurse.

1996. Neu.

liget.

Japan 251.

610

11.70

12.20

100

100

100

100

100

100

100

100

100

100

100

100

37.22

12.420

12.420

vor sitz

men haben, bars wohl auch mit 6er Annahme durch Reichsbahnverwaltung gerechnet werden.

93.09

83.37 11328

8t>7 16.65 171.04 21.89 21.99

7.46 81.46 42.28 92.49 58.92 58.92 ho 96.34 82.66 82.66 37.38

12.480 12.480

Hessische Portland-Cement-Fabrik Steinau A.-G. Die

" etron einem Jahre mit dem vorläufigen Berwaltungs- in Berlin gegründete Hessische Porftand-Cement-Fabrik

Sovereignes . , »

20 Fraucs-Stücke »

Gold-Dollars . « *

Amerikan. 1000-5 $ . »

do. 2 u. 1 i -

Argentinische . »

Brasilianische . «

Canadische » »

Englische große . .

do. 1 Pfd. Steel, u. daran

Berliner Geldsorten-

27. Oktober

Kopenhagen Lissabon-0porto . Oslo . . . . .

Paris . .

Prag . . s .

Reykjavik « , » Riga . < » »

Schweiz . .

Sofia . >

Spanien . . . .

Stockh. Gothenb. Tallinn (Estl.) . , Wien . . - .

Türkische.....

Belgische

Bulgarische . »

Dänische , » » »

Danziger » e »

Estnische . »

Finnische . » » » «

Französiehe i >

Holländische ... .

Italienische große . . ,

do. 100 Lire und darunter .

Jugoslawische . . . »

Riga »

Kaunas . >

Norwegische . . . »

Oesterreichische große . .

do. 100 Schill, und darantei Rumänische 1000 u. neue 500

do. unter 500 Lei . . .

Schwedische , , -

Schweizer große . .

do. 100 Frs. und darunter .

Spanische . i.

Tschechoslow. 5000 K.

do. 1000 Kr. und darunter .

wenn eine spürbare Entlastung bei den Lebensmittel­preisen nnd bei der Miete eingetreten ist.

Es wird von den Zusagen der Regierung in diesen Punkten abhängen, ob sich die Arbeitervertreter mit den gemachten Vorschlägen einverstanden erklären können. In keinem Fall ist wohl daran au denken, daß Lohnsenkungen über 10 Pro­zent eintreten. Aber auch schon geringere Einsparungen stohen aus lebhaften Widerstand. Die Krise der deutschen Wirtschaft offenbart sich jetzt von neuem in denkbar schärf­ster und jeden Einzelnen berührender Form.

Weizen, mfirk. aB Station Roggen, märk. ab Station Braugerste . . .

Futtergerste .... Hafer, märk ab Station . Weizenmehl......

Roggenmehl

Weizenkleie«» Roggenkleie . Viktoriaerbsen .....

Leinkuchen. Basis 87% . , Erdnußkuchen 50%

Erdnußkucheumehl 50 % . Trockenschnitzel . . Extr. Sojaschrot 46 %

ab Hamburg.....

ab Stettin . . » » Kartoffelflocken > , ,

Ungarische......

Große poln. Noten (Halbamtliche

Paris, 27. Oktober. London 9925, Neuyork 2539,25, Bel­gien 354,50, Spanien 225,50, Italien 131, Schweiz 497,75, Holland 1032, Stockholm 577.

Amsterdam, 27. Oktober. Berlin 5770, London 962, N«U- hork 246,50, Paris 971, Beig en 3445, Schwei, 4840, Italien 1277,50, Madrid 2170, Oslo 5425, Kopenhagen 5450, Stock- bolm 5575, Wien 3475, Prag 732,50. Prtvatdlskontsatz 344. Einmonatsgeld 3.

London, 27. Oktober. Neuhork 390,25, Montreal 434, Amsterdam 961.75, Paris 9912, Brüssel 2793. Italien 7581, Berlin 1665, Schweiz 1993. Spanien 1375, Kopenhagen 1779, Stockholm 1732, Oslo 1787,50.

» 100 . 100

. 100

. 100

. 100

, 100 . 100 . 100

73.28

83.22

3.590 21.830

7.473 42.310

92.91 14.ä9ü

92.31 166uü 12.470 74.430 81.3/0 82.520

3.072

37.36

96.15

113.14 58.940

1 Pap. Peso

1 Can. Doll.

1 Yen

1 ägypt. Pfd.

1 türk Ptd

1 Pfd. Sterl.

1 Dollar

1 Milreis. .

1 Gold Pes.

100 Gulden

20.38 16.16

4.185

4.20 4.20 0.95 0.23

3.74 16.39 16.39

1.91

58.68

92.71 8303

112.82

8.n3 16.59 1/Ü.36 21.81 21.91

7.44 81.14 42.12 92.11 58.68 58.58

2.52

2.48

95.96

Die erste Sitzung des von der Regierung berufenen Wirtschastsbeirates fällt in eine Zeit schwerster lohnpolitischer Auseinandersetzungen. Nach statistischen Fest­stellungen wurden in den letzten zwei Monaten die knrz- und langfristigen Tarisverträge mit nicht weniger als 2,6 Millionen Arbeitern gekündigt. Auch die Zahl der Ange­stellten, deren bisheriges Lebensniveau am 1. November eine Senkung erfahren soll, beträgt rund 500 000.

Die «eisten Kündigungen warben in der Metall­industrie vorgenommen.

In ganz Deutschland wurden in diesem Wirtschaftszweig 250 Lohntarife für 660 000 Arbeiter gekündigt, außerdem 100 Manteltarife und Arbcitszcitabkommen, die etwa 128 000 Arbeiter betreffen. Allein in Berlin sind von den Maß- nahmen des Verbandes Berliner Metallinüustrieller 140 000 Arbeiter betroffen. Die Zahl der gekündigten Bauschlosier, Klempner usw. beträgt rund 100 000, sodaß in der Metall­industrie Berlins im Ganzen 240 000 Mann in Lobnver- handlungen stehen. Bemertenswert dabei ist, daß ein gro­ber Teil der Metallindustrie bereits auf Kurzarbeit umgeftellt ist. Eine ganze Anzahl von Arbeitern arbeiten nur noch ein bis zwei Tage in der Woche.

Auch bei btt Reichsbahn

ist die Zahl der von den Tarifkündigungen erfaßten Arbei­ter beträchtlich. Sie beträgt rund 360 000 Mann. Durch eine 4)^prozentige Lohnkürzung würde die Reichsbahn in ihrem Personaletat etwa 87 Millionen ersparen. Bei der Reichs- vost sind 80 000 Arbeiter und bei den übrigen Reichsbehör- dcn etwa 60 000 Arbeiter von Kündigungen betrofsen. Sehr groß ist die Zahl der Tarifkündigungen auch bei den Ge­rn einü earbeitern und kommunalen Straßen­bahnern. In diesen Kreisen rüstet man systematisch zu einem S t r e i k, da man eine weitere Senkung des Existenz­minimums einfach nicht ertragen zu können glaubt.

Wichtig ist. daß die meisten Tarifverhandlungen gegen­wärtig noch vor den Schlichter geführt werden. Allein der Tarif der Reichsbabnarbeiter bat alle Instanzen durch­laufen. Er ist jetzt beim Reichsarbeitsminifterium ange­langt. Eine Schlichterkammer mußte nach vergeblichen Aus- gleichsverhandlungen am Dienstag nachmittag gebildet wer­den. Auch wenn die Reichsregierung und besonders das Reichsarbeitsministerium sich bemühen, auf friedlichem Weg« eine Verständigung zwischen Arbeitnehmern und Ar­beitgebern hcrbcizufübrcn, so muß die Lage dennoch als ernst angesehen werden. In weiten Kreisen der Arbeiterschaft fordert man, daß die von der Regierung bereits mehrfach angekündigten L o b n s e n k u n g e n erst d u r ch g e f ü h r t werden.

So oft irgend ein sogenannter Svitzenverbanü der deut­schen Wirtschaft seine Tagung abhält, pflegt regelmäßig ein ganzer Schwarm von .prominenten Persönlich­keiten" auszumarschieren: es sind immer dieselben Leute, wir kennen sie alle, unsere Wirtschastssübrer. In den Gene­ralversammlungen großer Aktiengesellschaften trifft man die­selben Persönlichkeiten wieder, sie sind leicht zu finden, weil sie alle an der langen Tafel der Aufsichtsräte sitzen. Alle diese Wirtschastssübrer vertreten die gleichen volkswirtschaft- lichen Lehren, daß die Steuern und d i e hohen Ar­beitslöhne an allem Unglück, besonders an der Un­rentabilität der Unternehmungen schutd stitd, daß es nicht im Jnieresie der Gesellschast liegt, den Aktionären den wirk­lichen Stand der Unternehmungen klar darzulegen, und daß man nut die Unternehmerpersönlichkeit frei schalten und walten zu lasten brauche, um garantiert gute Ergebnisse zu erzielen. Den besten Wirtschaftsführer aber erkennt man daran, daß er erklärt, die Regierung mache alles falsch und daß er glatt ablehnt, wenn ihn der Reichskanz­ler in sein Kabinett anfnebmen und ihm dadurch Gelegen- beit geben möchte, die Besähigung zum Wirtschaftsführer für das ganze Volk zu beweisen.

Nach den Erfahrungen, welche wir in der neuesten Zeit mit einzelnen Wirtschaftsführern gemacht haben, müssen wir freilich froh sein, daß sie keine Gelegenheit gehabt haben, mit ihrer Wirtschaftsweisheit und Wirtschaftsmoral das Volk zu regieren.

Es ist gerade genug, daß die Becker, Labuseu, Schön­dorfs, teu Homvel, Katzeuelleubogeu u. a. die Favag, Nordwolle, Karstadt, Wicking, Schultheiß und alle die anderen großen »der kleinen Konzerne ganz ober bei­nahe zngrunbe gerichtet haben.

Nach allen anderen Krisen der Wirtschaft, der Währung und des Staates haben wir jetzt auch eine regelrechte Wiri­sch ä f t s f ü b r e r - K r i s e, und es ist höchste Zeit, daß das Wirtschaftsführer-Problem so rasch wie möglich gelöst wird, wenn anders das Volk wieder Vertrauen znm be­stehenden Wirtschafts-System des Kapitalismus fasten soll. Es zeigt sich immer deutlicher, wie versehlt es gewesen ist, die Wirtschastssübrer immer nur im Btzreich der großen Wirtschastsverbände, der Großbanken, der großen Konzerne und der Großagrarier suchen zu wollen. Der von der Reichs­regierung Berufene Enauete-Ausschutz bat es in feinem sehr lesenswerten Schlnbbericht deutlich genug gesagt, daß

die wirtschaftliche Bebeuinng des Kleineren nnd mitt­leren Kaufmanns und Bankiers, des Handwerks nnd .

Bauernstandes viel größer ist, alsdieienige der Großindustrie, des Großkapitals und des Großagrariertums. Wir wollen Soffen, daß die Reichsregie, rung aus dieser volkswirtschaftlichen Erkenntnis sowie aus den Erfahrungen der letzten Monate ihre Lehren zieht und sich künftighin von anderen Kreisen beraten läßt.

Reichsbahntarifstreit vertagt

Der Schiedsspruch für die Reichsbahn sieht im wesent­lichen die gleich im Anfang des Verfahrens vorn Schieds­richter vorgefchlagene Vertagung voar, jedoch mit der Maßgabe, daß das Tarifoerhältnis grundsätzlich verlängert und damit der Arbeitsfriede zwischen den Parteien bis zur endgültigen Erledigung gewährleistet wird. Er stützt sich darauf, daß die Notverordnungen dem Sinne nach selbst davon ausgehen, daß die Lohnregelungen der anderen össent- lichen Behörden vorweg erledigt und die Regelung bei der Reichsbahn erst zeitlich anschließend getrofsen werden soll. Da diese anderen Verhandlungen unmittelbar bevorstehen und die Gewerkschaften den Schiedsspruch bereits angenom-

27. Oktober

216 00-219.00 188 00-190.00 164.10-173.00 1.-400163 00 140.00-148 00

27.75-32.25 26.75-2900 10.25-10.50

9.25-9.75

20.00-27.00

1190 610-6.20

11.80

12.30

6eld

0.983

3.766

2.058

16-830

Drachmen Belga . Lei Pengö .

Gulden Üunl. M. Lire Dinar . Litas Kr. Eskudo Kr. . . Fro. . . Kr. . . isl Kr. Latts > Frc. . - Lewa i Peseten Kr. . estn. Kr. Schill. .

Berliner Produktenbörse

Heutiger Frühverkehr gut behauptet.

Berlin. 28. Oktober. Bei weiterem kleinen Jnlandange- bot. war das Preisniveau gut behauptet. Am Lieserungs- markt nannte man für Weizen gestrige Börsenschlutzpreise Geld. Roggen und Hafer wurden vereinzelt V, RM höher bezahlt. Die Umiatziätigkeit bleibt aber gering.

Amtliche Notierungen vom Vortao

Jugoslawien . . _

Kaunas (Kowno) . 100

26. Oktober

214.00-21700 185.00-18700 164.00-17300 154 00- 163.00 133.00 147.00 2750-32 25 26.60-2875

10.15-1040

925-9.75 2000 -2700 1320-13-40

Buenos Aires Cauada. , Japan . . . Kairo . . .

Konstantinopel London . .

Neuyork Rio de Janeiro Uruguay Amsterdam . Athen . Brüssel . Bukarest , , Budapest , Dauzig. . « Helsiugfors. Italien

Steuerkalender für November

Von Steuersyndikus Dr. Vogt, Weimar.

Für das Reich. Zahlstellen: Die Finanzkaffen (Finanzamt.)

Bis 5. November: Die drei Lohnsteuern sind fällig. Die ursprüngliche Lohnsteuer, der Ledigenzuschlag und die Krisenlohnsteuer.

Bis 10. November: Umsatz-Steuer. Erstmalig ist wieder monatliche Vorauszahlung und Voranmeldung vorgeschrieben und zwar für alle Betriebe mit mehr als 20 000 RM Umsatz jährlich. Wer im Kalenderjahr 1930 oder in dem Steuerabschnitt, der in diesem Kalenderjahr zu Ende gegangen ist. einen höheren Umsatz als 20 000 RMaeuabt bat, muß jetzt wieder monatlich die Umsatzsteuer abfübren. Bei der Umsatzsteuer besteht seit langem auf Grund einer Anweisung des Reichsfinanzministers eine kurze Schon­st ist ois zum 15. älicie Swouirist ist ausorückii« auw tut die monatlichen Zahlungen zugesichert.

Bis 16. November: $ e r m ö g e n = S t e u e r = o r = anszahluna. Eine Vierteljahresrate ist fällig, deren Höbe sich nach dem letzten Steuerbescheid bestimmt. Die Vermögenssteuerbescheide für 1981 sind noch nicht zugestellt.

Bis 16. November: Landwirte. Die Vorauszahlung aus die Einkommensteuer ist fällig. Es ist diesmal die größte Vorauszahlung in Höhe der Hälfte der zuletzt feitgettellten Steuerschuld zu leisten.

Bis 20. November: Lohn st euer für die erste Novem- berbälste. lMan vergesse nicht die Krisenlohnsteuer.s

Für Preußen. Zahlstellen: Die Gemeindesteuerkassen.

Bis 16. November: Grundvermögen st euer für Monatszahler und Vierteljahrszabler. Hierzu kommen die Gemeinde,uschläge. H a n s z i n s ste n e r für den Monat November. Höbe wie Vormonat, allo um 3 Prozent gegen den Märzmonat vermindert. Gewerbek-avital- Steuer, soweit nicht Lohnsummensteuer in der Gemeinde er­hoben wird. Lohn summen - Steuer, soweit nicht Ge- werb-'kapitalsteuer in der G-m-inde erftov-v wtr\ «W; Kirchen- Steuer. Bier- Steuer ist an dem durch Orts­statut bestimmten Tage zu entrichten.

Auslandsreisen

Milde Handhabung der Notverordnung.

Bekanntlich kann ans Grund der letzten Notverordnung vom 2. Oktober ein Reisender beim Uebertreten der ReMs- grenze nicht mehr als 200 RM in in- oder auslandiichem Gelbe miftiebmen. Durch diese Notverordnung ist mettach der Glaube entstanden, daß Anslandsreiien nunmehr un«

Steinau A.-G. wird nunmehr auf ihrem in Steinau gele­genen Grundstück eine Zementfabrik errichten und betreiben.

Neues Konkursverfahren: Kaufmann Adolf Berg- m a n n in Züschen: K.-B. R.-A. Giese in Bad Wildungen: Anmeldefrist bis 16. 11.

Neues Vergleichsverfahren: Firma Lazarus 8 a m m in Homberg, Cberbenen; V.-P. R.-A. Wagner, Bergleichs- termin 19. 11

Aufgehobene Vergleichsverfahren: Kaufmann Otto M e i tz in Hofgeismar, Tischlermeister Heinrich Adam in Gerstun­gen, Bankgeschäft Heinrich S y r o w y in Schmalkalden.

Aufgehobenes Vergleichsverfahren in Rotenbnrg-Fnlba. Am Montag fand in Rotenburg Bergleichstermin in dem Vergleichsverfahren der S t a b l b a u G m. b. H. statt. Dem Bergleichsvorschlag stimmten 90 Prozent bei Forderun­gen zu. Der Vergleich wurde im Termin bestätigt und das Serfobren ausgehoben.

Henschel erhält Aufträge

28 Reichsbahnlokomotiven für 1932.

Wie wir hören, hat nunmehr die Deutsche Reichs­bahn-Gesellschaft für das Rechnungsjahr 1932 an eie verschiedenen durch ven bekannten Vertrag nfit der Reichsbahn als Lieferwerke in Betracht kommenden Lokomotivfabriken die längst erwarteten Aufträge er­teilt. Es wurden 87 Schnellzugs - und Ten­der-Lokomotiven in Auftrag gegeben und zwar sind zu liefern: Von der Henschels- Sohn A.-G. in Kassel 2 8 Schnellzugs- und Ten­der-Lokomotiven, A. Borsig G. m. b. H. in Berlin-Tegel 19 Schnellzugs- und Tender-Lokomoti­ven, Friedr. Krupp A.-G. in Essen 16 Schnellzugs­und Tender-Lokomotiven, Berliner Maschiftenbau- A.-G. L. Schwartzkopff 12 Schnellzugs- und Tender- Lokomotiven und F. Schiechau G. m. b. H. in Elbing 12 Tender-Lokomotiven.

In Kurzes

Die Stützung bet Bukarester Großb a uk M a r m o r o s ch Blank u. Co. mit s t a a t s h i l sei« « nn doch qescheitert. Die Bank strebt ein drei,ab«- «es Moratorium au; «ach dessen Ablauf solle« die Gläu­biger ,« 100 Prozent befriedigt werbe«.

Die von der Be « , i n - K » « v e «ti» « feit etwa Monatsfrist ausgenommene P r e i s s - « k uu gs a k t i o u ist «unmehr im ganzen Reichsgebiet durchgesuhrt.

Wie W. T. B.-Handelsdienst auf Anfrage vom. Kon­kursverwalter der Nord wolle erfahrt, hm sich, die auf deu 26. Oktober einberufene »itznng des Glaubigeraus- schusses lediglich mit laufenden Angelegenheiten des Son- knrsverfahrens beschäftigt. Das Problem der neuen Mün­dung der Nordwolle ist über ferne bis letzt feststehende Form hinaus noch nicht weiter behandelt worden.

Die Verwaltung des Burbach-Son,erns in Magdeburg teilt wit. daß auf, dem Kaliwerk Bolkeuroda tu leoter Zeit neue sehr gute Oelfuude gemacht wor- de« sind. Tie Erdölvroduktio« ist dadurch bei starker Dros­selung aller Sonden auf 500 cbm täglich augeftiegen.

Kündigung einesDauerangestellten«

Nach einem Urteil des Reichsarbeitsgerichts vom 8. Mär, 1930 sRAG 501/1929) darf ein Dauerangestellter, der nach feinem Vertrage nur ..aus wichtigem Grunde", gekün­digt werden kann, im Falle der U n m ö g l ich k e t t der Beschäftigung durch den. Arbeitgeber gekündigt wer- den. Diese Unmöglichkeit dan aber nicht etwa bei aleich- bleibend oiüer Geschäftslage durch Ratlonalisierungsmaß- nabmen berbeigeführt werden, sondern nur, wenn tatsäch­lich das Unternehmen am Rande seiner Bestebensfahigkeit angelangt ist.

möglich geworden feien. Dies ist aber, wie uns das Reise­büro der Hamburg-Amerika-Linie in Kassel mitteilt, nicht der Fall. Die Notverordnung steht vor, daß die Tevisen- bewiriichattnngsstelle (in Sauet beim Landessivanz- a m tj bei Begründung der Auslandsreise eine Bescheini­gung ausitelli über die zur Reise notwendigen Mittel. Ge­gen diese Bescheinigung händigen Banken und Reisebüros die entivrechenden Summen Devisen ohne weiteres aus. Zur Begründung des Antrages bedarf es je nach Lage des Falles entweder eines kurzen schriftlichen Antrages oder der Vorlegung einer Handelskammerbescheinigung oder eines ärztlichen Ältestes. Der Reisende selbst muß beim Kans von Devisen unter Vortage der von der Devisenbewirtfchaf- mngsstelle ausgestellten Bescheinigung auch seinen Reisepaß vort.egen. Die Banken und Reisebüros machen in den Retiepatz einen entsprechenden Vermerk. Wenn dieser fehlt, muß der Reisende aus Schwierigkeiten seitens der deutschen Zollbeamlen rechnen.

Das Schicksal des Pfundes

Anpassung des Dollars an das Pfund?

Im Organ der deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft beschäftigt sich der betannte Bolkswirftchaftler Dr. Arzet (Berliner Handetsgesellichaftl mit der äutunft des Pfundes und der Weltwährungen uverüaupt. Dr. Arzet kommt dabei zu folgendem Resultat: Wenn nicht alle Zeichen trü­gen, beginnen sich zwei Möglichkeiten einer Lösung der Gold- und Währungskrisis abzuyeben. Gelingt es Eng­land, seinen durch die Pfundherabietzun» gewonnenen Er- portvorsprung schnell und stark auszunuveu, so kann eine natürliche Umkehr der Golübewegung bald einsetzen. Zum alten Goldstandard freilich wird England nicht mehr zurück- kehren. aber es wird versuchen, die Währung baldmöglichst aus einem einmal eingespielten Stand zu stabilisieren. Die Bereinigten Staaten benötigen eine «chuldnerent- laftung ebenso dringlich wie England. Aus steten Gedau- kengängen heraus hört man in ernsthaften enaliichen »inanz- kreisen die Meinung, daß eine Anpassung des Dollars an das entwertete Psund wahrscheinlicher ist als der umgekehrte Weg.

Immer stärker setzt sich die Auffassung durch, daß die Zeit für ein gemeinsames Vorgehen auf währungspolttuchem Gebiet jetzt überreif geworden ist. Die Vorlage eines all­gemeinen Devaloationsplanes durch den Ge­neraldirektor Ouesnay der B. I. Z. mit bem Ziel einer 20Sövrozentigen Herabietzmig des Goldmunzfuses der Währungen bat deshalb nicht überrascht. Diele Abwertung würde generell den Gläubigern das Opfer auferlegen, das sie wohl in der ganzen Welt zu tragen sich bereit gefunden haben, ohne dem Schuldner gänzlich die Last abzubnrden, die ihm aus der Steigerung des Goldwertes entstanden ist. Gerecht kann keine auch irgendwie geartete Lötung der Wäbruitassrage sein. Daß aber nach der Deflation, die die Kaufkraft des Dollars in 2 Jahren um rund 50 Prozent ge­steigert hat. der Grundsatz dei> Nnantastbarkeit von Beiftra- gen dem Grundsatz der Billigkeit vorübergehend weichen muß. steht außer Vweifel. Es wäre dem Weltwirtschafts­gedanken allerdings wenig dienlich, wenn eine allgemeine Devalvation die endgültige Regelung der Reparations- und interalliierten Schulden wieder hinausschleben würde.

Heutiger Freiverkehr

Ruhig, aber gut behauptet.

Berlin. 28. Oktober. Nachdem in den gestrigen, Abend­stunden die freundliche Neuyorker Erönnuna auch tm Ber­liner Freiverkehr zu kleinen Erholungen gesuhrt batte, war die Tendenz im heutigen Vormittagsverkehr zunächst s e 6 r ruhig. Der matte Schluß des gestrigen Neuyork mahnte zur Zurückhaltung, ebenso verstimmten offenchtlich die Er­klärung der A. E. G. über den Umtatzriickganq im letzten Geschäftsjahr, die Stellungnahme der Commerzbank zu der Schnliheiß-Angelegenheit und die Gerüchte um Dessauer Gas. Die Kurse, die man dann aber hören konnte, waren gegenüber den gestrigen Abendkursen rum mindesten gift behauptet. Geschäft konnte sich aber aut Steter Basis noch nicht entwickeln. Am D e v ise n m ar kt nannte man: PfundeKabel 3.91, PfundeParts 99V», Ptunde-Mailand 75U, PfundeSpanien 43%, PfundeAmsterdam 9%, PfundeSchweiz 19,95.

Viehmärkte

Serif «er Schlachtviehmarkt vom 27. Cfiober. Ochsen: vollfteischige ausgemästete höchsten scklachtwerts, jüngere Schlachtwerts, älumlhivvrdgovcumlhwyeniatrumlbwolm , ältere, sonstige vollfteischige jüngere 3285, altere, fleischige 3032, gering genährte 2380: Bullen, jün­gere vollfteischige höchsten Schlachtwerts.sonstige vollftet- schige höchsten Schlachiwerts 2529. fleischige 2,^-30, ge­ring genährte 2225: Kühe: jüngere vollfleuchige höch­sten Schlachiwerts 2529, sonstige vollfteischige oder aus- gemästete 2024, fleischige 1518, aerina aenabrte 1214; Färsen: vollfteischige ausgemasiete höchsten Lchlachtweris 3234, vollfteischige 2831, fleischige 2326: Treffer: mäßig genährtes Jungvieh 202o; K a^b e r: Doppellen­der bester Mast, beste Mast- und »augkalber 60 /0, mittl. Mast- u. Saugkälber 4565. geringe Kalber 2»36.

S-bafe: Mastlämmer und jüngere, Mascha mmel, Wei- demast 8437, Siallmasi 4344. mittlere Manlammer. ältere Plasthammel 8641, gut genährte Lchase^ 2880. fleischiges Schafvieh 39-34, gering genährtes -K-sM 1825. Schwetne: oollft. Schweine von ea. 240800 Psd. 5263, dito von ca. 200240 Pfd. 5053, dito »01 M. 160200 Pfd. 4749. fleisch. Lchweine von 120160 Pid. 4246. Sauen 4446. Auftrieb: Rinder 1859, darunter Ochsen 526, Bullen 595. St übe und Färsen 735, z. Zchlacht- bof direkt 12. Auslandsrinder 54. Kälber 2120. z. -chlacht- hof direkt 15. Auslandskälber 129. -chafe 3766, z. -chlacht- hos direkt 530, Schwoeine 12 962, zum Lchlackthos direkt 2013. Marktverlauf: Bei Rindern ruhig, bei Kälbern lebhaft, bei Schweinen ruhig, geringes Vieh schwer ver­käuflich.

Berbllligu«» der Auftriebsgebühre« auf bem Kasseler Viebbos. Tie Verbändlitnaen wegen einer Verbilligung der Auftriebsgebühren auf dem Kasseler Biebbofe haben zu einer Gebührenherabsetzung geführt. Allerdings konnte den weitergehenden Anträgen des Kurbesnichen Viebbändlervereins, die von der Landwirtschaftskammer und der Freien Fleifcher-Fnnung unterstützt, wurden, nicht stattgegeben werden: die Vertreter des Magistrats machten geltend, daß die Finanzlage der Stadt so angespannt fet, daß zunächst nur eine teilweise Gebührenermäßigung in Betracht kommen könnte. Eine Herabsetzung der Schlachthofgebühren fei zuneit überhaupt nicht möglich, weil die Finanzlage der Schlachthofoerwaltuiig durch die nnbebingt notwendigen Um- und Neubauten der letzten Jahre stark angespannt fei. Die Stadtverwaltung wolle jedoch den schwierigen Verhältnissen. der Landwirt­schaft und des Viehhandels Rechnung tragen und die Ge- bübren für die Großviehauftriebe um 6>z4 Prozent und für die Austriebe ftir S ch w e i n e um 10 Pro», senken.

bnel

20.46

1622

4.205

4.22

4.22

0.97

1.25

3.7 6

16.45

16.45

1.93

68.92

Die Getreide-Judusirie u. -Eommifsiou A.-G., Berlin, legt die mit einem Re,«gewiu« eo« 0 23a Mill. RM (1,110 Mill. RMf abichliencnbe Bilanz für bas 0>e!chästsjabr 1980/81 vor. Wie tm Vorjahre gelangt eine Dividende nicht zur Ausschüttung.

DaS Zeichuungsergebnis auf. die fteuer- freie Reichsbahn-Anleihe betragt nach dem Stand vont Abend des 27. Oktober 212 Mill. RM.

Die Staatsanwaltschaft bat bei dem neuen Vorstand von Schultheiß-Patzenhofer Informationen einaebolt, nm etwoiae Verfehlungen, die im Znsammenhaua mit der Angelegenheft Katzenellenbogen usw. stehen, anizuklareu.

Zürich, 27. Oktober. Paris 200914. London ----- -----

York 510H, Belgien 7125, Italien 2632)4, Spanien 4525, Holland 206(4, Berlin 119*/,, Stockholm 113*4, Oslo HO, Kopenhagen 110, Sofia 870, Prag 1510, Warschau 5/17*4, Budapest 9002>4. Belgrad 905, Athen 650, Koiistantinovel 236, Bukarest 304, Helsiugfors 1040, Buenos Aires 11g2,

1. Weizenaussuhrscheine 123124,5 Brief, 2. Roggenaus- fuhrscheine 120 Bries, 3. Gerstebezugsscheine 59 Brief. 4. Maisbezugsscheine 102 bezahlt.

Handelsrechtliche Lieferungsgeschäfte an der Berliner Prodnltenbörse vom 27. Oktober. Weizen: Oktober 231 u. Br., Dez. 233. Mär, 242: Roggen: Okt. 199, Dez. 198,50199,25, März 205,25205,50 G.: Hafer: Okt. 157158, Dez. 158, März. danach 165.

Ranhsntteruotierunge» vom 27. Oktober. Traütgeprebt. Roggenstroh 0,70.9, dtv. Weizenstroh 0,550,/. Haierstrob 0,600.75. dio. Gerftenstroh 0,60,7, gebnnd. Roggenlang- stroh 0.650,9, binüfadengevr. Rvggenstroh 0,50,7, dto. Weizenstroh 0,45-0.6. Häcksel 1,251,45, handelsübl. Heu ges. t-ocken 1,31.6. gutes Heu (1. Stbnitt) 1,82.2. Luzerne lose 2.42,7, Thymotee. lose 2,352,65, Kleeheu,, loie 2,2o bis 2.55, drahtgepr. Heu 30. Allgem. Tendenz: stetig.

Magdeburger Znckernotiernngen vom 27. Oktober. Ge­mahl. Mehlis promot per 10 Tage. per Okt. 31,50, per Lki.-Nov. 31,50, per Okl.-Dez. 31^0. Tendenz: ruhig.

Die beide« in Personalunion verbundenen B a «k f i r- me« Jaeob Wolff «. Co. n«d T he o d o r M « l l er «. Co., Frankf «r t/M.. strebe«, wie WT»,-Haadels- dienst erfahrt, ein Moratorium au, weil sie nck infolge der durch die heutige« wirtschaftliche« Verhältnisse bedi«gten Flliauidität gezwungen gesehen hoben, ihre Schalter z« schließen. Mau rechnet mit einer vollen Besnedtgnug der Gläubiger.

Brief

0.987 3.774 2.062

16.870

16.470

4.217 0.261

1.451

171.70

5.205 f8.96 7®0 83.380

8.610 21.870

7.487 42.390

93.09

15.010

92.49

16.640 12.4.0 74.570 81.530 82.680

3.078

37.44

96 35

113.36

59.060

1.5

2.5

4.5

3.5

Dez.

Feb?

Zahlen in Millionen.

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Jan. 1931

Ort.Noe. 193Ö\

Unter­stützte

, Gesamtzahl Versicherungs- .Krisen- . Wohlfahrts-

Din ArbeMrtigkaU In j'\bej^täond ---/---1930-0kt.19Mj

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