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Hessische Abendzeitung

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Kasseler Abendzeitung

peinlicher Zwischenfall in Washington

Scharser Zusammenstoß Berate m« »em polnischen Sesan»ten / Laval für eine Reparationskonferenz? / Das Ergebnis »es GrandiMefnches

Eine grobe Taktlosigkeit

Sicherheit!

Eigener Drahtbertchl.

England wählt

Eigener Drahtbericht.

Nach dem Grandi-Besuch

(Von unserer Berliner Schriftletiung).

Die angeblich zwischen Hoover und Laval getrof­fene Vereinbarung, wonach die Regierung der Berei­nigten Staaten durch Wiedereinsetzung des Kriegs- fchuldenausschusses die Zahlungsfähigkeit der europäischen Schuldner überprüfen wolle, falls der B. I. Z.-Ausschuß eine Aenderung des Joungplanes

empfehlen sollte, steht im Mittelpunkt der politischen Gespräche in Washington. Der Regierung nahestehende Kreise behaupten, daß das Weiße Haus nach wie vor keinerlei Verquickung der interalliierten Kriegsschul­den mit den deutschen Reparationsleistungen aner­kenne.

Am bezeichnendsten find die Ausführungen der re­

publikanischenHerald Tribüne". Das Blatt geht da­von aus, daß Hoover gewillt sei, während der Zeit der Wirtschaftskrise die Zahlungsfähigkeit der Schuldner- Nationen einer möglichen Neuregelung der Kriegsschul­denfrage zugrunde zu legen. Hoover habe vermeiden wollen, daß Deutschland amtlich seinen Bankerott er­kläre, deshalb habe er die Bestimmungen des Young- Plans als Grundlage für die weitere Behandlung der Reparationsfrage anerkannt. Washingwn erwartet, daß Deutschland baldigst die notwendigen Schritte unternehme, um eine A e n d e r u ng in den Repara­tionszahlungen anzubahnen.

th. Berlin, 27. Oktober.

Der Besuch des italienischen Außen­ministers Grandi ist nicht in Men Punkten ganz Planmäßig verlaufen. Bei einer freien Aus­sprache, bei welcher die Beteiligten sich nicht an ein festes Programm binden, liegt es nahe, daß der Gang der Besprechungen sich erst im Laufe der Unterredun­gen und der Entwicklung der Gedankengänge ergibt, zugleich Mer auch von den politischen Ereigniffeu stark beeinflußt wird, die sich außerhalb abspieleu. Ge- rtti>E diese Erfahrung hat man gestern in Berlin ge­macht, denn man staM selbstverständlich stark un­ter dem Einfluß der Nachrichten aus Washington. Die Konferenz von Washington hat ja ebenfalls einen etwas überrafckfenden Verlauf genommen. Der Hauptzweck der Berliner Zu­sammenkunft scheint jedoch trotzdem in vollem Um­fange erreicht zu sein, den» aus den Mitteilun­gen, die in der Wilhelmstratze über die Unterredun­gen zwischen Brüning unö Grandi zu erlangen find, ergibt sich der Gesamteindruck, daß die Aussprache einen recht zufriedenstellenden Verlauf genommen hat.

Nach dem amtlichen Kommunique, welches gestern ausgegeben wurde (siehe Seite 21), sind alle die gro­ßen wirtschaftlichen und politischen Probleme inter­nationaler Art erörtert worden, deren Lösung von Tag zu Tag dringlicher wird. Dabei machte sich weitgehende Uebereinsttmmung in der Beurteilung der Lage und der daraus hervorgehenden Noiwen- digkeiten geltend. Insbesondere toar man davon überzeugt, daß die wirksame Bekämpfung der Welt­krise ohne eine planvolle Zusammenarbeit der betei­ligten Nationen nicht mehr möglich ist. Zu diesem örgfälttg abgewogenen Kommunique ist im einzel­nen noch zu sagen, daß

die beiden Staatsmänner sich ausschließlich über die prinzipielle Seite der großen Probleme u Itter hatten haben, und dieser grund­sätzliche Meinungsaustausch sollte,wie man mttRach- druck betont, nicht dazu führen, sirr spezielle Fälle der nächsten Zeit bereits jetzt eine gemeinsame Handlungsweise zu vereinbaren, sondern man hat

I Nisse find.

Zu dem ganzen Gewicht seiner politischen Bcdeu- I tung ist das Sicherheitsproblem erst auf dem Wege über den Völkerbund gekommen. Sicherheit, I Schiedsgerichtsbarkeit und Abrüstung I sind die drei großen Ziele, nach denen man in Genf I seit einer ganzen .Reihe von Jahren vergeblich I strebt, und es mutet beinahe wie ein bloßer Taschen- I spielertrick an, daß man es in Paris verstanden hat, I lediglich durch den Streit um die Reihenfolge dieser I drei Ziele jedes Vorwärtskommen auf dem Wege zu einer Lösung .des Gesamtproblems .zu sabotieren. I Während man in Deutschland sogar in voller I Uebereinstimmung mit dem Versailler Vertrag die I Forderung nach Abrüstung an die Spitze stellt, weil selbstverständlich erst zwischen den Nationen, die ihre I Rüstungen auf ein gleichmäßiges Minimum herab- I gesetzt haben, Garanticverträge einen Sinn haben, verlangt man in Frankreich, daß zunächst alle mögli- I dien juristischen und politischen Sicherheitsgaranlien I gegeben werden müßten, ehe an eine Herabsetzung der Rüstung zu denken sei. Daß damit eine schwere Benachteiligung derjenigen Staaten herbeigeführt I wird, die schon jetzt keine nennenswerte Bewaffnung mehr besitzen, liegt auf der Hand, und wo man auf I dieser Basis der Ungleichheit Gcmeinschaftsveriräge abschließen wollte, so würde das in der Praxis lediglich bedeuten, daß alle Macht in die Hand des noch am stärksten gerüsteten SKates gelegt wird. So lange also Frankreich an der erwähnten Forderung festhält, ist es unmöglich, das im Artikel 16 des Völ­kerbundspaktes vorgesehene Verfahren gemeinschaft­licher Aktionen gegen einen Friodens-brecher zu I verwirklichen, womit sich die militärische Seite der französischen Sichcrheitsforderungen eigentlich von

I selbst erledigt.

Gerade in Wa shing ton har Laval wieder versucht, die Beteiligung Amerikas an I derartigen gemeinschaftlichen Aktiven grundsätzlich zu erlangen, aber die Amerikaner sind I nicht darauf eingegangen. In diesem Zusammcn- I Hang spielt sowohl der Gedanke an einen sogenann­ten K o n s u l t a t i v p a k t, wie an die Schaffung I einer Völkerbundsarmee eine Rolle. Beim ersteren I würde es sich um den Zusammenschluß einer Reihe von Mächten handeln, die bestimmte gemeinsame Interessen vertreten, und Die für den Fall der Ver­letzung solcher Interessen durch ein Mitglied des Paktes oder durch eine außenstehende Macht über ge­meinsame Abwehrmaßnahmen beraten. Ein derar­tiges Abkommen besteht ;. B. schon zwischen mehre- reit am Pazifischen Ozean interessierten Großmäch­ten, ein anderes erstreckt sich auf das Problem der sogenanntenoffenen Tür" in China.

Der Grundgedanke eines solchen Abkommens ist an sich gesund. Es fragt sich nur, welche Interessen dadurch garantiert werden sollen. Gerade in Washington hat sich aber erneut bestätigt, daß die französischen Wünsche immer wieder auf eine end­gültige Stabilisierung des Versailler Vertrages, vor allem seiner unhaltbaren Be­stimmungen über die deutsche O st grenze, hinaus­laufen. Der berühmte diplomatische Begriff des status quo spielt hierbei eine verhängnisvolle Rolle. Mau möchte die Verewigung dieses bestehen­den Zustandes, obwohl er sich als unhaltbar heraus­gestellt hat, unb obwohl der Bölkerbundspakt aus­drücklich die Abänderung unhaltbar gewordener Ver­träge vorsieht, mit den Mitteln eines derartigen Paktes erreichen, und dieses Ziel macht man zum

London, 27. Oktober.

Heut« geht das englische Volk an die Wahlurne. Die Wahltätigkeit der politischen Parteien erreichte am Vorabend der Wahl ihren Höhepunkt. In London allein wird die Zahl der frei­willigen Helfer auf 25 000 geschätzt. Der König ist am Montag in London wieder eingetroffen, um hier das Wahlergebnis abzuwarten.

In den Kreisen derLondouerKonservatl- ven herrsch« große Zuversicht. »Sie hoffen, in London nicht nur ihre 25 Sitze zu behalten, sondern noch wei­tere 24 den Arbeitern abzugewinnen. Snowden sagt einen schweren Rückschlag für di'e Arbeiterpartei voraus und erwartet eine überwältigende Mehrheit für die National.regierung.

Die Wetten bei Lloyds sind zugunsten der National­regierung weiter gestiegen.

Es wird mit einer Mehrheit von wenigstens 200 Sitzen gerechnet. Die Presse war in den letzten Tagen eifrig bemüht, durchEnthüllungen" über die angeb­lichen Umtriebe der gegnerischen Parteien die Lei­denschaften bis zum Letzten aufzupeit­schen.

Der Propaganda hat es an Sensationen größeren Umfanges gefehlt.

So müssen sich die Parteihauptquartiere darauf be-

über Eventualitäten nur insoweit gesprochen, daß man nunmehr beiderfetts weiß, welche Hattung die deutsche und die italienische Regierung beim Auf­tauchen bestimmter Fragen einnehmen werden.

Der Kreis der Probleme, die dabei erörtert wur­den, war sehr groß. Die Wirtschaftskrise, die Mög­lichkeiten, ihre Gefahren zu vermelden, die Entwick­lung des englischen Pfundes, die Folgerungen aus den heute stattfindenden englischen Wahlen, die deut­sche Stillhalte-Akiion, die internationale Verschul­dung und das Aürüstungsprvblem haben im Mittel­punkt der Besprechungen gestanden.

Einige wichtige Fragen sind freilich in den Be­sprechungen offen geblieben. Daß man die speziellen handelspolitischen Einzelprobleme zu­rück g e st e l l t hat, ist kein Fehler, denn diese kann man auch auf anderem Wege erledigen.

Offen geblieben ist aber vor allem die Stellung­nahme zu dem Ergebnis von Washington. Der Schatten der Washingtoner Konferenz lag deut­lich über der Berliner Zusammenkunft. Leider tref­fen die Nachrichten ans Washington nicht so rasch ein, wie man gehofft hatte. Aus diesem Grunde hat man auch darauf verzichtet, die Bespre­chungen heute noch weiter fortzu- führen.

Zweierlei steht jedenfalls für die deutsche Politik, auf Grund der Washingtoner Ergebnisse fest: Einmal, i daß die wirtschaftspolitischen Sanie­rungsmaßnahmen möglichst rasch durchgeführt werden müssen, und zum andern, daß für die Lö­sung der Reparationsfrage nicht mehr der Weg über Washington offensteht, sondern nur noch der Weg über Paris eingeschlagen werden kann. f

Trotzdem behält die weitgehende Uebereinstim- I mung, die zwischen Brüning und Grandi erzielt wurde, selbstverständlich ihren großen Wert, und man hofft, daß diese Verständigung sich auch bei der Reise Erandis nach Amerika auswirken wird. Ob der deutsche Reichskanzler ebenfMs im Laufe des Winters nach Washington fährt, ist vorläufig noch unentschieden. - 1

Dr- Th. Der groteske Zustand, daß die stärkste Militärmacht Europas immer und immer wieDer nach Sicherheit ruft, ist so widersinnig, daß er lediglich einen Beweis dafür bildet, wie groß die all- gemeine Unsicherheit ist, die der Versailler Vertrag noch heut nach fast «dreizehnjährigem Bestehen hinter­lassen hat. Wenn durch die Friedensverhandlungen auch nur einigermaßen gesunde und natürliche Zu- stänse geschaffen worden wären, so würde dieser Ruf nach Sicherheit überhaupt gegenstandslos sein, wäh­rend er heute gerade von denjenigen erhoben wird, die die wenigste Ursache dazu haben. Nun meinen zwar die Franzosen bei dieser immer wiederholten Forderung nicht in erster Linie den rein militärischen Schutz ihrer Grenzen, sondern sie verknüpfen damit noch einige wesentlich andere Forderungen, aber das militärische Moment ist dabei, so unsinnig es erschei­nen mag, trotzdem nicht ausgeschaltet. Die Sicher­heitsfrage, die auch bei den Washingtoner Verhand­lungen zwischen Hoover und Laval wieder eine so entscheidende Rolle gespiett hat, und um die sich auf Grund der französischen Taktik Mch ein großer Teil der künftigen internattonalen Diskussion bewegen muß, gliedert sich vielmehr in einen militärischen, einen juristischen, einen politischen und einen wirt­schaftlichen Teil, und diese Fülle von Problemen, die sich um das SchlagwortSicherheit" ranken, zeigt abermals, wie ungesund auf fast allen Gebieten des internationalen Lebens die n V e r s a i l l e s g e , ch af f c ne n V e r h 2 l ü

schränken, Aufrufe an ihre Anhänger zu erlassen, in denen sie allen den schönen Dingen Ausdruck verlei­hen, dir sie von dem Ausgang der Wahlen erwarten. Macdonald stellt noch einmal die Nation über die Partei und fordert eine einige Front des gesamten Volkes in dieser Zeit der Krise. Lloyd George dagegen brandmarkt diesen Appell an den Patriotismus als einen Versuch, die eigentlichen Fra­gen des Wahlkampfes zu verdunkeln. Er legt den Kon- ferbativen zur Last, daß sie unter derMlagge der Na­tionalregierung eine absolute Mehrheit im Unterhaus erlangen und dem Lande eine 100-prozentige protek­tionistische Politik aufzwingen wollen. Lloyd George, der niemals in seinem Leben länger als ein halbes Jahr auf eine Ueberzeugung geschworen hat, gebärdet sich im jetzigen Wahlkampf als der Prophet der alten englischen Freihandelstradition. Seine Persönlichkeit besitzt auch heute noch Gewicht und Ansehen bei den Massen. Es bleibt abzuwartcn, ob es ihm gelingt, die Mehrhcitsverhültnisse im neuen Unterhaus so un­durchsichtig zu gestalten, daß er weiterhin einen do­minierenden Einfluß ausüben wird. Henderson ist unter der ungeheuren Belastung des Wahlkampfes physisch zusammengebrochen. Er liegt gegenwärtig krank in einem Hotel seines Wahlkreises, Burnley, darnieder.

Washingwn, 27. Oktober.

Die politische Sensation in Washingwn ist ein scharfer Zusammenstoß zwischen dem hiesigen polnischen Gesandten Filipowicz und dem Vor. sitzenden des Auswärtige« Ausschusses des Senates Bo r a h.

Borah hatte mit dem polnischen Gesandten bei dem Abschiedsempfang für Laval am Sonntag abend fct den Räumen der französischen Botschaft eine Aus­sprache über seine Aeußerungen über den Weichsel­korridor. Diese Unterhaltung trug einen rein pri­vaten und vertraulichen Charakter. Der Polnisch- Gesandte hielt es jedoch für nötig, entgegen den Ab­machungen eine offizielle Verlautbarung über die Umerhaltung herauszugeben, in der gesagt wird, daß Bora Hs Kenntnisse der mitteleuropäischen Zustände durchausmangelhaft" seien.

Senator Borah war über diesen unerwarteten Ausfall des polnischen Dipwmaten höchst überrascht, da der Gesandte die VertraMichkeit gebrechen hatte. Er sah sich infolgedessen veranlaßt, den Angriff des polnischen Gesandten in einer öffentlichen Erklärung zu beanworten. Borah sagt in seiner Verlautbarung, er habe erwartet, daß die Unterhaltung privater Natur bleiben würde. Er fei daher sehr überrascht gewesen, als Journalisten ihn von der amtlichen Verlautbarung der pouttscyen Gefandtscraft unter­richteten. Er. Borah, habe keinerlei Absicht gehabt, über die Unterhaltung mit Herrn Filipowicz ... zu sprechen. Er bedauere, daßdas Gedächtnis des Gesandten dieser Unterhaltung fehler- 4 a s t zu sein scheine".

Zeuge» der Besprechung Borahs mit Filipowicz er'ählen, der polnische Gesandte habe in der Unter­haltung behauptet, daß das Gebiet des Danziger Korridors zu 80 v. H. von Polen bewohnt sei. Borah habe dem polnischen Gesandten darauf erwidert, daß der Korridor in absehbarer Zeit zu 100 v. H. von Polen bewohnt fein würde, wenn die polnische Regierung ihre gegenwärtige Entbeut- fchungspolitik weiter verfolge.

Der Zwischenfall zwischen Borah und Filipowicz erregt in Washingtoner politische« Kreisen das größte Aussehen, da bisher noch kein dipwmatischer Vertreter des Auslandes dem Vorsitzenden des Se­natsausschusses für auswärtige Angelegenheiten mangelhafte Kenntnisse" der politifchen Verhältnisse lwrgeworfen hat.

Laval auf bet Heimreise

Neuyork, 27. Oktober.

Der französische Ministerpräsiden Laval ist kurz nach Mitternacht (nach 6 Uhr früh MEZ.) aus Neu- York nach Frankreich abgereist. Auf einem Abschluß- hankett, das die französische Handelskammer in Neu­york zu seinen Ehren veranstaltete, erklärte Laval zu seinen Unterhaltungen mit Hoover:Von nun an Wissen wir, wo wir stehen, was wir wollen, was Wir erwarten können und was von uns erwartet werden kann." Das Ergebnis der Umerhaltungen werde zweifellos eine engere Zusammenarbeit zwi­schen den Vereinigten Staaten und Frankreich fein, umunsere Kultur gegen die Gefahren, denen sie ausgesetzt ist, zu schützen". Laval vermied es, auf Einzelheiten der Washingtoner Besprechungen einzu­gehen. Er unterstrich lediglich, daß die Bemühungen picht umsonst gewesen seien.

Frankreichs Pläne

Konferenz der an der Reparationsfrage interesfierten Rationen?

Paris, 27. Oktober.

Rach Gerüchten aus amerikanifcher Quelle, die der ReuyorkerHerald" wiedergibt, soll Ministerpräsident Laval sofort nach feiner Rückkehr beabsichtigen, die französische Regierung um die Ermächtigung zur Ein­berufung einer Konferenz der an der Repara­tionsfrage interessierten Rationen einschließlich Deutschlands zu ersuchen. Ausgabe dieser Konferenz würde es fein, über die Möglichkeit einer weiteren Re- parationsherabfetzung zu entscheiden und einen neuen Zahlungsplan vorzubereiten, der Präsident Hoover als Ersatz für das am 1. Juli 1932 ablausende Morato­rium zur Begutachtung unterbreite« werden könnte. Diese Weltkonferenz würde nach allgemeiner Ansicht in Paris Ende November oder Anfang Dezember zusam­mentreten.