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Kasseler Neueste Nachrichten

Melsungen will alle Ausgesteuerten beschäftigen!

16.

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Wer­der

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Der Kreishaushalt des Kreises Kirchhain enthält einen nicht ausgeglichenen Fehlbetrag von 100 000 Mark, welcher durch die erhöhten Ausgaben für Wohl­fahrtszwecke entstanden ist. Durch Abstriche von Aus­gaben und Ersparniffe sowie durch Beihilfen des Reiches ist es der Kreisverwaltung gelungen, das Defizit bis aus 50 000 Mark zu reduzieren.

Um die Ausgaben für die Unterhaltung des Wege­baues zu ermäßigen, sind die Landwegewärter entlassen worden, wodurch 10000 Mark für die­sen Winier erspart werden. Die Wiedercmstellung der

Der Finder.

.Har vielleicht jemand eine Flasche mit Brannt­wein gefunden, die ich im Omnibus verloren habe?" fvagte der Herr im Depot nach.

»Ja", lautet die Antwort, .der Mann, der sie ge­sunden. schläft nebenan gerade seinen Rausch ans",

und betrat die längst fremd gewordenen Räume. Als sie den Schreibtisch aufschioß und Fees Briessachen zu durchblättern begann, kam es ihr vor, als griffe sie mit gramsamen Händen in ein fremdes, wehr­loses Dasein. Da waren viele Briefe, viele Photos. Auf allen Bildern war Fee, stets mit fremden Men­schen. Manchmal stand auf der Rückseite eine Wid­mung, lustige Worte, aus denen große Vertraulich­keit sprach.

Nie darf Peter das sehen! dachte sie.

Dann waren da Briefe, Karten, in achtlosem Durcheinander in da- Schubfach geworfen. Sie fürchtete sich davor, Einzelheiten aus Fees Leben zu erfahren. Sie nahm alles zusammen und rrua es zum Herrenzimmer. Dort war ein Kamin, in dem sie diese papternen Reste eines allzu frohen und allzu menschlichen Lebens vernichten tonnte. St« hatte alles zusammengeballt und zündete eben ein Stre.ch- hrlz an. als sie hinter sich das Knarren einer Tür hörte. , ,

Mit einem Aufschrei slog sie hoch.

Ein Mann stand auf der Schwelle. Nur mit Mühe erkannte sie Peer. Ganz fremd sah er auS.

Er kam langsam näher: .Was machst du da?"

Sie fand keine Antwort.

Er kam langsam heran. Sein Blick glitt von ihr ab zu dem Kamin, in dem die Briese und Bilder lagen Sehr lange sah er verwundert daraus nie­der, dann bückte er sich. Nsu hielt seinen Arm mit beiden Händen fest.

.Nichi!" bar sie. .Nicht!"

Er hielt betroffen inne. .Was ist das da

Nun lockerte sich allmählich der Druck, den das erste Entsetzen um ihre Kehle gelegt hatte. Sie fand hastige, unsichere Worte: ,Das sind meine Sachen das ist mein Eigentum ich will das oervren- nen--* ,, ,

Er sah sie reglos an. Sie spürte fernen Unglau­ben und wurde noch ereqier. Jetzt war es ihr ganz gleichgültig, was sie sprach

.Ich ich habe mir manchmal hierher Briefe schicken lassen ich wollte das nicht zu Hause haben _ wegen Papa... Fee war so nett sie hat erlauvt daß man hierher schrieb..." Sie fühlte die Türstlg- teit der Lügen und hastete weiter: .Mau hat dcch manchmal Briefe, hie keiner zu sehen braucht... Ich hab' das hier herausgesucht, weil das kein Fremder in die Hand bekommen soll jetzt will ich daz ver­brennen --"

.So ?" sag^ Peter nach einer Wette, ganz ge­dankenlos. ES schien ihr, als habe er ihre Dorre überhaupt nicht gehört und wenn ci sie gehört batte, dann hatte er sie bestimmt nicht begriffen. Sein Blick'ging fremd und leblos an ihr vorbei. Der Kamin schien ihn anzuziehen. Eine nnheiml che, mr- sichkbare Kraft holte ihn heran. Er bückte sich.

Nju schrie auf: .Pater!"

Unter ihrem Hellen, spitzen Ichrci schien er end lich zu erwachen. Sein Gesicht wurde etwas llarer, als er sie ausah.

M MSTreiiEiN ffalAetiRUnifanCL

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Boltmarfen. Schneidet den Gänsen die Fittich«! Die Klagen über die Martinsvögel werden von Jahr zu Jahr lauter, denn alljährlich fliegen diese von der Weide am Bruch" auf die umliegenden frischbestell­ten Felder und richten Schaden an. Die Polizei macht deshalb darauf aufmerksam, daß die Eänse- besitzer für diese Schäden verantwortlich gemacht den. Sie verlangt das Beschneiden der Fittiche

und nicht in der Lage sind, in ihrem eigenen Betriebe den Lebensunterhalt zu verdienen. Die sonstigen Wün­sche der Arbeitslosen, sie bei Beschäftigung mit Klei- duna und Schuhe zu versehen, allen hilfsbedürftigen Kindern ein warmes Frühstück in der Schule zu g» währen, ferner Mitztzuschüsie zu zahlen und Kartof. Selbstkostenpreis abzugeben, sollen im Rah- Winterhilfe erfüllt werden.

der Gemeinde sehr zu wünschen übrig kaffen, will die Gemeindevertretung nochmals dazu Stellung nehmen, um das Bauvorhaben, auch im Interesse der Arbeits­losen, durchzufühlen.

Naumburg. Der neue -trchenoorstand setzt sich wie folgt zusammen: E Balzer, G. Böhne, M. Böhne, Io,. Loskant. Jos. Schramm II, ®. Schramm I, Franz Eünst, Jos. Hehler, A. Loskanr, M. Werner.

Wird der Beschluß

Am Donnerstag abend hatten sich die Stadtväter mit der .Fertigstellung des Rathauses" zu befassen. Der Magistrat hatte die Arbeiten ausgeschrieben. Nach einem Kasseler Angebot soll die Herrichtung des Sitzungssaales allein 4000 Mark, nach einheimi­schen Angeboten 5100MOO Mark kosten, während die Instandsetzung des Treppenhauses und der Rat­hausdiele nur mnd 300 Mark erfordern würden. Mit Rücksicht aus die Knappheit der Geldmittel Hai der Magistrat beschlossen, daß die Rathausdiele und das Treppenhaus nach den Plänen des Bezirkskonserva­tors hergerich:et werden und die Instandsetzung des SitzungÄaales außer der Verkleidung der rohen Holz- und Eisenteile zurückgestellt wird. Die Kosten werden etwa 3000 Mark betragen.

Für di- Stadt selbst würde« rund 1000 Mark aufzubrtngen sein,

Rju Lindgens war mit Kamera und Schreib- maschine in Süddeutschland. Ihr Aufenthalt in Berlin harte nur drei Tage gedauert, während deren sie Fee überhaupt nicht ge,ehen hatte. Ein kurzes Telephongespräch, kühl und ftemd von beiden. .Ich schreib' dir mal", hatte, Nju gesagt nichts weiter.

Nun fuhr sie von einer kleinen Stadt zur ande­ren. Es war angenehm, an jedem Tage ftemde Ge- sichrer zu sehen, tn unbekannten kleinen Gasthäusern S schlasen, tagsüber zu photographieren, abends zu reiben, nachts im Bett Noch ein Weilchen zu lese" und dann traumlos zu schlafen ganz und völli. nur der Arbeit zu leben, zu allen Leuten nett zu sein und keinem mehr als fünf Minuten dieses kurzen

Di« ausgesteuerten Erwerbslose« werden einge­stellt und nach tariflichen Sätzen entlohnt. Zur Ein- stellung kommen alle Ausgesteuerten, FamUienväter und Jugendliche, auch solche Ausgesteuert«, welche nach der Fürsorgeordnung vom Bezüge der Wohl­fahrt ausgeschlossen find, wenn fie den Nachweis er­bringen, daß fie ihre« Lebensunterhalt durch pflicht- versicherte Arbeit erringen mutzten

durchführbar fein?

Dr. Schmidt daraus hin, daß di« Stadt eine fundierte Schuld von 700 000 Mark und eine schwebende Schuld von ca. 200000 Mark hat. Davon seien im ganzen über 400 000 Mark für Siedlungs- und Fürsorgezwecke und nur 82000 Mark für die allgemeine Verwaltung ausgewandt werden. Die Zahl der augenblicklich tn Frage kommenden Ausgesteuerten beträgt 80. die bei einer BeschäfttgungSdauer von nur 20 Wochen «in« Ausgabe von 40 000 Mark an Lohn verursachen wer­den. Einige Stadtverordnete würden gern die An­träge unterstützen, wenn Deckung vorhanden wäre. Schließlich kommt der 1. Antrag des Arbeitslosen- ausschusses mit 9 gegen 3 Stimmen bei drei Ent- Haltungen zur Annahme, der folgenden Wortlaut

Gänse.

Aus dem Kreise Warburg

Warburg. Uebersahren und schwer verletzt. Auf der Provinzialstraße WarburgOssendorf wurde zur Nachtzeit der Reichsbahnbedienstete M. aus Offendorf von einem Kraftwagen angefahren und erheblich ver­letzt. Der Wagenführer, ein französischer Geistlicher, hat angeblich den Passanten, der mitt«« auf der ver­kehrsreichen Straße ging, infolge Blendung durch die Lichter eines zweiten Kraftwagens nicht sehen können. D«r Ausländer brachte den Verletzten zum St. Petri- Hospital Warburg.

Aus dem Kresse Ziegenhain

Treysa. Die Niederrheinische Landstraße innerhalb der Stadt Treysa, und zwar von der Steintorbrücke

.Ja", sagte Quednow stockend.

.Du sollst das nicht nehmen! Das sind meine Sachen!" Jetzt faßen ihr schon die Tränen in den Augen.

Er richtete sich auf und sah sie an, sehr lange, ganz ruhig. Sie zitterte.

Dann griff er nach der Schachtel, die neben ihr lag, und strich sehr sorgfältig und sachlich ein Zünd­holz an. Er beugte sich nieder und hielt es an die Papiere. Eine kleine Flamme leuchtet« auf und griff rasch um sich. Der zusammengeballte weiße Hausen kam in Bewegung. Die Blätter reckten sich, dehnte» sich, lebten noch einmal auf und sanken dann kohlschwarz in den Flammen zusammen.

Peter hatte noch immer das Zündholz in der Hand, das er gedankenlos ausgeblasen Dane, und sah unbeweglich zu. wie ein Papier nach dem ande­ren zu Asche wurde. Ms ein paar Briese aus dem bewegten Feuer herauszufallen drohten, schob er sie vorsichtig mit der Fußstütze wieder zurück tn 6ie Flammen.

DaS Schweigen wurde beängstigend.

.Peter", sagte Nju, und jetzt brauchte sie ihr« ganze Kraft dazu. .Peter ich ich kann yick>t viel sprechen aber ich muß etwas abbitten--

Sei» Blick traf sie.

»Ich muß dir sagen", sprach sie mühselig, .ich als wir uns das letztemal sahen da da war ich verrückt weißt du du darfst das nicht ernst nehmen..." Sie schob die Hände vor den Mund, liest das Gesicht herabfallen und sprach tn ihre Hand­flächen hinein, um seinen Augen zu entgehen. Es war furchtbar schwer, aber sie sprach.Ich weiß ja da hast mir. Gott sei Dank, nicht geglaubt, was ich da gesagt habe das war alles gelogen. Peier. Ich komm' mir heute so erhärmlich vor du sollst das nur wissen Peter leb--" Sie brach'« den

Name« Fee nicht über die Lippen, sosehr sie sich br- mühte. »Ick ich hab' damals so viel Schlechte- gesagt... Peter wenn du mir das verzeihen kannst ich kann ia keinen anderen mehr darum bitten aber ich will nicht mein Leben lang glau­ben?^ daß daß ich euch daß du auch nur ein Wort davon für wahr gehalten hast

Dann war es aus mit ihr. 2tts er nach ihrem Arm griff, sank sie vornüber. Sie klammerte sich an ihn. und ihr ganzer Körper wurde von einem nul- den Schluchzen geschüttelt, während sie den Kopf an seinem Arm zu Verbergen suchte.

(Schluß folgt.)

da der Bezirkskonservator etwa 2000 Mark als Zu­schuß in Aussicht gestellt hat. Nach einer Aussprache bewilligten die S.adtverordneten die 3000 Mark un­ter der Voraussetzung, daß der Bezirkskonservator 2000 Mark gibt, ohne Bedingungen daran zu knüp­fen. Der Erwerbslosenausschuß hat mehrere An- träge gestellt, die von drei Fraktionen unterschrieben wurden und besagen, daß alle ausgesteuerten Er­werbslosen, in eine Mtündige Wcchenbeschäftigung genommen werden. Der Magistrat ist zu dem Er­gebnis gekommen, daß dem Antrag mangels verfüg- barer Mittel nicht stallgegeben werden tarnt. Bevor , fein zum Selbscki zur Abstimmung geschritten wird, weist Bürgermeister | men der Winter!

Lebens zu schenken. , , _

So kam es auch, daß ein Brief sie mit fünf Ta­ge« Verspätung erreichte. Er war ihr aus vier S.ädten nachgeschickt worden, ehe er sie endlich fand Sie erkannte die Handschrift ihres Vaters und öff­nete den Umschlag noch ziemlich gleichgültig. MS sie die ersten Zeilen gelesen hatte, fiel ihr das Pa­pier aus der Hand. Alles drehte sich in einem un- durchsichtigenSchleier. Sie fühlte die Hand eines Frem­den. der fie stützte, und hörte ein Stimme: .Ver­zeihung ist Ihnen nicht gut?"

Da kam sie wieder zu sich.Tanke", sagte sie. .Nein danke es ist schon vorbei--

Sie bückte sich und hob den Brief auf, um ihn noch einmal zu lesen. Etwas gan, und gar Irr­sinniges stand darin, etwas, was man überhaupt nkbt begreifen konnte, etwas, was ein geschriebenes Gespenst sein müße...

Es war die Nachricht, daß Fee nach zwetiägtgem Leiden schmerzlos entschlafen war.--

Sie fuhr mit dem nächsten Zuge nach Berlin. Alles in ihr war ein wildes, verzweifeltes Durchein­ander Sie konnte es überhaupt nicht fassen, daß Fee die lachende, unbekümmerte Fee. nicht mehr S'ieren sollte. Wie oft haftte sie doch in den letzten en noch an die Schwester gedacht! Und in dieser Heft sollte Fee schon nicht mehr am Leben gewesen fein? Aus dem Poststempel des Brieses sah sie. daß er ihr schon seit Tagen nachreiste. Ein grausamer Spuk war das alles! Was war denn geschehen? Kein Wort aus dem Brief gab Aufklärung

Ties in ibr saß eine dunkle, unhe mttcke Angst Sie woll'e nicht daran denken: sie wehrte sich, aber e- fraß in ihr und war nicht fortzuwischen: Das war ein schrecklicher Gedanke ü^eT,-^!:cI" ^-e^nnv jetzt daß sie stets ein Unglück befurch et tat e. und sie betete, daß es nichts dergleichen sein möge, sie sich immer noch fehl Gesicht von damals, als sie chm

die Wahrheit entgegengeschleudert hatte. Wenn er etwas getan tat, bin ich schuldig! dachte st«. Und das war so grauenhaft, daß sie hier im Zuge mitten unter de« fremden Menschen hät.« aufschreien können

Dann, als sie endlich, endlich In Berlin war, hörte sie von ihrem Baier, der ganz zusammenge- brochen schien, daß es ein unglücklicher Zufall ge­wesen war. DaS erlöste sie von der furchtbaren Angst der letzten Stunden. Was jetzt blieb, war eine tiefe und reine Trauer. Die Einäscherung war schon vor ein paar Tage« gewesen. .

Das Leben ging weiter; es hatte sich nichts da­durch geändert, daß ein Mensch aus dieser Welt fort- gegangen war. t

Vergessen war aller Haß, den sie i« gegen Fee gespürt hatte. Jetzt erinnerte sie sich nur noch an die hundert kleinen Dinge, derentwegen sie ihre schöne reizvolle Schwester geliebt hatte. Die Todesnachricht war ein jäher Schreck gewesen, aber über die volle Bedeutuna wurde sie erst allmählich klar. Die mensch­liche Phantasie war zu arm, um sofort die Bedeu­tung zu begreifen, dl« in dem ewigen Fehlen eines Menschen lag dazu gehörte« Tage.

Sie hörte, daß Peter noch in Berlin war und un Hotel wohnte Sie fand nicht den Mut, ihn anzu­rufen, und schrieb ihm deshalb in einer schweren, unglücklichen Nacht ein paar Zeilen. Als sie sie durchias, kamen sie ihr ärmlich vor, aber gab es für solche Dinge überhaupt Worte? Vielleicht wußte sie ganz allein, wie dieser Mann Fee geliebt hatte. Sie sah erst heute, daß man davor ganz still unv demütig werden mußte. Mes, was sie selbst damals getan batte, kam ihr heute so falsch und gemein, vor, daß die Scham darüber tn allen Tagen und Nächten tote eine schwere Last auf ihrem Herzen lag. Und man konnte es nicht mehr gutmachen Fee war n.cht mehr. Wie erbärmlich sind wir doch vor dem Tode, dachte sie.

Eine unerklärliche Unraft trieb sie nach der Bend- lersttaße. Sie stand lange unten und sah aut du Fenster der Wohnung, hinter denen dichte Vorhänge 4agen. Und als sie darüber nachdachte, daß Fee dort bis zu ihrem Tode gelebt hatte, tauchte blitzartig ein neuer furch barer Gedanke in ihr auf. Fee war aus diesem Leben fortgenommen, aber dort eben mußten noch viele, viele Tinge sein, die von chr sprachen, Dinge, mit denen sie sich an den letz en Tage« be- schästigt ba te, Dinge vielleicht, die sie nur für fick ganj allein gehabt hatte, die kein fremder Mensch sehen durste!

Tie hatte die Schlüssel noch aus der Zeit, als sie selbst sich an der Einrichtung der Wohnung be­teiligt batte.

An einem Nachmlttag schloß sie di« Türen auf

bis an die Parkstraße die heute noch als außerhalb der geschlossenen Ortslage betrachtet wird, ist als Überwiegend dem inneren Verkehr der Ortschaft die. nenb anzusehen.

LIngelbach. Hand- und Spanndienste zur Feldbe, reinigung. Um' die Ausgaben für die Feldoereini- nigung einzuschränken, haben sich die Grundstücksbe­sitzer bereit erklärt, die Arbeiten durch Hand- und Spanndienste zu leisten. Der Austausch der Grund­stücke, welche der Familie von Dörnberg gehören, ist zur Zufriedenheit der einheimischen Besitzer erfolgt.

Aus öetr Greife Marburg

Wetter. Arbeit bei der Bahn. Seit etwa 8 Tagen werden zwischen Wetter und Todenhausen Verände- rungsarbeiten am Bahnkörper vorgenommen. Zur Zeit sind etwa 35 Arbeiter an dem Eleisuttbau be­schäftigt. Wie wir erfahren, sollen im Lauf« der kom­menden Woche noch etwa 30 Arbeitskräfte neu einge­stellt werden. Es darf angenommen werden, daß, nachdem jetzt genügend Facharbeiter vorhanden sind, in erster Linie auch Wohlfahrtserwerbslose aus dem Kreise Marburg eingestellt werden. Die Arbeiten sollen etwa 8 Wochen in Anspruch nehmen.

Marburg. Infolge der Sparmaßnahmen sind an den städtischen Realanstalten rund 50 Unterrichtsstun­den eingespart worden. Studienassessor Fett wurde aus diesem Grunde an das Wilhelmsgymnasium zu Kassel und Studienassessor Oppert an das hiesige Gymnasium versetzt.

Marburg. Zu unerquicklichen Szenen kam es in der Bahnhofstraße. Zwei Frauen kamen in Mei- nungSverschiedenheiten, die schließlich in Tätlichkeiten ausartete«. Die Heftigkeit des Kampfes geht daraus

50000 NM. Defizit im Kreis Kirchhain

Die Landwegewärter entlassen. Die Fortbildungsschule« geschloffen. Wachsende Erwerbslosigkeit.

Montag. 26. Oktober 1931_________________________

Aus Eschwege und Llmaebuna

Bischhausen. Jagdpolizei.. Dem Forstgehilfen Malkmus in Bischhausen wurde die aushilfsweise Milwirkung bei der Ausübung der Jagdpolizei in den Gemarkungen Bischhausen. Oetmannshausen und Klrckchosbach übertragen.

Eschwegc. Der Barbaroffaweg wird auSgebaut. Der Lerkehrsverband Hessen-Nassau will den hessi­schen Wanderweg (Barbaroffaweg) nach Mühlhausen ausbauen. Der große Wanderweg beginnt in Nie- derbrlnahausen an der Eder, führt über Heffenstein, geht weiter nach Bad Wildungen, Fritzlar, Felsberg, Melsungen, Heldrasteln, Treffurt, Normannsteln, Heyerode bis nach Poppenrode. Weil der Weg auch über die Lieblingsburst des Kaisers Barbarossa führt, soll alS fvmbolische Wegebezeichnung ein gekrönter Barbarossakopf und die Nummer 8 angebracht werden.

Efchwege. Der KreiSverein des Einzelhandelsver­bandes hielt eine Versammlung ab, in der Syndikus Dr. Kallweit aus Kassel über die Wirtschaftlage sprach. Seine Ausführungen wurden in einer Ent- schließung zusammengefaßt, in der es heißt, daß eine Gesundung der deutschen Wirtschaft nur bann möa- lich fei, wenn durch Einigung aller Interessenten tote Tendenz oer Regierung, von Inflation und Defla­tionen abutfeben. un'erstützi werde. Anstelle solcher Ideen müsse eine Gesundung von innen heraus da- durch gesunden werden, daß unter Senkung der Selbstkosten der Export möglichst gesteigert und die innerdeutsche Lebenshaltung verbilligt werde. Der Einzelhandel sei in gleichem Matze Interessiert an einer rentablen Produktion wie an einer kaufkräfti­gen Abnehmerschaft. Der Einzelhandel stellte sich für die Notgemeinschaft der deutschen Wirtschaft rück­haltlos zur Verfügung.

Wanfried. I« einer Versammlung des evnngeli- sche« Bundes berichtete der Vorsitzende Postmeister Nobbe über die letzte Tagung des evangelischen Bun- des in Kassel. Pfarrer Rose sprach über die Gott- losenbewegung.

Aus dem. Kreis Melsungen

Genfungen. Das Selbstanschlußamt in Borberei- hing. Die Firma Siemens-Schuckert ist gerade dabei, auf dem Genfunger Postamt Selbstauschlutzapparate aufzustellen, nachdem den Teilnehmern die neuen Zählapparate fchon vor einigen Tagen zugestellt worden sind. , ,

Altenbrunslar. Die Gemeindevertretung beschloß, die Bezüge des Bürgermeisters und der Schöffen um 10 v. H. herabzusetzen, nachdem ein Antrag der die Herabsetzung um 50 v. H. vorsah, abgelehnt worden war.

Böddiger. Sieben Zentner Kartoffeln gestohlen. In der Nacht zum Mittwoch wurden dem Maurermei­ster Sch. von hier aus dem Keller sieben Zentner Kar­toffeln entwendet.

Aus dem Streife Fritzlar

Fritzlar. Landwirtschaftliches. Die Anmeldungen Mr Bullen- und Eberkörung sind bis zum 6. Nov. oT I beim Landratsamt einzureichen.

Fritzlar. B « der Landwirtschaftsschule. Der Unterrick beginnt am Mon ag, den 2. November, vormittags 10 Uhr und findet in diesem Jahre zum ersten Male im neuen Schulgebäude statt. Der Unter- richt der Landwirtschaftlichen Haushaliungsschule be­ginnt dagegen erst Mitte November.

Aus dem Streife Wolfhagen

Wenigenhasungen. Einbruch im Gasthaus. In der Nacht vom Dienstag wurde in der Gastwirtschaft Pflü­ger ein Einbruchsdiebstahl verübt. Die Diebe raum- te« in den Vorräten, wie Zigarren, Zigaretten, Tabak und Spirituosen auf, sodaß Pflüger ein Schaden von ungefähr 100 Mark entstand. Man ist den Dieben be­reits auf der Spur.

Balhorn. Schulzusammenschlutz. Die Gemeinden Altenstädt und Balhorn, sowie Istha, Ippinghausen und Bründersen haben ihre ländlichen Fortbildungs- schulen zu einem gemeinschaftlichen Schulverhand »er» ttnt(fbringen. Um die Wasserleitung. Schon seit lan­ger Zeit ist für Ehringen ein Plan für den Ban einer neuen Wasserleitung ausgestellt. Trotzdem die Finan­zierung dieses Bauvorhabens (die Kosten sollen etwa 90 000 Mark betragen) unter Heranziehung verlorener Zuschüsse und verbilligter Kredite gesichert war, ist die Ausführung bis heute unterblieben, weil die Gemeinde glaubte, das umfangreiche Unternehmen nicht durch­führen zu können. Da nun aber die Wasserverhaltnisse

Wärter wird im neuen Jahre angeftrebt. Auch ländlichen Fortbildungsschulen werden diesem Winter nicht wieder geöffnet werden, so schwer es auch dem Kretsausschuß und dem Be- russschulausfchutz gefallen ist.

Weitere Ersparnisse konnten vorläufig im Etat nicht vorgenommen werden, da diese zu Lasten der Gemeinden gehen würden. Die Unterstützung der Er­werbslosen erstreckt sich bis jetzt auf 300. Sie wird aber am Ende des Etatsjahres 1931 auf über 500 sich ausdehnen. Der Krelsausschutz hofft durch weiter« Staatsbeihilfen den schweren Winter zu überstehen.

Schuttinöer müssen aus dem Boden sitzen Aus einer Bkarburger Anfrage.

In diesen Tagen erregte In Marburg eine offene Anfrage großes Aufsehen. Hiernach soll ein Lehrer der Marvurger Südschule erkrankt fein. Man nimmt an, daß hierfür wegen der schlechten Finanzlage Er­satz nicht eingestellt wird. Man hat daher die Kin­der der Klasse des erkrankten Lehrers mit einer an­deren Klasse jufammengetoDrfen. Da aber in dieser Klasse nicht Bänke genug vorhanden sind, müssen die Kinder (nach dieser Anfrage) auf dem Fußboden sitzen. Es werden diesen Kindern auch keine Schul­ausgaben gegeben. Ferner brauchen sie sich an dem Unterricht nicht stark zu beteiligen. Wenn es auch Vielleicht für eine kurz« Zett ist, so sollte man doch auf diese Art nicht sparen. Wer an der fugend spart, der spart verkehrt.

Schulungswoche

der Marburger Segelflieger

Auf dem Hasenkopf bei Eypriaxweimar.

Am Hafenkopf bet Cyriaxweimar, dem Schulungs­gelände der akademischen Segelsltegergruppe Mar­burg findet in der Zeit vom 25. 10. bis 2. 11. 31 eine Schülungswoche statt. Der Gruppe gehören dreiC"-- und mehrereB"-Flieaer an, sodaß man wahrschein­lich schön« Flüge zu sehen bekommen wird. Geflogen wird auf einer Rumpfmaschine und zwei Gleit­flugzeugen.

Aus Waldeck

Arolsen. Einführung der Bettlermark«« in Arolsen. Die starke Zunahme des Bettelunwesens In der letz­ten Zett veranlaßt die Stadt Arolsen, mit der Ein- sührung-der Bettlermarken «inen Versuch zu machen. Für die Bettlermarken gibt es warmes Frühstück, Mittags- oder Abendbrot.

Corbach Winterhilfe für den Kreis Eisenberges. Unter dem Vorsitz des Landrats Klapp fand im Rathaussaale eine Versammlung aller für den Kreis in Frage kommenden Organ« für Wohlfahrtspflege, sowie einiger Bürgermeister und der Vertreter des Handwerks, des Landbundes, des Ka^mannsstandeS, der ländlichen Hausfrauenvereine, der Kriegsbeschä­digten, des Jungdo sowie einem Vertreter der Arbei­terwohlfahrt und der zu betreuenden Empfänger statt, die sich mit der Regelung der Winterhilfe für den Kreis des Eifenberges befaßt«. Es herrschte lieber« elnftlmmung darüber, daß eine allgemeine Samm­lung von Lebensmitteln wie Roggen, Kartoffeln, Erbsen, Bohnen, Schinken, Wurst, Speck, Obst (nut gedörrt), Kleider und Geld unbedingt erfolgen müsse. Es wurde ein Kretsausschuß für. Winterhilfe'gebil­det, desgleichen soll in jedem Ort ein Ortsausschuß eingesetzt werden, der'die Sammlungen vornehmen wird.

Bad WUdungen. Goldene Hochzeit feierten die Eheleute Buchbindermeister Fritz Böttcher und Ehefrau Gertrude, geb. Schulze, am 15. d. M. Pfar­rer Hoyer überreichte im Auftrage der Evangelischen Landeskirche eine schöne Bilderbibel. Abends brachte der GesangvereinGermania" seinem Ehrenmit­glied« und Mitbegründer ein Ständchen.

Beinghausen sieht aus dem Wasser

Der Edersee für den Winter bereit.

Hemfurth, 25. Oktober.

Um für stärkere Niederschläge besser aufnahmefähig zu fein, ist der Ederse e in erheblichem Maße entleert worden. Die Grundmauern , der ehe­maligen Dörfer Berich und Bringhausen befinden sich zum Teil fchon außerhalb des Wassers.

TA* O r'Cr'tV'vA- Roman von Curt Johannes Braun

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Seite 3-1 Beilage '

hervor, daß eine Frau so schwer verletzt wurde, daß sie sich in die Klinik begeben mußte.

Marburg. Die Marburger Bolkshochlchule Hai wieder ihre Tätigkeit ausgenommen. Beietts am ersten Abend hattSsich eine große Hörerzahl einge- sunden.