Einzelbild herunterladen
 

Ik*

«. cn xv» er li­es

d» er ?n r- n- r- s- er ze I« ls in &» 8- c» er m n lt ä-

S z.

r.

6 ä.

250 Gnundzwanzigster Zahrgana

Kasseler Treueste Tkachrichfe«

Gonnabend/Sonnkag, 24./2S. Oktober 1931 / 2. Beilage

Ein festes Geschäft

Eine Million Dollar Sondervergütung für den Generaldirektor

(Sonderdienst der K. N. 92.).

Frankfurt a. M., 24. Oktober 1931. tonn~9eitn^»ner»?i,er^anbIun9dtafl brachte eine Reche insbesondere diejenige des ^?^r^ldlrektors Walter von der Deutschen 2A099 ^erucherungsA.-G. Unter allgemeiner Be- Genchtssaal weist Walter auf ein Bei- *,ld? or,k in der letzten Zeit bei dem Ver­kauf eines großen Aktienpaketes ereignet habe, die «ondcrausfchüttung von einer Million Dollar an den beteiligten Generaldirektor.

Sofort erhebt sich der Staatsanwalt und verlangt Nennung des Namens, was aber der Zeuge ablehnt Jtc^orauj unmittelbar die Verteidigung ver-

Das Verhältnis Mädje-Dumcke illustriert Walter nur der Schilderung eines Festessens in Frankfurt am JRatn. Bei dieser Gelegenheit habe er, Walter, eine Lobrede auf Dumcke gehalten. Das sei aber Madie nicht genug gewesen, denn dieser habe sich dann er­hoben und Dumcke in den Himmel gehoben Ueber die ganze Transaktion Favag-Deutscher Lloyd habe Walter aber seinen Aufsichtsrat ganz anders und ein- gehend unterrichtet, wie das bei der Favaq ge­schehen sei. B B

««den Nachmittagsstunden nimmt zum ersten Male der Angeklagte Sauerbrey zu einem der

Falle Stellung, die ihm die Staatsanwaltschaft vor- u>trfl. Der im Favag-Prozeß ebenfalls angeklagte und nach Polen entflohene Hersch Chaim Ehrlich betrieb über die ihm gehörige Jndustrie-Diamanten-G. m. b- mit einem großen Kredit der Favag-Konzern- bank Grundstücksspekulationen, deren Buchgewinn sich die Angeklagten Ehrlich, Becker, Schumacher, Sauer- brev und der verstorbene Generaldirektor Dumcke untereinander teilten. Dem Angeklagten Sauerbrey kommt in diesem Falle zugute, daß er bei Becker eine Sicherung ^dieses Kredites veranlaßte, die dann durch eine von Schumacher angeblich völlig flüchtig unter­zeichneten Ausfallgarantie einer Favag-Gesellschaft. der Helios Rückversicherungs-A.-G., erfolgte. Ehrlich nahm vorweg für sich zunächst einmal nom. 320 000 Mark Goldanleihe einer Landesbank aus diesem Ge- !5!ü!n. Anspruch. Der Helios verblieben 150 000 AM. Prämie, die dann durch Uebernahme einer Rück­burgschaft durch die Angeklagten diese als Gegen- leiftung annehmeu.

Sauerbrey kann, abgesehen von einem zugegebenen Fall, m,t einer überlegenen Sachkenntnis einen großen Teil der Einwendungen des Gerichts ent­lastend beantworten,

während Schumacher dem Vorwurf des unberechtig- ren Selbstkontrahierens in der Hauptsache damit be- gegnet, daß die Helios-Ausfallbürgschaft seinem Ge­dächtnis entschwunden sei.

Krieg zwischen Zierenberg und War bürg

x -

I I

PI

I

X i Ml,\ ? ' / 1

LL-äö - K 's

'r-

WM

x

Calmette gegen das Lübecker Gericht

Llm das Kindersterben in Bulgarien / Merkwürdiges Verhalten Or. Kreys

Tank-ÄbwehrßeSchütj in Feuerstellung bei p-auna

Zwischen Zierenberg und Warburg hielten Kas er und Hofgeismarer Truppen eine Uebung ab. Es beteiligten sich das Jägerbataillon mit dem Rgts.-Nachrichtenzug, die 13. Minenwerferkom- pagnie, Teile des Reiterregiments 16 aus Hofgeismar und ein Zug der 3. Komp, der 5. Kraft­fahrerabteilung mit 4 Panzerwagen. Bei schönem Herbstwetter und unter den Augen zahlreicher Schlachtenbummler endete der Kampf unentschieden.

I M

;ä>

m1

Wäl

Das Recht auf -en To-

Darf man hoffnungslos Lei-enden das Sterben erleichtern?

Die Freitagverhandlung im Calmette-Prozeß brachte einen überraschend, fast sensatwnell wirkenden Vorstoß von Rechtsanwalt Dr. Frey, Berlin. Dieser wurde ans Telephon gerufen und schmetterte, als er wlederkam, in die Verhandlung eine ihm vom Pa- steurmstitut gewordene Auskunft hinein, die dahin .gmg, daß dem Pasteurinstitut von einer Katastrophe in Bulgarien nichts bekannt sei. Im übrigen hätten, sagte Dr. Frey weiter,

Calnrette und Guvrin es abgelehnt, vor dem Lübecker Gericht zu erscheinen, da sie das Gericht nicht als ein Forum ansahen, das ein wiffcnschaftliches Urteil über das B. C. G.-Verfahren abgeben könne.

Gleichzeitig teilte Dr. Frey mit, ihm sei auch von der bulgarischen Gesundheitsbehörde die Auskunft gewor­den, daß eine Katastrophe in der kleinen Stadt Pernik nicht eingetreten sei.

Der Vorsitzende betonte darauf, daß er es recht merkwürdig finde, -atz Dr. Frey sich, bevor das Lü­becker Gericht über die Zulassung des Beweisantra­ges, Professor Calmette zu vernehmen, entschieden habe, nach Paris wandte. Rechtsanwalt Dr. Jhde erhob scharfen Protest gegen die Art, in der Dr. Frey versuche, die Prozeßführung zu beeinflus­sen und aus die Presse Einfluß zu gewinnen. Er be­tonte, es sei doch merkwürdig, daß in einem Berliner Mittagsblatt eine Aeußerung Dr. Freys schon ver­öffentlicht wurde, als sie überhaupt in Lübeck noch nicht gefallen war. Er verwahrte sich dagegen, daß Dr. Frey versuche, im Prozeß das in Lübeck ver­wandte Präparat nicht als Calmettemittel, sondern als Deyckemittel zu bezeichnen. Ein anderer Ver­teidiger sagte, man könne Dr. Frey nur dankbar fein, daß er die schon bekannte Praxis des Pasteurinstituts bestätigt habe, niemals einen Fehlschlag des B. C. G.- Persahrens zuzugeben.

Jm^übrigen wurden in der Vormittagssitzung noch die Möglichkeiten einer Verwechslung oder Verunrei­nigung der Kulturen im Lübecker Laboratorium erörtert. Die Schwester Anna Schütze gab die Aus­kunft, daß die humanen Bazillen stets auf flüssigen Nährböden, die B. C. G.-Kulturen auf festen Nähr­boden weitergeimpft wurden. Es sei ausgeschlossen, daß bei der Herstellung der Emulsion eine Ver­wechslung stattfand, denn wenn auch zu diesem Zweck die B. C. G.-Kulturen in das große Laboratorium ge­holt wurden, so hätten doch die humanen Bazillen im Brutschrank dieses Laboratoriums stets unter Ver­schluß gestanden.

Den weiteren Verlauf der Freitagsverhandlung, die die Vernehmung der Angeklagten abschloß, bil­deten eine ganze Reihe von Fragestellungen an die Ang^lagten Professor Dr. Klotz und Professor Dr. Deycke. Dabei stellte Dr. Frey Professor Dr. Klotz die Frage:Hat nicht einmal Mitte April die Mutter

Geheimnisvoller Selbstmord

einesErfinders".

Hamburg, 24. Oktober.

Der geheimnisvolle Selbstmord einesErfinders" hat hier einiges Aufsehen erregt. Vor etwa drei Jah­ren mietete ein gewisser D., der erklärte, aus Afrika zu kommen und an einer Erfindung zu arbeiten, in der Wandsbecker-Chaussee in der Nähe einer Droge­rie einige Kellerräume, wo er wissenschaftliche Studien anstellte und sich in der Hauptsache der Farbenphoto- graphie widmete. Allem Anschein nach verfügte er über größere Mfttel, da er fein Laboratorium auf das modernste einrichtete. Vor kurzem erklärte er in der benachbarten Drogerie, daß ihm seine Erfindung nunmehr geglückt sei, ohne jedoch näheres darüber zu sagen. Vielmehr vermied er ängstlich, daß jemand die Kellerräume betrat. Jetzt ist er plötzlich vergiftet auf-

eines mit B. C. G. gefütterten und erkrantten Kin­des zu ^chneii gesagt:Ist es nicht so, daß mein Kind |o erkrankt ist wie nach einer Pockenimpfung?" und haben Sie darauf nicht, wie die Mutter bekundet ganz betreten und ängstlich geantwortet:Nein, das glaube ich nicht." Dr. Klotz erwiderte:Dieser Vor­fall ist mir nicht bekannt". Dr. Frey:Wir werden ihn durch Beweisaufnahme erhärten."

Nach der Mittagspause stellte Dr. Frey den Be­weisantrag, Professor Petroff vom Bakteriologischen Institut in Sofia zu laden, der bekunden solle, daß man zwar in Pernik 160 Kinder mit B. C. G. ge­futtert habe, von denen sieben gestorben seien, daß aber diese Todesfälle nicht Folgen der Calmettefütte- rung seien.

Professor Dr. Deycke wurden verschiedene Fragen vorgelegt, die sich aus sein Verhalten nach der Ent­deckung des Unglücks und darauf beziehen, daß er die Emulsionen vernichte, woraus man unter Umständen den Vorwurf herleiten könne, er habe Beweis- material beifeite schaffen wollen. Dr. Deycke erwi­derte, er habe sich damals in einer großen seelischen Erschütterung befunden, wie wohl kaum je im Leben. Nachdem er mit Dr. Älistaedt telephoniert und ihm von der festgestellten Fütterungstuberkulose Mittei­lung gemacht habe, habe er als selbstverständlich an­genommen, daß dieser sämtliche Ampullen zurückzog. Seine seelische Erschütterung während der nächsten Tage habe ihm nicht den Gedanken kommen lassen, sich noch einmal bei Dr. Altstaedt zu vergewissern, ob das nun auch geschehen sei.

Er habe die Emulsionen vernichtet, um weiteres Unheil zu verhindern.

Die Kulturen selbst seien ja noch vorhanden gewesen und man habe jederzeit die Möglichkeit gehabt, sie uachzuprüsen. Dr Deycke betonte dann am Schluß seiner Vernehmung noch, es sei richtig, daß Professor Calmette in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift für Tuberkulose berichte, er habe selbst Versuche mit den­selben Eiernährboden gemacht, wie in Lübeck; bei einem Versuche bei Meerschweinchen und Rindern hätten sich keine Schädigungen ergeben.

Damit war die Vernehmung der Angeklagten be­endet. Die Verhandlung wurde auf Montag vertagt, wo mit der Zeugenvernehmung begonnen werden soll

Oie Calmette-Behandlung in Bulgarien

Sofia, 24. Oktober.

Die bulgarische Telegraphen-Ageniur meldet: Die im Lübecker Prozeß vorgebrachte Mitteilung, daß der bulgarische Arzt Pernik in Bulgarien mit der Cal­mette-Impfung gearbeitet habe mit dem Erfolg, daß 90 Kinder gestorben seien, hat hier lebhaftes Aussehen erregt. Die Direktion des öffentlichen Ge­sundheitswesens hat eine Untersuchung angeordnet, die bis jetzt noch nicht beendet ist.

gefunden worden. Wie die Untersuchung ergab, hat er Selbstmord begangen. Vorher hatte derErfin­der" jedoch fein Laboratorium mit allen wertvollen Instrumenten und Materialien vollkommen vernich­tet. Man nimmt an, daß feine angebliche Ersindung ein Jrtum war und daß er aus Gram darüber Selbstmord beging.

In einem Wäld bei Rosenberg in Oberschlesien tras ein Förster zwei Wilderer, die sofort auf ihn schossen. Der Förster erwiderte das Feuer, ein Wil­derer wurde durch Kopfschuß getötet.

*

Das Areal des abgebrannten Glaspalastes in München, aus dem noch heute Schutthaufen liegen, soll im Winter als Eislaufplatz verwendet werden. München bekommt aus diese Weise mitten in der Stadt eine ideale Eisbahn von großer Ausdehnung.

Lebhafte Erörterungen in der englischen Oefsent- lichkeit hat ein Vorschlag Hervorrufen, den ein Arzt Dr. C. Killick Millard der Gesellschaft der englischen Gesundheitsbeamten aus ihrer letzten Versammlung unterbreitet hat. Als Präsident der Konferenz for­derte Millard ein Gesetz, durch das den Aerzten ge­stattet werden soll, unheilbar Kranken Sterbehilfe zu bringen.

Ein solcher Plan, den hoffnungslos Leidenden das schwere Sterben zu erleichtern, ist auch bei uns schon öfters ausgestellt worden, so besonders von dem berühmten Rechtslehrer K. Binding und dem be­kannten Psychiater A. Hoche, die die sog.Euthana­siebewegung" ins Leben riefen. Millard knüpfte an biefe Bestrebungen an und erklärte, daß besonders die Qualen der Krebskranken jedem menschlich emp­findenden Arzt die Notwendigkeit ausdrängen müß­ten, ihnen jurEuthanasie", d. h. zu einem raschen und schönen Tod zu verhelfen.

Was wir fordern, ist, daß solchen Kranken tn höheren Jahren, die an einer unheilbaren Krankheit leiden und einem langsamen und schmerzvollen Sterben entgegengehen, aus ihren Wunsch nach Er­füllung aller notwendiger Vorsichtsmaßregeln durcy das Gesetz gestattet werde, rasch und schmerzlos da­hinzuscheiden. Das sollte nicht nur als ein Gnaden- akt, sondern als die Erfüllung eines Menschenrechtes, des Rechtes auf den Tod, gestattet werden. Nachdem gegenwärtigen Stande unserer Kenntnisse wäre das beste Mittel zur Beförderung ins Jenseits

die Verabreichung eines narkotischen TodestrankeZ der in einem besonderen Gesäß, demTodes-Becher", gespendet werden sollte. Vorher müßte ein Protokoll ausgenommen werden, in dem der offizielle Zeuge, der ein vertrauenswürdiger Arzt sein muß, die Un­heilbarkeit des Leidens bescheinigt und der Kranke seinen Wunsch ausdrücklich festtegt. In Fällen, in denen der Patient nicht mehr imstande wäre, den Todestrank zu schlucken, könnte ihm die tödliche Do­sis eingespritzt werden. Das Zeugnis, in dem der Arzt die tödliche Krankheit angibt und der Kranke seinen ausdrücklichen Wunsch niederlegt, könnte zu­gleich an Stelle des gewöhnlichen Totenscheines dienen. Zuerst wird natürlich die Zähl der Per­sonen. die sich der Vorteile dieses Gesetzes bedienen, verhältnismäßig klein sein.

Wie in dem Falle der Verbrennung wird die Be­wegung durch das Beispiel hervorragender Persön­lichkeiten gefördert werden, und erst allmählich wird die öffentliche Meinung die Euthanasie als ein mu­tiges, vernünftiges und menschenfreundliches Mittel zur Linderung anerkennen.

Wenn Dr. Millard den heftigen Einspruch ge­wisser Kreise gegen dieses von ihm ausgearbeiteie Euthanasie-Gesetz" voraussieht, so hat er sich nicht getäuscht, denn aus den Kreisen der Geistlichen und Pädagogen, ja auch aus denen der Aerzte kommen heftige Entgegnungen, die sich gegen eine solche Maß­nahme wenden. E. B.

Ein Frauenarzt vor Gericht

Neun Monate Gefängnis für Dr. Selo.

Krefeld, 24. Oktober.

Der Prozeß gegen den Krefelder praktischen Arzt Dr. Selo wurde nach achttägiger Verhandlung, in der gegen 100 Zeugen und eine Reihe von Sachverständi­gen auftraten, beendet. Das Urteil lautete auf neun

Monate Gefängnis wegen gewerbsmäßiger Abtrei­bung in sechs Fällen. In den übrigen Fällen, die noch zur Verhandlung gestanden hatten, erkannte das Ge­richt auf Freisprechung. Das Gericht billigte dem Angeklagten mildernde Umstände zu, da er bisher völlig straffrei gewesen, und, wie die Verhandlung ergeben habe, als sehr gewissenhafter Arzt bekannt fei. Auf der anderen Seite beanstandete das Gericht die Höhe der von Dr. Selo berechneten Honorare, die zu der wirffchaftlichen Lage der betreffenden Patien­ten in keinem Verhältnis gestanden hätten.

Madeira wurde am Freitag von einer schweren Sturmflut heimgesucht, die großen Schäden anrich­tete. Zwei Fischerboote werden vermißt. Män be­fürchtet, daß die Besatzungen, IS Mann, ertrunken sind.

Kingsford Smith

sein eigener Konstrukteur

Der Australienflieger Kingsford Smith hat sich in sein Flugzeug eine Vorrichtung für einen Reserve- Propeller einbauen lassen, den er jederzeit mit weni­gen Handgriffen aufmontieren kann. Der Propeller liegt in einem Sonderbehälter im Rumpf.

Bei Erkältungskrankheiten, bei Schmerzen rheumat. gichtischer und nervöser Art haben sich Togal-Tablet­ten hervorragend bewährt. Togal beseitigt die Krank- heitsstofse a. natürlichem Wege! Frag. Sie Ihr. Arzt. In.all. Apih. M. 1.40 12,6 Lith., 0,46 Chin., 74,3 Acid. acet, salic

AM