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Sette 2 1 Vellage

Kasseler Neueste Nachrichten

Donnerstag, 2L Oktober 1931

rtnfere Heimat

schlachlung von zehn Schafen erforderten. Durch Hin- zukommen eines Landwirts wurde größerer Schaden vermieden.

Holzhausrn, Kreis Hofgeismar. 36 Hühner ge­stohlen. In einer der letzten Nächte toüroen dem Gutsbesitzer Robrecht zirka 36 Hühner gestohlen.

Aus dem Landkreis Kassel

Sondershausen. Freiwillige Feuerwehr gegrün­det. Am Sonnabend fand eine Hebung der Pflichi- seuerwehr statt. Nach Erläuterungen des Brandmei­sters Göbel über Zweck und Ziel einer freiwillien Feuerwehr ist es gelungen, eine freiwillige Feuer­wehr ins Leben zu rufen, wozu sich gleich 40 Mann meldeten. Weitere Anmeldungen nimmt Brandmei­ster Göbel entgegen.

Obervellmar. Die kleinste Gabe ist willkommen. In einer Sitzung des Wohlfahrtsausschusses, des Ge­meinderats, des Kirchenvorstandes und «er Vertre­ter der verschiedenen Organisationen wurde auch in unserer Gemeinde ein Ortsausschuß fürWinter- Hilfe- gebildet. Als Vorsitzender wurde Bürger­meister Möller gewählt. Der Ortsausschuß und seine Reifer werden nun in den nächsten Tagen ihre Tätigkeit aufnehmen und bei den Einwohnern Ober­vellmars mit Sammellisten vorsprechen. Geldmittel, Kleidung, Wäsche, Schuhzeug, Lebensmittel aller Art, jede kleinste Gabe ist willkommen. Alle diejenigen, die es nur irgendwie können, werden gebeten, den Orts­ausschuß bei seinem Hilfswerk für unsere notleiden­den Mitbürger zu unterstützen. Die Sammlung wie auch die Verteilung sollen nicht eine einmalige Maß­nahme sein, sondern sich über den ganzen Winter er­strecken. Nähere Auskunft wird gern von den. Samm­lern erteilt.

Aus dem Kreis Hann. Münden

Hann.-Atünden. Milchhandel am Sonnlag. Die für die Stadt Münden für den Handel mit Milch an Sonn- und Festtagen freigegebenen 5 Stunden wer­den auch für die Monate Oktober bis März auf die Zeit von 813 Uhr, ohne Unterbrechung durch die Zeit des öffentlichen Gottesdienstes, festgesetzt. Wäh­rend des Gottesdienstes hat lautes Klingeln und Ru­fen seitens der Milchhändler zu unterbleiben.

Hedemündett. In der Sitzung des Gemeindeaus- schusseS stand die Prüfung der Dienstbezüge der Be­amten und der Erlaß von Sparmaßnahmen zur Aus­sprache. Eine Kommission wurde damit beauftragt, weitere Erkundigungen einzuziehen. Da die Gemein­dekasse über keine Barmittel verfügt, und trotz aller Bemühungen kein Geld zu beschaffen ist, und auch Außenstände in Höhe von 4000 Mark nur sehr schwer eingehen, wurde beschlossen, das für die Unwetterge­schädigten gesammelte Geld vorerst dazu zu verwen­den, die Hauerlöhne auszubezahlen. Jedoch sollen die Unwettergeschädigten bis spätestens 15. Dezem­ber im Besitze ihrer Beihilfe fein. Die Holzhauer­löhne sind von 70 auf 65 Pfennig für die Stunde herabgesetzt worden. Nachdem die Notwendigkeit der Einführung der Bürgersteuer erklärt worden war, wurde beschlossen, diesen Antrag auf die Tagesord­nung der nächsten Sitzung zu setzen.

Speeles Finanzlage ist gesund

WeihnachtsbeihUfe für Wohlsahrtsempfänger.

In der letzten Gemeindevertretersitzung stand der Antrag des Kreisarztes und Landrates auf Beschaf­fung neuer Schulbänke als Hauptverhandlunasgegen- stand auf der Tagesordnung. Die Versammlung be­schloß die sofortige Ausstattung mit neuen Bänken vorerst für eine Schulklasse; vorausgesetzt wurde die Gewährung einer größeren geldlichen Beihilfe durch die Regierung. Trotz der fchwerlastewden Wohlfahrts- verpflichtungen ergab ein ausführlicher Bericht über die Finanzlage, daß die im diesjährigen Haushalts- plan vorgesehenen sozialen Leistungen voraussichtlich nicht voll beansprucht werden und daß die Gemeinde über recht beträchtliche Vermögenswerte verfügt. In­folgedessen fand ein Antrag, den Wohlfahrtsempfan- gern eine Weih nachts beihilse in Höhe der wöchentlichen Wohlfahrtsunterstützung zu gewähren, einmütige Annahme. Abgelehnt wurde ein Antrag, Gemeindeland zu Siedlungszwecken gegen eine Wiese einzutauschen. Zum Schluß der Sitzung wurden die Möglichkeiten eingehend erörtert, welche den unbe­mittelten Steuerzahlern erlauben, ihren Zahlungs­verpflichtungen innerhalb der festgesetzten Fristen un­ter Vermeidung der hohen Verzugszinsen und Bei- treibungsgebühren nachzukommen.

Aus Rotenburg und Umgebung

Rotenburg. Infolge der Auswirkungen der preu­ßischen Notverordnung sind an der Volksschule -die Schulamtsbewerber Schütte und Hils entlassen wor­den. Um dem letzteren der beiden Herren, der ver­heiratet ist, zusätzliche Erwerbsmöglichkeiten zu ver­schaffen, wurden chm Unterrichtsstunden an der Fortbildungsschule übertragen. Außerdem verfugte die Regierung -den Abbau der nebenamtlichen werb­lichen Hilfskraft an der Mittelschule, um diese Stelle Herrn Hils zuzuweisen. Demgemäß hat die Lehrerin Neitzke aus Bebra ihren Dienst aufgegeben. Zulas­sung zur Krisenfürsorge. Wie vom Landratsamt ver­lautet, hat der Präsident des Landesarbeitsamtes Hessen mit Wirkung vom 5. 10. 31. ab alle Gemeinden des Kreises Rotenburg fi. F. zur Krisenfürsorge zu- gelassen. Ferner sind die Berufsangehörigen der Forstwirtschaft, die alleinstehend ober überwiegend Ernährer einer Familie sind, zuaelassen worden. Dienstantritt des neuen Magistratsmitgliedes. Nach­dem der Nachfolger des Magistratsmitgliedes Kraft, der Arbeiter Karl Hartmann, durch die Aufsicht^ -behörde bestätigt worden ist, hat er sein Amt nach Verpflichtung durch den Bügermeister angetreten.

Rotenburg. Bürgervorstehersitzung. Das Ober­haupt der Stadt betonte, wenn nicht alle Anzeichen trügen, so habe die Stadt mit etwa 8000 RM. an Ausfällen aus den Einkommensteueranteilen zu rech­nen. Weitere 8000 RM. dürften durch vermehrte Aufwendungen für die Krisenfürsorge verschlungen werden. Der Stadtverordnete Gebhardt betonte, daß insbesondere die durch Einrichtung des Strandba­des entstandenen Unkosten niedriger fein könnten, wenn der Kreis in dieser Frage zugänglicher gewe­sen wäre. Auch dürfte -der Kreis in dieser Zeit bit­terster Not Sondervorrechte in der Strombelieferung nicht weiter beanspruchen. Einen breiten Raum nahmen alsdann die verschiedenen Anträge der so;. Fraktion bett. Winterhilfe ein, was den Bürgermei­ster veranlaßte, die gesamte Bürgerschaft um weitere Mithilfe zu bitten. Unberechtigte agitatorische Kri- tik an dieser charitativen Einrichtung wurde vom Beigeordneten Schaumann zurückgewiezen. Da der Kreis sich nunmehr bereit erklärt hat, den seinerzeit Von oetoissen Wohlfahrtsunterstutzungsempfän-gern einbehaltenen Kreisante-il doch zu tz-hlen, sind -die aus Niederschlagung dieses AnteUs abzielenden Anträge überholt. Voraussetzung für die Nachzahlung rst tret» lich die Bereitwilligkeit der Betroffenen, die verwei­gerte Pflichtarbeit alsbald nachzuholen. Em Antrag, welcher den Erlaß des Schulgeldes für die ftleuituu derschule in ganz bestimmten Fällen verlangt, wurde dem Magistrat zur Stellungnahme übertoieien.

3m Dienst tödlich verunglückt

Ein Lokomotivführer aus Bebra.

Mittwoch vormittag tarn der Lokomotivführer Karl Körner ums Leben. K. blickte auS dem Führerstand, als plötzlich ein Gegenzug daherkam, wodurch er aus der Lokomotive geschleudert und überfahren wurde.' Der Tod trat auf der Stelle ein. Der Verunglückte War als pflichttreuer Beamter be­

kannt und erfreute sich überall größter Beliebtheit. Seiner schwergeprüften Familie bringt man allseits größte Teilnahme entgegen.

Aus dem Kreis Hofgeismar

Sielen. Rotschlachluna an 10 Schafen. Zn Ab­wesenheit des Hirten brachen die Schafe aus den Hürden und taten sich gütlich aus Dem nahegelegenen Luzernacker. Ter Erfolg war. daß sich bei mehreren der Tiere Kolikerscheinungen zeigten, die eine Ab- |

Aus dem Kreise Ziegenhain

Mardorf. Nächtlicher Einbruch. Bei der Witwe des Gastwirts Schick drangen nachts Diebe in Die Wirtschaft, indem sie die Fensterscheiben zertrümmer­ten und eine Anzahl Flaschen mit Spirituosen raubten. Weiter wurden 6 Enten gestohlen.

Neustadt. Für die Winterhilfe. Unter dem Vor­sitz von Bürgermeister Dr. Bicker hat sich ein Ausschuß gebildet, dem auch Dechant Ebel und Amtsgerichtsrat

Oie peinlichen Vorfälle in Oberkanfnngen

Insgesamt wird gegen Gemeinde das Disziplinarverfahren eingeleitet

Arn Dienstag sand eine öffentliche Bürgerver­sammlung statt, wo Ausklärungeu über die Unregel­mäßigkeiten mehrerer Gemeindebeamten gegeben wurden. Das Beweismaterial gegen den Polizei- hauptwachtmeister Sch. und gegen den Gemeinde­sekretär W. hat sich so gehäuft, daß auch gegen diese beiden Beamten das Disziplinarverfahren eingeleitet werden mutz.

Der Fall des Polizeihauptwachtmeisters <Ro der auch gleichzeitig Vollziehungsbeamter der Gemeinde war, liegt insofern klar, als Ro.

die Unterschlagungen eingestanden

hat und gegen ihn sowohl das Strafverfahren, wie auch das Disziplinarverfahren eingeleitet wurde. Nur hat sich die summe inzwischen von 2689.26 aus 3000 RM. erhöht. Dem Polizeihauptwachtmeister Sch. wird zur Last gelegt, daß er einkassierte Mietsbeträge aus den der Gemeinde gehörigen Hausgrundstücken mo­natelang in der Tasche herumgetragen hat, ehe sie der Gemeindekaffe zuflossen.

Einige von Sch. quittierte Betröge sind bis heule noch nicht eingegangen.

Dem Gemeindesekretär W ist nachgewiesen, daß die von ihm geführte G e b ü h r e n k a s s e bei der Revision einen Fehlbetrag aufwies. Außerdem war diese Kasse derart

uachlässig geführt

worden, daß er die Belege zum Teil erst aus seiner Wohnung herbeischassen mußte und ein weiterer Teil der Belege überhaupt nicht aufzufinden war. Die Gebührenkasse wurde für alle möglichen Zwecke in Anfprnch genommen. Besonders kraß liegt folgender Fall. Die Gemeinde ließ sich eine Probensendung von 5 Paar Schuhen für die ausgesteuerten Erwerbslosen kommen. Die Lieferfirma wollte natürlich nach eini­gen Monaten ihr Geld haben. Doch W. reagierte weder auf Mahnungen noch auf den Zahlungsbefehl. Erst nachdem der Betrag durch Pfändungskosten von 60 auf 78 Mark angewachsen war, wurde dieser Be­trag aus der Gebührenkasse bezahlt. Merkwürdiger­weise aber wußte W. nicht mehr, wer die Schuhe be­kommen hatte. Bei 2 Paar Schuhen konnten bis heute noch nicht die Empfänger festgestellt werden. Die betreffenden Personen haben ihre Schuhe zum größten Teil bezahlt, doch sind auch diese Beträge nicht in der Einnahme verbucht worden. Die Prü­fungskommission hat weiter beanstandet, daß in den beiden Jahren 1928 unv 1929 nur 409 Mark und in dem Jahre 1930 allein 490 Mark auf der Einnahme­seite ansgewiefen werden. Z. B. sind während eines ganzen Etatjahres keine Einnahmen für das Aus­hängen von Bekanntmachungen gebucht. Vom Kreis­ausschuß war zufällig Herr Rüdiger. Ochshausen an­wesend, der gebeten wurde, Mittel und Wege zu zei­gen, um das Disziplinarverfahren gegen die 3 Ge­meindebeamten möglichst schnell abzuwickeln. Die Ge­meinde muß ja bis zum Abschluß des Verfahrens die Hälfte des Gehaltes bis zur Erledigung des Verfah­

rens weiterzahlen. Herr R. konnte jedoch auch keine positiven Vorschläge machen, da der Instanzenweg ge. setzlich geregelt ist. Ter Redner führte dann weiter aus, daß Oberkaufungen vor dem Kriege einer der blühendsten Orte war, währöüd es jetzt die sinan- ziell am schlechtesten dastehende Gemeinde im ganzen Landkreis Kassel ist. Ties ist jedoch nur zum ge­ringsten Teil auf die Mißwirtschaft in der Gemeinde zurückzuführen. Am meisten wurde Oberkausungen durch die Stillegung der Industrie betroffen. Wäh­rend noch nach dem Kriege über 500 Arbeitnehmer beschäftigt werden konnten, ist diese jetzt bis auf 20 zusammengeschrumpst. Herrn R. wurde aus der Ver­sammlung der Vorwurf gemacht,

daß auch dem Kreisausschuß ein Teil per Schuld an der mißlichen Finanzlage zuzuschreiben ist, da er nach den Borkommnissen in dem Jahre 1927 schärfer durch­greifen mußte.

Herr R. erklärte hierzu, daß diese Anfragen nicht von dem Kreisausschuß, sondern von den Kreisaus- schnßbeamlen selbständig erledigt werden. Der Red­ner behauptete sogar, daß Beamte des Kreisaus­schusses

bewußt salsche Berichte an die Regierung weitergeleitet haben.

Aus der Versammlung wurde um Auskunft gebeten, wie weit die Brandgeschichte im Gemeindekassenraum gediehen ist. Bekanntlich brach einige Tage vor der Entlarvung des Polizeihauptwachtmeisters Ro. ein Brand in der Gemeindekasse aus, dem zuerst wenig oder gar keine Beachtung geschenkt wurde. Erst durch das Bekanntwerden der Unterschlagungen bekam diese Brandgeschichte ein mysteriöses Mäntelchen umge­hängt um so mehr, als sich herausstellte, daß als Brandherd eine neben dem Kaffenschrank hängende Arbeitsjacke entdeckt wurde und direkt unter dem Brandherd ein Stuhl stand, der mit Mten und Kas­senbelegen belegt war. Die Versammlungsleitung konnte ledoch hierzu nur mitteilen, daß mehrere Zeu­gen inzwischen polizeilich vernommen wurden. Ob die Sache inzwischen der Staatsanwaltschaft über­geben war, entzog sich ihrer Kenntnis. Zum Schluß wurde noch der einstimmige Beschluß gefaßt, folgenden

Antrag an die Regierung zu stellen:

Die am heutigen Abend im Landefeldschen Saale von 600 Gemeindemitgliedern besuchte öffentliche Versammlung nahm mit größter Entrüstung von den in der Gemeindeverwaltung herrschenden Zuständen Kenntnis und faßt den Beschluß, die besoldeten Be­amten des Kreisausschusses für das bevorstehende Disziplinawerfahren gegen die Gemeinde Oberkau- fungen als Disziplinargericht, als befangen abzu­lehnen. Besonders kommt hierfür der Kreisausschuß- inspeklor Kersting in Frage, da er nicht zuletzt für die Kaffenverhältniffe der Gemeinde als Prüfungs­beamter des Kreisausschnffes evtl, mit verantwort­lich gemacht werden kann.

Aus dem Kreise Fritzlar

Jesberg. Einzelhandel btttet um Verständnis. Eine große Beteiligung hatte am Sonntag die Ver­sammlung der Ortsgruppe Jesberg des Kaufmänni­schen Kreisvereins aufzuweifen. Syndikus Dr. Kall- wett vom Einzelhandelsverband Kassel fprach über das ThemaVolk in Rot". Dr. Kallweit beschäftigte sich auch mit der Frage des Zugabe Unwesens. Es folgte ein Beschluß, daß die Jesberger Einzechänd- ler von sich aus ab 1. November d. Js. sämtliche Ra­battsysteme fallen laffen. Da di« sogenannten Gra- tiszugaben, Rabatte usw. eine wirtschaftliche Para­doxie sind, bittet die Jesberger Kaufmannschaft die Bevölkerung wegen dieser Maßnahme um Verständ­nis.

Empfindliche Strafe

Verhängnisvoller Sturz eines blinden PaffagierS.

Der landwirtschaflliche Arbeiter K. A. ans Alten­burg, in Stellung bei einem größeren Landwirt tn Haddamar, bestieg, um einmal billig von Haddamar nach Fritzlar zu gelangen, das gegen 20 Uhr von Wolfhagen kommende Postauto unbemerkt auf der Haltestelle im Dorfe und verblieb auf dem Tritt­brett stehend bis nach Fritzlar. Als A. in der Nähe der Arck. Kaserne heräbspringen wollte, verlor er das Gleichgewicht und schlug rücklings mit seinem Kopie auf das Straßenpflaster. wodurch er sich eine erheb­liche Kopfverletzung zuzog und in das Hospital zum hl. Geist geschafft werden mußte.

Nur noch eine Fortbildungsschule

Die gemeinsame Fortbildungsschule für die männliche Jugend im Kreise Fritzlar.

Der Kreis Fritzlar hat die Trägerschast für das Fortbildungsschulwesen übernommen und befoudere Bezirksfortoildungsschulen gewerblichen und ländli­chen Gepräges für die männliche Jugend eingerichtet. Im Etats jähr 1930 bestanden 9 gewerbliche Schulen mit 23 aufsteigenden Klaffen, in denen 500 Schüler und 9 landwirtschaftliche Schulen mit 10 Klassen, in denen 100 Schüler unterrichtet wurden. Für die Be­schulung der Fortbildungsschulpflichtigen war die Be­rufsgliederung im ffreife aufschlußreich und es erga­ben sich bei der Berufszählung 1925 folgende Verhalt- niszahlen: Der Landwirtschaft gehörten an 43 Pro- zenr, Bem Handwerk und der Industrie 30 Prozent, Handel und Gewerbe 9 Prozent, Verwaltung 9 Pro­zent, Berufslose 9 Prozent. An Arbeitnehmern wa­ren beschäftigt in der Landwirtschaft 28,5 Prozent der Arbeiter und 9.25 Prozent der Angestellten, 55,5 Pro­zent der Arbeiter und 12,25 Prozent der Angestellten in Handwerk und Industrie, in häuslichen Diensten 10,5 Prozent. Die schlechten Aussichten des Forckom- rnens eines Landwirts zeigen sich deutlich auch in der Zusammensetzung der fortbildungsschulpflichtigen Ju­gendlichen, denn von 549 in 1930 der Schulpflicht unterliegenden männlichen Jugend waren nur 120 in der Landwirtschaft tätig, die Bern Arbeitnehmer

infolge der starken Zahl der Familienbetriebe nur ge­ringes Unterkommen bietet. Schwierig gestaltete sich bisher die Beschulung dieser 120 im ganzen Kreis verstreuten Jugendlichen. Die ländlichen Fortbil­dungsschulen waren bis auf eine einklassig, während von den 9 Schulen infolge Schülermangels zwei ge­schlossen wurden, dagegen bei der Unterbesetzung der Klassen der Zuschuß des Kreises jährlich stieg. Die Schulverhältnisse hatten für die landwirtschaftliche Jugend besondere Nachteile, da der in der Landwirt­schaft tätige Jugendliche fast ausnahmslos einklassige Schulen besucht, in denen er in 120 Stunden unter­richtet wird; dagegen besucht der Angehörige der ge­werblichen Berufe regelmäßig eine mehrgliedrige Schule mit 240 Stunden im Jahre, also das Doppelte seines Altersgenossen. Da aber der Handwerker auf dem Lande meist noch Kleinlandwirt ist, und auch der gewerbliche Arbeitnehmer meist noch etwas Land be­wirtschaftet, ist es für ratsam erachtet worden, den Handwerker gleichfalls mit landwirtschaftlichen Stos­sen zu befassen.

Der Kreisfortbildungsschulausschuß ist zu der An­sicht gelangt, daß man auf dem Lande wieder zu einem gemeinsamen Unterbau für beide Schularten kommen und mehrgliedrige, leistungsfähige Schulen im Interesse einer gleichmäßigen Beschulung der Jugendlichen eingerichtet werden müßten, um durch sie mit der Heimatscholle verwurzelte und im Berufe tüchtige und brauchbare Staatsbürger heranzubilden. Diefe Erwägungen führten zum Entschluß, eine ge­meinsame Fortbildungsschule aus dem Lande ins Le­ben zu rufen, die in Zukunft also nur noch eine Fort­bildungsschulart auf dem Lande mit einem nach Be­rufen getrennten Fachunterricht und einem gemeinsa­men Unterricht in den allgemeinen Fächern Vorsicht. Der gemeinsame Unterricht findet vom 1. November bis 31. Mai statt. Bei der Frühjahrsbestellung wird auf die Bedürfnisse der Landwirte besondere Rück­sicht genommen. Die Zeit von Juni bis Oktober bleibt für die Landwirte unterrichtsfrei. Für die ge­werblichen Fortbildungsschüler sinden 60 Stunden Fachunterricht in den Wintermonaten, die restlichen 60 Stunden in den Monaten April bis Mitte Juli und in der zweiten Oktoberhälfte statt. Vorgefehen ist in jeder Schule eine land wirtschaftliche Fachklafle mit durchschnittlich 17 Schülern, toäbrenb die gewerb­lichen Klassen im Durchschnitt 22,5 Schüler aufweisen werden. Der Jahreskostenauswand für die Fortbil­dungsschulen der männlichen Jugend betrug für Stundenvergütung und Leitung insgesamt 19 782 M. Nach den neuen Plänen wird der Aufwand für die Schulen betragen 13 856 Mk., also trotz des Mehrs von 60 Stunden für die Landwirtschaft eine Er­sparnis von 5926 Mk. Dieser Plan stellt zunächst nur einen Versuch auf dem Wege zu einer gemeinsamen Fortbildungsschule auf dem Lande dar, der aber hof­fentlich gelingen wird, da alle.beteiligten um inter­essierten" Stellen diese guten Bestrebungen zum Segen und Nutzen unserer Jugend sicher unterstützen werden.

Siebert angehören. Durch Haussammlungen sollen Lebensmittel, Kleidungsstücke, Bargelo für die Be- Dürftigen aufgebracht iverden. Im Schwesternhaus findet auch eine Speisung in der Volksküche statt, die allen Mittellosen unentgeltlich zur Verfügung steht.

Spiel mit Sprengkapseln

Zwei Kinder in Warburg verletzt.

Schulknaven in Warburg spielten in Abwesenheit der Eltern mit Sprengkapseln. Eine Kapsel entzün­dete sich und verletzte den Sohn des Eiseiibahnöeöien- steten F. aus Warburg so schwer am Kops, daß er tu das Krankenhaus Warburg überführt werden mußte. Ein zweiter Knabe erlitt Verletzungen an Kops und Händen.

*

Warburg. Kinder durch den Verkehr gefährdet. Auf der Unterstraße wurde ein Kind, das mit einem Ball spielte, von einem Kraftwagen erfaßt und er­heblich am Kopf verletzt. Den Auwführer trifft nicht die geringste Schuld.

Warburg. Ein Kleiverdieb. Im Kreise Warburg treibt ein Dieb sein Unwesen, der es vornehmlich aus Kleidungsstücke abgesehen hat. In eine in der Nähe von Warburg gelegene Mühle drang zur Nachtzeit ein Dieb in tote Schlafkammer des Hausherrn ein und nahm sämtliche vorhandenen Kleidungsstücke an sich. Der Besitzer bemerkte den Diebstahl und setzte dem Einbrecher, den er kurz vorher in der Nähe des Ge­döstes gesehen hatte, nach. Der Dieb warf die gestoh­lene Kleidung von sich und entkam. In Hohen­wepel wurden bei dem Gutsbesitzer R. den Knechten sämtliche Kleidungsstücke aus einem geschlossenen Raume gestohle. Bei einem Landwirt in Rösebeck fielen dem Dieb eine Menge Kleidungsstücke, mehrere Lederhausschuhe und eine silberne Taschenuhr in die Hände.

Don -er Schntzscheive zerschnitte« und verblutet

Tödlicher Autounfall bei Riedermarsberg.

Aus der Straße EssenchoNiedermarsber^ ereig­nete sich ein Autounglück, das den Tod des Fahrers zur Folge hatte. Der Installateur K. brachte mit ei­nem Kraftwagen seine Gehilfen zur Arbeitsstelle. Auf dem Rückwege kam bei übermäßiger Fahrt der Wa­gen im nassen Laube am Rande der Straße ins Schleudern und überschlug sich. K. wuroe durch die Windschutzscheibe geschleudert u. erlitt so tiefe Schnitt­wunden an Hals und Kopf, daß er in kurzer Zeit verblutete. Paffanten fanden erst nach Stunden den umgestürzten Wagen und darunter den toten Fahrer.

Aus Waldeck

Eorbach. Brennendes Auto. Große Aufregung verursachte am Montag in der Bahnhofstraße ein in Brand geratenes Personenauw, das ans Soest stammte. Der Fahrer konnte sich retten. Das Feuer wurde bald gelföscht.

Meineringbaufen. Waffernot. Die archäliende Trockenheit hat bewirkt, daß in der Wasserversorgung unserer Gemeinde große Schwierigkeiten eingetreten sind.

Arolsen. Zur Winterhilfe wurde ein Ausschuß gewählt. Man will Lebensrnittel, Geld, Kleider, Wäsche sammeln, ferner ein Lebensmitteldepot ein­richten.

Mengeringhaufen. Der dramatische Verein führte am Sonntag in der Stadthalle AnzengrubersPfar­rer von Kirchfeld mit großem Erfolge auf.

Gellershausen. Die ulten Linden bei der Kirche wurden unter Naturschutz gestellt.

Bad Wildungen. Vorläufiger AreisphysikuS. Die durch den Tod des Herrn Meoizinalrats Dr. Wald- schmidt verwaiste Stelle des Kreisphysikus des Krei­ses der Eder wurde zur einstweiligen Verwaltung Herrn Msdizinalrat Dr. Hartwig-Corbach übertragen.

Aus Oberheffen

Bernsburg. Bürgermeisterwahl. Der bisherige Bürgermeister und der alte Beigeordnete wurden wiedergewählt.

Aus -em Kreise SchmalkalSe«

Herrenbreitungen. Vergeblicher Termin. Zu dem Termin für die Verpachtung der Fifcherei auf der Teufe und dem Stockbornwaffer hatten sich zwar viele Interessenten eingefunden; die Angebote bewegten sich aber in so bescheidenen Grenzen idas höchste An­gebot belief sich auf 40 Mk.), daß man sich zur Wie­derholung des Termins entschloß.

Brotterode. Die Radium-Quellen. Mitglieder des Thüringerwald-Vereins erwarben sich dadurch ein Verdienst, daß sie die bekannte Radium-QuelleVor dem Rohr" einfaßten und durch Anlage eines Weges zugänglich machten. Die Radiumhaltigkett diefer und übrigens auch anderer Quellen ergab sich bei Ge­legenheit von Untersuchungen, die man vor Jahren unternahm, als man systemattsch daran ging, den Fremdenverkehr Brotterodes zu heben.

Abend

22.4023.80: Tanzmusik der SnnKavelle Haas

20.80: Siernstunder

21.15: Neue Musik

Run-funk

Mir Mten <rm Freitag, den 28. Oktober: Frankfurt-SasloK

6.15: Wettermeldung. Morgengymnastik I wrt 11

7.20: Frühkouzert aus Schall»satten

12.05: Schallplattenkonzert '

17.05: Bon Kassel: Konzert des Phrlharmomsche» Orchesters

18.40:Haben Sie schon Stellung?" Bon Bruno Nelis- sen-Haken, oorgelesen von Max Kontnski

19.05:Mit jBraf Zeppelin" l» der Arktis", Vortrag von Pros. Samoilowitsch

19.45: Konzert, ausgeführt von de» Siegern im Rundfunk. Wettlingen Am Klavier: Erich Jtvr Kabn _ ., < .. Menschhell

Mionen VI. (volkstümlicher)

over: süss

_________ ..llSberg: nach Büchners gleichnamiger o. 21.10: Der Kontraounkt

^angenoerg: 20.00: Abend- Wann". Hörspiel von Karl August : 10.30: Aus der Wiener Staats-

Köuiaiwusterhanfen: 20.00: Bus BreSIaur Verwirrung um Amalie"^ Hörspiel vonMiMbiaS Kloster» maiti. Musik von Hans Sanier. 21.00: AuS der Phil» Harmonie Berlin: Igor Strawinsky: Concerto m D (Welt» urausfüdrungl. 21.80: Aus Amerika: Soiuert der East» man-Musikschule. <> «ö n i a sb.er8 He t.

20.00: Lenz. Sin Hörbild " * "

Novell« von Hermann Kr tn der Orch-sl-rmusik. H musik. 21.00:Toter ST Düppengiener. <8> Wien: w ......--

----- ^urandot", lyrisches Drama tn drei Akten und

__>ern. Munk von ®. Vuccini. 22.05: Tanzmusik.

<K> Rom: 21.00: Großes Siusouiekonzert.

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