Kasseler Abendzeitung
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Kasseler Neueste Nachrichten
Nummer 246*
Dienstag, 20. Oktober 4931
21 Jahrgang
Vor neuen handelspolitischen Maßnahmen
Inkraftsetzung der Handelsverträge mit Ungarn und Rumänien / Um die Präferenzzölle / Oie Ausschüsse während der Reichstagspause
Argentinien macht Schwierigkeiten
Eigener Drahtbertcht.
Pierre Lavals Amerikafahrt (Von unserer Berliner Schrifileitung).
tiL Berlin, 20. Oktober.
Ei» wichtiger Schritt der Reichsregierung ficht jetzt auf handelspolitischem Gebiete bcitor Die neuen Handelsverträge mit Ungarn und Rumänien sollen möglichst Mm 15. November in Kraftgesetztwerden. Allerdings wird sich vielleicht die Notwendigkeit ergeben, aus diesen neuen Handelsverträgen Mnächst die sogenannten Präferenz- abkommen herauszulösen und lediglich die Tarifabkommen in Kraft zu setzen, weil die Präferenz- Verträge der Genehmigung aller durch die Meistbegünstigung ausgezeichneten anderen Staaten bedürfen.
Bekannlich find in Genf die sogenannten Präfe- rcnzverträge als ein geeignetes Mittel zur Verminderung der Wirtschaftsnot in Südosteuropa anerkannt worden, und man hat fich in Genf auch auf den Standpunkt gestellt, daß diese Präferenz-Verträge nicht an dem Meistbegünstigungsshstem scheitern dürften. (Die Meistbegünstigungsklausel bestimmt, daß alle Rechte und Vergünstigungen, die der eine Ver- iragsstaat einem dritten eiPräumt, ohne weiteres auch dem anderen Vertragsstaat zugestanden werden müffe. Die Präferenz-Verträge räumen, wie die folgenden Beispiele zeigen, einem Vertragspartner, und zwar nur diesem besondere Vorzugszölle ein). Der Vertrag mit Ungarn bezieht fich im wesentlichen aus Weizen, der Vertrag mit Rumänien sieht in erster Linie Vorzugszölle auf Rogge» und Mais vor. Dabei wird festgestellt, daß diese Verträge zunächst auf zwei Jahre begrenzt sind, und daß die Menge des zum Vorzugszölle nach Deutschland eingeführten Getreides den normalen Import nicht übersteigen darf.
Die europäischen Regierungen, die mit Deutschland Handelsverträge mit der Meistbegünstigungsklausel abgeschloffen haben, dürften in dieser Angelegenheit wahrscheinlich keinen Widerspruch erheben, aber es find Schwierigkeiten mit der argentinischen Regierung zu erwarten. Die Strömungen gehen infolgedeffeu dahin von Argentinien wenigstens den Verzicht auf einen formellen Einspruch zu erlangen, auch wenn eine offizielle Erklärung des positiven Einverständniffes der Argentinier- wahrscheinlich nicht M erlangen fein wird.
Wenn bis zum 15. November in der Präferenzfrage noch nicht alle Hinderniffe beseitigt sind, werden zunächst die Tarisabkomnten mit Ungarn und Rumänien und zu einem späteren Zeitpunkte die Präse- renzverträge in Kraft gesetzt werden.
Oie Verhandlungen mit der Schweiz
Bern, 20. Oktober.
Die deutsch-schweizerischen Verhandlungen über die Abänderung des Handelsvertrages sind am Montag nachmittag eröffnet worden. Bundesrat Schulchetz, der Leiter des Volkswirtschaftsdepartements, wies in seiner Begrüßungsrede auf die Gründe hin, die den Bundesrat zur "Einleitung der Verhandlungen veranlaßt haben.
Als Vertreter der deutschen Regierung dankte der deutsche Gesandte in Bern, Dr. Müller, für den Empfang und erklärte die Bereitwilligkeit der deutschen Regierung uno der deutschen Abordnung, die gegenwärtigen Verhältniffe in den beiderseitigen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen in freundschaftlichem Sinne gemeinsam zu prüfen und Lösungen zu erwägen, die diese Lage verbessern könnten. Alsdann legte Ministerialdirektor Dr. Posse eingehend den Standpunkt der deutschen Regierung und Direktor Stuckt vom Volkswirtschastsdepartement die Auffassung der fchweizer Regierung dar.
Oas Arbeitsprogramm der Ausschüsse
Berlin, 20. Oktober.
Im Gegensatz zu früheren Reichstagspausen wird diesmal eine vollständige Unterbrechung der Reichstagsarbeiten nicht eintreten. Es haben bereits 12 Ausschüsse Tagungen in Aussicht genom- m e n. Den Anfang werden damit machen der Sozialpolitische. der Volkswirtschaftliche, der Ausschuß für die Kriegsbeschädigtenfragen und der Ausschuß für die Liguidations- und Verdrängten-Schäden. und zwar sollen zuerst die vorliegenden und inzwischen eingegangenen Petitionen erledigt und dann einige kleinere Gesetzentwürfe in Angriff genommen werden
Vor dem Beginn der Beratungen des Haushalts- Ausschusses , der für Mitte November in Aussicht genommen ist, werden zwei Unterausfchsiffe, nämlich der Rechnungsausschuß und der Ständige Ausschuß, ihre Arbeiten Wieder aufnehmen.
Ferner ist mit einer Tagung des Wohnungsausschusses, des Beamtenausschusses sowie des Steuerausschusses in der nächsten Zeit zu rechnen.
Der Wirtschaftsbeirat der Reichsregierung wird voraussichtlich in der Mitte der nächsten Woche zum ersten Mal in Berlin zusammentreten. Den Vorsitz bei der Eröffnungssitzung wird der Reichspräsi
dent führen. Wie man hört, wird der Wirtschaftsbeirat doch umfangreicher werden, als ursprünglich beabsichtigt war. Man denkt daran, einen Kreis von 20—24 Personen zu berufen. Die einzelnen Fragen werden wahrscheinlich in verschiedenen Ausschüssen behandelt werden.
politische Anschläge in Kairo
Ein Reffe des Ministerpräsidenten ermordet.
London, 20. Oktober.
Nach Meldungen aus Kairo ist am Montag der Bürgermeister von Ghorayab Mahmud Lutfi Man- sur, ein Neffe des ägyptischen Ministerpräsidenten ermordet worden. Gleichzeitig entdeckte die Polizei eine Verschwörung gegen den Rektor der Moslew- Universität in Kairo, der aber rechtzeitig gewarnt werden konnte. Vier gedungene Mörder, die ihm auflauerten, wurden von der Polizei verhaftet. Sie sollen bereits ein Geständnis abgelegt haben.
Im Znsammenhang mit diesen beiden Verbrechen wurden noch am Montag drei führende Persönlichkeiten und zwar ein früherer Provinzialgouverneur, ein Oberst a. D. sowie ein Rechtsanwalt und früherer Abgeord-cter, der für seine bolschewistischen Neigungen bekannt war, verhaftet. Wie es heißt, soll hinter den beiden Anschlägen die Wafd-Partei stehen.
Paris, 20. Oktober.
Von Bord der ,„Mc de France" wnrdx am Montag der Pariser Presse gemeldet, daß Amerika angeblich beabsichtige, die deutschen Tribntzah- lungen nach Ablanf des Feierjahres ans 5g Millionen Dollar jährlich (rund 210 Millionen Mark) herabzusetzen. Die Vereinigten Staaten feien jetzt bereit, der sranzösifchen Sicherheistyefc Rechnung zn tragen.
Der Sonderberichterstatter der „Information" drahtet feinem Blatt von Bord der „Ile de France" einen bemerkenswerten Bericht Wer ven mutmaßlichen Inhalt der Washingtoner Besprechungen. Dieser meldet, es sei wenig wahrscheinlich, daß Präsident Hoover eine einfache Verlängerung des im Juli ablaufenden Feierjahres Vorschlägen werde. Gegen eine derartige Lösung mache sich in parlamentarischen Kreisen eine starke Opposition geltend. Ein Teil der amerikanischen Oeffentlichkeit scheine jedenfalls einen weiteren Zahlungsaufschub zugunsten Deutschlands zu fordern. Die Schuldverpflichtungen der anderen Staaten gegenüber Amerika sollten jedoch nicht aufgehoben, fondern nach Maßgabe der Zahlungsfähigkeit der Schuldner bestimmt werden, wobei natürlich an Frankreich gedacht werde. Andere Gruppen, und zwar vornehmlich die gutunterrichteten Fi- nanzkreise, träten ihrerseits für eine Aufrechterhaltung der Reparationsizahlungen in verständigen Grenzen ein. Man könne damit rechnen, daß eine Herabsetzung der Tributleistungen gebilligt werde, wobei man von einer JahreszaHlung von 50 Millionen Dollar (210 Millionen Reichsmark) spreche Man habe sogar ins Auge gefaßt, von Deutschland gewisse Bürgschaften in Form von Sonderabgaben zu verlangen.
Was die Wirtschaftskrise und die internationale Geldlage angehe, so HWc man Grund zu der Annahme, daß die Regierung der Vereinigten Staaten Wer die gemeinsamen Maßnahmen der Emissionsbanken hinaus bereit sein würde, mit Frankreich zusammen eine feierliche Erklärung Wer die A u f- rechterhaltung der Goldwährung abzugeben. (Wir verweisen unsere Leser auf den Artikel „Pierre Lavals Amerikareise", in dem unser * Pariser Korrespondent ausführlich zu diefen Fragen Stellung nimmt. D. Red.)
polen rüstei auf
Warfchau, 20. Oktober.
Das polnische Memorandum über die Ab- rüfiungsfrage, das vom Völkerbundssekrerariat soeben veröffentlicht worden ist, wird in Deutschland berechtigtes Aufsehen erregen. Nicht nur wegen der detaillierten Angaben über den Rüstungsstandard Polens. Viel aufschlußreicher ist eine D e n k schr i f t, die den
Dr. Pz. Paris, 19. Oktober.
Man hat gelernt, Ereignisse selbst von anscheinend größter politischer Tragweite skeptisch ju beurteilen. Aber bei aller gebotenen Vorsicht darf man auch wieder nicht in den andern Fehler verfallen, Dinge als bedeutungslos abzutun, die vielleicht als der nähere oder entferntere Ausgangspunkt einer völlig neuen Entwicklung betrachtet werden müssen. Zu diesen Dingen gehört mit ziemlicher Gewißheit die Amerikafahrt des Auvergnaten Pierre Laval.
Ging die erste Anregung zur Reise vom Präsidenten Hoover aus? Oder waren es wirklich, wie man sich erzählt, interessierte französische Kreise, die auf eine Einladung durch den amerikanischen Botschafter Sir Walter Edge hin drängten? International gesehen, hat die Frage gewiß ihre Wichtigkeit; doch tritt sie jetzt angesichts der Tatsache selber in den Hintergrund, und ihre Beantwortung mag einer zufälligen Enthüllung überlassen bleiben. Daß jeder politisch denkende Franzose mit brennendem Interesse unb zum Teil hochgespannten Erwartungen dem Zusammentreffen in Washington entgegensieht, kann nicht geleugnet werden; ebensowenig aber läßt sich bezweifeln, daß die mächtigste Republik der Welt ein paar "nsg-z-ichnete Gründe hat, den jungen französischen Ministerpräsidenten, den ein märchenhaftes Glück zu einer der ersten Persönlichkeiten unserer Zeit gemacht
Rüstungsangaben vorausgeschickt wurde. In ihr wir« die polnische Auffassung von den Abrnstungs- problemen eingehend entwickelt. Polen Wanste das gleiche Verfahren an, dessen sich Frankreich schon vor einigen Monaten heöiente. Auch in dem polnischen Memorandum betont man, daß eine beschränkte Abrüstung nur unter der Bedingung möglich sei, daß gleichzeitig internationale Sicherungen und wirksame Garantien geschaffen werden.
Die Ausfichten der Abrüstungskonferenz kann man, wenn Staaten wie Frankreich und Polen bei den Genfer Beratungen den Ton angeben sollten, nur sehr ungünstig beurteilen. In engster Anlehnung an Frankreich gibt jetzt nämlich auch Polen feine Ansicht kund, daß die A b r ü- stungsbestimmungen des Versailler Vertrags durch Beschlüsse der Abrüstungskonferenz nicht berührt werden dürften. Dringen Frankreich und Polen bei der Genfer Abrüstungskonferenz mit ihren Anschauungen durch, dann könnte man den Delegierten der Staaten den guten Rat geben, gleich am ersten Tage der Konferenz eie Koffer zu packen.
Es fehlt in dem Abrüstungsmemorandum ferner nicht der Hinweis, daß die jetzigen Rüstungen Polens ungenügend seien „und nicht den tatsächlichen Bedür wissen Polens gemäß seiner geographischen und politischen Lage entsprächen". Polen kündigt offen an, daß es auf der Abrüstungskonferenz nach dieser Richtung hin neue Anträge stellen werde. Mit anderen Worten: Polen sieht in Genf den geeigneten Ort, um sich neue Sicherungen gegen „feindliche Uebersälle" zu verschaffen. Die Abrüstungskonferenz soll dem polnischen Staat als Vorwand dazu dienen, feine Rüstungen bettächtlich herausMsetzen. In einer Versammlung, die letzten Endes der Verwirklichung der Abrüstung dienen soll, will alfo Polen mit neuen Rüstungsforderungen hervortteten. Auch der verbohrteste polnische Chauvinist müßte eigentlich zu der Erkenntnis kommen, daß diese Ankündigung eine Boykotterklärung gegen die Abrüstungskonferenz bedeutet.
Wie sehen im übrigen die heutigen Rüstungen aus, die angeblich den Bedürfnissen nicht genügen? 17 895 Offiziere, 265 980 Mannschaften und rund 60 000 nicht vollständig ausgebildete Rekruten stehen allein in der polnischen Landarmee den militärischen Befehlshabern zur Verfügung. Hinzu treten noch die übrigen militärischen Organisationen, die gleichfalls eine Stärke von mehr als 100090 Mann erreichen. Die polnische Luftflotte mit ihren 700 Flugzeugen kann jederzeit Tod uni Verderben in jedes Nachbarland hineintra- gen. Wie man unter diesen Umständen von „ungenügenden Rüstungen" sprechen kann, bleibt den urteilsfähigen Beobachtern der internationalen Rüstungen verborgen.
50 Millionen Dollar jährlich?
Gerüchte über die Neuregelung der deutschen Tributzahlungen
in ihrer Bundeshauptstadt zu empfangen und mit ihm über die Probleme der Stunde zu verhandeln.
Auf beiden Seiten war man bemüht, gleich zu Beginn der Reise das Feld der Erwartungen genau abzugrenzen: im besonderen Betonten die Franzosen, daß es sich nicht um eine eigentliche Konferenz handle, sondern um zwanglose Besprechungen, um ein sogenanntes „Abtasten des Horizontes", das naturgemäß keinerlei feste Ergebnisse zeitigen könne; sie fügten vorsorglich hinzu, daß weder Herr Laval, noch der Präsident Hoover in der Lage seien, bindende Abmachungen zu treffen, und daß drüben der Senat, hüben die französische Kammer eine solche Verkennung ihrer Rechte unter keinen Umständen dulden würden. Von amerikanischer Seite wurde Wert auf die Feststellung gelegt, daß man
Frankreich als „große Dame" behandel« werde, der man keinerlei Forderungen, noch viel weniger ein offenes oder verstecktes Ultimatum stelle. Die Anspielung ist deutlich genug, um verstanden und — gewürdigt zu werden. Pierre Laval sei ein vornehmer East, den man voller Herzlichkeit empfange, und dem man geziemenderweise die Wahl des Unter« Haltungsstoffes selber überlasse. Höchstens ein paa; „Suggestionen" oder Anreg»ngen werde man sich erlauben, die aber ganz im Rahmen wie im Geiste der von Laval geführten Besprechungen liegen müßten.
Trotz allen verhüllenden Beiwerks erscheint es nicht schwer, die allgemeinen Grundlinien der Verhandlungen zwischen den beiden Staatsmännern, die ausschließlich von Technikern umgeben fein werden, im voraus festzulegen. Die Besprechungen über die brennenden finanziellen Fragen münden notgedrungen schon sehr bald in das Kreditproblem ein, und dieses führt zur Forderung des Vertrauens, die Frankreich aus sachlichen wie aus taktischen Gründen gleich zu Beginn der Verhandlungen erheben wird. Es ist dabei völlig gleichgültig, ob man sich erst, wie viele meinen, über die politischen Schulden unterhalten wird, oder über das Währungsproblem, die Stellung des Dollars, des Franken, der Mark, des Pfundes, ober endlich über die Frage der Gold Verteilung. Es erscheint sogar sehr leicht möglich, daß im Vordergrund der Verhandlungen das große militärische Problem stehen wird, die Abrüstungskonferenz und die damit eng zusammenhängenden Fragen. Denn Frankreich ist heute fester denn je entschlossen, das was man hier den
„politischen Kern der gesamten Krisis"
nennt, unter allen Bedingungen herauszuschälen, und dieser „politische Kern" ist nichts anders als das allgemeine Mißtrauen. Briand erklärte in Genf, es falle ihm schwer, das Wort Sicherheit über feine Lippen zu bringen: es mag ihn so etwas wie Scham an- gewandclt haben, da fast zu gleicher Zeit die Denkschrift über Deutschlands militärische Ohnmacht im Völkerbundssekretariate eingelaufen war. Pierre Laval wird in Washington diese Bedenken nicht haben; er wird im Gegenteil nur von „Sicherheit" sprechen, und von den Mitteln, die nach französischer Ansicht gerade den Vereinigten Staaten zur Verfügung stehen, sie neu zu begründen. .Er wird den logischen Beweis zu führen versuchen, daß alle andern Fragen in dieses Grundproblem einmünden; daß im besonderen „Europa sich nicht mehr selber helfen kann", das Heißt mit andern Worten: daß das einzige Land, das finanziell helfen könnte, Frankreich nämlich, als Bedingung zu einer solchen Hilfe
die politische Garantie Amerikas zu fordern cntschloffen ist.
Damit wird die politische Geschichte um ein Dutzend Jahre zurückgeschraubt. Wieder einmal sind wir bei dem berühmten Garantiever- sprechen Wilsons angelangt, um das sich seit 1919 die gesamte französische Diplomatie dreht. Locarno war nur ein Ersatz, der im Grunde nie befriedigte und heute in Frankreich lediglich theoretischen Wert besitzt. Natürlich wird die Formel der Garantie den Zeiwerhältnifsen entsprechend umgestaltet. Denn inzwischen ist der K e l l o g g p a k t abgeschlossen worden, der in Paris stets als eine Etappe angesehen wurde, und ein Vertrauter Briands. der „Matin"-Redakteur Sauerwein, hat das geflügelte Wort geprägt, es handle sich jetzt darum, diesem Fric- denspakie „Zähne einzusetzen".
Die äußeren Umstände zu einer solchen Operation erscheinen außerordentlich günstig. Rein finanziell wird es dem von ausgezeichneten Sachverständigen umgebenen Laval ein Leichtes sein, den Beweis zu erbringen, daß die europäische Krisis ohne französische Hilfe unlösbar ist. Er kann auf die furchtbare Katastrophe Hinweisen, die etwa ein Zusammenbruch Deutschlands oder Englands mit Notwendigkeit bewirken würde, aus die Gefahr, worin unter solchen Umständen selbst Amerika und der Dollar schweben