Einzelbild herunterladen
 

___ 1 Sknzelprels 10 Pfennff

Mseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

«aSjmIttaa». ebonnementSptet«: tfl* den Mona! MO X 6et tretet 8n» in?eJ Ges-bailsstellk abgkbolt 2.10 X Durch die Post monatlich 2.80 X ausschließlich Zu. «h?22.m8c6 k "* än ÄaQen oon bööerei Gewalt besteht kein Anspruch aus Liekerung der Zeitung ober aus Schristleuung und Druckerei: Lülnische Straße 10. Telephon: Sammeluummer 8800. 3uttittfcbe Sorechstuudeu DieuSrao und Srritog» 17U Uta SSlntsche L»ratze 10. L

Hessische Abendzeitung

«uxtaennrelser »ef6«t3. und »amtNen.«a»etae» die BO m«.Sette ff «timte. RteflH Rmeteee egg Kassel da» Wo« 7 4. Auswärtige Kleine Au-eigen die 80 mm breite Stile 11 4. Antigen Iw ReNameteti dte 78 mm breite Zeile 4» 4 DHettgebüta 25 4 (bei Zustellung 85 4». - fr in da» Erscheinen von Anzeigen til bestimmten AuSgaben. an besonderen Plätzen and kür telephonisch erteilte Auftrage keine Gewähr. Rech­nungsbeträge innerhalb von 6 Tagen zahlbar Gerichtsstand Kassel. Postscheckkonto Srauklu« a. M «SSL

Nummer 245*

Moniaa, 49. Oktober 4934

21. Jahrgang

Ziele und Wege der Michsresorm

(Sin Interview mit dem Vorsitzenden des Erneuerungsbundes / Das Programm für den Grandi-Besuch / Sven Hedin gegen den Versailler Vertrag

Geßlers Neformvorfchläge

Beim neuen Vorsitzenden des Erneuerungs-Bundes / Von Rens Kraus

Der Doktor Keßler, Oekonom in Lindenberg im Allgäu (Oberbayern), einer weiteren Oeffentlichkeit besser bekannt als ehemaliger Reichswehrminister, ge­hört unstreitig zu den Männern, die noch eine Chance haben. Man weiß, daß dieserakademische Bauer", Hochschullehrer und Banksachverständiger, Minister von gestern und morgen, zu den Hausfreunden im Palais des Reichspräsidenten gehört. Man weiß, daß ihm eben erst, bei der Umbildung des Kabinetts Brüning, das Reichsinnenministerium an­geboten wurde. Ob er freilich abgelehnt hat, weil er

Grubenunglück bei Herne

Herne, 19. Oktober.

Auf der Zeche Mont Cenis und Sodingen bei Her­ne hat sich heute früh ein Grubenunglück ereig­net. Heber Art und Umfang des Unglücks konnte bisher nichts sestgestellt werden. Alle Aerzte der Nachbarschaft wurden zu Hilfe gerufen. Um 9.30 Uhr hatten bereits vier Wagen des Roten Kreuzes Ver­letzte oder Tote aus dem Zechengelände fortgebracht.

Wie wir weiter erfahren, handelt es sich bei dein Unglück wahrscheinlich um eine Schlagwetter- Explosion. Bisher wurden auf der Zeche Mont Cenis drei Tote und acht teils schwer, teils leichter Verletzte geborgen. Die Belegschaft ist noch eingeschlossen. Man kann daher noch nichts Genaues über die Auswirkungnen der Schlagwetter- Explosion sagen.

meint, sein Tag sei noch nicht gekommen, oder weil irgendwelche anderen Gründe mitspielten, weiß man freilich nicht. .....

Tatsache ist, daß Dr. Eeßler seine Tage zwischen Berlin und Lindenberg im Allgäu teilt und seine Nächte hauptsächlich im Schlafwagen MünchenBer­lin verbringt.Drei Nächte lang bin ich nicht recht aus den Kleidern gekommen," sagt mir Dr. Eeßler, da ich ihm in seinem Bureau gegenübersitze.Einen Tag politische Konferenzen hier, den anderen prak­tische Arbeit unten." Diese ist ihm vielleicht inniger ans Herz gewachsen, aber die. politischen Konferenzen, man merkt es, beschäftigen ihn heute-doch mehr.

Preußen darf nicht zerschlagen werden!

Eeßler, der schon seit einiger Zeit im Verein für das Deutschtum im Ausland eine füh­rende Rolle spielt, hat eben auch den Vorsitz im Bund zur Erneuerung des Reiches", nach seinem Gründer, dem derzeitigen Reichsbankpräfiden- ten, kurzLuther-Bund" geheißen, übernommen. Es ist kein Zufall, daß Dr. Eeßler auf diesen beiden Ge­bieten so eifrig tätig ist.Im Gegenteil," sagt er. Die Arbeit am deutschen Volkstum mutz mit der Ar­beit am deutschen Staat zusammenlaufen. Das deutsche Volkstum in Europa kann in der großen internatio­nalen Auseinandersetzung der nächsten Jahrzehnte, in der Neugestaltung der Welt, Europas ganz besonders, die nun eigentlich erst anhebt, nur bestehen, wenn es seinen starken und innerlich gesunden Staat hat. In dieser Erkenntnis liegt der tiefste Sinn der überfälligen Reichsreform. Die Aufrecht­erhaltung des gegenwärtigen Zustandes ist unmög­lich. Vor allem unmöglich ist das Neben­einander von Reich und Preußen. Formal mögen ja keine Zusammenhänge zwischen Reichssüh- rung und preußischer Staatsführung bestehen. Wie sehr solche aber in der Wirklichkeit bestehen, vor deren Anblick man nicht ewig wird den Kopf in den Sand stecken können, haben die Ereignisie der letzten Zeit, insbesondere der Rücktritt des preußischen Finanz­ministers Höpker-Aschoff, eindringlich genug bewiesen.

Preußen ist der d e u t s ch e E r o ß st a a t. Er um­faßt drei Fünftel des deutschen Bodens und hat vier­zig Millionen Einwohner. Das ist historisch gewor­den und es ist gut so. Die Volksabstimmung in Han­nover hat bewiesen, daß es keineMutz-Preußen" mehr gibt. Lasten Sie einmal die Bewohner des Rheinlands abstimmen und Sie werden das gleiche Ergebnis in der gleichen Deutlichkeit sehen, vielleicht noch ein bißchen deutlicher sogar. Mit dieser Realität des großen Preußen ist zu rechnen; gerade meinen bayerischen Landsleuten kann ich das nicht oft genug sagen. Sie ist sogar zu begrüßen. Erinnern wir uns nur der großen gemein-deutschen Mission, die Preußen im Osten zu erfüllen hatte und erfüllt hat. Diese ist das beste Argument gegen den manchmal diskutierten Plan, Preu­ßen, angeblich aus Gründen des innerdeutschen Kräfteausgleichs, zu zerschlagen Das geht nicht

vierzig Millionen nächstbeteiligter Deutscher würden sich energisch dagegen verwahren und das soll nicht sein.

Zurück zu Bismarck?

Also zurück zu Bismarck, zur preußischen Führung im gesamten Reiche? Auch Bismarcks Verfassung ist ein Kompromiß gewesen. Ein gutes Kompromiß, denn es hat immerhin die schwerste Krise überstan­den, die je dem deutschen Volke auferlegt gewesen ist. Aber es bedarf keiner besonderen Ausführungen, zu beweisen, daß es kein lineares Zurück mehr gibt. Die Vorstellungen, die wir uns von den Begriffen Reich und Staat machen, sind zu wesensverschieden, als daß man, weit über Süddeutschland hinaus, ei­nen großpreußischen Staat als Deutsches Reich em­pfinden könnte. Dies wäre gerade der verkehrte Weg zur Stärkung des Reichsgedankens, deren Notwen­digkeit auch einsehen muß, wer sich zum Föderalis­mus bekennt.

Lebensunfähige Kleinstaaten

Die Lage wird weiter verwickelt durch die L e - bensunfähigkeitder kleineren und klei­nen Staaten im Norden des gemeinsamen Va­terlandes. Es kann leider kein Zweifel darüber be­stehen, daß die öffentliche Finanzlage im nächsten Frühjahr noch viel unerfreulicher sein wird als im letzten. In diesem Finanzjahr konnten die M i nd e r- eingänge an Steuer» noch durch die Erspar­nis der bereit gestellten Mittel zur Reparationszah­lung zum Teil ausgeglichen werden. Im kommen­den Haushaltsjahr wirs das natürlich anders sein. Man wird auch nur mit den Steuereingängen aus diesem schärfsten Krisenjahr wirtschaften können, und niemand kann heute noch beurteilen, wie weit diese Eingänge gegen jene des letzten Jahres zurückblei­ben. Ganz ohne Zweifel wird die norddeutsche Kleinstaaterei schon aus diesen staats­finanziellen Gründen nicht weiter können. In diesem einen Punkte bekenne ich mich als Anhänger der materialistischen Geschichtsauftas- sung. Im Norden wird die Vereinfachung der staat­lichen Verhältnisse g-mz rasche Fortschritte machen.

Es ergebe sich somit die Schaffung eines Groß- Preußen durch Anschluß sämtlicher norddeutscher Kleinstaaten. Im Süden des Reiches, namentlich in Bayern, aber auch in Mitteldeutscksiatw wird, auch j wer die überragende Kraft Preußens, von der ich |

Stockholm, 19. Oktober.

Ten Höhepunkt der dem Andenken von Erzbischof Nathan Söderblom geweihten großen Stock­holmer Friedenskonferenz bildete am Sonntag ahend eine Rede des weltbekannten schwe­dischen Forschers Sven Hedin. Vor mehreren tausend Zuhörern führte er u. a. aus:Ich bin nur ein Pilgrim in den großen Wüsten der einzigen Ge­genden der Erde, wo der Frieden souverän herrscht weil es dort keine Menschen gibt. Im übrigen ist unsere ganze müde Erde ein einziges Kriegs­theater, ein gewaltiges Schlachtfeld, ein Friedhof ohne Grenzen. Wo ist der Frieden geblieben, der nach dem großen Krieg in so feierlichen Phrasen verspro­chen wurde? Wie können verantwortungsvolle Staats­männer diese Flut von Lügen verbreiten, die noch jetzt nach dreizehn Jahren die Entwicklung hemmt

Eine solche Saat von Unwahrheiten konnte keine andere Frucht bringen. Konnten die neuen Grenzen wirklich nur auf die Art gezogen werden, die so sehr zu neuen Kriegen anreizt, wie es damals vor zwölf Jahren geschah? Man versteht das Mißtrauen und die Gleichgültigkeit, mit der die Friedenspalme von den Bewohnern eines verstümmelten Landes ent­gegengenommen werden soll. Ein Hatz wurde gesät, der jetzt vor unseren Augen aufgeht.

Laßt uns offen zugeben, daß kein Frieden in Europa möglich ist, ehe die unnatürlichen Grenzen von Versailles beseitigt und neue gerechte Grenzen gezogen find. Wen» der Krieg das grösste Verbrechen war, so war dieserFrieden" die gigantischste Dummheit, die jemals begangen worden ist. Es ist keine Krise, in der wir leben, son­dern eine Katastrophe, die Spenglers Prophezeiung vom Untergang des Abendlandes erfüCen wird.

Laßt uns offen bekennen, datz kein Frieden mög­lich ist, ehe die Kriegsschulden gestrichen

eben sprach, vorbehaltlos anerkennt, doch gewiß Be­denken gegen eine solche Entwicklung haben und dies umsomehr, als ja der verhängnisvolle Dualismus Reich Preußen unverändert weiterbestände.

Oer Ausweg

So bleibt, scheint mir, im Interesse etter Beteilig­ter nur der eine gesunde Ausweg: Groß-Preu- tzen, aber als deutsches Reichsland! Ein also gestärktes Reich wird sich viel leichter mit den au sich lebensfähigen größeren Staaten im Süden über eine gerechte und gesunde Verteilung der Be­fugnisse auseinandersetzen können. Ich wiederhole: ein Reich, das seinerseits die Führung in Preußen hat.

Ob die mitteldeutschen Staaten Sachsen und Thüringen sich einem solchen Gebilde werden anschließen oder lieber ihre staatliche Unabhängigkeit im Reiche behalten wollen, bleibt ihre Sache. Daß der -Süden, namentlich Bayern, auf seine Staatlichkeit nicht verzichten kann, gchört

th. Berlin, 19. Oktober.

Nachdem die große parlamentarische Entscheidung gefullen ist, folgt jetzt auf dir überaus wichtige vorige Woche der politischen Hochspannung zunächst eine all­gemeine kurze Erholungspause, in der in Berlin absolut Ruhe herrscht. Der Reichskanzler hat noch am Sonnabend einen kurzen Urlaub angetreten, den er in Süddeutschland verbringt. Er wird gegen Ende dieser Woche nach Berlin zurückkehren, da am Sonnabend der italiensche Außen­minister Grandi in Berlin eintrisft.

Zur Vorbereitung dieses italienischen Besuches ist der deutsche Botschafter in Rom von Schubert schon vor kurzem in Berlin eingetrofsen. Er ist im Aus­wärtigen Amt mit der Ausarbeitung des Programms der bevorstehenden deutsch-italienischen Unterredun­gen beschäftigt. Vorgesehen sind vor allem Bespre­chungen über handelspolitische und kredit- politische Fragen. Ferner werden dabei das' internationale Schuldenproblem und die Abrüstungsfrage eine hervorragende Rolle spielen, besonders da Grandi bei der Völkerbundsta­gung in Genf in der Abrüstungs frage einen viel be­achteten Vorstoß unternommen hat.

Oie Genfer Note

für Japan unannehmbar

London, 19. Oktober.

Rach einer Exchange-Meldung wurde von amt­licher japanischer Seite erklärt, daß die Genfer Rote für Japan absolut unannehmbar sei.

London, 19. Oktober. Der Genfer Korrespondent desDaily Telegraph" meldet, ein Mitglied der japa­nischen Delegation habe ihm gestern erklärt, wenn der Völkerbundsrat kein Mittel sinsen kann, um die Rechte der Japaner in der Mandschurei zu schützen, dann müsse» wir dort bleiben. Ueberdies braucht Japan Raum, denn seine Bevölkerung ver­mehrt sich derartig, daß das Land für sie nicht mehr ausreicht. Wir sind uns darüber klar, datz wir voll­kommen isoliert sind. Aber die öffentliche Meinung in Tokio ist ohne Unterschied der Parteien einig. Die Frage ist, ob Japan den Völkerbund oder die Mand­schurei verlassen soll. Die Mandschurei können wir nicht verlassen, »»eil unsere dortigen Interessen zu groß sind.

Teilmobümachung der japanischen Flotte?

London, 19. Oktober.

Der Marinemitarbeiter desDaily Telegraph" bringt Meldungen über eine Teilmobil-machung der japanischen Flotte. Verschiedene ausrangierte Kriegsschiff« seien wieder in den Dienst gestellt worden. Die Besatzungen würden aus den Mannschaftsdepots ergänzt. Die Wersten arbei­teten mit Hochdruck, um alle Schisse seetüchtig ju machen. Neben den Tank- und Kohlenschissen der Flotte hätten auch zwanzig Tankdampfer der Han­delsflotte, die der Reserve angechörten, vom Marine­ministerium Befehl erhalten, sich zum Einsatz bereit zu halle»

keineswegs zu den berühmten .bayerischen Belangen" allein. Es ist eine eminent nationale Notwendigkeit, daß unsere alten Kultur- und Wissenszentren nicht zum Veröden verurteilt werden. Es wäre unerträg­lich, die traditionellen kleineren Mittelpunkte zugun­sten eines einzigen großen ausWschalten. Auch auf solcher Grundlage allein, nebenbei bemerll, wird eine österreichisch-deutsche Zukunft möglich sein.

Die Erfüllung diefes Programmes wird, ich wiederhole es, rascher kommen müssen, als mancher denkt. Nicht allein wegen der Finanz­schwierigkeiten, zu deren Linderung sie beiträgt, son­dern aus allgemein-politischen und aus nattonalpoli- tischen Notwendigkeiten. Die Deutschen habe« Jahr­hunderte vertan, um ein Staat zu werden, eben jene Jahrhunderte, um die die großen Völker des Westens uns voraus sind. Run müssen wir endlich, in der Stunde höchster Not und notwendigster Krästekon- zentration nach innen und muh außen energisch wer­den, energisch vor allem uns selbst gegenüber."

Die italienischen Gäste werden, genau wie vor kurzem die Mitglieder der französische Regierung, vom Reichspräsidenten von Hcnpen- burg empfangen werden, und im übrigen das Prograinm dem der vorangegangenen Bezuchc ausländischer Staatsmänner entsprechen.

Da der Reichskanzler gegenwärtig das Amt des Außenministers persönlich miwerwaltet, und da Grandi gleichzeittg als Vertreter des Mlnlsterprast- denten Mussolini nach Berlin kommt, werden sich die Besprechungen nicht wie bisher bei den Besuchen der Franzosen un» Engländer zwischen vier Personen, sondern ^diesmal im wesentlichen nur zwischen zwei Personen abspielen. Seibstverstanvlich rst aber auch eine Reihe von Fachreferenten, die auch aus Rom in Begleitung Grandis nach Berlin kommen, an diese» Unterredungen beteiligt.

Wirtschaftsbeirat erst nächste Woche

Berlin, 19. Oktober.

Die politische Pause in dieser Woche wird auch dadurch bedingt, datz das innerwirtschaftliche Pro­gramm nicht eher in Angriff genommen werden kann, als eine Klärung der englischen Regie­rungsverhältnisse herbeigeführt worden ist. Wenn die Wahlen in England am 27. Oktober, wie man erwartet, den Konservativen den maßgebenden Einfluß auf die Regierung bringen, so müssen wir mit einer Zollpolitik Englands rechnen, von der auch die deutsche Wirtschaft mitbetroffen wird. *

Der Wirtschaftsbeirat wird also erst arbei­ten'können, wenn hierüber Klarheit besteht. Er wird Anfang der nächsten Woche zwischen dem 26. und 29. Oktober zu seiner großen Sitzung unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten zusammentreten. Diese Be­ratungen werden mehrere Tage in Anspruch nehmen, bis die Grenzen der zu behandelnden Probleme ab­gesteckt sind. Dann werden mehrere Ausschüsse gebildet werden, die die positive Arbeit zu leisten haben. Sie werden nach den Arbeitsgebieten eingesetzt und zwar je ein Ausschuß für die Geld- und Zins­frage, für das Problem der Lohntarise, für das Kar­tellwesen und die Preisbildung sowie für die Fragen, die den gewerblichen Mittelstand besonders angehen.

Diese Ausschüsse dürften schon deshalb nötig sein, »»eil die unumgängliche Berück»chtigung aller beteiligten Kreise den Wirtschaftsbeirat um­fangreicher gestalten wird, als es wünschenswert er­scheinen mag. So wird vertreten sein die Landwirt­schaft. die Industrie, die Gewerkfchaften, das Hand­werk und schließlich auch der Reichsrat, damit auch die territorialen und regionalen Bedürfnisse berück­sichtigt werden. Wenn man sich allein vergegenwär­tigt, daß drei Gewerkschaftsrichtungen zu beachten sind, und dazu noch die Angestelltenverbände kommen wenn man ferner die Verschiedenheit der Industrie- Verhältnisse in Rechnung stellt, so ergibt sich ohne »»eiteres, daß der Wirtschaftsbeirat etwa 'zwei Dut­zend Mitglieder umfassen wird. Natürlich mutz unter diesen Umstünden der Weg der kleineren Fachaus­schüsse gewählt werden. Man rechnet damit, datz die Ausschutzarbeiten etwa 14 Tage in Anspruch nehmen werden, sodatz unter dem Vorsitz des Reichspräsiden­ten in ungefähr drei Wochen die Schlußverhandlun- gen der Vollkonferenz stattfinden können.

Die große Notverordnung, die aufgrund dieser Beratungen die großen wirtschaftlichen Fragen re­geln soll, ist demnach für Anfang bis Mitte Dezember zu erwarte». ---

Oie gigantischste Dummheit" eigene« Drahtbericht

ulld insbesondere alle i» der Stunde der Not erzwun­gene» Bekeantnisse der Kriegsschuld zerrissen sind."

Grandis Mise nach Berlin (Vo» unserer Berliner ©d>tiftleitung).