Einzelbild herunterladen
 

Slnzelprels 10 pfennk-

Kasseler Neueste Rachnchten

Kaffeler Abendzeitung

erfdkfnungSweffe: ws*etttn® feiBSmat na$mWag8. 88onnement8pret8: fto »en Mona, 1.80 J »et tretet Zu. ftellung tnS baut, in Der Tefchöftsttelle abgeboli 2.10 Jt Durch Die Pott monatlich 2.30 Jt au8fchl«ehlich Zu. ftellungsgebützi. In Süllen von höberet Gewalt beftebt fein Ansoruch auf Lieferung 6er Zeitung oder auf Rückzahlung 6e8 BezugsvreileS. Berlag Schriftleim ng und Druckerei: Sölnifche Strohe 10. Telephon: Cammelnummer 6800 guritttifche SorechttuuOeu Dienstag und SreitoaS 1718 Uhr Kölnische Sm-tze 10. L

Hessische Abendzeitung

Snjetgenpretfe: @etoäft3» und »amilien-Nnzetgen Ote 80 mm Sette T! Sfetmtg. Rieht« Anzeigen ts* Raffel das Wort 7 A. auswärtige Kleine L«zeigen die 80 mm breite Zeile 11 A Anzeigen im Reklameteil M« 78 mm breite Zeile 48 A Offerigebühr 25 J (bei Zustellung 85 4). ftüi das Erscheinen von Anzeigen hl bestimmten Ausgaben, an besonderen Plätzen und für telephonisch erteilte Aufträge keine Gewähr. Rech» nungSbeträge innerhalb eoe 6 Tagen zahlbar Serichtsttaud Raffel Postscheckkonto Krankt«« a. R 63SL

Nummer 239*

Moniaa, 12. Oktober 1931

21 Jahrgang

Oer Widerhall der Harzburger Kundgebung

Starke Beachtung der Kundgebung im Auslande / Oie Hauptforderungen der Opposition- Brünings und Brauns Rücktritt und Neuwahlen

Oie Kampfansage der Rechten

. Von unserer Berliner Schriftleitung.

Oie französische presse in Ausregung

Eigener Drahtbertch.

Paris, 12. Ocktober.

Die Morgenblätter widmen der Harzburger Kundgebung der nationalen Opposition große Aufmerksamkeit und besprechen sehr ausführlich die einzelnen Reden je nach ihrer Einstellung in innen« oder außenpolitischer Richtung.

Die Rechsblätter unterstreichen als Haupt­inhalt der Tagung den einmütigen Beschluß der na­tionalen Opposition, den Versailler Vertrag zu zerreißen, während die übrigen Blätter mehr Nachdruck aus die Absichten der Rechtsparteien legen, die Regierung Brüning zu stürzen und die Zügel der Regierung selbst in die Hand zu nehmen. Das Journal" zieht aus dem Ergebnis der Tagung die Schlußfolgerung, daß

zwischen der deutschen nationalen Opposition und Frankreich eine unüberbrückbare Kluft ge­schaffen

worden sei. Die Ausführungen der einzelnen Reden hätten den Beweis dafür erbracht, daß die nationale Opposition in Deutschland nicht nur die Führung der Regierung in die Hand nehmen, sondern auch einen nationalen Aufstand anzetteln wolle, der als Leitmotiv die Feindschaft gegen Frankreich habe. Die Schlacht sei nunmehr eingeleitet, und sowohl Brü- ning als auch der Reichspräsident hätten das Wort.

rt - Paris" sieht ln der nationalen Oppo­sition keine unmittelbare Gefahr für die Regierung Brüning. Viel wichtiger sei es, zu wissen, welche Einstellung Herr Groener und der Reichsprä­sident zum Harzburger Ergebnis einnehmen. Mau müsse sich fragen, ob sie wie früher entschlossen seien, das Kabinett Brüning zu stützen, oder ob sie jetzt die Zeit für gekommen hielten, Hugenberg die Führung zu überlassen.

Die Kündigung des Versailler Vertrages würde unweigerlich Gewaltmatznahmen nach sich ziehen

und die Wirtschafts-Diktatur Dr. Schachts würde den Protest der Arbeiter Hervorrufen und zu schwe­ren sozialen Unruhen führen. DerPetit P a r i- fien" betont, die Harzburger Kundgebung sei ein charakteristisches Merkmal und bedeute eine ernste Warnung an die Reichsregierung. Die demokratische Ere Nouvelle" stellt fest, daß die Harzburger Ent­schließung den gefährlichsten Angriff gegen die Re­publik darstelle. Es fei zu hoffen, daß diejenigen deutschen Parteien, die den Ernst der Lage erkennen, sich zusamenfinden werden, um den Angriff der Op­position abzuschlagen.

Stärkeres Interesse

in England und Amerika

London, 12. Oktober.

Die Londoner Zeitungen widmen der Harzburger Tagung eingehende Berichte. DieNews Chronicle" erklärt, daß, wenn Hoover über Hitler den Sieg da­vonzutragen wünsche, die Streichung der Reparations­und Kriegsschulden Hoovers stärkste Waffe sein würde.

politische Zwischenfälle

Berlin, 12. Oktober.

In der Nacht zum 11. Oktober ist es in Berlin an der Ecke der Kant- und Schillerstraße in Lichten­berg wiederum zu einem Zusammenstoß zwischen NSDAP.-Angehörigen und Kommunisten gekommen. Auf beiden Seiten wurde geschossen. Hierbei wurde der ehemalige Postaushelser Kurt Nowack töd­lich in die Brust getroffen. Nowack, der bis vor kurzem Mitglied der NSDAP, war, hatte 13 Schutz Pistolenmunition bei sich, die ihm einer seiner Bx- gkeiter kurz vor der Schießerei zugesteckt hatte. Zwei andere beteiligte Personen konnten bereits sestgenom- nten werden, von denen einer schon ein Geständnis abgelegt hat. *

Im Sportpalast fand Freitag abend eine vom Reichsverband der Siedler im Verein mit dem Deut­schen Erwerbslosenverband einberufene K u n d g e - bungErwerbsloser statt. Bald nach Eröffnung der Versammlung setzte im ersten Rang ein alles über­tönender Lärm ein und eine Flut von kommunisti­schen Flugblatt ern wurde in den Parkettrang hinabgeworsen. Ein kommunistischer Reichstagsabge­ordneter versuchte, den Versammlungsleiter vom Po­dium herunterzudrängen und ein großer Teil der An­wesenden stimmte die Internationale an. Als einige Mitglieder des Reichsverbandes der Siedler dem Per sammlungsleiter zu Hilfe kamen und den kommiinistt schen Reichstagsabgeordneten vom Rednerpult herab- zerrten, entstand int Saal ein allgemeiner Tumult, der in eine große Schlägerei auszuarten drohte Minuten lang sangen die Kommunisten chre Kampflieder, und

Wenn es zu einem finanziellen Zusammenbruch . in Europa kommen werde, so würde auch Wallstreet in besonderem Maße erschüttert werden.'

Die Meldungen über die Harzburger Tagung wer­den von der gesamten amerikanischen Presse in rie­siger Aufmachung veröffentlicht. Die Reden Hugenbergs und Hitlers werden ausführlich wieder- gegeben. Den spaltenlangen Berichten fehlen aber zunächst noch die Kommentare der Redaktionen.

Severing über Harzburg

Dortmund, 12. Oktober.

In einer Kundgebung der sozialdemokratischen Partei sprach am Sonntag der preußische Jnnenmi- nifter Severing über die politische Lage. Er kam dabei auch aus -die Harzburger Kundgebung der na­tionalen Opposition zu sprechen und führte unter an­derem aus:

Vor vier Jahren wäre einer solchen Tagung noch keine politische Bedeutung beigemessen worden. Heute aber steht man darin ein bedenkliches Vorzeichen kom­mender Ereignisse. Der Rücktritt des 1. Kabinetts Brüning sei dem Einfluß der Deutschen Volkspartei und dem Wirken der unverantwortlichen Ratgeber in der Wil-helmstraße zmjnschreiben. Deutschnationale und Nationalsozialisten würden heute in Deutschland die Dinge nicht zum besten wenden können. Wenn die nationale Opposition ans Ruder komme, werde mehr zerschlagen, als der deutsche Volkskörper ertra­gen könne.- Es sei -daher -die Aufgabe der republika­nischen Parteien, die Machtergreifung durch die na­tionale Opposition unter allen Umständen zu verhin­dern. Nur die Zusammenfassung aller republikani­schen Kräfte könne gegenwärtig noch helfen.

Wieder einmal die B. L. Z.!

Basel, 12. Oktober.

In der Verwaltungsratssitzung der B. I. Z. am Montag kommt auch die von Deutschland beantragte Weiterverlängerung des 100-Mllionen- Dollarkredites an die Reichsbank zur Ver-

th. Berlin, 12. Oktober.

Dix politische Bedeutung der gestrigen Harz- burger Tagung der nationalen Oppo­sition ist in den dort verabredeten (weiter unten mitgeteilten) Anträgen und dann vor allem in dem demonstrativen Charakter der Kampf­ansage gegen das Kabinett Brüning zu erblicken.

Sowohl Hugenberg als auch Hitler haben in ihren Ansprachen unzweideutig erklärt, daß der Stahlhelm und die Schutzstaffeln der Nationalsozialisten für den Fall eines kommunistischen Putsches sich nicht für den Schutz der Regierung Brüning einsetzen würden, sondern daß sie nur dann eingreifen wollten, wenn eine rechts gerichtete Regierung am Ruder sei. Nun sind zwar noch nirgends Befürchtungen aufgetreten, daß int Falle von Unruhen die staatlichen Machtmittel nicht ausreichen könnten, sodaß man die rechtsstehen­den Kampfverbände zur Hilfeleistung heranziehen müßte, aber die vorherige, ausdrückliche Verweige­rung einer solchen eventuellen Hilfeleistung ist selbst­verständlich eine Demonstration, mit der die beiden rechtsstehenden Oppositionsgruppen ihre Forderungen nach Ablösung der jetzigen Regierung durch ein Kabinett der Rechten unterstreichen wollen.

Die Harzburger Kundgebung hat den entschie­denen Willen der beiden rechtsstehenden Parteien erkennen lassen, auf jeden Fall selbst zur Macht zu gelangen.

Darüber haben die Reden Hitlers und Hugen­bergs teilten Zweifel gelassen, lieber die Methode, nach der die Rechtsopposition regieren will, und über das sachliche Programm, welches dann an die Stelle des jetzigen Regierun^splanes treten soll, ist auch diesmal wenig gesagt worden. Auch der frühere Reichsbankprhstdent Dr. Schacht, der eine aufsehen­erregende Rede hielt, in der er die Regierung und die Reichsbank auf das schärfste angriff eine amt­liche Erwiderung ist inzwischen erfolgt hat sich der Taktik Hugenbergs angeschlossen, nicht öffentlich zu sagen, was die Rechtsopposition beabsichtigt. Jeden­

falls ist aber das Programm der Einigung zwischen den beiden rechtsstehenden Parteien, zwischen den Führern, soweit ein taktisches Zusammengehen für die bevorstehende Reichstagssitzung in Betracht kommt, gelöst worden.

Es wird nun darauf ankommen, ob der Reichs­kanzler Brüning in dieser Woche eine parlamen­tarische Mehrheit findet. Wenn dies der Fall sein sollte und auch in den Kreisen der Rechtsopposition gibt man trotz der Verschlechterung der parlamentari­schen Aussichten für den Kanzler diese Möglichkeit immer noch zu dann rechnet man in den Kreisen der Rechten mit den wirtschaftlichen Schwie­rigkeiten, die voraussichtlich in wenigen Wochen für das Kabinett Brüning bei der Abänderung der Lohntarife eintreten werden. Sollten dann die Sozial­demokraten dem Kabinett Brüning die Gefolgschaft verweigern, so würde eine Mehrheit gegen das Kabi­nett im Reichstag Zustandekommen, und dann hält man es für möglich, daß der Reichspräsident von Hindenburg eine Demission des Kabinetts Brüning annimmt, anstatt ihm Vollmacht zur Auslösung des Reichstags zu geben. Dann würde ein Kabinett Hugenberg die nächstliegende Folge fein, und dann würde sich vielleicht schon binnen kurzer Zeit Gelegenheit bieten, den Beweis dafür zu erbringen, daß aus der gestern in Harzburg gegründeten An­griffsgemeinschaft der Opposition der beiden Rechts­parteien auch eine Arbeitsgemeinschaft werden kann.

Das Reichskabinett wird am heutigen Tage eine Beratung über die Erklärung abhalten, mit der der Reichskanzler morgen nachmittag vor den Reichs­tag zu treten gedenkt. In dieser Erklärung wird vor allem die W i r t s ch a f t s p o l i t i k der nächsten Zeit eine wichtige Rolle spielest. In Bezug auf die Außenpolitik wird der Kanzler selbstverständ­lich die unveränderte Fortführung des bisherigen Kurses proklamieren. Am Mittwoch, Donnerstag unb Freitag werden die Debatten über die Kanzlerreben geführt werden Man rechnet damit, daß am Frei- t a g die A b st i m m u n g stattfindet, die über oas Schicksal des Kabinetts Brüning entscheiden wird.

Die vier Forderungen der Opposition

Handlung, der in der Sitzung vom 3. August mit Wir­kung vom 6. August auf weitere drei Monate ver­längert wurde und nun am 6. November abläuft. Das Zustandekommen des Stillhalteabkommens und die Verlängerung der Deutschland gewährten kurzfristigen Kredite um weitere 6 Monate war bekanntlich daran gebunden, daß auch dieser 100-Millionen-Kredit um dieselbe Zeit hinausgeschoben wird. Die B. I. Z. kann aber nur Verlängerung von jeweils 3 Monaten vernehmen und es ist eine weitere Verlängerung zum zweiten Male notwendig. Am Kredit ist die B. I. Z. bekanntlich mit 25 Millionen Dollar beteiligt. Die an­deren drei Viertel entfallen auf England, Frankreich und Amerika. Ob an die Verlängerung gewisse Be­dingungen geknüpft werden, darüber herrscht bis jetzt noch Stillschweigen.

erst, nachdem der Versammlungsleiter den Kommu­nisten eine halbstündige Redezeit zugebilligt hatte, trat allmählich Ruhe ein.

Reichsbanner unh Nationalsozialisten

Bremen, 12. Oktober.

Am Sonntag mittag tarn es in der Nähe des Frieorich-Ebert-Hauses zwischen einer etwa 45 Mann starken Gruppe von Augeihörigen einer Sturmab­teilung der NSDAP., die von einem Ausmarsch zurückkehrte, und einer etwa 300 Mann starken Reichsbannergruppe, Oie vom Friedrich- Ebert-Haus zu einer Kundgebung in Leeste mar­schierte, zu einem schweren Zusammenstoß, wobei es auf Seiten der Nationalsozialisten und des Reichs­banners mehrere Leicht- nno S chw erver - letzte gab. Ein Schwerverletzter S-A.-Mann mußte in die Klinik übergeführt werden. Als Schlagwafsen dienten Ausrüstungsgegenstände wie Schulterriemen, Koppel usw.

Köln, 12. Oktober. Am Sonnabend abend fand eine kommunistische Werbeversammlung statt, zu der sich auch Nationalsozialisten eingesunden hatten. Aus die Ausführungen eines Nationalsozialisten in der Aussprache wollte ein kommunistischer Reichstagsab­geordneter erwidern, was die Nationalsozialisten ver­anlaßte, geschlossen den Saal zu verlassen. Die Kom­munisten wollten diesen Rückzug mit Gewalt verhin­dern. und es tarn zu einer schweren Schlägerei, bei der ein Beteiligter einen Rippenbrnch, ein anderer einen Messerstich oavonirug. Die Polizei verhaftete drei Personen. -

Bad Harzburg, 12. Oktober.

Das braunschweigische Harzstädtchen stand am Sonn­tag im Zeichen der Kundgebung der Rechts­opposition. Schwarz-weiß-rote und Hakenkreuz- Fahnen, die braunen Uniformen der Nationalsozialisten und die grauen des Stahlhelmes verliehen dem äußeren Bilde dieser Tagung das Gepräge. Die Be­teiligung war sehr stark und erstreckte sich außer auf die Nationalsozialisten, die Deutschnationalen und den Stahlhelm auf führende Persönlichkeiten des Reichs­landbundes unb eine Anzahl bekannter Wirtschaftler, unter denen das rheinisch - westfälische In­dustriegebiet besonders stark vertreten war. Von der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei war nur Generaloberst v. Seeckt anwesend. Dafür sind aber zwei führende Mitglieder der Rheinisch-westfälischen Organisation der Deutschen Volkspartei erschienen, Hüttendirektor Kuhbier-Duisburg, und Hembeck-- denscheid. Von der Wirtschaftspartei sah man den Abgeordneten Sachsenberg.

Das Ergebnis der Verhandlungen ist vor allem in den vier Anträgen zu sehen, die die Fraktio­nen der Nationalsozialisten und der Deutschnationalen und außerdem die drei früheren Abgeordneten der Landvolkpartei im Reichstage einbringen werden.

Oie vier Anträge

lauten: 1. Der Reichstag entzieht bet Reichsregierung das Vertraue«, der zweiteDer Reichspräsident wird ersucht, den Reichstag auszulösen und Neuwahlen auf Sonntag, den 8. November, anzuberaumen". Der dritte Antrag bezweckt die Außerkraftsetzung der Not­verordnungen, der vierte verlangt, daß die Zahlung der Polizeikostenzuschüsse an Preußen mit dem 31. Oktober eingestellt wird.

Diese vereinbarten Anträge werden aber von jeder Gruppe für sich eingebracht; damit wird ihre orga­nisatorische Selbständigkeit betont. In allen Erklärungen, die in den einzelnen Fraktions­sitzungen und in der gemeinsamen Konferenz am Vor­mittag abgegeben wurden, wurde die Bereitschaft zu loyaler Zusammenarbeit und zur Weiterverfolgung der bisherigen gemeinsamen Taktik auch im Reichs­

tage betont, dabei wurde aber gleichzeitig die Selb­ständigkeit in der Zielsetzung unterstrichen.

Die gemeinsame Entschließung

Ferner wurde eine Entschließung der natio­nalen Opposition gefaßt, in der es u. a. heißt:

Entschlossen, unser Land vor dem Ehaos des Bolschewismus zu bewahren, unsere Politik durch wirksame Selbsthilfe aus dem Strudel des Wirt- schaftsbankerotts zu retten und damit der Welt zu wirklichem Frieden zu verhelfen, erklären wir:

Wir sind bereit, im Reich und in Preuße« i« na­tional geführten Regierungen die Verantwortung zu übernehmen. Wir stoßen keine Hand zurück, die sich uns zu wirklich ehrlicher Zusammeuarbeit anbietet. Wir müssen es aber ablehnen, die Erhaltung eines falschen Systems und Fortsetzung eines falsche« Kur­ses i« einer nur national getarnte« Regierung der bisherige« Kräste irgendwie zu stützen.

Jede Regierung, die gegen den Willen der ge­schlossenen nationalen Opposition gebildet werden sollte, muß mit unserer Gegnerschaft rechnen.

So sordern wir de« sofortige« Rücktritt der Regierungen Brüning « np Brau», die so­fortige Aushebung der diktatorischen Vollmachten für Regierungen, deren Zusammensetzung nicht demBolks- willen entspricht und die sich nur noch mit Notverord­nungen am Ruder halten. Wir fordern sofortige Neuwahl der überalterten Volksvertretungen. «or allem im Reich und in Preußen.

Zn vollem Bewußtsein der damit übernommenen Verantwortung erklären wir, daß die in der nationa­len Opposition stehenden Verbände bei kommenden Unruhen wohl Leben und Eigentum, Haus, Hof und Arbeitsstelle derjenigen verteidigen werden, die sich mit uns offen zur Nation bekenne«, daß wir es aber ablehnen, die heutige Regierung, das heute herrschende System mit dem Einsatz unseres Blutes zu schützen.

Wir beschwören den durch uns gewählten Reichs­präsidenten v. Hindenburg, daß er dem stürmi­schen Drängen von Millionen vaterländischer Männer und Frauen, Frontsoldaten und Zugenv entspricht und in letzter Stunde durch Berufung einer wirklichen na-