Einzelbild herunterladen
 

Nummer 221*

Moniaa, 21. September 1931

21 Jahrgang

Hessische Abendzeitung

6efMmmtene‘»uÄn. an S.V und fÄ“ b’ontf*

nungSbe trage .nnerbald non 5 Sagen «ablbat »eXX” LK

?8 r-fIe ?61s?tttra®rJei?S-”<y nadjmtttagS. ÄbonnementStrretS: Mr een Monat 2,80 x bet tretet «». ^enuna&arMhT008^«”%äh ®e ®° abgebolt 2.10 X Durch die Poft monatlich 2,80 X ausschlietzlich En. m«fc» 2" SqDen opn boberei Gewalt beftebt kein AnlvruL auf Lieferung der Seituna ob« „„i l^UaSDrelLe&, ®-Sr(a9 Stbriftletrung und Druckerei: Kölnische Strohe 10 Teienbon- eammelnammn 6800 Sunittfebe sorechltunden Dienstag und ftreitag« 17—18 Ubi Kölnische Strafe lo’°L

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Englands Finanzpolitik am Wendepunkt

Die Bank von England stellt die Goldeinlösung der Banknoten ein / Nur ein Provisorium auf 6 Monate? / Ernste Rückwirkungen in aller Wett

Die Absage an die Goldwährung

(Eigene Drahtmeldung.)

Berliner Börse heute geschloffen!

Eigener Drahtbericht.

in Al.

>

rT _

" Tin den Kommentaren zu der neuen Finanzlage in England betont die Londoner Presse durchweg, daß für das englische Volk kein Grundzur Be­unruhigung besehe. Die von der Regierung angewendeien Maßnahmen hätten lediglich vorbeu­genden Charakter. Die Regierung lasse keinen Zwei­fel daran, vag sie lediglich gegen die unpatriotischen Spekulanten vorgehen wolle.

Eine Inflation, wie man sie in Deutschland er­lebt habe, sei ganz unmöglich.

Es handele sich vielleicht um strenge Kontrollmaß­nahmen.

„Daily Expreß" sieht in dem neuesten Vorgang in England ein weiteres Argument für eine Zollunion der Mitglieder des britischen Reiches. Was die Goldwährung betrifft, so wäre es Aufgabe Ame­rikasund Frankreichs, sich darum zu küm­mern, da sie England gewissermaßen gezwungen Här­ten, von der Goldwährung abzugehen

Die.Aimes" glaubt in ihrem heutigen Finanzteil die Länder für die Währungskrise in England als verantwortlich betrachten zu müssen, die

in bisher noch nicht dagewesener Weise Gold gehortet hätten. Diese Länder, die die gewährten Kredite zu­rückverlangten, würden eine Erschöpfung der letzten Hilfsquellen der Schuldnernationen herbeiführen. Das Goldwährungssystem könne nur solange funktionieren als alle daran beteiligten Staaten die bewährten Re­geln beachten. Nach den von Frankreich und den Vereinigten Staaten in der Nachkriegszeit eingeführten neuen Regeln sei ein einwandfreies Spielen des Goldwährungsmechanismus unmöglich. Die Goldwährungsinflation in den Vereinigten Staa- tkn — so erklärt die Times wener — habe zu einer Erhöhung der amerikanischen Preise über das Welt- Preisniveau geführt. Jetzt sehe sich Amerika gezwun­gen, sein Preisniveau wieder zu senken.

englische Pfund aufmerksam gemacht wurde. Dennoch verließ Macdonald am Freitag nachmit­tag um 16 llhr 30 Minuten London und fuhr nach Chequers ab, in der Annahme, daß sich die Lage wie­der klären werde. Er reiste jedoch sofort nach seiner Ankunft wieder nach London zurück, als er die drohende Lage erkannte, und hielt dort sofort mit einigen seiner Ministerkollegen eine Sitzung ab, die bis in die Nacht hinein dauerte und blieb auch die Nacht über in London.

Am Sonnabend fanden weitere Verhandlungen statt und erst am Sonnabend nachmittag fuhr er wie­der nach Chequers zurück. Der Prinz von Wa­les, der am Sonnabend von einem Erholungsurlaub nach London zurückgekehrt war, besuchte am Sonntag den Ministerpräsidenten in Chequers, und nachdem er sich über die Lage unterrichtet hatte, beschloß der Thronfolger, bis auf weiteres in London zu blei­ben. Daraufhin kehrte auch Macdonald nach London zurück, wo die historische Kabinettssitzung stattfand.

Keine Inflationegesahr

Die englische Presse beschwichtigt.

London, 21. September.

Reuter veröffentlichte Sonntag abend folgendes Kommunique: Die Regierung ist sich nach Zurate- ziehung der Bank von England darüber klar gewor­den, daß es notwendig ist, ab Sonntag, den 20. Sep­tember Mitternacht, die Goldwährung außer Kraft zu setzen. Ein Gesetzentwurf, der die Bank von England ermächtigt, die Einlösung der Banknoten in Gold einzustellen, wird dem Parlament zugeleitet u. sofort in allen Lesungen erledigt werden.

Seit Mitte Juli sind Summen, die sich auf über 200 Millionen Pfund belaufen, vom Londoner Platz weggezogen worden. Diesen Anforderun­gen ist man teilweise mit Hilfe der Bestände an Gold und fremden Valuten nachgekommen, teilweise mit Hilfe der in Frankreich und Amerika eingeräumten Kredite.

Durch die oben angeführten Beschlüsse werden Ver Pflichtungen der englischen Regierung oder der Bant von England, die in fremden Währungen zahlbar sind, nicht berührt.

Eine Unterbrechung des gewöhnlichen Bankgeschäf­tes wird nicht eintreten, und es besteht kein Grund, daß solche Transaktionen, die sich in Sterling voll , neben durch die neuen Maßnahmen in Mitle^e-j- ml gezogen werden. Die Börse wird Montag nicht geöffnet sein, da das Parlament Montag die An nähme der notwendigen Gesetzentwürfe erledigen muß.

Die Regierung ist der Ansicht, daß die augenblick­lichen Schwierigkeiten nicht auf Kapitalexport durch englische Staatsangehörige zurückzuführen seien, da die große Masse der Kapitalzurückziehungen auf fremde Rechnung erfolgte.

Die Banken haben sich verpflichtet, ihre Mitwirkung - bei der Einschränkung der Käufe von fremden Devisen durch englische Staatsbürger zur Verfügung zu stellen. Ausgenommen sind nur solche Deviscnanfordcrungen, die zur Erfüllung bestehender Verpflichtungen oder durch die tatsächlichen Bedürfnisse des Handelsver­kehrs sich ergeben. Die Regierung wird, wenn es rat- 1 lich erscheint, nicht zögern, noch weitere Maßnahmen > zu ergreifen.

Nach der „Times" soll die Aufhebung des Paragra­phen des Goldstandardgesetzcs von 1925, der von der Bank von England verlangt, daß sie Gold nach dem Auslande nur zu einem bestimmten bestgefetzten Preise verkauft, fürdieDauervonbMonaten gelten.

Die Bank von England hat den Bankdiskontsatz auf 6 v. H. erhöht. Diese Erhöhung tritt bereits heute in : Kraft.

Die Vorgeschichie

der englischen Krise

London, 21. September.

Zu der Vorgeschichte der Krise, die am Sonnabend abend zu der historischen Tatsache führte, daß Eng­land seinen Goldstandard verlassen wird, wird gemel­det, daß bereits am Donnerstag das englische Kabi­nett von der. City Warnungen erhalten hatte, in denen es auf die möglichen Gefahren für das

'XV

ashingion hüllt sich in

Eigener Drahtbertcht.

Gchwe igen

Washington, 21. September.

Präsident Hoover hat die Meldung von dem Beschluß der britischen Regierung, die Goldwährung aufzuheben, mit großem Interesse entgegengenom­men, aber jede Aeußerung dazu abgelehnt. Die hervorragendsten Mitglieder der Regierung haben sich gleichfalls jeder Aeußerung enthalten.

Neuyork, 21. September. Die heutigen Blätter widmen der Aushebung der englischen Gotdwähruns und den möglichen internationalen Auswirkungen dieser Maßnahme mehrere Seiten. Obwohl man das Ereignis in informierten Kreisen vorausgesehen halte, machte doch die endgültige Bestätigung einen tiefen Eindruck und veranlaßte eine Anzahl Besprechun­gen führender Bankiers und von Mitgliedern verschie­dener Börsen, wobei die englischen Maßnahmen als notwendig zznd ihre voraussichtlichen Rückwirkun­gen auf den hiesigen Platz als nicht beunruhi­gend bezeichnet worden sind. Die amerikanischen Gelder, die m England angelegt sind, erreichen keine beträchtliche Höhe.

Die führenden Bankiers sind zwar abgeneigt, for­melle Erklärungen über das Problem abzugeben, die in England veröffentlichten Meldungen jedoch, daß amerikanische Spekulanten Baissevorstöße gegen den Pjund Sterling unternommen hatten, werden als ab­

surd bezeichnet. Auch wird betont, die Amerikaner hätten in der letzten Zeit nur geringe Beträge aus England zurückgezogen.

pariser Golwarttätp-Veteuerungen

Paris, 21. September.

Die französische Regierung prüft, wie „Malin" mitteilt, die Maßnahmen, die angesichts der «tglischen Krise und des Beschlusses der englischen Regierung, den Goldstandard aufzugeben, zu treffen seien. Gestern abend war ein offizieller Beschluß noch nicht gefaßt worden. Finanzminister F l a n d i n wird heute vormittag mit den in Frage kommenden Sachverständigen, bi( zum Teil aus Genf zurückberu- sen worden sind, Fühlung nehmen.

*

Paris, 21. September. Zu dem Beschluß ver eng­lischen Regierung., von der Goldwährung abzugehen, läßt sich das „Journal" aus London berichten, die englische Regierung verhandele seit 24 Stunden mit den Regierungen von Frankreich und Ameri- k a, und man rechne damit, daß die notwendigen Kredite und andere Schutzmaßnahmen mit der wünschenswerten Schnelligkeit durchgeführt Würden.

Berlin, 21. September.

Der Börsenvorstand macht bekannt: Mit Rücksicht auf die Schließung der Londoner Börse und anderer europäischer Börsen findet eine Notiz von Wertpapieren, Devisen und Metallen an der heutigen Berliner Börse nicht statt. Der freie Handel in diesen Werten ist nicht zulässig. De­visenkurse werden heute in der Reichsbank festgestellt. Oie Rückwirkungen auf Oeutfchlanv th. Berlin, 21. September.

Der Beschluß der Bank von England, die Goldein- lösung der Pfundnoten einzustellen, hat in Berlin als die größte Sensation des Jahres trotz aller vorangegangenen Wirtschasts- und Bankkrisen gewirkt.

Die Erklärung der Bank von England verbreitete sich am Sonntag nachmittag in Berliner Bank- und Börsenkreisen wie ein Lauffeuer. Man wollte zunächst überhaupt nicht an die Richtigkeit die­ser Meldung glauben, denn daß die Bank von Eng­land ihre Goldzahlungen einstellt, ist ein Weltereig­nis. Es bedeutet nicht.mehr und nicht weniger, als ■'-5' -tr D id isenvestand der Bank von England erschöpft ist, daß sie ab heute keine Devisen mehr abgeben kann. In Bersiner Bankkrei­sen war allgemein die Auffassung verbreitet, daß es sich bei dieser Maßnahme um einen Verzweif­lungsruf an die kapitalistische Welt handele.

Die führenden Berliner Bankiers, soweit sie be­sonders dem Börfenvorstande angehören, nfbren gestern nachmittag telefonisch miteinander verbunden, und in aller Eile wurde für Montag vormittag eine Sitzung des Börsenvorstandes einberufen, auf deren Tagesordnung die Frage einer sofortigen Schließung der Wertpapierbörse steht. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß alle deutschen Bör­sen sich diesem Vorgehen anschließen werden. Auch der preußische Handelsminister hat dem Börseuvor- sta-id in Preußen angeraten, die Börse wegen der Läge in England heute nicht zu öffnen. Die Schlic- tzuu-j der deutschen Börsen wird zunächst nur für den h" igen Montag angeordnet werden, aber es ist sehr fr glich, ob die Wertpapierbörse schon se.,4: bald wieder aufgemacht wird, umso- me? als unabhängig von der Londoner Katastrophe bereits am Sonnabend eine starke Bewegung einge­setzt hatte, die Börse ohnehin wieder zu schließen.

Einstimmig ist man in Berliner Finanzkreisen der Auffassung, daß die Maßnahmen der Bank von Eng­land eine direkte Einwirkung auf die Stellung der Reichsbank nicht haben werden. Die Reichs bank ist unter allen Umständen durch das inzwischen abge­schlossene Stillhalteabkommen geschützt.

* * *

Der Londoner Beschluß wird, darüber kann auch nicht der geringste Zweifel bestehen, von entscheiden­der Bedeutung für die ganze nächste internakionale Finanz- und Wirtschaftsperiode sein. Die eng- liche Währung hat nochbis in dieletzte Zei-r als Weltwährung gegolten. Pfund­noten sind als internationale Zahlungsmittel auch in allen überseeischen und Orientländern mit schwan­kenden Währungsverhältnissen gehandelt worden. So­gar gegenüber dem Dollar galt die Pfundwährung bis vor wenigen Jahren noch als unbedingt fester und sicherer. Infolgedessen dürfte das Vorgehen der Dank von England nicht nur in England selbst, son­dern wahrscheinlich in der gesamten Welt Er­schütterungen Hervorrufen. Wenn die deutsche Bankeukrise im Juli schon dazu führte, daß neben den deutschen auch die Börsen der angrenzenden öst­lichen und südöstlichen Staaten einig« Zeit geschlossen

„Echo de Paris" schreibt, wenn die größte Gläubi- gernanou der Welt ihre Währung nachgeben lasse, so sei das ein gefährliches Beispiel. Die Länder, die heute noch an der Grenze der Jnslation ständen, wür­den nicht mehr die Kraft haben, Jnflationslockungen zu widerstehen. Der Sterling sei die Währung der Handekswelt, das Rückgrat des Londoner Finanz­marktes. Das Gesetz, auf dem er beruhe, sei getroffen. England ziehe sich vom W irtschafts in­te r n a t i o n a l i--m u s zurück, und die Länder, die ähnliche Währungsmaßnahmen schon vorher tref­fen mußten, würden, jetzt nicht zögern, die neuen Wege der englischen F'.itanzpolitik nachzumachen. Das Blatt .cyließt mit einer Solidaritätsbeteue- run», o?r französischxx, Nation für England, eine Beteuerung, die auch die Zeitung „Oeuvre" an die Spitze ihrer Betrachtungen stellt.

wurden, so wird jetzt wahrscheinlich eine Einstellung des Börsenverkehrs an fast allen internationalen Handelsplätzen die Folge fein müssen.

Das schnelle Vorgehen der Bank von England be­deutet natürlich, daß die Goldeinlösung der Pfund­noten bereits eingestellt wird, ehe der Goldvorrat in England allzustark in Angriff genemmen ist, wenn auch die Goldverfchiffungen nach Amerika und Frank­reich erhebliche Bestände abgezogen haben und wenn auch in letzter Zeit eine gewisse Flucht in das Gold emsetzte. Nur so laßt sich die Einstellung der Gold- einlösung erklären, von der jahrelang in London überhaupt kein Gebrauch gemacht worden ist. Es ist anzunehmen, daß die Bank von England sehr ein­gehende Begründungen fiir ihren Schritt bekannt geben und dabei mit der in England stets üblichen Offenheit, ihre Bilanzverhältnisse darlegen wird, aus denen sich dann ergeben dürste, ob es sich nicht, wie anzunehmen ist, um mehr als um nur eine „Vor­sichtsmaßnahme" gehandelt hat.

Die weitere Entwicklung wird nicht zuletzt davon ab­hängen, ob man in den bisher noch gesicherten Län­dern, vor allem also in Frankreich und in Amerika, nun endlich die Gefahren der Wirtschaftskrise er­kennt und sich entschließt, dem Schlagworte von her internationalen Zusammenarbeit doch etwas größere praktische Bedeutung zu geben, als es bisher der Fall war. Bisher hat man in Paris und Washington die von berufener Seite ausgesprochenen Warnungen, öie von der Tatsache ausgingen, daß die Goldbewe­gung jede Natürlichkeit verloren hätte, immer wie­der in den Wind geschlagen, und man versuchte nur, sich um die Verantwortung für diese Goldanhäu­fung herumzudrücken. Mögen aber auch gewisse Tendenzen, auf die weder Paris noch Washington Einfluß hatten, die Gobdbewegung beeinflußt haben, so bestehe doch andererseits die Behauptung, daß beide Länder die Golvanhäufung auch bewußt Wetter getrieben haben, zu Recht. Noch vor wenigen Tagen stellte der bekannt schwedische Volkswirtschaftler Pro­fessor Gustav Cassel fest, daß beide Länder in den letzten zwwölf Monaten je eine halbe Milliarde Dollar an sich zogen, und daß die Vereinigten Staa­ten jetzt einen Goldvorrat von nicht weniger als fünf Milliarden Dollar gehortet haben. Und die warnen­den Worte, die der schwedische Professor in dem er­wähnten Artikel aussprach, verdienen heute nach dem Verzweiflungsruf Enlands besondere Beachtung: „So lange die Amerikaner aus Mißtrauen in bie wirtschaftliche Entwicklung Gold an sich ziehen, wer­den sie die Krise nur weiter verschärfen, was wieder eine Verstärkung des Mißtrauens in der ganzen Welt zur Folge haben muß. Man befindet sich hier in einer vollständigen hoffnungslosen Zir­kel b e w e g u N g. Die einzigen Länder, die etwas tun können, um diese Zirkel zu durchbrechen, sind selbstverständlich wieder Frankreich und die Verei­nigten Staaten. Es gibt keine andere Rettung aus der gegenwärtigen Krise, als daß diese Länder end­lich beginnen, Gebrauch von ihrem Gold zu machen. Das Unmaß von wirtschafflichem Unsinn, das täglich verbreitet wird, um diesen Zusammenhang zu ver­hüllen und um die goldanhäufenden Länder von je­der Verantwortung für die verhängnisvolle Entwick­lung zu befreien, dient nur dazu, uns noch weiter auf einen Weg zu drängen, der zu wirtschaftlichem Untergang führt."

Die Notmaßnahmen der Bank von England be­deuten natürlich nur eine vorübergehende Heber« brückung der Schwierigkeiten. England hat zur Heber­windung der gegenwärtigen schwierigen Lage zwei Wege offen, den der Selbsthilfe und den einer ent- 'prechenden auswärtigen Hilfe. Darüber hinaus ist es aber notwendig, daß das ganze Eoldproblem grund- ätzlich aufgerollt und die Frage entschieden wird, ob die Welt am (Selbe zugrunbe gehen, ober ob bas Golb in seine dienende Funktion zurückgerufen werden soll!

Reue chinesische Roie an Japan

London, 21. September.

Wie „Daily Telegraph" berichtet, hat die Nanking- Regierung eine zweite Rote an Japan gesandt, in bei behauptet wird, daß her Zwischenfall von den Japa­nern mit Absicht hervorgerufen worden sei, um die Be­setzung des Gebietes der Mandschurei zu rechtfertigen. Der chinesische Außenminister hat offiziell mitgeteilt, daß er den Vorfall vor den Völkerbund und die Sig­natarmächte des Kelloggpaktes bringen werde.

Auf die erste Note Chinas, in der die Wiederher­stellung des status quo ante gefordert wird, hat da« japanische Außenministerium geantwortet, daß bae militärische Vorgehen bie birelte Folge bes hinter­listigen Verhaltens chinesischer Solbaten gewesen fd und daß sich die Maßnahmen Japans auf bas Recht bei Selbstverteidigung stützten.