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Nummer 214*
Sonnabend Sonniag, 12. 3-September 1931
21. Jahrgang
Curtius' Kritik am Völkerbund
Oie Hauptthemen: Wirtschaftsnot und Abrüstungsfrage / Oer Widersinn der politischen Zahlungen / Deutschland und Frankreich / Mehr Vertrauen ;
//Alles Wichtige bleibt noch zu tun"
Eigener Drahlbericht.
Oer Kampf um die 40-Gtundenwoche
(Von unserer Berliner Schrifileitung).
Genf, 12. September.
In der heutigen Sitzung der Völkerbundsver- sammlung ergriff Reichsaußenminister Dr. Curtius das Wort.
Die Lage der diesjährigen Bundesversammlung, erklärte er u. a., wird vor allem durch zwei Tatsachen bestimmt: Durch die furchtbare wirtschaftliche Notlage, in der sich die meisten Länder befinden, und durch die bevorstehende Abrüstungskonferenz. Von diesen beiden Tatsachen müssen wir ausgehen, wenn wir uns darüber klar werden wollen, welche Möglichkeiten der Völkerbund überhaupt unter den gegenwärtigen Verhältnissen bietet und wobei es auf die diesjährigen Beschlüsse ankommt.
Oie Gefahren der Wirtschaftslage haben sich aufs äußerste zugespitzt: Magazinisierung von Rohstoffen und Lebensmitteln auf der einen Seite, Mangel und Hunger auf der anderen, Zusammenballung von Kapital und Anhäufung von Gold in wenigen Ländern, in anderen Entblößung von Kapital uns unerträglicher Zinsdruck und als furchtbarste Erscheinung der Zerrüttung der internationalen Wirtschaft die A r b e i t s l o s i g k e i t in den Industrieländern, die sich im kommenden Winter in einer noch nicht absehbaren Weise steigern wird. Niemand darf sich darüber täuschen, daß die Erde bebt, auf der der Bau unseres heutigen Wirtschafts- und Währungssystems sowie unserer Kultur errichtet ist.
Es erhebt sich die ernste Frage, ob die diesjährigen Ergebnisse der Völkerbundsarbeit den dringlichen Forderungen der Gegenwart auch nur einigermaßen gerecht werden. Keiner meiner Vorredner hat das zu bejahen gewagt, und ich glaube deshalb, wir sind uns einig darüber, daß allesWichtage noch zu tun bleibt.
Das bedeutsamste Ergebnis der bisherigen Arbeit des europäifchen Studienkomitees ist der Bericht, den der Ausschuß der Wirtschaftssachverständigen erstattet hat, und der auch dem Völkerbund vorliegt. Der Ausschuß steht eigentlich als einziges Mittel für eine durchgreifende Besserung der europäischen Wirtschaft die wirtschaftliche Annäherung, den wirtschaftlichen Zusammenschluß an. Die Verwirklichung solcher Pläne kann nur im Einvernehmen mit den außereuropäischen Ländern erfolgen, sie muß zu einer gemäßigteren Zollpolitik als gegenwärtig führen. Die Regierungen müssen unverzüglich an die Aufgabe herantreten, den
Gedanken des wirtschaftlichen Zusammenschlusses
so umfassend wie möglich schon in der nächsten Zeit in die Wirklichkeit umzusetzen. Das Ergebnis dieser
Bemühungen wird ein Prüfstein dafür sein, wie weit heute in Europa der Wille zu großzügiger, praktischer Zusammenarbeit wirklich vorhanden ist.
Auch das Problem der Z o l l p r ä f e r e n z e n für Getreide bezeichnete der Minister als einen solchen Prüfstein für den Willen zur Zusammenarbeit. Er verwies auf die Vorschläge des Europakomitees, die Zollpräferenzen für Getreide als Ausnahme von der Meistbegünstigung empfehlen, und gab der Erwartung Ausdruck, daß cs gelinge, diesen Plan zur Annahme zu bringen.
Vielleicht sei es auch möglich, auf einem Sondergebiet, der Produktionseinfchränkung und -regelung in der Landwirtschaft zu praktischen Maßnahmen zu gelangen. Nur internationale Kooperation sei imstande, wirkliche Hilfe zu leisten. Er hoffe, daß diese kurze Anregung vertieft und Vorschläge an die Bundesversammlung gemacht werden könnten. Hierauf wandte sich Dr. Curtius dem finanziellen Problem der Krise zu. Wir stehen, sagte er, vor einer
Verwirrung der ganzen
Geld- und Kreditwirtschaft
Das Einfließcn von Kapital aus den kapitalreichen in die kapitalarmen Länder hat nicht nur ganz aufgehört, die kapitalreichen Länder haben sogar den »apitalarmen Ländern in einem niemals vorherzu- schenden Umfang die kurzfristigen Mittel, die sie dort angelegt hatten, wieder entzogen.
Diese Vorgänge haben ihren Hintergrund in der Lage der internationalen Finanzbeziehungen, die durch die bestehenden Schulden politischen Charakters geschaffen worden sind. Die gewaltigen politischen Zahlungen von Land zu Land erfolgten ohne wirtschaftliche Gegenleistung. Ein Fortdauern dieser Entwicklung, d. h. die Ermöglichung der Zahlung politischer Schulden durch Drosselung der Einfuhr und forcierte Steigerung der Ausfuhr der Schuldnerländer mutz nicht nur für diese Länder, sondern für die gesamte Weltwirtschaft die verderblichsten Folgen haben. Das hat auch der bekannte Bericht des Baseler Sachverständigenausschusses deutlich betont. Infolge dieser Störung der internationalen Kredit- und Geldbeziehungen häuft sich das in einzelnen Zentren. Dort ruht es in völliger Unfruchtbarkeit.
Auch das Hoover-Feierjahr schafft nur eine vorübergehende Atempause. Von verschiedenen Vorrednern ist mit aller Deutlichkeit die Notwendigkeit betont worden, datz das Problem der internationalen politischen Zahlungen im Allgemein- intereffe eine Gesamtlösung erfordere, die der Krise wirklich ein Ende mache. Das ist die große Aufgabe, vor die die Welt sich gestellt sieht.
Gerechtigkeit und Gleichberechtigung!
Internationale Zusammenarbeit auf diesem Gebiete kann selbstverständlich nur dann Erfolg haben, wenn jedes Land für sich alle ihm gegebenen Möglichkeiten für die Ueberwindung der Krise erschöpft. Ich kann für die deutsche Regierung in Anspruch nehmen, daß sie dies getan hat. Alle internationalen Bemühungen auf dem gesamten Wirtschafts- und Finanzgebiete hängen von einer elementaren Voraussetzung ab, das ist die Wieder- herstellung des gegenseitigen Vertrauens in den internationalen politischen Beziehungen, Echtes Vertrauen ist ein gegenseitiges Verhältnis. Allen Versuchen zur Wiederherstellung eines normalen Güter- und Kapitalverkehrs müßte ein dauerhafter Erfolg versagt bleiben, wenn dabei nicht in den politischen Beziehungen die Grundsätze der
Gerechtigkeit und Gleichberechtigung gewahrt werden. Wir müssen ganz offen davon sprechen, daß in vielen Ländern ein weitgehender Skeptizismus gegenüber den Genfer Institutionen und eine wachsende Gleichgültigkeit zu beobachten ist. Gerade da, wo starke Hoffnung auf den Völkerbund gesetzt wurde, wächst die Enttäuschung. Gewiß, Wun der zu erwarten, wäre Torheit. Aber auch die Einsichtigen wollen Maßnahmen sehen, die in die Wirklichkeit eingrcifen und sie bessern. Die deutsche Regierung wird es nicht daran fehlen lassen, zu einer internationalen Zusanimenarbeit mit allen Kräften beizutragen.
Diese Einstellung zu den Problemen der Gegenwart ist es gewesen, die uns nach Chcquers, Paris, London und Rom geführt hat. Der Herr Vertreter Großbritanniens hat die Bedeutung unterstrichen, die in der Entwicklung der internationalen Beziehungen der Annäherung zwischen Deutschland
und Frankreich zukomme, einer Annäherung, die, wie er sagt, nicht nur in Worten, sondern in Handlungen bestehen muß. Lord Robert Cecil kann davon überzeugt sein, daß sich die deutsche Regierung dieser Bedeutung voll bewußt ist. Ich begrüße es, datz der bevorstehende Besuch der französischen Staatsmänner in Berlin Gelegenheit bieten wird, den unmittelbarem Gedankenaustausch fortzusetzen, uns ich knüpfe daran die Hoffnung, daß es auf diesem Wege zu Ergebnissen kommt, die den beiden Ländern zum Vorteil gereichen und darüber hinaus auch dem allgemeinen Weltin- tereffe dienen.
Burefch statt Schober
Wien, 12. September.
Wie die „Reichspost" meldet, wird Bundeskanzler Bures.i» in den nümsten Tagen zu Kreditverhandlungen mit dem Völkerbund nach Genf reisen.
Es ist bemerkenswert, daß nicht Außenminister Schober mit dieser Aufgabe betragt worden ist.
Prof. Schmidlin freigelaffen. Der Theologieprofessor Schmidlin aus Münster, der vor einigen Tagen im Elsaß auf Grund eines Urteils im Colmarer Autonomistenprozetz verhaftet wurde, ist provisorisch in Freiheit gesetzt worden und hat gestern nachmittag 16 Uhr das Gefängnis in Colmar verlassen.
Der Ve-lraa über den deutschen Weizenkauf in Amerika umerzeichnct. Der Vertrag über den deutschen Weizenkauf ist gestern in Washington von dem Vertreter des Reichsernährungsministeriums, Geheimrat Bose, und dem Federal Farm Board unterzeichnet worden.
th. Berlin, 12. September.
Wenn das Reichskabinett in seiner gestrigen Sitzung — wie in einem Teil unserer Freitags- Ausgabe schon berichtet wurde — den Beschluß gefaßt hat, die gesamten sinanz- und steuerpolitischen Maßnahmen, die zur Vorbereitung für den Winter erforderlich sind, in einer einzigen großen Notverordnung zusammenzufasfen, so trägt die Regierung damit den Erfahrungen Rechnung, die bei den letzten Notverordnungen gemacht wurden. Ebenso wie die früheren Notmatznahmen der Reichsregierung greifen auch die jetzt geplanten Verordnungen in die Interessen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen ein. Infolgedessen würde im Reichstag eine Mehrheitsbildung gegen die eine ooer andere Maßnahme leicht möglich fein, wenn ihre Aufhebung vom Reichstag verlangt werden könnte, ohne datz dadurch das gesamte Programm gefährdet wird. Durch die Zusammenfassung sänit- licher Maßnahmen in eine einzige Verordnung wird erfahrungsgemäß die Möglichkeit parlamentarischer
Mehrheitsbildungen gegen das Kabinett wesentlich abgeschwächt. Man hat also damit zu rechnen, datz in der letzten Septemberwochc eine ziemlich große Notverordnung etwa unter dem Titel: „Dritte Verordnung zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen" bekannt gegeben wird.
Auch heute werden die Beratungen des Gesamtkabinetts über das Winterprogramm der Reichsregierung fortgesetzt werden. Im Reichsarbeitsministerium sollen nunmehr die Durchführungsverordnungen für eine Arbeitszeitverkürzung fertiggestellt werden. Der Entwurf liegt zur Zeit dem Reichskabinett vor, das sich binnen kurzem mit ihm beschäftigen wird. Die Verhandlungen mit den einzelnen Gewerben wegen Einführung der 40 Stundenwoche haben nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Von einzelnen Gewerben stehen allerdings die Berichte noch aus, aber es besteht wenig Hoffnung, datz noch in irgendeinem Gewerbe eine freiwillige Vereinbarung einer Arbeitszeitverkürzung erfolgt.
Ist das Abrüstung?
W. P. Aristide Briand, der Töne Meister, hat in der Völkerbundsversammlung wieder einmal sein politisches Lied gesungen. Er ist in den letzten Wochen seines Krankseins bedenklich gealtert, der Fischer von Cocherel, uroö unter den Chronisten des Genfer Geschehens ist keiner, der in seinen Berichten nicht bekundet, wie unmittelbar sich dieser Eindruck allen ständigen Besuchern der Völkerbundsveranstaltungen aufgedrängt hat. Und noch etwas anderes melden die Männer, die durch ihren Berus verpflichtet sind, alles, was in und um den Palast der Nationen vorgehl, aufmerksam zu beobachten: Es ist stiller geworden um den großen Star, dem sonst an dieser Stelle ein internationales Publikum zujubelte, und nur die Getreuesten unter den Getreuen fanden sich jetzt noch bei seinem ersten Erscheinen im Völkerbundshause zu dem Bekenntnis „Vive Briand" zusammen. Auch in Genf scheint nun ein Ruhm zu verblassen, der anderswo, in Paris uns so, schon seit einiger Zeit an Glanz und Wirkung verloren hat. Die Zahl der alten Briand-Freunoe ist geringer geworden, und neue Bewunderer zu finden, ist schwer für einen, der im -Schatten Tardieus und Maginots lebt.
Noch einmal hat Frankreichs Außenminister alle Register seiner Rhetorik gezogen, und zweifellos war auch diese Rede, die Aristide Briand am Freitag vor den Vertretern von fünfzig Nationen gehalten hat, als oratorische Leistung ein Meisterstück. Wenn man sie aber des schmückenden Beiwerks, der klingenden Phrasen und der feierlichen Deklamationen entkleidet, wenn man sie auf ihren Gehalt prüft, dann tauchen Bedenken und kritische Einwendungen auf, und vor allem der deutsche Betrachter sieht sich vor Fragen und Rätsel gestellt: Ist der Mann, der da die Mißerfolge des Völkerbundes zu Erfolgen internationaler Zusammenarbeit umfrisiert, noch der Briand von Locarno und Thoiry, hat er sich uns seine Politik geändert, oder haben wir uns von damals, als der erste „Silberstreifen" am politischen Horizont aufzutauchen schien, durch den Zauber seiner Beredsamkeit zu falschen Schlüssen über den Mann uns seine Politik geändert, oder haben wir uns noch als die Deutung des Briandschen Charakterbildes ist für uns in dieser Zeit, in der unsere ganze Aufmerksamkeit auf die entscheidenden Fragen gerichtet sein muß, der Fall Frankreich, den vor dem Genfer Forum zu vertreten der Außenminister die Ehre hatte . . .
Die geschickten Regisseure des Völkerbundstheaters haben dadurch, datz sie täglich nur einen der Hauptdarsteller auftreten lassen, jeder Sitzung eine Attraktion gesichert. Am Mittwoch war Grandi, der temperamentvolle außenpolitische Adjunkt des Duces, der Held des Taegs; vierunvzwanzig Stunden später bestieg der greise Sir Robert Cecil, sozusagen John Bull in eigener Person, die Rednertribüne, gestern ergötz sich Briands Suada über die Zuhörer unid heme wird der Reichsautzenminister Gelegenheit haben, den deutschen Beitrag zur Debatte zu liefern. Nm was ging diese Debatte bisher? Das Thema war im Grunde selbst gegeben: Diese zwölfte Völler- bundsversammlung ist oas letzte Genfer Stelldichein, zu dem sich die Vertreter der Nationen vor der Abrüstungskonferenz eingefunden haben, und so ist es kein Wunder, daß die Aussprache an den Fragen, die im kommenden Februar zur Entscheidung gebracht werden sollen, nicht vorübergleiten konnte.
Sie aber ganz energisch, ganz zielbewußt auf diesen Punkt hingelenkt zu haben, i-st das Verdienst des italienischen Außenministers. Sein Vorschlag, ein Rüst u n g s f e i e r j a h r zu verkünden, wird zwar, wie man Genf und die Genfer Arbeitsmethoden keimt, in diesen Tagen trotz der Hilfestellung Englands und der skandinavischen Staaten noch nicht Wirklichkeit werden, aber er ist doch ein Bekenntnis zum Handeln, das in dieser an starke Gesten und an Entschlüsse nicht gewöhnten Völkerbundswelt stärkeren Eindruck hinterlassen mußte, zumal auch Sir Robert Cecil sich tüchtig ins Zeug gelegt und den Schleier, der bisher noch über der Abrüstungspolitik der neuen englischen Regierung lag, gelüftet hat.
Es gibt auch bei uns Leute, die davor warnen, daß der Abrüstungsfrage eine zu große, eine schicksalsentscheidende Bedeutung beigelegt werde. Vielleicht glauben sie, daß in dieser Notzeit alles hinter der Aufgabe, die wirtschaftliche Krise zu überwinsen, zurücktreten müsse, vielleicht befürchten sie, datz sich aus der Erörterung dieses Problems neue Schwierigkeiten für die deutsch-französische Verständigung, ergeben würden. Welche Gründe da aber auch ausschlaggebend sein mögen, so übersieht man doch in diesen Kreisen, datz zwischen den wirtschaftlichen Schwierigkeiten und den Abrüstungs- oder — richtiger gesagt — den Rüstungsfragen sehr enge Zusammenhänge bestehen, und daß gerase diese Zusammenhänge von den leitenden Männern des Staates, die wie die Vereinigten Staaten bei der Sanierung der Wirtschaft wichtigste Funktionen auszuübcn haben, stark betont werden. Man verkennt ferner die Gefahren, von denen die deutsche Bevölkerung ständig «bedroht ist, so lange das abgerüstete Deutschland von Nachbarn umgeben ist, die bis an die Zähne bewaffnet sind, und man bedenkt schließlich nicht, daß die Zurückstellung der Abrüstungsfrage zugleich sen Abbruch unseres Kampfes um Gleichberechtigung auf einem wichtigen Teilgebiet« und zwar auf einem Kampsselde, auf dem wir wenigstens nicht ganz auf uns allein gestellt sind, bedeuten würde. Auch wer unter dem Druck der Ereignisse zu der Erkenntnis gekommen ist, datz alles versucht werden muß, um die deutsch-französischen Beziehungen wenigstens auf die Grundlage eines reibungslosen Nebeneinanderlebens zu stellen, wird es ablchnen müssen, daß dieser Versuch auf Kosten von Lebensrechten und Zukunftsmöglichkeiten geht, die nicht geringer zu bewerten sind als wirtschaftliche und finanzielle Vorteile.
Optimisten glauben bereits heute ein „Sichüber- schlagen der französischen Welle" feststellen zu können; sie denken bei dieser Behauptung offenbar in erster Linie an die Propagansa, die Grandi, Cecil und die Skanoinavier für das Rüstungsfeierjahr machten, an diese Aktion, die nach Pariser Auffassung nichts anderes als eine „Torpedierung der französischen Sicherheit" ist. Sie werden aber auch aus der Briandrede eine Rosine herauspicken können, und das ist die Tatsache, daß der französische Außenminister in aller Form von dem Gedanken, den Termin der Abrüstungskonferenz zu verschieben, abgerückt ist. In der Tat ist F r a n k r e i ch in diesem Punkte vor dem amerikanisch-englisch-italieni- chen Widerstande zurückgewichen; Aristide Briand mußte seine ganze Beredsamkeit aufbieten, um die französische Politik von dem Verdacht, sie sei um die Vertagung der Konferenz bemüht gewesen,