Einzelbild herunterladen
 

Aus aller Well

Oie Oamenmode

und -as Reichsgericht

Stöckelschuhe und gebrochene Rippen.

Leipzig 4. September.

(M. P.) Wie amüsant manchmal die sonst nur mit trockenen Paragraphen gepflasterten Erörterungen un­seres höchsten Gerichtes sein können, zeigt ein Scha- denersatzprozeß, der zwischen der Reichsbahn und einer Reisenden spielt.

Eine junge Frau fuhr von ihrer Erholungsreise zu­rück und eilig stieg sie die heimatliche Bahnsteigtreppe hinab. Doch — oh Tücke des Objekts — ihre neuen Schuhe blieben mit den schönen hohen Absätzen (80 Millimeter) an einer schadhaften Treppenstufe hän­gen. Die eiserne Vorstoß-Schiene ragte nämlich über den Asphaltbelag ein wenig hinaus. Die junge Frau stürzte schwer hin und erlitt einige Rippenbrüche. Nachdem sie glücklich genesen war, machte sie bei der Reichsbahngesellschaft Ansprüche auf Schadenersatz.

Es kam zu einem Prozeß der schließlich vors Reichsgericht gelangte. Das Reichsgericht wog das Verschulden beider Parteien in folgender Weise ab: die sehr geringe Schadhaftigkeit der Treppenstufe könnte nur dann ein Verschulden der Reichsbahn dar­stellen, wenn dadurch für das reisende Publikum all­gemein eine Gefahr geschaffen würde. Es sei aber so gut wie ausgeschlossen, daß beispielsweise ein Mann, der „vernünftige" niedrige Schuhabsätze trage, über die eiserne Vorstoß-Schiene stolpern konnte. Hohe, spitze Absätze aber, wie ste die Klägerin trug, erhöhten bekanntlich die Gefahr, beim Hinabsteigen einer Treppe hängen zu bleiben. Die junge Dame hätte daher „vorsichtig mit höher gehobenen Füßen gehen oder das Treppengeländer benützen müssen .

Es sei also ihr Verschulden, daß sie dies nicht getan hat.

Jedoch treffe auch die Reichsbahn ein Verschulden. Den» sie müsse „einer allgemein verbreiteten, wenn auch törichten Mode Rechnung tragen", falls dies die Sicherheit der reisenden Damen erfordere.

Die Reichsbahn habe daher bei Einrichtung bau­licher Anlagen auf weitverbreitete Gewohnheiten der

Bevölkerung Rücksicht zu nehmen. Freilich, sagt das Reichsgericht, sei es der Reichsbahn nicht zuzumuten, ihre Anlagen je nach der herrschenden Mode umzuge­stalten. Da aber die Mode der hohen Absätze bei un­seren Damen schon bestand, als die unglückselige Treppe gebaut wurde, so hätte sie schon damals die eiserne Anschluß-Schiene der Stufe so anlegen ntäffen, daß ein Hängenbleiben hoher Schuhabsätze und ihrer schönen Trägerinnen praktisch ausgeschlossen sei.

Köpenickiade im Kölner Haupibahnhof

Köln, 5. September.

Auf dem Kölner Hauptbahnhof spielte sich eine Köponickiade ab, bei der die Reichspost um einen er­heblichen Betrag geschädigt worden ist. Dort erschien auf der Gekdzustellungssielle ein Mann in der Uni­form eines Geldbriefträgers und verlangte von dem diensttuenden Beamten den GeLdsack Nr. 97. Der diensttuende Beamte forderte pflichtgemäß den Aus­weis. Der angebliche Geldbriefträger faßte in seine Brusttasche, als ob er den Ausweis herausziehen wollte und sagte dann in verlegenem Ton: „Donner­wetter. den Ausweis habe ich zu Hause gelassen. Wer Ihr Kollege kennt mich doch!"' Damit deutete er auf einen zweiten Beamten. Dieser erhob sich, betrachtete den „Geldbriefträger" und sagte dann: „Ja, den Mann kenne ich, dem können Sie den Sack ohne weiteres aushändigen!" Der „Geldbriefträger" erhielt auch tatsächlich den Geldsack, mit dem er sich entfernte.. Erst später stellte sich heraus, daß es sich um ein raffiniert angelegtes Betrugsmaniwer han­delte. Es gelang biÄer noch nicht, den falschen Geldbriefträger ausfindig zu machen. Die Summe, die der Postsack enchielt, ist ebenfalls noch nicht be­kannt, doch soll es sich um einen Betrag von vielen Tausenden Reichsmark handeln. Die Post verweigert jede Auskunft. Der Täter soll ein ehemaliger Post­aushelfer sein. Es ist auch noch nicht festgestellt, ob dieser mit dem Beamten, der ihn als Geldbriefträger beglaubigte, gemeinsame Sache gemacht hat.

Zeppelin auf der Heimfahrt

Neuhork, 5. September.

Wie Associated Preß aus Pernambuco meldet, erfolgte der Wflug des Luftschiffes Graf Zeppelin vollkommen glatt innerhalb von fünf Minuten. Später überflog das hell erleuchtete Luftschiff in

Seite 4 — 4. Beilage

Kasseler Neueste Nachrichte«

Sonnabend Sonntag, 5J6. September 1931

beträchtlicher Höhe die Stadt Pernambuco. Sieben I Stunden nach dem Abfluae paffierte „Gras Zeppe­lin" die 125 Meilen von der Küste entfernte Insel I Fernando Roronha.

Heute früh um 0,20 Uhr (MEZ.) befand sich das Luftschiff „Graf Zeppelin" auf 7 Grad 20 Minuten nördlich und 28 Grad 50 Minuten West, also halb­wegs Kapverde.

*

An Bord des ^Tlautilus" alles wohl

Tromsö, 5. September.

Wie der Wetterdienst für Nordnorwegen mitteilt, gelang es gestern abend 11 Uhr, mit dem Untersee­boot „Nautilus" in Verbindung zu kommen. Das U.-Boot funkte, daß an Bord alles wohl sei.

*

Bei einer Luftparade in Ferrara (Italien) stürzte ein Militärflugzeug infolge Geschwindigkeitsver­lustes beim Start auf die Zarschauermenge. Hierbei wurden drei Personen getötet und mehrere - schwer verletzt.

Verheerende Wolkenbrüche in England

London. 5. Septerüber.

Wolkenbruchartige Regensälle führten im Laufe des gestrigen Tages in verschiedenen Gegenden Englands zu Ueberschwemmungen, die z. T. erheb­lichen Schaden anrichteten. In Leeds und Shef­field mußten mehrere Familien ihre Häuser auf­geben, da deren Einsturz zu befürchten war. Der Eisenbahnverkehr stockt teilweise, und eine Fabrik mußte geschloffen werden. Im Peak-Distrikt durch­brachen Flüsse ihre Dämme; auch in diesem Gebiet waren die Bewohner z. T. gezwungen, ihre Heim­stätten zu verlassen. In Rotherham versagte in­folge der Ueberschwemmungen die Elektrizitätsver­sorgung, so daß der Straßenbahnverkebr und die Arbeit in den Fabriken stillgelegt wurden. In vie­len Gegenden haben die Ueberschwemmungen erheb­liche Ernteschäden hervorgerufen.

*

Ein heftiger Wirbelsturm, von Regengüffen und Hagel begleitet, hat eine halbe Stunde lang Kon­

stantinopel heimgesucht. 40 Häuser sind eingestürzt, fünf-Personen blieben tot unter den Trümmern, meh­rere wurden verletzt. Der Verkehr war einige Zeit unterbrochen.

Nach einer in London eingegangenen Meldung, ist das deutsche Motorschiff „Burgenland" 34,6 Grad nördlicher Breite und 126,10 jGrad östlicher Länge an der Südküste von Korea gestrandet. Die Paffagiere der „Burgenland" wurden von dem japanischen Dampfer „Baikal Maru" aufgenommen und nach Moji gebracht. Das Motorschiff ist 7300 Tonnen groß und befand sich, wie die Reederei mitteilk, auf der Ausreise nach dem Osten und hatte zuletzt Tsingtau verlaffen.

Der Ferndienst für die Uebermittlung von Licht­bildern zwischen Rom einerseits und Berlin, Ham­burg, Frankfurt a. M., München, London, Kopenhagen und Swckholm andererseits ist in Betrieb gesetzt worden.

Das diebessichere Wochenendhaus.

iMMUÜ'M

MkMWN

■

zu enorm niedrigen Preisen.

Grönte «nüwahl am Platze.

Korbmöbel, eigenes gobntat, zu bedeutend herab­gesetzten Preisen.

Hartmann Harhusch

Korbmöbeisavrtk

Hur Fünffensterstr. 10

Freundschaftsringe

Silber — vergoldet von 50 Pfg. an.

Herrn. Kogan

Bahnhofstraße 14

^Krönke^

Breidenstein

Kassel, Sedanstr. 5

.' tagt. v. 8—5 Uhr,

Mck

Di. VN

Kassel- Bettenhausen.

1I1IIIIIIIII1IIIIIIIIIIIII

Wenn Sie

Ihr« Aufbewahrungsräu­me durchsehen, dann werden Sie unzwei­felhaft Gegenstände finden, die für Sie vollkommen nutzlos sind, weil Sie keine Verwendung mehr dafür haben. Dage­gen können diese Ge­genstände für andere Leser der Kaffeler Neuesten Nachrichten von hohem Wert sein. Zeigen Sie den Besitz solcher Gegen­stände in Form ei­ner Kleinen Anzeige bei uns an und Sie werden für gebrauch­te Gegenstände über­raschende Preise er- zielen können. Die Ausgaben dagegen, die Ihnen erwach­sen, sind sehr gering.

Illlilllilllllilllllllllll

wir

Herbst und Winter.

lesem

i aflen' modisclien jetzt die neuesten.

Abteilungen zeigen Modeschöpfungen f Mehr denn je dient

’M

i I

sprechend/^

zu kleiden, zeigt Ihnen unsere^

MODEN-AUSTELLUNG }

Ul Pfennig der Waren- der, Blusen, Hüte, Män- dische Stoffe, kurz alles, die Dame,das jg. Mädchen sachlich und n M der Zeit ent-

, verbilligung • Klei- J tel, Pelze,- mo-

I

was dazu dient, U und das Kind

ArthurWertheim

DaS riodchous der auten Qualitäten .

Wenn Sie sich nlchl forehlen.

die Wahrheit zii hören,

dann lassen Sie mich sie Ihnen sagen.

Gewisse Tatsachen aus Ihrer Vergangenheit und Zukunft, finanzielle Möglichkeiten und andere ver­trauliche Angelegenheiten werden Ihnen durch die Astrologie, der ältesten Wissenschaft der Geschichte, enthüll^ Ihre Aussichten im Leben über Glück in der Ehe, Ihre Freunde und Feinde, Erfolg in Ihren Unternehmungen und Spekulationen, Erb« schäften u. viele andere wichtige Fragen können durch die grofce Wissen­schaft der Astrologie aufgeklärt werden.

Lassen Sie mich Ihnen frei aufsehen« erregende!* at fachen vor» aussagen, welche Ihren ganzen Lebenslauf än­dern und Erfolg, Glück und Vorwärtskommen bringen, statt Verzweiflung und Mißgeschick, welche Ihnen jetzt entgegenstarren. Ihre astrologische Deu» tung wird ausführlich in einfacher Sprache geschrieben sein und aus nicht weniger als zwei ganzen Seitep bestehen. Geben Sie unbedingt Ihr Geburtsdatum an mit Namen und Adresse in deutlicher und eigen« händiger Schrift. Wenn Sie wollen, können Sie RM. 1.- in Marken Ihres Landes beilegen zur Dekung der Kosten dieser Anzeige und des Postportos. Keine Verzögerung, ich schreibe Ihnen sofort. Dieses An­gebot wird vielleicht nicht wiederholt, handeln Sie daher jetzt. Wenden Sie sich: an ROXROY, Dept« 1632 A Emmastraat 42, Den Haag (Holland). Brief« porto nach Holland 25 Pfennig.

BausparenT Nun erst recht 111

Grundbesitz und Eigenheim sind bleibende Werte!

Fordert Drucksachen über Ablösung von Hy­potheken und Bau von Eigenheimendurch die

86

Hamburg

Niederdeutsche Bauspar- Gesellschaft m. b. &• Hamburg 36»

Neuer Wall 10 „Gutrufhaus*.

HWHHHHHHHHHHH«

Vom Dache pfeifts der Sperling...... • • • »«

ein Fahrrad — nur von Gerling

Brennabor-

GERLING-Martinsplatz gegenüber dem Denkmal

•WHHMHWHHHHHHH

finnffltonfetei

Carl Münch & Sohn. Sdmeiierinstr. FruU.St.24

I tn allen i Kieidung-sisiaeni

Iwird lauft., toenn mögt, unsichtbar beraestelli. Halt- barkettgarantierr

.T r?

MW

Urahne, Großmutter, Mutter und Kindt von der Nähmaschine

■ €1 ■ ■ begeistert sind

AHetn-Verkauf: GERLING-Martinsplatx gegenüber dem DenkmaL

(Erfolg

röffenthdit

Graue Haarei

Dann nur „Juico“!

Sennigson's Saarfarbe „Juico“ ist seit nahezu 20 Jahren hervorragend bewährt. Sie gibt In kurzer Zett allen grauen Haaren waschechten Farbton wieder bet einfachster Anwendung. Färbt auch sonst Ihr Saar nach Wunsch. Setbstfiirben von «opf- und Darthaaren mit„Juleo“ erspart teure Frisörkosten. „Juico“ ist gebrauchsfertig in einer LSiung; schon dadurch allen anderen Saarfarben vorzuzieben. Siele Dankschreiben. Preis i/, Fl. 2,60, 1/1 Fl. <80 Rur. In allen Farbtönen erhältlich in Raffel: Drog. J. Mons, Untere Karlstratze 14; Büren - Drog., Untere Königstrahe 58; Drogerie Wiegand, am Rtznigsplatz; Lniher-Drogerle, Lutberstrahe o und Vletorla-Parf-, Obere KSnigstrahe 43.

Zn Deritn zu beziehen durch : Kronen-Apotheke, W. Friedrichstraße 160.