SnuSik 'TU <z ol
WÖCHENTLICHE BEILAGE DER KASSELER NEUESTEN NACHRICHTEN . SONNTAG,6. SEPT. 1931
Zu Raabes 100. Geburtstag am 8. September
Wilhelm Raabes Weg zum Humor / Von Dr. Paul Landau
„Ich schmeichle mir, so gelebt zu haben, daß 99 Prozent aller Mitgeborenen nicht imstande find, mein Leben zu übersehen."
So hat der vielgestaltige Proteus Wilhelm Raabe einmal gesagt, und er ging mir der noch festeren Ueberzeugung dahin, daß die Weite und Tiefe der diesem Sein entsprossenen Schöpfungen von noch viel wenigeren der Zeitgenossen, wenn überhaupt von einem, begriffen worden seien. Bei Lebzeiten nur von einer kleinen Gemeinde verehrt, ist er seit dem Kriege und der stärkeren Besinnung auf deutsches Wesen und deutsches Volkstum mehr ins Publikum gedrungen, von den Vorurteilen der „Langeweile" und „Formlosigkeit" ebenso wie von denen einer „bloßen llnterhaltungsschriftstellerei". die seinem Wirken so lange im Wege standen, erlöst, aber noch lange nicht als das erkannt, was er ist: als einer der ganz Großen im Reiche deutscher Kunst. Und dies ist nur zu verständlich. Denn wie alle die urdeutschen Meister hat er den Mikrokosmos seiner Persönlichkeit zum Makrokosmos seines Werkes geweitet, im zitternden Spiegelbild seiner „Schusterkugel", wie sein Meister Unwirrsch, die Geheimnisse und Wunder des Kosmos erschaut.
Wenn sein 100. Geburtstag mit all seinen Feiern und Veröffentlichungen dazu beiträgt, eine Ahnung von dieser weltumspannenden Dichterkraft in seinem Volk zu erwecken, dann ist schon viel gewonnen. Es wird noch lange Zeit vergehen, bi» sein Schaffen wirklich eingegangen ist in unsern Bildungsschatz; aber er und seine Bücher, sie haben Zeit, wie alles Unsterbliche und Dauernde.
Im Spiegel des alten Proteus
glichene Kunstwerk seines Stils entstehen konnte. So rückt Raabe neben die von ihm so oft gefeierten Großmeister der Erzählung, Cervantes, Lesage, Fielding, deren unvergängliche Gestalten Don Quixote, Eil Blas, Tom Jones er einmal in einer entzückenden Vision seinen Figuren gegenüberstellt, als ein ebenbürtiger Schöpfer ewiger Humore, lehrreicher Unterhaltung, grogartiger Menschenschilderung. Wie sie hat er die „göttliche Länge" des genialen Erzählers, den langen Atem, die Weite des Weitblicks, den Sinn für die Höhen und Tiefen des Seins. Auch er wendet sich an jene wahre Gemeinde jedes großen Dichters, an die idealen Leser, von denen er am Ende des „Horacker" spricht, die unter die Oberfläche des Lebens in seine Abgründe und Wirbel blicken, beim Anblick eines Hauses nicht an sich und ihre Wünsche denken, sondern an Geburt, Leben und Tod, an die Wiege und de» Sarg.
Gut gegen Böse
Gleicht das Werk Raabes in seiner Gesamtheit einem der gewaltigen Dome, die, ein Abbild von Himmel, Hölle und Erde, neben dem Heiligen und Erhabenen in den Skulpturen ihrer riesenhohen Wände auch dem Grotesken, dem Grausigen und Wild- Bizarren einen Platz einräumten, so hat es in seinem Gehalt etwas von der Größe einer Weltdichtung, stellt eine ewige Symbolik auf, die der von Dantes göttlichem Gedicht nichts nachgibt. Wie in der Religion Zoreasters, so herrscht in Raabes Dichten ein ewiger Kampf des Guten mrt dem Bösen. Mit wahrhaft grandioser Macht hat er mephistophelisch, ver-
und zerfetzten Figuren Raabescher Phantasie, die die dunkle Geschichte ihrer Leidenschaften hinter dem Aeußern eines Sonderlings oder Querkopfes verbergen, haben in ihrem Innern den Golvgehalt einer ?logen Seele, die in der Welt Schiffbruch gelitten at, um in sich selbst den stillen Hafen zu finden.
Raabes ganzes Schaffen trägt als Motto den Jphigenie-Vers: „Jedes menschliche Gebrechen sühnet reine Menschlichkeit."
Und so steigt aus den dunklen Schächten seiner Symbolik fein Humor zur Sonnenhöhe empor! Das merkwürdige Puppenspiel der Geschichte, dessen farbige Tänze der Dichter wundervoll festgehalten hat, wird verklärt durch das heilige Lachen. Der „Weg zum Lachen", den sein gelehrter Griesgram Homilius in der Erkenntnis der Menschen und der Natur findet, steht allen seinen Wesen offen. Raabe hat gerade in dem Erleben der Vergangenheit einen „heiligen Born" der Erkenntnis gefunden und in seinen geschichtlichen Erzählungen vielleicht seine reinsten Kunstgebilde geschaffen. "Seine erstaunliche Belesenheit, sein feines Gefühl für den Duft historischer Stimmungen seine unvergleichliche Kunst des Zitierens heben Geschichten, wie „Keltische Knochen" ober das wundervolle komische Epos der „Gänse von Bützow", in jene Sphäre der Idylle, die Schiller als den Höhepunkt der Dichtung gepriesen. So schließt sich sein Werk harmonisch zusammen im Sinne des schönen Logau- Wortes:
„Wie ist das Reich der Kunst? Das Reich der Km st ist rund.
Ist allenthalben da, wo Sonne drüber stund."
Die Raabe-Forschung, so lange vernachlässigt und von wohlmeinenden Enthusiasten unkritisch betrieben, hat in letzter Zeit damit begonnen, die entscheidenden Probleme zu erkennen. Merkwürdigerweise war es ein Holländer, der Jesuit Perguin, der zuerst seine Motive „als Ausdruck seiner Weltanschauung" untersuchte und so einen Ueberblick über den Reichtum seiner Gestaltungskraft bot. Dann wurde von Wilhelm Heeß sein Verhältnis zu den politischen Bewegungen seiner Zeit dargestellt, und es trat zutage, daß dieser „romantische, weltfremde Träumer" seine Gegenwart viel klarer und schärfer beurteilt als die Helden des Tages, daß er sich nicht von Schein und Schimmer täuschen ließ, sondern unbeirrt aus die ewigen Werte blickte und so zum Führer, Wegweiser und Erzieher für die Zukunft wurde. Das hat besonders Wilhelm Fehse in seinem letzten Buch „Im Spiegel des alten Proteus" betont, nachdem er schon vorher die innere Entwicklung seines Lebens gezeichnet und den eigentlichen Gehalt seiner Kunst aufgezeigt hatte, liebet dem Humoristen, der früher im Vordergrund stand, ist so oer Symbolist Raabe entdeckt worden; denn wie bei jedem genialen Poeten führt auch bei ihm die Eigenart und Fülle seiner Symbolik ju den Urquellen seines Schaffens. Rur auf diesem Wege kann man das Verständnis für so schwer zugängliche und abgründige Werke, wie etwa „Stopskuchen", „Die Akten des Vogelsangs", „Altershausen", aber auch für Nebenarbeiten, wie „Prinzessin Fisch", erlangen, von seinen Hauptwerken gani abgesehen. Welch ein ungeheures Wissen um alle Dinge der Bildung, welch ein wimmelnder Reichtum an geschichtlichen, literarischen und andern Kenntnissen an Zitaten, Anspielungen usw. in diesen Bänden steckt, davon hat uns einen ersten überwältigenden Eindruck Heinrich Spieros „Raabe-Lexikon" gewährt. So stehen wir immerhin schon ober noch an der Eingangspforte dieser Schöpfung, die in ihrer Gesamtheit und Einheit so schwer zu übersetzen, von der in kurzen Worten eine erschöpfende Vorstellung zu geben kaum möglich ist.
Raabes Stil
Sie ist wie das über alles Schauen und Erkennen vielgestaltige Werk eines gotischen Meisters, etwa wie das Sedaldusgrab von Peter Vischer, das mit seinen tausend bizarren Wundem der Form den Blick beständig auf Einzelheiten lenkt, und erst dem Sich- sammelnden, weit Zurücktretenden sich in seiner erstaunlichen Harmonie erschließt. Ein Grund dieses Gestaltungsübermaßes, geboren aus einem Reichtum der Phantasie, der so vielen Großtaten unserer Kunst, Dürers Holzschnitten und Fischarts Litaneien, Bachs Kantaten und Jean Pauls Dithyramben in Prosa, eigen ist, waltet auch in Raabes Art. Aber das krause Arabeskenwerk der Gedanken und Bilder ist von ihm gebändigt, ist in einem künstlerischen Prinzip geläutert. Wer je sich durch das urwalddichte Labyrinth Jean Panischer Jobelperioden den Weg zu den Schätzen seiner Poesie mühsam gebahnt hat, wird nicht mehr die Stirn haben, sein chaotisch grandioses Dichten mit der ausgeglichenen, behaglich weisen Technik Raabeschen Erzählens zu vergleichen. Es ist, als wenn erst eine Fülle solch irrender Ritter der Form in der deutschen Literatur hätte auftauchen müssen, bevor das runde, bei aller Eigenwilligkeit doch ausge-
■*,1 \
am" •w Mrt
Nandzetchnang ooe B. ZinikMer, Hälfet.
Ein Kontrapunkt über den Namen N-a-a-b-e.
Wilhelm Raabe jum 70. Geburtstage komponiert von Johann Gemalter, Safiel.
R a a b e
neinenbe Geister geschildert, die sich dem Weg der Menschheit zur Höhe entgegenstemmen und sie tn den Pfuhl der Niedrigkeit hinabziehen wollen. In dem Finale seines Menschheitsepos, dem letzten jener drei gedankenschweren Romane, die sich im „Hungerpastor", „Abu Telfan" und Schüdderunp" zur Trilogie zusammenschließen steht die Gestalt des schurkischen Barbiers von Krodetzeck wie ein teuflischer Dämon der Finsternis den Gestalten des Lichts gegenüber und reißb im eigenen Erliegen die Tochter Antonie, um die Himmel und Hölle den alten Kampf des Eoetheschen Faust führen, in den Tod: das Schöne muß-sterben um im Tode den höchsten Sieg zu erkämpfen. Aehnliche Töne des tiefsten Mitleids und edelsten Gefühls findet Raabe in den „Akten des Vogelsangs", wenn er das Schicksal Helene Trotzendorfs schildert, dkr der Welt Unfläterei nicht bloß das Summe kleine Gehirn, sondern auch das schöne weite Herz eindrückt. Im „Abu Telfan" wächst die Katzenmühle zu einer Hochburg der Menschlichkeit auf, zu einer Festung des Guten und Edlen, in der die Wenigen ihr kleines Reich des Lichts gegen eine ganze wilde Welt verteidigen. „Aber wir glauben an den Sieg, und mehr ist nicht nötig, um ihn zu gewinnen."
Einsame Menschen
Diese Schärfe der Symbolik, die alles Geschehen in monumentale Sinnbilder eines Höheren zusammen- faßt, bedingt häufig das zunächst Verwunderliche und scheinbar Bizarre von Raabes Erfindung. Aber wer „den tieferen Sinn des Mondgebirges", von dem Abu Telfan heimkehrt, die Poesie der „alten Gärten" und das Wunder des „Horns von Wanza" die Herrlichkeit von „Pfisters Muhle" den Glanz all jener Orte, in denen der Hort der Vergangenheit, der Jugend und des Glücks schlummert, erkannt hat, dem erscheinen die anfangs verworreneii Gebilde als klare Gestaltungen eines souveränen Schöpfergeistes. Um manch elenden Fleck Erde, um den Lumpenkeller, das Siecheyhaus, die Flecktyphushütte, spinnt Raabe die goldenen Fäden seiner warmen Menschenbeobachtung und läßt aus liefen, durch grimmes Verderben die Schönheit eines guten Herzens erstrahlen. Als Wegweiser durch die Wirrnis dieser Erde sind in seinen Dichtungen häufig vielerfahrene Betrachter des Lebens dargestellt, Le- benssieger, die aus ihrer irdischen Dürftigkeit von den Gassen zu den Sternen aufsehen. Philosophische Denker, die in milder Resignation den rechten Ariadnefaden aus allen labyrinthischen Irrungen gefunden haben, lassen die Menschengeschicke in dem Spiegel ihrer Weisheit erstrahlen. In ihnen allen lebt eine tätige Menschenliebe die ihren stärksten Ausdruck in dem Helden des „Stoofkuchen", in jenem Heinrich Schaumann, gefunden hat, der in seinem milden und heiteren Kampf für die Gerechtigkeit die ergreifendste Verkörperung Raabeschen Welthumors darftellt. Alle die kauzigen, schrullenhaften Gestalten, die kuriosen Gelehrte», die vom Sturmwind des Dajeins zerzausten
Was Wilhelm Raabe uns ist?
Bekenntnisse deutscher Dichter und Künstler.
Richard Dehmel
Es geht eine Sage: der alte Raabe.
Odins Vögel klagen auf seinem Grabe: O gäb’s doch heute in deutschen Gauen Mehr seinesgleichen und weniger Pfauen.
Carl Busse
„Man muß sich vorstellcn, daß man in zehnjähriger Verbannung allein auf unbewohnter Insel leben müßte, aber etwa fünf Bände eines beliebigen Schriftstellers mitnehmen dürfte. Würde man einen anderen wählen als Raabe? Ich kann's mir nicht denken!"
Georg Engel
An Reichtum des Erfindens, Echtheit der Gestalten, Kunst des Entwickelns, besonders der Menschenseelen; aber auch der fesselnden Handlung wird er von kaum einem Erzähler Deutschlands übertroffen. Hoch über Freytag steht er durch die Fülle verklärender Poesie, Die durch alle seine Dichtungen ergossen ist.
Gustav Falke
Ein Freund stiller Stunden, der mich erquickt und stärkt, und mich mit Alltag und Enge versöhnt, ein echter Lebensfreund.
Hermann Hesse
Wenn wirklich jemand Ernst machen will mit dem Versuch, von nun an bloß noch deutsche Bücher zu lesen, so hat er an Raabe einen un- versieglichen Schatz. Wie find seine Bücher so schön und reich und oft fast wirr vor Fülle, rote deutsch sind sie!
Walter von Molo
Ich nenne Raabe einen unserer größten Menschen und einen in seiner künstlerischen Formlosigkeit nationalen Dichter von höchster Bedeutung für das deutsche Volk; die anderen Nationen-werden Raabe nie verstehen!
Raabe in Braunschweig
Fritz Behns Raabedenkmal wird enthüllt.
Im Schatten der St. Magnikirche, der ältesten Kirche Braunschweigs, die vor 900 Jahren an einem Platz errichtet wurde, den heute freundliche Fachwerk- bauten umschließen, wird am 8. September Fritz Behns Raabedenkmal enthüllt.
Verbunden mit Wilhelm Raabes Namen ist die Ee- burtsstadt Ejchershaujeu, die Stadt jeiner Schulzeit
Holzminden, bas liebliche Wolfenbüttel und vor allen Dingen Braunschweig, wo er die letzten 40 Jahre seines Lebens verbrachte. Am Leonhardsplatz liegt sein Haus, von seinem Arbeitszimmer schaut man ins
Grüne. Der ganze Reiz Raabeschen Wesens umfängt uns, wenn wir in dieses Arbeitszimmer treten, über dessen kleinem Schreibtisch Bilder in altväterlichen ovalen Rahmen hängen, Erinnerungsstücke an launige Stunden und fröhliche Freunde, die dem Schreibtisch, einen eigenartigen Reiz verleihen, der unseren sachlichen Diplomatentischen so ganz abgeht. Bücher beherrschen das Bild. Raabe, bekannt durch seine schnelle Äufnahmegabe alles Literarischen, wandelte durch dieses Reich in seinem Flauschmantel. Er war ein Freund der zwanglos geselligen Runde, je intimer der Kreis, um so aufgeschlossener Raabe. Die Ecke in Herbst Weinstuben, bas Weghaus zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig, die Klippstube im Gewandhaus zu Braunschweig, der Grüner Jäger, Sievers auf der Höhe, sie alle wissen von den ehrbaren Kleidersellern, von den Zusammenkünften des Feuchten Pinsels zu berichten. Wenn Raabe auch fast nie in seinen Schriften auf die Stadt, in der er wohnte, unmittelbar Bezug nahm, so ist das Verwinkelte ihrer Straßen, die Eigenart und niedersächsische Kyorrigkeit ihrer Menschen in seine Werke mit hereingeflössen, hat ihnen das Reizvolle gegeben und auf immer Raabe und Braunschweig eng miteinander verknüpft.
Neue Raabe-Literatur
Eine Jnbllä'nms-Ansgabe von Wilhelm Randes Erstlingswerk.
Im Jahre 1856, also vor nunmehr 75 Jahren, wagte sich der toiäbrige Wilhelm Raabe mit seinem Erstlingswerk „Chronik der Sverliiiasgasse" unter dem Decknamen Jakob Cvrvinus an die Oesfentlickkeit. Das Buch sand sogleich starkes Echo. Ludwig Rellstad, der groste Kritiker der Bos- stschen Zeitung, schrieb damals u. a.: „Ein reizendes Buch, warm wie die Marzsonne, heiter wie der Frühlingsbimmel und doch zugleich sinnvoll ernst und mild wie ein Herbstsonnenuntergang." Friedrich Hebbel nannte das Buch: „eine vortreffliche Ouvertüre." Trotzdem mußte der Dichter auf einen breiten Publikumserfolg lange warten und die „Chronik" ein wechselvolles Geschick dnrchmachen. Aus dem Berlag Franz «-taage. Berlin, der die 1. Auflage heraus» brachte, ging das Buch in den Verlag Ernst Schotte ji. Comv„ Berlin, über, von dem das Werk dann zu dem Stuttgarter Berlag Emil Ebner wanderte. Bon diesem wurde die „Chronik" im Jahre 1877 durch die Gtotefche Berlagsbuchhandlung übernommen und in einer neuen, mit Holzichnitten ausgestatteten Ausgabe heranSgebracht. Nu« folgte Auslage aus Auflage und bald wurde die „Chronik" das am meisten gelesene Buch Wilhelm Raabes und eine» der ganz wenigen Werke, die in Wahrheit Allgemeinbesttz unseres Volkes sind.
In diesen Tagen, da Deutschland sich anschickt. Wilhelm Raabes 100. Geburtstag würdig zu begehen, bringt der, Grote-Verlag eine Jubiläumsausgabe der „Chronik der «verlingsgasse "heraus, (Leinen 2.85 RM) geschmückt mit mehreren farbigen Bildern von G. Salier, die erfüllt sind von jener köstlichen Stimmung, welche die Blätter dieser volkstümlichsten Chronik ausstrablen.
*
Die Raaberttzebz<htniss»rlst
liegt in neuer, gänzlich umgestalteter Ausgabe vor. (Ser» ausgeaeben von Pros. H. Goebel im Verlag Ä. Lar, Hildesheim Br. 2,60 RMI. Herbert Eitlen berg hat einen Festsvruck in Versen zur Hundertjahresfeier beigetragen, die besten Kenner Raabes wie Wilhelm Fehse, Josef Baß, Fritz Jensch und der Herausgeber beleuchten Raabe und sein Werk in neuen Originalaufsätzen von den verschiedensten Gestchtsvunkten ans. Darüber hinaus aber haben mehrere unserer hervorragendsten Dichter und Essayisten ein warmes Bekenntnis für Raabe abgelegt, wie Rudolf Huch, E. G. Kolbenhener, Karl Strecker. Otto Brües, Sans v. Wolzogen und als Vertreter der jüngsten Dicktergeneratton Otto Seuschele. Ron großem Wert ist bas, wo? ein Künstler wie Hans Thoma über Raabe gesagt hat. Die einzigen Erinnerungen von Wilhelm Brandes, Raabe und die Kleider» seller, veralten nickt, solange das Gedächtnis Raabes rat deutschen Lande fortlebt.
*
Als Band 48 von Belhagen und Klastngs Jugendbückerei sbr. 0,40 RM) erscheint
Kleine Kostbarkeiten ans den Werken Wilbel« Raabes zusammengestellt von Heinz Frauke. Diese gelungene Auswahl enthält auch ein anschauliches Lebensbild des Dichters. Bei dem billigen Preise ist dem Büchlein weite Verbreitung in Haus und Schule zu wünschen.
Unser Bild:
Kontrapunkt auf R-a-a-b-e
Zu W. Raabes 70. Geburtstag ging seinerzeit von der Kasseler Raabe-Eesellfchast im „Wilden Wasser", von der „Freien Feder" und der „Pvunzel" eine Mappe nach Braunschweig, in welcher auf einzelnen Blättern eigene Dichtungen, Zeichnungen, Radierungen und farbige Bilder der Einsender lagen. Darunter befand sich auch die tzier abgebildete Komposition Johann Lewalters, die einen Kontrapunkt (Engführung eiuerFuge) über den Namen R-a-a-b-e wieder gibt. Die Viertel- vause ist als r gedacht. . Die Umranfung des Blattes (lauter karikierte Raben, in der Ecke mit dem Heiligenschein Wilh. Raube selbst) zeichnete Prof. Georg Zimmer, dessen köstliche Zerrbilder aef bet Muthardbibliottzek aufbewahrt werden.
BttgUtieottlktK Vor BKn M. V««•*.