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Sonnabend Sonntag, 22-/23. August 1931

Kastrier Reueste Rachrichte«

f Seite 2 1 Vellage

Löwenburg trägt, wie uns noch mitgeteilt wird, einen I Schicksmannes Landwirt ^n«b Siebert-Lotz iEst

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Feier empfehlen.

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finfere Heimat

Rotenburg. Verhütet Unfälle. Im städtischen Ge­schäftszimmer liegt ab heute 8 Tage lang der dritte Nachtrag zu den Unfallvechütungsvorschrrften für Forstwirtschaft und alle Arten von Baumpslanzungen zur Einsichtnahme der Beteiligten aus.

Brettenbach bei Bebra. Blitzschlag. In der Nacht von Mittwoch aus Donnerstag ging über der Bebraer Gegend ein heftiges Gewitter mit starkem Regen nieder. Dabei traf ein kalter Blitzstrahl den Turm der Breitenbacher Kirche. Der Weg des Blitzes wird durch mehrere abgerissene Holzteile gekennzeich­net. Grötzerer Schaden wurde jedoch nicht ungerichtet, Oberode. Ein Einbruch wurde Anfang der Woche in einem Geschäft verübt. Den Dieben fielen 40 Paar Schuhe, Frauen- und Kinderwäsche in die Hände, 30 Mark und ein Fahrrad. Der Schaden beträgt insge­samt 500 Rm.

Oie Wasser steigen!

Im Ohmgrund droht Ucberschwcmmung.

Infolge der starken Niederschläge haben die Grä- ben in den Ohmwiesen hohen Wasferftand, ebenso die Flüsse Ohm, Wohra und Klein. Große Wasser­flächen bedecken bereits den Ohmgrund und man befürchtet bei Anhaltung des Rcgenwetters eine Uebcrschwemmung, die dem prächtigen Graswuchs Schaden zusühren würde. ..

des Hauowebers- Engelhard Kurzrock als, seinen Pertreter. Für Vas Jahr 1932 werden ungefähr 1027 Festmeter Holz aus dem Stadtwald zum Euifchlag kommen, aber erst dann, wenn das Hol; vorher ver- kaust worden ist. Der Verlauf eines kleinen Gärt­chens in ver Bahnhofstraße wurde mit 7 gegen 6 Stimmen abgolchni. Unter Punkt Verfchievene^ gab Bürgermeister Stein noch bekannt, daß mit BeeMöl- gung der KanalssationsarbcUen in der Langen Gaffe vorläufig keine Aussichtt auf Bcfchaftw! gung bestände.

Hofgeismar. Lokaltermin in. Kelze Noch in aller Erinnerung ,jft das bedauerliche Vorkommnis in Kelze in der Nacht zum 14. Juni, dem em Men­schenleben zum Opfer fiel. Durch das Kasseler Ge­richt unter Amtsqerichlsrat Loren; fand am Don­nerstag morgen in Kelze der AuFmscheinstermin statt. Ein Landjägeraufgebot sowie .zahlreiche Zu­schauer aus dem Dorf und aus Hofgeismar sahen mit Interesse der Rekonstruierung des Vorfalls und den Abmessungen ,u. Unter Anklage Men neben Personen: der Lehrer T., die Kelzer M. und G., und die Hofgeismarer 2-, B., H. und D., die an­schließend in nichtöffentlicher Verhandlung toi Bür­germeisteramt vernommen wurden. Die Hanptver- handlung findet in Kassel statt.

Hofgeismar. Verschlossene Türen. Wegen Kafsen- revision bleibt die Stadt lasse am Dienstag,, dem 25. August für den Publikumsverkchr geschlossen.

ungefähr ein gleicher Behang festgestellt wurde, das Versteigerungsergebnis 5300 Mark betrug.

Wiyenhausen. Ausgehobene Sperre. Die Sper­rung des Landweges Ermschwerd-Kleinalmerode im Ort Kleinalmerode ist aufgehoben.

Fritzlar. Ter Kreisarzt beurlaubt. Der Kreisarzt. Mcdjzinalrat Dr. Lchmivt, ist vom 17, 8. bis 15. 9. 1931 beurlaubt. Seine Vertretung Hai der Medizi- nalrat Dr. Ebert-Ziegenhain.

Melsungen. Strassensperrung. Wegen Walzar­beiten wird die Sperrung der Nürnberger Landstraße von Station 27,860 bis 32,73g «Gemarkungen Mel­sungenAbzweig SpangenbergÄdelshausenFahre MailsfeldHeiseförih für sämtlichen Durchgangs- derkehr bis zum 29. d. Mts. verlängert. Umleitung BeiseförthMalsfeld Obermelsungen Obermcl- sungerbrückeNürnberger Landstraße.

Spangrnberg. Stadtverorünetensitzung. Zum 4. Male lag den Jtevtoätern der Erlaß' einer Wasser- geboordNung für das städtische Wasserwerk vor. Don­nerstag abemo konnte endlich eine Einigung erzielt werden. Die einstimmig angenommene Wasserwerks- ordnung wird nun noch der Genehmigung vcs Be­zirksausschusses bedürfen. Der bisher auf Probe an­gestellte Polizerhauptwachtmeister Huber aus Kassel wind zum 1. August endgültig eingestellt. Ebenso steht auch der Besetzung der Kleistkindcrlehrerinnensiellc nichts im Wege, für die ein jährlicher Betrag von 1200 Mark bewilligt Wird. Mil der Versetzung des Nachtwachloienfies soll von Zeit zu Zeit ein Wohl- fahrtsempfänger beauftragt werden. Die Abstim­mung über die Wehl des Schisdsmannes und Vesten Stellvertreter ergibt die Wiederwahl des bisherigen

Treysa. Die Anschlussfrage erledktzt. Ueber den Anschluß der Stadt an das Ueberlandwerk war es zwischen den städtischen Kollegien zu großen Mei­nungsverschiedenheiten gekommen, die viel Staub in der Bürgerschaft aufgewühlt haben. Der Magistrat hatte sich für Erhaltung des eigenen Elektrizitäts­werkes entschieden, während die Stadtverordneten mit 8 gegen 7 Stimmen den Anschluß an das Ueberland­werk beschlossen hatten. Eine Kommission hat nun die Einigung erzielt, daß die alten Maschinen repa­riert und ein neuer Generator eingebaut wird. Erst wenn diese Verbesserungen erfolglos sind, soll mit der Ueberlandzentrale verhandelt werden.

Ziegenhain. Strassensperrung. Wegen Ausbau- akbeiten werden innerhalb der Ortslage der Stadl Ziegenhain die Obergnsse in der Zeil vom 24. bis 31. 8. und'die Untergasse in der Zeit vom 1. 9. bis 8. 9. für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Umlettu.rg des Durchgangsverkehrs vom 24. bis 31. 8. von Frie­lendorf nach Treysa, Alsfeld und Hersfcld in beiden Richtungen Wer den Fünftenweg und die Neue Str. sowie für den Verkehr nach Hersfcld durch die Untergaste und umgekehrt; vom 1. 9. bis 8. 9. von Treysa-Hersfeld sowie aus Richtung von Ransbach über Loshaufcn nach Riebelsdorf und umgekehrt. Der Verkehr Ziegenhain-Steinatal, der Verkehr nach und von Niedergrenzebach sowie das Postauto von und nach Schwarzenborn werden über die Nieder- rheinische Straße, den sogenannten Fünftenweg- Obergaste-Aipotheke-Miedergrenzebach geleitet, lieber den Fünftenweg erfolgt ferner die Umleitung des Verkehrs von Frielendorf nach Treysa und nach Alsfeld und umgekehrt. _____

Ruppertenrod. Tie Strasse nach Mucke wurde art den Stellen mit starker Steigung cöls Rauhbahn her­gestellt, anstelle von Asphaltstraßen. Diese chauffierten Rauhstraßen bieten den Pferden und dem Klauen­vieh bessere Gelegenheit sich festquhalten.

Rotzdorf. Stratzcnausbesserung. Zur Zeit finden auf der Straße nach Kirchhain größere Ausbesserun­gen statt. , , _

Kirchhain. Autounfall. Während der Fahrt flog ein Rad von dem Kraftwagen eines Kirchhainer Autobesitzers, wodurch der Wagen stark beschädigt wurde. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon; während der Wagen abgeschlcppt werden mußte.

Kirchhain. Jahrestagung verlegt. Infolge der wirtschaftlichen Notlage ist die für den 13. bis 15. September vorgesehene Iahrestagung des Landes­vereins für Innere Mission abgesagt worden. Vor­aussichtlich findet die Taguna int nächsten Fahre statt. Als Tagungsort bleibt Kirchhain bestehen.

Harleshausen. Hühnerdiebe statteten einer Fami­lie einen Besuch ab. Zwölf Hühner wurden abge­schlachtet und mitgenommen. Von den Hühnerdieben fehlt noch lebe Spur.

Crumbach. Hauptlehrer Wagners Abschied. Am 12. August nahm Hauptlebrer Wagner nach 43f4jähr. Tätigkeit in Crumbach Abschied von seiner Klasse, abends erfuhr er die Liebe seiner Schüler und Schü­lerinnen, wie die Heinzelmännchen schlichen sie auf den Flur seiner neuen Wohnung und stimmten sein LieblingSlied an. Zu seiner Ueberraschung wurde ihm ein riesiger Blumenkorb überreicht; unter den Blu­men versteckt lag ein Nest mit 50 Eiern und sonstige Herrlichkeiten. Der Schüler Hans Malsch sagte ein Gedicht auf. Hauptlehrer Wagner hat erfahren, daß seine Kinder an ihm hängen. z

Wickenrode. Der MandolinenklubEinigkeit" er­rang bei dem am Sonntag ftattgesunoenen Wettstreit den Ehrenpreis mit 85 Punkten. Dem Preisträger wurde seitens des veranstaltenden Vereins eine Bü­ste Wagners und ein Ehrendiplom überreicht.

Hann. Münden. Straßensperrung, Wegen In­standsetzungsarbeiten wird der Gemeindeweg Eichhof- Hemeln vom 24. bis 28. August für den Fnhrwerks- und Kraftfahrzeugverkchr gesperrt. Umleitung über Volkmarshausen-Ellershausen ob. Veckerhagen-Fähre Hemeln.

Witzenhausen. Der städtische Obstverkauf erbrachte in den öffentlichen Versteigerungen 3400 Mark. Der Apfelbehang ist als gut zu bezeichnen, Birnen als mittel, und Zwetfchcn als gering. Die schlechte au- genblickliehe wirtschaftliche Lage kommt Wohl am besten darin zum Ausdruck, daß im Jahre 1928, wo

betont religiösen gottesdienstlichen Charakter, dazu bestimmt, unsere Jugend innerlich zu erheben. Schon aus diesem Grunde lägt sich der Besuch der

Geldmangel beendigt Feldbereinigung Die Arbeiten in Merlau eingestellt.

Die Felbbereinigungsavbeiten in der Gemarkung Merlau müssen vorzeitig eingestellt werden, da die Mittel erschöpft und der vom Hessischen. Ministerium bewilligte Kredit von 11000 Mark nicht zur Auszah- luirg gelangt. Sollte die Gemeinde in der Lage sein, Gelder flüssig zu machen, dann können die Arbeiten innerhalb des Dorfes zur Ausführung gelangen, an­dernfalls die Einstellung sämtlicher Arbeiten erfolgt. Für Cie Erwerbslosen wäre damit jede Möglichkeit aus Arbeit und Verdienst genommen.

Bauarbeit für Kasseler Erwerbslose

Zinslose Baudarlehen für Unternehmer, die Erwerbslose beschäftigen

Das Aschrottheim. Das Kuratorium der Stiftung Marie von Boschan-Aschrottheim teilt mit, daß der Kreis der zukünftigen Bewohnerinnen des Heims am Aschrottpark vielfachen Wünschen und Anregungen folgend erweitert wurde, indem nunmehr auch er­werbstätige alleinstehende Damen Aufnahme _ finden. Diese Maßnahme dürfte in weiblichen Berufskreisen allgemein begrüßt werden. Alles Nähere ist aus der Anzeige in der heutigen Ausgabe zu ersehen. ,

Geistesgestört durch Sturz, In Rommerode kam eine 39jährige Ehefrau, die guter Hoffnung war in­folge an den Schuhen hastender Gartenerde auf der Treppe zum Ausgleiten, wobei sie mit dem Hinterkopf auf die steinernen Hausflurplatten aufschlug. Nach­dem sie aus ihrer Bewußtlosigkeit

Wohin gehen wir am Sonntag?

Ttaatstbeatrr:Aiöa", 19 Uhr.

Stadtvark:Die Lunden der Väter. Fanny Atzmann aus Palast?Thratcr: sZonntag des Lebens". , _

Eaviiol-Lichttviele:Das Geheimnis der 9tot«n Katz« . Eba!tol!a-Li<Misi«l«:Die grobe Fahrt".

linto'rfHm:Lichter der GrohUadl".

Nfa-Tbeater:Am Geheimdienst". . ...

Ion-Theater:Einbrecher".Der Mann, der nicht bebt « Schaubura Ächt'viele:Liebttnq der Gotter".

Mrtroool-Tbeater: ..Das lockende Ziel". m

Damvkcr $:il6clme6i>6e: Tonderiahrt nach Hann. Munden.

Hefseuland-Perlc: Kabarett mir Ellen Terchowa. Tanz, 16 und 20 Uhr

Felsen garte« Vengershauien: Konzert ab 4 Ubr. Abend- Tanz.

Bürgers«!»: Tanzvergnitgen, 8 Uhr, «nd PreiStanzen.

Earlswieie: :Kcit= und Fahrturnier des Kuroesstlchen Rei­teroereins, 14 Ubr.

Heute Tonnabend:

Ttaatstbrater:Der Freischütz", 19.80 Uhr.

Kleines Theater: ..Willis Frau". 20 Uhr.

Stadtpark:Die Sünden der Väter".. Fanny Atzman« aut der Bühn«.

Prin-enonelke: Nachmittags Konzert, abends Tatti.

Part-Rettaurant: Tanz im Kasseler Zoo. f

Orang-ricschlotz: Marinesilm: Deutschlands Flotte kn Mit- telmeer 1930, 16 und 18 Ubr.

Carlswiele: Reit- und Fahtturnier deS KurSessifchen Rei, tcrverems, 13 Uhr.

tßtlofigkeit einigermaßen er­wacht war, mußte man die traurige Wahrnehmung machen, daß die Gestürzte geistesgestört geworden war. Man brachte die Aermste tu das Cophienheim, wo sich ihr Zustand derartig verschlimmerte, daß sie durch bte Sanitätshauptwache in das Karlshospital eingeliefert werden mußte, wo sie von zwei Mädchen entbunden

fengerjcht wurde festgestellt, daß die Greisin nicht nur mit einem alten Beinleiden behaftet und dadurch in ihrer körperlichen Bewegungsfreiheit stark behin­dert war, sondern daß sie auch noch fast blind und beträchtlich schwerhörig war. Und Vas in einem Um­fang, daß ihr der Arzt und ihre Angehörigen ein­dringlich geraten hatten, sich nicht ohne Begleitung ans die Straße zu wagen. Um die Greisin zu schützen, hatte man sie längere Zeit in einem Siechenheim un­tergebracht und ihr dann, als sie diese Anstalt verließ, die bekannte gelbe Blmdenbinde beschafft. Aber in einer Art Eigensinn hatte die Greisin die berechtigte Fürsorge zurückgewiesen; sie ging allein über die Straße, wobei sich die gelbe Blindenbinde in ihrer Handtasche Hefand.

Trotz dieser Feststellungen hielt der Staatsanwalt daran fest, daß der Angeklagte bestraft werden müsse. Wenn sich, so meinte er, die Fußgänger auch noch so ungeschickt benehmen, der Kraftwagenführer müsse je­derzeit diese Ungeschicklichkeit und auch ihre Steige­rung in Rechnung setzen. Das Schöffengericht beließ jedoch dem Herrn Staatsanwalt diese Auffassung für sich und sprach den Angeklagten frei. Gewiß habe der Kraftwagenführer alle für ihn geltenden Bestimmun­gen genau zu beachten und jederzeit mit Zwischen­fällen zu rechnen; daß ihm aber trotz aller Aufmerk­samkeit und Vorsicht plötzlich eine körperlich behinder­te, fast blinde und hochgradig schwerhörige Greisin vor den Wagen lause, dafür könne man ihn schlechter­dings nicht verantwortlich machen.

Allerlei vom Tage

Die Anmeldung blinder und taubstummer Kinder zur Beschulung hat bis zum 10. September 1931 bei dem Stadtschulamt, Rathaus, Zimmer 157, zu erfol­gen. Näheres ist aus der Bekanntmachung des Ma­gistrats im heutigen Anzeigenteil ersichtlich.

Die Feier an der Löwenburg. Die vom Schul­gruppenverband Kassel des VDA, am morgigen Sonn­tag, 10.45 Uhr, veranstaltete Morgenfeier bei der

Oie Anfahrt zum Reit- und Kahrturnier

» Anläßlich des Reit- und Fahrtürniers auf der Karlswiese vor dem Orangerieschloß wird die Tisch- lleinstraße zwischen Marmorbad und Eingang zur Karlswtese für jeglichen öffentlichen Verkehr am Sonnabend, den 22., und Sonntag, den 23. August, in der Zeit von 1318 Uhr gesperrt. Umleitung des Fußgänger- und Radfahrer-Verkehrs erfolgt über die Affenallee. Vom Marmorbad bis Menzelstraße wird die Tischbeinstraße während der gleichen Zeit für den öffentlichen Durchgangsverkehr gesperrt. Ebenfalls wird der Weg längs der Terrasse südöstlich des Oran­gerieschlosses bis zum Querweg nach der Pumpstation an diesen Tagen zur selben Zeit gesperrt. Der Ver­kehr nach dem Fuldadamm bleibt frei. Die Abfahrt von Fahrzeugen vom Fuldadamm aus noch der Stadt durch die Du Rystraße ist in der Zeit von 1315 Uhr nicht möglich. Parkgelegenheit für Turnierteilneh­mer und Gäste ist auf der Karlswiefe vorgesehen. Die Zufahrt erfolgt vom Marmorbad zwischen Orangerie­schloß und Hessenkampfbahn durch den gesperrten Weg. Die Abfahrt findet über Tischbeinstraße in Richtung Frankfurter Straße statt. Bei starkem Andrang wird die Umleitung des Fährverkehrs nach dem Fuldadamm über die Bärenallee um das Stadion herum erfolgen.

Unter dem Kreuz des A. S. 25.

r Man schreibt uns:

Die Arbeiter-Samariter-KoloNne Kassel unter­nimmt am Sonntag, den 23. August, eine Straßen- sammlung. Ihre Tätigkeit wird mancher Bürger zu schätzen wissen; über gut geschulte Samariter und Samariterinnen, sowie ein gut ausgebildetes Pflege­personal verfügt oie Kolonne. Tag und Nacht stellen sich diese unermüdlich zur Verfügung. Unsere Unfall­statistik dürfte jedermann bekannt fein; wir erinnern - nur an die Ruhrkinder-Verpflegung, Mulang-Kata­strophe, . Karstadt-Unglück Autounglück. Sondershausen usw., wo wirklich tatkräftige Arbeit geleistet wurde, immer unserem Wahlspruch folgend: An jedem Ort zu jeder Zeit, sind wir zur ersten Hilf' bereit! Wir bit­ten nun die Bevölkerung Kassels, wenn ein Samariter mit der Büchse an sie heranttitt, ihn nicht leer aus- gchen zu lassen, auch wir erkennen die Not der Zeit; aber wenig viel gibt auch ein viel!

Oie Hilfs lose Greisin

im Siraßenverkehr

Daß 6er Fahrdamm einer Straße in erster Linie dem Fährverkehr gehört und daß sich Fußgänger den Erfordernissen viescs Verkehrs anzupassen haben, wo­bei natürlich auch die Lenker von Fahrzeugen die ' Den Fußgängern eingeräumten Rechte zu respektieren haben, sollte heute eigentlich allgemeine Ausfassung sein. Unsere Gerichte sind jedoch vielsach noch anderer Meinung und jedesmal, wenn ein Verkehrsunfall zur Debatte steht, sucht man sörmlich mit der Lupe nach einem Vcrschuldensmoment bei dem Kraftfahrer. Dabei stellen einzelne Gerichte an die Aufmerksamkeit und die Umsicht des Kraftfahrers so weitgehende An­forderungen. daß man meinen möchte, der so trak­tierte Kraftfahrer sei kein Mensch mehr, sondern müsse mit übernatürlichen Gaben bedacvt fein.

An einem Sonntagmittag im Juni kam der an­geklagte Kraftwagenführer mit seiner Autodroschke die Orleansstraße heraus und wollte in die Bahnhosstrage einbiegen. Der Wagen hatte eine mäßige Geschwin­digkeit und der Lenker hatte seine Absicht durch Sig­nale vorher angekiindigt. Nichtsdestoweniger sah er plötzlich eine alte Frau unmittelbar vor seinem Wa- gen. Mit einem harten Ruck zog der Chauffeur beide Bremsen an und der Wagen standauf den Milli- L meter". Dies Manöver hatte jedoch nicht verhindern können, daß die Greisin von der Stoßstange getroffen wurde und zu Boden siel. Dabei erlitt sie einen an sich harmlosen Unterschenkelbruch, aber der infolge des Unfalles eingetretene Schock führte in Verbin­dung mit einer schon vorhandenen Herzschwäche nach kurzer Zeit zum Tode der alten Frau.

Zn der Verhandlung vor dem kleinen Schöf-

Dte mancherlei Anregungen, bte der Stadt zur Förderung Der Bautätigkeit übermitteltt'wordett sind, siny von einer hierfür eingesetzten Sonderkommission und von der Bau- And Grundstückskommission in Fühlungnahme mit den am Bauwesen beteiligten Or­ganisationen eingehend erörtert worden. Der Woh­nungsbau ist als wichtigstes von der Stqdt zu förderndes Arbeitsgebiet des Baugewerbes- betrach­tet. Da der Wohnungsbau nach Fertigstellung ver Bauten am Rothenberg und auf dem Fasanenhof ijt einigen Wochen fast ganz zum Stillstand kommen wird,

muss bie Arbeitslosigkeit im Baufach einen erschreckcn- den Umfang annehmen.

; Die Arbeitslosen zu Arbeitsgemeinschas- t-n für den Bau von Eigenheimen zusammenzu- schließen, tote es die Stadt Harburg unternommen hat, ist ein Plan, der aussichtsreich erscheint und des­halb besonders gründlich untersucht worden ist. Die genaue Prüfung führt aber zur Erkenntnis, daß die­ser Weg uns keinen Erfolg verlprechen kann. Die arbeitsrechtlichen und versicherungsrechtlichen Schwie­rigkeiten und die Bedenken der Gewerbetreibenden sind beachtlich, würden sich aber Wohl überwinden las­sen. Nicht beseitigen läßt sich aber die Befürchtung, daß der Baubetrieb, von Erwerbslosen unternom­men, nicht günstig verläuft, daß dann die erwarteten Bauwerte nicht geschafsen werden oder unerwartete Mehrkosten entstehen. Selbst wenn die Verwaltung glauben würde, sich über diese Befürchtungen hinweg setzen zu dürfen, würde eine Erwerbslosenunterneh­mung nicht in Gang zu bringen sein, weil zur Finan­zierung daS Vertrauen anderer nötig ist. So ist auch in Harburg das Unternehmen infolge der Schwierig­keiten bei der Finanzierung zum Stillstand ge­kommen. Außerdem müßte der in Harburg gewählte Bautyp insofern als ungünstig bezeichnet werden, als er den etwaigen Erwerber des Eigenheimes mit zu schweren Kosten belasten würde. Die veröffentlichten Beträge von 34,00 RM. im Monat, die nach dem Vorschläge von Professor Sautter durch Entgegen­kommen der Stadt bei der Grundstückshergabe auf 27,50 RM. ermäßigt werden müßten, sind zu nie­drig errechnet. Wenn vom Gesamtwert des Haus­grundstückes in Höhe von 8 500 RM. nur 3 300 RM. durch Hypothek ausgenommen werden, müssen noch 5 200 RM., sei es durch die Arbeitsleistung der Er­werbslosen, sei es durch Mithilfe der Stadt aufge­bracht werden.

Bei den in Kassel vorliegenden Verhältnissen besteht keine Aussicht, daß dies erreicht wird.

Die Möglichkeit, daß ein . Erwerbsloser einen Wert von 2200 RM. durch eigne Arbeit beiträgt, soll nicht bestritten werden, die Wahrscheinlichkeit, daß dieser Wert wirklich erreicht wird, ist aber nach den Erfah­rungen, die im Rheinland bei Bauten mit Selbst« bitte der Siedler gemacht worden sind, sehr gering; Die noch weiter fehlenden 3000 RM. sollen ' durch

wurde.

Neue Unfälle v»r dem Arbeitsamt. Die bereits von verschiedenen Seiten infolge der Anstauung gro­ßer Arbeitslosenmassen vor dem Arbeitsamt gerügten Zustände waren gestern wieder arg. So mußten durch die Sanitätshauptwache ein 40jähriger Kaufmann aus der Holländischen Straße, der in der ihn einlei­tenden Menschenmenge bewußtlos zusammengebro- chen war und eine 88jährige Ehefrau aus der Sie- mensstraß'e. die durch die Aufregungen von starken Herzkrämpfen befallen wurde, in ihre Wohnungen transportiert werden.

1 Hochbetrieb im Hallenbad. Wie uns von der Hallenbadverwaltung mitgeteilt wird, hat bereits ein sehr starker Besuch des Hallenbades eingesetzt. Die Badeverwaltung macht darauf aufmerksam, daß das Bad im Sommer mit Ausnahme des Sonntags zu denselben Zeiten geöffnet ist wie im Winter. Das Schwimmbad ist geöffnet für Frauen am Montag, Mittwoch und Freitag von 8-13 Uhr, für Meinner am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend von 813 Uhr. Das Familien bad ist Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 1320 Uhr und Mitt­woch und Sonnabend von 1322 Uhr offen. Wan­nen- und Brausebäder werden täglich in der Zeit von 819 Uhr und Sonnabends von 821 Uhr verabfolgt.

Kleines Theater. Nur 2 mal Lampenschirm. Von dem Sonntag, fielt ä8. August, tot Kleinen Theater mr Erst­ausführung g-langeuöcu Lustspiel .5Xr Lampenschirm von Kurt Götz können wegen Beurlaubung einiger Mit­glieder nur S Aufrührungen, und »mar am Sonntag und Montag itattsinden. Tas Werk wird dann 'Hütte 'Sep­tember wieder mit in den svittplan ausgenommen. Es wirken mit die DamenrMaria Förries. DorttWachsmuth, Rose Stover, sowie die Herren: Hgns Küihlewein Hans von Zedlitz, Fritz Verend, Edgar Fuchs, Wolfgang Wendt, Wtllv ÄkNhokö und Peter Beckbardt.

Film Ver Anfälle

In der Leipziger Straße blieb ein Mähriger Wandervogel" mit seinem Fahrrad in den Straßen­bahnschienen hängen und zog sich durch den Sturz Arm- und Beinvertetzungen zu, so daß er durch die Unfallwache Holzmarkt zu einem Arzt gebracht wurde. Ein Gleiches geschah mit einem jungenTippel­bruder", der beim Einnehmen einer Erfrischung an der Sandershäuser und Leipziger Streße gelegenen Selterswasserbude einen fremden Hund liebkosen wollte, dabei aber von dem Tier bös in das Gesicht gebissen wurde. Am Topfenmarkt trat ein Klemp-. nerlehrling auf einen aus einem Brett hervorragen­den starken Nagel, der den rechten Fuß völlig durch­bohrte. Hier sorgte die Sanitätswache Fuldabrücke für sofortige ärztliche Serurnbehandlung. Dieselbe Wache mußte sich noch eines sechsjährigen Jungen an­nehmen, der beim Klettern an einem Malergerüst in der Wildemannsgasse stürzte, wobei ihm ein Stück scharfes Blech in den offenen Mund eindrang und die Mundhöhle schwer verletzte. In einer Fabrik in der Orleansstraße brach eine 21jährige Arbeiterin in Krämpfen bewußtlos zusammen und zog sich durch Aufschlagen des Kopfes auf dem Betonfußboden eine Gehirnerschütterung zu. Sie wurde durch das Kran­kenauto der Feuerwehr in ihre in Harleshausen ge­legene' Wohnung überführt. Dasselbe geschah sei­tens der Arbeitersamariterkolonne mit einer öljähri­gen Frau aus der Fritzlarer Straße, die in der- niastraße einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte, wäyrend ein 50jähriger Mann aus dem Wesertor­viertel, der in der Sewlerstraße bewußtlos zusammen- aebrochen war und sich erheblich am Kopf verletzt hatte, in das Karlshospital geschafft wurde.

Wer Hilst?

Helft die Hungrigen im Karlshospital speise«!

Man schreibt uns:

Täglich könnt ihr sie sehen, 600 Menschen die vor der Pforte des Hospitals zur Essensausgabe stehen und um Essen bitten.

Helft uns sie alle satt machen! Werft keine, auch nicht die kleinste Menge, noch verwendbare Lebens­rnittel fort! Denkt an die Hungrigen, wenn jetzt Ge­müse, Obst, Kartoffeln usw. übrig sind.

Die Speisung ist kostenlos. Kommt und seht selbst, wie groß die Not ist. (Fernsprecher 788 oder Postkarte. Das Fuhrwerk holt alles ab.)

Fortfall von Unternehmerkosten und Verzicht der Stadl auf Grundstücks- und Straßenausbaukosten ein- gebracht werden Auf die Erstattung der Stratzen- und Kanalbaukosten kann aber schon aus dem Grunde nicht verzichtet werden, weil bei den in Frage kommenden städtischen Grundstücken Slraßen und Lei­tungen erst noch gebaut werden müßten, die Stadt aber, keine Mittel hat, diese Arbeiten zu bezahlen. Die 'von den Eigenheimbesitzern außer den Kapiial- zinsen zu tragenden Unkosten, tm besonderen die der Bauunterhaltung, sind noch aarnicht in Rechnung ge­stellt. Die Bauverwaltung hat deshalb einen geeigne­ten Bautyp entworfen. Nach sorgfältigen Berechnun­gen würde ein Eigenheim mit 50 qm nutzbarer Wohn­fläche nicht mehr als 3900 RM. rein« Baukosten und 4700 RM. Gesamtkosten zu erfordern brauchen? Ein solcher Plan ergibt eine günstige Rentabilität auch ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel. Da die Nutzgärten nicht unmittelbar am Hausgarten zu lie­gen brauchen, so entfallen auf die Wohnung nicht mehr als 95 qm Grundfläche. Die Frage, ob die Stadt Grundstücke fchenken oder zu niedrigem Preife ver­kaufen soll, wird bei dieser Voraussetzung für die Fi­nanzierung bedeutungslos. Da Unternehmer für den Bau derartig preiswerter Eigenheime zu finden sind, so besteht die Möglichkeit, Erwerbslose im geordne­ten Unlernetzmerbetrieb zu beschäftigen und ihnen Anwartschaft auf Erwerb eines Eigenheims zu geben. Sie haben dann mit ihrer eigenen Arbeit sichereren Er- solg, als wenn sie sich der ungewissen Zukunft einer Arbeitsgemeinschaft anvertrauen.

Die Bau- und Grundstückskommission hat nun be­schlossen, um die Einstellung von Erwerbslosen zu fördern, dem Magistrat zu empfehlen, den Bauherren oder Unternehmern als zinsloses Darlehen bei 2% Tilgung die Beträge, geben, die das Wohlfahrtsamt bei Einstellung von Erwerbslosen an Unterstützungen nicht mehr anfzuwettden hat. Diese Beihilfe soll sich nicht nur auf Wohnungsneubauten beziehen, fondcrn auf Bauarbeiten jeder Art, also auch auf Instand­setzungen und Arbeiten zur Teilung größerer Woh­nungen.

, ' Jobst, Oberbaurat.

Unvermindertes Anhalten der Arbeitslosigkeit in Kassel.

In der Zeit- vom 1. bis 15. August 1931 betrug die Zahl der Uitterftützten beim Arbeitsamt 2963 (lälle mit 4829 Köpfen (vor. Bei. 2995 Fälle. 4890 Köpfe), in der Krisenfürsorge 2621 Fälle mit 5556 Köpfen (vor. Bei. 2431 Fälle, 5162 Köpfe).

Vom Wohlfahrtsamt wurden in der Zeit vom 9. bis 15. August 1931 13 395 Fälle mit 24 289 Köpfen (vor. Ver. 13171 Fälle, 23 627 Kopfe) unterstützt einfchl. Sozialrentner, Kleinrentner, Krtegsoeschädig- ten und -Hinterbliebenen und sonstigen Bedürftigen. In der gleichen Zeit wurden insgesamt 541 Per­sonen (vör. $er. 621) vom Bau amt und der Städt. Werke A. E. beschäftigt.

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