Einzelbild herunterladen
 

Einzelpreis 10 Pfennig

Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

SrHntmMn Cfrertge6ü()r 25 J (bei Zustellung 85 j). Kür das Erscheinen von Anzeigen in

besonderen Platzen und für ielevbonis» erteilte Aufträge keine Gewähr. Rech­nungsbeträge innerhalb von 5 Tagen zahlbar. Gerichts stand Lallet. Bostscheckkonto Kranksurr cu M. 6380,

Kasseler Abendzeitung

erscheinungSweis« «dchenMch sechsmal nachmittag«. AbonnementSvretS: tür den Monat 8JO Jt bei freier Rn- stellunginsHauS, in der Geschäiisitelle abgeholi 2.10 Jt. Durch die Post monatlich 2.30 Jt ausschlietzlich Zu. u,ellungsgebuhr. In Fällen von Höherei Gewalt besteht kein Anspruch aus Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung de» Bezugspreises. Verlag. Schristleitung und Druckerei: Kölnische Strohe 10. Telephon- Gammeln urnrner 6800. Jurisprsche Sprechstunden Dienstag und Frei tag» 1719 Uhr Kölnische Strotze io L

Nummer 194*

Donnerstag, 20. August 1931

21. Jahrgang

Das Echo des Baseler Berichts

Was wird Macdonald tun? / Oie Neuyorker Bankiers beraten über den Bericht / Kabinettswechsel in Ungarn

/ Laval will selbst nach Genf reisen

Im französischen Netz?

Budapest, 20. August.

Das ungarische Kabinett Graf Bethlen ist am Mittwoch zurückgetreten. Graf Julius Caro- lyi hat die Bildung des neuen Kabinetts über­nommen. Er will das Portefeuille des Ministers des Aeußeren beibehalten.

Wie verlautet, ist Ministerpräsident Graf Bethlen, nachdem durch die neuesten Finanzverordnungen und die Arbeiten des 33er-Ausschuffes die Rekonstruk­tionsarbeiten im großen und ganzen zum Abschluß gelangt sind, zu der UeLerzeugung gekommen, daß die Vollendung dieser Arbeiten frischen Kräften über­tragen werden müßte, umsomehr, als er persönlich durch die großen Anstrengungen der letzten Wochen süh physisch vollkommen erschöpft fühlt. Aus diesem Grunde richtete Graf Bethlen an den Reichsverwe- fer das Ersuchen, Abstand davon zu nehmen, daß er die Bildung des neuen Kabinetts übernehmen solle.

*

Für die breite Oeffentlichkeit überraschend, in in­ternen Verhandlungen aber schon seit Wochen vorbe­reitet, ist in Ungarn der Rücktritt der Regierung Bechlen erfolgt. Das neue Kabinett wurde durch den bisherigen Außenminister Graf Julius Carolyi gebildet. Es soll ein Uebergangsministerium wer­den. Die wichtigste Aufgabe wird zweifellos dem neuen Finanzminister ob der frühere Finanzmini- ster Teleszky dies Amt übernehmen wird, steht noch nicht festzufallen. Denn dem Inhaber dieses Postens ist die schwierige Aufgabe Vorbehalten, als Sparviktalor die ungarischen Finanzen wie­der in Ordnung zu bringen. Vorschläge hierzu findet er genügend vor. Der sog. 33er-Aus- schuß hat zur Beseitigung des Budgetdefizits radikale Sparmaßnahmen für nötig erachtet. Zu einer zehn­prozentigen Kürzung der Gehaltsbezüge und Ruhe- gshälter.sollen eine Erhöhung der Zuckersteuer, der Sondersteuer für Privatangestellte, eine Erhöhung der Benzinstcuer und der Mineral- und Sodawasser­steuer, vor allem aber der Umsatzsteuer und des Haus­steuerzuschlages treten. Durch diese Abstriche hofft man den Boden für die Auswirkungen der soeben gewährten Schatzanleihe zu ebnen, deren Plazierung unter Führung der Union Europene Industrielle et Finanziere durch französische, holländische, schweize­rische und amerikanische Bankhäuser erfolgen soll. Nimmt man hinzu, daß der neue Finanzdiktator auch die Stillhalteverhandlungen Ungarns mit dem Ausland zu einem raschen Ende bringen soll, daß die neuen ungarisch-tschechischen Hande lsvcrtragsverhandlungen einen baldigen Abschluß verlangen, so häuft sich hier ein Päckchen von Aufgaben, die eine energische Hand verlangen, und die auch den Rücktritt einer durch zehnjährige Tätigkeit belasteten Regierung verständ­lich machen können.

In Wirklichkeit sind diese finanztechnischen und wirtschaftlichen Erwägungen für den Rücktritt des Kabinetts Bechlen freilich, mag das auch in Budapest offiziell bestritten werden, nicht allein maßgebend. Das wirtschaftliche Gesicht des ungarischen Regie­rungswechsels ist ausschließlich Maske für eine Um­wälzung der ungarischen Staa.tsfüh- r u n g. Die alte ungarische Freundschaft mit Italien wird liguidiert. An ihre Stelle tritt ein plötzlich ent­decktes warmes Gefühl für Frankreich, das auf einmal nicht mehr der Vater des Trianon- Wertrages für die bekehrten ungarischen Grafen ist, sondern der getreue Nachbar im Westen, dessen gol­dene Kugeln auch den neu geschaffenen Goldpengö und mit ihm das ganzeheilige Ungarn" vor dem Sturz in den Abgrund retten soll.

Der Weg, auf dem Ungarn zu dieser grundlegen­den Schwenkung seines bisherigen Kurses geführt wurde, steht dem österreichischen Wirtschastszusammen- druch und der deutschen Krise bedenklich ähnlich. Fast alle deutschen Finanzmaßnahmen der letzten Wochen fanden in Ungarn getreuliche Nachahmung. Genau wie bei uns ist die ungarische Börse seit vier Wochen geschlossen, erst seit wenigen Tagen funktioniert wie­der der Bankenverkehr. Die ungarische Deoisen-Not- verordnung ist fast radikaler als die unsere. Genau wie bei uns wurde eine Earantiebauk zur Stützung des Schwachwerdenden gegründet, wurden Hilferufe nach dem Ausland geschickt und nach Verhängung eines ausländischen Zahlungsmoratoriums Stillhalte- Verhandlungen mit den Gläubigern geführt. Aber während Deutschland eine wirklich internationale Lö­sung seiner Schwierigkeiten anstreben konnte, unter­lag das kleine Ungarn völlig dem französischen Ein­fluß. Nach langem Warten war für den Quai d'Or­say endlich die Zeit gekommen, um das ungarisch- italienische Freundschaftsbündnis in die Luft zu sprengen. Der alte Plan einer Donaukonföderation, dem Ungarn bisher widerstrebte, gewinnt nun auf einmal wieder reale Umrisse. Als Kaufpreis für feine Schwenkung winken Ungarn französtscher Kredit, ein enges Handelsvertragssystem piit seinem Nachbarn, eine Bereinigung der ungarisch-

Einberufung einer neuen Konferenz?

Zurück zur Weltpoliiik

Dr. Th. Es ist nur eine Kommission von Bankiers

(Eigener Drahtbericht.)

gewesen, die jetzt in Basel ihreEmpfehlungen" for-

London, 20. August.

Finanzial News" meldet, daß der Layton- Bericht nunmehr Macdonald als dem Vor­sitzenden der Londoner Konferenz, von dem das Sach­verständigenkomitee ernannt worden war, zuge­sandt würde. Von Macdonald würde erwartet, daß et in richtiger Erkenntnis der Notwendigkeit und aus Grund der in dem Bericht dargelegten internationa­len Finanzlage, eine Konferenz der inter­essierten Mächte alsbald einberufen würde, um das gesamte Gebiet der internationalen Verschul­dung, einschließlich Reparationen und Zölle zu be­sprechen.

DieTimes" meint, daß, nachdem jetzt die Gefahr eines Rückzuges ausländischer Gelder aus Deutsch­land für den Augenblick abgewehrt sei, doch noch immer die Frage offen bleibe, ob die deutsche Indu­strie mit der beschränkten Kreditmenge, die ihr jetzt noch zur Verfügung stehe, am Leben erhalten werden könne.

Der Bericht besagte nichts, was nicht von den­jenigen offen und privatim zugegeben werde, die wußten, daß die Hauptbedeutung des ursprünglichen Hoovervorschlages in seiner de sakto Anerkennung liege, daß Reparationen und Kriegsschulden innig miteinander verbunden sind. Der Bericht sei dazu angetan, schon heute die amerikanische Oeffent- lichkeit auf eine mutige Politik vorzubereiten, die Präsident Hoover, wie man hofft, trotz schwer­wiegender Angriffe, empfehlen und verfolgen wird.

Daily Herold" glaubt zu wissen, daß der Plan für eine neue Reparations- und Kriegs- schuldenkonferenz entworfen würde, sobald der amerikanische Staatssekretär Stimson nach Wa-

Paris, 20. August.

»Petit Parisien" glaubt im Zusammenhang mit dem am heutigen Vormittag stattfindenden Mini- sterrat zu wissen, daß der Führer der ftanzösi- schen Delegation auf der kommenden Genfer Rats­tagung nicht Außenminister Briand sein werde. Laval habe vielmehr die Absicht, persönlich nach Genf zu gehen und würde dadurch auto­matisch das kührende Mitglied der Delegation wer­den.

Ferner werde der von dem ehemaligen Minister­präsidenten Tardieu eingeführten Methode entspro­chen, neben Laval und Briand nur Kabinettsmit- glieder und keine Parlamentarier zu entsenden. Wahrscheinlich werden der Delegation noch der Han­dels Minister und der Unterstaatsfekretär Poncet an­gehören.

Oie These nationaler Feigheit"

Paris, 20. August.

DieVolants" erhebt ihre Stimme gegen Die Ausführungen eines Teiles der chauvinistischen Presse im Zusammenhang mit dem in Deutschland aufgetauchten Gedanken eines Vierer- ober Fünfer- Abkommens. Das Blatt verurteilt insbesondere das immer wiederkehrende Leitmotiv der chauvi­nistischen Berichte, daß an dem statns quo nicht gerüttelt werden dürfe; unter status guo ver­stehe diese Presse aber nicht nur die Unantastbarkeit der 1919 festgelegten Grenzen, sondern die Aufrecht­erhaltung des augenblicklichen europäischen Machtver- hältnisses, d. H. ein isoliertes Deutschland und ein von so und so vielen Freundessiaaten unterstütztes

tschechischen Spannungen, die ungarisch-tschechischen Verhandlungen haben mit dem Ziel eines Meistbe- günstigungsvertrages mitzolltarifarischen Beilagen" bereits begonnen und schließlich die Zustimmung Frankreichs zur Wiedererrichtung der legitimen Habs­burger-Monarchie, deren 18jähriger Erbe der Ste- phanskrone bereits entgegenträumt.

Auch wenn der Zusammenhang zwischen dem Rück­tritt der Bethlen-Regierung und dem Neuaufmarsch des wieder erwachenden Ungarn an der Hand Frank­reichs nicht unmittelbar in Erscheinung tritt, ist doch an der inneren Verbindung zwischen beiden nicht zu zweifeln. Immerhin ist nicht ohne weiteres klar, warum Bethlen gerade jetzt auf sein Amt verzichtet, wo ei einen großen Wahlsieg und eine völlig sichere

shinglon zurückgekehrt fei und glaubt, daß hierfür November oder Dezember in Frage kommt.

Amerika wartet ab

Neuyork, 20. August.

Die Neuyorker Banken sind heute früh zu einer Sitzung in den Räumen der Federal Reserve­bank zusammengetreten. Der Zweck dieser Sitzung ist die Durchberatung des Layton-Berichtes.

Die Washingtoner Korrespondenten der Morgen- blätter bestätigen nach Fühlungnahme mit Regie­rungskreisen, daß der gegenwärtige Zeitpunkt denkbar ungeeignet erscheint, um die Schulden- Revision anznfchneiden. Die Schwierigkeiten im Inneren, besonders die Arbeitslosennot, sowie dte Tatsache, daß der Kongreß noch nicht einmal das Moratorium ratifiziert habe, trügen dazu bei. Schon jetzt werde

voll einer Weiteren einjährigen Verlängerung des Hoover-Moratoriums gesprochen,

um dadurch die innerpolitischen Schwierigkeiten zu beheben und Hoovers bevorstehenden Wahlkampf nicht zu beeinflussen. Es wird erneut darauf hinge­wiesen, daß Wiggin ohne offizielle Vollmachten ge­handelt habe. Uilterstaatssekretär Castle geht so­gar so weit, zu erklären, daß er nicht einmal den offi­ziellen Text des Layton-Berichtes anfordern werde.

Senator B o r a h erklärte sich grundsätzlich bereit, die Vorschläge Wiggins anzunehmen. Eine voll­kommene wirtschaftliche und Politische Rekonstruktion Europas, vor allem die Revision der Friedensver­träge und die Durchführung der Abrüstung bildeten

Frankreich, ein drei Viertel abgerüstetes Deutschland und ein bis an die Zähne bewaffnetes Frankreich. Diese nationalistische These fei in Wirklichkeit eine These nationaler Feigheit, die von der Psychose des Verfolgungswahnsinnes diktiert fei. Sie lasse Frankreich als ein Koglomerat ängstlicher Wesen erscheinen, die zu sich selbst kein Vertrauen hätten und nicht anders leben könnten als in einen Panzer gehüllt. Eine derartige Psychose mache Frankreich vor den Augen der Welt nicht nur lächer­lich, sondern sogar verachtenswert.

Ab- el Krim entflohen?

London, 20. August.

der spanischen Hauptstadt läuft ein Gerücht um, daß der berühmte Führer des Risaufstandes, Abd el Krim, von der Insel Reunion, wo er in­terniert war, entkommen fei und einen neuen Auf­stand gegen die Spanier in Marokko vorbereite. Die­ses Gerücht habe, so weiß der Reuterkorrespondent in Madrid zu berichten, in Madrid große Sorge ver­ursacht, besonders, da die spanische Besatzungsarmee in Marokko völlig demoralisiert fein solle. Es heiße sogar, daß einzelne Soldaten Waffen an die Einge­borenen verkauften, und es sei allgemein bekannt, daß Marokko von kommunistischen Agenten über­schwemmt sei.

Brüning fährt nicht nach Nürnberg. Die Meldung, daß Reichskanzler Brüning am 70. Katholikentage in Nürnberg teilnehmen werde, entspricht nicht den Tat­sachen. Der Reichskanzler ist infolge der notwendigen dringenden Arbeiten von Berlin unabkömmlich.

Mehrheit im Abgeordnetenhaus hinter sich hat. Mög­lich, daß er die unpopulären drakonischen Sparmaß­nahmen, die vor allem dell Kreis seiner bürgerlichen Wähler und Anhänger treffen, lieber anderen aufbür­den wollte. Möglich, daß er nach einer vorüber­gehenden Regierung Carolyi ein neues Kabinett mit neuen Persönlichkeiten, die auch dem Geldgeber Frankreich angenehmer sind als z. B. der Honved- Minister Eömbös, zu bilden gedenkt. Für Deutsch­land bringt der Kurswechsel in Ungarn selbstver­ständlich keine Entlastung. Er verschärft die Lage, da bei der wirtschaftlichen Neuorganisierung Europas mehr noch als bisher Ungarn als Gegner der deutschen Thesen und als Mitläufer Frankreichs in Erscheinung treten dürfte. F. Altmann.

tmuliert hat, es sind nur Vorschläge einer beratenden Körperschaft, noch nicht Beschlüsse der zur Entschei­dung berufenen Regierungen, die wn Laytonbericht jetzt »erliegen, aber Wenn dieser Bericht in den maß­gebenden politischen Kreisen Berlins dennoch als eine Tatsache von ganz überragender Bedeutung ange­sprochen wird, so hat das seine Ursache vor allem darin, daß dieser Bericht nicht nur zum ersten Mal eine weitgehende Rechtfertigung der in Deutschland feit 12 Jahren vertretenen Auffassung enthält, son­dern daß er vor allem neue Richtlinien für die Lösung der Weltwirtschaftskrise bringt, die mit den G rund an scha nun g e n der deutschen Regierung ebenfalls weitge­hend ü b e r e i n st i m m e n. Es ist nunmehr mög­lich, daß diese Baseler Feststellungen einen Wende­punkt in der Behandlung des überragend wichtigen Problems der Weltwirtschaftskrise mit sich bringen, und zwar in einem Sinne, der den Forderungen und Notwendigkeiten Deutschlands besser entspricht als bisher. Noch ist das nicht sicher, ncch mutz man mit der Wahrscheinlichkeit starker politischer Widerstände vor allem in Frankreich rechnen, aber der Baseler Bericht ist wieder ein neuer greller Scheinwerfer, der die wirklichen Wurzeln und Zusammenhänge der Weltwirtschaftskrise vor aller Oeffentlichkeit in hel- leeres Licht stellt, so daß es für die widerstrebenden Elemente kaum noch eine Möglichkeit geben wird, die bisherigen Methoden der Störungen und der Unter­drückung hinter den Schleiern aller erdenklichen Vor­wände zu verbergen. Zugleich wird damit der Weg gezeigt, auf dem man aus den jetztigen allgemeinen Schwierigkeiten, unter denen ja nicht nur Deutsch­land leidet, herauskommen kann. Das geschieh mit einer Deutlichkeit, daß sich künftig jeder, der sich wei­gert, diesen Weg mitzugehen, noch mehr als bisher vor aller Welt selbst ins Unrecht setzen wird.

Nach Versailles ist nicht nur bei uns, sondern auch bei vielen Neutralen sehr bald erkannt werden, daß die Rparationsforderungen unserer früheren Gegner das entscheidende Hinder­nis für den Wiederaufbau Europas wa­ren unid noch sind. Das Versailler Diktat war unter rein machtpolitischen Gesichtspunkten zustandegekom- men, und fein wirtschaftlicher Widersinn lag von Anfang an offenkundig zutage. Deshalb war es sehr bald ein Hauptbestreben der deutschen Politik, die Behandlung des Reparationsproblems aus der poli­tischen Sphäre herauszunehmen und aus eine wirt­schaftliche Lösung hinzustreben. Etappen auf diesem Wege waren der Dawesplan und der Doungplan. Daß sie unzulänglich waren, hat die Entwicklung des letzten Sommers gezeigt, die aus der Befürchtung vor schweren wirtschaftlichen Katastrophen zur Verkün­dung des Reparationsfeierjahres führte. Das geschah unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, aber noch scheiterte der Versuch einer weitergehenden wirtschaft­lichen Zusammenarbeit auf kreditpolitischem Gebiete an den Widerständen, die dieRur-Politiker" in Pa­ris leisteten. Aus der Londoner Konferenz hat man daher den Ausweg gewählt, ein Bankierkomite mit der Prüfung der Kreditfähigkeit und Kreditwürdig­keit Deutschlands zu beauftragen, denn darüber, daß die weltwirtschaftlichen -Schwierigkeiten sich im We­sentlichen als eine Verteilungs- und Finanzierungs­problem darstellen, kann angesichts der in der Welt vorhandenen Ueberfülle an Rohstoffen und an Geld fein Zweifel sein. Verteilungs- uitd Finanzierungs­aufgaben sind jedoch bei ihrer Lösung in stärkstem Matze vom gegenseitigen Vertrauen der daran betei­ligten Völker abhängig, und dieses Vertrauen kann naturgemäß nicht im notwendigen Maße gewonnen werden, wenn das eine oder andere Mitglied der großen weltwirffchafilichen Völkerfamilie in so uw erhörtem Matze vorbelastet ist, wie Deutschland durch seine auswärtigen politischen Aahlungsverpffichtun- gen Das Ergebnis der in Basel angestellten Unter­suchungen läßt sich daher kurz in die Feststellung zu- sammenfassen, datz es nicht die inneren Ver­hältnisse in Deutschland sind, die leinen Kredit und fein Vertrauen untergraben und damit eine weltwirtschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland erschweren, sondern daß biete Er­schwerungen eben in jener Belastung durch po­litische Zahlungsverpflichtungen zu er­blicken sind.

Die Bankiers in Basel haben den Politikern tn London gewissermaßen een Ball zurückgeworfen, der ihnen von dort zugeworfen worden war. -iie Wirtschaftler verlangen, datz die _ Politiker die Hin­dernisse auf dem Wege zur wirtschaftlichen Verstän­digung und Zusammenarbeit beseitigen. Ter tippelt der Politiker an die Wirtschaftler hat foHte das vielleicht die wohlüberlegte Absicht der Londoner Staatsmänner gewesen sein?--ben Appell

der Wirtschaftler an die Politiker zur Folge gehabt. Die eindeutige Feststellung, daß die Hindernisse lediglich auf politischem Gebiete liegen, führt zu der Forderung, daß diese Hindernisse zu be-

aber die Voraussetzung für die Schuldenannullie­rung.

Frankreichs Delegation für Genf

Ltebernimmt Laval die Führung?