Hessische Abendzeitung
Nummer 180*
Dienstag, 4. August 1931
21. Jahrgang
Das Programm für die Rom-Reise
Einladungen von Mussolini und dem Papst / Oer Kanzler informiert sich bei den Wirifchaftsführem / Ein Appell des Städtevundes
Arbeitsdienst - Gewinn oder Gefahr?
Die Freunde:
wir; ohne Vertrauen, und das sage ich
ganz
offen, geben wir keinen Pfennig Geld. Wir
Die
geben keinen Pfennig für die Nationalisten, stehen nun die Franzosen im Herzen zu den
französischen Kriegsteilnehmerorga- n i s a t i o n, der katholische Priester Abbe B e r - nard Secret, in deutscher Sprache über die internationale Kriegsteilnehmeraktion für den Frieden
Wie er ausführte, seien alle die Kriegsteilnehmer Frankreichs, die in der etwa drei Millionen Mitglieder umfassenden Confederation der fünf Kriegsteilnehmerverbände zusammengeschlossen feien, für einen Frieden der Gleichheit aller Länder. Diese Kriegsteilnehmer seien auch für die Abrüstung. Sie wüßten allerdings, daß es keine materielle Abrüstung gebe ohne eine vorhergehende moralische Abrüstung. Alle Kriegsteilnehmer und das ganze Volk seien bereit zur Verständigung. Wir wollen der deutschen Republik helfen, sagte Secret. Mit Vertrauen Helsen
Wie Ver-
Was will man nicht alles durch den freiwilligen Arbeitsdienst erreichen: Erzieherische Beeinflussung der ■ üngeten Erwerbslosen, lleberfiihrung städtischer Arbeiter aufs Land, Vorbereitung von Siedlungen, Ko- lonisterung des deutschen Ostens, Ausführung von gemeinnützigen Arbeiten für öffentliche Körperschaften oder Vereine, Bodenverbesserungen, Wegebauten und dergleichen mehr.
Es ist nun — gemäß der Notverordnung vom 5. Juni 1931 — Aufgabe der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, den frei« willigei Arbeitsdienst zu fördern, nur gemeinnützige zusätzliche Arbeiten können gefördert werden. Träger olcher Arbeiten können Körperschaften öffentlichen Rechts, gemeinnützige Vereinigungen, sowie Vereini-
Die Berordnuug über den „freiwilligen Arbeitsdienst" gehört z« den meist umstrittenen Projekte» der letzten Zeit. Wir gebe» heute einem Befürworter und einem Gegner der Vorlage das Wort, um durch diese Erörterung des Für »ad des Wider zur Klärung der Frage beizutragen. Als Freund des „freiwilligen Arbeitsdienstes" spricht Reichsminister Treviranus, der einer der maßgebenden Mitarbeiter an den gesetzlichen Bestimmungen war; die Ansicht der Gegner vertritt Walter Maschke, der als Jugendsekretär beim Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund tätig ist.
Gegner:
Diel Lärm um nichts
Bon Walter Maschke, Allgemeiner Dtsch. Gewerkschastsbund.
trägen? Wir meinen und haben es sehr ost gesagt, daß die Verträge loyale Innehaltung verlangen. Aber wir meinen auch, daß die Verträge nicht ewig sind. Wir wollen die Verträge nicht durch einen Krieg ändern, sondern durch friedliche Mittel, durch den Völkerbund.
gründet, aber nur teilweise durchgeführt worden ist, ist jur unsere deutschen Verhältnisse bei dem Stande unserer Finanzen nicht möglich. Aber es kann der Hunger nach Arbeit mit bescheidener Finanzierung befriedigt werden, wenn man sich von uferlosen Projekten — Gedanken von Kasernierung und Zwangsarbeit — freihält und den natürlichen Wettbewerb der verschiedensten Gemeinschaften von den Wöhrverbänden bis zu den konfessionellen Jugendbünden und freiwilligen Arbeitsgruppen aller Art für das allgemeine Wohl auswertet. Wohin wir in unserem großen Reiche auch blicken, überall gibt es natürliche Schäden und Fehlstellen, Helferarbeiten in zahlloser Fülle, die keine privatwirtschaftlich errechenbare Rente ergeben, mit denen aber das Interesse der Gesamtheit irgendwie verknüpft ist. Ob man Teichlöcher von der Mückenplage bereinigt, Sandwege befestigt, in abgelegenen Eifeldörfern Dunggräben verbessert oder an der schlesischen und masurischen Grenze Borflutgräben räumt, im Herzen Deutschlands Gemeindehutungen von Steinen befreit — überall kann ein Heimatdienst geleistet werden, der die betreuten wie die freiwilligen Arbeiter zufrieden macht. Auf dem großen Gebiete der Landeskultur, der Meliorationen, jeder Art von Boden- vepbesserungrn mußte private Initiative in den letzten Jahren mehr und mehr einschlafen. Alle diese Arbeiten sind gemeinnützig, auch wenn sie daneben dem jeweiligen Grundbesitzer in der Ertragssteigerung zugute kommen.
Es fehlen nun aber die Kosten für das eigentliche Ansetzen der Arbeit selbst. Ihre Aufbringung macht am meisten Schwierigkeiten, weil Reich, Staat und Gemeinden mit riesigen Fehlbeträgen kämpfen und jeden Groschen dreimal umdrohen müssen. Es herrscht jedoch Einverständnis innerhalb der Reichsregierung, daß bei der besonderen psychologischen Bedeutung des freiwilligen Arbeitsdienstes kein Versuch gescheut werden darf, um möglichst vielen Tausenden den Wunsch dieser Arbeit zu ermöglichen. Es wird niemand gezwungen, jeder kann diesen Dienst jeden Tag aufsagen. Wer keinem Bunde, keiner Gemeinschaft angehört, kann vom Arbeitsamt aus ebenfalls angefetzt werden, sofern sich eine freiwillige Gruppe findet, in die er sich einreihen kann.
Gegner dieses Dienstes an der Heimat gibt cs aus zweierlei Gründen. Die einen kommen nicht frei von der Furcht, daß es Schule machen könne, daß die Arbeit nicht als eine Fron betrachtet wird, bei der man sich mühsam ein Entgelt erkämpft. Sie bleiben an der Sorge haften, daß der Ehrenfold trotz der Gutschrift für langfristigen Arbeitsdienst als Lohndruck in Erscheinung tritt, unh daß bei der für die Bodenkultur notwendigen weitherzigen Ausdeh- nung des Begriffs der Gemeinnützigkeit ein unbilliger Wettbewerb mit dem freien Arbeitsmarkt nicht ausgeschaltet wird. Die anderen Kritiker stammen aus den Parteilagern — ihnen scheint der Gedanke ein Greuel zu sein, daß man auf anderem Wege als mit Parteischeuklappen unser Volk wieder gesunden lassen könne. Ganz kluge Leute sehen sogar Gespenster hinter dem Arbeitsdienstplan. Ihnen bleibt aber das Schönste in diesem Leben versagt: Sich für die Wohlfahrt unseres Vaterlandes ohne Hintergedanken rückhaltlos einsetzen zu können. Wir müssen die Not mit der ganzen Weite des Herzens, die der Schwere unseres Lebens angemessen ist, erfassen und zu bannen suchen.
78 mm breite Zelle 45 4. bestimmten Ausgaben, < vungsbeträge innerhalb
Berlin, 4. August.
Das Auswärtige Amt hat die deutsche Botschaft in Rom endgültig dahingehend unterrichtet, daß der Reichskanzler und der Reichsaußenminister am Freitag früh in Rom Eintreffen werden. Die deutschen Minister verlassen Berlin am Mittwoch abend mit dem fahrplanmäßigen Nord Süd- expretz. Der Kanzler und der Außenminister benützen keinen besonderen Salonwagen. Erst an der italienischen Grenze wird den deutschen Ministern durch Mussolini ein Salonwagen zur Verfügung gestellt.
Das voraussichtliche Programm sieht für Freitag mittag ein Frühstück für Brüning und Curtius bei Außenminister Grandi und abends ein Essen bei dem Ministerpräsidenten M u f f 01 i n i vor. Sonnabend vormittag wird der Papst Brüning und Curtius in Privataudienz empfangen und Kar- dinalsekretär Parelli wird im Auftrage des Papstes kurz danach einen Gegenbesuch beim Reichskanzler abstatten. Für Sonnabend mittag ist dann noch ein Frühstück in der deutschen Botschaft vorgesehen und abend um acht Uhr verlassen die deutschen Staatsmänner schon wieder die italienische Hauptstadt. Sie werden Montag früh schon wieder in Berlin ein treffen.
Der Reichskanzler wird während der Besprecht»! gen auch dem italienischen Ministerpräsidenten eine Einladung zu einem Besuch in Berlin übermitteln, doch glaubt man nach römische» Berichten, daß voraussichtlich nur Grandi diese Einladung annehmen wird.
Der deutsche Botschafter von Schubert wird dem Reichskanzler uns dem Außenminister bis an die Grenze am Brenner entgegenfahren und gemeinsam mir ihnen nach Rom fahren. Er wird dabei Gelegenheit haben, den Kanzler und den Außenminister über die Stimmung in Rom aus- ührlich zu unterrrchten. Ein bestimmtes politisches Programm ist für den Besuch nicht vorgesehen. Es wirs sich ähnlich wie seinerzeit in Cheguers um eine allgemeine Aussprache der Staatsmänner handeln. Dafür spricht auch, daß Brüning und Curtius nur von dem Oberregierungsrat Planck aus der Reichskanzlei und dem Legationsrat Dr. T h 0 m - f e n vom Auswärtigen Amt begleitet werden.
Ohne Vertrauen keinen Pfennig!
Magdeburg, 4. August.
Als Gast des Reichsbanners Schwarzrotgold chrach am Montagabend auf einer großen Friedenskundgebung Vorstandsmitglied der größten
Dor einer Denkmalsrede pomcarös
Paris, 4. August.
Poincare, der nunmehr soweit hergestellt ist, wird am 23. August eine Rede bei »er Einweihung eines Kriegerdenkmals in Marbotte bei Tampigny halten.
"Ä 6»1»,neR-Änstigen »te 80 mm• Seite H Pfennig. Kleine «Neigen an»
Kassel baS Wort 7 4, Auswärtige Kleine «»zeigen die 80 mm breite Zeile 11 4. Anzeigen iw Reklameieil die — Okiettgebübr SS 4 (bei Zustellung 85 4). - tzür baS Erscheinen von Anzeigen in
a» besonderen Platzen und für telephonisch erteilte Aufträge keine Gewähr. Re». ' vov 5 Tagen zahlbar. Gerichtsstand Kassel. — Postscheckkonto Swnksurt a. SL 6381
Kasseler Abendzeitung
»am? s
er C"“Vän 8oöen von höherer Gewalt besteht kein Anspruch ans Lieferung der Zeitung ober auf Rückzahlung de» Bezugspreises. Verlag. Schriktleitung und Druckerei: Kölnische Straße 10. — Telephon: Sanrmeluwmnrer 6800. Juristische Sprechstunden Dienstag und ÖrdtaaS 17—19 Uta Kölnische Straße 10, L
th'. Berlin, 4. August.
Der Reichskanzler hat gestern die Besprechungen, die er in letzter Zeit mit dem Wirtschaftsausschuß des Kabinetts und mehreren Sachverständigen der Industrie- und Bankwelt geführt hat, zu einem vorläufigen Abschluß gebracht. Heute wird noch eine Ministerbesprechung stattfinden, und morgen wird die Reise nach Rom angetreten, von der der Kanzler und der Außenminister am Sonntag zuriick- kchren werden. Für die nächste Woche sind dann weitere Beratungen des Kabinetts und voraussichtlich binnen kurzer Zeit einzelne neue Beschlüsse und Verordnungen zu erwarten. An den gestrigen Beratungen haben unter anderem der Reichsbankpräsident Dr Luther, Geheimrat Schmitz, Geheimrat Bücher vom Reichsverband der Deutschen Industrie, Staats- ^etär Dr. D e r n bu r g als Präsident der neuen Akzeptbank, der frühere Reichsfinanzminister Dr. H i l - f e r d rn g und Professor W a r m b 0 l d als Sachverständiger für landwirtschaftliche Fragen, teilge- nommen.
- Tatsache, daß auch der frühere Finanzminister Dr. HilscrdlNg bet diesen Besprechungen anwesend war, wird von der rechtsstehenden Presse kritisiert, warum Dr. Hilferding als einziger Partetpoltttker zu diesen Bewachungen binzu- gezogen worden sei. Die Frage dürfte sich dadurch austlaren, daß Hilferding nicht als Vertreter der SPD., sondern als früherer Finanzminister vom Kanzler zu dtezen Beratungen aufgefordert worden lst. Der Kreis der Probleme, die in letzter Zeit und gestern wieder in diesen informatori- L?®" Besprechungen erörtert worden sind, ist sehr umfangreich, und es kann selbstverständlich nicht ;usleder einzelnen dieser Besprechungen der genaue Inhalt der jetoeihgen Beratungen angegeben werden.
4- n,ton ^gemein überzeugt, daß im Rahmen der nationalen Selbsthilfe noch weitere einschneidende Jiafjnabmen erforderlich sein werden, wenn wir über die Schwierigkeiten der nächsten Wochen ohne ans- hinwcgkommen wollen. Es wurde bereits früher daraus hingewiesen, daß ^Sanierung der Produktionskosten notwendig se,u -wird, und daß dies wiederum gewisse Maßnahmen auf dem Gebiete des Kartell- und Tarifwesens erforderlich machen wird. Weiterhin wird man mit einschneidenden Maßnahmen im Sinne riner weitgehenden Kürzung sämtlicher öffentlichen Ausgaben rechnen müssen und man wird dabei wahrscheinlich nicht um starke Abstriche an allen Ausgaben herurnkom- men. Wie, laßt sich vorläufig natürlich »och nicht erkennen. Die Tendenz der allgemeinen Senkung der Preise und Löhne wird auch Einfluß auf das Wohnungswesen haben und wird vielleicht im >;»- sammen hange mit einem Umbau der Hauszins st e u e r zu einer Sanierung der Mieten führen können. Jedoch wird von zuständiger Stelle betont, daß diese Frage im Augenblick noch nicht Gegenstand offizieller Erörterungen gewesen ist. Im allgemeinen wird man aber gut tun, sich auf sehr weitgehende und sehr einschneidende Maßnahmen auf vielen Gebieten gefaßt zu machen. Beschlüsse der Reichsregierung sind aber wie gesagt, erst nach der Rückkehr von der Rom- reise zu erwarten.
llnd di« Sparkassen?
Eine Mahnung des Reichsstädtebundes.
th. Berlin, 4. August.
Der Zahlungsverkehr bei den Banken ist durch die neue Notverordnung wesentlich ausgelockert worden. Von morgen ab fallen bekanntlich sämtliche Beschränkungen, soweit es sich nicht um Sparkonten oder Sparbücher handelt. Der gestrige Montag hat bereits eine gewisse Beruhigung gebracht und zwar nicht nur in Berlin, sondern auch in der Provinz. Es liegen Berichte aus Lübeck, Rostock und Hannover vor wonach die Einzahlungen »ort bereits wicver größer gewesen sind als die Auszählungen. Nun handelt es sich vor allem darum, auch die Sparkassen und Giro-Zentralen wieder dem freien Zahlungsverkehr znzuführen, weil zwischen der Behandlung der Banken und der Behandlung der Sparkassen noch ein sehr großer Unterschied besteht.
Der Reichsstädtebund hat die zuständigen Stellen des Reichs und der Länder erneut auf diese Notwendigkeit aufmerksam gemacht un» eine gleichartige Behandlung der Sparkassen und der Banken durch die Reichsbank verlangt. Der „Vorwärts" hat sich dieser Auffassung angeschlossen und übt heute in einem Artikel sehr scharfe Kritik an den bisherigen Maßnahmen, durch welche eine Reihe von Großbanken wieder saniert worden sind, während die große
«Inzelpttls 10 Pfennig
Kasseler Neueste Nachrichten
Gandhis Reisegepäck
Lendentücher und Dokumente.
London, 4. August.
Nach einer Meldung des „Daily Expreß" hat Gandhi für seine Fahrt nach London am 15. August einen Platz in der 3. Klaffe belegt. Auch sind Vorkehrungen für die Mitnahme von zwei Ziegen getroffen worden, die ihn auf der Fahri mit seiner Hauptnahrung — Ziegenmilch — versorgen werden Wie es heißt, soll sein übriges Gepäck nur aus einigen Lendentüchern, sowie einer großen Anzahl von Dokumenten bestehen. Verschiedene englische Gewerkschas- ten haben Gandhi bereits zu Vorträgen über seine Absichten und Ziele aufgefordert.
Verharr-lungspause bis Sonntag
Eigener Drahtbericht.
Zahl der Sparkassen noch unter erheblicher Zahlungs- mitteünappheit leidet.
Die Ursache dafür ist vor allem darin zu evblik- ken, daß bei den deutschen Sparkassen 12 dis 15 Milliarden liegen, die unmöglich alle auf einmal mobil gemacht werden können, und daß infolgedessen die Zahlungsmittelbeschaffung für die Sparkassen nicht in der gleichen Weise durchgeführt werden kann wie für die Banken. Jedoch sind Bemühungen im Gange, auch für die Girozentralen und für die Sparkassen möglichst bald wieder erleichterte Bedingungen für den Zahlungsverkehr zu schaffen.
Brüning spricht im Rundfunk
Heute abend (voraussichtlich zwischen 6 und 7 Uhr) wird der Reichskanzler noch einmal das Wort zu einer Rundfunkrede ergreifen, die auf alle deutschen Sender übertragen wird. Der Kanzler wird dabei einen Ueberblick über die jetzige politische Lage und über die Notwendigkeit der nationalen Selbsthilfe geben. Er wird dabei selbstverständlich auch auf feine außenpolitischen Verhandlungen und auf die Ergebnisse der Besuche in London, Paris und Berlin zu sprechen kommen.
Die „Germania" bezeichnet es als dankenswert und notwendig, daß der Kanzler im Rundfunk wieder einmal vor der Oeffenilichkeit Stellung nimmt, besynders nachdem wir erfahren hätten, daß dem Schritt des amerikanischen Präsidenten Hoover keine anderen gleichwertigen und durchgreifenden Maßnahmen mehr folgen sollen, sodaß wir zunächst einmal auf uns selbst angewiesen sind. Es müßten infolgedessen wirklich alle Kräfte mobil gemacht werden, um uns selbst zu helfen. Auch diese Selbsthilfe habe natürlich eine Grenze und deshalb werde der Kanzler immer wieder Gewicht darauf legen, daß die weiteren Maßnahmen auf ein« Zusammenarbeit mit allen europäischen Völkern auf gebaut werden.
Grandi kommt nach Berlin?
(Eigene Drahtmeldung.)
Arbeit und Lohn —
keine Ltnterstützung
Von Reichsminister G. R. Treviranus.
Mit der gesetzlichen Festlegung des freiwilligen Arbeitsdienstes ist nunmehr der Weg für die praktische Verwirklichung frei. Aber noch immer bleiben genug Schwierigkeiten zu überwinden, ehe der Plan in großzügiger Form zur Durchführung kommen bann.
Mir ist die psychologische Seite des Problems, das in der heutigen Lage unseres Vaterlandes nur mit grundsätzlicher Freiwilligkeit gelöst werden kann, stets wichtiger erschienen als irgendeine materielle Auswirkung. Millionen arbeitsfähiger und aus innerem Pflichtgefühl arbeitswilliger Menschen drückt das Bewußtsein nieder, daß sie in der schweren Wirtschaftskrise unserer Jahre dauernde Unterstützungsempfänger sein sol- ken, ohne daß sie dem Staate und der Allgemeinheit eine Gegenleistung bieten dürfen. Dies starke uttd gesunde Bedürfnis unserer deutschen Jugend, Kopf und Hand zu irgend einem sichtbaren Zweck anzustrengen, statt sie mit bittender Gebärde hinzuhalten, ist eins der besten Erbgüter unseres Volkes.
Der Gedanke einer Arbeitsdienstpflicht, wie sie in I den kleinen bulgarischen Verhältnissen gesetzlich be-