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Handel / Wirtschaft / VSrfe

Hessische Hand elszeitung

Montag, 3. August 1931

Kasseler Neueste Nachrichten

Die neue Deviesenwirtschaft

Zweck und Ziel: sparsame Devisenverwendung

Heubdtaids intmKäpiWrerfleditung

115

frisrige

Die langfristigen Anleihen waren aus

Sinkende Großhandelspreise. Die vom

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'Noch ein Sparkassen-Hufruf

1

3

Waren und ihre Preise

Berliner Devisenkurse

In Reichsmark

1. August

3 31

7

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2

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1

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wirb 1931, der Teil­

tranen der Bevölkerung Hessen-Nassaus im vollen Mähe in den zurückliegenden 3 Wochen gefunden haben, hoffen dar­auf rechnen zu können, dah sie auch in der Periode der Lockerung des Zahlungsverkehrs volles Berftändnis für die von ihnen nicht verschuldete schwierige Lage des Zahlungs- mittelverkehrs finden werden!

Die hessen-nassauischen Sparkassen zur Wiederaufnahme des Zahlungsverkehrs

nähme des Zahlungsverkehrs

7. Notverordnung vom 2. August und die kaffen in Hessen-Nassau zu beraten. Von Vorsteher, Oberbürgermeister Dr. Blaum,

Nachlässe

sonst, u. Branche unbek.

istoes Jnldndskdprtdl

13.20-13.50 740-7 60 1180-12-50

Die Bedeutung der kurzfristigen Auslandsgelder in der deutschen Wirtschaft. .....

Bom Svarkaffenverbanb für Hessen-Nassau uns folgendes mitgeteilt: Am Sonntag, den 2. August traten die Direktoren und Rendanten Hessen - nassauischen Sparkassen unter

Kredite der deutschen Wirtschaft (ohne Aktien) Ende 1930 »L Milliarden RM MM

nähme zahlreicher Vorsitzenden der Svarkaffenvorstänüe (Landräte, Bürgermeister) in der Stadthalle zu Hanau zu­sammen, um über die Maßnahmen zur Wiederauf-

2

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2

1. August 19600-198.00 145.00-146.00

1370014700 147.00-153 00 27.00-35.50 2175-25.00 11.25-11.50 10.50-11.75 26.00-31.00

19.00-21.00

1320-1350 760-7.80 12.00-1270

Weizensegen aus USA.

Bedenkliche Pläne

Welch verworrene Vorstellungen über die wirtschaftlich« Lage Deutschlands im Auslande hier und da noch herrsche«, ergibt ffch aus der Tatsache, bah auf Anregung der ameri­kanischen Farmer-Verbände Verhandlungen über die Aus- fuhr erheblicher Mengen amerikanischen Wetzens uud weiterhin anderer Waren in Gang gekommen ffnd.

Es hat sich dabei herausgestellt, dah die Amerikaner ur- fvrünglich gehofft hatten, von ihrer Weizenüberfülle mehr als 1 Mill, t nach Deutschland loswerden zu können. Diese Hoffnungen ffnd inzwischen etwas mehr in die Nähe der tat­sächlichen Lage herabgeschraubt, anscheinend allerdings noch immer nicht ausreichend reduziert. Man scheint auf der amerikanischen Seite immer noch der Anffcht zu sein, daß Deuffchland imstande sein werde, etwa 500000 t Wei- zen aufzunehmen: man glaubt, dah das Reichser- nährungsministerium immerhin 300 000 t zu den allerdings ungewöhnlich günstigen Bedingungen der Amerikaner int Inland unterbringen könnt«: die an der Sache naturgemäß besonders interessierten Kreise des Wei^nhandels ffnd der Auffaffung, daß der Bedarf des Notjahres 1931/32 zu 100 Prozent von der vermehrten Jnlandsproduktion gedeckt werden könne. Wahrscheinlich könnte er bas, dem» es ist kaum anzunehmen, daß der Weizenverbrauch bt Deutschland, der von einem Monatsdurchschnitt von 390 000 Tonnen in den Jahren 1925 bis 1930 auf einen Monats­durchschnitt von 335 000 t im Jahre 1930/31 gesunken iS. sich in absehbarer Zeit wieder beleben wird. An Aus- fuhrmöglichkeite» gibt es sür die deutsche Jnlanbsvroduk- tion kaum'mehr als 200 000 oder höchstenfalls 400 000 t. Mit diesen Tatsachen muffen die Unterhändler rechnen, um der Gefahr zu entgehen, Deutschlands Volkswirtschaft unnötü. gerweise zu belasten.

Etwas anders liegen di« Dinge bei Baumwolle un» Kupfer. Hier find die Verhandlungen allerdings noch im Ansangsftadium und es könnt« sein, bah in diesen beS- den Warengattungen Vereinbarungen getroffen werden, di« für Deutschland eine wesentliche Erleichterung bedew» ten, da die amerikanische Regierung eine Kreditierung der Bezahlung solcher Importe auf zwei Jahr« zu dem ntäk higen Zinssatz von 41/, Prozent übernehmen will. Man soll di« Höhe der hier vielleicht zu erzielenden Erleichterungen jedoch nicht überschätzen, denn es ist nicht anzunehmen, daß der Gesamtwert der möglichen Importe den Betrag voq 150 Mill. RM wesentlich übersteigen wird.

31. Juli

198.00-200.00 14600-147.00

13700-147.00 14700-15300 28 00-36 00 22.25-25.75 11.75-12 00 10-75-11.00 2600-3100

19.00-21-00

In Kürzet

Bei den Sparkassen des Deutschen Reiches ift im Monat Jnui 1931 der Gefamtsvareinlagrudenand gegeu- 66et dem Vormonat um 151 Mill. Mark znrnckgegangen.

Weizen, tnärk. at> Station Roggen, mark, ab Station Braugerste ....... Futtergerste ... . . Hafer, mark, ab Station . Weizenmehl

Roggenmehl. Weizenkleie»- Roggenkleie «»»» Viktoriaerbsen . » » » Kleine Speiseerbsen , , » Futtererbsen .«»» Peluschken -»«»»» Ackerbohnen

Wicken ..«»

Lupinen, blaue > »

gelbe « s *

Seradella, neue .. - - ' Rapskuchen. Basis »8% . s Leinkuchen, Basis 37% . . Trockenschnitzel . . . . Soyaextractionschrot 45% KartofleUlocken : >

Befriedigender Saatensiand

Wie das Preußische Statistische Landesamt bekannt gibt, haben die reichlichen Niederschlagsmengen im Monat JuU die Ernteerträge des Getreides nicht erheblich beemslutzt.

letzten 5^nliN>ocbe gingen die Erntearbeiten, dur^ das günstige Wetter gesördert, überall flott vonstatten. ^»4 erheblichen Regenmengen kamen in erster Lrme denHack- srüchten zugute. Pflanzenkranlhetten »nd SchäUmg» haben keinen nennenswerten Schaden angerichtet. Wenn 2 - gut, 3 - mittel, 4 = gering bedeutet, so ergibt sich für den Freistaat Preußen folgender Saateuftanb: Fruh. kartosfeln Anfang August 1931: 2,8. Anfang Lutt^931^2,6, Anfang August 1930 3,3; Svätkartosfeln: 2,6-2,72.9. Zuckerrüben: 2,6-3,02,7; Futterrüben: 2.7-3,0-2 8, aree. z o2 93,2; Luzerne: 2,72,42,9. Wiesen. 2,82,43,3. Die Ergebnisse der Erntevorschätzung ur -Preußen zu Ansang August 1931 werden v°m Preutzfl^« Statistischen Landesamt in den ersten Tagen der kommende» Woche veröffentlicht werden.

Laub- n. Forffwirtschaft Gütererzeugung Handel aller Art Handwerk und Gewerbe Geldinstitute

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20 15

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Heimische Wirtschaft .

Schuhfabrik C. «. A. Hochbntb, Komm.-Ges., Esch««««. Die Gesellschaft hat ihre Zahlungen eingestellt. Sie führt die Schwierigkeiten auf die fortschreitende Wirtschaftskrise, auf die dadurch fast unmöglich gewordene Beschaffung von Krediten, auf Konjunkturverluste und große B e r l n st e bei der Kundschaft zurück. Die Firma strebt einen außergerichtlichen Vergleich an. Sie ist zur Zeit damit be­schäftigt, einen Stattis aufzustellen, und hofft, dah in Kürze die Schwierigkeiten wieder behoben sein werden. Di« Arbeit ist bereits vor 14 Tagen ausgesetzt worden,

Reue Kali-Stillegung. Di« Kaliwerk« Aschersleben, Schachtanlage H a t t o r f, in Philippsthal-Werra Taffen ihren Betrieb vom 29. August ab für voraussichtlich 5 6 Wochen ruhen, um eine übermäßige Anhäufung der Vorräte zu vermeiden. Sie wollen damit eine Fürsorge für ihre Be­legschaft insofern treffen, als dieser die Betriebspause im Herbst angenehmer ist als möglicherweise im Winter. Das Werk hofft, daß hierdurch auch bei dem gesunkenen Absatz ein Durcharbeiten in der bisherigen Weise im Spätherbst und Winter gewährleistet ist.

Die Ruhlaer Privatbank bat sich gezwungen gesebeu, ihr« Zahlungen einzustellen. Noch im Vorjahre war ihr Status beim Ableben ihres bisherigen Inhabers Benecke für eine Privatbank gut. Mau hofft, daß bei ruhiger Ab­wicklung die Gläubiger kein« wesentlichen Verluste zu er­leiden brauchen.

Aufgehobenes Dergleichsversahreu. Das Vergleichsver­fahren über das Vermögen des Kaufmanns Arthur R o - fenmeyer, Inhaber der Firma I. Rosenmever in Kassel, Schillerstratze 6, ist infolge Betätigung des Ver­gleichs aufgehoben.

Die Zahl der Hauvtuuterftützuugsemvfäuaer im Kou- trollbezirk Sontra ist stark zurückgegangen, di« Aus­wirkung sindet ffch allerdings in der Zunahme der Kriseu- und Wohlfahrtsunterstützungsemvfänger.

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auf Grund der Lag« der Spar- dem Verbands- Hanau, wurde

oder für später zurückgestellt, sondern erneut Kündi­gungen, zum Teil in größerem Umfange, ausgesprochen. Die Zunahme der vorsorglichen Kündigungen kennzeichnet die Unsicherheit und Nervosität im Wirtschaftsleben be­sonders.

Ter B e w e r b e r z u g a n g, der in den letzten Monaten bereits eine fallende Tendenz aufwies, bat durch die lebten Ereignisse eine Steigerung erfahren. Die Bewerber kamen vornehmlich aus der Maschinen- und Eisenindustrie. Terttl- ndustrie und aus dem Lebensmttteleinzelbandel. Beson­ders auffällig sind die zahlreichen vorsorglichen Kündi­gungen in Süd - und Südwestdeutschland, Ge­biete, in denen bisher die Wirtschaftslage verhältnismäßig stabil war. Bei der gegenwärtigen Situation beschränkte sich die Vermittlung auf die unbedingt noffvenbiaen Kräfte in den verschiedenen Wirtschaftszweigen. Die Gesamtlage auf dem kaufmännischen Stellenmarkt wird durch die folgen­den für die Stellenvermittlung des DSV. errechneten Meßzahlen gekennzeichnet: Es entfallen auf eine offene Stellung im Juli 68,5 Bewerber gegenüber 45,3 im Juni und 30,5 im Juli des Vorjahres.

den Sparkassen Kenntnis von der Entwicklung der Lage in der Provinz Hessen-Nassau seit Anfang Juni gegeben und über die getroffenen Maßnahmen der Verbandsleitung be­richtet. Diesen wurde zugestimmt; es konnte feftgestellt wer­den, daß bisher im Rahmen der Reichsverordnungen über den Zahlungsverkehr

jede Svarkaffe in Hessen-Nassau anstandslos di« Barauszahlungen hat leisten können.

Für die Zahlungen in der Woche vom 3. bis 8. August, die sür Barauszahlungen auf Sparkonten die Höchstgrenze auf 50 RM erhöht, wurden die Vorkehrungen besprochen; die Sparkassen werden, wie sich aus der sehr angeregten Debatte ergab, den Weisungen der Reichsbank und ihres Spitzen- verbaudes in Berlin, des Deutschen Svarkaffen- und Giro­verbandes, entsprechend, hierzu ihre Bestände in Wertpapie­ren und Kontokorreutkreüiten und soweit möglich aus Hy- potbeken weiterhin mobilisieren.

Der Svarkaffenverband bittet die Bevölkerung der Pro­vinz Hessen-Nassau, die Svarkaffen weiterhin in dem Bestre­ben zu unterstützen, bei der Lockerung des Zahlungsver­kehrs jeden A u ft n r m auf die Svarkaffen hintanzu­halten. Es ift selbstverständlich, daß manche Beschaffun­gen und Ausgaben einzelner Sparer in der jetzigen Zeit verschoben werden ntäffen im Interesse des großen Ganzen: denn nur, wenn die Sparer selb st die 8« träge, die sie bei den Sparkaffen abheben muffen,

ans das äußerst notwendige Matz beschränke«.

können die den Svarkaffen von der Reichsbank zuflietzenden Zahlungsmittel dem Ansturm gewachsen fein, der sich aus der Oessnnng des Giro-FKontokorrent- und Depositen Ver­kehrs vom 5. 8. ab ergM, Tie Svarkaffen, die das 23er»

Magdeburger Znckernotiernnge« »em 1. August. Ge­mahlener Mehlis prompt per 10 Tage, per August 32,70. Tendenz; ruhig.

Berliner Butter bericht vorn 1. August. Der Absatz bat sich auch in der Mtimowoche bet ziemlich gleichen Jn- laniszutubren weiter verschlechtert, während die Angebote aus dem Auslande noch dringender geworden find, Die Eingänge liehen sich nicht mehr räumen, so daß sich zum Teil größere Läger bildeten. Kon diesen Angeboten wur­de nur in geringem Umfange Gebrauch gemacht, da einer­seits bei dem schwachen Konsum nur gering« Mengen im­portiert werden können, andererseits legen fich die deut- icben Importeure infolge der bestehenden Schwierigkeiten wegen des Imports von Auslandsbutter größte Zurnck- haftung auf. Ter allgemeinen Marktlage Rechnung tra­gend. wurde di« Berliner Notierung am Donnerstag um 5 Mark für alle Qualitäten herabgesetzt, nachdem bereits am Mittwoch die Hamburger Auktion einen Rückgang von 444 Mark erfahren hatte. Ende der Woche war der Markt etwas beffer. doch verspricht man sich auch von der kommenden Woche kein« größeren Umsätze, da di« beste­henden Verhältnisse den Äomum zu größten Einschrän- kiingen zwingen. Die Verkaufspreise des Groß­handels find heute in 1/1 Zentner-Tonnen: Jnlandsbutter la. Qualität 1.391.44, II. Qualität 1.291,31, Aus­land sbutter dänische 1,421.45. kleinere Packungen ent­sprechender Aufschlag.

Berlin. 1. August. Elektrolotknpfer 86,50 RM für 100 Kilogramm.

kuirfnsriqe; ;?-WÜL AusIdndsgeldef^M IdnqfristiQ^ .fiustindsdntal

Der kaufmännische

Stellenmarkt

Erneute Verschlechterung.

Nach den Beobachtungen der Kaufmännischen Stellen­vermittlung des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Ver- bandes hat ffch die Lage auf dem Stellenmarkt seit Anfang Juni allgemein erheblich verschlechtert. Wäh­rend im Monat Juni die Auswirkung der Notverordnung zu einer außerordentlichen Zurückhaltung in Bezug auf die Erteilung von Befetzungsaufträgen führte, ist durch die finanzpolitische» Schwierigkeiten der letzten Wochen eine Lähmung des Wirtschaftslebens eingetteten, die sich natur­gemäß auf dem Arbeitsmarkt stark bemerkbar machte. Es wurden nicht nur erteilte Besetzungsaufträge zurückgezogen

Einige Glänbiger der in Zalilnirgsschwieriaketten gerate­nen Beamteubauk in Bremen haben Antrag ans Eröffnung des Konkursverfahrens gestellt. Die letienbc« Vorstandsmitglieder der Bank stellen eine Ueberfchuldnug des Instituts in Abrede.

Die Privatbankfirmen des Frankfurter Platzes werden von der Gründung einer Lombardkaffe, wie ff« tu Berlin erfolgte, obieben. Man hofft vielmehr ohne eine fest- gefügteQrganifation ausznkommen.

Rach den Ergebniffen über den Anbau von Zuckerrüben int Jahre 1931 stellt ffch die Anbaufläche auf 350 557 ha ge­genüber einer Erntefläche 1930 von 467 400 ha für 233 tira» briken; das bedeutet ein« Verminderung um 25 Prozent.

Reichsamt für den 29. Juli berechnete Indexziffer der Großhandelspreise ist mit 110,1 gegenüber der Vor­woche (um 1,8 Prozent) gesunken. An dem Rück­gang sind hauptsächlich die Preise für landwirtschaft-

Di« Rheinischen Stahlwerke A.-G. haben ffch gezwungen gesehen, weitere Beatriebsernichränkungeu vor- znnehmen. Es kommen 500 Arbeiter unter Tage, 40 über Tage und etwa 20 Angestellte zur Entlassung.

Die Stemvelvereinignua hat ans Anlatz der Erhöhung des Reichsbankdiskonts auf 15 Prozent v. a. beichloffen, mit Wirkung vom 1. August 1931 die Haben-Zinssätze für täglich fällige Gelder, gültig fowohl füralte Konten" »ls auch fürfreie Konten", in vroviffonstreter Rechnung <tnf 11 Prozent v. a in vrovisionsvslichiiaer Rechnung an 12 Prozent v. a. zu erhöhen. Der Zinsfatz für e,»«« tonten bleibt mit S Prozent v. a vorläufig unverändert. Die Kreditbedingungen werden mit Wirkung, vom gleichen Tage ans 16 Prozent p. a. «oll-Zmfen zuzüglich Kredtt- vrooffion festgesetzt.

Handel und Gewerbe im Juli

Nach einer auf Grund von Berichten preußischer Industrie- und Handelskammern und des Deutschen Handwerks- und Eewerbekammertags im Mtmstermm für Handel und Gewerbe zusammengestellten lieber, sicht hat sich die außerordentliche Krise im Bank- und Kreditwesen Deutschlands bisher auf die allgemeine Produktion und Beschäftigung nur t e i l w e t s s aus gewirkt. Besonders stark fühlbar wurde sie gegen Ende des Monats im Einzelhandel, der zunächst von Angstkäufen Vorteil gezogen hatte, sn bet Industrie ift es fast ausnahmslos gelungen, bte Lohne terminmäßig zur Auszahlung zu bringen. Die Lage fast aller Industrien war aber entsprechend der Haupt, sächlich infolge der deutschen Krise weiter obstemen. den Weltwirtschastslage außerordentlich gedruckt. Eine Ausnahme machten nur einzelne Industriezweige, rote die Möbel-, Hut- und Margarineindustrie,

liche Erzeugnisse beteiligt. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 101,2 ( 5,1 Pro­zent), Kolonialwaren 96,3 (0,1 Proz.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 102,9 (0,4 Proz.), indu­strielle Fertigwaren 136,2 (keine Erhebung).

Konkurs« und Bergleichsverfahren im Juli. Nach Mitteilung des statistischen Reichsamts wurden am 1. Juli 1931 durch denReichsanzeigei" 1013 neue Konkurse ohne die wegen Massemangels abgelehn­ten Anträge auf Konkurseröffnung und 657 er­öffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die ent­sprechenden Zahlen für Juni 1931 stellten sich auf 1034 hw. 647.

35 23 54 24 36 17

Das Bild entspricht also ungefähr dem des Monats Mai. Gegenüber dem anormalen Monat 3isu sind ote Insolvenzen hauptsächlich beim Handel

A Berlin, 1. August. (W. T. V.)

In den Stillhalteverhandlungen über kurzfristige Auslandsverschuldung, die zur Zeit zwi­schen ausländischen Gläubigern und deutschen Schulo- nern schweben, ist der Wunsch zutage getreten, daß keinesfalls die außerhalb der Verhandlungsgruppen stehenden ausländischen Gläubiger besser gestellt sein dürften, als die Gruppen, die grundsätzlich bereit sind, sich freiwillig Beschränkungen zu unterwer­fen. Diese Erwägungen und die Notwendigkeit, eine sparsame Devisenwirtschaft in Deutsch­land durchzuführen, haben angesichts der bestehenden Eröffnung der Banken dazu geführt, daß das Reich eine allgemeine Devisen-Regelung getroffen hat. Innerhalb der Verordnung sind nicht nur die selbständigen Stillhalteabkommen gesichert, sondern es ist selbstverständlich die Bezahlung der Zinsen und Tilgungsquoten zum Fälligkeitstage keinen.Beschrän­kungen unterworfen.

, Diese Verordnung tritt am 4. August 1931 in Kraft.

aus dem Inhalt der Verordnung

In der Verordnung des Reichs­präsidenten über die Devisenbe­wirtschaftung vom 1. August 1931 heißt es:

$ 1. Di« Beschränkung und Verbote biefer Verordnung gelten nicht für di« Reichsbant und die Deutsche Golddiskout- dank.

§ 2. Ausländische Zahlung sm ittel und Forderungen in ausländischer Währung dürfen gegen inlän­dische Zahlungsmittel nur von der Reichsbank ober durch ihre Vermittlung erivorben und nur an die Reichs bank oder durch ihre Vermittlung veräußert werden. Der Erwerb bcdars einer sch r i f t l i ch c u Genehmigung der Stelle für Devisenbewirtschaftung. Tie Genehmigung ist zu erteilen, soweit die ausländischen Zahlungsmittel oder Forderungen in ausländischer Währung bestimmt sind zur Zahlung von Zinsen und regelmäßigen Tilgungsbeträgen für langfristige Anleihen.

Tie Reichsbank kann anderen Kreditinstituten das Recht verleihen, ausländische Zahlungsmittel oder Forderungen in ausländischer Währung für Rechnung der Reichs bank oder für eigene Rechnung zu erwerben oder zu veräußern.

§ 3. lieber ausländische Zahlungsmittel oder Forderun­gen in ausländischer Währung, die anders als nach § 2 er­worben worden sind, darf nur mit schriftlicher Genehmigung der Stelle für Devisenbewirtschaftung verfügt werden, es sei denn, daß die Werte an die Reichsbank oder ein Kreditinstitut nach § 2 Abs. 3 veräußert werden.

Nach § 5 sind Termingeschäfte über ausländifche Zahlungs­mittel oder Forderungen in ausländischer Währung oder über Edelmetall gegen inländische Zahlungsmittel verboten.

Nach § 6 dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung der Stelle für Devisenbewirtschaftung Kredite, die auf Reichs­mark oder Goldmark lauten, Personen eingeräumt werden, die int Ausland oder int Saargebiet ansässig sind; dürsen Forderungen, die aus Reichsmark oder Goldmark lauten, auf Konten übertragen werden, di« im Ausland oder im Saargebiet geführt werden, oder an dort ansässige Per­sonen abgetreten werdens darf über Forderungen verfügt wer­den, die auf Reichsmark oder Goldmark lauten, vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung entstanden sind und im Ausland« oder im Saargebiet ansässigen Personen zusteheu.

Zahlungsmittel im Sinne dieser Verordnung sind Geld­sorten (Münzgeld, Papiergeld, Banknoten und dergl.), Auszahlungen, Anweisungen, Schecks und Wechsel.

Edelmetalle im Sinne dieser Verordnung sind Gold, Silber, Platin und Platinmetalle in den im Handei mit sol­chen Metallen üblichen Formen.

Nach § 9 dürfen ausländisch« Zahlungsmittel und Forde­rungen in ausländischer Währung, für die eine amtliche No­tierung an der Berliner Börse erfolgt, gegen inländische Zahlungsmittel zu keinem höheren als dem letztbekannten amtlich an der Berliner Börse notierten Briefkurs« erworben oder abgegeben werden.

Nach § 10 dürfen ausländische Zahlungsmittel und For­derungen in ausländischer Währung, für die eine amtliche Notierung an der Berliner Börse nickt vorliegt, gegen in­ländisch« Zahlungsmittel zu keinem höheren als dem letzt- bekannten, von einem Ausschuß der Berliner Bedingungs- gemeinschaft für den Wettpapierverkehr als Briefkurs er­mittelten und in der Presse veröffentlichten Preise erworben oder abgegeben werden.

§ 11 besagt: " 1

1 Die Beschränkungen b«r angeführten Paragraphen gel­len nicht, soweit die Zahlungsmittel, Forderungen, Wert­papiere oder Kredite im Einzelfalle dem Wert nach nicht den Betrag von 3000 Reichsmark übersteigen. Gleich­artige Tatbestände, die sich innerhalb eines Monats in Ansehung einer Person ergeben, die den Beschränkungen unterworfen ist, gelten dabei als ein Einzclsall.

Nach § 12 sind Geschäfte, die gegen eine der Vorschriften verstoßen, nichtig.

Als inländische Kurs« ausländischer Zahlungsmittel dür­fen nur die amtlichen Notierungen der Berliner Börse oder ihnen gleichgestellte Preise (§ 10 Abs. 1) veröffentlicht werden.

Die weiteren Bestrafungen fehen Auskunftspflicht und die bekannten Strafen der ersten Devisenverordnung vor.

Fuldaer Schweinemarkt vom 1. August. Zum Schweine­markt waren 191 Ferkel und Läufer aufgetrieben. Die Preise betrugen für Fette! 7, 12 17 M.: di« Läufer tour- ______________

den mit 3010 M. verkauft, /^er Handel war zunächst I Tallinn (Estl.) . schleppend» später lebhaft. Der wurde ziemlich geräumt. | Wien . .

Berliner Produktenbörse

Berlin, 3. August. Geschäft noch wenig entroll» feit. Ein« klare Tendenz ist daher schwer zu erkennen. Infolge der günstigen Witterungsverhältniffe ift die Land­wirtschaft mit Feldarbeiten beschäftigt und das Jnlandsan- gebot ist keineswegs öttnglich. Anderetteits bekunden die Säufer Zurückhaltung und ie Sonnabend-Gebote find kaum erhältlich.

Amtliche Notierungen vom Vortag

Juli-Konkursstatistik

für Hessen-Nassau. __

Während in anderen Provinzen die WirtfLaftsnot ffch in einer starken Erhöhung^der JmolvenzzlsferTl ausgewirA

*>«. »s

r« «us s»» MS verfahren eingestellt (Juni 10, Mai 1). An den Jniolvew» zen waren folgend« Erwerbsgruvven beteiligt:

Juli Juni Mai

Konk. Vgl. Konk. Bgl. Konk. Vgl.

Bald 1.241 4.191 2.080 2097

20.450 4.209 0.294 1.948

169.73 5.45

56.74 2.506 73.43 81.12

10.590 22.060

7.458 42.010 112.53 18.600 112.54 16500

12.48 92.210 81.170 82.010

3.052 37.86 112.59 112.04 59.140

Briet 1.245 4.199 2.084 21.010

20.490 4.2170

0.296 2.052 170.07

5.460 58.860

2.512 73.570 81.280 10.610 22.100

7.472 42.090 112.75 18.640 112.76 16.540 12.500 92.390 81.330 82.170

3.058 37.94

112.81 112.26 59.260

§ 240 Handelsgesetzbuch

Ein« weitere Notverordnung.

Im Reichsgesetzblatt wird solgende Verordnung des Reichspräsidenten zur Aenderung des § 240, Absatz II des Handelsgesetzbuches veröffentlicht: Aus Grund des Ar­tikels 48, Absatz II der Reichsverfaffnng wird verordnet:

§ 1.

Im § 240, Absatz 2, Blatt 1 des Handelsgesetzbuches, in Ser Fassung des Artikels 3 des Gesetzes vom 25. März 1930 iReichsgesetzblatt 1 Seite 93) werden die Worte2 Wochen" ersetzt durch die Wort«3 Wochen".

§ 2.

Die Verordnung tritt am 1. August 1931 ht Kraft. Der oben erwähnte § 240, Absatz 2, Blatt 1 des Handels­gesetzbuches hat somit folgende Faffung: Wird die Gesell- schaft zahlungsunfähig, so hat der Vorstand ohne schuldhaftes Zögern, spätestens aber 3 Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit, die Eröffnung des Konkursverfah­rens oder die Eröffnung des gerichtlichen Vergleichsverfah­rens zu öeantragen. Entsprechendes gilt, wenn fich bei der Aufstellung der Jahresbilanz oder einer Zwischenbilanz er­gibt, daß das Vermögen nicht mehr die Schulden deckt.

, 1 Pap.-Peso , 1 Can. Doll.

, 1 Yen . . .

. 1 ägypt. Pfd.

. 1 türk. Pfd.

. 1 Pfd. SterL

, 1 Dollar

. 1 Milreis . .

, 1 Gold Pes.

, 100 Gulden

4 100 Drachmen , 100 Belga .

. 100 Lei . .

. 100 Pengö . 100 Gulden , 100 flnnl. M. . 100 Lire . .

. 100 Dinar .

. 100 Litas .

. 100 Kr. , 100 Eskndo

. 100 Kr. .

, 100 Fro. . »

. 100 Kr. . »

, 100 isl. Kr.

4 100 Latts .

. 100 Frc. . i 4 100 Lewa < , 100 Peseten 100 Kr. . .

. 100 estn. Kr. 100 Schill

Sdiseden Schwül Sonsttiixl England ftedertande USA

Deufschland hat ans Ausland gegeben: ^5.O==kugfri}tiqc Gelder : j

IIIIO1IIII langfristige Anleihen j 3,5 r? 6etailiqung»n.Fiii<ileny^gl

Buenos Aires Canada. « Japan . « Kairo . . . » Konstantinopel London . > . Neuyork . . Bio de Janeiro. Uruguay . . . Amsterdam . » Athen . . Brüssel . Budapest - » » Budapest . « Danzig. . Helsinglors « » Italien » Jugoslawien Kaunas (Kowno) Kopenhagen Lissabon-Oporto Oslo . « » »

Paris « « «

Prag . . »

Reykjavik , Biga Schweix . Sofia . 4 < Spanien . . . Stockh.-Gothenb.