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Nummer 122*
Sonnabend^Sonntag, 2S./26. Juli 1931
21. Jahrgang
Scharfe Angriffe gegen Or. Luther
Oer „Börfen-Courier" greift in die Pressekampagne ein / Lm Hintergrund Schacht? / Oer Kanzler berichtet Hindenburg / Englands Finanzsorgen
Brüning wieder in Berlin
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Das Berliner Rendezvous
k . Berlin, 25. Juli.
r Der Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenminister Dr. C u r t i u s stnd heute vormittag gegen 8% Uhr mit den anderen Herren der Delegation in Berlin eingetroffen und auf dem Bahnhof Charlottenburg ausgestiegen. Ursprünglich sollte die deutsche Delegation mit dem Nordexpretz um 8 Uhr 3< Minuten auf dem Bahnhof Friedrichstraße ein- treffen, sie hatte aber ihre Dispositionen geändert.
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th. Berlin, 25. Juli. Nachdem der Reichskanzler w Berlin eingetroffen ist, beginnen heute sofort die Beratungen mit der Reichsregierung, bei denen es sich zunächst um die Berichterstattung über die Londoner Konferenz und um weitere Maßnahmen auf dem Gebiete der Wirtschafts- und Finanzpolitik handelt, die durch die gegenwärtigen Schwierigkeiten dringend erforderlich sind. Man wird wohl in Bezug auf das sogenannte Programm der nationalen Selbsthilfe abwarten müssen, welche Pläne der Reichskanzler in dieser Hinsicht verfolgt, und man rechnet damit, daß nicht nur der heutige Tag, sondern auch die folgenden Tage durch die Beratungen über diese wichtigen uhb brennenden Fragen ausgefüllt fein werden. Außerdem wird der Ni.chskanzler int Laufe des heutigen Tages dem Reichspräsidenten von Hindenburg Bortraa halten. “
Neue Minister?
. Neben diesen schwierigen sachlichen Problemen, mit denen das Kabinett sich jetzt zu befassen hat und bei denen man rasche Fortschritte erwartet, hat der Kanzler sich auch noch mit einigen wichtigen personel- left Fragen zu befassen. Die Meldung, daß der Finanzdirektor der I. G. Farben, Geheimrat Dr.
3um Wirtschaftsminister ernannt werden soll, ist von amtlicher Seite bisher zwar noch nicht bestätigt worden, aber dieser Meldung ist auch noch nicht ernstlich widersprochen worden.
Infolgedessen hält man es nach wie vor für wahrscheinlich, daß der Kanzler eine derartige Entscheidung treffen wird, wobei allerdings noch nicht bekannt ist, ob Geheimrat Schmitz selbst gesonnen ist, das Amt des Wirtschaftsministertums anzunehmen. Möglicherweise wird in nächster Zeit auch der Posten des Justiz Ministers besetzt werden, der seit längerer Zeit vakant ist. Hier dürfte die Notwendigkeit einer schleunigen Reform des Aktienrechtes als Grund für die dringliche Erledigung dieser Frage mitsprecheen.
Für den Augenblick tritt jedoch eine andere personelle Frage in den Vordergrund, bei der der Kanzler jedoch nicht das entscheidende Wort zu sprechen hat. Es handelt sich um den Reichsbankprästdenten Dr. Luther, der jetzt Tag für Tag in steigendem Matze einer scharfen Kritik unterzogen wird.
Wir haben darüber berichtet, daß unter anderen auch die dem Kanzler nahestehende „Germania" schon wiederholt derartige scharfe Kritik an Dr. Luther geübt hat, und nachdem jetzt auch die „Kölnische Zeitung", die „Frankfurter Zeitung" und andere Organe Tag für Tag hervorgchoben hatten, daß die Maßnahmen der Reichsbank verspätet gekommen seien, und daß im jetzigen Augenblick keinesfalls gewartet werden dürfe, sondern daß der Diskontsatz weiter erhöht u. dafür die Restriktionen beseitigt werden müßten, hat gestern abend der „B ö r s e n - C o u - rj e r" zum erstenmale in Mer Offenheit die Forderung nach dem sofortigen Rücktritt des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther von seinem Amt ausgesprochen.
Oie Attacke des „Börsen-Couriers"
"In einem sensationell beginnenden Artikel wird diese Forderung im einzelnen begründet, und es wird dabei der Wunsch ausgesprochen, daß Dr. Luther, der ja nicht einmal Bankfachmann, sondern vielmehr Verwaltungsfachmann sei, sich einer anderen Aufgabe zuwenden möge, bei der er sich, wie z. B. bei der Lösung des schwierigen und dringlich gewordenen Problems der Reichsreform, außerordentliche Verdienste und allgemeinen Dank erwerben könnte.
Dieser Artikel des „Börsen-Courier" hat in Berliner politischen Kreisen starkes Aufsehen erregt, besonders da man weiß, datz der Verfasser enge Beziehungen zu Dr. Schacht unterhält. Daraus braucht noch nicht der Schluß gezogen zu werden, datz mit diesem Vorstoß gegen Dr. Luther zugleich die Nachfolgeschaft Dr. Schachts im Reichs- bankprästdium propagiert werden soll, aber es ist bekannt, daß besonders auch einzelne ausländische Kreise, die für die deutschen Kreditpläne bedeutungsvoll sind, den Wunsch haben, datz die Leitung
der Reichsbank wieder in die Hände des früheren Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht übergehen möge.
Wenn überhaupt ein Ausscheiden Dr. Luthers aus der Reichsbank in Frage käme, so wäre der einzige als Nachfolger in Betracht kommende Mann oben Dr. Schacht, dessen außergewöhnliche banktech- nichen Fähigkeiten allgemein anerkannt werden.
Ob derartige Tendenzen, die sich auf einen Wechsel tn der Leitung der Reichsbank richten, Aussichten haben, sich durchzusetzen, muß vorläufig dahingestellt bleiben. Die Entscheidung ist in erster Linie selbstverständlich von Dr. Luther persönlich abhängig. Soviel man weiß, ist Dr. Luther vorläufig nicht gesonnen, von seinem Am^ zurückzutreten, und die Möglichkeit, gegen seinen Willen einen Wechsel vorzunohmen, liegt lodig- lich in der Befugnis des Generalrates der Reichsbank, den Reichsbankpräsidenten abzuberufen, eine Entscheidung, die dann noch die Bestätigung des Reichspräsidenten braucht.
Selbstverständlich wird man zu einer derartigen rigorosen Maßnahme nur in ganz außergewöhnlichen Fällen greisen, und es ist nicht damit zu rechnen, daß der Eeneralrat in der jetzigen Situation einen derartige« Beschluß faßt. Infolgedessen würde ein Wechsel nur mit dem persönlichen Einverständais Dr. Luthers in Frage kommen. Man wird in dieser Angelegenheit abwarten müssen, ob nicht etwa nach der Rückkehr des Kanzlers aus einer Besprechung zwischen Brüning und Dr. Luther sich irgendwelche neuen Möglichkeiten ergeben.
London, 25. Juli.
„Daily Herold" beschäftigt sich heute eingehend mit der Zurückziehung französischerKredite vom Londoner Markt. Man schätze, schreibt das Blatt, daß Frankreichs in England unterge- brachten Kredite vor Ausbruch der deutschen Krise etwa 150 Millionen Pfund Sterling betragen hätten, von denen etwa 4VMillionengekündigt worden seien.
Diese Maßnahme der französischen Banken, so meint das Organ weiter, brachten den Erfolg der Londoner Konferenz in schwerste Gefahr, denn die Londoner Banken, die bereit seien, ihre Kredite in Deutschland stehen zu lassen, müßten nun zusehen, wie ihre Mittel durch die französischen Forderungen immer mehr zurückgingen. Die Tatsache, daß trotz des auf dieser letzten Konferenz gegegebenen Versprechens freundschaftlicher und finanzieller Zusammenarbeit und trotz Erhöhung des Londoner Bankdis- kontsatzes vom letzten Donnerstag die Goldabzüge andauerten, rufe in britischen politischen und finanziellen Kreisen geradezu Ueberraschung und Bestürzung hervor. Wenn die Tinge so weitergingen, dürfte eine weitere Erhöhung des D i 8? kontsatzesder Bank von England auf 4% Prozent in der nächsten Woche wahrscheinlich sein.
Gewisse Beobachter seien der Auffassung, daß der Zurückziehung der Kredite die Absicht zu Grunde liegt, die englische Regierung und die englischen Banken daran zu hindern. Deutschland Hilfe angedeihen zu lassen, es sei denn in Verbindung mit Frankreich und aus der Grundlage der französischen Bedingungen.
„Daily Herald" deutet dann noch die Möglichkeit eines anderen Grundes dieser französischen Finanzpolitik an, nämlich daß Frankreich sein Vertrauen in die finanzielle Stabilität und den Kredit Englands verloren habe. Dieser Verlust des Vertrauens hinge mit dem kürzlichen Pariser Besuch Hendersons zusammen. Die Franzosen hegten gegen den britischen Außenminister — und nicht ohne Grund — den Argwohn, daß er die Abrüstungsfrage allzu sehr in den Vordergrund der Verhandlungen habe rük- ken wollen.
Stimson als Vermittler?
Loudon, 25. Juli.
Der Washingtoner Mitarbeiter der „Times" meldet im Zusammenhänge mit der telephonischen Unterhaltung zwischen Stimson und Castle, daß die
W. P. Vor wenigen Stunden sind sie aus London zurückgekehrt: der Kanzler, der Außenminister und ihre Sachberater. Sie kamen von Konferenzen, von Verhandlungen im großen Rahmen und von Besprechungen unter vier oder sechs Augen; sie hstben in Sitzungssälen, in Amtszimmern, an Hoteltischen uito im Eisenbahnzuge konferiert, und sie gehen neuen Konferenzen, neuen Auseinandersetzungen entgegen. Das Reichskaibinett wartet schon auf sie; es wünscht Berichte zu hören, in denen auch das gesagt wird, was dem Telephon nicht anvertraut ^werden konnte, es will neue Direktiven für seine Arbeit haben. Die Männer in der Wilhelmstraße sind in der Zwischenzeit gewiß nicht müßig gewesen. Eine stattliche Zahl von Notverordnungen dokumentiert ihren Fleiß und ihren Eifer. Aber was damit geleistet wurde, waren tatsächlich nur N o t behelfe, nur Maßnahmen, die über ein paar Tage Hinweg- Halfen. Und nun wartet wieder mancherlei auf die Entscheidung: die Frage der Lockerung des Zahlungsverkehrs mit ihren Nebenfragen muß grundsätzlich gelöst werden, denn von Tag zu Tag mehren sich die Klagen, daß diese Beschränkungen bereits" die schaffenden Kräfte der Wirtschaft behindern. Der Streit um d,ie Paßgebühren, temperamentvoller geführt als die Auseinandersetzungen um die wirtschaftlich bedeutenderen Maßnahmen, braucht einen Schlichter, und es wäre wahrhaftig nicht schwer, neben diesen aktuellsten Themen noch ein halbes Dutzend kaum weniger dringlicher Punkte aufzuführen. Hinter all diesen Fragen aber steht die neue Aufgabe, der wir nach dem mageren Ergebnis der Londoner Konferenz nicht ausweichen können, die Aufgabe nämlich, auf der schmalen Ba-
Berliner Reise des Staatssekretärs zweifellos mehr bedeute als lediglich die Erweiterung des persönlichen Bekanntenkreises Stimsons. Stimson könne kaum Fragen, wie bte des „Westentaschen- Panzerschiffes" und der Zollunion mit Oesterreich unberührt lassen, obwohl er sicher nicht zugeben werde, daß er sie erwähnt habe. Hoover und Stimson wüßten, daß die Stabilisierung in diesem Jahre nicht erreicht werden könne, wenn nicht gleichzeitig entscheidende Versöhnungsschritle getan würden. Das lebhafte Interesse, das der Staatssekretär in seinen täglichen telephonischen Unterredungen mit Washington hinsichtlich der deutsch-französischen Beziehungen gezeigt habe sei von ziemlicher Bedeutung. Er wünsche und habe offenbar auch entsprechende'Anweisungen, die deutsch-französische Annäherung so wirksam wie möglich zu unterstützen,
Orahizieher Tardieu
Paris, 25. Juli.
Nachdem alle französischen Minister wieder in Paris eingetroffen sind, fand heute vormittag unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten ein Minister- rat über die Londoner Konferenz statt.
Ministerpräsident Laval, von einem Vertreter des „Figaro" gefragt, ob die Londoner Konferenz nur eine Einleitung zu späteren Besprechungen dar- stetle, entgegnete, daß die meisten Bücher mit einem Vorwort eingeleitet würden, datz es aber auch Vorworte gebe, denen nie ein Buch folge. Was seine Reife nach Berlin angehe, so sei ein derartiger Plan ins Ange gefaßt, es erübrige sich aber vorläufig, über diese Reise zu reden.
In Paris eingetroffen, begab sich Laval vom Bahnhof aus in Begleitung des ehemaligen Ministerpräsidenten un» jetzigen Landwirtschafts Minister Tardieu ins Innenministerium, wo er noch vor seinem Besuche beim Staatspräsidenten eine lange Unterredung mit Tardieu hatte. Die Berichte, die behaupten, daß Tardieu nach wie vor hinter den Kulissen arbeite und einen Anteil an den außenpolitischen Verhandlungen hätte, die den Rahmen der Zuständigkeit eines Landwirtschaftsministers bei weitem übersteige, scheinen nicht unrecht zu haben. Die Mitarbeit Tardieus an her Behandlung der außenpolitischen Fragen ist von Deutschland insofern von Bedeutung, als er mit dem Kriegsminister Maginot einer der einflußreichsten Männer in Frankreich ist, die sich von vornherein gegen jede finanzielle Unterstützung des Reiches ausgesprochen haben.
sis, die uns zum Weiterarbeiten gelassen ist, die nationale Selbsthilfe zu organisieren. Auch sie verträgt keinen Aufschub, und sie verlangt weiter eine großzügige Konzeption der Gesunken und einen starken Willen, der nicht auf Teilerfolge, sondern auf ganze Arbeit abzielt. Riesengroß also ist das Arbeitspensum, das den führenden Männern der Reichsregierung gestellt ist, und doch ist es mit alledem noch nicht erschöpft! Denn auch die Fäden, die auf den Konferenzen >ber letzten Wochen geknüpft wurden, müssen weiter gesponnen werden, und waren bisher Paris und London die Schauplätze des weltpolitischen Geschehens, so wird jetzt Berlin den Verha nd lun g s or t abgeben. Heber die Nutzlosigkeit dieser Verhandlungen von vornherein zu lamentieren, ist bequem und verursacht wenig Mühe; jede Chance aber, die uns diese Konferenzen bieten, gewissenhaft auszunutzen, ist die viel Arbeit und viel Verdruß mit sich bringende Pflicht, nach der die Verantwortlichen zu handeln haben.
Da trifft als erster heute noch Herr Stimson in der Reichshauptftadt ein, die englischen Mini st e r können am Montag auf dem Bahnhof Friedrichstraße ober auf dem Tempelhofer Flugplatz in Empfang genommen werden, und die Beauftragten der Londoner City und der Neu York er Wallstreet werden auch nicht lange auf sich warten lassen. Und dec Sin., diücs Berliner Rendezvous? Herr Stimson, amerikanischer Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, reift als „Privatmann". So sagt er, obwohl nicht recht einzusehen ist, wer eigentlich noch an diesem Komödienspiel Gefallen finden soll. Jedenfalls: der Privatmann Stimson wird in der Wilhelmstraße eher zu finden sein als am Kurfürstendamm, und die Gespräche mit ibem Reichskanzler und dessen englischen Gästen werden ihm weit wichtiger sein als eine Besichtigung des Pergamon-Altars oder als der Besuch eines Berliner Theaters. Die angelsächsischen Mächte bekunden also recht deutlich, daß sie in dem Londoner Ergebnis noch nichts Endgültiges zu sehen vermögen, und sie beweisen durch ihre Reise nach der deutschen Hauptstadt, daß ihnen allmählich die Erkenntnis von der inneren Verbundenheit der deutschen Not und der großen Weltwirtschaftskrise aufzudämmern be- ginnt. Wir formulieren diese Feststellung mit Bedacht so vorsichtig, denn wenn sich die Amerikaner und die Engländer, durch mancherlei eigene trübe Erfahrungen gewitzigt, neuerdings auch bemühen, in größeren Zusammenhängen zu denken, so haben sie, und das gilt vor allem für Stimsons Landsleute, doch den Mut, auch der letzten Wahrheit ins Gesicht zu schauen, zumeist noch nicht aufgebracht. Gelänge es, in ihnen diesen Mut zu festigen, so hätten die Berliner Besprechungen einen Sinn gefunden, der die ganze Veranstaltung aufs schönste rechtfertigte.
In der deutschen Presse ist bei aller Skepjts gegenüber dem absoluten Werte der Londoner Beschlüsse doch die Tatsache, daß es Frankreich nid>t gelungen sei, politische Widerstände tn dt« Debatte über die wirtschaftlichen Fragen ein zu schalten, mit Genugtuung verzeichnet worden, und man hat gern davon Kenntnis genommen, daß abgesehen von den Franzosen, die immer aus ihrer wirtschastlichen und finanziellen Macht politisches Kapital zu schlagen suchten, die übrigen, das heißt also die angelsächsischen Konferenzteilnehmer, nicht als Politiker, sondern als Wirtschaftler, als Bankiers an ihre Aufgabe herangegangen seien. In dieser Beurteilung des Londoner Ergebnisses tst Richtiges mit Halbrichtigem verquickt worden. Zunächst sollte man nicht vergessen, daß die „bankiersmäßige" Lösung nicht zuletzt auf den energischen Widerstand, den die deutsche Delegation den politischen Plättchen der Franzosen entgegensetzte, zuriick- zusühren ist, und bann ist dieses Urteil vor allem insofern korrekturbedürftig, als in erster Linie die Haltung der Amerikaner auch heute noch nicht frei von Widersprüchen ist. Sie sprechen zwar von der Notwendigkeit einer wirtschaftlichen Lösung, sie haben der wirtschaftlichen Vernunft auch, wie der Hooverplan beweist, starke Konzessionen gemacht, sie übersehen aber oder — richtiger gesagt — sie wollen noch nicht zugeben, daß die rein wirtschaftliche, die gefchäftsmännifche Erledigung der heute zur Debatte stehenden Fragen nicht möglich ist, solange der Widersinn der Reparationen nicht ganz aus der Welt geschafft ist. Dieser „logische Widersinn liegt aber", so sagt Ferdinand Fried im Schlußkapitel seines neuen aufsehenerregenden Buches „Das Ende des Kapitalismus" mit Recht, „darin, daß die Reparationen an sich und als solche eine politische Schuld darstellen. Eine private Schuld entsteht nur als Gegenleistung einer Leistung, alles andere, also vor allem die Auferlegung einer Kriegskontribution auf eine Nation, hat mit dem nüchternen und fach-
England unter Druck
Oie französischen Kreditabzüge bei den Londoner Banken erreichen die Summe von 40 Millionen Pfund Sterling