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Nummer 170*

T>onnersioa, 23. Juli 1931

21. Jahrgang

Hessische Abendzeitung

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KOler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Vor dem Abschluß der Londoner Konferenz

Siaii endgüliiger Lösung nur ein Provisorium / Sachverständige' kommen nach Berlin / Englischer Gegenbesuch noch in dieser Woche?

Llnbefriedigende Bilanz

on unserer Berliner Schriftleitung.)

(SB

th. Berlin, 23. Juli.

Die Erwartungen, die man in Berliner politischen Kreisen an de» für heute bevorstehenden Abschluß in London knüpfte, lassen sich im wesentlichen in folgende Punkte zusammenfassen: Man erwartet

1. «sine Verlängerung des bestehenden Rediskontkredits von lüg Millionen Dollar.

2. die Bildung eines sogenannten Still- Haltekonsortiums, welches den weiteren Ab­zug der Guthaben aus Deutschland verhindern soll.

3. Verhandlungen über einen neuen, zusätzlichen, kurzfristigen Rediskontkredit.

4. die Einsetzung einesJnformations - und Beratungskomitees" der ausländischen Ban­kiers zur Prüfung der Finanzlage in Deutschland.

5. Nach der Rückkehr dieses Komitees nach London eine ähnliche Konferenz und weitere Rediskontkredite.

Ueber die Finanzministersitzung berichtet Reuter ferner: Wie aus autorisierter Quelle verlautet, Hal sich die Konferenz mit der Frage neuer Kredite zugunsten Deutschlands sehr wenig beschäftigt. Die Debatte be­traf lediglich die S t a b i l i s i e r u n g der b e st e h e n- d e n Kredite sowie andere Mittel, Deutschland zu helfen. Die interessierten Regierungen werden wahr­scheinlich die Emissionsbanken Frankreichs, Großbri­tanniens und Amerikas ersuchen, den bereits bewillig­ten 100 Millionen-Dollar-Kredit an Deutschland um drei Monate zu verlängern. In dieser Weise würde der Betrag der Kredite der Privatbanken an Deutsch­land ungefähr aufrechterhalten werden. Der Vorschlag einer Neuverteilung der kurzfristigen Kredite unter Großbritannien, Frankreich und Amerika soll nun end­gültig aufgegeben worden sein.

Während gestern die finanziellen Besprechungen geführt wurden, hat Reichsaußenminister Dr. C u r -

tius Gelegenheit genommen, mit den verschiedenen in London anwesenden Außenministern in Verbindung zu treten. Dienstag vormittag hat eine Besprechung mit Stimson stattgefunden, auf die am Nachmittag eine zweimalige Zusammenkunft mit Henderson folgte. Für Donnerstag nachmittag fand eine Zusammenkunft mit Briand statt. Am Abend traf Dr. Curtius dann mit den italienischen Delegierten und Donnerstag mittag mit den franzö­sischen Delegierten zusammen. Dem Außenminister liegt daran, die allgemeinen politischen Fragen, die bei derartigen Zusammenkünften der Außenminister und besonders in einer solchen Lage erörtert wer­den, fortzuführen und vor allem die in Paris begon­nenen Besprechungen mit dem französischen Außen­minister fortzusetzen.

I *

London, 23. Juli. Pertinax meldet imDaily Telegraph, daß die Besprechung zwischen Curtius unv Briand keine greifba/en Ergeb­nisse gebracht hätte. Es sei allerdings eine ziem­lich gute Atmosphäre geschaffen worden, die viel­leicht zu weiteren nützlichen Aussprachen führen könnte.

private Initiative soll helfen!

Das Londoner Ergebnis im Urteil des Auslandes

6. Eine große politische Konferenz im Herb st, auf der über eine langfristige Anleihe und über Reparationsfragen im allgemeinen verhandelt werden soll.

Im Zusammenhang mit diesen verschiedenen Punkten ist noch zu erwähnen, daß auch für das so­genannte Stillhaltekonsortium wahrscheinlich noch eine besondere Prüfungskommission aus Bankiers eingesetzt wird, die gemeinsam mit den Präsidenten der Notenbanken die Frage untersuchen sollen, inwieweit die kürzlich von der Wirtschaft an­gebotene 500 Millionen-Garantie für die Golddiskontbank nutzbar gemacht werden kann

Die Frage, ob der englische Ministerprä­sident und der Außenminister gemeinsam mit Dr. B r ü n i n a und Dr. Curtius in Berlin ein- tresfen und das Wochenende hier oder in Hubertus­stock verleben, ist noch nicht endgültig entschieden. Je­doch rechnet man mit einiger Wahrscheinlichkeit dar­auf, daß der englische Besuch unmittelbar bevorsteht.

Oie Vorschläge der Prianzminister

Die Verhandlungen am Mittwoch.

Ueber die gestrigen Verhandlungen in London ist im einzelnen folgendes zu berichten: Nachdem gestern vormittag die Vollversammlung der Siebenmächtekon­ferenz von 101 Uhr getagt hatte, fand nachmittags von 48 Uhr eine KonferenzderFinanzmi- nister statt. Gleich nach 8 Uhr kehrten Reichskanzler Brüning und Staatssekretär Schäffer nach dem Carl­ton-Hotel zurück. Es verlautet, daß die Beratungen des Ausschusses der Finanzminister zu einer Verein­barung geführt haben, die der Konferenz heute zur Kenntnis unterbreitet werden wird.

Berlin, 23. Juli.

Das Reichskabinett ist heute vormittag nnter dem Borfitz von Vizekanzler Dietrich zufammengetreten. Es hat inzwischen die Arbeiten an den Verordnungen und Durchführungsbestimmungen fortgesetzt, die jetzt zur Regelung des finanziellen und wirtschaftlichen Verkehrs notwendig geworden find. Zunächst kommt jetzt eine neue Verordnung über weitere A u f - lockerungsmatznahmen int Eeldverkehr bei den Banken in Betracht, da die jetzt geltenden Bestimmungen nur noch den heutigen Donnerstag um­fassen. Ursprünglich war für gestern abend bereits eine Kabinettsfitzung einberufen, in der eine neue Ver­ordnung beschlossen werden sollte, durch welche der Bankenverkehr ab morgigen Freitag neu geregelt wird. Angesichts der vorliegenden Ressortarbeiten wurde diese Kabinettsfitzung jedoch aus heute vormit­tag vertagt. Außerdem ist mit einet neuen Ver­ordnung über den Scheckverkehr zu rech­nen, durch welche vor allem Betrügereie i im Scheckver­kehr unmöglich gemacht werden sollen.

Das Telegramm

der nationalen Opposition

Paris, 23. Juli.

Sauerwein begrüßt imMatin", daß die deutsche Abordnung nicht dazu gezwungen worden sei, irgendwelche politischen Garantien anzunehmen. Das

Reuyork, 23. Juli.

Die von vielen Seiten, namentlich in Bankier­kreisen geäußerte Befürchtung, daß das Ergebnis der groß aufgezogenen Londoner Konferenz sich als wenig befriedigend Herausstellen würde, hat in Washington starke Beachtung gefunden. Man beeilt stch, zu erklä­ren, daß es sich um eine Notlösung handele, die zweifellos einen Fortschritt bedeute, wenn auch diese Lösung noch durch private Initiative zu vervollständigen sei. Der Versuch, eine Aktion großen Stiles zu unternehmen, wäre unter den ge­gebenen Umständen sicherlich gescheitert.

In Washington umlaufende Gerüchte, daß sich die führenden Neuyorker Banken der Regierung gegen­über verpflichtet hätten, die lausenden kurzfristigen Kredite weiter zu führen, wurde von den gesamten Instituten in Abrede gestellt. Die großen Banken haben die unter stch getroffene Vereinbarung, die vor­handenen Kredite beizubehalten, auf der gestrigen Konferenz zwar erneut bestätigt, doch wird bewnt, daß die Banken bindende Verpflichtungen nicht ein­gehen könnten.

Paris ist zufrieden

Paris, 23. Juli.

Die Morgenpresse bringt heute in den Berichten ihrer Londoner Sonderberichterstatter ihre Zu-

Telegramm der rechtsstehenden Oppo­sition an ven Reichskanzler zeige zu deutlich, daß auch nur der leiseste Versuch der deutschen Unter­händler, irgendwelche, an sich nebensächliche Rechte der Versailler Vertrages aufzuheben, in Deutschland einen Sturm der Rechtskreise gegen die Regierung entfesseln würde. In vem Augen­blick, wo das Schicksal der Preußenregierung durch eine Volksabstimmung aus dem Spiel stehe, sei es von größter Bedeutung, diesen Kreisen keine neue Waffe in die Hand zu geben, denn der Sturz der preußischen Regierung würde unweigerlich von schwerwiegenden Folgen für die Reichsregierung sein, so daß diese, selbst wenn sie irgendwelche Ga­rantien übernommen hätte, ihre Durchführung nicht sicherstellen könnte.

Französischer Besuch im Herbst?

Paris, 23. Juli.

Der Gegenbesuch Lavals und Briands in Berlin wird voraussichtlich im Herbst stattfinden. Es wäre, so schreibt Pertinax imEcho de Paris", zu hoffen, daß die deutschen Politiker in der Zwischen­zeit Beweise ihres guten Willens, abgelegt hätten (!). Alles in allem könne man sagen, daß es schon sehr viel sei, eine andere Atmosphäre in den Ministerbe­sprechungen geschaffen zu haben, ohne Deutschland auch nur einen Augenblick im Zweifel darüber ge­lassen zu haben, daß Frankreich die restlose Ausrecht­erhaltung der Verträge verlange (!).

sriedenheit über die Haltung der französischen Regierung zum Ausdruck. Hinsichtlich der Beschlüsse, die heute in London gefaßt werden sollen, macht sie jedoch gewisse Vorbehalte:

So führt der Außenpolitiker desP e i i t I o u r - n a I". u. a. aus, die Staatsmänner Deutschlands werden in London keine neuen Kredite, weder kurz­fristige noch langfristige erreichen. Wenn Dr. Brü­ning auch kein Geld oder Moratorium nach Deutsch- lans bringe, so doch eine Artunabschöpfbare Un­terstützung", aus der Deutschland einen gewissen Nutzen ziehen könne.

Leon Blum schreibt dagegen imPopulaire", daß man von einer verpaßten Gelegenheit spre­chen könne, denn die Pariser und Londoner Ver­handlungen hätten eine aufrichtige Annäherung zwi­schen Frankreich und Deutschland und eine gemein­same Bemühung um Abrüstung und Konsolidierung bringen können.

Revision oder Chaos!

London, 23. Juli.

Die heutigen Morgenblätter geben der Erwar­tung Ausdruck, daß die Beschlüsse der Sieben-Mächte- konferenz ausreichen werden, um die finanzielle Lage Deutschlands für die Zukunft möglichst sicher zu stel­len. Sie sind der Meinung, die Konferenz werde sich heute gewissermaßen vertagen, sie werde aber im Herbst wieder zusammentreten müssen. Es habe den Anschein, als ob das im Augenblick Notwendige zu- standegebracht, die Hauptprobleme aber auf­geschoben worden seien. Der diplomatische Kor­respondent desDaily Telegraph" faßt seine Ein­drücke dahin zusammen, daß er sagt, die Konferenz habe innerhalb ihres durch die Tagesordnung be­schränkten Betätigungsfeldes einen befriedigenden Fortschritt zu Ende gebracht.

Times" hingegen ist pessimistisch; sie spricht in ihrem Leitartikel von einer verlore­nen Gelegenheit und davon, daß Dr. Brü­ning mit leeren Händen aus London zurückkehren dürste. Die Besprechungen hätten kein Ergebnis ge­zeitigt. das einer foldjen eindrucksvollen internatio­nalen Konferenz würdig wäre. Darüber die Ent­täuschung zu verhehlen, würde zwecklos sein.

Times" geht dann weiter zu den Ursachen des Fehlschlages" über: Solange Amerika es ablehne, meint sie, sich mit den Kriegsschulden zu befas­sen und die französische Regierung sich auf keine Er­örterung der Reparationen einlasse, sei es klar, daß kein wirklicher Fortschritt für die dauernde Regelung des deutschen Wirtschaftsproblems gemacht werden könnte. Es fei nur möglich gewesen, Maßnahmen zu vereinbaren, die verhindern sollten, daß sich Deutsch­lands Lage zu einer Katastrophe auswachse. Solange aber die Last der Reparationen aucy nur an­nähernd in der bisherigen Höhe auf Deutschland lie­gen bliebe, werde es unmöglich sein, ein besonderes Vertrauen einzuflößen, das das notwendige frenwe Kapital anzuziehen vermöchte. 'Jedenfalls sei es klar, daß es nicht länger möglich sein würde, die wirllichen Probleme zu umgehen, was im Augenblick den Ver­einigten Staaten und Frankreich gelungen sei. Denn was soll im nächsten Sommer geschehen, wenn die Wiederaufnahme der Reparationszahlungen verlangt wird? Die einzige Alternative sei Revision oder Chaos. Um dieses zu vermeiden, müsse das Wert der Revision so früh wie möglich unternommen wer­den, ohne das Deutschland und die Welt die inter­nationale Depression nicht überwinden können.

Lockemug des Zahlungsverkehrs

Zwei neue Notverordnungen in Sicht Das Reichskabinett heute vormittag zusammengetreten

3n der Narkose

Wer von der Londoner Konferenz eine großzü­gige Lösung des Problems der Rettung Deutsch­lands, das zugleich das Problem der Rettung der kapitalistischen Zivilisation ist, erwartet hatte, hat Grund zur Enttäuschung. Wenn nun der offizielle Abschluß der Londoner Besprechungen auch erst heute erfolgt, so zeichnet sich dasErgebnis" doch schon ziemlich deutlich ab: Das große Problem soll zer­stückelt werden, damit die Teile sich leichter bewäl­tigen lassen. Man sucht nach einem Provisorium, dem in absehbarer Zeit ein neues Provisorium zu folgen hätte, und in diesem Sinne ist wohl auch das Wort desDaily Telegraph", die Konferenz sei in permanenter Session zu betrachten, zu tic"'1 chen. Wie lange dieser Weg der Vorläufigkeiten, i. zugleich ein Weg unendlicher Leiden wäre, dauer soll, ist nicht abzusehen. Aber es dürfte freilich besser sein, ihn zu gehen, als gleich an seinem Anfang mutlos niederznsinken.

Engländer und Amerikaner wissen, wo die Gren­zen für deutsche Konzessionen liegen. Sie kennen gleichzeitig den Punkt, über den hinaus Frankreich nicht nachgeben wird. Frankreich trägt zweifel­los die Hauptschuld daran, daß. in London ein immerhin erheblicher Aufwand an diplomatischen Mitteln zu einem nur recht mageren Ergebnis ge­führt hat. Die große Chance, die der Londoner Konferenz gegeben war, ist ungenützt geblieben. Dies peinliche Gesicht wird man offenbar auch in London und Reuyork nicht los, und es ist immerhin sehr bezeichnend, daß die englische und amerikanische Presse recht deutlich ihre Unzufriedenheit über die französische Haltung zu erkennen gibt. Wenn ange- fchene Neuyorker Zeitungen, wieReuyork Times" und Gerald Tribüne" die französischen Forderungen undiskutabel finden, oder das «der englischen Regie­rung nahestehende BlattDaily Herald" die Mög­lichkeit erörtert, Frankreich beiseite zu lassen und Deutschland lediglich von England, Amerika und Japan auszuhelfen, so drückt sich hierin ein deut­licher Verdruß über Frankreichs Hartnäckigkeit aus. Auf der andern Seite aber wird auch, worüber sich die deutsche Oeffentlichkeit unbedingt klar fein muß, auf Deutschland ein Druck zum Entgegen­kommen ausgeübt. Die Seele des Geschäfts, auch des politischen Geschäfts, ist nun einmal das Han­deln, und die kaufmännischen Briten und Amerika­ner sind offenbar der Meinung, daß der Handel am ehesten perfekt wird, wenn jeder etwas nachläßt. Das fcheint auch der amerikanische Präsident Hoover gemeint zu haben, als er in feinem neuen Vorschlag die Hoffnung aussprach, daß die Völler Europas durch gegenseitiges Verständnis und guten Willen alle Reibungsslächen beseitigen, damit die Welt mit der politischen Stabilität Europas rechnen könne.

Der deutsche Reichskanzler Dr. Brüning hat nun der Londoner Konferenz einen Weiteren und, wie uns scheint, nicht ganz ungefährlichen Beweis des guten Willens gegeben. Er hat die inter­nationale Finanzwelt aufgefordert, ihre hervorragendsten Vertreter nach Berlin zu senden und sich hier direkt von der Lage Deutschlands zu überzeugen. Es scheint in der Welt Leute zu geben, die die deutsche Rot immer noch für einen Bluff und den Zusammenbruch eines unserer größten Bankhäuser mit der ihm folgenden namenlosen Ver­wirrung für einen raffiniert schlauen taktischen Zug der deutschen Politik halten. Run wissen wir ja, daß die Deutschen unheimlichskrupellos" sind, und daß man ihnen die tollsten Dinge zutrauen dars; noch vor kurzem hat ja ein amerikanischer Hctzsilm ge­zeigt, wie ein deutscher Zeppelin-Kapitän seine eige­nen Offiziere über Bord wirft, um fein Luftschiff zu retten! Aber solche Narren der wirtschaftlichen Selbstverstümmelung, wie man es uns jetzt noch da und dort zuzutrauen scheint, sind wir doch nicht. Die Finanzexperten mögen kommen und sehen; sie werden Schlimmeres sehen, als sie er­wartet haben.

In der Zwischenzeit wird man stch mit einer Zwischenlösung durchhelfen.S1 illhalten" der Auslandsgläubiger heißt zur Zeit die Parole. Ein weiterer Reichsbankkredit, vielleicht ohne Frankreich, steht im Hintergründe. Inzwischen wer­den wir uns im Innern selbst weiter helfen müssen. Der deutsche Wirtschaftskörper wird so zu­nächst von außen keine frische Blutzufuhr erhalten, sondern gewissermaßen in Narkose gelegt und mit künstlicher Diät genährt. Inzwischen versammeln sich die Aerzte am Bett des Kranken, untersuchen und be­raten. Sie sollten so viel aus der Medizin wissen, daß für die Wirksamkeit eines Eingriffs der Zeitpunkt von ausschlaggebender Bedeutung sein kann. Darum tut Eile not.