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Sonnabend Sonntag, 11/12. Juli 1931
21. Jahrgang
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Kasseler Abendzeitung Jfe Hessische Abendzeitung
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Die Kreditdebatte in vollem Gange
Neuyorker Banttreise erwarten Kredttabschluß für nächste Woche
300 Millionen Dollar-Kredit? i
23on unserer BerlinerSchristleitung.
/ Englands Stellungnahme zu den politischen Garantieforderungen
In der Gefahrenzone...
^ic Reise des Rcichsbankpräsiden- len Dr. Luther über London nach Paris ist ziemlich bewegt verlausen. Vor allem hat gestern nachmittag in Berlin die Nachricht ziemlich großes Aussehen erregt, daß Dr. Luther bereits gestern nach Berlin zurückkchren wollte. Die Ursache dieser plötzlichen Wendung lag darin, daß Dr. Luther, der mit dem Präsidenten der französischen Notenbank und zugleich mit dem französischen Finanzminister eine Unterredung hatte, dabei die Feststellung treffen mußte, daß die Verhandlungen in Paris vor der Kreditfrage vollkommen aufdaspolitischeGleisabgescho- den wurden, so daß dem Reichsbankpräsidenten nichts anderes übrig blieb als die Erklärung, daß er das weitere dem ReichskabineU überlassen und seinerseits sofort nach Berlin zurückkehren müsse. Offenbar haben aber die Franzosen einen so plötzlichen Abbruch der Verhandlungen ebenfalls nicht für wünschenswert gehalten und haben den Reichsbankpräst- denten veranlaßt, noch in Paris zu bleiben und weiter zu verhandeln, was denn auch geschehen ist.
Dr. Luther wirb nun erst im Laufe des heutigen Tages (wahrscheinlich mit dem Flugzeug) von Paris nach Berlin zurückkchren, und man erblickt in dieser abermaligen Aenderung seiner Reisadispositionen eiki. r! e i ch t c r u u g der Verhandlungs- läge. Trotzdem werden die politischen Gegenforderungen, die von den Franzose'n und von den Engländern ausgestellt worden sind, auch weiterhin eine Rolle spielen.
Vor allem ist cs der englische Außenminister H c n d e rs o n, der sich stark auf den Gedanken festgelegt hat, die Reichsregierung zum Verzicht auf das weitere Panzerkreuzerprogramm zu bewegen.
Die Ursache dieser Forderung ist offenbar in dem Wunsch zu suchen, daß Henderson von seinem bevorstehenden Besuche in Berlin eine Erklärung der Reichsregierung mit nach Paris nehmen möchte, um dort in der Abrüstungsfrage mit einem derartigen in Berlin erzielten Erfolge einen Druck auf die Franzosen ausüben zu können. Inzwischen dürfte man sich in London bereits auf Grund bestimmter Warnungen und Erläuterungen davon überzeugt haben, daß eine derartige Forderung der englischen Regierung zu den schwersten Konflikt en führen «nüsse, und daß das Kabinett Brüning unter keinen Umständen in der Lage ist, derartigen Forderungen nachzukommen. Henderson dürste nicht mehr im Zweifel darüber sein, daß selbst die Regierung Brüning zu Fall gebracht werden würde, wenn sie etwa ein derartiges Zugeständnis machen wollte.
Es ist anzunehmen, daß Henderson bei seinem Besuche in Berlin derartigen Warnungen wohl Rechnung tragen, und wenn er die Frage des Panzerkreuzers anschneidet, dies wohl nicht in Form einer Forderung tun wird.
Inzwischen bleibt man in Berlin bei der Hoffnung, daß die Kreditverhandlungen des Reichsbank- präsidenten Dr. Luther, die sich sowohl auf eine Erweiterung des Rediskontkredits für die Reichsbank wie auch auf die erste Kreditaufnahme für die Golddiskontbank erstrecken und bei denen sehr er heb - liche Summen (es werden bis zu 2 Milliarden genannt) in Frage kommen, trotz der inzwischen eingetretenen politischen Störungen doch einen erfolgreichen Fortgang nehmen, und daß Dr. Luther vielleicht schon heute abend mit konkreten Ergebnissen in Berlin eintreffen wird. (Siehe auch den Artikel ,„Jn der Gefahrenzone"; Die Red.)
Ueber den Stand und die Aussichten der Kredit- Verhandlungen verzeichnen wir folgende Meldungen:
Wallstreet optimistisch!
Reuyork, 11. Juli.
In Wallstreetkreisen erwartet man, daß das Fc- dcral Reserve-Board, die Bank von England und die Bank von Frankreich der Reichsbank unverzüglich einen Kredit zwischen 2 und 300 Millionen Dollar cinräu men unter der Bedingung, daß diese zu Kreditrestrik turnen oder Rationierungen schreiten und die privaten Bankinstitute Amerikas, Englands und Frankreichs, die bisher gewährten Kredite weiter in Deutsch land belassen.
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Während von der Bundes!eservebank jede Aeuße- rung über die gestrige Besprechung zwischen dem Gouverneur der Bank Harrison und Parker Gilbert, den jetzigen Teilhaber I. P. Morgan u. Co., sowie über eine Beteiligung der Reservebehörde an dem geplanten Reichsbankkredit abgelehnt worden ist, erwarten unterrichtete Bankkreise ein Kreditarrangement für Anfang nächster Woche. Hierbei wird hervorgehoben, daß unbedingt eine baldige Kreditgewährung erfolgen müsse, und das einzig wirkliche
Hindernis offenbar nur die Verbindung der Kreditgewährung mit den von Frankreich erhobenen politischen Forderungen sei.
Obwohl vielfach bemerkt wird, daß der kürzliche 100 Millionen-Dollarkredit etwas größer hätte sein sollen, wird weniger aus die Größe des erwarteten neuen 200—300 Millionen Dollar-Kredits Wert gelegt, als auf seine beruhigende Wirkung innerhalb und außerhalb Deutschlands. Wie verlautet, setzt die Reservebehörde bei ihrer Kreditbeteiligung voraus, daß die hiesige Bankwelt sich verpflichtet, ihre kur z flistig e n Kredite in Deutschland zu belassen, da sie es als zwecklos ansieht, der Reichsbank Kredite zu gewähren, während die Privatbanken ihre Kredite zurückziehen.
Die Londoner Bankiers konferieren
London, 11. Juli.
Am Freitag fand, wie die .Financial News" erfährt, eine Sitzung von Vertretern der Londoner Akzept - und Bankhäuser statt, auf der Mittel zur Verhinderung des Abflusses der ausländischen Guthaben aus Deutschland besprochen worden seien. Die Sitzung sxi, wie man glaubt, die Folge der Anwesenheit Dr. Luthers in London gewesen. Sie soll trotz gewisier Vorbehalte, ein z u s r i e o.n st. r des Ergebnis gehabt haben. Gleichzeitig seien kleinere Sitzungen in Neuyork und an führenden festländischen Plätzen abgehalten worden, um ein allgemeines Abkommen der Banken gegen den Abfluß der Gelder aus Deutschland zu erzielen.
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Paris, 11. Juli. Der Leiter der belgischen Nationalbank, Franck, ist gestern abend in Paris eingetroffen.
London, 11. Juli.
Das Echo, das die britische Anregung zu einer großmütigen Geste Deutschlands durch Aufgabe der Zollunion und des Baues weiterer Kreuzer in der deutschen Presse gefunden hat, nimmt „Daily Herold" zum Anlaß, in einem Leitartikel folgendes zu bemerken: Wir bedauern, daß unsere Aufforderung zur Mitarbeit an der Beilegung der europäischen Schwierigkeiten in der Berliner Presse schlecht ausgenommen worden ist. Wir wollen mit allem Nachdruck betonen, daß unsere Anregung nicht nur nicht die französische Forderung nach politischen. Garantien als Gegenleistung für finanzielle Hilfe unterstützt, sondern das absolute Gegenteil dazu ist.
Wir betrachten einen Versuch, die gegenwärtige Krise zur Erpressung politischer Zugeständnisse von Deutschland oder zum Diktat von Bedingungen zu benützen. Äs ebenso schmachvoll wie unnütz. Deutschland mutz frei von Zwang sein; aber gerade deshalb fordern wir es dringend auf, eines seiner stolzesten Pri- tülegien, das der Freiheit, auszuüben: die freiwillige Leistung von Diensten zum allgemeinen Wohl. Deutschland hÄ jetzt Gelegenheit für eine solche Geste. Versäumt es diese, dann wird es seine Feinde entzücken, seinen Kritikern recht geben und seine Freunde enttäuschen.
Zu dieser gleichen Angelegenheit bemerkt der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph", er sei zu der Erklärung ermächtigt, daß die britische Regierung nicht bestrebt gewesen sei, Deutschland irgendwelchen politischen Bedingungen für die ihm unter dem Hoover-Abkommen zu gewährende finanzielle Erleichterung aufzuerlegen. Kein politischer Druck sei von London aus Berlin ausgeubt worden. Andererseits, wenn Berlin die Möglichkeit sähe, gewisse Flottenausgaben und den Abschluß der Zollunion während der Dauer des Moratoriums auszuschieben, so würde eine solche Geste willkommen geh »' ien werden.
Frankreich verschont sich hinter politischen Forderungen
Paris, 11. Juli.
Zu den gestrigen Besprechungen des Reichsbank- pläsidenten Dr. Luther ergeht sich die Pariser Mor- qcnpresse in mehr oder weniger vagen Vermutungen. Ter außenpolitische Berichterstatter des „Malin"
W. P. Der Mann, der am Donnerstag mittag in Croyden, dem Lufthafen der britischen Kapitale, mit einem Sonderflugzeug eintrifft, hat vor einigen Stunden Berlin verlassen. Er hat am Dienstag bis tief in die Nacht mit den Führern der deutschen Wirtschaft verhandelt, er hat Mittwoch an der Vorbereitung der Notverordnung, durch die das Bürgschafts- Angebot der tausend Bank-, Industrie- und Handelsfirmen gesetzlich untermauert wurde, mitgewirkt. Für seinen Londoner Besuch bleibt ihm nur wenig Zeit; es geht alles so schnell vorüber, daß selbst die von Kopf bis Fuß auf Tempo eingestellten Reporter der englischen Blätter, wie die Widersprüche in ihren Berichten verraten, nicht recht mitkommen können. Am nächsten Morgen, am Freitag also, sitzt der Berliner Gast in irgendwelchen Pariser Konferenzzimmern, und noch einmal dreißig Stunden später steht er bereits in der Jägerstraße wieder zu Besprechungen zur Verfügung. Freilich, allzu lange dürfen diese Konferenzen nicht dauern, denn als nächster Punkt steht bereits für Sonntag „B. I. Z. Basel" auf dem Programm!
Es ist also, was Reisemethoden und Reisegeschwindigkeit angeht, eine höch st moderne „Pilgerfahrt" gewesen, die da der Reichsbankpräsident Dr. Hans Luther absolviert hat. Eine Rundreise, die deutlich ^''nug beweist, w'r sehr sich in diesen Tagen •’ve ,t.y rie MsPnWjiiwÜUÄ», an? arst schnell die Bilder uf bet Bühne des Weltgeschehens wechseln: Eine Fülle neuer Eindrücke überflutete uns nach der Pariser Einigung. Wir wurden mit Zahlenangaben, in denen von den Vorteilen des Reparationsfeierjahres, von Deoifen-Verlusten und Kreditplänen die Rede war, überschüttet; wir mußten in Begriffen denken, die nur den Fachleuten des Bank- und Finanzwesens geläufig find, und wir sahen, wie Institutionen, deren Existenz vielen von uns unbekannt war, in den Vot-
Sauerwein gibt über den Verlauf der gestrigen Verhandlungen zwischen dem Reichsbankpräsidenten Dr. Luther und dem Gouverneur der Bank von Frankreich eine Darstellung, die darauf schließen läßt, daß man dem Reichsbankpräsidenten von vornherein jede Möglichkeit genommen hat, seine Pläne zu entwickeln und seine Anträge vorzubringen. Der Gouverneur der Bank von Frankreich, der bereits am Donnerstag vom französischen Ministerpräsidenten Richtlinien erhalten hatte, soll Luther erklärt haben, daß Frankreich sich ein Vergnügen daraus machen würde, einen Teil seiner Reserven dem Reich zur Erleichterung seiner finanziellen Lage zur Verfügung zu stellen. Er habe sich jedoch nicht davon abbringen lassen, dem Reichsbankpräsidenten in höflicher Form zu verstehen zu geben, daß unnötige Heeresausgaben und Frankreich feindliche Kundgebungen, ebenso wie das österreichisch-deutsche Zollabkommen im Augenblick nicht geeignet feien, das Vertrauen zu Deutschland zu stärken.
Französische „Abrüstung"
Paris, 11. Juli.
In Cherbourg läuft am 18. Juli ein neues französisches Unterseeboot vom Stapel, das auf den Namen „Espoi" getauft wird. Das Schiff hat eine Wasserverdrängung von 1560 Tonnen. Es ist das letzte einer Serie von 6 Booten gleichen Typs.
Oer Vorsitzende
der Sachverständigen-Konferenz
London, 11. Juli.
Den Vorsiy über die am 17. Juli beginnende Sachverständigenkonferenz, wird, wie der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet, der Vertreter des englischen Schatzamtes Sir Friedrich Leich- Roß führen. Es sei noch nicht geregelt, so schreibt die „Times", ob später eine Konferenz der Minister einberufen werden soll. Englische Kreise, so auch der diplomatische Vertreter des „Daily Telegraph" glauben, daß die Teilnahme der Minister notwendig sein werde. Paris hat sich die Entscheidung noch Vorbehalten. Es ist sogar geneigt, vor dem Zusammentritt der Sachverständigenkonferenz noch gewisse Bedingungen zu stellen. Englischer Ansicht nach kann aber nicht zugegeben werden, daß der Zusammentritt der Konferenz irgendwie verzögert wird.
dergrund des Interesses traten, wie sich unerwartete Prospektiven ergaben, und wie neue Gefahren auf« täuchten.
Nach alledem ist es gewiß kein Wunder, daß jenes Vielerlei, das die Entwicklung mit sich brachte, >m deutschen Volke auch recht verschiedenartig beurteilt wurde, und daß diese Urteile zudem in hohem Maße gefühlsmäßig beeinflußt waren. Und doch müßte es, wenn man die Dinge nüchtern und vorurteilslos betrachten würde, möglich sein, zu einer einheitlichen Meinungs- und Willensbildung zu gelangen. Denn zweifellos haben weder die Optimisten, die sich jetzt schon dem „Gipfelrausch" des Bergsteigers hingeben, noch die Pessimisten, die den ganzen Hooverplan einfach als eine Farce abtun, recht: Wir sind noch längst nicht über den Berg, sondern wir schicken uns erst an, die Höhe zu nehmen; wir haben im Augenblick noch nichts weiter erreicht, als daß man uns die Ausrüstung und den Proviant für die Bergtour bewilligt hat, und wir dürfen gewiß nicht vergessen, daß uns wie jeden Bergsteiger auf Schritt und Tritt Gefahren begleiten. Aber andererseits wäre es auch verkehrt, wenn wir den Wert, den der Hoover- plan trotz der französischen Vorbehalte für uns hat, verleugnen wollten. Er bedeutet vor allem, daß die Welt sich endlich nicht mehr jener Erkenntnis verschließt, für die mir jahrelang vergeblich eivaetreten - sind: Der Erkenntnis nämlich, SaUVy ’
gen nicht allein die deutsche Wirtschaft, sondern auch die ganze Weltwirtschaft an den Rand der Katastrophe gestoßen haben. Mit seiner Annahme ist eine Bewegung eingeleitet worden, die von den Wider- finnigteiten der Verträge fortführt, und unsere Aufgabe .wird es sein, in dem Reparationsfeierjahre den Nachweis von der Schädlichkeit der Tributzahlungen klipp und klar zu erbringen und auf diese Weise den Revisionsgedanken weiterzutreiben. Das alles brauchte nicht noch einmal an dieser Stelle so ausführlich gesagt zu werden, wenn sich nicht in den letzten Tagen gerade die Anzeichen, dafür vermehrten, daß wir wieder drauf und dran sind, über den innerpolitischen Meinungsverschiedenheiten die außenpolitischen Notwendigkeiten zu vergessen. Auch wenn man zugibt, daß unsere mnerpolitische Situation, die ja nun einmal durch den Kampf um Preußen bestimmt wird, heute die Bildung einet einheitlichen Front nach außen erschwert, so muß man doch von allen verantwortlichen und verantwortungsbewußten Politikern verlangen, daß sie über den ihnen naheliegenden Interessen nicht die Verpflichtungen, die sie der Allgemeinheit gegenüber haben, vergessen.
Wir sind wahrhaftig noch nicht so weit aus dem Dreck, daß wir uns den Luxus, parteipolitische Geschäfte mit bet Außenpolitik zu verquicken, leisten könnten! Als wir vor acht Tagen Wochenenb machten, haben bie wenigsten von uns gewußt, wie verzweifelt die finanzielle Lage Deutschlands durch bie bauernden Kredit- und Dcvifenabzüge geworden war. Gottlob, das Aetgste ist uns erspart geblieben, aber aus dem Entschluß der tausend großen Bank-, Industrie- und Handelsfirmen, eine 500-Millionen-Bütgschaft für bie Golddiskontbank zu übernehmen, unb aus ben energischen Anstrengungen, bie der Reichsbankpräsibent jetzt in bet Krebit- unb Anleihefrage gemacht hat, sprechen auch heute noch bie Sorgen um bie Ablösung der kurzfristigen Krebite, um bie Sicherung unserer finanziellen Unabhängigkeit, um bie Wiederherstellung eines wirklichen Vertrauensverhältnisses Wischen uns und den ausländischen Finanzkrästen, kurz, um die Schaffung jener Voraussetzungen, die erfüllt sein müssbn, wenn die Wirkungen, die wir von dem Re- parationsfeietjahr erwarten, eintreten sollen.
Die Rundreise Dr. Luthers toar von Anfang an mit manchen Geheimnissen umgeben, und auch heute besteht noch keine volle Klarheit über die Pläne des Reichsbankpräsiventen uns erst recht nicht über das, was von diesen Plänen verwirklicht worden ist. Wichtiger aber noch als die Frage, ob das Ziel der Luther- schen Pilgerfahrt nur eie Verlängerung des kurzfristigen 100 Millionen Dollarkredits, den die Notenbanken Englands, Frankreichs und Amerikas Grobe Juni gewährt haben, war, oder ob sich die Verhandlungen bereits um großzügige Anleiheoperalionen drehten, ist vielleicht int Augenblick die Begleitmusik mit der sie anderen während der Besuche des Reichs- bankpräsisenten auftvarteten. Nach allem, was vot- ausgegangen war, bedeutet es freilich keine Ueber- raschung, daß die französische Presse die Gewährung einer Anleihe an Deutschland erst dann befürworten zu können glaubte, wenn das Reich einen Beweis seiner Vertrauenswürdigkeit geliefert oder — deutlicher gesagt — jene politischen Garantien gegeben habe, die im Pariser Blätterwalde feit einiget Zeit ihr Unwesen treiben. Ganz offenbar haben diese Tendenzen aber auch diePariset BesPrechun-
Schmachvoll und unnütz!
Oie englische presse lehnt politische Erpreffungsmanöver ab, erwartet aber von Deutschland eine „großmütige Geste"