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Montag, 6. Juli 1931

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18.45:

Die heutige Nummer umW 10 Seiten

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der auS

Beim Baden ertrunken

Ein Arbeiter Lei Warburg.

21.45:

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besten schmecken, so waren alle Gegenmaßregeln ver­gebens. Nicht allein in dem nahe gelegenenaus-

Reden mit Sana und Klang.

Felsberg. Aufhebung der jüdischen Volksschule. Lehrer Kleeblatt ist ab L Juli nach Kassel ver­setzt worden. Damit hat nun die jüdische Volks­schule ausgehört, zu bestehen, da der Minister die Aushebung der Schule zu dem Zeitpunkt ge '** hatte, zu dem die Versetzung des derzeitig rers möglich sei. Die sechs Schüler der ] Volksschule werden teils in der evangelische: schule in Felsberg und teils in der Schul« in Gen jungen unterrichtet.

festgestellt werden.

Oer Motortod

Tödlicher Motorradunfall.

Der Elektromonteur Richard Vogt von Brotte­rode, welcher seinem Schwiegervater am Sonnabend in Dermbach beim Umzug behilflich war, kam auf der Rückfahrt aus seinem Motorrad« zwischen Seli­genthal und Hohleborn derartig zu Fall, trnfi er sich überschlug und an einem Telegraphenmast einen SchLdelbruch erlitt, demzufolge er sofort in daS Kreiskrankenhaus Schmalkalden eingeliefert wurde und kurz darauf verstarb. Der Verunglückte ist 26 Jahre alt und hinterläßt die Frau und ein 6jäh- riges Töchterchen. Allen seinen Angehöriigen wird an dem Unglück allgemeine Teilnahme seitens der Bevölkerung zuteil. Das Unglück geschah dadurch, daß das Vorderrad des Motorrades aus der Gabel sprang. Der Verstorbene war überall wohl ge­litten und ist umsomehr zu bedauern, weil er ein überaus bedachtsamer Fahrer war.

Koloniale Arbeit

Tagung der Deutschen Kolonialgesellschaft in Hann. Münden.

Am Sonntag tagte in Münden Vt Gauverband Kurhessen-Südhannover der Deutschen Kolonialgc- sellschast, dessen Vorsitz aus den Händen des Herrn Postpräsident Berger-Kassel in die des Herrn Forst­meister i. R. Bierau-Münden überging. Es ge­hören die Abteilungen Kassel. Münden. Göttingen. WiNenhausen, Wildungen, Eschweg«. Melsungen zum Gauverband. Rach einem Bericht über die letzte große Berliner Tagung der DKG. wurde u. a. ge­fordert, daß der Gauverband auch im Haupworstand seinen Vertreter erhalten müsse. Die Presse sollte gebeten werden, nicht zu unrecht von unseren »frü­heren Kolonien" zu sprechen, sondern nach wie vor von den »deutschen Kolonien", da diese doch lediglich in Mandatsverwaltung anderer Völler sind. Wegen gemeinsamer Vorträge will man sich durch den Ver­band um solche über Grönland, Paraguay u. a. be­mühen. Auf die immer wiederkehrend« Verwechse­lung der Deutschen Kolonialgesellschafl mit dem »Kolonialverein" wird erneut hingewiesen. Die Ab­teilung Münden teilt« mit, daß zu der im nächsten Jahre stattsindenden 25-Jahrseier der 1. Vorsitzende Gouverneur a. D. Schnee sein Kommen in Aussicht stellte. Interessant war die Mitteilung, daß allein durch Vertrieb des Kolonialkalenders über 30 000 Mark an kolonialdeutsche Schulen abgeführt werden konnte, darum also um Unterstützung des Kalender­vertriebs gebeten wurde. Dankbar wurde auch die vorbildliche Leistung des Kolonialfrauenbundes aus diesem Gebiete gerühmt. Der DKG. hat sich kürz­lich der 1803 Mitglieder zählende Bund für kolo­niale Erneuerung angeschlossen.

ORunbfunf

Wir höre» am Dienstag, bett 7. Juli:

19.15: Von Freiburg:Arbeitsmark: Lohnsenkung II)", Vortrag Pros.

19.46: Italienische Musis "

harmonischen Orc

21.00:

Zuchthaus für Kaffeetrinker

Von Gustav Wentzell

P e h n t: für daS Feuille: für lokalen und Heimattei für Handel: Dr. Han- Herbert Speich: Phi: ___________

fteffel; für den »NM gen teil: R Berliner Schriktleituna: Dr. W----- -------

lin SW. 68. Druck und Verlag: Kasseler Neueste Nachrichten G. m. b. H» Kassel. LÄnische Straße 20.

Weimar. Straßensperre. Infolge Wegevauar- beiten ist die Straße von Weimar nach Fürstenwald gesperrt. Die Umleitung erfolgt von Weimar über Dörnberg, Zierenberg nach Ehrsten. Di« Bauar­beiten worden etwa 10 Tage in Anspruch nehmen.

Hann. Münden. Die Wahl von Kirchenvorstehern an der größten Mündener Gemeinde St. Blasii war wegen Wahlbeeinflussung für ungültig erklärt wor­den. In der jetzt angesetzten Wahl wurden bei 146 abgegebenen Stimmen gewählt die Herren Tischler­meister Gruber mit 138 Stimmen. Schulrat Wolze mit 130 Stimmen, Senator a. D. Vockrodt mit 96 und Rektor der Knabenschule Kracke mit 101 Stim­men. Ws Ersatzmänner wählte man die Herren Schuhmachormeister und Bürgervorstehor Mengersen, Bankvorsteher Kaufmann. Fabrikant beim. August $$ Lchpoldshausen (Är. Münden). Der Verein für Heimatkunde von Hann. Münden und Umgebung hielt eine Wanderversammlung ab, in der Lehrer Bode aus Lippoldshausen Wer die Geschichte deS . Ortes sprach und besonders aus die alten figür­lichen Malereien der Kirche aus dem Jahre 1449 einging. Diese sind erst bei der Erneuerung der Kirche im Jähre 1911 wiederentdeckt und freigelegt worden.

Hedemünden. Auto gegen Mähmaschine. Ein Zusammenswtz ereignete sich aus der Hedemünde- ner Straße in der .MH« des Werrahofes. Ein mit Heu beladenes Führwerk, das vorschriftsmäßig be­leuchtet war, befand sich auf dem Heimwege, als aus der entgegengesetzten Richtung ein nicht ab - geblendetes Personenauto kam. Um nicht auf bi« Pferde zu fahren, bog der Kraftwagen links aus, fuhr dicht an den Bäumen vorbei und dann unmittelbar hinter dem Heuwagm wieder auf die Straße. Hierbei fuhr er auf die an dem Heuwa­gen angehängto Mähmaschine aus. Zum Glück stürzte em auf derselben sitzender Mann nach vorn herunter, andernfalls wäre er unter das Auto zu liegen gekommen. Beide Wagen wurden durch den Zusammenstoß beschädigt.

Hedemünden. Steuererleichterung für die Un- wettergeschädigten? Der Präsident des Landes- sinanzamteS in Hannover, Ministerialdirektor Tehn- hardt, unternahm eine Besichtigung des Unwetter- katastvophengebietes und erklärte nach derselben, daß den schwer betroffenen Gemeinden steuerliche Erleichterungen gewährt werden sollen.

Hess. Lichtenau. Hohe Auszeichnung. Bei der Ausstellung von LehrlingSarbeiten des Friseur- und Perückenmacher-Gewerbes erhielt der Friseurlehr­ling Heinrich Dippel die höchste Auszeichnung, den Staatspreis. Lehrherr ist Friseurmeister Martin Schulze, Kassel. Di« gelieferte Arbeit be­stand in einer Bubikopf-Perücke.

Spangenberg. Jubiläum derKindertante". Am 1. Juli blickt Kleinkinderlehrerin Frl. Elisabeth Steinhöfel auf eine SOfährige Tätigkeit im Dienste der Stadt zurück. Sie wurde durch eine kleine Feier, bei der auch viele Mütter der Kleinen anwesend waren, geehrt. Beigeordneter Schenk überreichte im Mmen der Stadt ein Geldgeschenk. Pfarrer Höhndorf übermittelte die Grüße und An­erkennung der Kirche.

Hofgeismar. Jahresfeft des Hessischen Siechen- Hauses. Die lachende Sonne und der blaue Himmel strahlten am Sonntag über Hofgeismar, wo sich eine Gemeinde von etwa 1200 Menschen, die von nah und fern herbeigeströmt waren, im Schatten der ho­hen Bäume an der Gesundbrunnen-Kirche versam­melte. Inmitten eines so großen teilnehmenden Freundeskreises feiern zu dürfen, ist gewiß schon eine Freude für die Siechenhausinsassen, von denen sich mancher in feinen alten Tagen recht vereinfamt fühlen mag. Ihnen und allen Mitmenfchen ein warmes Herz und eine helfende Hand zu zeigen, dazu tief auf die Festpredigt von Pfarrer Schef­fer-Fritzlar: »Seid barmherzig, wj« euer Vater im Himmel barncherzig ist!" Pfarrer Horff brachte Grüße aus Hess. Oldendorf. Der Anstaltsleiter, Pfarrer Weiß berichtete über Freud und Leid der Siechengemeinde int vergangenen Jahr. Hausvater Ries steht nun 25 Jahre in der Arbeit. Die Not der Gemeinden und Fürforgeverbände spiegelt sich darin, daß zur Zeit 20 Betten leer stehen. Die vor­jährige Jahressestkollekte war der bescheidene An­fang der Liebesgaben, die die Anlage eines Perso­nenaufzuges im Frauenheim ermöglichten. Die Ge­brechlichen, die in den oberen Stockwerken sonst ans Zimmer gefesselt waren, können nun leicht einmal ins Freie und in die Sonne gebracht werden. Daß die Liebe nicht erstorben ist, zeigen weiter die Ga­ben, die besonders nach der Ernte und zu Weihnach­ten reichlich gespendet wurden. Ein Ehor der Ju­gend, der Kirchenchor Gesundbrunnen und die Po­saunenbläser aus Trendelburg umkränzten die drei

Mannheim: Den Nqchtreaen rauschen -rasaki ausDieacht Geister am Btwa- llar Dauthendc» Ein Melodram für eine Svreäntimme und Kammerorgel - .Sinnt wn Wilhelm Locks Mitwirkung: Willy Birgel (Rezi­tation). Wilhelm Locks (Orgel)

Der alt« Brauch wird nicht gebrochen, Hier können Familien Kaffee kochen."

Wenn man zuweilen am Eingang von Wirtschafts­gärten die oben angeführte spezifisch hessische Ankün­digung zu Gesicht bekommt, so glaubt man das lieb­lich duftende Aroma von Java- und Sumatrabohnen einzuatmen. Seine angenehmen Eigenschaften haben dazu beigetragen, daß dem edlen Getränk bereits im Jahre 1582 in Europa Hausrecht gewährt wurde. Trotzdem hörte man erst 100 Jahre später, im Jahre 1670, von dem Kaffeeoerbrauch in Deutschland, und nach weiteren 50 Jahren öffnete das erste Kaffeehaus in Berlin seine Pforten. Von jetzt ab wuchs die Zahl der Kaffeefreunde zusehends, auffallenderweise hat es indes noch Länderstriche, wie beispielsweise einige Teile Württembergs, gegeben, wo die Kaffeebohne in dem Jahre 1817 noch gänzlich unbekannt war.

In Hessen fand der Kaffee zuerst unter bet Re­gierung bes Landgrafen Carl als Geschenk eines be­freundeten Fürsten Eingang. Diese unscheinbare Sen­dung bewirkte anfangs berechtigtes Kopfschütteln, da die Verwendung niemand zu deuten wußte, bis zu­fälligerweise eine in Kassel lebende Negerin freude­strahlend ihr landesübliches Lieblingsgericht, Klöße, aus Kaffeepulver mit Fettzusatz, oder auch Kaffee als Getränk erkannte und die Zubereitung in den besse­ren Kreisen der Stadt lehrte. ,

Infolge der sehr hohen Transportkosten war es nut einem geringen Bruchteil der hessischen Bevöl­kerung vergönnt, sich einen derartigen Luxus als solcher wurde bet Kaffeegenuß bamals gekennzeichnet zu gestatten. Hierzu kam, baß bie deutschen Für­sten bestrebt waren, das Nationalvermögen durch die Einfuhr überseeischer Artikel nicht zu schmälern son­dern das Geld nach Möglichkeit int Lande zu belassen.

Um nun dem Luxus zu steuern, erließ Landgraf Carl nachstehende Verordnung:

Festung Cassel, den 24. Okt. 1707.

3u Unserem Mißfallen haben Wir zeither wahr­genommen, daß bei Luxuin in Unfern Landen, und bei denen darin befindlichen Einwohnern, täglich er­wachse. dahero Wir, umb solchem einiger Masen zu begegnen, veranlassende Maaten und consumptibilia, mit deren Gebrauche es vornehmlich zum Mißbrauch zu kommen scheinen will, einigen wiewohl erleidligen Licent zu setzen, und zwar sollen bezahlt werden von jedem Thaler, wofür selbige verkauft werden: von Th«e, Cane, Schnupftabak und fein Indianisch Pot- celin Guth, 5 Alb. 4 Hell."

Diese Abgabe wurde auf Drängen bet hessischen Bevölkerung am 5. April 1737 auf 2 Alb. oder 1/16 Rthl. ermäßigt. In späteren Jahren erwuchs bem Kaffee unter den Aerzten, bie dem Genuß die­ses Getränkes eine Verminderung bet Fruchtbarkeit zuschrieben, eine betört starke Gegnerschaft, daß sich Landgraf Friedrich am 2. April 1773 bewogen fühlte, ein Kaffeeverbot in seinen Landen zu erlassen, wel­ches unter Elockenschlag öffentlich in den Straßen aus« gerufen wurde. Auch eine scharfe Verordnung vom 6. Juli 1775 bedrohte einen Jeden, der dem Kaffee» verbrauch frönte, mit bet sehr hohen Strafe von 100 Taler unb außerdem mit entsprechender Zucht­hausstrafe. Da aber die verbotenen Früchte am

Auhenvolittk, Borttaa von v. v. Lrimus, sranr- furt a. M.

Alfreö Wiener ,um Gedächtnis", Vortrag von Dr. Hermann Rüdiger _ , .

~' .Arbeltsmarkt-Enüastun« durch Rrtrag Prof. Dr. Lamve

Populäres Konzert des Phrl- ____________ _ , Rers Stuttgart ~ >örer contra Stover Ein HLrfvtÄ von Artur »eorg Richter . - .

tomvosttions-Stund« Paul Groß

Diese Verordnung suchten nun die Händler au: dem Lande dadurch zu umgehen, daß sie von den Bauern kein bares Geld, wie dies auch während des Weltkriegs vielfach Brauch war, sondern Feldfrüchte in Tausch nahmen. Daß derartige Handelsgeschäfte zu Unzuträglichkeiten Veranlassung bieten würden, war oorauszusehen. Um nun diesem Uebelstand zu steuern, fühlte sich die fürstliche Regierung am 22. September 1794 bemüßigt, ein weiteres Ausschrei­ben zu erlassen.

Unfern gnädigen unb günstigen Gruß zuvor.

Ehrsame, gute Gönner.

Es ist barüber Beschwerde geführt worden, daß die Juden aus dem Lande flch sehr viel mit dem Verkauf bes Kaffees abgeben unb die Untertanen besonders dadurch zu dem Einkauf desselben verlei­ten daß sie nickt bares Geld von ihnen verlangen, ioiwetn Naturalien dafür eintauschen. Da nun hier­durch bet Zweck bet Kaffeeoidnung offenbar vereitelt unb ben Untertanen durch Verkauf ihrer Natura­lien an die Juden großer Schaden zugefügt wirb usw folgt Strafandrohung.

Acht Jahre vorher, am 18. März 1786, finden wir ein hierauf bezügliches Regierungs-Reskript verzeich­net, wonach der Israelit Joseph Jtzig in Hoof, welcher bet Gerichtsbarkeit derer von Dalwiak unterstand ernstlich pro Futuro bey 5 Cammer Gulden verwarn: wurde, den Handel mit Kaffee einzustellen.

Um die Mitte bes vorigen Jahrhunderts waren bie Gegner des Kaffeegenusies gänzlich verstummt. Der starke Alkoholverbrauch, diese verderbliche Unsitte bet europäischen Völker, von bei Friedrich bei Gtoße einst sagte:Ich wünschte, daß das giftige, gaistige Zeug nicht da roäte und getrunken würde, hatte durch bie Einführung bes Kaffees eine wesentliche Einschränkung erfahren, = =

Rotenburg. Dienst am Volke. Im Hinblick auf das glänzende Gelingen der turnerischen unb sport­lichen Darbietungen anläßlich bet Eröffnung des Strandbades erscheint es notwendig, einmal einen Blick auf bie Tätigkeit bei Ottsgtuppe für Jugend­pflege zu werfen. Die Turngemeinde Rotenburg wächst, umb zwar sowohl an Miltgliederzahl als auch in beten Leistungen. Eine Lust ist eS, Henn Lehrer H i l S, ben rührigen Votsitzenben des Orts- auSscvusses, mit feinen Jugendlichen allsonntäglich am Wette zu sehen. Eist kürzlich gelang es wieder einem Mitglied her Turngerneinde, Herrn Ludwig Mertel, sich bas Deutsche Turn- und Sportab­zeichen zu erringen. Arn Sonntag wurden von einer ganzen Reihe von jugendlichen Schwimmern die Vorübungen im Schwimmen, die zur Erzielung der für das Abzeichen erforderlichen Zeit notwendig sind, vorgenommen. Vor kurzem erft rief Herr Hils zwecks Einführung des Rudersports in Rotenburg eine Schülerrudergruppe ins Leben. Ueberall in Rotenburg weht ein frischer Zug. Recht so! Mens sana in corpore sano. Und auch die Kunst! Wir haben bereits früher Gelegenheit genommen, auf die sichtbaren Erfolge im Kulturleben Rotenburgs hin­zuweisem. Es wäre jedoch eine Unterlassungssünde, wollte man im diesem Zusammenhänge ben BrahmS-Abend bes Chorvereins übergehen. Unter bei trefflichen Leitung des ChormeisterS, Oberschul­lehrer Roth, brachte der Verein BtahmSsche Zi­geunerlieder und Walzer zu Ohr. Die Veranstal­tung. die zufriedenstellend besucht war, war ein vol­ler Erfolg für den Chorverein.

Bebra. Laftwagenzusammenstotz. Sonnabend Meßen an der Münduna der Bahnhof- tn die Nürn- bergerstr. zwei Lastautos zusammen, wobeü der eine Wagen vollständig auf den Bürgersteig geriet. Beide Fahrzeuge wurden erheblich demoliert. Personen kamen nicht zu Schaden.

Ersen. Unfall in der Ziegelei. Als der jugend­liche Arbeiter W. damit beschäftigt war, «inen Rie­men aufzuschlagen, kam er den Kammrädorn zu nahe, die feinen Oberarm erfaßten. Glücklicherweise schlua der Riemen wieder ab, jedoch wurde der Un­vorsichtige erheblich verletzt. Gerüstei^fturz. Am Mittwoch stürzte, wahrscheinlich infolge zu großer Belastung bei einem Neubau das Brettergerüst ein. Zwei Arbeiter ftürzten in bie Tiefe unb wurden er­heblich verletzt. Ein Arzt leistete ihnen bie erste Hilfe.

Arnsheim. GrÜnbung einer Molkereigenossen, schäft. Aus Unregung des Landwirts Heinrich Schönholls ist eine Molkereigenossenschaft gegründet worden, der 20 Landwirte beigetreten sind Die Milch wirb ber Molkereigenossenschaft Alsfeld täg­lich zugeführt. Bis jetzt ist eine erhebliche Steige­rund der Milchproduktlon festzustellen.

Reichensachsen. Ehrung. Aus eine 30jährige Tätigkeiit in der Familie des Landwirts Otto Brill konnte Lisa Reinhardt zurückblicken. In einer Vor- ftandssitzung des Vaterländischen Frauenvereins vorn Roten Kreuz wurde ihr als Ehrung ein Diplom und eine Brosche für treue Dienstzeit überreicht Ferner beschloß der Verein, die Gründung einer Ju- gendgruppe in Erwägung zu ziehen. Fräulein Eich- höfer erklärte sich bereit, die Jugendgruppe zu leiten.

RittmannShausen. Im KönigSschießen deS K. K. SchÜtzenvereirns errang Heinrich Hohbach mit 35 Ringen den ersten Preis.

Rltimannshausen. Der Kleinkaliberschützenverem veranstaltete ein Preisschießen. Den ersten Preis er­rang Heinrich Hotzbach mit 36 Ringen. Die beiden

Ehrenscheiben fielen an die Schützen Suck und Hoh- meier vom Kleinkaliberschützenverein Netra.

Bad Soobrn-Allendorf. Das HeimatfpielBunb bet Eintracht von M. O. Johannes, das Herr Rammet, Hannover, inszeniert unb zu dem er ein höchst wirksames Bühnenbild geschaffen hat, wird am Sonntag noch einmal aufgeführt, ferner am 26. Juli und am 9. August.

Wanfried. Behauptung ohne Beweis. Lehrer B. in Effelder hatte, um einen Gesangverein zu grün­den, Roten bestellt. Die Absicht des Lehrers wurde bald nach Eintreffen der Roten im Orte bekannt, und B. vermutete, daß der Postagent das Brief­geheimnis verletzt hätte, und erstattete bei der Ober­postdirektion Erfiirt Anzeige. Dieser Vorwurf brachte ihm eine Anklage wegen wissentlich falscher Anschuldigung ein. Das Gericht sprach ihn jedoch von der wissentlich falschen Anschuldigung frei, weil der Beweis für die Richtigkeit feiner Behauptung nicht erbracht werden konnte und verurteilte thn wegen Beleidigung zu 10 Mark Geldstrafe.

Obersuhl. Vorsicht beim Zufammenkoppeln von Wagen. Ein Unfall, der leicht ernsterer Gefahr wer- den konnte, entstand dadurch, daß ein Landwirt beim Heueinfahren zwei Wagen zufammenkoppeln und iur den zweiten Wagen eine Aufsichtsperson, welche hin­ter dem ersten Wagen herging, mitnahm. Als die Fuhrwerke stark nach rechts einbogen, wollte die Be- gleitperson nachsehen, ob sie von hinten überholt würden. In demselben Moment kam aus entgegen­gesetzter Richtung ein Personenkraftwagen, erfaßte den Begleiter und überfuhr ihn. Außer einem Bluter­guß und geringen inneren Verletzungen tarn er mit dem Schrecken davon.

Tieyfa. Zum Medaillenflua innerhalb der Gruppe West der Vereinigten Brieftauben- Reife-Vereiniguna des 7. Bezirks fetzte die Vereinigung Treysa 27 Tauben aus. Es waren 467 Kilometer (Linz-Donau) zu fliegen. Den ersten R.-V.-Preis errang Konrad Wacker von Trehfa, ber bie erste Taube konstatierte. Fluggeschwindigkeit 828,44 Meter in der Minute.

Treysa. Die neuen Steuern genehmigt. Die von den städtischen Kollegien bei ber Etatssestsetzuna be­schlossene Erhebung von 260 Prozent Zuschlägen zu Grundvermögens- unb Gewerbesteuern unb von 312 Prozent bei ben Gewerbesteuern bei Zweigstellen- fteuei hat bie Genehmigung bes Bezirksausschusses in Kassel gefunden. Die neuen Steuersätze gelangen vom 1. April 1931 ab zur Erhebung.

Ziegenhain. Der nächste Sprechtag für Rerven- unb Gemütskranke, Fallsüchtige, Psychopathen, Gei- stesgefchwächte und Alkoholkranke frnbet am 8. Juli im Kreisgebäude statt.

Ziegenhain. Wassermangel. Die anhaltende Trockenheit hat zu einer besonders starken Entnahme von Wasser aus der städttschen Wasserleitung für Sprengen und Gießen von Straßen und Gärten ge­führt. Als Folge davon macht sich bereits Wasser­mangel bemerkbar. Di« Polizeiverwaltung hat nun­mehr bis auf weiteres die Entnahme von Wasser zu ben obengenannten Zwecken verboten.

Amöneburg. Bon ber Sparkasse. Die Kreisver­waltung Kirchhain hat mit ber gewaltsamen Ein­verleibung der Amöneburger stäbttschen Sparkasse ein Fiasko erlebt. Der Oberpräsident hat ben Vertrag zwischen ben Verwaltungen wegen Uebernahrne ber Stadtsparkasse nicht genehmigt, nachdem seitens der Bevölkeruna und Vertreter der städtischem Körper- schastem Protest eingelegt worden war.

Rauschenberg. Der Schwarzebeerentanz. Der alt­hergebrachte Heidelbeertanz auch Schwarzebeeren­tanz genannt fand auf dem Schloßberg bei der Burgruine des alten Grasenschloffes ftot.t Der Be­such war recht zahlreich, und eifrig wurde dem Tanze gehuldigt, aber auch dem Genuß des Heidel­beerkuchens mit Kaffte. Wegen der früheren Reife der Beeren fand auch die Feier früher als in son­stigen Jahren statt.

ländischen Spiekershausen, wo verschiedene Kaffee­schankstätten lohnenden Absatz fanden, sondern in Kas­sel selbst huldigten Diele dem Genuß dieses so arg verpönten Getränks.

Diese Verbote wurden am 14. Dezember 1792 unter Sewijjen Einschränkungen durch nachstehendes Aus- hreiben erneuert:

Wir Wilhelm der Neunte, Landgraf zu Hessi thun kund unb bekennen hiermit: Obwohl llnfk in Gott ruhenden Vaters Gnaden aus landesväter­licher Fürsorge für bas Wohl Dero Unterthanen bemüht gewesen sind, durch mehrere Verordnungen dem übermäßigen Gebrauch des Kaffees Einhalt zu thun, unter anderen alle Kaffeekriimereyen auf den Dörfern verboten, so haben Wir doch mißfällig wahr­nehmen müssen daß diese Verordnungen zeither nicht nur nicht befolgt worden sind, sondern daß vielmehr ber Gebrauch dieses bem Wohlstände Unserer Unter» thanen so nachteiligen Getränks jetzt stärker als jemals eingerissen ist" usw., folgt Verwarnung, Strafandro­hung evtl. Konfiskation der Ware.

In den hessischen Städten wurde jetzt die Bestim­mung getroffen, daß Kaffee in gemahlenem ober ge­branntem Zustand bei 10 Taler Strafe nicht verkauft werden durfte, dahingegen ungebrannter in Mengen von nicht unter ein Pfund.

7.808.80: Von Bad Herst« lb: Konzert bet »Urorchester»

12.00: Schallvlatt«nkon«rt

15.2015.50: SauLsrauen-Nachmittaa,

16.30: Von Karlsruhe: NaLmittasskonzS __

18.15:U. S. A, Einblick tn den Schnürboden ihrer Auhenvolittk". Bortraa von H. H. TttmuS. Frank-

Rönia» n>ufter6flHfen: 20.00: «uS Breslau: Konzert des Streichorchesters erwerbsloser Musiker. 21.10: AuS Le rosig: Ursendung:Die Visionen d«S Tilman Ric- menschneider". Zum 400. Todestag d. fotzen Bildschmder«. < König Sberg-Seilsberg: 20.00: ÄUS Berlin: Hunter Abend. *2.3024.00: Svätkonz«rt. S La» g e n- berg: 20.00: Die Welt auf der --challvlatte: SvanitÄs Tänze. 20.30:Der Bürger X", Hörspiel von Otto Alfred Palitzsch. < Wien: 20.00: AuS Berlin: Heiterer Abend. 22.10: Abendkonzert. <$> 2lom: 21.00: Kammermusik.

Beim Baden in bet Diemel ertrank unweit Stöbt Warburg ein siebzehnjähriger Arbeiter ©erntete Kreis Warburg. Da das Wasser an der Unfallstelle durchaus nicht sehr tief ist, wirb ange­nommen, baß b«n Badenden eine Herzschwäche be­fallen hat. Seine Kollegen vermochten ihm unter Lebensgefahr zu bergen und brachten ihn, ohne Wiederbelebungsversuche angestellt zu haben, zur elterlichem Wohnung. Hier konnte nur noch bet Tod

Freitag abend gegen 6 Uhr brach im dem Säge­werk Schwendner, das sich am Ausgang des Dor­fes Sickels bei Fulda besinidet, ein Feuer aus, das sich infolge der durch die große Hitze der letz­ten Tage ausgedörrten beträchtlichen Holzvorrale sehr schnell ausdchnte. Da nur wenig.Wasser vor­handen wat, stand di« Fuldauet Freiwillige Feuer­wehr mit ihrer Motorspritze dem Großfeuer macht­los gegenüber. Das ganze Anwesen, Wohnhaus, Scheune, Stallung und Sägewerk, wurde em Raub der Flammen. Das Feuer soll im Kesselraum des Sägewerks entstanden sein und breitete sich mit ungeheurer Schnelligkeit auS. Das Werk ist nur zum Teil versichert. Der Schaden dürste sich auf uagesähr 80100000 Mark belaufen.

Ullendorf. Neues Schwimmbad. Allendors ist fortschrittlich gesonnen. Am Schwalmslusse wird ein Schwimmbad angelegt, deren Kosten von der Ge- meinde, dem Kreise und dem Turnverein getragen werden. ~ m

Rauschenberg. Der Etat unter Dach. Nach «W* geren Beratungen und Abstrichen wurde der Etat pro 1961 auf 88810 RM. festgesetzt. Es konnte durch Einsparungen jedes Desizii vermieden werden. Zur Erhebung gelangen 250 Pr°'E Zuschläge zu den Grundvermögens- und Gewerbesteuern. Em« Er- höhuna der Steuersätze ist vermieden wowen, ebenso bei ber Bürget- und Biersteuer Erhebliche Aus­gaben beanspruchen die Wohlfahrts-Unterstützungen bei der zunehmenden Zahl der Erwerbslosen. Nach Bericht des Bürgermeisters haben sich die Geschäfte d«r Sparkasse außerordentlich vergrößert. Die Spar­kasse erzielte einen ansehnlichen Reingewinn.

Kirchhain. Unfall beim Baden. Beim Baden .n bet Ohm erlitt ein Schüler einm siikimpianiall beim Aufschlagen aus einen anderen Schuler. Rur mit großer Mühe konnte er gerettet werden. Der Schüler hat durch den Anfall die Sprache verloren. Sein Zustand ist sehr besorgniserregend. AuS An­laß dieses bedauerlichen Falles hat die OnSPolizei« behörde angeordnet, daß Kinder unter 14 Jahren nur im Begleitung von Eltern oder Lehrern m dem Ohmfluß baden dürfen.

Marburg Schwere Arbeiten. Der Bau der neuen Turbinen am Marburger Elektrizitätswerk wird durch die plötzlichen starken Regenfälle erschwert. Da größere Ableitungsrohre unterhalb also im trol- fengdegtem Mühlgraben, der Turbinenraume mun- den, muß man bauernd pmnpen, um bie weiter« Arbeit M ermöglichen.

Alsfeld. Reit- und Fahrtnrnicr. Zu dem am 12. Juli hier stattsindenden Reit- und Fahrturnler haben sich die Reitervereine von Arnsheim, Eudorf, Ober-Gleen, Zell, Gontershausen, Riedergemnnoen, Büßfeld Rabenau, Weitershairn, Schlitz und Lich angemeldet. Die erste hessische Batterie 5. Artillerie- Regiment Fulda, wird das Turnier auftuhren. Man rechnet mit einer Beteiligung von 1000 Per­sonen.

Ein iapseres Mädel

Die^ehnjährige Retterin in Richelsdorf.

' Als ein Bäckergeselle und ein Autoschlosser, die des Schwimmens unkundig waren, im Pochtsich, nahe an der Richelsdorfer Hütte, badeten, gingen sie an der tiefsten Stelle unter. Die 17jährige Marga­rete König rettete beide unter eigener Lehemsge« fahr.

Ein Sägewerk durch Stuer vernichtet

Mit Wohnhaus, Stall und Scheune.

Verantwortlich fflr den vokttischen Teil: Dr. Walter ~ e 6it t: für das Feuilleton: I. V. Dr. Walter P ehnt: ... . -.-iDr. Hans Joachim Glaber;

Üanaenbera: für Sportteil: ,ow-Redaktenr: Eduard Schul,- nKistnteil: Konrad Wachsman». ~ "lalter Thum, Ber-