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Nummer 149*

Moniaa. 29. 3utr 1031

21 Jahrgang

Hessische Abendzeitung

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Entscheidende Auseinandersetzungen in Paris

Oie Amerikaner nach wie vor optimistisch / Auch Italien lädt die deutschen Staatsmänner ein / Oie Gahlen in Spanien und Ungarn

ficht, den Reichskanzler und den Außenmi­nister zu einem Besuch nach Paris einzu­laden. Ein 2£rmin soll allerdings noch vereinbart werden. Es galt bisher als wahrscheinlich, daß die Tage vom 11. bis 13. Juli für diesen Besuch in Betracht kommen würden. Neuerdings hält man es jedoch für möglich, daß dieser Besuch noch weiter hinausgeschoben wird und evtl, erst nach dem Besuch des englischen Ministerpräsi­denten in Berlin, also etwa um den 20. Juli herum, ausgeführt wird. Auch liegt eine wenn auch noch nicht formelle Einladung aus Rom vor, daß der Kanzler und der Reichsaußen­minister auch bei der italienischen Regierung einen Besuch abstatten möchten.

In Berlin ist man durchaus geneigt, diese Gelegen­heit zu einer direkten Aussprache mit der italienischen

Regierung wahrzunehmen, jedoch kommt als Zeit­punkt für die Reise nach Rom Wohl erst der Monat August in Frage, falls nicht dieser Besuch im Zusam­menhänge mit den Beratungen des Völkerbundes in Genf, die Anfang September stattfinden, ausgesührt wird.

Die Reichsregierung wird jedenfalls, solange die Pariser Besprechungen noch andauern, jede Ein­mischung vermeiden. Man glaubt, wie gesagt, jedoch, inzwischen Grund zu der Annahme zu haben, daß es in diesen Pariser Besprechungen gelingen wird, die bedenklichsten Verschlechterungen des Hoover- planes, die sich aus dem französischen Gegenvorschlag ergeben, wieder zu beseitigen. In Washington herrscht nach den von dort vorliegenden Meldungen in dieser Hinsicht ein betonter Optimismus, der bis zu einem gewiffen Grade auchinBerlin geteilt wird.

Französische Zugeständnisse?

Eigener Drahtbertcht.

'XV

ahliag in Spanien

(93sn uuferem Korrespondenten.)

Paris, 29. Juni.

Die Pariser Morgenblätter betrachten den heu­tigen Montag als entscheidend für den Ausgang der französisch-amerikanischen Besprechun­gen. Nach Informationen des außenpolitischen Be­richterstatters desMatin", Sauerwein, über den Stand der amerikanisch-französischen Verhandlungen scheint man französtscherseits bereits darauf verzichtet haben, auch andere Länder an

dem Kredit teilnehmen zu lassen, den die BIZ. durch die Einkassierung des ungeschützten Teiles des Tributes zur Verfügung stellen soll. Von den Balkanstaaten würde nur Südslavien direkt durch den Ausfall der Zahlungen berührt. Man sei in französischen Kreisen der Auffassung, daß die BIZ. andere Mittel finden werde, um den Ausfall in dem Haushalt der Balkanftaaten zu decken.

Sauerwein weist sodann auf einen anderen nicht minder wichtigen Punkt hin, der sich auf die

Rückzahlung des Deutschland zu gewährenden

Kredites

bezieht. Während man zunächst in französischen Kreisen die Absicht gehabt habe, diesen Kredit auf sehr lange Sicht .zu gewähren, hat man den Gedanken «.tju/cuien» il itütt imuIu gelassen. Die französische Regierung verlange nunmehr, daß die Rückzah­lung d er Zinsen unmittelbar nach Ab­lauf des zwölfmonatigen Moratoriums erfolge.

DasJournal" will gleichfalls wissen, daß u. a. wegen der Modalitäten über die Wiederaufnahme der Zahlungen nach Ablauf des Ruhejahres verhan­delt wird. Seine Angaben über den Inhalt dieser Verhandlungen klingen freilich etwas anders: Frank­reich verlange natürlich nicht, daß Deutschland die für 1931/32 fällige Dumme im kommenden Jahre zusam­men mit der dann fälligen Transche zurückerstattet. Es wünsche lediglich, daß die Art und Weise, wie diese Annuität zurückgezahlt werden soll, schon jetzt sestgelegt wird.

Krankreich - Deutschland

Propagandafeldzug eines Pariser Rechtsblattes für Vertragsrevision.

Paris, 29. Juni.

Die nationalistische ZeitungVic 1 oire", die schon einmal durch ihre Bemühungen um eine Re­vision des Versailler Diktates und eine deutsch­französische Verständigung hervorgetreten ist, hat in allen Teilen der Stadt große Plakate anbringen las­sen. Unter der UeberschriftFrankreich Deutschland" wird für eine Revision des Versailler Vertrages und ein deutsch- französisches Bündnis eingetreten. Darin wird gesagt, daß Frankreich sämtliche deutschen For­derungen: Rückerstattung der Kohlengruben, Auf­hebung der Reparationen, Rückgabe des Saargebie­tes und gleiches Rüstungsrecht für alle erfüllen könnte, bis auf diejenigen, die sich aus die Abände­rung der polnischen Grenze beziehen, da dies Sache Polens sei. Wenn Deutschland diese Zugeständnisse erhalte, so könne man mit Sicherheit annehmen, daß es den Frieden wünsche. Wenn sich die französische Regierung aber nicht zur Revision bereit erkläre,

th. Berlin, 29. Juni

Am Stande der Verhandlungen, die zwischen den Vertretern der französischen und amerikanischen Re­gierung in Paris geführt werden, hat sich über Sonn­tag nicht allzuviel verändert. Nach dem Bericht, den der deutsche Botschafter in Paris von Hoesch am Sonntag nach Berlin gelangen ließ, hat man hier den Eindruck, daß die Besprechungen frühe­stens heute abend zuende gehen werden, und daß die Amerikaner stark bemüht sind, den fran­zösischen Gegenvorschlag wieder auf die ursprüngliche Linie zurückzubringen. Danach soll bekanntlich der ungeschützte Teil der deutschen Annuität in Gestalt einer Anleihe ohne Abzug der deutschen Regie­rung wieder zur Verfügung gestellt werden, sodaß von einer Verteilung dieses Betrages auch auf andere europäische Staaten nicht mehr die Rede wäre. Eben­sowenig dürfte natürlich auch der Gedanke von Kon- trollmaßnahmc verwirklicht werden, den die Fran­zosen in ihrer Antwortnote angedeutet hatten.

Man hatte nach den letzten Pariser Meldungen

so werde sich die Weltkrise nur noch verschlimmern und schließlich zu einer bolschewistischen Ueberschwemmung ganz Europas führen.

Warschau und Prag stimmen zu

Reuyork, 29. Juni.

Wie das Staatsdepartement in einer amtlichen Be­kanntmachung mitteilt haben Polen und die Tschecho­slowakei den Hooverplan angenommen. Ta diese beiden Staaten besonders eng an Frankreich gebunden find, wird dieser Tatsache besondere Bedeu­tung beigelegt und die amtlichen Stellen fühlen sich dadurch ermutigt.

Der republikanische Abgeordnete Beck fordert die Einberufung einer internationalen Wiri­sch af t s k o n f e r e n z, da das Moratorium doch nur einen vorübergehenden Ausweg darstellt. Diese Kon­ferenz könnte außerdem auch Maßnahmen gegen die Sowjets treffen.

Italien und die Abrüstung

London, 29. Juni.

Ter Korrespondent des Arbeiterblattes ,.Tailp Vuiv Ul ULUeU U LV i kV , I lll tl li iiM.' . Ü V IÜU U 1 'Ufk . Il lich aus der Abrüstungskonferenz Vorschläge so weit­gehender Art unterbreiten, daß selbst die Überzeug­testen Anhänger der Friedensbewegung erstaunt sein würden.

Streit um Ostgrönlanb

Oslo, 29. Juni.

Die norwegische Regierung geht mit dem Plane um, auf Ostgrönland die norwegische Flagge zu hissen. Das BlattTidens-Tegn" erklärt das Eingrei­fen der norwegischen Regierung in den Grönland­streit aus der Tatsache, daß kürzlich eine große dänische Expedition nach Ostgrönland, auf das Nor­wegen Anspruch zu haben glaubt, gesandt wurde, und dieser Akt Dänemarks die Aufrollung der Frage der Souveränität erforderlich mache. Wir zweifeln nicht daran, sagt das Blatt, daß der Haager Gerichtshof das Vorgehen unserer Jagdexpedition gutheißen und legalisieren wird. Im übrigen hat der Ministerprä­sident eine außerordentliche Kabinettssitzung angekün­digt, die sich mit diesen Fragen befassen soll.

*

Kopenhagen, 29. Juni. Staatsminister Stan­nin g erklärte zu der durchTidens-Tegn" gemelde­ten Okkupation Ostgrönlands durch Norwegen gegen­über dem Ritzau-Büro, man müsse erst den Stand­punkt der norwegischen Regierung in dieser Ange­legenheit abwarten, der dann dem Internationale» Gerichtshof im Haag unterbreitet werden würde.

Deutsch-rumänischer Vertrag unterzeichnet. Aus Genf wird gemeldet, daß der Handelsvertrag zwi­schen Deutschland und Rumänien Sonnabend mit­tag von den Unterhändlern, Ministerialdirektor Poßte und Staatssekretär Popescu, unterzeichnet worden ist.

den Eindruck, daß die französischen und amerikani­schen Unterhändler gern eine Aeutzerung der deut­schen Regierung zum bisherigen Verlauf der Ver­handlungen gehabt hätten, wodurch natürlich das Kabinett in Berlin vor eine schwierige und unange­nehme Aufgabe gestellt wäre, weil man inmitten des Ganges der Verhandlungen selbstverständlich kaum zu einer sachlichen Stellungnahme gelangen kann. Der Bericht, den der deutsche Botschafter nach Berlin über­mittelt hat, enthielt jedoch keine Aufforderung zu einer derartigen Meinungsäuße­rung, sodaß infolgedessen am gestrigen Sonntag die ursprünglich vorgesehenen Beratungen der Reichs­regierung nicht stattzufinden brauchten. Man wird demgemäß in Berlin bei der bisherigen Haltung ver­harren, d. h. man wird den Entschluß der Pa­riser Regierung abwarten und bann den Ame­rikanern das erste Wort zur Beurteilung des Pariser Ergebnisses überlassen

Der Bericht des deutschen Botschafters enthielt gestern auch eine Bestätigung der französischen Ab­

Madrid, 29. Juni.

Der Innenminister erklärte der Presse um 2 Uhr morgens, daß nach den bisher vorliegende» Wahl­ergebnissen, von denen allerdings noch ein bedeutender Teil fehlt, die republikanisch- s o z i a l i st i f ch e Koalition außer in Madrid noch in Sarragossa, Sevilla und Valladolid, Valencia und Bilboa-Stadt g ' bufie. Dagrge,. Huben in der Provinz Navarra die katholischen Listen und in den übrigen Rordpro- vinzen einschließlich Bilboa-Prooinz die Autonomisten große Erfolge errungen.

Besonders bemerkenswert ist, daß in Barcelona- Stadt und Provinz sowie im Westen Kataloniens ent­gegen früheren Nachrichten die katalonischen Gruppen des Obersten Maria eine erdrückende Mehrheit er­halten haben. Der frühere Ministerpräsident Ro­ma n o n e s ist in seiner Provinz zum Deputierten gewählt worden.

In Malaga kam es zu Zusammenstößen von feindlichen politischen Gruppen, wobei es einen Toten und mehrere Verwundete gab.

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Die im folgenden wiedergegebenen Ausführungen unseres Madrider Vertreters, in denen das Wahl­ergebnis selbst noch nicht berücksichtigt ist, geben einen interessanten Ueberblick über die Gruppierung der politischen Kräfte bei der Wahl:

Durch die am Sonntag erfolgten Wahlen gibt sich das spanische Volk, zum erstenmal wieder seit neun Jahren, ein Parlament, die verfassunggebenden Cor­tes. Man kann ohne Uebertreibung sagen: Es ist die Höch st e Zeit, daß ein Parlament d i e wei­teren Geschicke Spaniens in die Hände nimmt. Die gegenwärtige politische Lage ist cha­rakterisiert durch die zunehmende Zersetzung der am 14. April zusammengeschmiedeten Einheitsfront aller Republikaner in der Regierung und im Lande. Es zeigte sich, daß die Annahme, die Republikaner könn­ten in Einigkeit in die Wahlen hineingehen, ein psy­chologischer Irrtum war. In dem Augenblick, in dem es darauf ankam, der Republik einen Inhalt zu ge­ben, dasGefäß mit republikanischer Substanz zu füllen", wie sich unlängst bet Minister ber öffentlichen Arbeiten, Albornoz, ausdrückte, versagt das Gemein­schaftsgefühl der republikanischen Massen, ging selbst die durch gemeinsam erlittene Verfolgung und Ge­fangenschaft begründete Solidarität der Führer in die Brüche. Sie Männer der Revolution streiten sich vor aller Oeffentlichkeit herum: der Zivilgouverneur von Madrid, Eduardo Ortega $) Gasset, demissionierte, weil es ihm unmög­lich sei, mit dem Innenminister Maura zusammen zu arbeiten; das gespannte Verhältnis zwischen dem Außenminister Lerroux und dem Innenminister Maura bildete den Gegenstand von Presse-Erörterun­gen; die Madrider provisorische Regierung Alcala Zamoras und die katalanische Eeneralidad unter dem greifen Freiheitskämpfer Oberst Macia warfen sich im Zank um die künftige Verfassung Einheits- oder Bundesstaat? allerlei Liebenswürdigkeiten an den Kopf. Der für die Entwicklung der spanischen Re­publik bedrohliche Zerfall der republikanischen Ein­heitsfront, der zunächst dadurch verursacht wurde, daß es die Regierung, deren Kräfte vielleicht durch drin­gendste Eegenwartsaufgaben allzu stark in Anspruch genommen waren, an jeder politischen Aufklärungs­und Erziehungsarbeit fehlen ließ, wurde durch die Wiederherstellung eines veralteten und antidemo­kratischen, weil ganz auf die Erdrosselung der Oppo- fition zugeschnittenen Wahlrechts gefördert. Hinzu kam, daß in fast allen Parfeien ein junger häufig auf intellektuellen Kreisen kommender und mit Mißtrauen gegen die alten politischen Kräfte und Persönlichkeiten erfüllter Nachwuchs die Disziplin gesprengt hat, zur Spaltung der bestehenden oder zur Bildung neuer,

in ihren Schattierungen kaum noch zu unterscheidenden Gruppen drängte.

Besonders häufig hatten sich die Linksrepublikaner von der Partei des provisorischen Präsidenten Alcala Zamora, der liberal-republikanischen Rechten, ge­trennt, die ihrerseits wieder eine Spaltung durch­machte, weil der Parteichef ehemalige Monarchisten aufgenommen hat.

Die Zerfahrenheit ber parteipolitischen Verhältnisse spiegelte sich deutlich in einem unglaublichen Wirrwarr der Kandidaten wider. Um die 450 Cortes-Sitze bewarben sich über 1500 Kandi­daten; davon entfallen auf die Liste der republikanisch- sozialistischen Regierungs-Koalition nur 115; alle übrigen von den Blockparteien aufgestellten Kandi­daturen, rund 450, erschienen auf Sonderlisten. Da von den übrigen Kandidaten auch noch gut die Hälfte kleineren republikanischen Gruppen und Grüppchen an­gehört, blieb für die Opposition nur etwa ein Viertel ber ©efamtfanbibaturen übrig.

Von bekannten politischen Persönlichkeiten Spa­niens ist in erster Linie ber gegenwärtige Außenmi­nister Lerroux zu nennen, ber sich mehr und mehr vom Parteiführer zum Staatsmann, jum Banner­träger aller Repubilkaner, zum Verteidiger ber natio­nalen Einheit und der sozialen Ordnung entwickel und in dem man heute bereits den künftigen Präsidenten der Republik sehen zu dürfen glaubt. Lerroux war in mehreren Wahlkreisen aus­gestellt worden, offenbar, um mit einet besonders großen Autorität in die verfassungsgebende Ver­sammlung einzuziehen. Durch seine maßvollen Programmröden hat sich Lerroux selbst unter den Kle­rikalen und in Katalonien Sympathien erworben.

Ein merkwürdiges Mißgeschick ist dem Präsidenten Alcala Zamora widerfahren: Er mußte sich in seinem Wahlkreis Jaen, der ihn vor vordiktatoria- ien Zeiten regelmäßig in das Parlament zu ent­senden pflegte, sozusagen als Oppositionskandidat aufstellen lassen, weil die von ihm geführte liberal- republikanische Rechte auch hier aus dem Regierung- hlock ausgeschlossen worden ist.

Eine Reihe namhafter Gelehrter und Schriftstel­ler, die republikanisch, aber parteilos sind, hatte die Sozialistische Partei großzügig auf ihre Wahllisten gesetzt, so die Universitätsprofessoren Sanchez Ro­man und Miguel de Unamuno, den Arzt Gregorio Maranon und den Philosophen Ortega Gasset.

Die klerikal-monarchistischen Elemente hatten unter Leitung des BlattesEl Debate" eine neue Partei, dieNationale Aktion", in den Wahlkampf geschickt, die in Spanien etwa 40, in Madrid vier Kandidaten, darunter den ehemaligen konservativen Minister Goicoechea, präsentierte.

Auch Ungarn wählt

Budapest, 29. Juni.

Gestern am ersten Wahltage wurden 148 Mitglie­der der Regierungspartei und der die Regierung unterstützenden christlichen Wirtschaftspartei zehn Parteilose Oppositionelle, vier Mitglieder der opposi­tionellen Agrarpartei, drei nationalsozialistische Raffenschützler und zwei Christlich-Soziale gewählt, während in dreizehn Bezirken Nachwahlen notwendig sind. Die Wahlen sind im allgemeinen ruhig ver­laufen. Hervorzuheben ist die Wahl des ungarländi­schen Deutschenführers Georg Bley er, eines offi­ziellen Kandidaten der Regierungspartei. Außer ihm wurde auch ber Deutschen führ er Gustav Graz ein- stimmmig gewählt, während Gustav Gündisch mit 740 Stimmen in ber Minberheit liegt.

Ein intereffierenbeg Moment der Wahl war, daß vor genau 50 Jahren Gras Albert A P P o n y j zum ersten Male ein Mandat erhielt, während heute fein Sohn zum ersten Male gewählt wurde. Apponhi» Va er wurden aus Anlaß b.er Jahrewende in seine« Wahlbezirke Jersczbereny große Ehrungen zuteil»

Berlin wartet weiter ab

(Von unserer Berliner Schriftleitung.)