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Kasseler Neueste Nachrichten

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Nummer 146*

Donnerstaa, 25. 3un: 1031

21 Lahrgang

Washington prüft die französische Antwortnote

Dock Berücksichtigung der französischen Wünsche? / Mellon reist sofort nach Paris / Oer Lteberbrückungskredit für die Keichsbank

Gtimfons Optimismus

Eigener Drahtbericht.

Oie alten Tafeln zerbrechen...

Das isolierte Frankreich

Neuyork, 25. Juni.

Wie aus Washington gemeldet wird, hielten Hoover, Stimfon und der stellvertretende Schatz- fekretär Mills, nachdem gestern der französische Bot­schafter Claudel die Antwort Frankreichs überreicht hatte, abends spät eine dreistündige Besprechung ab, über deren Inhalt Stillschweigen bewahrt wird. Aus zuverlälsiger Quelle verlautet jedoch, daß ver­schiedene Antwortnoten in der Moratoriums­frage, insbesondere eine an Frankreich, abgefaßt wurden.

Nach Beendigung oer Konferenz erklärte S t i m - son der Presse gegenüber: Wir stehen inmitten von Verhandlungen und Unterhaltungen, die noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden. Ich bin sehr o p t i m i st i s ch. Es wäre ein Vrebrechen, wenn dem Hoover-Plane etwas zustotzen sollte.

Herald Tribüne" ist der Ansicht, daß Hoover den Inhalt der französischen Antwortnote annehmbarer findet, als man ursprünglich in Washington angenom­men hatte. Die später stattfindenden Verhandlungen über die Ausführungen des Hooverplanes werden wohl, wie aus der Stimsonschen Erklärung hervor­geht, zwischen den Beteiligten Mächten unter dem Sie­gel strengster Verschwiegenheit geführt werden.

Maßgebende politische Kreise geben der Ansicht Ausdruck, daß die U. S. A.-Rcgierung, obwohl sie nach wie vor darauf bedacht sei, den Aoungplan für die Dauer eines Jahres auf Eis zu legen doch eine ge­wisse Berücksichtigung der französischen Wünsche für erforderlich halte, um die Durchführung des Hoo­ver-Planes sicherzustellen.Times" erklärt, die Hoo­ver-Regierung werde alles aufbieten, um die Franzo­sen davon zu überzeugen, daß der Hoover-Plan keine Annullierung des Noungplanes darstelle.

Notenüberreichung mit Hindernissen?

Washington, 25. Juni.

Die Mitteilung, daß der französische Botschafter Claudel Staatssekretär Stirnson die französische Antwortnote zum Vorschlag des Präsidenten Hoover überreicht habe, wurde später von höherer Stelle da­hin richtiggestellt, daß Botschafter Claudel ledig­lich vom Referenten für Westeuropa kurz empfangen worden sei. Man fügte hinzu, daß man eine Auskunft darüber, ob die Note über­geben wurde, strikt ablehne.

In der Presse wird hieraus gefolgert, daß man wahrscheinlich die französische Antwortnote als nicht formell empfangen betrachten wolle in der Erwar­tung, die französische Regierung zu einem größeren Entgegenkommen bewegen zu können. (Wir geben diese Meldung wieder, obwohl uns die Bedeutung die ihr in der amerikanischen Presse gegeben wird nicht stichhaltig ,u sein scheint. D. Red.)

Mellon reist nach Paris

Neuyork, 25. Juni.

DasJournal of Commerce" erfährt von maß­gebender Seite in Washington, daß Schatzsekretär Mellon von Hoover gebeten worden sei, sich so­fort nach Paris zu begeben, um dort mit der französischen Regierung und don Vertretern der übri­gen interessierten Mächte die Schulden-Befprechungen aufzunehmen. Die Verhandlungen sollen beschleunigt werden, um den einjährigen Zahlungsauf­schub nach Möglichkeit schon am 1. Juli in Kraft zu setzen.

DieNeuyork Times" äußert sich in ihrem heuti­gen Leitartikel äußerst lobend über Reichskanzler Dr. Brüning und preist dessen staatsmännische Geschick­lichkeit.

Herrioi und Leon Blum...

Paris, 25. Juni.

Alle Pariser Morgenblätter versuchen in ihren heutigen Leitartikeln die Haltung der französischen Regierung gegenüber dem Hooverplan zu rechtfer­tigen. Die Haltung ist allgemein gegenüber dem amerikanischen Vorschlag wieder schärfer.

Ordre" wendet sich gegen den ultimativen Cha­rakter der amerikanischen Botschaft und erklärt, daß Frankreich vor weitergehenden Maßnahmen nicht zittere. In derEre Nouvelle"

wirft Herriot der Regierung vor, die nur schein­bar bestehend« günstige Finanzlage Frankreichs zu sch« unterstrichen zu haben,

da der Zahlungsaufschub für Deutschland nur dazu dienen scüe, sämtlich« französischen Rechte aus die Reparationen überhaupt abzuschaffen. Es sei daher Ausgabe der französischen Regierung, zwar den Wün schen Hoovers Rechnung zu tragen, aber auch zu ver­

hindern, daß die Reparationslasten in Zukunft auf die französischen Steuerzahler abgewälzt würden.

Quotidien" schreibt, je mehr man den amerika­nischen Vorschlag betrachte, umso klarer werde es, daß Deutschland der einzige Nutznießer sei.

Selbst Leon Blum macht sich imPopulaire" zu einem eifrigen Verfechter der Aufrechterhaltung der ungeschützten Zahlungen.

Victor Basch macht in derVolonte" der Regierung kräftige Vorwürfe, daß sie sich die Initiative für eine tatkräftige Hilfe von Amerika habe aus der Hand reißen lassen. Frankreich klammere sich immer mehr an den Buchstaben, als an den Geist, und es lasse sich leider immer von anderen treiben, anstatt selbst die Initiative zu ergreifen.

Skandälchen am Quai V Ors y

Paris, 25. Juni.

Nach demJournal" sollen nach mehrtägiger lleberwachung ein Angestellter des franzö­sischen Außenministeriums und zwei Per­sonen verhaftet worden sein. Der Angestellte soll seit langem den beiden anderen Verhafteten chiff­rierte Eeheimtelegramme in Abschriften ausgehändigt haben. Weitere Verhaftungen in dieser Angelegen­heit, die geheim gehalten worden sei, ständen bevor.

London, 25. Juni.

Rach einer Meldung desDaily Telegraph" Habe« die Bank von England, die Bank von Frankreich, die Federal Reserve Bank und dir B. J.Z. beschlossen, vom 26. Juni ab der Reichsbank einen Kredit von IGO Millionen Dollars bis zum 16.Juli zur Verfügung zu stellen, um es der Reichsbank zu ermögliche«, ihre am End« des Monates fälligen Zah, lungsverpflichtungen zu erfüllen. Jede der vier Baa­ken beteiligt sich mit 25 vom Hundert.

Die Beteilignng der Bereinigten Staaten, so mel­det die Exchange Telegraph Company, sei nach einer Reihe von Konferenzen erfolgt, die während der letz­te« zwei Tage stattgefnnde« hätte«. Der amerikanische Kredit wird durch die Federal Reserve Bank oon Neuyork gegeben werden. (Siehe auch Handelsteil! D. Red.)

Nach hem Vorbild von Lhequers

Paris, 25. Juni.

Die Nachricht des Pariser Bertreters des Wolff- schen Telegraphenbureaus über die Aufnahme der Anregung des Reichskanzlers in de« hiesigen offi­zielle« Kreise» wird dnrch folgende offenbar offiziöse Meldung der Havas-Agentnr bestätigt:

I« de« politischen Kreisen hat man die in der Rundfunkrede des Reichskanzlers Dr. Brüning gege­bene Auregnng einer offiziellen Begegnnng zwischen den Regierungschefs und de« Anßenmiuisteru beider Länder besprochen. Diese Eventnalität ist wahrscheinlich auch im Berlaufe des Ministerrates ins Ange gefaßt worden. Die An­regung des Reichskanzlers wird, wenn sie präzisiert werde« sollte, keine ungünstige Anfnahmr auf französischer Seite finden.

*

Paris, 25. Juni. Zur Rundfunkrede des Reichskanzlers Dr. Brüning nehmen die Pariser Berichte erst heute ausführlich Stellung. Wenn auch im allgemeinen noch eine gewisse Zurück­haltung beobachtet werden kann, so steht doch schon jetzt fest, daß die Ausführungen des Reichskanzlers und insbesondere sein Angebot, in direkte Bespre­chungen mit den maßgebenden Persönlichkeiten zu treten, eine allgemein günftige Aufnahme gefunden habe.

Der-Petit Parifi en" erklärt, daß die Rede Brünings für die internationale Politik und ins­besondere für die deutsch-französischen Beziehungen von ungeheurer Bedeutung seien. Er habe ausdrück­lich anerkannt, daß ohne die Mithilfe Frankreichs eine politische Stabilisierung in Europa nidrt möglich sei Frankreich hab« noch nie eine Hand zurückgewie- fen. die ihm ehrlich dargeboten worden sei. Die Kühnheit, mit der der Reichskanzler gesprochen habe verdiene festgehalten zu werden, weil sie auf eine Neuorientierung der deutschen Politik hindeutk. Auch dasJournal" stellt fest, daß Frankreich nid>* die Gewohnheit habe, sich dem Wunsche einer anderen

Die nachfolgenden Ausführungen unteres Pariser Korrespondenten geben einen so interessanten liebet« blick über die Gesamtsitnatiou und die Motive der frauröftschen Politik, dab wir ihre Veröffentlichung auch dann rechtfertigen zu können glauben, wenn manche Einzelheiten bei dem schnellen Tempo, in de« sich gegenwärtig die politische Entwicklung vollzieht, heute oder morgen überholt sein sollten.

Dr. Pz. Paris, 24. Juni.

Die Ereignisse der letzten Wochen haben in Frank­reich eine eigentümliche Stimmung geschaffen, die man beachten muß, will man die gegenwärtige Lage und die zukünftige Entwicklung verstehen. Zum erstenmal vielleicht seit 1919 machte sich das deutliche Gefühl geltend, nicht Mittelpunkt eines großen, weltpolitischen Geschehens zu sein. Mehr noch: Abseits zu stehen, und von den verhandeln­den Mächten alsquantite negligeable, wie man früher im diplomatischen Stile sagte, betrachtet zu werden. Dadurch wurde zunächst Frankreichs Stolz aufs Schwerste verletzt, und die Erbitterung wuchs besonders gegen England, das den in Paris für völlig unmöglich erachteten Schritt gewagt hatte, über die Bank von Frankreich und die politischen Forde­rungen des Quai d'Orsay hinweg Oesterreich eine be­dingungslose Finanzhilfe zu gewähren. Eben war man im Begriff, den Mechanismus dieser Hilfe ge­nauer zu studieren und eine indirekte Beteiligung des französischen Kapitals auf dem Umweg über London

Macht um persönliche Rücksprache zu verschließen. Allerbings gehe aus den Erklärungen des Reichs­kanzlers nicht hervor, worüber er mit den fran­zösischen Staatsmännern verhandeln wolle, und die­ser Punkt müsse zunächst einmal aufgeklärt werden.

Berlin und die

französische Aniwort

th. Berlin, 25. Juni.

Obwohl man es in Berlin dem amerikanischen Präsidenten Hoover überlassen muß, sich zuerst zu dem französischen Gegenvorschlag auf das Projekt des Reparationsfeierjahres zu äußern, so beschäftigt man sich doch selbstverständlich sehr eingehend mit der Stellungnahme der Franzosen, die zwar erst morgen offiziell veröffentlicht werden soll, deren Inhalt aber im wesentlichen bereits bekannt gewor­den ist. (Die neueren Mitteilungen decken sich durch­aus mit dem, was wir gestern bereits als Inhalt der französischen Antwort angegeben haben. Man ist in Berlin keineswegs überrascht davon, daß die Franzosen trotz des starken Appells des deutschen Reichskanzlers sich nicht ohne weiteres und ohne Vor­behalt dem Vorschlag Hoovers angeschlossen haben.

Die Franzosen schließen sich zwar dem Vorschläge Hoovers insofern an, daß in finanzieller Hinsicht eine vollständige Atempause von einem Jahr eintre­ten soll, aber in formal-juristischer Hinsicht bestehen sie auf -dem Schein, daß der im Aoungplan ausvrück- lich vorgesehene ungeschüsie Teil wenigstens formell weiter be^ihlt werden soll. Tas würde sich selibst- verständlich auf dem einfachen Verbuchungs­wege abwickeln lassen, so daß finanzielle Nachteile hoffentlich für uns kaum entstehen würden. Aber man muß doch feststellen, daß für -die Einfachheit und Großzügigkeit ves amerikanischen Vorschlages in Frankreich o^enbar kein Verständnis besteht.

In derGermania" wird der Ansicht Aus­druck gegeben, daß die französische Antwort­note überhaupt noch nicht das letzte Wort der französischen Regierung sein werde, sondern daß man sich in Paris offenbar nur Oie Hände freihal­ten wolle. Uebrigens würde die vrn den Franzosen vorgeschlagene Maßnahme bereits ein Abweichen von dem Schema des Youngplanes bedeuten. Das Blatt kommt zu der Auffassung, oatz die Gesamtlage trotz dieses Pariser Zwischenspieles hoffnungsvoll genug ist, um auf ein abschließendes Ergebnis bis zum 1. Iuli d. I. rechnen zu können.

Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion Dr. Breitscheid veröffentlichte heute einen Ar­tikel imVorwär s", der an die Adresse Frankreichs gerichtet ist, und in welchem den Franzosen klar gemacht wird, daß es bei dcm Hoover- Plan um mehr als nur um Gold- und Prestigefragen ginge.

möglichst zu hintertreiben, als die Hoover-Meldung wie einTheatercoup", eineheimliche Bombe" ein» schlug.

Oer »Dichter und Träumer^ Claudel

Zunächst wiederum in Form eines ungenauen Berichts, den der französische Botschafter in Washing­ton, Paul Claudel, wenige Stunden vorher nach Paris sandte. Darin war allerdings von einem ame­rikanischen Zahlungsaufschub die Rede, nicht aber von der Bedingung, daß sämtliche Kriegsschulden ein­schließlich der^Reparationen auf ein Jahr gestundet würden. Als nun die Wahrheit bekannt wurde, wandte sich der Zorn in erster Linie gegen denDich­ter und Träumer" Claudel, der unfähig sei, Sonne und Mond voneinander zu unterscheiden; aber man muß doch auch zugeben, daß der Quai d'Orsay selber seit Jahren die diplomatische Schönfär­berei geradezu zum System erhoben hat. Es ist längst kein Geheimnis mehr, daß die Botschafter in Berlin sowohl wie in Washington und in Rom, die Gesandten in Wien, in Belgrad und in Bukarest ge­halten sind,günstige Berichte" einzusenden, und bei Lyriker Claudel hielt sich ohne Zwolfel ^enau im Rahmen seiner Instruktionen. . .

Man hat in Paris offenkundig das Eine nicht be­achtet: daß die Entwicklung mit Riesenschritten wei­ter gegangen ist, daß die Zeit SturmflLgel erhalte« hat, und daß die Tafeln von gestern zer­brochen sind. Im besonderen war die Presse und mit ihr die öffentliche Meinung in den letzten Wochen ganz unverantwortlich irre geführt worden. Deutschland habe sein Unglück selber verschuldet, hieß es, und die sogenannten Reparationen hätten daran nicht den geringste« Teil. Man füllte ganze Spalten mit den deutschenVerschwendungen" und behauptete, die Nation würde heute nochweit über ihren Ver­hältnissen" leben; eine Revision der doungzahlungen sei also einFaustschlag ins Gesicht der Gerechtigkeit" und komme lediglich den deutschen Rüstungen zugute, letzten Endes also dem Krieg, der Revanche! Das wagten angesichts des deutschen Kalvarienbergs ernst­hafte und durchausgemäßigte", ja sogar radikale französische Blätter zu schreiben, und der offiziöse Temps" sagte in seinemQuai-d'Orsay-Artikel" offen heraus, Deutschland führe jetzt den Reigen des europäischen Wettrüstens. .«

Oie Mystifikation

Auf den so vorbereiteten Boden fiel die Hoover- Botschaft in der Sonnabendnacht: eine hochgestellte Persönlichkeit erklärte sie noch nach Stunden als eine M ystifikatio n", und Havas selber erhielt An­weisung, sie mit der größten Vorsicht zu behandeln. Als nun aber an der Echtheit der Meldung kein Zweifel mehr sein konnte, war der erste Gedanke: Widerstand bis zum Aeuhersten, um jeden Preis. In den nachfolgenden Beratungen zwischen den zu­ständigen Ministern und den großen Finanzinstituten machte sich unter dem Zwang der Tatsachen bald je­doch eine kühlere Stimmung bemerkbar, und rasch eingezogene Erkundigungen aus London und Rom taten das Uebrige. Wohl erhielt die Presse Anwei­sung, den Kampf vorerst weiterzuführen; zu betonen, daß Frankreich aus wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Gründen unmöglich auf die Stundung oder gar Streichung derinkonditionellen" Zahlungen Deutschlands verzichten könne; daß es sogar im In­teresse Deutschlands liege, die Sachlieferungen auch in Zukunft zu bewerkstelligen, daß überhaupt der Poungplan unverletzt weiterbestehen müsse. Aber in der Stille bereitet sich etwas ganz anderes vor, und im Ministerrat ging davon längere Zeit die Rede; es läßt sich darüber augenblicklich folgendes sagen: <

Produkte der Verwirrung

Frankreich trifft seine Vorbereitungen zu einer - Weltkonferenz, die nach dem amerikanischen Anerbieten unvermeidlich geworden sei. Diese Welt- konserenz beschäftigt sich mit dem gesamten Schulden­problem, ohne jedoch an den technischen Aufbau des Poungplanes zu rühren. Es werden dabei besondere und außergewöhnliche Maßregeln erwogen, die der gegenwärtigen Finanznot verschiedener Staaten steu­ern sollen. Am besten geschieht dies in Verbindung mit den entsprechenden Ausschüssen des Europa­komitees, und int besonderen mit der Finanzorgani­sation des Völkerbundes, die ja kürzlich beauftragt wurde, den Abschluß internationaler Anleihen und Kreditoperationen vorzubereiten.

Weiterhin: Zwischen Frankreich und Deutschland ist einevertrauliche Aus­sprache" bringens erforderlich. Es gilt jetzt, all Je

100 Mill -Kredit für die Michsbank (Eigener Drahtbericht.)