Einzelpreis 10 Pfennig
Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Erscheinungsweise: wöchentlich sechsmal nachmittags. AbonnementSvreiS: für »en Monat 2,80 Jt bet freier 8». Kettung ins Haus, in »er Geschäftsstelle abgeholt 2,10 Jt. Durch die Post monatlich 2.30 Jt ausschließlich Zu- ftellungsgebübr. Ju Fällen von höherer Gewalt besteht kein Ansoruch auf Lieferung der Zeitung ober aus Rückzahlung deS Bezugspreises. Verlag, Schriftleitung und Druckerei: Kölnische Straße 10. — Televbon: SammÄnummer 6800. Iurrkvi-iche Svrechstunbe» Dienstag und Freitags 17—19 Uür Kölnische Straße 10. L
Hessische Abendzeitung
8«|dB«wretfe: Geschäfts, «n» FamiNen-Anzeigen die 80 mm. Zeile H «semris Kleine Anzeige« an« Kassel das Wo« 7 A. Auswärtige Kleine Anzeigen die 80 mm Breite Zeile 11 A Anzeigen im Reklameteil bt« 78 mm Breite Zeile 45 A. DffertgefiüBr 25 A (Bei Zustellung 85 Jl. — Für bas Erscheinen von Anzeigen tu bestimmten Ausgaben, an besonderen Plätzen und für televhonisch erteilte Aufträge keine Gewähr. Rech- »ungsbetrage tuuerhalb eoe 5 Tagen zahlbar. Gerichtsstand Kastel. — Postscheckkouw Frankfurt a. M. 638tL
Nummer 140*
Donnerstag, 48. Juni 1934
24. Jahrgang
Noch keine Lösung der Wiener Krise
Oer frühere Bundeskanzler Enders verlangt weitgehende Vollmachten / Oie „Botfchafterkonferenz" in Berlin / Mellons Londoner Besprechungen
Oie Außenpolitik Hai das Wort
(Von unserer Berliner Schriftlettung.)
England und die deutsche Not
Von George Popoff-London
th. Berlin, 18. Juni.
Nachdem die innerpolitischen Schwierigkeiten der letzten Wochen im wesentlichen überwunden sind, wendet sich die Reichsregierung nunmehr vor allem der Vorbereitung für die Revision der Tributfrage zu. In diesem Zusammenhänge werden auch wichtige Besprechungen mit mehreren deutschen Botschaftern in Berlin abgehalten. Der Botschafter von Schubert ist aus Rom bereits vor einigen Tagen in Berlin eingetroffen. Der Botschafter von Hoesch ist gestern aus Paris nach Berlin abgereist, und in der nächsten Woche wird auch der deutsche Gesandte in Washington von Prittwitz in Berlin erwartet. Außerdem befindet sich der deutsche Botschafter in Moskau von D i r ik - s c n in Berlin.
Mit diesen Botschaftern wird im Auswärtigen Amt vor allem über die Lage in den wichtigsten Gläubigerländern gesprochen, um die Frage zu prüfen, ob für die Erklärung des Moratoriums eventuell ein früherer Termin als der jetzt in Aussicht genommene 15. August in Frage kommen kann. Vorläufig besteht die Absicht, erst die Ankunft des amerikanischen Staatssekretärs S t i m s o n abzuwarten, der am 21. Juli in Berlin eintressen soll, ehe man das Moralo rium erklärt, wenn nicht die Entwicklung der Devisenlage zu einem schnelleren Vorgehen zwingt.
Nachklänge...
Ms Nachklänge der parteipolitischen Auseinandersetzungen der letzten Lage sind noch einige Aeußerun- gen von sozialdemokratischer und volksparteilicher Seite zu verzeichnen, die sich mit den zwischen den Parteiführern und dem Kanzler getroffenen Vereinbarungen beschäftigen. Von volksparteilicher Seite wird dabei vor allem betont, daß der Reichskanzler eine Vorverlegung des Termins der Ankündigung des Transfer-Moratoriums und eine schnelle Umbildung des Reichskabinetts zugesagt habe. Bei der Regierung wird jedoch betont, daß bindende Zusagen des Kanzlers in dieser Hinsicht nicht gemacht worden seien, und daß insbesondere eine Umbildung des Kabinetts in nächster Zeit nicht in Frage komme.
Aehnliche Widersprüche bestehen bei den Sozialdemokraten, wo behauptet wird, daß sich der Kanzler auf die sozialdemokratische Forderung nach Einberufung des Haushaltsausschusses Anfang August festgelegt habe, während von anderer Seite betont wird, daß der Termin für den Beginn der Beratungen über die Abänderung der Notverordnung vorläufig noch ganz unbestimmt ist.
Oie „Weltspartakiade"
Wichtiger als der Streit über diese mehr oder minder ungewissen Zusagen ist die Notwendigkeit, gegen die anwachsende Propaganda der Kommunisten Vorkehrungen zu treffen. Vom 4. bis 12. Juli soll in Berlin die sogenannte „Weltspartakiade" der Roten Sportinternationale stattfinden. Der Polizeipräsiden von Berlin hat. ein Verbot dieser Veranstaltung noch nicht ausgesprochen, aber der Berliner Magistrat hat sich bereits zu Abwehrmaßnahmen entschlossen und verfügt, daß anläßlich dieser kommunistischen Veranstaltung keinerlei technische Einrichtungen, wie z. B. Sportplätze, Schwimmhallen, Schulräume usw., zur Verfügung ge st eilt werden sollen. Dabei wird vor allem auf den staatsfeindlichen und umstürzlerischen Charakter dieser Veranstaltung hingewiesen.
Die Kommunisten erklären demgegenüber, daß sie trotz des Verbotes des Magistrates ihre Veranstaltungen auf den städtischen Plätzen abhalten wollen, und daß sie sich den Zutritt erzwingen würden.
Oingeldey fordert „entschlossene Reformen"
Berlin, 18. Juni.
Dr. Dingeldey gab einem Vertreter der „D. A. 3“ Erklärungen über die praktischen Auswirkungen der am Dienstag gefallenen Ents<^idung. Dr. Dingeldey führte u. a. aus:
Es ist selbstverständlich, daß wir uns nicht wöhr- los immer weiter fremde Gelder vom Ausland abziehen lassen können und gleichzeitig weiter Zahlungen ans Ausland leisten, während wir im Innern zu wirtschaftlichen Maßnahmen mit gefährlichsten Folgen schreiten müssen. Dieser Zusammenhang der Tatsachen wird jedem Reichskanzler das Gesetz des Handelns über alle sonstigen Bedenken und Rücksichten hinweg diktieren müssen. Da die Notverordnung
nicht mehr zu beseitigen war, ohne dieGefahrder Zahlungsunfähigkeit des Reiches heraufzubeschwören, so müssen nunmehr mit größter Beschleunigung die vernachlässigten innere »Ursachen unserer finanziellen Lage durch entschlossene Reformen nach einem einheitlichen Gesamtplan unter Vermeidung jeder Einseitigkeit in Angriff genommen werden. Für diese Aufgabe bedarf es neuer entschlossener Persönlichkeiten.
Das Geheimnis um Mellon
»Daily Hcrald": „Die Reduzierung der Kriegsschulden wird erörtert".
London, 18. Juni.
Trotz dem immer wieder betonten privaten Charakter des Besuches des amerikanischen Schatzsekretärs Mellon in England steht es, so sagt der der Regierung nahestehende „Daily Herald", außer Frage, daß die Möglichkeit hinsichtlich der Reduzierung der Kriegsschulden in der Unterredung Mellons mit Macdonald und Henderson erörtert worden sei. Man rechnet damit, daß Mellon im Lause der nächsten Tag- dem der Ban* ,-ven Cuft-
land, dem Foreigu Office, dem Schatzminister sowie führenden Bankiers Besuche abstatten wird. Bei der Unterredung mit Mellon waren außer Henderson auch andere Minister anwesend. Der Gouverneur der Bank von England stattete nach tier Besprechung zwischen Mellon und Henderson dem Ministerpräsidenten in seinem Amtszimmer im Unterhaus einen Besuch ab.
„New Ehronicle" zufolge soll Mellon nach seiner Unterredung mit Macdonald auch den Gouverneur der Bank von England gesprochen haben.
London, 18. Juni.
„Chequers — und was weiter?" Diese Frage stellt sich zur Zett Jedermann, dem die Notlage Deutschlands, der Friede Europas und die Rückkehr der Welt zu besseren wirtschaftlichen Verhältnissen am Herzen liegen. Die deutschen Minister sind in Chequers gewesen. England hat ihnen aufrichtige Sympathie entgegengebracht. Der deutsche Reichskanzler sowie Außenminister Curtius haben bei allen einen vortrefflichen Eindruck hinterlassen. Das Verhältnis zwischen Deutschland und England hat sich im Ergebnis ihres Besuches um eine wesentliche Nuance freundschaftlicher gestaltet. Das Reparationsproblem ist wieder zum Gegenstand der internationalen Diskussion geworden usw. Doch, trotz all dieser erfreulichen Feststellungen und trotzdem, daß seit dem Ministerbesuch nun bereits zwei Wochen vergangen sind, läßt sich die Hauptfrage noch immer nicht beantworten: ist nun in England die Wahrheit über den tragischen Ernst der Lage in Deutschland genügend durchgedrungen oder nicht? Und, falls ja, was wird von englischer Seite getan werden, um der deutschen Not zu steuern und ein Abgleiten Deutsch-
'in ' 'WstMKk Zerrüttung tf'iS stolisisches Chaov^u verhindern?
Was weiß England über den gegenwärttgen Staad der Dinge in Deutschland? Seine eigenen Blätter berichten ihm in der Regel in recht ausführlicher und objektiver Weise. Der Berliner Korrespondent eines großen Londoner Blattes schildert beispielsweise die derzeitige Lage in Deutschland in folgenden knappen und sprechenden Sätzen: Panikstimmung an sämtlichen deutschen Börsen; Flucht des deutschen Kapitals nach dem Auslande; große Nachfrage nach fremden Devisen; Verteuerung des Kre-
Kaltstellung des Parlaments?
(Eigener Drahtbericht.)
' Wien, 18. Juni.
Die Amtliche Nachrichtenstelle meldet: Der Bundes- Präsident ersuchte gestern abend den Bundeskanzler Dr. Enders, die Bildung der neuen Regierung zu übernehmen. Bundeskanzler Dr. Enders erklärte, daß nach seinen Erfahrungen die außerordentlichen Schwierigkeiten der Lage vom Parlament in seiner gewöhnlichen Weise nicht bewältigt werden können. Erste Bedingung sei, daß das Parlament der Regierung weitgehende außergewöhnliche Vollmachten für einen angemessenen Zettraum erteile, um das Gleichgewicht im Bundeshaushalt wieder herzustellen und in dem die Creditanstalt betreffenden Fragenkomplex die gebotenen Maßnahmen treffen zu können. Die Mitwirkung eines kleinen Parlamentsausschusses bei Ausübung der außerordentlichen Verordnungsgewalt wäre dabei vorgesehen. Eine weitere Bedingung sei, daß die Bereitwilligkeit gewisser Persönlichkeiten zur Mitwirkung in der neuen Regierung gegeben sei.
Der Bundeskanzler wird heute durch Fühlungnahme mit den Parteien und den in Frage kommenden Persönlichkeiten feststellen, ob diese Bedingungen erfüllt werden, worauf er seine Entscheidung über die Annahme der Betrauung treffe» wird.
*
Wien, 18. Juni. Wie die Blätter erfahren, hat die Polizei gegen einen früheren Direktor der Crevitanstalt, der bereits seit längerer Zeit pensioniert ist und sich im Auslande aujhält, eine Untersuchung eingeleitet.
Mussolinis Streit mit der Kirche
Eine Darstellung des Duce.
Paris, 18. Juni.
In einer Unterredung mit einem Vertreter des »Journal" Wer den Konflikt mit dem Vatikan erklärte Mussolini, daß er Religion nicht nur für die Massen des Volkes, sondern auch für die geistige Elite für dringend notwendig halte. Er wolle, daß im ganzen Lande Glauben verbreitet sei, daß die Kinder den Katechismus lernten und am Sonntag die Kirche besuchten. Zu diesem Zwecke übten die Priester ihr Amt aus. Das sei Religion; der Rest aber sei Politik, und die Politik repräsentier e e r. Er werde nicht zulasten, daß jemand an dem rühre,-was des Staates ist. Sobald die Kinder ins schulpflichtige Alter träten, gehörten sie unteilbar dem Staate. Die Kirche bedürfe zur Erreichung
ihrer Ziele die Autorität, über die allein der Staat verfüge.
Was den gegenwärtigen Streit mit der Kirche an- belange, so habe er die katholische Aktion genügend gewarnt, doch habe das nichts genützt. Aus der Richtung der Bewegung habe er gemerkt, daß an ihrer Spitze Fanatiker der faschistenfeindlichen Volkspartei stäitden; deshalb habe er handeln müssen. Im übrigen sei der Zwischenfall unbedeutend gewesen und garnicht mit den spanischen Ereignissen zu vergleichen. Der Faschismus sei Herr der Lage.
2Z5 Milliarden Franken...
für Ausbau der französischen Grenzfestungen.
Paris, 18. Juni.
Am Mittwoch nahm der Finanzausschuß der Kammer die Kabinettsvorlage für die Grenzbefestigungen im Betrage vo» 2 Milliarden 500 Millionen Franken (rund 400 Millionen Reichsmark) für das Haushaltsjahr 1931/32 mit allen gegen eine Stimme an. Die sozialistischen Mitglieder des Ausschusses wohnten der Abstimmung nicht bei.
*
Der Heeresausschuß der Kammer hat die Verteidigungsanlage zwischen > Straßburg und Longuyon besichtigt und eine Entschließung angenommen, in der es heißt, daß die Organisierung der Verteidigung der nordöstlichen Befestigungen dem Ausschuß als unerläßliche Ergänzung zum Gesetz über die einjährige Dienstpflicht erscheine. Denn diese Verteidigungsanlage, die mit besonders ausgebildeten Truppen besetzt werden soll, gewähre Frankreich bei einem Angriff den nötigen Schutz. Der Ausschuß setzte sich dann für schnellste Vollendung der programmäßig vorgesehenen Befestigungsbauten ein.
Wieder polnische Militärflieger über deutschem Gebiet
Freystadt, 18. Juni.
Gestern abend zwischen 5 und 6 Uhr überflogen zwei polnische Militärflugzeuge, gekennzeichnet durch die rot-weißen Karees, deutsches Gebiet zwischen Freystadt und Garnsee. Sie flogen in der Richtung auf Graudeuz.
dits; ein Bankrott industrieller Unternehmungen nach dem anderen; verzweifelte Stimmung bei allen zum Mittelstand gehörenden Leuten, wie Beamten, Kaufleuten, Angestellten usw.; hungernde Arbeitslose stürmen überall Lebensmittelläden; starkes Anschwellen der Zahl der Nationalsozialisten und Kommunisten; die Kommunisten-Tumulte in allen Gegenden des Reiches sind, obgleich unbedeutend als Einzelfälle, dennoch als Ganzes genommen über alle Maßen beunruhigend; säst täglich — Unruhen und blutige Zusammenstöße, stets mit so und so vielen Verwundeten und Toten; für den kommenden Winter — die trüb- sten Perspettiven, ja die Aussicht eines regelrechten Bürgerkrieges in ganz Deutschland , . .
All dieses sollte eigentlich genügen. Es sollte den Briten als ein lautes „England, erwache!" in den Ohren klingen und sie zu Taten ermuntern. Doch in Wirklichkeit ist dieses durchaus noch nicht in genügendem Maße der Fall.
Einem großen Teil der Engländer fehlt »och immer dqs rechte Verständnis für de» tragische« Ernst der gegenwärtig in Deutschland vor sich gehenden Dinge. Ucberdies Hub solche Blätter, wie die noch immer stark antideutsch gesinnte „Daily Mail" und Konsorten, keineswegs die einzigen Vertreter einer gewissen Richtung, die an die deutsche Not überhaupt nicht glauben will, die die doch wahrlich bis zum Aeußersten gehende Notverordnung „eine schamlose Camouflage" nennt, die Macdonald den Vorwurf macht, daß er sich „von Brüning habe einwickeln lassen" und die von einer Erleichterung der Reparationslasten nichts hören will, „weil man dann Deutschland auf Samt und Seide betten würde .. .“ Wenn auch nicht so ausgesprochen unfreundlich, so dennoch zurückhaltend und trocken genug ist zur Zeit auch die Haltung der „Times" Deutschland gegenüber. Nachdem die „Times" sich während der Tage von Chequers beharrlich bemüht hatten, die Bedeutung des deutschen Ministerbesuches auf jede Art und Weise herabzusetzen (unter anderem brachten sie, fast als einziges Londoner Blatt, nicht mal ein Bild der deutschen Minister), zeigen sie jetzt die klare Absicht, Deutschlands Schwierigkeiten zu minimalisieren und über sämtliche Unruhen und Hungerrevolten in Deutschland in der kürzesten Weise, ja oft überhaupt nicht zu berichten. Einige zweitklassige, reaktionär gesinnte Blätter, wie die „Saturday Review" und ähnliche Organe, halten den gegenwärtigen kritischen Augenblick gar für passend, um wieder das alte Lied von „Deutschlands alleiniger Kriegsschuld" anzuftim- men und allen Ernstes zu behaupten, daß „Deutsch, land für die gegenwärtige europäische Krise in erster Linie verantwortlich zu machen sei . . ." Endlich sei noch die „Morning Post" zitiert, in der ein ehemaliger Rektor des Eton-College das Schreckgespenst eines Deutschland an die Wand malt, das „aus dem Völkerbünde austreten, sich aufs Neue bewaffnen, mit Sowjetrußland ein Bündnis schließen und gemeinsam mit den Moskowitern Polen und Frankreich zermalmen werde . . ."
Mit Zitaten, wie diesen, wollten wir indessen nur einen Begriff von Ser geistigen Verwirrung geben, wie sie in Bezug auf Deutschland in gewissen Kreisen Englands immer ncch besteht.
Andere, wesentlich einsichtigere Urteile wiege» zum Glück bei weitem über.
Vor allem in den, der Regierung nahestehenden Blättern kann man fast täglich Ausführungen, wie folgende lesen: Es ist nicht wahr, daß Deutschland seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten übertreibt, um sie als Pressionsmittel zum Erreichen politischer Ziele M benutzen; Deutschland ist in der Tat am Rande ves Abgrundes angelangt; die schreckliche Not tretet die Volksmassen Deutschlands zu den verzweifeltsten Entschlüssen; ein Staatsstreich, ein Putsch oder etwas Aehnliches kann sich jeden'Augenblick ereignen; die Möglichkeit reiner Hitler-Regierung und die Nazi- Drohung, dann alle Reparationszahlungen einzustellen, müßten in England durchaus ernst genommen werden; England muß alles tun, was in seinen Kräften liegt, um solch eine Katastrophe zu verhindern; die Reparationen erweisen sich als ein entsetzlicher Fluch; von einer Wiedergutmachung der Kriegsschäden" kann überhaupt nicht mehr die Rode sein; die Reparationen fügen im Gegenteil, der Welt einen schier unglaublichen Schäden zu; läßt man die Dinge noch eine Weile so weiter treiben, so muß Deutschland unfehlbar' in die Brüche gehen; dann aber wahrscheinlich ganz Europa mit ihm . . .
Gibt es denn für Deutschland überhaupt einen Ausweg aus dieser Notlage und auf welche Weise kau»
England ihm hierbei behilflich sein?
Das ist die andere Frage, di« in England jetzt