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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Nummer 140*

Donnerstag, 48. Juni 1934

24. Jahrgang

Noch keine Lösung der Wiener Krise

Oer frühere Bundeskanzler Enders verlangt weitgehende Vollmachten / OieBotfchafterkonferenz" in Berlin / Mellons Londoner Besprechungen

Oie Außenpolitik Hai das Wort

(Von unserer Berliner Schriftlettung.)

England und die deutsche Not

Von George Popoff-London

th. Berlin, 18. Juni.

Nachdem die innerpolitischen Schwierigkeiten der letzten Wochen im wesentlichen überwunden sind, wendet sich die Reichsregierung nunmehr vor allem der Vorbereitung für die Revision der Tributfrage zu. In diesem Zusammenhänge werden auch wichtige Besprechungen mit mehreren deutschen Botschaftern in Berlin abgehalten. Der Botschafter von Schubert ist aus Rom bereits vor einigen Tagen in Berlin eingetroffen. Der Bot­schafter von Hoesch ist gestern aus Paris nach Berlin abgereist, und in der nächsten Woche wird auch der deutsche Gesandte in Washington von Prittwitz in Berlin erwartet. Außerdem befindet sich der deutsche Botschafter in Moskau von D i r ik - s c n in Berlin.

Mit diesen Botschaftern wird im Auswärtigen Amt vor allem über die Lage in den wichtigsten Gläu­bigerländern gesprochen, um die Frage zu prüfen, ob für die Erklärung des Moratoriums eventuell ein früherer Termin als der jetzt in Aussicht genommene 15. August in Frage kommen kann. Vorläufig besteht die Absicht, erst die Ankunft des amerikanischen Staatssekretärs S t i m s o n abzuwarten, der am 21. Juli in Berlin eintressen soll, ehe man das Moralo rium erklärt, wenn nicht die Entwicklung der Devi­senlage zu einem schnelleren Vorgehen zwingt.

Nachklänge...

Ms Nachklänge der parteipolitischen Auseinander­setzungen der letzten Lage sind noch einige Aeußerun- gen von sozialdemokratischer und volksparteilicher Seite zu verzeichnen, die sich mit den zwischen den Parteiführern und dem Kanzler getroffenen Verein­barungen beschäftigen. Von volksparteilicher Seite wird dabei vor allem betont, daß der Reichs­kanzler eine Vorverlegung des Termins der Ankün­digung des Transfer-Moratoriums und eine schnelle Umbildung des Reichskabinetts zugesagt habe. Bei der Regierung wird jedoch betont, daß bindende Zu­sagen des Kanzlers in dieser Hinsicht nicht gemacht worden seien, und daß insbesondere eine Umbil­dung des Kabinetts in nächster Zeit nicht in Frage komme.

Aehnliche Widersprüche bestehen bei den Sozial­demokraten, wo behauptet wird, daß sich der Kanzler auf die sozialdemokratische Forderung nach Einbe­rufung des Haushaltsausschusses An­fang August festgelegt habe, während von anderer Seite betont wird, daß der Termin für den Beginn der Beratungen über die Abänderung der Notver­ordnung vorläufig noch ganz unbestimmt ist.

OieWeltspartakiade"

Wichtiger als der Streit über diese mehr oder minder ungewissen Zusagen ist die Notwendigkeit, gegen die anwachsende Propaganda der Kommunisten Vorkehrungen zu treffen. Vom 4. bis 12. Juli soll in Berlin die sogenannteWeltspartakiade" der Roten Sportinternationale stattfinden. Der Poli­zeipräsiden von Berlin hat. ein Verbot dieser Veran­staltung noch nicht ausgesprochen, aber der Berliner Magistrat hat sich bereits zu Abwehrmaßnahmen ent­schlossen und verfügt, daß anläßlich dieser kommu­nistischen Veranstaltung keinerlei technische Einrichtungen, wie z. B. Sportplätze, Schwimmhallen, Schulräume usw., zur Ver­fügung ge st eilt werden sollen. Dabei wird vor allem auf den staatsfeindlichen und umstürzlerischen Charakter dieser Veranstaltung hingewiesen.

Die Kommunisten erklären demgegenüber, daß sie trotz des Verbotes des Magistrates ihre Veranstal­tungen auf den städtischen Plätzen abhalten wollen, und daß sie sich den Zutritt erzwingen würden.

Oingeldey fordert entschlossene Reformen"

Berlin, 18. Juni.

Dr. Dingeldey gab einem Vertreter derD. A. 3 Erklärungen über die praktischen Auswir­kungen der am Dienstag gefallenen Ents<^idung. Dr. Dingeldey führte u. a. aus:

Es ist selbstverständlich, daß wir uns nicht wöhr- los immer weiter fremde Gelder vom Ausland ab­ziehen lassen können und gleichzeitig weiter Zahlun­gen ans Ausland leisten, während wir im Innern zu wirtschaftlichen Maßnahmen mit gefährlichsten Fol­gen schreiten müssen. Dieser Zusammenhang der Tatsachen wird jedem Reichskanzler das Gesetz des Handelns über alle sonstigen Bedenken und Rücksich­ten hinweg diktieren müssen. Da die Notverordnung

nicht mehr zu beseitigen war, ohne dieGefahrder Zahlungsunfähigkeit des Reiches heraufzu­beschwören, so müssen nunmehr mit größter Be­schleunigung die vernachlässigten innere »Ursa­chen unserer finanziellen Lage durch ent­schlossene Reformen nach einem einheitlichen Gesamt­plan unter Vermeidung jeder Einseitigkeit in Angriff genommen werden. Für diese Auf­gabe bedarf es neuer entschlossener Persönlichkeiten.

Das Geheimnis um Mellon

»Daily Hcrald":Die Reduzierung der Kriegsschulden wird erörtert".

London, 18. Juni.

Trotz dem immer wieder betonten privaten Cha­rakter des Besuches des amerikanischen Schatzsekretärs Mellon in England steht es, so sagt der der Re­gierung nahestehendeDaily Herald", außer Frage, daß die Möglichkeit hinsichtlich der Reduzierung der Kriegsschulden in der Unterredung Mel­lons mit Macdonald und Henderson erörtert worden sei. Man rechnet damit, daß Mellon im Lause der nächsten Tag- dem der Ban* ,-ven Cuft-

land, dem Foreigu Office, dem Schatzminister sowie führenden Bankiers Besuche abstatten wird. Bei der Unterredung mit Mellon waren außer Henderson auch andere Minister anwesend. Der Gouverneur der Bank von England stattete nach tier Besprechung zwischen Mellon und Henderson dem Ministerpräsi­denten in seinem Amtszimmer im Unterhaus einen Besuch ab.

New Ehronicle" zufolge soll Mellon nach seiner Unterredung mit Macdonald auch den Gouverneur der Bank von England gesprochen haben.

London, 18. Juni.

Chequers und was weiter?" Diese Frage stellt sich zur Zett Jedermann, dem die Notlage Deutschlands, der Friede Europas und die Rückkehr der Welt zu besseren wirtschaftlichen Verhältnissen am Herzen liegen. Die deutschen Minister sind in Chequers gewesen. England hat ihnen aufrichtige Sympathie entgegengebracht. Der deutsche Reichskanzler sowie Außenminister Curtius haben bei allen einen vor­trefflichen Eindruck hinterlassen. Das Verhältnis zwischen Deutschland und England hat sich im Ergeb­nis ihres Besuches um eine wesentliche Nuance freundschaftlicher gestaltet. Das Reparationsproblem ist wieder zum Gegenstand der internationalen Dis­kussion geworden usw. Doch, trotz all dieser erfreu­lichen Feststellungen und trotzdem, daß seit dem Ministerbesuch nun bereits zwei Wochen vergangen sind, läßt sich die Hauptfrage noch immer nicht be­antworten: ist nun in England die Wahrheit über den tragischen Ernst der Lage in Deutschland ge­nügend durchgedrungen oder nicht? Und, falls ja, was wird von englischer Seite getan werden, um der deutschen Not zu steuern und ein Abgleiten Deutsch-

'in ' 'WstMKk Zerrüttung tf'iS stolisisches Chaov^u verhindern?

Was weiß England über den gegenwärttgen Staad der Dinge in Deutschland? Seine eigenen Blätter berichten ihm in der Regel in recht ausführ­licher und objektiver Weise. Der Berliner Korrespon­dent eines großen Londoner Blattes schildert bei­spielsweise die derzeitige Lage in Deutschland in folgenden knappen und sprechenden Sätzen: Panik­stimmung an sämtlichen deutschen Börsen; Flucht des deutschen Kapitals nach dem Auslande; große Nach­frage nach fremden Devisen; Verteuerung des Kre-

Kaltstellung des Parlaments?

(Eigener Drahtbericht.)

' Wien, 18. Juni.

Die Amtliche Nachrichtenstelle meldet: Der Bundes- Präsident ersuchte gestern abend den Bundeskanzler Dr. Enders, die Bildung der neuen Regierung zu über­nehmen. Bundeskanzler Dr. Enders erklärte, daß nach seinen Erfahrungen die außerordentlichen Schwierig­keiten der Lage vom Parlament in seiner gewöhnlichen Weise nicht bewältigt werden können. Erste Bedingung sei, daß das Parlament der Regierung weitgehende außergewöhnliche Vollmachten für einen angemessenen Zettraum erteile, um das Gleichgewicht im Bundeshaushalt wieder herzustellen und in dem die Creditanstalt betreffenden Fragenkomplex die gebo­tenen Maßnahmen treffen zu können. Die Mitwirkung eines kleinen Parlamentsausschusses bei Ausübung der außerordentlichen Verordnungsgewalt wäre dabei vorgesehen. Eine weitere Bedingung sei, daß die Bereitwilligkeit gewisser Persönlichkeiten zur Mitwirkung in der neuen Regierung gegeben sei.

Der Bundeskanzler wird heute durch Fühlung­nahme mit den Parteien und den in Frage kommen­den Persönlichkeiten feststellen, ob diese Bedingungen erfüllt werden, worauf er seine Entscheidung über die Annahme der Betrauung treffe» wird.

*

Wien, 18. Juni. Wie die Blätter erfahren, hat die Polizei gegen einen früheren Direktor der Crevitanstalt, der bereits seit längerer Zeit pensioniert ist und sich im Auslande aujhält, eine Untersuchung eingeleitet.

Mussolinis Streit mit der Kirche

Eine Darstellung des Duce.

Paris, 18. Juni.

In einer Unterredung mit einem Vertreter des »Journal" Wer den Konflikt mit dem Vatikan er­klärte Mussolini, daß er Religion nicht nur für die Massen des Volkes, sondern auch für die geistige Elite für dringend notwendig halte. Er wolle, daß im ganzen Lande Glauben verbreitet sei, daß die Kinder den Katechismus lernten und am Sonntag die Kirche besuchten. Zu diesem Zwecke übten die Priester ihr Amt aus. Das sei Religion; der Rest aber sei Politik, und die Politik repräsen­tier e e r. Er werde nicht zulasten, daß jemand an dem rühre,-was des Staates ist. Sobald die Kinder ins schulpflichtige Alter träten, gehörten sie unteil­bar dem Staate. Die Kirche bedürfe zur Erreichung

ihrer Ziele die Autorität, über die allein der Staat verfüge.

Was den gegenwärtigen Streit mit der Kirche an- belange, so habe er die katholische Aktion genügend gewarnt, doch habe das nichts genützt. Aus der Rich­tung der Bewegung habe er gemerkt, daß an ihrer Spitze Fanatiker der faschistenfeindlichen Volkspartei stäitden; deshalb habe er handeln müssen. Im übri­gen sei der Zwischenfall unbedeutend gewesen und garnicht mit den spanischen Ereignissen zu verglei­chen. Der Faschismus sei Herr der Lage.

2Z5 Milliarden Franken...

für Ausbau der französischen Grenzfestungen.

Paris, 18. Juni.

Am Mittwoch nahm der Finanzausschuß der Kammer die Kabinettsvorlage für die Grenz­befestigungen im Betrage vo» 2 Milliar­den 500 Millionen Franken (rund 400 Mil­lionen Reichsmark) für das Haushaltsjahr 1931/32 mit allen gegen eine Stimme an. Die sozialistischen Mitglieder des Ausschusses wohnten der Abstimmung nicht bei.

*

Der Heeresausschuß der Kammer hat die Verteidigungsanlage zwischen > Straßburg und Longuyon besichtigt und eine Entschließung angenom­men, in der es heißt, daß die Organisierung der Verteidigung der nordöstlichen Befestigun­gen dem Ausschuß als unerläßliche Ergänzung zum Gesetz über die einjährige Dienstpflicht erscheine. Denn diese Verteidigungsanlage, die mit besonders ausgebildeten Truppen besetzt werden soll, gewähre Frankreich bei einem Angriff den nötigen Schutz. Der Ausschuß setzte sich dann für schnellste Vollendung der programmäßig vorge­sehenen Befestigungsbauten ein.

Wieder polnische Militärflieger über deutschem Gebiet

Freystadt, 18. Juni.

Gestern abend zwischen 5 und 6 Uhr überflogen zwei polnische Militärflugzeuge, gekennzeichnet durch die rot-weißen Karees, deutsches Gebiet zwischen Freystadt und Garnsee. Sie flogen in der Richtung auf Graudeuz.

dits; ein Bankrott industrieller Unternehmungen nach dem anderen; verzweifelte Stimmung bei allen zum Mittelstand gehörenden Leuten, wie Beamten, Kauf­leuten, Angestellten usw.; hungernde Arbeitslose stür­men überall Lebensmittelläden; starkes Anschwellen der Zahl der Nationalsozialisten und Kommunisten; die Kommunisten-Tumulte in allen Gegenden des Reiches sind, obgleich unbedeutend als Einzelfälle, dennoch als Ganzes genommen über alle Maßen be­unruhigend; säst täglich Unruhen und blutige Zu­sammenstöße, stets mit so und so vielen Verwundeten und Toten; für den kommenden Winter die trüb- sten Perspettiven, ja die Aussicht eines regelrechten Bürgerkrieges in ganz Deutschland , . .

All dieses sollte eigentlich genügen. Es sollte den Briten als ein lautesEngland, erwache!" in den Ohren klingen und sie zu Taten ermuntern. Doch in Wirklichkeit ist dieses durchaus noch nicht in genügen­dem Maße der Fall.

Einem großen Teil der Engländer fehlt »och immer dqs rechte Verständnis für de» tragische« Ernst der gegenwärtig in Deutschland vor sich gehenden Dinge. Ucberdies Hub solche Blätter, wie die noch immer stark antideutsch gesinnteDaily Mail" und Kon­sorten, keineswegs die einzigen Vertreter einer ge­wissen Richtung, die an die deutsche Not überhaupt nicht glauben will, die die doch wahrlich bis zum Aeußersten gehende Notverordnungeine schamlose Camouflage" nennt, die Macdonald den Vorwurf macht, daß er sichvon Brüning habe einwickeln las­sen" und die von einer Erleichterung der Repara­tionslasten nichts hören will,weil man dann Deutschland auf Samt und Seide betten würde .. . Wenn auch nicht so ausgesprochen unfreundlich, so dennoch zurückhaltend und trocken genug ist zur Zeit auch die Haltung derTimes" Deutschland gegen­über. Nachdem dieTimes" sich während der Tage von Chequers beharrlich bemüht hatten, die Bedeu­tung des deutschen Ministerbesuches auf jede Art und Weise herabzusetzen (unter anderem brachten sie, fast als einziges Londoner Blatt, nicht mal ein Bild der deutschen Minister), zeigen sie jetzt die klare Absicht, Deutschlands Schwierigkeiten zu minimalisieren und über sämtliche Unruhen und Hungerrevolten in Deutschland in der kürzesten Weise, ja oft überhaupt nicht zu berichten. Einige zweitklassige, reaktionär gesinnte Blätter, wie dieSaturday Review" und ähnliche Organe, halten den gegenwärtigen kritischen Augenblick gar für passend, um wieder das alte Lied vonDeutschlands alleiniger Kriegsschuld" anzuftim- men und allen Ernstes zu behaupten, daßDeutsch, land für die gegenwärtige europäische Krise in erster Linie verantwortlich zu machen sei . . ." Endlich sei noch dieMorning Post" zitiert, in der ein ehemali­ger Rektor des Eton-College das Schreckgespenst eines Deutschland an die Wand malt, dasaus dem Völ­kerbünde austreten, sich aufs Neue bewaffnen, mit Sowjetrußland ein Bündnis schließen und gemeinsam mit den Moskowitern Polen und Frankreich zermal­men werde . . ."

Mit Zitaten, wie diesen, wollten wir indessen nur einen Begriff von Ser geistigen Verwirrung geben, wie sie in Bezug auf Deutschland in gewissen Kreisen Englands immer ncch besteht.

Andere, wesentlich einsichtigere Urteile wiege» zum Glück bei weitem über.

Vor allem in den, der Regierung nahestehenden Blättern kann man fast täglich Ausführungen, wie folgende lesen: Es ist nicht wahr, daß Deutschland seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten übertreibt, um sie als Pressionsmittel zum Erreichen politischer Ziele M benutzen; Deutschland ist in der Tat am Rande ves Abgrundes angelangt; die schreckliche Not tretet die Volksmassen Deutschlands zu den verzweifeltsten Entschlüssen; ein Staatsstreich, ein Putsch oder etwas Aehnliches kann sich jeden'Augenblick ereignen; die Möglichkeit reiner Hitler-Regierung und die Nazi- Drohung, dann alle Reparationszahlungen einzustel­len, müßten in England durchaus ernst genommen werden; England muß alles tun, was in seinen Kräften liegt, um solch eine Katastrophe zu verhin­dern; die Reparationen erweisen sich als ein entsetz­licher Fluch; von einer Wiedergutmachung der Kriegsschäden" kann überhaupt nicht mehr die Rode sein; die Reparationen fügen im Gegenteil, der Welt einen schier unglaublichen Schäden zu; läßt man die Dinge noch eine Weile so weiter treiben, so muß Deutschland unfehlbar' in die Brüche gehen; dann aber wahrscheinlich ganz Europa mit ihm . . .

Gibt es denn für Deutschland überhaupt einen Aus­weg aus dieser Notlage und auf welche Weise kau»

England ihm hierbei behilflich sein?

Das ist die andere Frage, di« in England jetzt