Einzelbild herunterladen
 

e

Nummer 137*

Montag, 15. Zum 1931

21. Jahrgang

Hessische Abendzeitung

« J• <^/ E^8ebühr 25 4 (bei Zustellung 85 4). — Für das Erscheine» von Anzeigen fa nunasN-»-?Ä»^"n?" besonderen Platzen und für telephonisch erteilte Aufträge keine SewHr.' Rech, uungsdetrage innerhalb von 5 Tagen zahlbar. Gerichtsstand Kassel. — Poftscheckkouw Frankfurt a. M. 6381

Kasseler Neueste Nachrichten

1 Kasseler Abendzeitung

wSchentlich sechsmal nachmittags. AbonnementsvretS- kür »en Mono« j »et o„ stellungsgebüA?" In"f^lleEn?» Röderer Wewalt he^t.hf" e ®UrS ?ie dolt monatlich 2,30 Jt ausschließlich Zu' ^ÄfeTBÄ1 StÄ

Lammelnmnmer 6800. Jurtsrtkche Sprechstunden Dienstag uL säitags l7-L uA Ulntsche ©»rafe UK L

Französischer Ausflugsdampfer gesunken!

Schweres Echiffsunglück vor der Loire-Mündung / Brünings Verhandlungen mit der Deutschen Volkspartei / Keine Reichstagseknberufung?

alten

den den

Orte

Die

, Zur Ausarbeitung eines Rechtsgutachtens 'bedarf es eines Verfahrens, das äußerlich einem Prozeß­verfahren gleicht — mit Plädoyers und breiten Darlegungen beider Parteien zum Streitgegenstand. Wie in einem Prozeß dürfen Zeugen vernommen und Sachverständige gehört werden. Auch dritte Staaten können, wenn es der Gerichtshof für erfor­derlich hält, zur Verhandlung geladen werden. Die Verhandlungssprache ist englisch oder französisch, wobei es gestattet ist, auch eine andere Sprache zu gebrauchen.

Nach dem öffentlichen Prozeßverfahren findet in zahlreichen Geheimsitzungen die Festlegung des Rechtsgutachtens durch die fünfzehn Weltrichier statt. Beschlüsse werden mit Mehrheit ge-- f aß l, wobei es allerdings der Minderheit gestattet ist, ihre äbweichende Auffassung in einem besonderen Gutachten niederzulegen. Die Dauer des Verfahrens richtet sich ganz nach dem Streitgegenstand. Die Haa­ger Cour Hal zur Fertigstellung von Rechtsgütachten schon ein Jähr gebraucht. Im Falle des deutschen Zollunionsplans wird aber die Haager Cour die Be­schlußfassung über das Rechtsgutachten m" " be­schleunigen.

Paris, 15. Juni.

Zu der Katastrophe Wird ergänzend berichtet:

Der Bergnügungsdampfer .St. Philbert" war am Sonntag vormittag mit Ausflüglern nach der Insel Noirmoutier ausgelaufen. Nach einem mehrstündigen Aufenthalt auf der Insel begaben sich die Ausflügler

eine Beratung über die politische Lage ab, zu der die Zentrumsvertreter außerordentlich zahlreich erschienen waren, und die der Vorsitzende der Deutschen Zen­trumspartei, Prälat Dr. Kaas, leitete. Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsarbeitsminister Dr. Steger- wald erstatteten einleitend Bericht.

Der Reichskanzler fand für seine Politik volles Verständnis und einmütige Anerkennung. Für die unmittelbar bevorstehenden Entscheidungen und für die schweren Aufgaben der kommenden Mo­nate sprach die Versammlung dem Reichskanzler un­eingeschränktes Vertrauen aus.

Die einmütige Auffaffung der Reichstagsfraktion und des Reichsparteioorstandes wurde in einer Ent­schließung festgelegt, in der es u. a. heißt: „Die ernste Lage Deutschlands und die allgemeine Krise, die seine Zukunft bedroht, zwingen die Zentrumspartei, alle Kräfte einzusetzen und höchste Verantwortung zu tra­gen. Gegen Einzelheiten bej letzten Not­verordnung bestehen auch in der Zentrumspartei st ä r k st e Bedenken. In Zeiten gesicherter wirt­schaftlicher und politischer Verhältniffe wären manche Einzelbestimmungen der Notverordnungen unver­ständlich und unerträglich,. Um aber die Nation zu erhalten, um eine geordnete Staats- und Wirtschafts­führung zu ermöglichen, um das Umsinken in finan­zielles und wirtschaftliches und damit politisches Chaos zu verhindern, stützt die Deutsche Zentrums­partei auch heute die Reichsregierurng und spricht insbesondere dem Reichskanzler und den der Partei angehörigen Mitgliedern des Kabinetts für ihre Hin­gabe und opfervolle Arbeit ihren Dank aus. Eie tut dies auch in der Erwartung, daß durch die Zusammen- faffung aller Kräfte im gegenwärtigen Augenblick am raschesten eine Lage geschaffen wird, die die Mih- derung der größten Härten der Notverordnung er­möglicht. । .

Die Deutsche Zentrumspartei weiß, daß die Re­gierung unter Abwägung aller Möglichkeiten den Weg für eine durchgreifende. Erleichterung untrag- barer Reparationslasten vorbereitet und betreten hat. Die Zentrumspartei stärkt die Regie­rung in diesem Beginnen.

In dieser ernsten Zeit sind zaghafte parteiegoisti­sche lleberlegungen nicht am Platze. Die Einberu­fung des Reichstages gefährdet die na- tionale Arbeit der Reichsregierung. Die Zen­trumsfraktion wird deshalb die Einberufung ad- lehnen."

th, Berlin, 15. Juni.

In der am Sonnabend fo außerordentlich zuge- spitzten politische Lage ist über Sonntag eine ganz wesentliche Beruhigung und Entspannung eingetre­ten, so daß man schon heute wohl mit Bestimmtheit darauf rechnen kann, daß der Aeltestenrat des Reichs tages am morgigen Dienstag von der Einberufung des Parlaments Abstand nehmen und damit den Ausbruch einer Krise vermeiden wird.

Die Unterredung im V-Zug

Diese Aenderung der Lage ist vor allem aus eine Unterredung zurückzuführen, welche der Reichs­kanzler am Sonnabend abend mit dem Führer der Deuffchen Vollspartei, dem Abgeordneten Din­ge l d e y, im Zuge zwischen Berlin und Hannover gehabt hat. Am Sonnabend hatte der Kanzler be­kanntlich noch verschiedene Besprechungen mit den Vertretern verschiedener Fraktionen gehabt, und es war nicht mehr genug Zeit vorhanden, um vor der Abreise zu der Hildesheimer Fraktionssitzung des Zentrums auch noch die Besprechung mit dem Abge­ordneten Dingeldey durchzusühren. Infolgedessen fand sich Dingeldey am Potsdamer BahUhof ein, als der Kanzler den Zug nach Hannover bestieg und machte die Reise nach Hannover mit Dr. Brüning gemeinsam. Dabei war Gelegenheit zu einer sehr

Paris, 15. Juni.

Aus St. Nazaire wird gemeldet, daß der Dampfer „Saint Philbert", der vormittags mit 450 Ausflüg- Icrn Nantes verlassen hat, fünf Seemeilen von St. Nazaire entfernt in einen Sturm geraten und unter­gegangen ist.

Der Dampfer, ein 1923 gebautes, 189 Tonnen gro­ßes Schiff von 32 Metern Länge, war mit 450 Aus­flügler», die fast sämtlich Mitglieder einer Genvssen- schaft waren, mittags ausgelaufen. Er erreichte das Ziel des Ausflugs, den Hafen von Noirmoutier auf der vorgelagerten Insel Chataigner gegen 16 Uhr. Als das Schiff die Rückfahrt antrat, war Sturm eia- getreten und das Meer stark bewegt. An der St. Gil dasspitze lief der Dampfer auf ein Felsenriff. Da dir Rückfahrt des Schiffes schon bei Sturm angetreten wurde, hofft man lediglich, daß zahlreiche Passagiere — man rechnet mit etwa 100 die bereits seekrank waren — in Noirmoutier zurückgeblieben sind, sodaß dadurch die Zahl der Opfer etwas verringert sein könnte. Tatsache ist, daß bis jetzt nur 8 Ueberlebende gerettet wurden und drei Leichen geborgen sind. Die Hoffnung besteht jedoch immer noch, daß vielleicht einige der Ausflügler sich schwimmend ans Land ret­ten konnten.

*

Parts, 15. Juni. Nach den letzten Nachrichten aus St. Nazaire hat das Schisfsunglück etwa dreihundert Todesopfer gefordert. Etwa fünfzig Ausflügler hatten den Dampfer bereits in Pornic verlassen, um des drohenden Unwetters wegen die Eisenbahn zu benutzen. Acht Personen konnten aus dem Wasser ge­zogen werden. Ein Geretteter berichtet, daß der Dampfer in einer Minute gesunken sei. Durch das Hiudräugen vieler Menschen nach einer Seite habe der Dampfer schwere Schlagseiten erhal­ten und sei gekentert. Der Seegang sei so stark gewesen, daß auch das Rettungsboot mehrfach umgeschlagen sei. wobei noch zwei Gerettete ertranken. Um ihn herum hätte» unzählige Menschen hilflos mit dem Tode gerungen. Die markerschütternden Schreie der Ertrinkenden, darunter viele Frauen und Kinder, hätte der Sturm und das Brausen des Wassers über­tönt.

Von der französischen Westküste laufen Sturmmeldungen ein, die das Dampferunglück begreiflich machen. Der Orkan dauerte etwa vier Stunden und richtete schweren Schaden an. Bei Düu-

Eemeindekirche wurde vom Blitz getroffen und mit dreißig Bauernhäusern eingeäschert Verschiedene kleinere Ortschaften Boten nach dem Wolkenbruch ein Bild wüstester Zerstörung. Das Unwetter war mit einem empfindlichen Temperatursturz verbunden.

um 15 Uhr zur Rückfahrt an Bord. Die Anker wur­den bei schönstem Wetter gelichtet, doch

erhob sich nach etwa einstündiger Fahrt ein Sturm, der von Minute zu Minute an Heftigkeit zunahm.

Der kleine Vergnügungsdampfer war dem Seegang nicht gewachsen und geriet sehr bald in eine äußerst kritische Lage. Vermutlich wurde das Unglück noch dadurch beschleunigt, daß die Passagiere alle nach Steuerbord liefen, um vor-dem Unwetter Schutz zu suchen, wobei das Schiff schwere Schlagseiten erhielt. Eine Sturzsee verstärkte das Uebergewicht und brachte .die St. Philbert" mit Sekundenschnelligkeit zum Kentern.

Die Leuchtturmwärter von Cap St. Gildas waren ohnmächtige Zeugen des Unglücks.

C ic konnten nichts anderes tun, als die Rettungsge­sellschaft von St. Nazaire zu benachrichtigen, die sofort einen Dampfer zur Rettung der Schiffbrüchigen aus­sandte. Infolge des hohen Seeganges erschien von vornherein ein HUfebringen hoffnungslos. Um 23 Uhr kehrte das ausgesandte Fahrzeug mit acht Ueber- lebenden und vier Leichen an Bord zurück. Alle übri­gen Fahrgäste des Unglücksdampfers müssen in den Wellen ihren Tod gefunden haben.

Die Rnglücksbotschaft rief eine unbeschreibliche Erregung hervor.

Die Passagiere sprangen zum größten Tell über Bord oder wurden von den Wellen mitgerissen. Als das erste Rettungsschiff an der Unglücksstelle erschie­nen sei, habe es nicht mehr viel ausrichten können. Die See sei im weiten Umkreise mit Leichen und Trümmern bedeckt.

kirchen wurde ein Kraftwagen vom Sturm in Kanal geschleudert, wobei die beiden Insassen Tod fanden.

Wie das Unglück geschah!

faffungen der beiden Persönlichkeiten eine Annähe­rung erzielt und damit eine Krise vermieden werden könne.

Bei diesen drei Fragen ist besonders zu erwäh­nen, dieß die Gewnnung neuer Persönlichkeiten für das Kabinett nicht etwa den von der Volkspartei ursprünglich scharf geforderten Umbäu der Reichsre­gierung darsiellt, sondern daß es sich dabei höchstens um die Neubesetzung der seit langer Zeit un­besetzten Ministerien der Justiz und der Wirt­schaft handeln kann. Im übrigen dürfte der Ab­geordnete Dingeldey nunmehr auch zu der Ansicht gekommen sein, daß im gegenwärtigen Augenblick eine Reichstagseinberufung unmöglich sei.

Luther-Brami-Loebe

Dr. Brüning ist am Sonntag nachmittag von Hil­desheim nach Berlin zurückgekehrt und wird im Laufe des heutigen Tages noch einige Unterredungen mit Vertretern der Fraktionen haben. An diesen Unterredungen nehmen auch der Preußische Minister­präsident Braun, der Reichsbankpräsident Dr. Luther und der Reichstagspräfident Loebe teil. Diese Konferenzen werden also in besonderem Maße dazu führen, daß den Fraktionsführern nicht nur die Auffassung des Reichskanzlers, sondern auch die An­schauung der drei andere» Persönlichkeiten mitge- teilt wird, wobei Dr. Luther insbesondere auf die unabsehbaren finanzpolitischen Folgen einer Krise Hinweisen dürfte, während der preußische Minister Präsident wahrscheinlich insbesondere auf die unter de» Gesichtspunkten der öffentlichen Ordnung und der Polizeigewalt bestehenden Gefahren u»d der Reichsbankpräsident Loebe auf die allgemeine poli­tische Lage aufmerksam machen werden.

Von der Sozialdemokratie werden noch Kom­promiß Verhandlungen in der Richtung an­gestrebt, daß man eventuell den Haushalt­ausschuß einberufen will, um wenigstens eine Diskusstonsmöglichkeit über die Abänderungswünsche zur Notverordnung zu schaffen. Irgendwelche Poli­tischen Gefahren würden mit den Ausschußberatun­gen natürlich nicht verbunden sein, da keinerlei MöglicPeit zu endgültigen Beschlußfassungen besteht.

Das Zentrum hinter Brüning

Hildesheim, 15. Juni.

Die Zentrumsfraktion des Reichstages und der Vorstand der Deutschen Zentrumspartei hielten hier

Unwetter über England

London, 15. Juni.

Am Sonnabend abend wurde England von schwe­ren Unwettern heimgesucht. In Birmingham stürzten infolge des Sturmes und der heftigen Regen­güsse zahlreiche Häuser ein. Ganze Häuserreihen wur­den ihrer Dächer und Schornsteine beraubt. Eine Frau wurde unter Haustrümmern begraben und ge­tötet. Etwa zehn Personen wurden schwer verletzt. Durch Blitzschlag wurden zwei Personen getötet. An vielen Stellen war das Unwetter von schweren Hagelschauern begleitet. Bei Birmingham wurde von dem Sturm ein Kleinauto 50 Meter weit

In wenigen Tagen — Mitte Juni — beginnt vor dem Internationalen Gerichtshof im Haag die Verhandlung über das Rechtsgutachten, das der Völ­kerbundsrat über die Vereinbarkeit der deutsch- österreichischen Zollunion mit den beste­henden internationalen Verträgen eingefordert hat.

lieber die Aufgaben des Internationalen Ge­richtshofes «n Haag — in der Diplomatensprache Haager Cour genannt — uns Wer den Gang eines Verfahrens herrscht in Deutschland noch weitgehende Unkenntnis. Bei der Wichtigkeit der Entscheidung, die jetzt die Haager Cour zu fällen hat, ist es nötig, daß man über die Tätigkeit dieses Haager Weltge­richtshofes einigermaßen Bescheid weiß. Zunächst: die Haager Cour ist nicht zu verwech­seln mit dem sogenannten Haager Schiedshof, der auf Beschluß der ersten Haager Friedenskonferenz im Jahre 1899 errichtet wurde. Irgendwelche praktische Bedeutung 'bat dieser Haager Schiedshof der Vorkriegszeit niemals gewonnen. Er stellte nie ein wirkliches „Gericht" mit festbesoldeten und unabhängigen Richtern dar. Ein solcher Welt­gerichtshof mit unabhängigen und festbesoldeten Richtern ist dagegen der Internationale Gerichtshof l Haager Cour), der im Jahre 1923 um Haag auf Be­treiben des Völkerbundes ins Leben gerufen wurde. Seine fünfzehn Richter werde» alle sieben Jahre von der Völkerbundsverfammlung gewählt. Es ist viel­leicht zu wenig bekannt, daß seit einem knappen Jahr auch Deutschland in der Richterschaft der Haa­ger Cour durch den bekannten Völkerrechtslehrer S ch ü ck i n g vertreten ist. Dem Richterkollegium ge­hören von bekannteren Männern noch weiter an der Amerikaner Kellogg, der Vater" des berühmten Paktes, der Franzose Fromageot und der Eug- lättver Hurst. Als Präsident des Haager Gerichts­hofes fungiert augenblicklich -der Japaner A d at - schi. Man muß noch hinzufügen, daß die interna­tionalen Richter im Haag von politischen Einflüssen vollkommen unabhängig sind oder fein sollen.

Wie geht nun oas Verfahren über den deutschen Zollutrionsplan vor diesem Gerichtshof vor sich?

i emgehenden Unterredung, als bereit Ergebnis am gestrigen Sonntag eine Parteioffiziöse Notiz der Volkspartei herausgegeben wurde, in der im wesent­lichen folgendes gesagt wird:

Zu Beginn der Unterredung zwischen dem Kanz­ler und Dingeldey haben die drei hauptsäch­lichsten Fragen nn Vordergründe gestanden, um die es bei der Deutschen Volkspartei geht:

L Wie man die Revision der Tribut­lasten so schnell wie möglich nachträglich erreiche» könne, besonders nachdem die Devisenlage eine ver­schärfte Situation geschaffen habe,

L.Wie man die Sicherung des Zieles der Not­verordnung durch Reformen und durch einen finanziellen und wirtschaftlichen Plan er­reichen könne,

3. Wie man die besten und parteipolitisch mög­lichst nicht gebundenen Persönlichkei­ten für das Kabinett zur Durchführung der be­vorstehenden Aufgaben gewinnen könne, um auf diese Weise das Vertrauen der Bevölkerung zur Regierung wieder herzustelleu.

Heber die Bedeutung dieser Fragen bestanden zwischen dem Kanzler und dem Abgeord­neten Dingeldey keine Meinungsverschiedenheiten mehr, und infolgedessen wurde es gestern als nicht ausgeschloffen bezeichnet, daß zwischen den Aus-

durch die Luft getragen und in einen Graben ge­schleudert. Bei Parkhill wurde» Hunderte von

Die Haager Eour

Der Weltgerichtshof, der über die Zollunion entscheidet

Bäumen entwurzelt.

Ein Wolkenbruch richtete in dem kleinen Weddington verheerende Zerstörungen an.

Die Botschafter berichten in Berlin

Berlin. 15. Juni.

Die Reichsregierung betrachtet nicht nur die in­nere, sondern auch die außenpolitische Lage Deuffch- lands als sehr ernst. Das Auswärtige Amt hat da­her die deutschen Botschafter aus den wich­tigsten Ländern zur Berichterstattung nach Berlin gebeten, insbesondere den Washingtoner Bot- scbafter v. Prittwitz und Gassron, den Pariser Bot­schafter v. Hoesch und den römischen Botschafter v. Schubert. Die Reichsregierung will sich durch per­sönliche Besprechung mit ihren wichtigsten Ausland s° bertretern ein möglichst genaues Bild von der Stimmung bei den Großmächten gegenüber Deutfch- über deren Haltung zur "Jwratiousfrage oerzcyaffeu. t

politische Lage entspannt!

(Von unserer Berliner Schriftleitung.)

Dreihundert Todesopfer

(Eigene Drahtmeldung.)