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Hummer 119* Sonnabend/Sonntag, 23-/24. Mai 1931 21. Jahrgang
Oie politischen Ergebnisse von Gens
Innerdeutsche Sanierung und fjoungplan-Nevisiorr unzertrennlich / Gandhi macht Schwierigkeiten
Kabmeiisarbeii vor Chequers
Oie Völkerbunds-Komödie
Oie Ankurbelung der Reparationsfrage
(Von unserem Genfer Sonderberichterstatt er.)
ott unserer Berliner Schriftleitung.)
(V
t Berlin, 23. Mai.
In der Woche nach Pfingsten wird das Reichskabinett mit verstärktem Eifer an die Beratung der in Aussicht stehenden Notverordnung gehen, die in den letzten Wochen vom Kanzler, den zuständigen Ressortministern und Sachberatern gründlich vorbereitet worden ist. Es bleiben dann allerdings auch nur noch 9—10 Tage bis zur Abreise des Kanzlers und des Außenministers nach England übrig und in dieser kurzen Zeitspanne soll die Notverordnung unter allen Umständen fertig gestellt werden, damit sie entweder bei der Abreise, oder noch während des Aufenthaltes in England, spätestens aber bei der Rückkehr verkündet werden kann. Der Reichskanzler legt besonderes Gewicht darauf, daß das Inkrafttreten der neuen Notverordnung zu diesem Zeitpunkte erfolgt, weil er bei seinem Besuch in Chequers auf diese Notverordnung als aus eine vollendete Tatsache Bezug nehmen möchte, denn dieser Besuch soll bekanntlich der Ankurbelung der Reparationsfrage dienen und das kann, nach dem bekannten Programm des Kanzlers, mit Aussicht auf Erfolg nur auf der Basis der inneren deutschen Sanierung in Angriff genommen werden.
Da die Notverordnung die Grundlage für diese Sanierungsarbeit fein und der innere Zusammenhang zwischen der Veröffentlichung dieser Notverordnung und den Besprechungen in Chequers nicht zu verkennen ist, wird man in der Regierung in dieser Hinsicht wohl keine Rücksicht mehr auf die Parteien nehmen, die sowohl mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung, als auch mit manchen Teilen des Inhaltes nicht einverstanden sein werden. So wird es z. B. von der S. P. D. bestimmt unangenehm empfunden werden, wenn die Notverordnung unmittelbar nach dem Abschluß des sozialdemokratischen Parteitages, der vom 31. Mai bis zum 6. Juni dauert, herauskommt, also während der Eugland- rcife des Kanzlers und des Außenministers. Aber aus den oben erwähnten Gründen wird dieser Termin sich wahrscheinlich kaum umgehen lassen.
Der Reichskanzler ist allmählich zu der Ueberzeu- gung gekommen, daß nicht nur die Regierung, sondern auch die Parteien an sich, angesichts der wachsenden Not der Reichsfinanzen, sich in einer Zwangslage befinden, bei der man nicht an jedem Schönheitsfehler der neuen Notverordnung Anstoß nehmen kann, sodaß mit einer Krisengefahr, soweit die Parteien als Urheber in Betracht kommen, schwerlich zu rechnen ist. Bekanntlich ist auch eine Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder in Aussicht genommen, die jedoch, wenn die Dinge den hier skizzierten Verlauf nehmen, nicht mit dem Augenblick der Veröffentlichung der Notverordnung zusammenfallen würde, sondern die dann einer vorherigen vertraulichen Unterrichtung der Ministerpräsidenten dienen würde. Die Veröffentlichung selbst würde wahrscheinlich von einem Aufruf der Regierung an die Bevölkerung begleitet fein, in welchem das Volk auf die gleichzeitig zu unternehmende außenpolitische Aktion zur Senkung der Tribute hingewiesen werden dürfte.
lieber den Inhalt der neuen Notverordnung selbst lasten sich immer noch keine sicheren Angaben machen, da ja das Reichskabinett, wie gesagt, erst in der nächsten Woche an die erforderlichen Beratungen und an die Erledigung der einzelnen Punkte dieser Notverordnung Herangehen wird. Immerhin ergibt sich schon jetzt ein gewisser Ueberblick über die Probleme und Möglichkeiten, mit denen die Sanierungs- Maßnahmen überhaupt^ im Zusammenhänge stehen. Dabei sind an erster Stelle immer wieder sehr umfangreiche Streichungen am Reichshaushaltsplan zu nennen, die sich diesesmal auch auf den Reichswehretat und besonders auf die bei den verschiedenen Ressorts vorhandenen Fonds erstrecken dürsten, die aber insgesamt den Betrag von etwa 250 Millionen schwerlich überschreiten dürften. Weiterhin sind einschneidende Resormmaßnahmen bei den Sozialversicherungen geplant. Darunter eine Herabsetzung der Leistungen in den höheren Klassen der Arbeitslosenversicherung, Herausnahme einzelner Erwerbsgruppen aus dieser Versicherung, sowie eine Erhöhung der Beiträge. Auch bei der Krisenfürsorge ist eine Neuregelung zu erwarten und auch bei den anderen Versicherungen werden Ersparniste angestrebt werden. So wird von einer Kürzung der Renten der Kriegsbeschädigten gesprochen, die sich aber nur aus zwei Gruppen erstrecken soll, nämlich auf diejenigen, die zu 20 Prozent erwerbsunfähig sind und auf diejenigen, die ein volles Berufseinkommen haben. Besonderes Gewicht scheint man dem Plane einer neuen Kürzung der Beamtengehälter beizumeffen: man spricht zunächst von 4 Prozent, rechnet aber mit der Möglichkeit einer Staffelung nach oben. Eine Beamten
gehaltskürzung soll vor allem den Ländern einen Ausgleich für die automatische Verringerung der Ueberweisungssteuer schaffen, die durch den schlechten Eingang der Steuern eingetreten ist. Die Umsatzsteuer wird wohl als letzte Reserve der Reichsregierung zu betrachten fein und daher vorläufig unangetastet bleiben. Dagegen werden, wie gestern schon mitgeteilt, wahrscheinlich neue Zuschläge zur Einkommensteuer in Betracht kommen und ebenso soll auch eine Erhöhung der Benzinsteuer und evtl, eine Erhöhung der s. Zt. aufgehobenen Zuckersteuer geplant fein," die jedoch nur geringe Erträge bringen wurde. Eine Entlastung der Gemeindefinanzen wird wahrscheinlich mit Hauszinssteuermitteln versucht werden, sodaß man bann die Förderung des Wohnungsbaues besonders durch Maßnahmen der Zinsverbilligung anstrengen müßte.
Bei allen den hier erwähnten Punkten handelt es sich zunächst um Projekte, die in den Kreis der Erörterungen hineingehören, von denen aber int Moment noch dahingestellt bleiben muß, ob sie in allen Einzelheiten von der Reichsregierung verwirklicht werden. Anfang der nächsten Woche wird zunächst der Auss.-ntnimster 2r. CuMus, bet heule von Genf <-e- reist und morgen mit der Delegation wieder in Berlin eintrifft, dem Reichspräsidenten von Hindenburg und dem Reichskabinett Bericht erstatten über die Genfer Tagung, dann aber werden fofort die Arbeiten an der Notverordnung beginnen.
Genf, 23. Mai.
Die Regelung des polnisch-danziger Streitfalles durch den Völkerbundsrat wird in unterrichteten Danziger Kreisen als befriedigend betrachtet, vor allem im Hinblick aus die weitgehenden Forderungen, die Polen in den vorausgegangenen Verhandlungen stellte. Polen hatte die Einsetzung eines internationalen Polizei- Präfekten verlangt, der die Leitung der Danziger Polizei in die Hand nehmen und Danzig auf dem Gebiete feiner Polizeihoheit ausschalten sollte. Dieser Anspruch ist vollständig abgewehrt worden. Ebenso sind auch Forderungen nach Erweiterung der Befugnisse des Oberkommissars, die eine ernste Einschränkung der Danziger Souveränität bedeutet hätten, gescheitert und vor allem ist an der objektiven Haltung des Oberkommissars Gravina, die man in Danziger Kreisen rückhaltlos anerkennt, die Forderung Polens auf Heranziehung polnischer Truppen oder Polizeikräfte nach Danzig abgeprallt.
Durch die besonnene Haltung Gravinas ist so eine gefährliche Maßnahme vermieden worden, die unabsehbare Folgen auf die Stimmung der Danziger Bevölkerung hätte haben müssen. Obwohl Polen bisher beftritt, eine solche Forderung nach Heranziehung» polnischer Truppen gestellt zu haben, ergibt sich aus dem heute vor dem Völkerbundsrat erstatteten Bericht Gravinas, daß tatsächlich ein solches Ansinnen gestellt wurde. — In den Danziger Kreisen äußert man sich sehr befriedigt über das Eingreifen des Ratspräsidenten Dr. Curtius dem einseitigen Appell Hendersons gegenüber, der umso ungerechtfertigter erscheint, als der Gravina-Bericht deutlich die Schuld Polens hervorhebt, weshalb sich auch Zaleski bei der Abstimmung der Stimme enthielt.
Briands Empfang in Paris
Große Demonstrationen bei der Ankunft Briands in Paris.
Paris, 23. Mai.
Außenminister Briand ist gestern abend aus Genf in Paris eingetroffen. Schon lange vor Ankunft des Zuges hatten sich auf dem Bahnsteig zahlreiche Politiker eingefunden, während sich in der Bahnhofshalle und vor dem Bahnsteig eine durch ein starkes Polizeiaufgebot zurückgehaltene Menge sammelte, die ans mehrere tausend Personen geschätzt wurde. Darunter befanden sich viele Abteilungen ehemaliger Frontkämpfer und Abordnungen linksstehender politischer Organisationen. Als der Zug einlief, durchbrach die Menge den Absperrungsgürtel und überflutete den Bahnhofseingang. Nur mit Mühe konnte dem mit tausendstimmigen Rufen: „Es lebe Briand! Es lebe der Friede! Nieder der Krieg!" begrüßten Außenminister der Weg zum Auto gebahnt werden, das chn
Genf, 22. Mai.
Die gleichzeitige Tagung von Wlkerbundsrat und Europa-Ausschuß — ersterer am Vormittag und auf erhöhten Plätzen, letzterer nachmittags und eine Stufe tiefer — gab diesmal in Genf Anlaß zu einem politisch-wirtschaftlichen Fangballspiel, das die Zuschauer nicht wenig zu belustigen schien. Kernstück aller Verhandlungen und Intrigen war unzweifelhaft das deutsch-österreichische Zollprotokoll, gegen das von vornherein zum Eeneralsturm geblasen wurde. Briand vor allem konnte die Stunde gar nicht erwarten, wo es ihm vergönnt war, durch ein brutales, völlig unangebrachtes Nein wieder in die Gnaden des „Echo de Paris" einzutreten, und zugleich den kleinen Ost- verbündeten das Stichwort zu geben. Aber dies war nur das
Vorspiel zu einer politischen Schlacht, wie sie in gleicher Heftigkeit vielleicht noch nie im Völker- bnndsrat geschlagen worden ist.
Nach dem Grundsatz, die gegnerischen Kräfte erst zu teilen, drang man mit äußerster Gewalt auf den österreichischen Bundeskanzler Schober ein, um aus ihm eine offene ober versteckte Absage zu locken. Man sparte nicht mit Versprechen aller Art, gewährte auf der stelle eine „Finanzhilfe" von 150 Millionen Schilling (die Oesterreich teuer bezahlen muß), ließ vor den Augen des gequälten Volkes die Trugbilder des Po ns et-Planes tanzen, eine Fata morgana, die allerdings schon nach wenigen Stunden ins Nichts zerflatierte. Als diese Taktik versagte, ging man einen
innerhalb weniger Minuten zum Quai d'Orsay brachte. Nach Abfahrt des Autos kam es zu einigen Zwischenfällen. Mitglieder der Action Franqaise bombardierten aus einem Casöhaus die Menge mit Gläsern und Stühlen. Zwischen ihnen und verschiedenen Formationen aus der Menge kam es zu einer regelrechten Schlägerei, bei der mehrere Teilnehmer nicht unerheblich verletzt wurden.
Llm die Erweiterung der Zollunion
Paris, 23. Mai.
Der Außenpolitiker des „Echo de Paris" erhebt die Frage, was Deutschland in Genf erreicht habe, und konstatiert: Dr. Curtius habe in der Frage der Zollunion Genugtuung erhalten; denn der Haager Gerichtshof werde sich über die Berechtigung der deutsch- österreichischen Zollunion int Hinblick auf Artikel 88b des Vertrages von St. Germain und des Anleiheprotokolls vom 5. Oktober 1922, aber nicht im Hinblick auf Artikel 88 des Versailler Vertrages zu äußern haben.
1 Zwar hätten sich Brianv und Benefch ihr Recht Vorbehalten, eine Debatte über die Folgen des beutsch- österreichischen Protokolls zu beantragen. Aber dies fei bereits eine Verschiebung und somit eine gewaltige, unvorsichtige Konzession. Deutschland habe gewiß das Höchstmaß seiner Wünsche nicht erreicht: Eine Einbeziehung Rumäniens und Jugoflaviens in den deutsch-österreichischen Block noch vor der Genfer Debatte sei nicht gelungen: aber daß Deutschland seine Bemühungen in Rumänien verdoppele und die Kleine Entente eine Anlehnung an Italien suche sei int Grunde genommen eine indirekte Rückwirkung der deutschen Taktik. »
Kommt Gandhi nach London?
(Durch Funkspruch.)
London, 23. Mai.
In seiner Antwort auf die Einladung der englischen Regierung zur Teilnahme an der englisch- indischen Konferenz, deren Verfassungsausschuß am 29. Juni in London zusammentreten soll, sagte Gandhi, daß es ihm unmöglich sei, Indien zu verlassen, bevor die indischen kommunalen Fragen geregelt seien und bevor er sich davon überzeugt habe, daß die Bedingungen seines Delhi-Abkommens mit dem Vizekönig ausgeführt würden. Gandhi erwähnte in seiner Antwort nicht einmal, ob er überhaupt bereit sei, im Juni abzufahren ober nicht. Auf eine telephonische Anfrage wurde dem Berichterstatter der „Morningpost" mitgeteilt, daß Gandhi am 3. Juni feine Entscheidung bekannt geben würde, ob er an der Sitzung des Verfassungsausschusses teilnimmt.
Danzig ist befriedigt
Eigener Drahtbericht).
Schritt weiter und warf die Maske ab: Schamlos wurde besonders auf französischer Seite .zugegeben, daß bas anfängliche Geschrei, Deutschlanb unb Oesterreich hätten durch bas Protokoll einen offenen Vertragsbruch begangen, nichts als leeres Manöver war! Denn anbers können bie folgenben Ereignisse nicht verstauben werben. Niemanb in biefen Kreisen glaubt mehr an den Haag, niemand will dem Entscheid des höchsten Gerichtshofes amt nur die mindeste praktische Bedeutung beimessen. Im besten Falle handelt es sich um ein theoretisches Gutachten, das ganz interessant fein mag, dessen Schicksal aber nut bas fein kann, im papiernen Himalaja bes Genfer Sekretariates zu vetfchwinben.
„Wenn der Haag gesprochen, Beginnt für uns erst die wahre Affäre!"
rief ein französischer Vertreter aus. Man wirb also im (September bieses Jahres unter Berufung auf Artikel 11 bet Völkerbunbsatzungen Deutschland unb Oesterreich als Angeklagte vor ben Rat schleppen; beibe sollen sich dagegen verteidigen, daß sich die andern bedroht fühlen wollen, daß Prag und Paris und Belgrad fest entschlossen sind, bie wirtschaftliche Selbsthilfe ber zwei schwerstgeprüften Völker Europas als Anschlag auf ihre Sicherheit zu bezeichnen! Zum erstenmal seit bem Beitritt Deutschlands wurde in Genf mit solcher Brutalität die Grundfrage gestellt, bie nunmehr beantwortet werben muß:
Gibt sich der Völkerbund nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch dazu her, als Schildwache vor dem Versailler Bagno zu stehen? Ist es möglich, Nationen öffentlich als Verbrecher zu bezeichnen, bloß weil sich die Gegner in ihrer Vormachtstellung bedroht fühlen?
Die Kraftprobe dieser Antwort wird bei Völkerbund innerhalb weniger Monate zu bestehen haben. Gewiß versucht man inzwischen, in der „wattierten Atmosphäre" von Genf zu vermitteln: man bietet Deutschland gewisse finanzielle Erleichterungen an, wenn es bis September auf seine Zollpläne verzichtet. Aber das tiefe, lebenswichtige Problem wird dadurch nicht berührt. Es ist jetzt bie Probe aufs Exempel gemacht: Eine Entscheibung muß fallen.
Die nächste Folge bes bramatischen Kampfes machte sich zunächst bloß in ber Kulisse bemerkbar: Die weitere Zuspitzung bes politischen Verhältnisses zwischen Deutschlanb unb Frankreich. Man kann ruhig jagen: Seit bem Ruhrkampf waren bie Beziehungen zwischen Berlin unb Paris nicht so gespannt wie heute. Unter ber täuschenben Decke einer gegenseitigen Höflichkeit, einer engen geistigen unb künstlerischen, ja sogar wirtschaftlichen Zusammenarbeit gähnt ein Abgrund, dessen Tiefe kaum noch ermessen werden kann. Instinktiv fühlt Frankreich die Entscheidung nahen: wo unter dem ungeheuren Druck, ben bie Eewaltver- träge unb bie Gewaltpolitik geschaffen, bei empirische Kessel explobieien muß. Statt bie Hanb nach einet Sicherheitsklappe auszusttecken, rafft Frankreich alle inneren unb äußeren Kräfte zusammen, um die Ketten nur noch fester zu spannen. Dieses krampfhafte Bestreben wird in den nächsten Monaten eine politische Lage schaffen, die durch die wirtschaftliche und so- ziale Krise in unerhörter Weise verschärft erscheint. Weder Briand noch Dr. Curtius hatten im Verlaufe ihrer letzten Aussprache ben Mut, ber Wahrheit fest ins Auge zu sehen; ersterer schon beshalb nicht, weil er ben Bankrott ber „Annäherungspolitik" nicht zugeben will, unb anberjeits für bie Lebensforderungen bes beutschen Volkes nicht bas geringste Verstänbnis besitzt. Getabe bie letzten Ereignisse in Genf haben ben Beweis erbracht, baß man auf dem bisher ein« geschlagenen Weg nicht mehr weiter gehen darf: das gesamte Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland muß auf eine völlig neue Grundlage gestellt werden, eine Forderung, die den beiden Ministern unter den gegenwärtigen Umständen nicht gerade angenehm klingen mag. .
Und nun zum traurigen Kapitel der Abrüstung! Wiederum war dem Rate Gelegenheit gegeben, alte Fehler zu berichtigen unb Voraussetzungen zu schaffen für ein wenigstens teilweises Gelingen ber Konferenz vom 2. Februar 1932. Der beutsche Vorschlag auf Offenlegung bei gesamten Rüstungen nach einheitlichen Gesichtspunkten wai gewiß bas Mindeste, bas man in bietet Hinsicht entspiechend ben Foibetungen bes Paktes foibein konnte. Abet was scheit bie gioßen Militäistaaten bei Pakt, wenn cs sich um bie Beibehaltung ihrer Vormachtstellung hanbelt! So bleibt
Heute Artikelserie: Abenteuer unserer Zeit