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Rümmer 117*
Donnerstag, 21. Mai 1931
21. Lahrgang
Schlechte Prognose für die Genfer Tagung
Ltneinigkett in allen Lagern / Dor Brtands Rücktritt / Bedenklicher Angriff auf den deutschen Außenminister
Notverordnung schon Anfang Juni
(Vonunserer Berliner Schriftleitung.)
Schlechte Aussichten für Briands plan
Berlin, 21. Mai.
Die in Aussicht stehende Notverordnung der Reichsregierung, von der bekanntlich auf allen Gebieten überaus scharfe Maßnahmen zu erwarten sind, wird voraussichtlich im ersten Drittel des Monats Juni verkündet werden, nachdem der Kanzler und der Außenminister von dem Besuche in Chequers nach Berlin zurückgekehrt sein werden. Von verschiedenen Seiten ist dem Kanzler bereits nahegelegt worden, die Verkündung dieser Notverordnung mit einem starken Appell an die Oeffentlichkeit und mit einer großen Kundgebung zu verbinden, um alle Kreise der Bevölkerung auf die Notwendigkeit aufmerksam zu machen, an der Behebung der jetzigen wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten mitzuwirken. Man nimmt an, daß der Reichskanzler zu diesem Zlveck eine Konferenz der Ministerpräsidenten der deutschen Länder nach Berlin einberufen wird, wie dies im Laufe des letzten Jahres bereits zweimal geschehen ist und daß im unmittelbaren Anschluß an diese Zusammenkunft der Ministerpräsidenten die-Verkündung der Notverordnung erfolgen wird.
Als eine Art Vorbesprechung zu dieser in Aussicht stehenden Konferenz hat gestern im preußischen Finanzministerium eine
Beratung der Finanzminister der deutschen Länder stattgefunden. Derartige Versammlungen pflegen in gewissen Zeitabständen zu in- sormawrischen. Zwecken regelmäßig in Berlin abgehalten zu werden. Die Konferenz fand in strenger Vertraulichkeit lediglich im Kreise der Finanzminister, ohne Beteiligung irgendwelcher Fachreferenten statt. Auch der Reichsfinanzminister Dr. Dietrich nahm eine Zeitlang an diesen Besprechungen teil und hat dabei die Finanzminister der Länder insbesondere über die Pläne der Reichsregierung unterrichtet. Vor allem dürfte dabei das Problem der Ueberweisung der Steuern im Vordergründe gestanden haben, die angesichts des allgemeinen Rückganges des Steueraufkommens jetzt schon ein Defizit von zirka 300 Millionen Mark für die Länder gegenüber dem Etatvoranschlag aufweisen. Offizielle Mitteilungen über die gestrigen Besprechungen sind nicht ausgegeben worden, jedoch ist anzunehmen, daß die allgemeine Finanzlage des Reichs, vor allem im Hinblick aus die Reparationsfrage, sowie
die Finanzlage der Länder durchgesprochen wurde und daß besonders die wachsenden Wohlfahrtsausgaben und die geplanten Veränderungen bei der Krisenfürsorge Gegenstand der Besprechungen waren. Die Finanzminister der Länder sind dabei übereingekommen, gemeinsam bei der Reichsregierung Vorstellungen in dem Sinne zu erheben, daß die kommende Notverordnung auch die Finanzen der Länder und Gemeinden und nicht nur die Finanzen des Reiches regeln möge, da ein großer Teil der von der jetzigen Wirtschaftskrise verursachten Lasten aus den Gemeinden und somit indirekt auf den Ländern liege. Entschließungen sind in der gestrigen Versammlung nicht gefaßt worden.
OAZ. gegen Curiius
Die Entwicklung der Verhandlungen in Genf ist, soweit die deutsch-österreichische Zollunion in Betracht kommt, an maßgebender Berliner Stelle bekanntlich in dem Sinne beurteilt worden, daß wir mit der Ueberweisung der Angelegenheit an das Haager Schiedsgericht einverstanden sind, daß wir aber nach wie vor eine politische Diskussion der die Zollunion ablehnen. Der deutsche Außenminister hat diesen Standpunkt in Genf mit so großem Nachdruck vertreten, daß er dafür auch die Anerkennung der rechtsstehenden Kreise in Deutschland geerntet hat. Umso überraschender ist es, daß jetzt ein Blatt, welchem man gelegentlich noch offiziöse Beziehungen und ein freundschaftliches Verhältnis zur Deutschen Volkspartei, der Partei des Außenministers, nachsagte, plötzlich mit einem außerordentlich
heftigen Angriff gegen Dr. Curtius an die Oeffentlichkeit getreten ist. Die „Deuffche Allgemeine Zeitung" veröffentlichte gestern abend einen Artikel, der zwar ohne Namenszeichnung erschien, der aber der Lage der Sache nach nur von dem in Genf befindlichen Chefredakteur dieses Blattes stammen kann. Darin wird
nichts geringeres gefordert als der Rücktritt des Außenministers Dr. Curtius und der Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund.
Außerdem wird darauf hingewiesen, daß Dr. Curtius in Genf angeblich in eine so unhaltbare Situation geraten sei, daß er unmöglich den Reichskanzler auf seiner Reise nach Chequers begleiten könne. Der Artikel hätte beinahe den Eindruck erwecken können, als ob er
gewissermaßen von dem deutschen Außenminister bestellt worden sei, um an das Ausland ein Warnungssignal zu richten, daß der deutsche Außenminister schließlich auch einmal mit dem Rücktritt drohen könne, wenn derartige Angriffe, wie sie von Henderson, Briand und Marinkowiisch gegen ihn geführt worden sind, kein Ende nehmen wollen. Es hat sich jedoch sehr schnell herausgestellt, daß dieser Artikel keineswegs einen derartigen Charakter trägt, sondern daß er offensichtlich auf rechtsstehende Wirtschaftskreise zurückzuführen ist, die schon seit langem mit der Außenpolitik des Ministers Dr. Curtius unzufrieden sind und die ausgerechnet den jetzigen Augenblick wählen, in welchem der Außenminister als Führer der deutschen Delegation noch in den schwierigen Verhandlungen in Genf begriffen ist, um einen derartigen Vorstoß zu unternehmen, den man an maßgebender Berliner Stelle unter diesen Umständen geradezu als verantwortungslos empfindet. Auch der Reichskanzler, der von diesem Artikel unterrichtet wurde, hat seine Mißbilligung ausgesprochen und die Regierung hat — was ein ganz ungewöhnliches Vorkommnis ist — sogar eine
amtliche Entgegnung veröffentlicht, in der darauf hingewiesen wurde, daß Dr. Curtius die Angriffe der Gegenseite in Genf mit großer Schärfe angewiesen hat und daß die Autorität des Außenministers nicht durch die Genfer Vorkommnisse erschüttert worden sei, Wohl aber durch derartige Angriffe, wie sie die D. A. Z. veröffentlicht habe. Diese Angelegenheit hat selbstverständlich eine lebhafte Diskussion in der politischen Presse hervorgerufen^ Im Uebri en kann aber hinzugefügt werden, daß trotz dieser plötzlich aufwallenden Meinungsäußerungen von einem Rücktritt des Außenministers keine Rede sein kann, da weder der Reichspräsident von Hindenburg noch der Reichskanzler Dr. Brüning daran denken, dem Außenminister ihr Vertrauen irgendwie zu entziehen.
Driands Abreise von Genf
Wird er zurücktreten?
Paris, 21. Mai.
Briand hacke am Montag eine wichtige telefonische Unterredung mit Laval. In gut unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß Briand bereits am Freitag abend in Paris eintreffen wird. Am Dienstag findet sodann ein Ministerrat statt, auf dem der Außenminister wahrscheinlich sein Rücktrittsgesuch erneuern wird. Vorläufig steht nur fest, daß Ministerpräsident Laval das Außenministerium interimistisch übernmimt und am 13. Juni den Rücktritt des gesamten Kabinetts unterbreitet. Der neue Staatspräsident Doumer wird alsdann Laval erneut mit der Regierungsbildung beauftragen. In politischen Kreisen glaubt man mit Bestimmtheit annehmen zu können, daß der bisherige Ministerpräsident sein Kabinett in genau derselben Form wie bisher wieder aufstellen wird. Wie die Besetzung des Außenministeriums gedacht ist, ist noch zweifelhaft. Es steht auch heute noch nicht fest, ob es den Bemühungen der Regierung und insbesondere des Staatspräsidenten nicht doch noch gelingt, Briand von seinem Entschlüsse abzubringen. In verschiedenen Kreisen glaubt man, daß Briand den Bitten Doumers und Lavals nachgeben und nach wie vor die Leitung im Quai d'Orsay behalten wird.
Oie GöttingerSiudentenwahlen
Starkes Anwachsen des nationalsozialistischen Studentenbundes.
Göttingen, 21. Mai.
An der hiesigen Universität fanden die Wahlen zur Studentenkammer statt. Insgesamt wurden 2141 Stimmen abgegeben, was einer Wahlbeteiligung von 51 Prozent entspricht. Die Wahlen zeigten folgendes Ergebnis: Arbeitsgemeinschaft Göttinger Studenten: 569 Stimmen (5 Sitze), Stahlhelm und nationale Liste 408 Stimmen (4 Sitze), Deutscher Nationalsozialistischer Studentenbund 1164 Stimmen (11 Sitze). Die Wahlen im Vorjahre hatten folgendes Ergebnis: Arbeitsgemeinschaft Göttinger Studenten: 892 Stimmen (13 Sitze), Nationalsozialistischer Studentenbund 386 Stimmen (6 Sitze), Freie Studenten 59 Stimmen (1 Sitz).
Derurieilung der französischen Flieger
Schweinfurth, 21. Mai.
Von dem hiesigen Schnellrichter wurden die auf dem Schweinfurther Flugplatz gelandeten französischen Flieger wegen Paßvergehens und Uebertretung der Lufwerkebrsordnung verurteilt. Der Fähnrich Rene erhielt 250 Mark Geldstrafe bezw. 10 Tage Haft, der Maat Peifer 100 Mark Geldstrafe bezw. vier Tage Haft und der Untermaat Benezet ebenfalls 100 Mark Geldstrafe bezw. vier Tage Haft.
(Von unserem Genfer
Genf, 21. Mai.
In der gestrigen Nachtsitzung des Motta-Ausschusses brach man Stück um Stück aus dem französischen Europa-Plan heraus. Vor allem fiel der Ausschuß für die Sondevhilfsaktion für Oesterreich, und zwar auf Einspruch der österreichischen Vertreter, die nicht zulassen wollten, daß ihre Notlage zu einem besonderen Gegenstand der Verhandlungen gemacht werde. Man kam überein, sich lediglich mit einem Hinweis auf die Notlage Oesterreichs in der großen Programm-Resolution zu beschränken, die dem: Europa- Ausschuß am Donnerstag nachmittag vorgelegt wird.
Bei der Behandlung der Jndustriekartellfrage setzte sich die französische Ansicht durch, daß nicht Bildung privater Kartelle, sondern die vom Völkerbund kontrollierbare Bildung internationaler Wirtschaftskartelle angostrebt werden soll, deren politische Ziele und Zwecke seit dem Plan Loucheurs bekannt sind. Die deutsch-österreichische Frage wird in keinem der Sonderausschüsse behandelt, da sie als bestimmte Einzelfrage und Sondervertrag zwischen zwei Staaten nicht in die allgemeinen europäischen Wirtschastsfragen hineingehöre und die weitere Entwicklung der Zollunion nur vom Willen der beiden Staaten, nicht aber von den theoretischen Beratungen in den Europa-Organen abhänge.
Das Ergebnis der gestrigen Beratungen wird in allen Kreisen denkbar ungünstig beurteilt. Man erwartet angesichts der Gegensätze, die sich auf Men Seiten und in Men Fragen gezeigt haben, schwierige und vielleicht ergebnislose Verhandlungen im Juni.
Oie internationale Agrarbank
Bei der Beratung der Frage der Agrarkredite gab es gestern eine lebhafte Aussprache. Zunächst erstattete der französische Unterstaatssekretär Francois Poncet den Bericht über die Arbeiten der verschiedenen Aus-
Von einem Oesterreicher
Nach der Existenzkrise der Credit-Anstalt erweist nun die über Nacht akut gewordene Regierungskrise den österreichischen Wirtschaftsjammer in seiner ganzen furchtbaren Deuttichkeit. Privatwirtschaft und Sraatsfinanzen sind gleichermaßen erschüttert. Es ist kaum mehr möglich, einen kulturwürdigen Staatshaushalt auszugleichen und Dr. Curtius' in seine letzte Rode vor Genf eingeflochtene Bemerkung,
Die österreichische Bevölkerung lebe seit Jahren tief unter ihrem kulturellen Niveau,
findet eben wieder ihre grausam richtige Bestätigung im Kampf um die weitere Kürzung der Gehälter der Bundesbeamten, die ohnehin die schlechtest bezahlten öffentlichen Angestellten Europas sein dürften. Ist es unter diesen Umständen auch nur denkbar, daß Oesterreich mehr oder minder freiwillig aus die einzige Rettungsmöglichkeit verzichten sollte, die in der Verzehnfachung seines Binnenmarktes durch die Zollunion mit dem Reiche liegt?
Schon diese einfache Erwägung höchsten Lobens- interesses erweist, ganz abgesehen von aller Bundes- Irene, von der die österreichischen Deutschen gewiß nicht absehen, wie abwegig alle Vermutungen über eine Resignation Wiens vor der Genfer Uebermacht sind. Mit gutem Gewissen konnte Schober unmittelbar nach einer Auseinandersetzung mit Henderson der deutschen Presse erklären, daß Wegrichtung und Zielsetzung Oesterreichs unverändert die deuffche sei und daß unverändert völlige Uobereinstimmung zwischen Wien und Berlin herrsche, daß die Zollunion mit allen Mitteln bis zum guten Ende verfolgt werden soll. (
Man kann freilich nicht übersehen, daß es sehr wesentlich auf das Tempo ankommt, in dem die 'beteiligten Regierungen die Wirffchaftsangleichung betreiben, und ebensowenig, daß die Genfer Erklärungen unter Umständen einen wesentlichen Tempoverlust bedeuten können. Dr. Schober wurde die Zusicherung buchstäblich abgepreßt, daß Me Rgierungsverhawd- lungen bis zur Septembertagung des Rates stocken sollen. Es ist nicht das erste Mal, 'daß die Großmächte die unbestreitbare wirtschaftliche Abhängigkeit Oesterreichs zu politischen Erpressungen mißbrauchen. Freilich war die Gelegenheit zu solchen unehrenhaften
Sonderberichter statter.)
schüsse, die sich in den letzten Wochen mit der Vorbereitung der internationalen Hypothekar-Kreditgenossenschaft beschäftigt haben. Diese Vorarbeiten sind soweit gediehen, daß nunmehr alle erforderlichen Entwürfe, insbesondere ein internationales Abkommen über die Errichtung dieser Gesellschaft, die Gründungsurkunde und die Statuten der Gesellschaft, ausgearbeitet sind. Das neue Kreditinstitut soll als
Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von ää Millionen Dollar
ausgestellt werden und die Aufgabe haben, durch Vermittlung der Kreditinstitute der einzelnen Länder gegen erststellige Hypotheken Darlehen zu landwirtschaftlichen Zwecken zu geben. Als Sitz der internationalen Hypotheken-Kreditgesellschaft wurde Genf bestimmt. Nach Genehmigung der Urkunden über die Errichtung des Kreditinstitutes durch den Völkerbundsrat soll das internationale Abkommen bis zum 15. August den europäischen Mitgliedstaatcn des Völkerbundes zur Unterzeichnung offen stehen. Falls das sog. Grundkapital nicht bis Ende des Jahres aufgebracht sein sollte, soll eine Konferenz der beteiligten Regierung sich der Frage annehmen.
Reichsaußenminister Dr. Curtius sprach die Erwartung aus, daß das geplante Kreditinstitut der not, leidenden Landwirtschaft Erleichterung gewähren werde. Deutschland erwarte ferner, daß die internationale Agrarkreditgesellschaft gesamteuropäischen Charakter tragen werde. Ohne die Unterzeichnung durch bestimmte Länder zu einer Voraussetzung machen zu wollen, müsse er erklären, daß Deutschland seine Ratifizierung von der Unterzeichnung nicht nur durch Frankreich, Italien und Belgien, die ja festzustehen scheine, abhängig mache, sondern auch von der Unterzeichnung durch die Schweiz, Holland und Schweden.
wird uns geschrieben!
diplomatischen Manövern niemals so günstig tot« jetzt.
Die Weltöffentlichkeit hat keine Ahnung von dein furchtbaren Druck, dem Oesterreichs Vertreter ausgesetzt waren.
Es wäre leicht möglich gewesen, daß das Kontrollkomitee -die Bewilligung zur Ausgabe von Schatzscheinen im Werte von 150 Millionen zur Sanierung der Credit-Anstalt — von welcher, wie immer wiederholl werden mutz, 70 Prozent der österreichischen Industrie kontrolliert wird — glatt verweigert hätte. Die Folgen wären so unvorstellbar gewesen, daß man sie auch hypothetisch nicht Larstellen möchte. Man hätte sich zudem nicht geniert, das gesamte österreichische Handelsvertragssystem zu zerstören, und so dem Rest des österreichischen Jndustrieexportes. den Rest zu geben.Der Pa zis ist Henderson, der Europäer Briand und der gelegentlich Oesterreichfreundschaft schillernde Faschfft Grandi — im Hintergrund natürlich der unvermeidliche Herr Benesch — haben sich hier zu einer Politik brutalen Terrors zusammengefunden, die eine cynische Verhöhnung allen Völkerbundgeistes bedeutet.
Wieder einmal also mußte ein Vertreter Oesterreichs politisches Wohlverhaltcn versprechen. Herr Henderson leistete sich gar den bitteren Scherz einer besonderen Demütigung Schobers, da er in einem Frage- und Antworffpiel, wie es vielleicht im Londoner Unterhaus üblich ist, aber nicht in einer Versammlung von Diplomaten, den österreichischen Vizekanzler mit einem deutlichen Klang von Mißtrauen anfforderte, dieses bereits gegebene Versprechen in einer besonders peinlichen Form zu wiederholen. Hier hat, int Völkerbund, die mittelalterliche Methode der .peinlichen Befragung" ihre Aus- erstehung gefeiert. Zwar ließ Henderson unter der Hand verbreiten, daß er eigentlich wieder nur als ehrlicher Makler seinen Vorstoß unternommen hätte, um zu verhindern, daß der französische Kollege noch sehr viel weitergehende Wünsche, insbesondere den Wunsch nach Annullierung der bisherigen österreichisch- deutschen Abmachungen, aufstelle; die österreichischen Sozialdemokraten werden es aber dennoch außerordentlich schwer haben, der Bevölkerung diese Haltung ihres Genossen Henderson zu verzuckern. Hendersons Gehässigkeit wird nicht geringer dadurch, daß jene Briands vielleicht noch schärfer geklungen hätte. Unangenehmer als der Glückwunsch, mit dem Herr Briand schließlich meinte, Schober beehren zu dürfen, hätte österreichischen Ohren überhaupt tesui
Die Erpressung an Oesterreich