ür die <frau
Dummer 115
Sonntag, den 17. TDaf 1951
EDochenbellage der Rasselet Deuesten Dacbrfchten
Die neue Sachlichkeit im Rindesleben
Don Sophie Bandau
Der Welle des Expressionismus, die alles im Strudel ausgewirbelte Gefühl in Form von Kunstwerken ans Land brachte, müßte gleichsam gesetzmäßig als Reaktion eine Zeit strengster Sachlichkeit folgen. Die technischen Fortschritte, die materiellen Schwierigreiten unserer Zeit bringen eine ganz neue Einstellung dem Leben, den Lebenswerten gegenüber hervor. Vertretern der älteren Generation wird es schiver, sich so gänzlich msizustellen, aber die Jungen plätschern im klaren Wasser der neuen Sachlichkeit so vergnügt und" sicher, sind darin so zu Hause, wie wir einstmals in unserer Märchenwelt waren.
Schon die ganz Kleinen, die gerade erst ansangen, sich mit ihrer Umwelt zu befassen, sind in jeder Beziehung Repräsentanten der neuen Sachlichkeit. Es ist, als sei sie ihnen schon angeboren, nicht erst durch die neue Luft, die ihre Näschen umweht, anerzogen, als verlangten sie von vornherein nach Wirklichkeit, als wollten sie nicht in einem abgesonderten Kinder- tand leben sondern strebten aus noch unsicheren, aber energischen Füßen in das allgemeine Menschenland. Dort sehen sie um sich, greisen nach dem, was ihnen begehrenswert erscheint, und suchen sich mit dem auseinanderzusetzen, was sie gerade interessiert. Diese größere Selbständigkeit wird ja auch durch die modernen Erziehungsprinzipien gefördert; das Kind soll sich seine Betätigung selbst aussuchen, ihm soll kein Spielzeug in die Hand gedrückt werden, wie früher, mit der Mahnung, nun recht schön und lange damit zu spielen.
Wie sachlich das Kind von heut ist (Ausnahmen bestätigen hier wie überall die Regel), kann man bei einem Besuch der Kindergärten beobachten, die mehr öder minder genau die Methode der großen Pädagogin Montessori befolgen. Da sitzt ein Kleines oft eine halbe Stunde und noch länger und übt mit ungelenken Fingerchen an einem Knops oder Schnür- rahmen, um sich, wie es stolz erüärt, die Schuhe bald allein anziehen zu können. Sie wenden sich von selbst praktischen Hebungen zu, während Puppen und Bilderbücher unbeachtet in greifbarer Nähe liegen. Ihnen selbst noch unbewußt, soll alles einen Zweck haben. Diese Tendenz äußert sich auch in dem, was die Jungen und Mädchen sich am liebsten erzählen lassen: „Kein Märchen, eine richtige wahre Geschichte". Das Reale tritt in den Vordergrund des Jnteressenkreises. Diese Beobachtung findet man bestätigt, wenn man sieht, was die Kinder zeichnen oder kneten, bei den Knaben freilich noch deutlicher als bei den Mädchen, weil erstere naturgegeben mehr Neigung haben, sich mit technischen Fragen zu befassen. Mit welcher Sachkenntnis betrachtet mancher Knirps schon jedes Auto und knüpft Bemerkungen daran, die aus solchem Munde geradezu grotesk wirken.
Merkwürdigerweise scheint auch die Gemütsart der Kinder viel sachlicher geworden zu sein. Sie prüfen kühl, wo Kinder einer früheren Generation instinktiv zugegriffen oder abgelehnt hätten.
Dieses nüchterne Ueberlegen, das Abwägen finden wir natürlich in erhöhtem Maße bei größeren Kindern und bei den Heranwachsenden, bei denen, durch die Not der Zeit bedingt, die Bedeutung alles Materiellen übermäßig betont wird. Immer wird nach dem Preise gefragt, vieles nach dem Geldwert eintaxiert. Die Zahlen, die kalten, sachlichen, die früher im KinderlÄen kaum eine Rolle spielten, stehen jetzt im Mittelpunkt sowohl bei denen, die zu Haus viel von der Not der Zeit zu kosten bekommen, wie bei denen, die von Wohlleben umgehen sind. Die „Gefühlsduselei" wird verachtet, man bildet sich etwas ein auf seine ruhige Betrachtungsweise, auf feine Sachlichkeit. Man ist eben, wie man ist, und zeigt sich stolz daraus, wenn auch innen manchmal wohl tztwas Unsicherheit und Mißtrauen gegen das eigene betont kühle Urteil herrschen mag.
‘ Lassen wir sie ruhig fachlich fein, auch diese Phase
des scheinbar Nur-Realen wird vorübergehen. Zudem gibt es ja glücklicherweise im Leben eines Jeden Augenblicke, in denen alle nüchterne Berechnung über dem Haufen geworfen wird und das Gefühl als Sieger hervorgeht. Und dann ade, Sachlichkeit!
Die EDesensart der Künstlerin
.Ist ein groß' Wunder, daß ein Weibsbild solches machen soll," so schrieb Dürer in fein Tagebuch, als er Werke der Malerin Sufanna Horebolt erblickte, und diefes Erstaunen über künstlerische Leistungen der Frau kehrt noch lange Zeit wieder. Erst in unfern Tagen erkennt man die künstlerische Begabung des weiblichen Geschlechts unvoreingenommen an und hat sich mit ihrer besonderen Wesensart beschäftigt. Wie Dr. Margot Rietz in einem Aufsatz des „Kunstwanderers" hervorhebt, liegt der Frau die Kunst einzig um der Kunst willen fern; vermöge ihres starken Einfühlungsvermögens und ihrer lebhaften Anteilnahme am künstlerischen Gegenstand wird sie sich stets mit dem von ihr gewählten.Stoff irgendwie identifizieren, und so nimmt sie nicht nur in der Dichtung meist leidenschaftlich Partei für oder gegen die Gestalten, von denen sie berichtet, sondern wählt auch in der bildenden Kunst die Dinge, mit denen sie sich am engsten verbunden fühlt. Daher spielen Blumen und Tiere in den Bildern und Plastiken weiblicher Schöpferinnen eine so große Rolle, und bei der Menschendarstellung wiegt das soziale Gefühl vor, wie es sich so großartig in den Werken von Käthe Kollwitz offenbart. Aus diesem Drang nach engster Berührung mit dem Gegenstände, die sich bis zum körperlichsten Verwandtschaftsgefühl steigert, erklärt es sich auch, daß die Frau in der abstraktesten Kunst, der Musik, versagt, während sie in der fo stark auf das Sinnliche und Gegenständliche gerichteten Plastik
Heues Dom Dähnoert der (Demüse
IDuh es Rohkost sein?
In den letzten Jahren ist die Gemüsenahrung immer mehr in den Vordergrund getreten, und man hat auch durch diese Kost wichtige und heilkräftige Umstellungen des Stoffwechsels erzielt. Dabei wird besonders die Bedeutung des Vitamingehaltes hervorgehoben, aber man darf nicht vergessen, daß der Nährwert des Gemüses nicht nur den Vitaminen, sondern auch in seinen Eiweiß- und Mineralstoffen und ebenso in seinen Geschmacks- und Ballast- Stotssen besteht. Nun wird vielfach der Wert der Rohkost gepredigt, Ohne Laß noch bisher für diese Art der Ernährung zwingende wissenschaftliche Gründe vorgebracht worden sind; die Leidenschaft für Rohkost ist mehr oder weniger eine Sache der Weltanschauung. Durch Versuche ist die Frage bisher nur in Bezug auf die Vitamine geklärt worden. Während es noch immer an Forschungen fehlt, die die Wirkung der pflanzlichen Rohkost im allgemeinen mit der derselben Kost, gekocht, vergleichen. Erst wenn diese Versuche in großem Maßstab durchge- sührt sind, wird sich das letzte Wort über die Rohkost und ihre eventuellen Vorzüge sagen lassen. In Bezug auf den Vitamingehalt ist jedenfalls das ungekochte Gemüse dem gekochten nicht überlegen.
Dies zeigen erneut die umfassenden Untersuchungen, übst die- der Leipziger Physiologe Prof. A. Scheunert in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" berichtet. Er hat bei den Vitaminen A, B, C und D geprüft, ob sich bei der üblichen Zubereitung im Haushalt oder bei Sterilisierung und Kon- ferbierunfl der Gemüse Veränderungen des Vitamingehaltes nachweisen lassen, und kommt zu folgenden Ergebnissen: Beim Vitamin A, das sich in reichlichen Mengen in den grün gefärbten Gemüsen und den gelbfleischigen Wurzelgewächsen, wie Karotten und Möhren, auch in Tomaten und Pfiffer-
eins der Hauptgebiete ihres Schaffens findet. Wir besitzen heute bereits eine ganze Reihe hervorragender Plastikerinnen, die sich sogar gelegentlich in der Denkmalskunst versuchen, wofür schon der Entwurf des später ausgeführten Goethe-Denkmals durch Bettina von Arnim ein berühmtes Beispiel ist. Innerhalb der Malerei fühlt sich die Frau, wie überhaupt zu den schwachen und hilfsbedürftigen Wesen, zu den Armen und zu den Kindern hingezogen, und ergießt ihre ganze Liebe in die Gestaltung der Tierwelt und in die Beseelung des „Stillebens",
Kriegsfront der grauen
Das rote Meer. Roman von Clara Viebig. Leipzig, Hesse u. Becker Verlag. 266 Seiten. In Leinen 2P5 RM
In der schönen Buchfolge „Die Schatzkammer" ist foebeu Clara Viobigs Roman „Das rote Meer" erschienen. Ein Kriegsroman? Ja und nein. Geschildert wird der unsäglich schwere, opferreiche Heimkrieg, den die Mütter, Töchter und Gattinnen der deutschen Soldaten durchkämpfen mußten. Im Rahmen einer bewegten Handlung, bi» an den Roman „Töchter der Hekuba" derselben Verfasserin anknüpft, aber in sich geschlossen und für sich allein verständlich ist, werden die beider letzten Kriegsjahre dargestellt. In den mannigfachen Schicksalen der Frauen und Mütter spiegelt sich das ungeheure, noch nie dagewesene, unvergleichbare Geschehen. Mit den Ereignissen des Novembers 1918 schließt das Buch. Auf jeder Seite spüren wir die Hand einer bedeutenden Schriftstellerin und einer gütigen, mit ihren Schwestern leidenden Frau.
lingen findet, beeinträchtigt Kochen und Sterilisieren den Vitamingehalt nicht, sodaß keineswegs eine Zufuhr der Gemüse in rohem Zustand nötig ist. Bei dem antirachitischen Vitamin D spielt die Gemüsekost überhaupt keine erhebliche Rolle, mit alleiniger Ausnahme der Pilze. Jedoch muß mit einer mittelbaren Versorgung des Organismus durch die Gemüse gerechnet werden, da sie die Vorstufe D, das Provitamin, enthalten, das durch Besonnung oder „Ultraviolett-Bestrahlung" im Organismus aktiviert werden kann. Doch enthalten auch viele andere Nahrungsmittel solches Provitamin, sodaß Gemüsenahrung dafür nicht erforderlich ist. Der Vitamin B-Gehalt, der sich besonders stark im Grünkohl findet, wird durch Kochen und Sterilisierung ebenfalls nicht vermindert. Das Vitamin C findet sich überhaupt nur in frischen Gemüsen in hohem Maße. Man kann daher, wenn man nicht ganz frisches Frühjahrsgemüse verwendet, überhaupt nicht Voraussagen, ob auch in rohem Zustand der Gehalt die- e ses Vitamins besonders stark ist. Die Zubereitung schädigt den Vitamin E-Gehalt zum Teil erheblich. Für unsere Bolksernährung in den Frühsahrsmona- ten ist wichtig, daß dies gerade bei der Kartoffel in verhältnismäßig geringem Umfang der Fall ist. Wichtig ist ferner, daß Sterilisierung und Konservierung bei möglichster Luftausschaltung nicht zur Vernichtung führt, sodaß richtig hergestellte Konserven noch gute Vitamin C-Ouellen fein können.
Die Verhältnisse sind im Einzelnen recht kompliziert, aber die Versuche zeigen, daß alle Bchauptun-- gen, daß nur rohe Gemüsekost vitaminreich sei, nicht zutreffend sind. Allerdings darf bei der Zubereitung das Kochwasser nicht weggeschüttet werden, da dadurch Pitaminverluste entstehen. Bezüglich der Vitamine A, B und D ist es gleichgültig, ob man rohe oder irgendwie zubereitete Gemüse verwendet; beim Vitamin E entstehen durch Erhitzen Einbußen und zwar beim gewöhnlichen Kochen erheblichere als. beim Kochen unter Sauerstoffausschluß, sodaß gute Konserven dieses Vitamin enthalten. Im Übrigen steht der Vitamingehalt der Gemüse keineswegs immer fest, da außer der Verschiedenheit der einzelnen Arten auch noch Erntezeit und Bodenverhältnisse eine nicht unwichtige Rolle spielen.
'Ghasa und Jnsati
Die Siülllingshönlglnnen von ßaos
Der kleine unabhängige Staat Laos, der geographisch zu Französisch-Jndochina gehört, genießt in unserer Zeit, in der so viele Staaten glauben, ohne Moirarchen auskommen zu können, das einzigartige Vorrecht, zwei Herrscher zu besitzen, die zudem noch Frauen und Zwillinge sind.
Dieses königliche Zwillingspaar hört auf die. Namen Thasa und Jnsati. Sie wurden beide an demselben Tage zwischen Morgendämmerung und Sonnenaufgang geboren, und als man dem überraschten Vater, dem verstorbenen König von Laos, die Kunde von diesem reichen Nachwuchs brachte, studierte er vergeblich die Geschichte seines Reiches, um zu erfahren, wie er sich nun mit der Thronfolge zu verhalten habe. Da er keinen ähnlichen Vorfall fcftfteUen konnte, so erließ er kurz entschlossen ein Gesetz, in dem er zunächst seinen Untertanen mitteilte, daß das Land mit zwei Kronprinzessinnen auf einmal gesegnet worden fei und daß sie, wenn er einmal zu feinen erlauchten Vätern versammelt würde, gemeinsam den Dhron besteigen sollten, wenn sich dann noch beide am Leben befänden.
Das Gesetz wurde erfüllt, und nun herrschen Königin Thasa und Königin Jnsati in friedlicher Eintracht und werden von ihrem Volke als Halbgöttinnen verehrt. Soweit bekannt ist, sind sie noch niemals verschiedener Meinung gewesen, und dadurch wird es ihnen leicht, die Regierung einheitlich zu führen. Dieses in andern Staaten heul so schwierige Geschäft, ist in Laos verhältnismäßig leicht, denn dieses Ländchen ist nicht nur wegen seiner landschaftlichen Schönheit und Fruchtbarkeit, sondern auch wegen der friedlichen und geduldigen Wesensart seiner Bewohner ein irdisches Paradies. Da die gütige Natur reichlich des Lebens Notdurft barbietet so braucht man wenig zu arbeiten und die Hauptbeschäftigung der Bevölkerung in den langen Mußestunden besteht in einem ausgiebigen Minnedienst.
Die Religion besteht in einer Abart des Buddhismus, in den sehr viel Aberglauben und Zauberen gemischt ist. Die Priester sind zugleich Zauberer und spielen eine große Rolle. Sie leiten die zahlreichen Feste, die man in Laos nach altern Brauch feiert, uird nehmen am allen Hochzeiten, Geburtszeremonien und Bestattungen teil. Die Priester sind auch die Aerzie des Landes und behandeln die Kranken mit Beschwörungen, Zaubermitteln und mit Tieropfern. Wenn der Patient stirbt,. was häufig verkommt, dann ist nicht der Zauberer daran schuld, sondern der Geist des geopferten Tieres, das sich rächt ober den Göttern nicht genehm war. Die beiden Zwillingsköniginnen aber sind mit diesen Heilmethoden nicht ganz einverstanden; sie haben jetzt aus Anregung des französischen Ratgebers, der ihnen für die Regierungsgeschäfte beigcscllt ist, beschlossen, ein modernes Krankenhaus zu errichten, und zeigen sich damit als aufgeklärte Damen.
Für die Frau
Schnorps läßt sich einen schnittigen Jnnenlenker Vorführern Schnorps ist begeistert. Schnorps lauft den Wagen. Gegen Kassa!
Eine Stunde später stürzt Schnorps aufgeregt in den Autosalon. „Ich muß den Kauf rückgängig machen ... So kann ich den Wagen nicht übernehmen."
Der Händler ist sofort im Bilde. „Aber bitte — Ratenzahlung — mit Vergnügen!" „Nein —" wehrt Schnorps ab, „es handelt sich um wichtige Aenderun- grn an der Konstruktion —" „Verzeihen Sie, mein Herr, dieser Wagen ist die letzte Tvpe —" „Trotzdem! .. . Sie müssen den Tachometer nmkonstruieren lassen . . . Er muß bei einer Geschwindigkeit von 35 Kilometer mindestens 100 zeigen — und die Winker müssen so eingerichtet werden, daß anstelle des rechten der linke und des linken der rechte aufspringt!"
Der Händler ist platt. „Mein Herr — das — ist ja — ein —* Zuckt Schnorps die Achseln. „Bitte — ich muß bas besser wissen — der Wagen ist ein Geschenk für meine Frau!"
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