Kasseler Sport Zeitung
Kasseler Neue st e Nachrichten / Donnerstag, den 7. Mai 1931
Vorbildliche Arbeit im Gau Kassel des WS V
ten zurück. Hessen-Preus Klaffe wurde soäter nid schäfte» nicht mehr antra
Gruppe
Rückschü« auf die Spiele der Saison 1930/31
i
2. Ga »Lasse / Gruppe A
1.
Gttwpenfieger
Meister: Turn- und Rasensportverein K«ffel-W.
Spiele eero. »nenttch. oerl. Lore »uuve
Gruppe Niederhessen A1.
B.
Gruppe
Gruppe AJ.
2.
steht Anraff L au erster Stelle.
C.
Gruppe
te zwei 9TBteiliinsen gespielt kann mit 18 Punkten sich Lrup-
Wi
°üe I.
D.
Gruppe
Abteilung 2.
»SÄgTn te’nÄ'
Oer Tag der Lugend
1. Gwuklaffe / Gruppe U.
Sviel-
1. Gauklaffe / Gruppe B.
03
ver-
Sviel
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. Kurhessen führt und kann nm drangt werden. Beide
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Lichtenau L Maden I.
L
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Anfänglich setzte sich Liefe Klaffe auS 7 MannMafte» ,w fammen. Kurbessen und Sportklub 08 zogen die Mannschaft
Sportclub 03 V Sport V Kurheffen V Melsungen III. Niederzwehren III. Peffen-Preutzen III. Sportfreunde III.
B. B. 06 Kassel IIL
43:16 44:31 56:31 43:33 46:38
44:34 24:30 21:51 19:38 13:66
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6:14 0:20
kann noch von Sportklub „ Vereine haben noch je ein
auszutragen.
Kurheffen III.
Sportklub 03 III.
Hessen 09 III. Hermannia IIL Sport III. Spielverein IIL Beiseförth L Tura IIL
atzen nahm für Kurbessen teil. Di« icht mehr geführt, weil die Mann- :aten.
(Korb ad) TL. Sarbuia IL Volkmarsen IL Medebach I Nebenan I. Offendorf I. Grebenstein II. Immenhausen I
In dieser Klaffe
Anraff
Wildungen Fritzlar
Obervorschütz Wega Naumburg
Hemfurth
. Bezirksklaffe.
Abteilung 1.
Grupp« Reißner.
ist Rommerode al«
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In dieser Klasse bervorgegangeu. Rommerode I. Großalmerode UL Epterode I. Lichtenau II. Wickenrode I. Retterode L
. Der mehrjährige Meister S v o r t iü in diesem Jahr von ^ £<»86 verdrängt. Die zweite Mannschaft von " ' ' verein Hat sich ttt dreiem Jahre tapfer geschlagen.
Tura I.
Melsungen I.
Niederzwehren I.
B. B. 06 Kassel I. Warburg I.
Corbach I. Sportfreunde I. Heffen-Preutzen L Fritzlar I.
B. f. R. Kassel L
Oer Stand der Tabelle«
Im nachstehenden gebe ich eine» kurzen Ueberölick aut. den «stand der Tabellen. Einige noch ausstehende Spiele haben meist keinen Emsluß aus den Gruvvenffeger.
1. Bezirksklaffe.
Durch die geschaftene Gruppeuerutetlung tft es möglich Bewerten, trotz des Ausfalles zahlreicher Svrele in Leu meisten Gruppen die Gruppen siegel zu ermitteln, oder vber iu nayer Zeit zu benennen. Im Gau haben sich nahezu l2? Mannschaften beleckigt. Die Gruppen siegel spielen in Bor- und Ruckiviel den Gruovenmeikter aus. Be». ten unteren Mannschaften tft diese- nicht vorig.
Kurheffen VI Hessen 09 V Svielverein V Hermannia V. Kurheffen VII. Sportklub 03 VL Tura V.
Gruppe Waldeck und NieLerbessen C wetten später oer- öffentliche
Karl Uhl, Saffel-R„ Trepsaerstratze 4.
(15/10): CSC. OS I. — 8®. 06 (1344); CSC. 08 IL — Spielverein II (13/14).
Platz Kurbessen, ab 9.30 Uhr: Kurhessen I. — Hermannia I. (15/16); Kurhessen II. — Spielverein II (15/16); Kurbessen I. — Hessen 09 I. (18/14).
Platz Tura. ab 9 Uhr: Tura II. — Heffen-Preutzen II. (13/14); Tura I. — Grebenstein (15/16); Tura I. — Heffen-Preutzen I. (13/14).
Platz Spielverein, ab 9 Uhr: Hessen — Heffen- Preutzen (15/16); Svielverein I. — Niederzwehren (13/14); Spielverein I. — Carlshafen (15/16).
Platz 1. KBE. Sport, ab 9 Uhr: Svort L — 2311= helmsÄte (16/16); Sport II. — Oberzwehreu (13/14): Sport I. — Beiseförth (13/14).
Handball: Platz Kurbessen, 11 Uhr: Kurhesse» — Helsa (Klaffe 13/14).
Die Dauer ter Spiel« der Klaffen 13/14 und 15/16 ist zweimal 30 Minuten, ter Klasse 17/jgr. zweimal 25 Minuten. Die Spielbericht« ssnd von ten Schiedsttch- tern auf den Plätzen fertigzustellen und von ten jeweiligen Obleuten ter Platzverein« gesammelt bis nachm. 4 Uhr bei C h r i st, Kaffel-Wilh., Langestratze 31, abzuliesern.
Anstelle ter im vorigen Jahre ausgegebenen Wimpel werten in diesem Jahre vom D. S. B. Diplom« verausgabt und dieselben bei ten am 17. Mat auf ter Hesfenkampfbabn ftarmndenteu Wettkämpfen ausgegeben.
Christ.
Oie Spiele der Kasseler Lugend
Seitens ter Ganleitung wurden tat Einvernehmen ter Vereinsjugenüleiter für ten Jugendsvieltag in Kassel die nachfolgenden Spiele angesetzt.
Sonuabenb, ten 9. Mai, aus dem Kurhefsenvlatz ab 15 Ubr: Kurheffen II. — CSC. 03 II. Svielverein II. — CSC. 03 III., Kurbessen I. — Hermannia, Heffen- Preutzen I. — Svielverein L, Tura I. — CSC. 03 I., Kurbessen III. — Heffen-Preutzen II. (alle Klasse 17/jgr.).
Platz 1. K. B. C. Sport, 16,30 Uhr: Sport — Hessen 09 (Klaffe 17/jgr.).
Sonntag, den 10. Mai, Platz Hermannia, ab 9 Uhr: Hermannia II. — Kurheffen II.. Hermannia III. — Kur- hessen III., Hermannia I. — Melsungen (alle Kl. 18/14).
Platz C S C 03, ab 9 Ubr: CSC. 03 II. — Svort II. (15/16); CSC. 08 IV. — Tura III. (13/14): CSC. 03 III. — Spielverein IIL (13/14); CSC. 03 L — Niederzwehren
Iugendspieltag am 10. Mai
Wenn am 16. Mai morgens die Sonntagsglocken verhallt sind, dann versammelt ssch die im Deuts ch e n F u h- ballbund und ter Deutschen Svortbehörde vereinigt« Jugend auf ten Sportplätzen zu fröhlichem Spiel und eifrigem Wettbewerb. Bunt beslaggw Plätze grüßen st« und ihre Angehörigen, die mit ihnen den Jugendsvieltag 1931 begehen.
Als Gruppen siegel tft hier Holzmann, Borken er mittelt.
Holzmann, Borken L Wabern I. Zennern I.
Ziegenhain I.
Homberg II. Unsbauien I. Kleinenglis I.
Niederzwehren IL 14 12 2 0 55 : 26:2
teffen-Vreußen IL 13 6 2 5 30 14:12
Nels.ungeu IL 14 6 2 6 26 14:14
Salliviuverein 06 II. 14 6 2 6 23 14:14
Oberzwehren L 14 6 1 7 88: 13:15
«ordshamen I. 14 5 2 7 30 12:16
Sportfreunde II. 14 4 2 8 28 10:18
8. f. R. Kassel IL 13 0 2 11 8; 2.-24
Gruppe « 2.
In dieser Gruppe stretten sich vier Vereine nm die Küb-
■
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stssen 09 IV 12 6 1 5 38:"" 13:11
hermannia IV 11 6 1 4 37 13:9
Svortclub 03 IV 10 6 1 3 27: 13:7
-pott IV 11 6 0 5 25 12:10
svielverein IV 10 5 1 4 25: 11:9
kurheffen IV 10 4 2 4 21: 10:10
tura IV 10 1 0 9 14u 2:18
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Srolien I.
Volkmarsen L
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yoieoenitein I. Carlshafen I. Hofgeismar L
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Hermannia IL
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Kurheffen II.
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Hessen 09 II.
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Tura II.
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Svortelub 03 II.
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24:33
Grobalmerote II.
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2
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16:42
Kirchditmold gewinnt 3:0
im Stiwttneisterfchaftskampf gegen Spielverein.
H. Sp. Niemand wird behaupten können, datz die dies« jäbrigen Dtadtmei st erschallen ohne Ueterraichun« gen verlaufen. Auch am Mittwoch gab eS in Rotten» ditmold einen in dieser Höhe wohl nicht erwarteten Lieg ter Hessen-Mannschaft, die ihre großen Rivalen aus Rothenditmold sicher mit 8:0 (1:0) schlagen konnte. Wieder bot die junge KirchLitmolder Elf eine geschlossene MannschastSleistung und hat diesen Erfolg aiU Grund ihres bedeutend eifrigeren Spieles auch verdient. Die kürzlich erlittene hohe Niederlage ist dadurch mietet wettgemacht.
Datz die Rottenditmolter ihre vor einiger Seit geaetflte gute Form nicht wieder erreichen konnten, war die Ueter- rafchung dieses Spieles. Der Sturm zerfiel durch vlan-
muffen.
Die Mannschaften;
Deutschland-Rundfahrt
Die dritte »t«v,e der Deutschlaud-Nnndsahrt führte von Ulm über 217,6 km nach München.
Daü genaue Ergebnis der Etappe lautete:
1. Wa-ters-Belgien 7:14.17 Lite 2. Anten«»- Schwei, 8. Bnse-DentschlanL, 4. Rievlas Krantz-Lnrem- dura. L. Stövel-Deut^laud, «.van BkUaenc-Bel-ien. 7. Rnlla-Oefterreich, 8. Degraeve-Belgien. Alle übr'gen 2b Fahrer wurden gemeinsam auf den nennten Platz gesetzt.
Das E i u , e l k l a f f e m e n t na» /er dritten Etav« steht folgende Spitzengruppe 1. B nse-Dentfchlano 35 Punkte 26:15,14^Std., 2. StSvel-Dentschland 85 PnnN« 8. Nicolas Franö-Lurcmbura 34 Punkte 6. Mebe-Dent)ch- laud, Frascatelli-Jtalien, TbierbaS-^ntschland » bl Pkt.. 7. Balentvn-Holland 30 Punkte. 8. Ginutelli-Jtalien 29 P. (alle Fahrer gleiche Zeit).
Im Läuderklassemeut führt weiter 5)e*H<6* In n 6 mit klarem Pnnktooesvrnng vor der Gesnischten Mannschaft. Frankreich. Italien. Schweiz »nd Belgien.
■—BI*™
r-t, ffinieTTeifhinactt und kvirnie sich bei ter sehr energischen Hintermanndchaft ter KirchLitmolder nicht Lurchsetzen. ^Obwohl Ifangs Svieltetein überlegen war. fiel m 15. Dlinute durch Has per Lai 1. Sor tar ^«''«n Brandau vergab dann sogar noch einen Elttneter. Durw Ära » Becker, der Mittelstürmer ter «irchbtt- molter, zeitweise aus und wirkt« auch nachher mrcrax» alS Statist mit. Als dann m ter 2 Häme Ltermais A o f o < r (52 Min.) urvd W. Wicke (68..
reich waren, war die Niederlage ter Rothe ndumofiternicht mehr ab zu wenden. Unter grötzem Beifall ihrer Anhänger »erlteken die Hessen ten Platz.
Bedauerlicherweise wurde wieder ^örunfturseiffletr und SchieLSmchter Hörner hatte unbedingt durchgreifeu
Pabl. Guthof.
Hessen Mu H-lzbau»; Fleckenstein.
mer. Engel. Krug: Knackstädt, Wicke W„ weiter, Paioer.
^S^telverein: Kernschild; Claris «^«: Heukerotb, «euer: Jacob, Hermenröter, Mette», ®<5alf‘ Die Tabelle:
«urhesse» g. «. C. 03 geffen 09
. C. «vort Svielverein Hermannia.
Spiele cew.
2 2
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2 3
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Punkte 4:0 4:0 4:2 2:2 0:4 0»
Tore 13:5 11:7 9:8 9:5 3:8 8:20
Handball im Eichenkreuzverband
Wilhelmsböte IL — Niederzwehren IL 11:1 (6:1)
Wtyelmshöhe war seinem Gegner körverrich und spiel- nicht gespielt.
Kassel-Ost I. — Wolfsschlucht IL 5:2 (2:2). Ein, flotte» ideenreiches Spiel, welches bi» zur Halbzeit ?°llltäudia ausgeglichen war. In der 2. Hälfte klappte aber die Läuferreihe von Wolfsschlucht vollständig zusammen. Gese.
Wenn man aus pump kauft...
Zwangserziehung zur pünktlichen Ratenzahlung
Unter Berliner U»Mttarieiter batte ein« Unter» rednng mit einer leitenden Persönlichkeit der „Schu- fa". Die „Schufa", Schuvoeiueinichast für Absatz, sluauziernng, ein gemeinnütziges Unternehmen, ist ter jüngste Fortschritt ans dem Gebiet der Kredit- schiitzorgauisatton. Ihr Arbeitsgebiet beschränkt stch vorläufig auf die Reichshauptstadt, jedoch werten schon in allernächster Zeit, überwiegend in zahlreichen deutschen Grotz- nutz Mittelstädten, ähnliche Jnstttnte mit Uuterstütznug der Kommunen einerseits und ter Handelskammern andererseits eingerichtet werten. In welcher Weise der Rationalisierung ter Produktion die Ratiottalsterung des Absatzweseus und des Kredttschutzes, insbesondere tat Einzelhandel, folgen mntz, darüber gab dieser Kreditfachmann nnserem Berliner Mitarbeiter in interessanter Weise Auskunft.
An einem großen Büroraum, der mehr schon einem kleinen Saal ähnelt, sitzen etwa zwanzig junae Mädchen. Die Wände des Raumes sind unsichtbar gemacht durch große Karteiregister. 2% Millionen Karteikarten sind hier aufgestapelt. Sie enthalten die Namen von 2% Millionen kaufenden Bewohnern der Reichshauptstadt. Genauer aesagt: 2V, Millionen »Stotterer", wie man fte int Volksmunde nennt, werden von dieser Kartei erfaßt.
Die Mädchen sitzen an großen Dischen. Idde hat, vor sich ein laufendes Band, das durch den ganzen' Raum von einem Tisch rum andern geht. Auf dem Schreidtjsch befindet sich außerdem, wie bei der Rohrpost, sie Mündung eines kleinen Rohres, das den Schreibtisch zur Empfangsstation für plötzliche Nachrichten aus einer Zentrale macht. Geräuschlos, aber mit denkbar größter Fixigkeit wird in diesem Raum gearbeitet.
Nebenan befindet sich die Zentrale. Hier sitzen ebenfalls wieder eine Anzahl junger Beamtinnen im weißen Kittel. Etwa dreißig Telefonapparate münden hier. Der Summer "geht ununterbrochen. Eine größere Anzahl Telefonleitungen haben direkte Kabelverbindung mit großen Einzelhandels-Geschäften,
Ein anderes Bild: In ein Geschäft der Leipziger Straße tritt eine jüngere Dame. Sie möchte einen Gegenstand aus Abzahlung kaufen. Die Verkäuferin bittet um Name und Adreffe und sagt dann: »Wollen Sie tfftte einen Augenblick warten, gnädige Frau."
Die Verkäuferin geht an das Telephon und erhält direkte Verbindung mit dem Büro der »Schufa". ,.^-h möchte Auskunft Wer Anneliese Herz. Wieland- stratze 41".
Die Barrrtin in der Zentrale antwortete: »Einen Augenblick", schreibt Name und Adresse auf ein Zettelchen, steckt ihn in einen Blechbehälter und läßt chn auf beschleunigtem Rohrpostwege in das Zimmer nebenan gelangen, auf den Tisch der Beamtin, die den Buchstaben H bearbeitet. Zcktdauer 5 Sekunden.
Die betreffende Dame liest den Zettel, schlägt die Kartothek auf: Herr Anneliese, Wielandfiraße 41, hat bei X und Ä auf Raten gekauft und pünktlich bezahlt. Ein Kredit in Höhe von 150 Mark läuft bei Z. Die Beamtin schreibt unter den Namen ein paar Zeichen und schickt das Blatt Papier auf dem laufenden Band, in die Zentrale zurück. Dort erteilt die Beamtin der am Telefon wartenden Verkäuferin die Auskunft. Gesamtdauer: 13-j Minuten, Preis der Auskunft: 25 Pfennige.
Die Verkäuferin hängt an, geht zur Kundin zurück und erklärt liebenswürdig: »Bitte schön, gnädige Frau, Sie können das Kleid gleich mitnehmen."
Nicht immer laufen die Auskünfte günstig. Ost wird von der Zentrale erklärt: »Der Kunde hat Raten nicht bezahlt, Osfenbarungseid, fruchtlose Pfändung, unbekannt verzogen und Aehnbiches mehr.
Woher hat die »Schufa" dieses enorme Wiffen. das sie für 25 Mennig pro Auskunft abgeben kann? Ihre erste Mffensquelle ist das Schuldenregister des Amtgerichts, das ihr automatisch Meldung erstattet, welche Offenbarungseide und fruchtlose Pfändungen Haftbefehle der Gläubiger zwecks Leistung des Offenbarungseides usw. laufend ergehen. Ihr wesentlichstes Material aber erhält sie von den Einzelhandelsgeschäften selbst. Sie ist, besser gesagt, eine Schöpfung des Einzelhandels, denn mehr als 3000 Ladengeschäfte der Reichshauptstadt, die Ware auf Kredit verkaufen, sind ihr angeschlossen. Der Sinn und Zweck der »Schufa" ist wirtschaftliche Selbsthilfe, denn jedes der angeschlossenen Geschäfte ist verpflichtet, über das gesamte Kundenmaterial laufend Auskunft zu geben. Es muß mitgereilt werden, ob Pfändungen irgendwelcher Art vorgenommen werden usw. Auf biefe Weife hat die .Schufa" ein außerordentlich reichhaltiges Material zufammenge- tragen, mit dessen Hilse sie der Kreditsicherung dient. Wenn freilich ein Käufer zum erstenmal auf Kredit kaust, so weiß die »Schufa" nichts weiter von ihm zu berichten, als die Tatsache, daß er den Osfen- barungseid geleistet hat oder daß er noch eine
»weiße Weste" besitzt. Die 'Zahl von 28A Millionen Käuferkarten beweist jedoch, daß der bei weitem größte Teil des auf Abzahlung kaufenden Publikums tatsächlich ersaßt ist.
Nachdem die .Schufa" sich in der Röichshaupt- stadt durchaus bewährt hat. werden in allernächster Zeit in einer ganzen Anzahl deutscher Städte ähnliche Organisationen geschaffen werden.
♦
.Kreditschutz am laufenden Band — das bedeutet für die Schuldner schlechte Zeiten" erklärt freundlich lächelnd mein Führer. .Aber das ist auch notwendig. wenn die so tief gesunkene Schuldnermoral in Deutschland endlich gehoben werden soll.
Es ist unsere besondere Stärke, daß wir es mit der einmaligen Auskunft über die Kreditwürdigteit nicht getan ''ein lassen. Wenn irgendwie ein Kunde seine Rate nicht pünktlich bezahlt, dann benachrichtigen wir sofort alle Geschäfte, bei denen er auf Abzahlung gekauft hat. Wir wiffen ja jederzeit ganz genau, wieviel Kredit er insgesamt in Anspruch genommen hat.
Wir haben auch noch eine andere Aufgabe. Aus Wunsch der Geschäftsinhaber beobachten Wir feine von ihm bezeichneten Angestellten, wenn sie auf Kredit kaufen. Von dieser Einrichtung wird in außerordentlich starkem Maße Gebrauch gemacht, denn die Geschäftsinhaber haben sehr häufig ein starkes Interesse daran, zu erfahren, in welcher wirtschaftlichen Situation sich ihre Angestellten befinden und ob sie unter Umständen durch schlechte wirtschaftliche Verhältnisse zju UnregelmäßigSeiten verleitet werden können. Erst kürzlich habe ich um ein Beispiel zu nennen, folgenden Fall erlebt: Wir stellten fest, daß zwei hohe Angestellte eines großen Werkes (einer davon war sogar RevisionSbeamter) sich bei ihren Einkäufen anscheinend sehr stark übernommen hatten. In dem Geschäft waren Unregelmäßigkeiten vorgekommen. Es konnte mit Hüfe unserer Auskunft leicht festgestellt werden, daß diese Beamten Gelder veruntteut hatten. Der Direktor ließ sie zu sich kommen, sprach vernünftig mit ihnen und, da es langjährige Angestellte waren, verzichtete er auf ein« EnUassung. Die Raten wurden sämtlich von dem Werk bezahlt, und der Betrag den beiden Angestellten in kleinen Raten von ihrem Gehalt abgezogen.
Mr erleben sehr oft -lustige Dinge. Es ist ge- richtsnowrisch, daß die meisten Schwindler ihre Einkäufe aus Kredit Vor den Feiertagen von 3 Uhr nachmittags an machen weil sie glauben, daß zu dieser Zeit jedes Auskunftsbüro geschloffen fei. So kommt es vor, daß wir an solchen Nachmittagen von 5 bis 6 von verschiedenen Geschäften angerufen werden Mit der Bitte Über denselben Mann Auskunft
zu geben. Natürlich blitzt er überall afc, da wir Mitteilen, daß er kreditunfähig sei; der Betreffende, der sehr vornehm und elegant auftrtti urtb nur relativ kleine Summen erschwindeln will, glaubt an Hexerei . . .
Oder es geschieht, daß ein Ehepaar eint Geschäft betritt und auf Kredit kaufen will, der Verkäufer das Geschäft ablehnt. weil der Ehemann ein unsicherer Kantonist ist. Darauf erscheint nach kurzer Zeit die Dame in einem anderen Geschäft und will wieder auf Kredit kaufen. Weder telephomert die Verkäuferin mit uns und lehnt der mangelnden Bonität des Ehemanns wegen, den Kredit ab. Darauf ruft die Dame empört: »Aber was wollen Sie nur, ich bin doch geschieden!"
Die Verkäuferin antwott-^ lächelnd: »Dor einer Viertelstunde waren Sie in einem anderen Geschäft doch noch verheiratet. So schnelle Scheidungen erkennen wir nicht an, gnädige ^ran."
Es ist nicht immer ganz einfach, bi« Aktion mr Hebung der Schuldnermoral durchzuführen. Aber es schließen sich immer mehr Geschäfte der .Schufa" an. und bald Wird es möglich fein, diese Kreditkon- trolle auf das ganze Reich auszudehnen . . .
gitegente Blätter hrnb Meggenterker Blätter), München. Zweiter Halbjahrsband 1930. Verlag von I. 9. Schreiber- München. — Die Fliegenden Blätter, dieses beliebte Familienivitzblatt, bewältigt tatsächlich immer wieder aufs neue die schwierig« und delikate Aufa-ate, eine schwer« Zeit, eine Zeit, die von nriterftretenten Stimmungen und Ansichten tn ten Grenzen des eigenen Volkes zerrissen und von Nöten, die aus aller Welt auf das engere Vaterland etnstürmen, bedrückt tft mit Heiterkeit und verstehendem strohiinn zu begleiten. Dabei enthalten ssch die Kliegenten Blätter, alter Traditton getreu, jeder politischen Einstellung und verschmähen all« Witze und Bemerkungen vitamer oder zweideutiger Natur. Reime und Prosa zeige» gepfiegte» Stil — Humoresken, Anekdoten und Satiren, Sieter, Gedichte und aktuelle Rettne un- Glossen wechseln in bunter stülle. Hervorragende Zeichner, bewährte Jllusttatoren auf diesem Gebiet ergänzen und verschönern ten Inhalt. Immer wieder findet Mauder neue Karben und Linien für die derbe Komik seiner lustigen Bauerngestalten, Croissant neue groteske Einfälle für die bizarren Konturen seiner fattttschen Zeichenfeter, und Claus, ter anekdotische Erzähler mit Pinsel und Blei, Pwfessor Eugen Kirchner, ter Maler komischer Behäbigkeit neue fröhliche Szenen aus dem tägfichen Leben. Die mondäne Krau und ter elegante Herr auf den Bildern von Bauer und Loukota, die lustigen Serienbilder des Zeichners Wawra-Wiron geben neben den Beiträgen gelegentlicher Mitarbeiter jedem Heft den Cba- rakter einer lustigen Gemäldesammlung auch für den, ter nur die Sette» ütetzblättert.
»M e die neuesten Modelle
JlflulO bei F.Reifffenstein
Am Altmarkt / Tel. 1377.