Handel / Wirtschaft / Vörfe
Kasseler Neueste Nachrichten Hessische Handelszeitung Freitag, 1. Mai 1931
Die Entlastung bleibt aus
Der kaufmännische Stellenmarkt im April.
Der Kaufmännische Stellenmarkt bat nach den Beobach, tungen der Kaufmännischen Stellenvermittlung im DHB auch im Avril die lange erhoffte Entlastung nicht erfahren. Immer »och ist der Bewerberzugang aus gekündigtem Arbeitsverhältnts außerordentlich grob. Da die zugehenden Bewerber wieder zum Teil unter längere Kündigungsfristen fallen, ist noch nicht einwandfrei ,u übersehe», in welchem Umfange der Stellenmarkt durch ftc end- sülkig belastet wird. Anzunehmen ist, daß -in Dell der Kündigung«. erfolgte, um die persönlichen ArbeitSverträge auf »euer Grundlage abfchließe» zu können. Die Angestellten haben aber allenthalben selbst wenig Vertrauen, daß pro forma ausgesprochene Kündigungen mit dem Fristablauf nicht doch als Ernstkünüigungen angesvroche» werden. Da der Abgang an Bewerbern wieder relativ gering blieb, mußte sich die
Audraugszifscr erneut verschlechtern.
Sie liegt (Bewerber auf eine neugemeldet« offene Stelle) Ende April bei 47,S gegenüber 44,1 Ende März 1981, bezw. 22,1 Ende Avril 1930.
Die Aussichten werden allgemein nicht sehr günstig beurteilt. Der zögernde Zugang neuer Besebungsaufträge im Avril scheint eine gewisse pessimistische Grundtendenz zu be- statlgen. Wenn die Kaufmännische Stellenvermittlung im DHB trotzdem die Bermittlungseraebnilsc im Avril um einiges steigern konnte, dann dürfte otefer Erfolg int wesentlichen ihrer neuen vatentrechtlich geschützten Bermttt- I un «stech n ik ,umschreiben sein. Da nach dem vom DHB entworfenen eigenen Stellenvermittlungssichtbogensv- stcm eine Bewerbcrauswahl nach über 5 0 0 Gesichts- v unk t e n möglich ist, können Bewerber im sozialen wie volkswirtichattlichen Interesse auf schnellstem und rationellstem Wege der fachlich geeignetsten Arbeitsstelle zugeführt werden — ein Erfolg, der sich in der günstigen Bermitt- lungsauote äußert. Eine durchgreifende Entlastung Les kaufmännischen Stellenmarktes erhofft man in Angestellten- kreiien für den Äugenblick nur von bestimmten gesetz- « e b e r l s ch e n Maßnahmen, die geeignet sind, die gegebenen ArLeitsmüglichkeiten auf einen breiteren Kreis zu verteilen.
hvpvtherenmandbriefe Em. 3 und gegen die gekündigten Smut„<uiimr-wungcn iure 7vrozenti^n Gold»ommu..ai. obligationen Em. 3 „unkündbar bis Oktober 1986" 1 Prozent unter dem Berkaussrurs an. Außeroent werden dem In- Haber beim Tauich die lOvrozentigen Stückzinsen bis ,um 30. Juni 1931 sofort in bar ausgezablt. Wegen der Urn- tauschbedtngungen im einzelnen verweisen wir auf die Bekanntmachung im heutige» Anzeigenteil.
Srleich^ruug der Futt-rgerste-iufuhr in Berbiadnus D«»? vv» liartosfelslocke». Die Teuttchc Ge- trsitehandelSaellllfchaft gibt mit Zustimmung des Reichs- ernäbrungsmrnritertums Kartoflllslocttn bis auf wei'ereS zum Preise von 185 R M. je Tonne. Balls Küste mit Gerste bezug sl ch-in im BerHälinis von 1 Teil Kar- wneblocken ziz 2 Teilen Gerste für Matlieferung ab: der Absatz rur diese Kartoffelslocke» bleicht auf gewille Schwei» nemaitgebiete beschränkt.
Die Notlage der Bauwirts chatt
Uns wird geschrieben: Der Stand der Arbeitslosigkeit erheischt dringend Maßnahmen, die es ermöglichen, einen größeren Teil der Erwerbslosen wieder produktiver Betätigung »uzuführe». Infolge seiner Schlüllelstellung erscheint das Baugewerbe zur Belebung der Gesamtwirtschast und Behebung der Arbeitslollgkeit ganz besonders geeignet. Der Wirtschaftsbund Niedersachsen-Kassel (Sitz Hannover) bat daher, um die im volkswirtschastlichen Interesse gelegenen Möglichkeiten zur Förderung der Bautätigkeit in größerem Kreise zur Aussprache zu stellen, zu einer Sonderveranstaltung eingeladen, die am 18. Mai 6. I. in der Stadtballe zu Hannover stattfindet. Es werden sprechen Dr. F i n k e n w i r t h-Hannovcr, Erster Syndikus der Industrie- und Handelskammer, über „Die nationalwirtschaftliche Bedeutung der Bauwirtfchaft". Architekt B. D. B. Kröge r-Hannover, Mitglied Les Vorläufigen Reichswirtschaftsrates über Las Thema „Bauwirtschaft in Ketten", ferner Verbanisdirektor Dr. Schütz-Berlin über „Oeffentliche Hand und Bauwirtschaft".
Fremdes Geld undEigenkapital
Millionen
75866
27200
öenossenschafts-l öroM- ßÄfüziiiiaiiöd Banken
Aktiva u.
Passiva £iqenkapitdl eintdil Reserven
2036 J
Die internationale Agrarkrisis
Heimisdie Insolvenzen
Netter Konkurs i« Kassel. Offene Handelsgesellschaft Hermann Eichler uni Stachlaß Ww. Emma Eichler, Hedwig E. und Eduard E.: K.-V.: R.-A. Dalberg: An- Meldefrist bis 90. 5.
Vergleichsverfahren Friedrich Keßler. Kassel. Große SR»« senttraße. Nach dem von der Berlrauensperson, Bücherrevisor Hoppe, im gestrigen Veraleichstermin erstatteten Bericht batte das KonsitiirengesäÄst des 'Schuldners unter den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, namentlich unter dem Preisabbau der Schokoladenfabriken schwer zu leiden. Die Schulden betragen etwa 6000 Mk. Der Schuldner macht einen VergleichSvorschlag ans der Balis von 50 Prozent, zahlbar tn zwei Raten, aefichert durch bfe Biirg- schast eines Verwandten. Die Mehrzahl der Gläubiger hat bereits -»gestimmt. Verkündungstermin am 4. Mai.
Poukurs Dchreiuermeifter Wilhelm Fleck. Obervell- vellmar. In einer Gläubiger-Versammlung am Donners, tag oerichtete der Kvnrursverwaner R.-A. Dr. P a u l - mann eingehend über Leu Stand Les Konkurses. Der Schuldner hatte während der lebten 10 Jahre immer nur aut fremde Rechnung gearbeitet und batte es offenbar nicht verstanden, feine Preise in richtiger Weise zu kalkulieren.
Der Vertrag war sehr scharf gehalten, sodaß der Ber- tragsgegner bei Nichtausführung der Lieferungen mit Erfolg klagen konnte, wodurch Fleck zu einer Konventionalstrafe von 2000 RM verurteilt wurde. In diesem mangel- basten Kalkulationsvermögen liegen auch die Gründe, Laß der Schuldner die vielen Verluste bei Insolvenzen seiner Abnehmer nicht zu überstehen vermochte, lieber den Stand der Aktive» läßt sich ein genaues Bild noch nicht gewinnen, La Ler Schuldner seit 1928 die Buchführung unterlassen bat. Augemeldct sind bisher über 50 000 RM an Forderungen eiuschl. der gesicherten. Dazu kommt die Lanocskreditkasse mit einer Forderung von 20 000 RM. Die bevorrechtigten Forderungen belaufen sich auf 4000 RM. An Aktiven sind vorhanden Grundstücke in Obervellmar und Martendorf. Ersteres mit einem Brandkassenwert von 48 500 und einem Berkaufswert von etwa 30 000 RM. Da die Belastung jedoch sehr hoch ist, wird für die Gläubiger hier nichts her- ansivringen. An Inventar sind vorhanden in Obervellmar 11 534 RM, in dem seit Herbst 1930 errichteten Laden in der Mauerstraße Möbel für 5558 RM. Da Sie meisten Gegenstände irgendwie übereignet oder vervfändet sind, wird für die ungesicherten Gläubiger nichts zu erwarten sein, wenn nicht die Uebereignungsverträge mit Erfolg angefochten werden können. Es wurde ein Gläubigerausschub gewählt, bestehend aus Kaufmann Brede, Sägewerksbesitzer Paul Kretschmer und Rechtsanwalt Dr. Erich Rocholl. Der Konkursverwalter wurde als solcher bestätigt.
Konkurs Feilenfabrik Gebr. Kellner. Inh. Bernhard Kellner, Kassel. Am Donnerstag sand ein Termin zur Abhaltung Ler Schlußrechnung statt. Einwände wurden nicht erhoben. Das Verfahren wird demnächst eingestellt.
Konkurs Malermeister August Althaus, Bollmarshausen. Das Amtsgericht bat den vorgeschlagenen Zwangsverglcm; bestätigt.
70 Prozent Quote bei der Pyrmouter Baak A.-G? Die Liouidation des Institttts macht gute Fortschritte. Nachdem seitens des ersten Direktors Grundstücke und Ländereien der Konkursmasse zugefübrt worden finit, hofft man, daß die endgültige Quote 70 Prozent betragen wird.
Deutsche Centralbodenkredit-Aktiengefellschaft. Sämtliche noch im Umlaus besindlichen lOvrozentigen Goldvfandbriefe Abt. III und Illa der vormaligen Deutschen Grundereüit- Bank Gotha und sämtliche lOvrozentigen Golü-Äommunal- Schuldverichreibunaen 1924 der vormaligen Preußischen Centralboden-Kredit-Aktiengesellschaft sind zum 30. Juni 1931 gekündigt worden. Die Bank bietet zum Umtausch gegen die gekündigten Psanübriefe ihre 7vrozentigen Gold»
Auswirkungen aut die landwirtsdiatilidie Kaufkrat
In Kürze:
In der Hauptversammlung der Basalt-Union, Bonn, wurde n. a. mitgeteilt, daß infolge der ungünstigen Wirtschaftslage die Werke mit 57 Prozent ihrer Kapazität besamftigt seien. *
In nächster Zeit wird eine Sowjet-Delegation in Deutschland eiutteffen, um über Schiffslieferungen für Rußland zu verbandeln.
In der Aukstchtsratslltzuug derPaderbornerElek» trtzitätswerk - und Straßenbahn A.-G. (81. W. E.-Konzerns wurde beschlossen, der G.-B. eine Dividende von wieder 4 Prozent vorzuschlage».
Ans Grund der kürzlich erfolgte» grundsätzlichen E i u i - fiung derdentscheu uni ausländischen Biscoll-Kunst- eiienleinneteien über die Belieferung des dentscheu Marktes wurden die Bisrose-Garnvreise mit sofortiger Wirkung wesentlich erhöbt.
*
Unter dem Namen „Zigaretiendie nji G. m.
H." haben der Reemtsma- u. der Nenerburg-Kouzeru eine gemetniaaie Lageror„antsatton geschatte». -t'tt ve ngruu- du», führt die AuSliefernno^ornauisat'ou der krs^ereu „Fafconsa" in vergrüßertem Matze weiter. Die Selbftän- dtgtett von Neuervueg und dteemtsma wird durch dteies Agreement in keiner Weise berührt.
*
Zu 8 Prozeut des urkvrünglicheu Tarwerte ausorüote» wird dl« in »nnettrS befindklche Por- zellausabrik Fraureuth A. G. lThüriugeu), nachdem drei Zwangsversteigerungen der nrsprungti« aus 8 3»ä UOU S>.. tarierten Fabrik ergebnislos verlaufen stud.
*
Das internationale Supferkartell bat feinen Verk-nfsore's f«r Wlr-d«rs von 10,05 ans 9.80 et« je en gl. Pfd. cif Hamburg, Rotterdam und Le Havre herabgesetzt.
*
In den Bezirken Kafchka-Darja, Surchan-Daria und Ka- raljuk in Usbekistan lRnsstsch-Mtttelafienl llud L a l i Vorkommen entdeckt worden.
«
Aus der gestrigen Berwaltnugsratslltznna der I. G Farben verlautet in Essen, wie unser Korrespondent meldet, daß die I. G. Farben für 1930 eine Dividende von wieder 12 Prozent verteilen wird.
Die Verkaufserlöse der Landwirtschaft der Welt dürsten nach der Schätzung des Konjunkturinstituts im Jahr 1930 um etwa 20 bis 25 Mrd. RM. geringer gewesen sein als im Jahr 1929. Diesem Ausfall stehen Preisrückgänge für die industriell erzeugten landwirtschaftlichen Bedarfsgüter um 5 bis 10 v. H. gegenüber, sodaß der Netto-Kaufkraftverlust der Landwirtschaft der Welt für 1930 aus etwas über 10 Mrd. RM. zu veranschlagen ist. Von diesem Betrag dürften etwa 3 bis 4 Mrd. RM. unmittelbar auf dem Weltmarkt als verminderte Kaufkraft der Agrarländer für industrielle Einfuhrwaren wirksam geworden sein. Indes ist natürlich auch Die Schwächung des inneren Marktes durch die Agrarkrisis nicht ohne Einfluß auf den internationalen Handelsverkehr geblieben; diese mittelbaren Einflüsse lasten sich im ganzen aber zahlenmäßig kaum feststellen.
In Deutschland
wäre» im Jahve 1930 hie Preise der hauptsächlich zwm Verkauf gelangeubeu landwirtschaftliche» Erzeugnisse durch- fchnittlich um etwa 11 v. H. niedriger als im Jahre 1929. Der Preisrückgang wurde durch die teilweise Zunahme der Mengeneriräge nicht ausgeglichen. Demgegenüber haben sich die Preis« für die Bedarssgüter der Landwirtschaft zum Teil erheblich weniger gesenkt. Di« Preise der inLustriell erzeugten landwirtschaftlichen Produktionsmittel (Maschinen, Geräte, künstliche Düngemittel, Baustoffe), auf die etwa die Hälfte Ler Betriebsausgaben der Landwirttchaft entfällt, sind von 1929 auf 1980 um etwa 3 v. H. gesunken. Die Preise für Lie Güter des versönlichen Bedarfs -er Landwirte (Hausrat, KletLung, Kulturausgaben) sind ebensalls erheblich weniger zurückgegangen als die Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse.
Stellt man die durch die Preissenkung für Bedarfsgüter erzielte« „Erfvarnisse" der Minderung der Verkaufserlöse gegenüber, so ergibt stch schließlich für die gesamte deutsche Landwirttchaft ein Netto-Kaufkraftrückgang, der sich in der Größenordnung von etwas über V4 Milliarde» RM halten mag.
Im Ausland
sind Sie Preise lanLwirttchaftlicher Erzeugnisse besonders stark in Italien, Polen, Ungarn. Jugoslawien. Kanada uni) Neuseeland gesunken. In den Vereinigten Staaten von Amerika beträgt Ler Rückgang der Preise der landtvirttchaftlichen Erzeugnisse gegenüber 1929 und auch gegenüber 1928 etwa 16 v. H. Gleichzeitig sind di- Preise Ler landwirtschaftlichen Bedarfsgüter um 8 v. H. gesunken. Ebenso wie in Deutschland wurde auch in den übrigen Ländern der Preisrückgang durch höhere Men^neriräge nur zum Teil oder überhaupt nicht ausgeglichen.
Die Kauskrast der Senbwtrtfdwft ist von 1929 ans 1980 znrückgegangen um:
10—16 v. H. in Deutschland/ Frankreich. Großbritannien. Mittelamerika,
15—20 „ „ 5ett Bereinigten Staaten von Amerika, Brttisch-Jndien
20—25 „ „ Italien. Tschechoslowakei, Polen Brasilien 25—30 „ „ Australien. Nieberländisch-Jndie», Java», China, Aegypten
30—40 ,. „ Kanada. Argentinien. Svanien
Im ganzen sind die Verkaufserlöse der Landwirtschaft für alle wichtigen Erzeugnisse, soweit bi« statistischen Unterlagen eine solche Berechnung ermöglichen, von 1929 aus 1930
um etwa 18 m H. gesunken. Das bedeutet eine Mindereinnahme der Landwirtschaft der Welt von etwa 20—25 Mrd. RM. Die Berringerung der Ausgaben, die der Landwirtschaft infolge des Preisrückgangs für Jndustrieerzeug- nisse möglich geworden ist, läßt sich nur sehr roh schätzen. Die von der Landwirtschaft der Welt im Jahr- 1929 gekauften Jnduftriewaren dürften 1930 im Durchschnitt um 5 bis 10 v. H. billiger gewcden sein. Man wird so den Nettokaufkraftausfall der Landwirtschaft der Well von 1929 aus 1930 im ganzen aus etwas über 10 Mrd. RM veranschlagen dürfen.
Auswirkungen des landwirtschaftlichen Kaufkraftausfalls.
Di« Berüillignng der landwirtschaftlichen Erzeugnisse schmälert auf der einen Seite die Kaufkraft der Landwirtschaft. komntt aber auf der anderen Seiten den Verbrauchern von Agrarerzeugnissen als Kaufkraftgewinn zugute. Dieser Kaufkraftgewinn erlaubt eS, daß der mengenmäßige Verbrauch von landwirttchaftlichen Erzeugnissen (Fleisch. Butter. Eier) oder der hieran« hergeftellte» Waren (Texti- lieu) vielfach weniger stark gesunken ist. als es der Einkommensminderung der Verbraucher entsviochen hätte. Zum Teil fließt auch der „Äaufkrastgewinn" der Verbraucher anderen Wirtschaftszweigen (z. B. für die Anschaffung von Hausrat) zu. Das Entscheidende ist jedoch, daß der starke Preissturz an den landwirtschaftlichen Märkten die bisherige Verteilung der Kaufkraft verändert hat, daß man also gegenwärtig für die Beziehungen der landwirttchaftlichen und nichtlandwirtschaftlichen Wtrtschaftsgruvven zueinander mit anderen Kräfteverhältnissen rechnen mutz als vor ei» oder zwei Jahren.
Ausblick.
Di« künftig« Preis- und Kaufkraftgeftaltung der Landwirttchaft wird hinsichtlich der konjunkturellen und der strukturellen PreistenLenzen vermutlich nicht gleichartig sein. Im ersten Fall ist damit zu rechnen, daß sich bei ansteigender Koniunktur die „Scher e“ zwischen den Preisen landwirtschaftlicher Erzeugnisse und landwirtschaftlicher Bedarfsgüter wieder mehr schließt, und »war weil einmal der krisenhasteAngebotsbruckam Weltmarkt bei erleichterten Kreditverhältniffen nachlassen und weil »um anderen die Kaufkraft dxr Jndustriebevölkerung, die für den landwirttchaftlichen Binnenmarkt der hochkavitalistischen Länder entscheidend ttt, wieder zunehmen wird. Auf lange Sicht dagegen rvirh sich bet. Sen pflanzlichen Erzeugnissen infolge des technischen Fortschritts in der Produktion und bei den Erzeugnissen der Viehwirtschaft infolge der fast in allen Ländern zu beobachtenden Produktwnserweiterung ein Preisdruck bemerkbar machen. Ob dieser zu einer Beeinträchtigung der landwirttchaftlichen Kaufkraft führen wird, hängt von der Preisentwicklung 6er industriell erzeugten landwirtschaftlichen Bedarfsgüter ab, deren Preise voraussichtlich im ganzen gleichfalls strukturell sinken werden. Dabei ist aber noch nicht zu beurteilen, ob sie in dem gleichen Grad zurückgehen werden wie Lie.Preis« der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Schließlich wird aber über einen längere» Zellraum hinweg die Kaufkraft der Landwirtschaft nicht nur von dem Kanfkraftverhältnis je Wareneinheit der Erzeugnisse und Bedarfsgüter, sondern wesentlich auch von der Gestaltung der Produktionskosten je Einheit landwirtschaftlicher Erzeugnisse, allo von Technik, Organi- faiionssorm und Produktionsrichtung der landwirtschaftlichen Erzeugung, abhängen.
Waren und ihre Preise
Berliner Produktenbörse
Amtliche Notierungen
Welzen, mirk. ab Station
Roggen, m&rk. ab Station
Braugerste . . .
Futtergerste . .
Hafer. tȊrk. ab Station Mais. loko Berlin . . .
„ La Plata . • » » Weizenmehl . » • « • Roggenmebl .«ist Weizenkleie . • • • • Roggen kiele . . • > ■ Viktoriaerbsen . » » Kleine Speiseerbsen . . Futtererbsen . . . • • Peluschken- Ackerbohnen . , , , « Wicken . . , ■ ■ ■ Lupinen blaue , » ,
„ gelbe . - .
Seradella. neue . .
Rapskuchen Basis 38% Leinkuchen Basis 37%
Trockenschnitzel Soyaextractionschrot KartoMeUlocken « ,
45%
29. April
19600-19800
230 00—24400 185-00—187-00
30. A| » 23000-24400 185-00—189-00
15-50-16-00
100
23
Handelsrechtliche Lirsernnasgefchäst« an bet Berliner Probnkteubörfe vom 30. April. Weizen: Mat 296, Juli 296,50, Sept. 249—250; Roggen: Mai 204,75—205. 9 uh 201.50—202,25, Sept. 190—191: Hafer: Mai 196—196,50, Juli 203—203,75, Sept. 181,50.
Magdeburger Znckcmotierunacu von 30. Avril. Gemahl. Mehlis prompt per 10 Tag- 26,70. Tendenz ruhig.
Berlin« Eiernoti«»»-,-» vorn 30. Avril. (Festgestelll von der amtlichen Eiernotllrungskommission.) Deuttche Ei«: Trinkeier vollst, gelt.: Sonderklasse übet 65 ot. 814, Kl. « über 60 ar. 7J4, Kl. B über 53 gr. 7. Kl. 6 leichtere 6U; auSsotnerte kleine Schmutzes« 6. AuslanLseier: Dänen: 16er 8Ü, 17« 8%, 1554—16er 7)4: Holländer: 68 gr. 8%—9, SD—6 2<tr. 8—814. Witterung: veränderlich. Tendenz: behauptet. Di-Prette verstehen sich in Reichsvlln- nig je Stück ab Waggon od« Läget Beilin nach Berliner Usancen.
Franksntier Biehmarkt »o« 80. Avril. Der Austrieb des Ncbenmarktes bestand au» 79 Rindern, 45 Schall«, 958 Kälber», 1052 Schweinen. Verglichen mit dem Austrieb des lebten Nebenmatklls waten freute 19 Rindet weht angetrieben, dagegen 45 Sch weine, 1242 Kälber und 121 Schall weniger. Marktverkauf: Kälber. Schall und Schweine ruhig, geräumt. Preise: Kälber: a) —. b) 59—63, c) 54—58. d) 45—53; Schaf« und Schweine gestrichen. Verglichen mit den Preisen d-S letzten Sauotmarktes lagen Kalbet 1— Mark niedrig«. - Fl-ischaroßfrand-ls. »reife: Ochllnsleisch I. 70—76, II. 60-70, yullensleisch 68 bi» 72, «uhfleisch II 50-60, III 35—45, Kalbfleisch I 85 bi» 95. II 70—80, Schweinefleisch 54—62. Geschäftsgang langsam.
Steuer termin-Kalender tür Mai
An Reichssteuern flirt? zu zahlen:
bis 5. Mai: Lohn-Stener. ES sind die für die Zeit vam 16. bis 80. 4. einziibehaltenden Steuerabzüge vom Lohn und Gehalt abzufübren. Beim Ueberweifungs. verfahren sind di« vorgefchriebenen mowatlichen Be- fcheinigungen einzureiche«. Gleichzeitig mit der Lohnsteuer ttt di« Ledigensteuer abzusühren. Beide Be- träae zusammen werben am besten aus den amtliche« Tabellen, die von btt Reichsbruckerei zu beziehen sind, abgelelln.
bis 11. Mai: Umsatz-Steuer ist erst wieder am 10. In» fällig, weil die Vorauszahlungen vierteljährlich zu letftett sind. Den bisherigen Monatszahlern ist es ivdoch unbenommen, auch weitcrhi» monatlich zu zahlen.
bis 15. Mai: Die Landwirte haben einte Viertel jahrsqafr- lurrg für die Einkommensteuer zu lerste«. Die Höhe ergibt sich aus dem letzten Steuerbescheid.
bis 15. Mai: Vermögen-Steuer. Erne Bor au 8,ah.
I u n g in der Höhe von einem Viertel des Jahves betra» ges ist fällig. Die Höhe «gibt sich au8 dem Steuerbescheid für 1930. Zu beachten ist, daß für 1980 ine steuerfrei- Grenze 5000 RM betrug, «sie ttt am 1. 1. 81 auf 20 000 RM «höbt worden. Soweit das Finanzamt noch VorausMlungen von Perfonen »«langt, deren Vermögen am 1. 1. 81 unter 20 000 RM getunten war, ist Stundung zu beantragen «rll dem Nachweis des VermögensstanLes am 1. 1. 31.
Das Vermögen wird im übrige« allgemein per 1. 1. 31 neu veranlagt. Di« jetzig« Vorauszahlung hat tn» folflcbeffen einen anderen Charakter als die Zahlungen 1930. Es findet fsätet eine wirkliche Abrechnung nach dem neuveronlagten Vermögen statt. Die Erklärungen zu Lief« allgemeinen Veranlagung werben wohl cm Lause des Sommers angesordert werden.
bis 20. Mai: Lohn-DIen« sür die «st« Mai-Hälfte. Beim Ueberweisungsversahr«» kann bte Ueberwer- futtü bis zunt 5. Juni unterbleiben, wen» die gesamten in der ersten Hälfte des Mai «inbefraltenen Steuerbeträae für sämtlich« Arbeitnehmer den Betrag von 200 RM nicht übersteigen. In der Lohnfteueranrnelduna vorn 5. Juni sind jedoch auch in diesem Falle die Halbmonatsbeträge gesondert anzugefre». Jedes Formular für die Steuer- behörbe ist forgsälttg, genau nach dem Vordruck ,auSm« füllen. Beim Markenverfahren muß ab« iefree Betrag fofort geklebt werde«. Dr. Vogt.
Berliner Kurszettel
30. April „ _____________Huren tunkdtenst
Tägl. Geld Ablösuugssch. Abi. Sch. ohne Ausl. 6% Dt. Reichsanl. 27 Young Anleihe 7% Berl. Hypothek.
6-8
57.40
El. Lieferungen EL Licht uTKraft Engelhardt Brauerei I. ti. Farbenindustr. Feldmühle Papi« Felten u. Guilleaume
888888:
G. Pf. s. ü
8% do. Korn. ObL
R. 15
8% Berl. Hyp.-Bank
97.0C
Gelsenkireh. Bergw. Ges. f. el Untern. Th. Goldschmidt Guanowerke
77.00
121.50
100.50
44.75
45.00
Gold-Pfdbr. 8.16
8% do. G.-K. 0. 6
W
Haokethal Draht Hamburger El.
ig:88
8% Ld. Zentr. G.-P.
98.00
F. H. Hammersen
—-
8% Meckl. Hyp. tu
Harbg. Wien. Gummi
Wechsel 3
98.00
Harpeuer Berg
8% Preuß. Centralb.
Hirsch Kupier
Kreditpfbr. v. 1928
101«
Höscb Eisen u. Stahl
61.40
7% Fr. Centralboden
Hohenlohe W.
Goldpfbr. v 27
96.75
101.50
Pb. Holzmann
99.50
CVi% do. Liq. Goldpf. do. Liq. Anteilsch.
8% do. Gold Komm.
Schuld v. 1925
8% do. v. 1928
10% do. 5 n. 7
Ilse Bergbau
Ilse GenuB
Kali Aschersleben Karstadt Klöckperwerke Köln-Neuessen
174.00
1
8% do. 3 u. 6
99.00
Gebr. Körting
g7.£5
6% do. 2
5% do. 1
82.00
Laurahütto
—
8% Pr. Ldpfbr. Aust.
Manuesmaun
74.00
35.40
Goldpfbr. R 19
100.50
Mausfelder Berg
7% do. 21
97.00
Maschinen bau-unter*
55
88
8% do. K.-O. 20 Oes tetr. Goldrente
8%
nehmungen A.-G. Metall bank
Oeslerr. Silberrente
—
Motoren- Deutz
4% Türk. Bagdad I
4% Türk. Zollobi. II
375
Nat. Auto Nieder! Kohle
11500
Ung. Goldrente
18.75
Nordd. Wolle
53.50
Aachener Kleinbahn
69.00
Oberschi. Eisenbed.
W
Cauada Pac.
Hamburg. Paketf. Hamburg-Südam.
SS
Oberschi. Koks
Oesterr. Eisenb.Verk.
11025
Schuckert Werke
103.00
50.00
59.75
Hansa Dampfschiff
8200
Nordd. Lloyd
5912
Orenstein u Koppel
Allg. Kreditanstalt
90 90
10012
Ostwerke
Barmer Bankverein
Phönix-Bergbau
——
Bayr. Hypotheken- u. Wechselbank
M
Rhein. Braunkohle
Rhein. Stahlwerke
Berl. Handelsges.
Commerz u. Privatb.
Rh. Westf. Sprengst.
—
109 00
Riebeok Montan
85.40
Danatbank
132 50
104 OC
> Rüttgerswerke
5100
Deutsche Bank
। Saohsenwerke
M
Deutsche Ueberseebk.
1032°
Sachsenw. Vorzug
Dresdner Bank
Salzdetfurth
222.00
Reichsbank
—
Sarotti
95.00
Neu abgestempelte
162_7E
6375
23 OC
261 9C 869C
4525
4260
42 6C
84_9C
Sch les. Bergb n. Zink
29.00
Reiohsbankanteile Aocumulatoren A. E. G.
Augsb. Nürnberg Basaltaktien
Julius Berger Bergmann Elektr. Berlin Karlsr. Ind. Berl. Maschinen Buderus
Charl. Wasser Chem. Heyden
Schles. Textil Schubert u. Salzer Schuckert u. Co. Schultheiß Patz. Siemens u. Halske Stöhr u. Co. Stolberger Zink Svenska Aktien Thür. Gas Leipzig Leonhard Tietz Transradio
Ver. Glanzet. Elberf.
14500
136.75
iil
126.00 w fl
Cont.Gummiw.Hann. Daimler Motoren Dt. Atl. Telegr.
Dt. Conti Gas Dessau Deutsche Erdöl Deutsche Kabelw. Deutsche Linoleumw. Deutscher Eisenhd. Üynamit Nobel
117-00
29-4C
1OLoc
126 60
7000
4750 86-5C
3600
7290
Ver. Stahlwerke Vogel Telegr Volke! Porzellan Westeregeln Alkali Westf. Drahtind. Zellstoff Waldh. Otavi Minen Deutsch. Petroleum Sloman Salpeter
86.00
100.00
100.00
94.50
95.00
8% Kass. Lkr. Gpf. 1
8% . ~ ?
1% . * H <
7% . - ~ «
6% H M W 3
Wintershall (Freiverkehr)
lW
122.00
8% Kass. Stadtanl. 23
120.00-1!
86.00
96.00
6% Kass. Lkr. Gpt 5
8% Kaaa. K. O 1
5% Bez. V. Kassel Schatzanw.
Berliner Devisenkurse
in Reichsmark
30. April
Jusoslavrien . 100 Dinar . Kaunas (Kowno) . 100 Litas Kopenhagen . 100 Kr Lissabon-0porto . 100 Eskndo
Buenos Aires ■ Cauada. . . . Japan . . . « Kairo . . . . Konstantinopel Loudon . . Neuyork . . Rio de Janeiro. Uruguay . . Amsterdam . , Athen . i « Brüssel • » • Bukarest . . » Budapest . ä » Dauzig . . . Helsiugfora. . Italien . .
1 Pap.-Peso
1 Can DolL .
1 Yen . . .
1 ägypt Pfd.
1 turk. Pfd. .
1 Pfd. Sterl.
1 Dollar
1 Milreis . . ,
1 Gold Pes. .
100 Gulden
100 Drachmen
100 Belga . .
100 Lei . . .
100 Pengö . , 100 Gulden
100 ünnl. M. .
100 Lire . . ,
Oslo ... 100 Kr. . . .
Paris.....100 Fre. . .
Prag ..... 100 Kr. . . •
Reykjavik . ; . 100 isl Kr.
Riga .... 100 LatU .
Schweiz . ... 100 Ftc. . .
Sofia .... 100 Lewa . .
Spanien . ... 100 Peseten
Stockh. Gothenb. 100 Kr .
Tallinn (Estl.) . 100 estn. Kr. »
Wien ..... 100 Schill. . .
Geld Brief
81
22.006
7.390
12
59.
18.890
10:
11.750 .0.576
44930
20520
20.402
4.1945
0.305
2.767
168.65
4ZO77 20.960
20.442
^0307
2.773
168.99