Das Blatt -es Landwirts
Nr 18
Beilage der Kasseler Neuesten Nachrichten
1. Mai 1931
Neue Bauvorschriften auf dem Lande
Bauordnungsentwurf soeben bekanntgegeben
Für das Platte Land in Preußen hat der Wohl- sahrtsminister kürzlich den Entwurf zu einer Bau- ordnung veröffentlicht. Es hat sich nämlich gezeigt, daß dre Vorschriften der städtischen Mufterbauord- nung von 1919 wörtlich in solche Bauordnungen ausgenommen sind, die auch für das Land gelten. Man hat schon oft davon gehört, daß auf dem Lande viel
zu hohe Ansprüche in baupolizeilicher Hinsicht
^stellt werden. Selbst der Minister muß in seinem Erlaß zu der neuen Land-Bauordnung zugeben, daß tnfolgedeffen die Belange der ländlichen und besonders der landwirtschaftlichen Bauten in diesen Bauordnungen meist n:cht genügend berücksichtigt sind.
Deshalb sollen in allen preußischen Provinzen besondere Bauordnungen für das platte Land erlassen werden, für die eine einheitliche vom Wohlsahrts- minlsterium und Landwirtschaftsministerium aufgestellte Musterbauordnung die Grundlage bieten soll Der Text dieser Musterbauordnung soll überall im allgemeinen wörtlich übernommen werden, wenn nicht mit Rücksicht auf die klimatischen und sonstigen Verschiedenheiten in den Provinzen Abweichungen und Zusätze nötig sind. Eine große Anzahl von Bestimmungen der Land-Bauordnung ist aber für die Provinzen zwingend.
Der Entwurf der Bauordnung gliedert sich in Formvorschrift, Bauvorschriften und allgemeine Bestimmungen. Es ist genau angegeben, welche Bauten der Baugenehmigung bedürfen und welche davon befreit sind. Auch von zwingenden Vorschriften der Bauordnung kann Befreiung (Dispens) erteilt werden, wenn die Durchführung eine offenbar nicht beabsichtigte Härte bedeuten würde, oder das öffentliche Interesse eine Aenderung erfordert. Aus den
Pflichtvorschriften
der neuen Bauordnung sei im folgenden einiges kur; wiedergegeben. Danach müssen auf jedem Baugrundstück unbebaute Flächen in dem Umfange verbleiben, daß den Räumen die nötige Luftzufuhr und ausreichender Lichteinfall gesichert ist. Innerhalb der im Zusammenhang gebauten Ortslage dürfen die Grundstücke nur bis zu drei Zehntel ihrer Fläche bebaut werden. Wenn hier die offene Bauweise üblich oder wirtschaftlich durchführbar ist, wird die
Errichtung von Wohngebäuden mit freistehenden Brandgiebeln verboten.
Wo die Ortslage eine geschlossene Bauweise aufweist, ist eine Bebauung bis zu v i e r Z e h n t e l der Grundstücksfläche zulässig. In besonderen Fällen kann die Ortspolizeibehörde eine um ein Zehntel weitergehende Bebauung zulassen. Gebäude mit Räumen zum dauernden Aufenthalt von Menschen dürfen
nicht mehr als zwei Vollgeschoffe
erhalten. Ihre lichte Höhe muß mindestens 2,50 Meter sein. Aufenthaltsräume im Dachgeschoß dürfen nicht weniger als 2,20 Meter lichte Höhe haben. Auf eine Treppe dürfen in jedem Geschoß nicht mehr als zwei Wohnungen angewiesen sein. Diese Zahl kann erhöht werden, wenn die Querlüstung der Wohnungen möglich ist.
Besondere Vorschriften der neuen Bauordnung beziehen sich dann auf Einfamilienhäuser, Scheunen,
Schmieden, Windmühlen, Fabrikbauten und schließlich aus Viehställe, die auch ausreichend zu belichten und zu belüften sind. Jedenfalls werden die 38 Paragraphen der Bauordnung für das platte Land sicher dazu beitragen, das Bauen einheitlicher zu gestalten und übersteigerte Anforderungen zu vermeiden, die in einer wirtschaftlich schlechten Zeit nicht tragbar sind. Deshalb wird es hauptsächlich auf eine loyale Handhabung der zu erwartenden Provinz-Bauordnung durch die Baupolizeibehörden ankommen.
„Der Hund"
Von X Lübbecke
Es kann jemand »Hund“ heißen, aber er braucht keiner zu sein. Und die sorgenvolle Miene, die die pommerschen Gutsbesitzer aufsetzten, wenn sie einander fragten: »Glauben Sie, daß heute der Hund kommt?", galt durchaus nicht der »Bissigkeit“, mit der er seinen Berus ausübte, sondern dem Amt selbst.
Er war seines Zeichens Gerichtsvollzieher und ein nur zu häufiger Gast auf den großen Gütern, aus denen man den kleinen, rundlichen Mann früher nur vom »Hörensagen- kannte. »Heute sind wir alle »aus den Hund" gekommen in der Landwirtschaft-, war im Kreise R. ein geflügeltes Wort, das der alte, ehrenhafte Gutsbesitzer v. K. in einem Anflug von Galgenhumor geprägt hatte. Ein Wunder, daß der alte 70- jährige Herr, dessen seit Urzeiten in der Familie vom Vater auf den Sohn vererbtes Gut vor der Zwangsversteigerung flaut*, sein Schicksal nach außen hin mit solch sarkastischem Humor zu tragen wußte. »Man hat in diesen — entschuldigen Sie, gnädige Frau, — mistigen Zeiten, so ost davon gehört, daß sich die Landleute am Gerichtsvollzieher vergreifen-, sagte eines Tages der alte Herr zu mir. »Fragen Sie im ganzen Kreise nach, da ist keiner, der unfern »Hund“ nicht schätzte!- Ich war natürlich neugierig aus diesen Vollzieher der irdischen Gerechtigkeit.
Als ich ihn dann sehr bald anläßlich eines unerwünschten Besuches, dem er meinem Vetter abstattete, auf besten Gut ich weilte, kennen lernte, staunte ich dennoch — so etwas von Güte und Mitgefühl hatte ich nicht vermutet! »Es is ne Schande, gnä' Frau-, sagte er seufzend und blinzelte mich aus seinen was- ferblauen Schweinsäuglein, die freundlich aus seinem Vollmonhsgesicht hervorlugten, bedauernd an. »Es is ne Schande, daß afl' die anständigen Herrens so müssen vor die Hühner gehen! Sind das wohl noch Preise? Da liegen draußen die Kartoffeln in die Mieten. Können sie ihnen wohl verkaufen, wenn sie das Leutelohn und das bißchen Anfuhr an die Bahn mehr kostet, als sie dafor bezahlt kriegen? Was meinen Sie, da war ich neulich beim alten Baron von — na, ich will keine Namens nennen. Der hat sich schön reingeriffen: Kaust sich — weils mit die Kartoffeln und's Getreide nichts is', Läuferschwein«, macht ihnen fett und jetzt kriegt er sor die fetten Tiere weniger als wie die Läufers gekostet haben.“
Mein Vetter hatte mich, da er über Land fahren mußte, mit der »Bedienung- des unerwünschten Gastes betraut. »Herr Hund. Herr L. hat leider kein Geld, das ich Ihnen geben könnte. Er hat mir im
Stalle eine Färse bezeichnet, die Sie eventuell pfänden können!- »Um Gottes Willen — ne, ne. ne-, war die verblüffende Antwort. »Ne, die wird er ja los, wenn er sie bis zum Termin nich einlösen kann. Ne. wir siegeln den Flügel an!“ Uns — als er mein ratloses Zögern merkte: ,Könn' se ruhig machen, gnä' Frau, wenn's zur Versteigerung kommt — den kauft kein Mensch! 6 Flügels sind in die Gegend all' zur Versteigerung gekommen — stehen alle noch auf bic Güter — kein As is zum Verkaufstermin gekommen!“ Und er kroch auf allen Vieren unter das Instrument und klebte den Kuckuck weit nach hinten: »damit man ihm auch nicht sieht“.
Noch ein zweites Mal war ich Zeuge seines »goldenen Gemütes“. Wieder war er »im Auftrage“ erschienen. Und obgleich etz sich nur um einen recht klei-
Das große Können der deutschen Züchter zeigt sich in eindrucksvollster Weise in den Erfolgen der deutschen Rinderzucht. Um so mehr müssen wir es begrüßen, daß die Rinder auf der Wanderausstellung Hannover (2. bis 7. Juni) in geradezu glänzender Weise vertreten sind. Besonders der schwarzbunte Tieflandschlag beteiligt sich in ganz hervorragendem Maße. Aus den älieren Zuchtgebieten kommen die Ostfriesen mit 65, die Oldenburger Wesermarschtiere und die Jeverländer mit 60 und die ostpreußischen Holländer aus Insterburg und Königsberg trotz der weiten Entfernung mit 30 Rindern. Hierzu gesellen sich 70 Tiere der Zuchtverbände Hannover und Lüneburg, die den jüngeren Zuchtgebieten zugehören und die hannoversche Beschickung für sich allein auf 13 Tiere erhöhen. -Weiter sind vertreten aus den jüngeren Zuchtgebieten die Zuchtverbände Halle mit 25, Rostock mit 20, Herford mit 17 und Cloppenburg mit 14 Tieren. Damit übersteigt das schwarzbunte Tieflandrind die 300, eine ungemein stattliche Beschickung. In den rotbunten Tiesland-
nen Betrag handelte — nicht ganz 40 Mark — es war auch hierfür keine Deckung vorhanden. Hund druckste und druckste, sein Gebaren war beinahe komisch zu nennen, als ihn mein Vetter aufforderte, seines Amtes zu walten. »Gott“, sagte er verlegen. Herr L. wegen so'n paar Märker lohnt es ja garnicht die Mühe . . . uns die Kosten, die noch drauf kommen! Wenn Herr L. es mich nich' übel nimmt — ich will Herrn L. wohl gern den kleinen Betrag auslegen. Herr L. gibt es mich denn bei Gelegenheit wieder — kann auch in Schlachtewerk fein, wenn Herr L. mal wieder ’n Wutzchen vor'n Kopp hauen tut!“ ....
Man kann .Hund“ heißen, kann wie eine inS Menschliche übertragene Karikatur eines allgemein beliebten Haustierchens aussehen und kann ein Engel sein an Güte und Hilfsbereitschaft.
schlagen steht obenan Westfalen mit der Beschickungsziffer 42; es folgt Holstein mit 30, Hannover mit 22, die Rheinprovinz mit 17 und Oldenburg mit 14 Tieren. Außerdem beteiligen sich die Angler mit 16 und die Shorthorns mit 10 Rindern.
Erfreulicherweise sind aber auch die Höhenschläge, wenn auch in geringerer Zahl, so doch in einer Weise beteiligt, die ein gutes Gesamtbild über sämtliche Rinderrassen des Deutschen Reiches ermöglicht. Aus Bayern kommen 25 Vertreter des Höhenfleckviehs, aus Thüringen 10 Vertreter des Einfarbig gelben Höhenrindes, und das Mitteldeutsche RotvieL schließt sich mit 27 Tieren an. Außer drei Vogelsbergern aus der Rheinprovinz herrschen die kleinen Harzer vor, die mit 24 Tieren diesen außerordentlich zähen und für sein Zuchtgebiet so bedeutsamen Tierstamm verkörpern. Diese für die heutigen Zeiten hervorragende Beschickung mit weit über 500 Rindern beweist den Unternehmungsgeist der Züchter und Züchterverbände, läßt aber auch die hohe Bedeutung erkennen, die der Ausstellung für die Förderung Zucht beigemesseu wird.
Das deutsche Rind auf der Wanderausstellung
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«MM
Preise ohne Gewähr
Getreide (Inland) pro 1000 kg in RM.
29. 4.
Berlin
Hamburg
Königs- berg
Frankfurt M.
Weizen ....
Roggen ....
Gerste (Br.). . . Gerste (Futter). . Laser.....
196-198
230-244
185-189
294-296 214-218 Z36-260 224-228 194-198
200
133
180-182
305
217.50
212-215
Hamburg Cif
Weizen Manttoda 1 . Weizen Manitoba II. Weizen Manitoba III Weizen Rosas« . . Weizen Baruffo . » Weizen Lartwinter I Weizen Lartwinter II Roggen Western II . Roggen Ea Plata . Gerste Donau R. . » Laser Clip Plata. . Mais La Plata . .
29. 4
22.4.
125.05
122.50
117.45
103.10
99.70
128.45
125.90
120.85
103.10
100.15
89.55
83 65
76.90
92.95
86.20
81.10
Butter vro */. kg (Kassel)
Molkereibutter ......
1. Sorte .........
2. Sorte .........
2.00
1.60
1.50
Wild und Geflügel («affei)
Wildkaninchen, per Stück ........ —
Schneehühner, per Stück . . ....... 2.10
Puter per Pfund 1.50, Poularden ..... .2.45-3.10 Fasanen, per Stück . ........ 5.50
Suppenhühner, la, per Pfund ...... 1.30
Suppenhühner, Ha, per Pfund ...... —
Kähne, junge, per Slück ......... 1.80
Tauben, hiesige, junge, la, per Stück .... 1.00
Tauben, Ha (Italiener) ......... 1.60
Tauben, alt«
Gänse, junge, la, per Pfund ....... 1.80
Gänse, junge, Ha, per Pfund........ —
Enten, junge, la, per Pfund ........ 2.15
Enten, junge, Ha, per Pfund —
Reh (Rücken, Äeule, Blätter), per Pfund . . . 1.15-1.65 Kirsch (Rücken, Keule, Dlätlerp per Pfund . . .1.00-1,40 Wildschwein, per Pffind 1 20—1.30
He« und Stroh (pro so kg>
(Kassel)
30. 4.
23. 4.
1.20
1.20
1.10
1.10
i.io
1 10
Weizeuitroh . .......
1.2U
1 30
1.20
1.30
l.9u
1.90
3.00
3 00
Kleebeu .........
3.20
3.20
tu^erne • ••••••••
Timothee.........
Kartoffel« (pro so kg)
Berlin
Weiße.......
1.70—2.00
Rote .......
2.<JO—2.30
Gelbfleischige .....
2.90—3.30
Odenwälder blaue ...
2.10—2.50
Kastel
5.00 Ml. p. Ztr. Kleinverkanf
6 Pf» p.Pfd.
Düngemittelpreise capnü
(mitaeteilt von der Land». An. und Berkanw-Gek.
»Hestenland“ Kastell.
Weitere Landesprodukte
«affet
Berlin
Berlin
30. 4.
30. 4.
23. 4.
Weizenmehl (100 kg)
25.30—34.50
54.00—40.00
34.50—40.50
Roggenmehl (100 kg)
21.90—25 40
26 75—29 10
27.00—29.10
Weizentleie . . .
8.00—8.75
14 00—14.25
14.00—14.25
Roggentleie ...
4.00
14.50—14.75
14.25—14.50
Rap» .....
»
—»
—
—
Leinsaat ....
—
—
Vikt.-Erdsen . . .
-
28.00—36.00
24.00—29.00
24.00—29.00
Kleine Speiseerbsen
22.00—26.00
z3.00—27.0U
23.00 -27.00
Futterervsen . . .
20.00—22.00
19.00—21.00
19 00—21.0
Peluschken ...
25.00 - 30.du
25.n0— 30.Ou
Ackerbohnen . . .
-
20.UÜ—22.UU
19.00—21.00
19.00—21.00
Wicken.....
-
26.UÜ—2S.UU
z3 00—26 00
23.Oj—26.U)
Lupinen (blau) . .
—
14.00—16 00
13.50-15.50
Lupinen (gelb) . .
e
—
22 00— 26.0/
22.00—26.Ou
Serravella . . .
»
06.00-7U IXl
66.00—70.00
Rapskuchen (38°|o).
14.00—15.01
9.81—10.20
9.80—10.20
Leinkuchen (3/«/«) .
19.00—20.0,
14 00—14.20
14.10- 14.30
Trockenschnihel . .
5.50
8 10-8 30
8.00—8.20
Sopa-Schror . .
8.00
13.00—14.10
14.20—14.9o
Kartoffelstöcken . .
•
8.00
—
15.50-lu 00
Siick«,M*»»«er.
Salifanre» Ammoniak, mit ungej. 24 % Stickstoff 0,82
Schwefelsaures Ammoniak Tvv I 04)0 Schwefelsaurer Ammoniak Typ II 0,86 Seunaialpeter BASF, mit ungefähr 26 % Stickstoff 0,93
Kaliammonsalpeter BASF und Eblorkaltum . . 0,93
Montansalpeter DABB. mit unges. 26 % Stickstoff 0,90
Kalkammonsalpeter IG. m. unges. 20,5 % Stickstoff 0,95
Harnstoss BASF, mit ungefähr 46 % Stickstoff . 0,95
Kalksticktto« mit 20,5 %—23.5 % Stickstoff ... 0.85
Kalkammon DAVV. mit ungefähr 17 % Stickstoff . 0,84
Natronsalpeter, mit ungefähr 16 % Stickstoff . . 1,17
Kalisalpeter IG, mit unges. 15,5 % Stickstoff . . 1.07
Nitrophoska 3® I 26.—-
Nitrophoska IG II. 24>o0
Nitrophoska IG III ....... . 26.o0
«mmoniak-Saperphosphai nnd Snperphasphat.
Parität Hildesheim Köln
Ammoniak-SuvervboSphat 9/9 11,90 11.85
Arnmoniak-Suverphosphat 7/9 10,27 10.22
Aminoniak-Suoervhosvhat 5710 8.81 8,76
Suverphosphat 18 % 6,19 54)5
Milch je 1 Liter in i «affe».......
toter tn 4 pro Stück
Sonderklasse ......
«laste A . ....... «laste B . ....... Klasse .......
Ausland slöoüänder) • • • . Ausland ,Dänen) . . . . Enteneier ....... wäujeeier ..«•••..
Sachzuschlag 65 Pfg. per 100 kg.
»le-9'* 7'1>—81/» 7-71i, 6'l,-7
21. 4.
8'h—9’5 8-81/, 7-8 6'/.
7-8'1,
»h
30. 4.
26-32
IdomaSmedt.
32 Psg. le kg% eitr. Phosphorsäure auf Frachtgrundlage Aachen-Rote Erde. Der Preis versteht sich einschließlich 100 ks-Jntelack.
Sainit und Kalisalz.
L Carnalit mit 9 % Kali 0.87 RM„ mit 11 % Kali 1,06 RM. - 2. Kainit Hartsal, mit 12 % Sali 1,30 RM.. mit 15 % Kali 1,62 RM. — 2a. Hederich Kainit lzur Bekämpfung von Hederich und anderen Unkräutern sowie zur Schneckenbekärnviungl mit 12 % Sali 1,80 RM.. mit 15 % Kali 2,12 RM., mit 20% Kali 3,04 RM.. mit 30% Kali \fc39 RM.. mit 40% «all 7.55 RM- mit 50 % Aalt 13,50.
Schlachtviehmärtte
«affet
27. 4.
Frankfurt |M.
27. 4.
Berlin
28. 4.
Sam« bnrg 28. 4.
Rinder
236
1398
1399
_
Anf. 1
Kälber
272
L08
254.5
1406
trieb i
Schafe
53
32
3268
—
Schweine
657
6138
22042
9406
Rinder
s- längs.
ruhig
längs.
—
Xen» 1
Kälber
mittelm.
Jl. glatt
längs.
bett)
Schafe
—
-
längs.
—
Schweine
mittelm.
abflau.
■
ruhig
Rinderi
a) 1
—
45-49
45-48
—
2
—
40-44
«I
42-45
36-39
43-45
■
A. Ochsen
38-42
—
e)
***
d)
—
—»
——
_
39-42
42-44
—
b)
44-46
33-38
40—42
_
B. Bullen
c)
36-42
—
37-39
35—36
—
, d)
36-40
35-38
31—36
_
bj
31-35
30—34
25-30
—
G ȟbe
26—30
25—29
21-24
——
l d)
2U—2d
—
18—20
——
46 50
45-49
41-45
_
D. Färsen
! dl
40—40
35-39
40-44
36-39
37-40
—
c)
—
■■
E. Fresser.
Jnngb.
—
—
34-38
—
&
55-58
62-65
65-76
65—69
KMdrr
48- 54
5b—bi
50-68
55—60
43-47
46—öd
30-45
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—
—
—
—-
a) 1
—
—
——
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2
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—
43-46
_
b)
—
——
40—42
_
c)
—
—
32—33
_
d)
—
—
25—3U
—
a)
—
—
—
42
40 43
42-45
43—46
42-43
41—42
41—42
c) d)
Schweine
37-42
43—4V
38—4.
33-37
6)
0
—
—■
—
_
g)
34-42
—
38-40
33-37
Erklärungen: Liinder: A. Ochsen: a) vollst.. auSgc- mästete. Voch/ten Schlachtwerts, 1. jung.. 2. ältere: b) sonst, vollrL 1. lung. 2. ältere, ci fleisch., d) gering genährte. — B. B u llen: a) jung., vollst., höchst. Schlawtwerto bi >dnst- vollst, od. ausgemästete: c) fleisch.: dl gerg. genährte. — C. « u ti e: a) lüng. ovllileisch. höchsten Schlachtwerts: b sonst, vollst, oder ausgemästete: ci fleisch.: di gering ge- nährte. — D. Färsen (Kalbinnen. Fungrinderi: a) voll- tleiichige. ausgemästete höchsten Schlachtwerts: bl volltleisch. cifleischige. — E. Steifer: mäßig genährtes Jungvieh Jungbullen.
Kälber: a) Doppellender bester Mast: b) beste Ma stund Saugkälber: ci mittlere Mast- und Saugkälber: di geringe Kälber, el geringere Saugkälber
Schale al Maftlämmer und jüngere Mattbammel, l Weidemast. 2. Stallmast: bl mittlere Mastlämmer, ältere Maftbammel und gut genährte Schale: cl fleischiges Schaf- vied: dl gering genährtes Schalvieb.
Schweine: a) Fettschtoetne über 300 Pfd. Lebendgewicht b) vollfleischige Schweine von etwa 210—300 Pfd. Lebend gewicht c) vollfleischiae Schweine von etwa 200—240 Pfund Lebendgewicht, dl oollf leist! iae Schweine von etwa 160—200 Pfund Lebendgewicht, el fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Psü. Lebendgewicht: fl fleischige Schweine untet 120 Pfund Lebendgewicht: g) Sauen.
Preise für 1 Pfund Lebendgewicht in Reichspfennin fin Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht-. Markt- und Berkausskosten. Umsatzsteuer sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein. müssen sich also wesentlich über die Statt- preise erheben.
Hilfe für die Landwirtschaft
Der Vorstand der int Kurhessischen Landbund zn- sammeitgeschlossenen Landwirte hat an den Reichs- Minister für Ernährunq und Landwirtschaft eine Eingabe abgesandt, worin er auf die trostlose Lage auf den Rindvieh- und Schweinemärkten aufmerksam macht. Die Landwirtschaft sei darüber erregt und erwarte von der Regierung, daß sie j)icr durch das Ermächtigungsgesetz Hilfe leiste. Die Preise für Schweine haben zur Zeit ein solches tiefes Niveau erreicht, daß z. B. in Kassel nur noch 35—42 Mark gezahlt werden. In Frankfurt liegen die Verhältnisse nicht besser. Aus diesem Grunde fordert die Landwirtschaft eine Erhöhung des Schweinezolles, sowie her Fleisch-, Speck- und Schmalzzölle. Auf dem Milchmarkt ist eine Milchschwemme festzustellen. Der Liter Milch werde von den Molkereien nur noch mit 9 bis 12 Psg. bezahlt. Hier könne nur eine Erhöhung der Butter- und Käsezölle wirksame Hilfe schaffen. Tas Eigentümliche bei diesem Absacken der Preise sei, daß der Konsument nichts davon spüre.
------------------ i
Oer Bezirk gerät in Unordnung...
... wenn die Marksteine angepslLgt «erden.
Die von der trigonometrischen Abteilung des Reichsamts für Landesaufnahme in Berlin ausgeführte Prüfung von trigonometrischen Punkten hat ergeben, daß die Marksteine zum Teil ganz verschwunden, zum Teil aus dem Acker herausgenommen und am Wall oder im Graben niedergelegt und zum Teil an Ort und Stesse liegend vergraben sind. Die Besitzer sind fast ausnahmslos im unklaren über den Zweck und den Wert der trigonometrischen Marksteine. Sie beackern die Marksteinschutzflächen in dem Glauben, daß ihnen zwar der Boden nicht gehöre, ihnen aber die Nutznießung überlassen sei. Diese Annahme ist natürlich irrig. Die Marksteinschutzfläche, d. i. die kreisförmige Booenfläche von 2 qm um den Markstein, darf nicht vom Pfluge berührt werden. Zuwiderhandlungen werden bestraft.
Durch das Umpflügen und Eggen der Marksteinschutzflächen entstehen die vielen Verrückungen und Beschädigungen der Marksteine. Mit der geringsten Verschiebung ist aber der Punkt zerstört, verliert seine Eigenschaft als Festpunkt des trigonometrischen Netzes und kann nur unter Aufwendung von erheblichen Kosten, die der Täter selbst zu tragen hat, durch Beauftragte des Reichsamtes für Landesaufnahme wieder hergestellt werden.
Sämereie«=88odienber«bi 6er Staffelet 8. S. S. Firmen. Der Hauvtaniturrn im Gemüsesamengeschätt flaute in der letzten Woche sehr stark ab, was wobl zum größten Zeil aus die regneriitbe Witterung zurückzufübren sein dürste. Rotklee 78—90, Weibrlee 120—145, Gclbklee 40—45. Luzerne 100 bis 115, Scbweüenklee 80—90, Timothee 60—72, Engl. Rav» gtas 40—45, Jtal. Raugras 40—45, Westerwoldisches Raugras 40—45, Sommerwicken 18—19,50, Lupinen, gelb 20—22. Lupinen blau 16—18 RM. Runkelsamen. verb. Eckendvifer Riesen-Walzen, Elite-Züchtung, rot und gelb 30, Futter,uk- feirüben, olivens., weitze, rbein. Sanier, 80, Original Eckendorfer v. Borries, rot und gelb 45, Orig. Kiriches Ideal, gelb 45, Orig. Friedrichswerther Zuckerwalzen, gelb und rot 45, Orig. Ovana „Tie Zuckerreiche" weih 44 RM ver Ztr. Alles per 50 Kg. brutto für netto einschl. Sack ab Sager Kassel, netto Kaffe. Alles andere netto ohne Sack, Lleesaa- ten und Timothee find att. seidefrei.
Verantwortlich: Rudolf Gläser.