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Kasseler Sport-Zeitung

Kasseler Neueste Nachrichten , Freit a g, den 1. M a i 193!

Was bringt der Sonntag?

Im Fußball

ist nach wie »or Meisterschaft Trunrvf. Westdeutschlanü bringt die lebten Sviele der Meisterrunde. Auch im 2 5 = den gibt es Entscheidungen. In Berlin käuivsen Ten­nis.'Borussia und Hcrtha/BLC.. der Sieger wird mit Si­cherheit Meister von Brandenburg sein. Leipzig und Frank- surt/M. bestreiten in der sächsischen Metropole einen Städte- kanivs. Norodeutschlano uno Nvroyolla»ö lietern sich den tradltlouellen Repräsentativkaurps.

Handball.

Mit 3 Herren- und 2 Damenspielen bringt die D. S. B. ihre M elfter s ch a s t s - Zwischenrunde zur Durch­führung. Süddeutschland ist gegen di« sonstige Gcrovftnbctt an dieser Zwischenrunde stark interessiert, da alle drei süd­deutschen Vertreter sich noch im Rennen befinden.

In der Leichtathletik

wird die westdeutsche Bahn-Saison mit einem Vierklub- kamos in Esten eröffnet. Di« westdeutschen Verein« Ä-chwarz-Weitz Essen, Kölner BC.. Duisburg 99 und Düs­seldorf 99 stellen ihre Leichtathleten. Der Berliner Achlc- ttk-Club veranstaltet zum 11. Male das 35 üru-Lauscn und -GebenQuer durch Berlin".

Tennis.

Am T«nnis beanspruchen die Spiel« um den Davispokal das Interest«. An Düsseldorf treffen sich in der ersten Runte Deutschland und Südafrika, wobei sich Deutschland aus Dr. Butz. Dr. Destart und Nournen stüdt.

Radsport.

Ein grobes Programm bringt der Radsport. An Nüs- selsheim stellen sich die Teilnehmer der am Montag begin­nenden Deutschland-Rundfahrt dem Publikum in einem Bahnrennen vor. Weitere Bahnrennen gibt es in Berlin, Nürnberg, Erfurt, Braunschweig, Dresden, Leipzig und Paris.

Pferdesport.

An R o m beginnt am Sonnabend das internationale Reitturnier, an dem sich deutsche R«it«r von der Reichswehr beteilig«», die damit den Besuch der italienischen Offiziere beim Berliner Reitturnier erwidern.

Boxen. *

In Oberhausen geht ein« Berufs-Borveransialtnna In Szene, in deren Rahm«» auch die deutsche Bantam-Meister­schaft zwischen Psitzner und Linke ausgeiragen wird. Im Sauptkampf treffen sich Rudi Wagener und der Franzose Gardcbois.

(Schwimmen

Die neuen Wters- und Leistungsklasse».

Am ganzen Deutschen Schwimmverband ist im vorigen H>re das neu« Leistungsklasscn- Softem ciie.iü6rt und dieses Softem wirb in diesem Zabre erstmalig im Gau 8 verwirklicht. Alle offenen Wettkämpfe müsten zukünftig unter Berücksichtigung dieser Neueinteilung ausgeschrieben werden. Nm unseren Lesern ein Bild von den neuen Leistuivasklasten zu geben, lasten wir diese nachstehend folgen:

L Altersklassen.

1. Kinderkkafse. lAltersklastel: Knaben bis zum 14. Lebensjahr, Mädchen bis zum 13. Labensjabr.

2. Jugendklasse lAltersklastel: Herren fugend al vom 14. bis zum 16. Leben»fahre, Herrenjugend bl vom 16. bis zum 18. Lebensjahre: Damenjugend al vom 13. bis zum 15 .Lebensjahr«, Damenjugcnd 6) vom 15. bis zum 17. Lebensjahre.

3. Damen- und tzerrenklafse lAltersklastel: Damen, di« das 17. Lebensjahr überschritten haben: Her­ren, di« das 18. Lebensjahr überschritten haben.

4. Klass« für ältere Damen und Herren lAltersklastel: Damen al über SO Jahre, bl über 35 Jahre, «) über 40 Jahre: Herren al über 32 Jahre, bl über 35 Jahr«, c) über 40 Jahre, dl über 45 Jahr«.

II. Leistungsklassen.

Innerhalb der vorstehenden Altersklassen gelten im Schwimmen folgende Leistungsklassen:

1. Kinderklafsc: kein« Loistungsklassen.

2. Jugendklasse: a und b: Leistungsklasse 1 (Oberstufe), Leistungsklasse 2 (Unterftufel.

3. Damen- und Serrenklasfe: Leistungsklasse 1 lOberstufel, Leistungsklast« 2 (Mittelstufe), Leistungs­klasse 3 (Unterstufe).

Die Leistungsklasse 1 wird geteilt in Leistungsklasse la (Sonderstusr) und Leistungsklasse 1b (Oberstufe). Di«

Leistungsklasse 2 wird geteilt in Leistungsklasse 2a (obere Mittelstufe), Leistungsklasse 36 (untere Mittelstufe).

4. Klass« der älteren Damen und Herren: Leistungsklasse 1 (Oberstufe). Leistungsklasse 2,(Unterstufe).

Die vorstehenden Leistungsklassen im Schwimmen gel­ten für folgend« Leiftungsgebiet«: Kraulschwimmen, Rük- kenschwtmmen, Brustschwimmen, mittler« Strecke, lange Streck«. e=e.

Schach

Turnier des Arbeiter-SchachNubs.

Die 10. Rund« des Endrurniers brachte in der A- Gruppe einige wichtige Kämpf«. Der Tabellenführer Schöne behauptet« seinen 1. Platz durch einen Sieg über Vaupel. Loüreo gewann gegen Mell. Einen hartnäcki­gen Kampf lieferten sich Bredov und Presser, den Bredow iür sich entschied. Sutzebach gewann gegen Brachmann und Baumann spielte gegen Schliever Remis. Für ein« Ueber- raschung sorgten Nägel uno Schrage, oie Vogel uno Wetzel schlagen konitteNi.

B-Grupp« Abt. I #ib II: Di« vorletzte Runde in dieser Gruppe bracht« zwei Ueberraschungen. Haarbusch und Heckman» verloren ihre Partien gegen Klage» und Kraft. Di« anderen Partien verliefen erwartungsgemötz. B. Otto besiegt« Bartb. Hetterich verlor gegen Hübel und Bertram konnte ($. Otto schlagen. Willner verlor le eine Partie gegen Kulve und Ramdohr. Dann gewannen noch Bierkamv gegen Meurer und Heuckeroth gegen Kersting ihre Partien. S.

Europafahrt zuFord am DRfoein*

Köln 12. bis 14. Juni.

Aus Anlatz der Einweihung der neuen deutschen F v r b- werke in Köln veranstaltet die Ford Motor Company A.-G. eine internattonale Europaiahrt vom 12. bis 14. Juni nach Köln unter dem Titel Europa-Fahrt

a l m e r o b e. di« äusser andere« in Ludwig «inen bewo» TM^nhen xutni't ödt. mit an der ^Spitze zu ftnöen fein, S ? l s a. Heilig e n t o^de oder Wolfsanger werde» starke Konkurrenten sein. Bei den Turnerinnen wtrd der

an g l d a u das Rennen machen. Helsa und Grotzalme ?ode werden scharfe Geäster fcht. Der Wettkamvi beginnt nachrn. 3 Uhr im Lokal Kramer.

Neues vom Pserdespori

Die groben 8-ides- iib Provinzial-Iur-iere der licheu Reitcr-Beret«. die M-rksteiuc die,er bedeute» und einen aronen Uederblick über SgftdweaL Bermenduug 6e8 Pserdes»»d reii-'liche Leiftnuge» in de« betreffenden Landrstetleu bedeutes. fiude« 1931 «« den folgende« Orte« statt:

Für Hannover vom 2. bis 7. Juni in der Stadt Hannoven für R b e i n b - f f e n am 18. bi» 14 Ium m Alzey- für Oldenburg voraussichtlich am 14. Ium nt der Stadt Oldenburg: für Braunschweig am 4. und 5. Juli in der Stadt Wottenbüttel: für di« P«muz P o m - m e r n am 19. Juli in StrtNm für de» Berband d<r Rei- tcrverein« d«s Hamburger Stadt- und Latügebtetes tn Farmsen vom 29. bis 30. August: für die Grenzmark am 13 September tn Schn«id«mühl: für Ost-reutzen an einigen Tagen zwischen dem 18. und 20. September tn Jnsttrburg: für Rtecklenburg-Schwerin am 19. und 20. September in Güstrow: für Ost f r I« S l and an einem Tage im September in «nrtch: für ^büringen am 18. und 19. September tn E t fe n a ch, für Nteder- fchlesien am 26. und 27. September in Breslau: für Schleswig-Holstein am W. M 28. Septmnber t» Neumünster; für B a y « r n am 28. S«>tember brs 4. Ok­tober in München. Es finden 1931 keine Landesturmere statt in Baden. Brandenburg, der Ptwvinz Sachsen und tn Westfalen. Unbestimmt sind noch die Termine der Londes- bezw. Provinzial-Turmere für Hesse n-Nas- s a u, Avp«. Mecklenburg-Strelitz. Rheinland und den Tret» staat Sachsen.

..Zu Ford am Rheins Dies« international« Ziettahrt stellt ein« autotouriftische Veranstaltung dar, die in ihrem Endzweck nicht nur auwmobil- und bautechnisch neue Eindück« vermitteln soll, sondern auch dem Teilnehmer, dl« Möglichkeit geben wird, dieses prakttsche Moment mit einer in di« ang«n«hmfte Jahreszeit lallenden Fahrt ,n verbin­den. Es wird Gelegenheit geboren, tn Verbindung mit der Fahrt an den Rhein das grotze. nach modernsten Methoden errichwte neue Ford-Werk in Köln zu besichtigen.

Teilnabmeberechtigt ist jeder Automobilist und Motor- radsahrer aller Marken in Europa. Der Zyttnüerinhalt der Motorräder muh jedoch 750 «m und darüber ,betragen. Die Teilnehmer können als Wageninhabcr oder als Fahrer melden. Nennberechtiat sind Einzettahrer. geschlossen« Klubs uud Vereine.

Radsport

Ortsgruppe Kassel der Deutschen Radfahrer-Union.

Sonntag, den 3. Mal (halbe Tagestour): Sandersbaukeu, Lutterberg, Münden, Wilbelmshauicn, «chockeral. Jhrings- hausen, ca. 40 Km. Absahrt 8 Uhr Hollanüucher Platz. Gaste willkommen.

Deutsche Turnerschast

Riegenweltkamps des 4. Bezirks in Helsa.

Am 8. Mai veranstaltet der 4. Bezirk im Gau Nord- h essen (D. T.) einen Riegcnwettkamvf Iür Turnei und Turnerinnen nach Art der Städtewettkämpsc in H elf a. Der Wettkampf ist als Probe für das Gauturnfeft in Ober- zwehren gedacht, da dieselben Uebungen geturnt werden müssen. 12 dem Bezirk anachörendc Verein« haben 20, darunter 6 Turnerinncn-Ricgcn gemeldet. 9tpe Riege turnt eine Pflicht-, eine Kür- und. eine Freiübung, die einzeln gewertet werden. Den 1. Sieger bei Turnern sm Voraus zu benamen ist unmöglich, da das Kräfteverhältnis ziemlich ausgeglichen ist. Immerhin dürfte die Tg. Grob-

Süddeutsche Fußball-Endspiele

Fällt am 3. Mai die Entscheidung?

Der Endkamvs u-m di« Meisterschaft irnd diePlötze' von Süddeutschland ist in diesem Jahve besonders hart und spannend. ES bat aber doch den Anschein, als stünde jetzt die Entscheidung dicht bevor. Die Sv. Vg. Fürth wird sich unter gewissen Voraussetzungen schon am kommienden Sonntag wieder einmal den Titel eines Süddeutschen Futz- ballmeisters zulegen können.

Dai« nämlich, wen» Fürth fein Spiel in Pirmasens gewinnt «ud di« Eintracht in Frankfurt den Mün­chener Bayern wenigstens «inen Pnnkt abnimmt.

Verliert Fürth in Pirmasens und siegt Bayern in Frank­furt, dann sind dies« beiden Mannschaften punktgleich und dann wird cs auch eine Frag« bleiben, ob der süd-

Bedeutung sein. Erreichen die Bayern in Frankfurt we­nigstens ein Unentschieden, dann wird Me Eintracht ihre Hoffnungen begraben können. Gewinnen aber die Frankfurter, dann wirb man sie als 2. süddeutschen Ver­treter für die Deutsche Meisterschasi anschen können. Denn daS dann noch ausstehende Spiel gegen Wormatta Worms dürsten die Frankfurter wohl gewinnen, zumal e» in Frankfun stattfindet.

Reben den beiden bedeutenden Spielen in derRunde der Meister" bringt der Sonntag noch den cntschcibenden Gong in der Trostrunde Nord west zwischen den beiden führenden Mannfchaften VfL. Neu-Jseuburg und Phönir Ludwigshafen, die bekanntlich die Trostrundcn- spiel« punktgleich beendeten.

* *

Kasseler (Stadtmeisterschaft

Kasseler Sportclub 03 Hermanni«.

Am So«»ab«»b. bei 2. Mai, treffen sich nachmit­tags 6 Uhr auf dem Platz des B. C. Sport an bei »eite* brücke Hermauuia nnb bet Meister, C. $. C. 08. Schiebsrichter ist Kollma «1.

deutsche Meister ohne Enttcheidungsfviel ermittelt werden kann. In den beiden fetzten Spielen dürften nämlich weder Fürth noch München Punkte einbützeit. Fürth hat das letzte Spiel zuhause gegen den KFB. auszutragen, während München die Endspiel« mtt enttm Spiel in Böckingcn beschlicht. Wir glauben aber kaum, dah es noch zu dieser Verwirrung der Situation kommen wird.

ES ist schwer daran m zweifeln, bah Sürth am kommend«« ®ouet««, spätestens aber am 10. Mai, zum Meistertitel komme« wird.

Nun ist 'allerdings auch noch di« Frag« nach dem .-Zwei­ten-" zu beantworten. Für diese Frag« wird das Zufam- mentreften von Eintracht und Bayern am kommend«» Sonntag von stärkster, vielleicht sogar schon entscheidender

Hari, aber nicht unfair...

Am wteeneene» Sonnabend fand bekanntlich i« England das Endspiel nm denCup" statt, das üderrnichend W«st-Bromwich-Albion mit 2:1 gegen Birmingham gewann. Aw ..Kick« r" plaudert bet bekannt« Schiedsrichter Dr. 8«»< wen» über feine Eindrücke bei diesem gröhten Fntz- ball-Ereignis bet Welt . . .

. . . Nicht so seht bewegte mich das gefilmte Erleben des Ciip-Final mit all seinem Drum un-d Dran, als ein ein­ziges Eretmtts ans dem Spiel ielfrfr. Einige Minuten nach Spiolanfang nämlich erzielte Birminaham aus einem Freistotz, der wunderbar vor das Tor gegeben und dort vom Halblinken ganz herrlich eiligckovst wurde, ein Tor, das von den 100 «W. Zuschauern stürmisch be­jubelt wurde und uwbei; felbistdepstaNdlich der Spieler relöst von seinen Kamerad«» aufs herzlichst« beglückwünscht »urOe.

Zum allsrarlisttcu Erstaunen gab der Schiebsrichter birics Tor wegen anaebliibcit Abseits nicht. (Amster­dam!!) Es war zweifellos eine Sebleutschct- dang, was »ou allen brittschen CHtitellc» mir auch spater attestiert wurde. Und diese Fehlentschet- butts, bte vielleicht siit bett Svielansgana entWtoenb war. b?n« B!rini««ham hatte bis batzin oh st ZweUkl das Spiel diktiert.-wnrbr von de« Znschanern obet

Das Spiel selbst .stand ans einer «ruherovdentUch tobt* Stufe Gerade der ichwere, nun« Boden, dazu der lamrfe Wind und der harte Regen forderten flwatteiu das hohe technische Können der. Sviele^ ^rait?. Da« schätfHe« Ball« wurden mit ainpluter «icherhett «eftopm. o«8 bett» lichsw slache Zuspiel wechselte mtt ten genauesten, langen, iiÄhhoben Patzbällen. Was aus i>em nassen Bodma« Körverbeherrschuug gezeigt wurde, grenzt« ans AEten»

sic erst die Ana riss c.. auf. den Tor» art Wwnbeur. teilen müssen, dann war« ihnen sicher beim vfetfen we Lust ausgegangen. Und dieses Torwarttoiel. das beste Bei- Ivicl, wie der Torwart «uttprechend de« Regel« spielen soll. Und das beste Beispiel auch battrr, rode regelwidrig am dem Kontinent säst all« Tovroart« spiel««.

Da «ab es »ei# »-»-halte«, sondern e** «al**- iten. itnb trotz dieses Faustens Im der englische T«^ wart säst regelmässig tm Netz. Da «ab es auch kein I stch-ank-den-Ball-wctfen, sonder« da muhte bet Tot- roati rechts und links treten. «eu«n so wie nnfett «rotzen Torhüter vor zwanzig Jabtcu «8 aus dem . Kontinent auch getan haben.

Heute spielen unser« kontinental«« Torwarte für das P #» blikum und führen sich als SiHtniptelet. In diefem äs

den Gebrauch machen darf. *

Ich batte Gelegenheit, mit einigen Bertrchern der dent- schen Lvortpressc 8ij sprechen. Deren Kritik, roonach da» Spiel ,n hart geweten tel, kann ich deshalb verstehen, weil mir eben auf dem Stomincnt ein f a i r« s - .har tes Spiel nicht kennen. Würde bei uns «ine Mamnschtrft ein­mal den Versuch machen, d e r a r t zu fpkkit, mfe c3 tm Cnv-Sinai geschah. ..dann bin ich allerdingz -mch itberzcugt. dass «5 M der übelsten voheoei und «ch^gerei koinmeu wurde. Um zu diesem ZielÜiL

7 viels »« kommen und diese» Ziel münen wir unde- dingt evstreben bedarf es allerdings vieler Sabris vielleicht sogar. eines Gen e r a t j ° n « w« chs el S Zur energifchst« entgegenttet««.

Bon Sen Spielern von Bivmingtzam stth. ma«^ feit«« Widerspruch. Ich habe mich tm Geb nial in eine ahnlt- che Situation hineingelebt. wenn dies«S EENiS nch auf dem Kontinent ln, einem ahnltcl^n EntsMdunaSDamM aogeivicli hätte. Meine belgischen Kollegen LangenuS um» van Praag waren von dieser, man kann fast sagen, »et» nahe unwirklich IvorMchen Einftelbung der ^?>anet und der Spieler ebenso bewegt rote t(6. Ob«att demLon- tinent auch mal zu einer solchen sportlichen Haltwng «*® Zuschauer und der Spieler kommen?

Roman unter Deutschen in Argentinien von HANS DITTMER 54

Aermlich? Henning schüttelte den Kopf. Er wollte stolz sein auf das Werk seiner Mühen, und war cs auch aerina. Daher entschloß er sich, aeduldia auf den Beweis der Freundschaft zu warten, die er bei Thea Schwarzenberg zu finden hoffie. Aber außer einer herzlichen Karte flog kein Grub zu ihm.

Er lebte in leiser Verbitterung. Und als er in diesen Tagen nach Santa Rosa mußte, suchte er seine Geschäfte so schnell wie möglich abzuwickeln. Er hatte Sorge, dem weißen Mercedes zu begegnen.

Aber als ob solche Gedanken ihn gerade herbei­gelockt l ätten,. stand dcr funkelnde Wagen auf der Straße, und neben dem Steuer saß Thea Schwar­zenberg. Sie hatte Henning sofort entdeckt und er­hob sich, um ihm zu winken, der gern vorbeigetrabt »väre. Aber da war ihr lebens frisches Lachen, ihre frohe Blondheit, der er sich nicht entziehen konnte. Und er stieg aus dem Sattel.

»Ja. sieht man Sie denn gar nicht einmal!" lief Thea vorwurfsvoll und drückte ihm di« Hand.

Und ich war« so lange vergebens auf Sie, gnä­dige Stau, entfuhr es ihm.

Sie lackte hell heraus.Aber liebster Herr Hen­ning, die Dame soll wohl'tonen einen Besuch ab- statten?"

Er faßte sich: ..^ch mache gewiß ein ungeschicktes Gesicht. Natürlich haben Sie Recht, aber . . ."

Kein Aber. Erzählen Sie lieber, wie es Ihnen gebt, und nehmen Sie nochmals meinen Dank für Ihre Mrsorge."

Ach, gnädig« Frau." _

Und besuchen Sie mich baldigst bei Senor Ruez. das darf ich doch erwarten."

Sie müssen es mir schon nachsehn, wenn man in dieser Einöde alle gescllschastlicken Formen verliert. Sind Sie zufrieden bei Don Emilio, und haben Sie es gut?"

Er ist jedenfalls ein vornehmer Charakter, und sein Töchterchen reizend; nur traurig, daß es die Mutter so entbehren muß."

Ist die Senora noch nicht aus Paris zurück?

Ich glaube nicht, daß sie überhaupt zurück­kehrt. sie will doch geschieden werden."

.Davon hat mir Don Emilio nichts gesagt!"; er nagte an seiner Unterlippe; .wie geht es Ichrer Klei­nen, Senora?" ' .

Es wird ein reizendes Kind, em schatten huschte über ihr Gesicht, .nun, ich erzähle Ihnen aller, wenn Sie uns besuchen. Sie schaute die Straße

hinunter: »Dahinten kommt Senor Rucz selber ge­gangen."

.Dann darf ich mich verabschiedm? Ich habe noch zu tun."

Sie schien befremdet. »Leben Sie wohl." Und wieder traf ihn der gerade Blick diejcr blauen Augen. »Auf Wiederfehen also, lieber Freund und Landsmann," und er verbeugte sich und schwang sich in d-n Sattel.

Erst als er das Sandmeer der Straßen hinter sich hatte, fiel er aus dem Galopp in e langsamen Trab. . Tas war .tun die Begegnung mit Tbea Schwarzenberg gewesen. Als ob ihn unsichtbare Fäden gezogen hätten, mußte er gerade an biefem Morgen nach Santa Rosa reiten.

Henning empfand keine reine Freude. Thea war herzlich zu ihm gewesen wie immer. Ä*1 da war so minckes was den Dingen eine bei nähere S*ab tteruna gab: Senor Ruez bedurfte der deutschen Dame gewiß als stellvertretender Herrin, da seine Gattin sich von ihm trennen wollte; warum aber batte Don Emilio es ihm verschwiegen? Und Hen­ning lebte in größerer Unruhe denn zuvor.

Es währte nicht gsstulange, daß ihn die Unrast trieb, Thea Schwarzenberg einen förmlichen Besuch zu machen.

Don Emilio, den er auf Steifen gewünscht hatte, empfing ihn persönlich.Sic kommen gewiß, um Ihrer deutschen Freundin Ihre Aufwartung zu machen?"; sein Händedruck schien Henning kühler als zuvor.

Thea war eben beim Unterricht des Kindes. Stören wir Sie nicht, ich möchte auch Ihre Zeit nicht in Anspruch nehmen."

Don Emilio versetzte höflich:Sie stören mich keineswegs." Hennino aber war es gleichwohl, als oh sein Besuch Don Emilio nicht angenehm war.

Man trat ans Fenster. Drüben wogten gewal­tige Rinderherden, im Corral flammte ein wunder­volles Pferd über den Boden. »Gan, so weit sind Sie noch nicht, amigo?" lacht« Ruez.

Boshafter Mensch!" sann Henning,et legt es darauf ab, mir feine Uebvrlegenheit zum Bewußt­sein zu bringen . . immerhin tat er es unauf­dringlich.

Da trat Thea Herzog mit dem kleinen dunklen Mädchen in die Stube. Henning schritt ihr freudig entgegen.Guten Tag, gnädige Frau. Ich wollte mir erlaube«, Ihne« endlich meine» Besuch zu machen."

Daß ist nett von Ihnen. Wir haben fo oft von Ihnen gesprochen.. Nun sind Sie also da."

Don Entilio bat, der Köchin Anweisung für das Frühstück zu geben. Da gesellte sich eine andere Dam« zu der Meiroen Gruppe. Unb Ruez stellte Henning seiner Schwester vor.

Don Emilip plauderte von geschäftlichen Dingen, und Henning war es/ als' wollte er rühmen, wie bedeutend er sei. Und er war im Stillen ein wenig ungehalten, daß Thea nicht für ibn eintrat. Sie saß, lauschte der Unterbnlhtna und plauderte zwi­schendurch mit dem hübschen Mädchen, das ihrer Obhut andertraut war.

Manchmal versuchte Henning, Erinnerungen in das Gespräch zu flechten di« er mit Thea bewahrte. Dann wußte Don Emilto die Aufmerksamkeit auf andere Ding« ,zu lenfeh, di« er geistvoll und farbig auszubreiten verstand. Oder, auch seine Schwester, diese dunkle Dame mit den schönen Augen, warf ein paar Sätze ins Gcfpräch. Man war gefangen in den schimmernden Maschen ihrer Rede.

Dabei rückte der Zeiger der Standuhr in der Ecke unentwegt weiter. Aber Henning gelang es nicht Thea auch nur eine Bemerkung abzugewinnen, die aus mehr als freundschaftlichem Herzen kam.

So war er von dem Befuck unbefriedigt, obwohl er nicht wußte, >vas er eigentlich erwartet hatte. Er glaubte nur einer stummen Ablehnung zu begegnen, der sich auch Thea nicht entziehen konnte.

Nach dem Frühstück wurde Don Emilio binaus- gebeten. Da sagte sie endlich;Es ist so schön, daß Sie gekommen sind. Es ist mir eine große Freude. Und wenn es sich -so macht, werde ich mir bald auch Ihre Chacra anschn."

Tun Sie es lieber nicht. Sie würden bitter ent­täuscht sein . . .

Da blitzten ihre Auge«:Me dürfen Sie das sagen! Verkennen Sie mich wirklich so ganz und gar?"

Als er sich verabschiedete, legte Senor Ruez ihm die Hand auf die Schulter.Ich bin Ihnen dank­bar. daß Sie die Senora zu uns gebracht haben. Kommen Sie Immer wieder. Di« machen uns Freude mit Ihrem Besuch."

Henning war unsicher ob dieser Herzlichkeit. Aber er würde sick nicht täuschen lassen von romanischer Heuchelei. Und er ging.

Nachher fühlte er den Mick Mutter Settas auf sich ruhen. Et sagte: »Ach, ich bin müde."

»Das weiß ich."

Er sckaute sich um und entgegnete freundlich herb:Sie wissen gar nichts," und setzte sich an den Tisch.

Mutter Sctta gin in ihrer Men Art durch bte Stube. »Den Kampf um die fremde Erde werden Sie wohl bestehen. Und den fürs Deutschtum, wenn et überhaupt gelingt, nicht weniger. Ader Sie müß­

ten sich noch fröhlicher üben tm Vertrauen zu den Menschen, die Ihnen nahestehen"; damit ließ sie den Ueberraschten allein.

Sollte sie empfunden haben, mtt welchem Unver­trauen er von jener lieben Frau gegangen war, die Mutter Delta persönlich gar nicht kannte? Aber er fühlte sich behaglich in diesem schmucKosen Raum, dor durch di« dunkelgoldenen Dropsen des letzten Abendlichtes gefärbt wurde, in dem eine Mutter Stille und Zuversicht verbreitete.

Nun begann wieder dies Leden der Arbeit. M« letzten Schatten der Nacht empfingen ihn zu feinem Tagewerk und fentten sich wieder auf ihn, wenn er müde beim ging. Der grelle Zirkelschlag der Sonne, die im Zenith die Welt in Flammen setzte, war Me Kurve seines Ringens mit Erschöpfung, Mutlosig­keit und endlichem Aufatmen.

Im Dämmevgrau gewahrte er ent« gebückte '« ftalt auf dem -ur Ruhe gekommenen Pflug. Salzen- berg f(baute ihm versunken entgegen. Seine Nüstern sogen den totif Geruch des schwarzen Bodens, den er verwundet hatte, verlangend ein.Merken Sie, daß Gott durch den Abend schreitet?"; er blickte verklärt zu ihm hinüber:. . . er hat auch v-* Si« gekämpft. Sie hatten Sinn für hundert andere Dinge, nur nicht für Gott. Jetzt hat er Sie wie­der".

Hennina war zu tot, um dem Sonderling zu ant­worten. »Wir wollen nach Haufe aehn, es fäll' fchon Tau." Aber er sah nur, daß der andere ihm «übt folgt«.

Mutter Sctta hantierte in der Stube. »Wird denn Ihr« Freundin Sie nicht auch einmal besu­chen? Es wäre doch fo schön."

Er war zu mübe, um sogleich zu entgegnen: »Ach Mutter Setta, niemand denkt an uns. Sie reden von meinerFreundin"? Es ist nur eine Bekannte, und Don Emilio wird sich schon hüten, sie in die Trostlosigkeit unserer Chacra hinauszusen­den."

Mutter Setta ging in Gedanken durch die Stube. Es ist gar nicht trostlos hier, wir selber machen cs erst dazu. Und toemt Die jemand besucht, so stehen Sic immer als freier Mann auf eigenem Boden. Sie sind ja auch nur zu mübe, es selber auszuspre­chen.'

Da stand er auf und fchob den Stuhl mit einem Ruck unter den Tifch.Tas war ein gutes Wort! Ich will nickt müde fein und werde mich in Zu­kunft hüten, um anderer willen von uns gering tu denken."

Trotzdem wurde cs ihm furchtbar fchwer, in die- sen peinigenden Wecken durckzuhaltcn. Aber der Wille nicht nachzugcben, um keinen Preis der Welt, beherrschte ihn.

(Fortsetzung \