3fr 101 / Einundzwanzigster Jahrgang
Kasseler Neueste Tlachnchten
Freitag, 1. Mai 1931 / 2. Beilage
die Tatsache, daß er selbst mit Kollegen zunächst die Kneipe des Ermordeten fortführte. Es war sein erst« Versuch als Unternehmer.
Oer Bandenchef als Großunternehmer
Unternehmend ist er geblieben. Bald war er nicht simpler Bandit allein, sondern Ches einer eigenen Bande. Er lernte ein junges Mädchen kennen und lieben, die er zum Standesamt sührte, was weiter mit dem Vorteil einer auch in Dollarwährung anständigen Mitgift verbunden war. Nun hatte er Betriebskapital und konnte es unternehmen, sich von der Kapitalsmacht der alten Schmugglerkonzerne völlig loszulösen. Aeußeres Zeichen bürgerlicher Arriviert- hcit war ein Cadillac, einer der ausfallendsten und schönsten Wagen von Neuyork, den er sich zulcgte. Das Geschäft nahm einen raschen Aufschwung. Schon lange handelte er nicht mehr mit Matrosen um ihre gestohlenen Whiskyflaschen; längst schloß er ganze Schiffsladungen Alkohol ab und kam auf den glücklichen Gedanken, auch einen ausgedehnten Handel mit Rauschgiften aller Art feinen Geschäften anzugliedern. Die Schwierigkeiten, die Zollbehörden und Polizei machen konnten, waren nicht unüberwindbar. Jack Diamond behauptet, niemals wäre ein Mitglied seiner Bande an Feuerkämpfen mit den Beamten beteiligt gewesen. Polizistenmord kann unter Umständen ein Geschäft sein. Aber kein Polizistenmord ist doch noch viel bester. Es gibt auch andere Methoden der Verständigung. Jedenfalls waren diese Methoden so wirksam, daß Diamonds Bande eine Art Monopol für den Neuyorker Hafen zugestanden war. Die anderen Banden freilich wollten dieses Monopol nicht anerkennen. Und mit der Konkurrenz fertig zu werden, war sehr viel schwieriger als die Zusammenarbeit mit den Behörden. Mr. Diamond ist stolz darauf, daß er auch hier nach Möglichkeit pazifistische Methoden anzustreben bestrebt war. Er schlug den Konkurrenten komplizierte ^n= tcressengemeinschast vor. die eine gemeinsame Alkohollieferung aller speakeasies im Staates Neuyork bezweckte. Sich selbst wollte er bei dieser Gelegenheit neben einer Beteiligung am Alkoholgeschäst das Alleinmonopol für den Rauschgifthandel in Neuyork sichern. Diamond war damals schon eine stadtbekannte Figur, und sein Hauptquartier im Morecyhotel ist sicher der luxuriöseste und komfortabelste Feldherrn- hügel aller Zeiten gewesen. Es gelang ihm auch eine Teilung Neuyorks in Interestensphären, die ihm den Löwenanteil am Geschäft sicherte. Nur in Neuyork und Brooklin vermochte er bis zum Ende des Jahres 1925 nicht recht Fuß zu fasten. Dort herrschte noch unumschränkt der alte Bug, der für den Empor-- kömniling Diamond grundsätzlich nicht zu sprechen war. So ist der Weltkrieg zwischen altem und jungem Kapital auch hier ausgetragen worden, und hier endete er mit dem Sieg des jungen. Bug wurde von der Polizei gefaßt, mit Hilse von Diamonds Bande natürlich, die übrigens so liebenswürdig war, den Behörden Bugs umfangreiches Sündenregister vorzulegen. Der alte kam nach Sing-Sing und starb, vierzehnfachen Mordes überführt, auf dem elektrrschen Stuhl. Damit war ganz Neuyork für Diamond ge- Wonnen. Keiner wagte es mehr, sich dem jungen Napoleon der Bootleggers in den Weg zu stellen. Freilich war sein guter Ruf in der Bandenwelt ebenso erschüttert. wie seine Stellung nunmehr gefestigt war. Raubmorde und Straßenschlacht sind erlaubte Kampfmethoden. Ein Mord — der Mord am Knetpenwtrt — hat ihn sogar .gesellschaftsfähig- gemacht. Aber Angeberei ist unfair. Und die Unfairneß, die das eiserne Schweiggebot der Banbiten bricht, wird mit dem Tode bestraft. Auf dem Höhepunkt seiner Ma-A und seines Geschäftes, im Jahre 1926, war der auch für Verbrecherbegrisfe gar zu smarte Jack Diamond, schon ein Gezeichneter. (Fortsetzung folgt.)
Deutsche über Deutschland 1931
Eine allgemeine Aussprache herbeizuführen über die Ansichten der Deutschen aus allen wirtschaftlichen und politischen Lagern über Deutschlands Lage und Aussichten ist der sehr bemerkenswerte Plan des Verlages Georg Müller in München, über den Wik kurz schon berichteten. Nicht weniger als 20000 M in bar setzt er aus an Preisen, die zur Verteilung kommen an die Verfaster der besten Aeutzerungen. Im Herbst dieses Jahres werden alle diese prämiierten Arbeiten gesammelt als Buch erscheinen mit dem Titel: „Deutsche über Deutschland 1931. Stimmen aus allen Lagern-, nachdem sie vorher der gesamten Presse zum freien Abdruck zur Verfügung gestellt wurden. Die einheitliche Grundlage für die Einsendungen soll das in diesen Tagen erscheinende Buch des Amerikaners K. Philipps Morgan „Richt warten — wirken! Amerikas Glaube an Deutschland- ab- geben. Die Bedingungen des Preisausschreibens sind durch den Verlag zu erfahren.
Abenteuer unserer Zeit:
Bandit im Krack
Diamonös Glück unK Ende / Von jRene Kraus
i.
Das Märchenschloß fptn^nQo^n,ilflerIanfl ist Jack Diamond I^bs Lebens sicher gewesen; sieben Tage lang in f^^"bdrelßig sichren. Das war die Woche, die er HL."e" Polizeigefangnisten von Aachen, der alten verbrachte und von Bremen. Fünfund- oreißlg ^ahre und einundfünfzig Wochen aber ist die-
Jack Diamond.
fes Bandenführers Lebe» ein grandioses Würfelspiel gewesen. Dollar oder Tod, wie die Lose fallen.
er Jäger war oder Beute, es ist kaum zu unterscheiden. Wer will, mag das vielzitierte Walten der ausgleichenden Gerechtigkeit darin erblicken, daß einer, vor dem ein Kontinent zittert, und der jugendlichste Kontinent dazu, der kräftigste, der hundertprozentig vollkommenste, der amerikanische mit einem Wort, selbst, Stahlpanzer unter dem Seidenhemd und Sterbensangst im Herzen, in Sorge und Not dahinvegetiert. Denn man kann es schon kaum mehr ein Leben, ein freies Leben nennen, diesen ewigen Flirt Zack Diamonds mit dem Tod.
Was nun übrig bleibt, das wird nicht viel mehr fern als ein langsames, unaufhaltsames Verlöschen. Dte halbe Lunge ist weg, der Leib von siebzehn Revolverkugeln zerfetzt, die Schädeldecke zertrümmert. So dämmert Jack Diamond dahin, auf einem Mär- chenschloß, täuschend imitierte Barocke, pomphaft und plump, wie es allein in U. S. A. errichtet werden kann, die Reinheit kaum noch erschloflener Bergwelt zu .verschönern'. Fassade und Schwimmbassin, Spiegelsaal unh Reitbahn dieses Schlosses zieren die Titelseiten amerikanischer Magazine. Ein Photoreporter freilich, der es unternahm, auch den kugelsicheren Unterstand und die eingebauten Maschinengewehre auf diesem Barockschlößchen zu knipsen, wurde von Diamonds Bande ernsthaft ermahnt: Wenn diese strategisch bedeutsamen Bilder im Magazin erscheinen, würden es seine letzten sein. Mi: Spionen macht man kurzen Prozeß. Und der Fall des Journalisten Lingle, des Polizeireporters der .Chikago Tribüne", den Diamonds Konkurrent Al Capone killen ließ, ist dem Preffephotographen noch in so frischer Erinnerung gewesen, daß die verbotenen Bilder tatsächlich nicht veröffentlicht wurden. Uebrigens sind es nicht nur Unterstände und Maschinengewehre, die Jack Diamond's Lebensabend behüten. Sicherer noch schützt ihn eine unansehnliche und, Photographien sprechen, unhübsche, nicht einmal mehr ganz junge Frau: Miffis Diamonds, die Frau Gemahlin, die eigentlich einer braven Kleinbürgerin weit ähnlicher sieht als einer liedbesungenen Banditenbraut. Und dennoch ist diese unscheinbare Florence Ethel Diamond die Frau in seinem Leben gewesen, die einzige. Indes Marion Roberts. Tänzerin und Star der Zigfield Folies, der Vamp aus dem Alltag, in Diamonds Leben keine sehr viel größere Rolle gespielt haben dürfte, als daß sie ihn ein bißchen in den Tod lockte.
Jugend Erinnerungen
Dieses Leben Hai, wenn anders das Leben wirklich erst beginnt, wo das Bewußtsein einsetzt, mit einem
fürchterlichen Fußtritt begonnen. Jackie Diamond ist nicht tote Jackie Coogan ein holdselig blondes füns- lahrtges Kind gewesen, sondern ein unbeschreiblich verwahrloster Wurm tn einem russisch-polnischen Ghetto. Das war genau um die Jahrhundertwende, und daß damals das .Jahrhundert des Kindes" dämmerte, davon haben sie im Ghetto von Prcmicze nicht eben viel gewußt. Sie hatten über die Kindererziehung mehr ihre eigene Auffassung. Gewiß, die nächste Generation, die hat es besser haben sollen als die alte. Durch die Weltabgeschiedenheit des Ghetto ging damals schon ein starker Zug, der zur Welt drängte. Aufgeweckte Knaben kamen, soweit die Vermögensverhältnisse es gestatteten, in die nahegelegene .Weltstadt- Wladimir Wolinsk zur Schule. Je nach ihrer besonderen Neigung gab man sie dem Wunderrabbi oder dem Großmerster des Taschendiebstahls zur Ausbildung. Ob der kleine Jakob Diamant, später Jack Diamond geheißen, sich für diese oder jene Ausbildung entschieden hätte, steht dahin. Ein fürchterlicher Fußtritt, wir sagten es eben, hat ihm schon als Fünfjährigen ganz neue Lebensperspektiven erschlossen. Das war der Tritt eines Kosakenstiefels. Und daß die Kosaken des Zaren nicht zu kleine Schuhnummern hatten, darf man als bekannt voraussetzen. Dte Kosaken waren losgelassen auf das Judenviertel von Wladimir Wolinsk. Kein Progrom, natürlich nicht, nur eine harmlose kleine .Pazifizierungsaktion-, so ungefähr, wie sie eben wieder Pilsudskis Ulanen in Ostgalizien nach bewährtem Muster der Kosaken des Zaren unternommen haben. Als Mr. Diamond, unmittelbar vor dem Mordattentat, vor dem er zu flüchten versuchte, in Deutschland war und in Aachen, von indiskreten Reportern und noch indiskreteren Polizeibeamten kreuzverhört wurde, da hatte er alles vergessen, was ein- mal war. Weltweisheit des Amerikanismus, des gewordenen wie des geborenen: was einmal war, ist nie gewesen! Das Leben beginnt jeden Tag von neuem, und das Wort gestern kommt im Wörterbuch des Amerikaners überhaupt nicht vor. Daß Bombenattentate, Pistolengeknall und gelegentlich ein bißchen Maschinengewehrknattern die Begleitmusik seines Lebens war, davon hat der elegante junge Herr im Polizeigefängnis nichts mehr gewußt. Allein die Prügel einer sehr frühen Jugend, die Tritte von Kosakenstiefeln mit erheblichen Schuhnummern haben Narben hinterlassen, die niemals ganz verheilen, Narben auch im Seelenleben. Und als der smarte Bandenchcs sich in Deutschland, Gastfreundschaft erhoffend und mit Verhaftung begrüßt, verschollener deutscher Sprachkenntnisse sich zu erinnern bemühte, da fiel ihm ein einziger Satz ein: Gewalt, man schlagt die Jidden! — Einige hat man lotgeschlagen und andere außer Landes geprügelt/ Die Eltern sind verschollen. Den schmierigen kleinen Jakob aber beförderte die Vorsehung in Gestalt eines Hausierers auf abenteuerlichen Hunger- und Schleichwegen nach Vorkriegsrußlands Auswandererhafen Riga. Von hier aus wurden Menschensrachten in die amerikanische Freiheit befördert, weniger nach Personen gezählt, als nach Tonnen Laderaum. Ein Glück, daß der kleine Jakob halbverhungert war nach seiner Irrfahrt mit dem Hausierer und, federleicht, im Schiff mitgenommen werden konnte. So ist ihm wirklich nichts anderes übrig geblieben, als Bandit im Frack zu werden. Schloßbesitzer und schließlich lebender Leichnam in .Gottes eigenen Staaten U. S. A."
3n den Docks von Neuyork
Die amerikanische Freiheit . . . Stolz überragt ihre Statue de» Hafen von Neuyork. Man kann sie vom Bord des Ozeanexpreß aus schon eine Stunde vor der Landung sehen. Wer aus dem Zwischendeck des Auswanderungskastens kommt, der freilich steht die amerikanische Freiheit nicht. Unfreiheit der Armut und Not empfängt die Hunderttausende, die da, stückweise abgezählt tote das liebe Vieh, kontrolliert, beargwöhnt und vorwärtsgestoßen, demütig das Land der Yankees mit der Seele suchen. Und es muß schon einer ein rechter Kerl sein, daß er unter Puff und Peitsche nicht zusammenbricht, sondern härter wird, immer härter. Diamond ist ja, man weiß es, der härteste Stein. Steinhart ist der kleine Jakob Diamant geworden. Sozialpsvchologen mögen des Bandenchefs Kamps gegen die bürgerliche Gesellschaft aus der Versklavung erklären, die dem verhungerten Ghettoknaben im Vaterland der Freiheit empfing. Er selbst aber, Mr. Diamond, macht keineswegs den Ein
druck, als hätte er stch je über sozialpsychologische Nöte den Kopf zerbrochen und über die eigenen am allerwenigsten. Im Gegenteil: Da ist, besonders auffällig an dieser überlegenen und wahrhaftig vorurteilslosen Natur des modernen Raubritters, eine bourgeoise Sehnsucht, eine bewußte — uns wohl erst recht unterbewußte — Verdrängung der Vergangenheit in der Armut, da sind Eitelkeiten seltsam lebendig, der Snobismus des bestangezogenen Herrn von Welt. Die Bügelfalte ist sehr viel wichtiger als die Rache des enterbten Eroberers an der Gesellschaft. Sozialpsychologie? Smartsein ist alles!
Die ersten Jahre vergehen nicht gerade in smart- neß. Wie die verwahrlosten Hunde spielen die verwahrlosten Kinder im Hafen von Neuyork, und heilig sind sie dabei der Nation, deren Glaube Prosperity und Fruchtbarkeit ist. Schon zu Jahrhundertbeginn waren amerikanische Jugendgerichte Fürsorgestellen und sonst garnichts. Jackie lernte die hohe Kunst des Taschendieb st ahls. Ein halbes Kind noch, betätigt er sich als .P r iv a tb an k i e r". eine jener Zwerghvänen, die sich im Einwanderungshafen Herumtreiben. Greenhorns Rat und Hilfe anzubieten und aus Gefälligkeit ein Paar armselige Rubelnoten oder Peseten gegen Dollar einzutauschen, deren Echtheit man ja nicht gerade vom Hauptkassierer der Federal Reserve Board überprüfen lassen muß. Jahre verstreichen in den Zwifchenschichten zwischen Lumpenproletariat und Kriminalität, die übrigens beide im Hafen von Neuyork stark „kapitalistisch verseucht" sind. Das Bankkonto ist doch etwas wichtiger als das Klas- senbewußtsein. Wie sehr beides übrigens ineinanderspielt. in Amerika zumindest, hat Mr. Diamond, einer der Begrünver des Neuyorker Rakett am sinnfälligsten erwiesen. Darüber bleibt noch ein Wort zu sagen.
Geschäft mit Alkohol
Er wäre ein kleiner Lump geblieben tote tausend andere auch, btefer Mr. Diamond, wäre nicht das Riesengeschäft mit der Prohibition gekommen. Man weiß, daß die Prohibition den bei weitem größten Wirtschaftszweig Amerikas schuf: den Alkohol- schmuggel. Das Gewerbe der Bootlegger ist kein Grenzschmuggel im romantischen alten Sinn. Es ist eine ungeheure Industrie, horizontal und vertikal gegliedert, in Konzerne zusammengefaßt, aus rein kommerzielle Grundlage aufgebaut, mächtig und angesehen, wenn auch nicht gerade anerkannt. Die vielfach kolportierte Behauptung, die Trockenlegung der Vereinigten Staaten sei nur deshalb nicht rückgängig zu machen, weil die Schmuggelindustrie, die sich und unter Aufwendung ungeheuerer Mittel Parlamente. Behörden, Gerichte, Polizei und öffentliche Meinung botmäßig zu machen verstand, dadurch ruiniert würde und weil die amerikanische Volkswirtschaft nach dem Zusammenbruch der Farmer und dem Börsenkrach nicht auch noch eine Pleite des Geschäftes der Alkoholbanditen ertragen könnte, klingt europäischen Ohren paradox, amerikanischen dagegen höchst glaubhaft. Rapide Geschäftskarrieren, die den legendären Aufstieg der Rockefeller und Morgan vom Zeitungsjungen zum Trustmagnaten im Tempo weit überflügeln, entstanden unter dem Schutz, richtiger: unter der Gefahr der Prohibition. Neben Al Capone in Chi- kago verstand in Neuyork Jack Diamond die größte und rascheste dieser Karrieren zu machen. Seine einzigartige Mischung von pfftgem Geschäftsgeist und brutaler Hemmungslosigkeit, die auch vor Blutverbrechen am laufenden Band nicht zurückscheut, ließen ihn als einen der ersten die Chancen der Schmuggelindustrie erkennen. Am Anfang waren diese Chancen sehr klein. Es gelang, ausländischen Matrosen, die im Hafenviertel herumtorkelten, die letzte Schnapsflasche abzulisten oder gar, sie zu einem kleinen Einbruchsdiebstahl in der Kantine am heimischen Bord zu veranlassen. Jack Diamond hat heute noch das Fäßchen aufbewahrt, in dem er jeden Abend dem Kneipwirt Sam Brown die Ausbeute des Tages ab- lieserte: Matrosenschnäpse und Pilsener Bier, spanische Weine und manchmal gar die Kostbarkeit, die Whisky heißt. Er stand in dieser Anfangszeit auf der untersten Stufe des Boorleggergewerves. Hafen-Zn- bringer heißt diese niederste Klasse der Schmuggler- hirarchie. Bis es eines Tages geschäftliche Differenzen mit dem Kneipwirt gab, weil dieser billiger arbeitende Konkurrenten in Diamonds Revier sandte. Ein Revolverschuß erledigte diese Differenz. Es ist bis heute der einzige geblieben, den die Polizei Diamond einwandfrei nachzuweisen glaubt, obgleich sie weiß, daß Neuyorks gesürchtetster Bandenchef an einer unendlichen Reihe ähnlicher Verbrechen, sei es als in» telektueller Urheber, sei es persönlich beteiligt fein muß. Dieser eine Revolverschutz, der mit dem Kneipwirt Sam auch Diamonds bürgerliche Reputation erledigte, hatte freilich auch seine gute Wirkung, so zwar, datz Jackie plötzlich in die Kategorie der Gunmen aufgestiegen war: in die höher geachtete Klasse jener .Gewehrmänner", in der man nicht allein Schmuggler, sondern zugleich auch Bravo ist. Besonders "kennzeichnend für Diamonds Geschäftsgeist ist
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