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Freitag, I.Mai 1931

Kasseler Neueste Nachn'chlen

Sette 3 1. Betlngt

Lesbergs Etat verabschiedet

Die Bürgersteuer lammt

In der Gemeintzevertremnq wurde die Schlußab- stimmung über den Ha-ushaUsplan der Gemeinde Jesberg für daS Jahr 1931 vorgenommen. Er schließ! mit 64557 RM. ab und rouroe mit 7 gegen 5 Stirn- men angenommen. Die Zuschläge zur Gewerbesteuer und zur Grundvermögensstouer vom bebauten Grund­besitz wurden auf 200 Prozent und vom unbebauten Grundbesitz auf 250 Prozent festgesetzt. Die sind ge­gen das Vorjahr sämtlich um 10 Prozent ermäßigt worden. Ferner wurde die Einführung der Bürger­steuer beschlossen.

Marburgs festliches Zahr

Der 700. Jahrestag des Todes der Heiligen Elisabeth.

Der 700. Jahrestag des Todes der Heiligen Elisa­beth hat naturgemäß lebhaftes Ktteresf« ihrer Grabstätte in Marburg zugewanbt. Ihr Schrein, nächst dem Dreikönigschrein in Köln, die kostbarste Gobdschmiedearbeit des Mittelallers in Deutschland, wird gegenwärtig restauriert, v. h. es werden vor allem 'wieder die Edelsteine daran angebracht, die in der Jnslalionszeii geraubt waren und die man im AuSlande wiedergefunden hat. Gleichzeitig wird Vie herrliche Grabeskirche, der erste gotische Bau auf deut­schem Böden, in seiner ursprünglichen reinen Form durch Abnagung des Dachreiters wieder hergestelll.

Außerhalb der Kirche, in den Mussumsräumen des Kunstinstimts, Wird während der Sommermonate eine Ausstellung der seltensten historischen und künst­lerischen Dokumente Mm Leben der Heiligen zu sehen sein. Das Liszt'sche Oratorium, daß vor 50 Jahren hier unter Leitung des Komponisten seine Urauffüh­rung erlebte, wird unter Prof. Stephani als Diri­genten am 8. und 9. Juli wiederholt werden. (Kas­seler Siaalskapelle mit ersten Solisten und Uni- versitätschor.)

Den Marburger Festspielen, die in die­sem Jahre mit besonderem künstlerischen Aufwand ausgestattet sind, wird ein Elisabechspiel angereiht werden. Am 14. Juni findet ein Hessischer Ka­tholikentag statt, bei dem der Fuldaer Bischof das Pontisikalaml im Beisein des gesamten Domkapi­tels und vieler hervorragender kirchlicher und welt­licher Gäste in dem wundervollen weiten Raum d«S Freilichttheaters celebrieren wird. Eine Reihe von Tagungen, besonders katholischer Organisationen, Sonderzüge aus Ungarn, Schweiz, Holland und aus verschiedenen Gegenden Deutschlands werden viele Menschen zu Rrchm und Ehren der deutschen Frau und Heiligen in Marburg zusammenführen. Die EisenbahndireAionen in Frankfurt am Main, Kassel, Köln, Elberfeld, Essen und Münster gewähren einen Nachlaß von 33^ Prozent, voraussichtlich auch den Einzelreisenden, die Karten »u den Sonderveranstoltungen (Festspielen) besitzen.

Für den Dau der Salztalbahn

Beschluß des Kreistags Schlüchtern.

In der Sitzung des Schlüchterner Kreistages wurde in Gegenwart des Regierungspräsidenten Dr. Frie­densburg über den Bau der Salztalbahn verhandelt. Di« Vorlage des Kreisausschufses, daß sich der Kreis Schlüchtern an Siner« zu gründenden Aktiengesellschaft mit dem Höchstbetrage von 100 000 RM. beteilige, wurde angenommen. Die Zustimmung geschah unter der Voraussetzung, daß sich di« von Küblmann- Stummsche Verwaltung in gleicher Höhe beteiligt. Bekanntlich soll diese Bahn von S a l m ün st e r nach Kerbersdorf führen und neben Personalbeför­derung vor allem der Ausbeutung des an Basaltvor- kommen reichen Glasberges dienen. Die endgültig« Durchführung des aus 1 Million RM. veranschlagten Projektes hängt von der weiteren Stellungnahme der Staats- und Landesregierung ab.

tlnferc Heimat

Mündener Tagungsprogramm

«m Sonntqz fängt es LU.

Mit dem Beginn des Obev>Leserdampf«werkehrs am 3. Mai beginnen auch di«. zahlreichen Tagungen und Versammlungen des Jahres. Der Bezirkstag Leine-Weser im BvaunsMveig-Hannoverschen Sl«no- grapbenverhsntz (Rel.^turzschriflj erwartet am 2. und 3. Mai M_T^lnehmer. Pom 14. bis 16. Mai treten hier b» deutschen Sozialbeamtinneu zusam­men, am 23, Äai (zu Pfingsten) beabsichtig! der Ko- lonialbund deutscher P fa d s i n d e r mit 6 bis 800 Mann fcrtte Frühjahrstagung abzuhalten. In den Tagen vorn 30./31. Mai erscheinen die im Nordwest­deutschen Schmicdeverband vereinigten Schmiodemei- litl aus Hannver, Bremen, Schaumburg, Oldenburg, sowie braunschweigischen und westfälischen Bezirken, zur gleichen Zeit findet die Landesoersammlung des Evangelischen Bundes in Münden statt. Ihr schließt sich vom 6. zum 7, Juni die Deutsch-Hannoversche Partei mit einer Bezirkslandesversammlung an, auf der u. a. der Graf Bernsoorff sprechen wird. Zum 13. und 14. Juni werden anläßlich oes HL Mündener Pioniertags die alten Offiziere des ehemaligen Kur- heffischen Pionierbataillons Nr 11 und der Gauver- banö der Pioniere im Wafsenring erwartet. Vom 28. bis 30. Juli berührt die diesjährige Akademische Studienreise der Forstlichen Hochschule Tharandt Münden, und am 23. August soll das Dingelstedt- Pressel-Denkutal geweiht werden.

Feuerkampf mit Einbrechern

In Hohenkirchen.

Als der Nachtwächter Diebe überraschte, die ver­suchten, in das Haus des Landwirts Schröder einzu­dringen, gaben sie bei der Verfolgung mehrere Schüfle ab, die der Nachtwächter erwiderte. Anschei­nend wurde von den Dieben niemand getroffen, so­daß sie unerkannt entkommen konnten.

Hami.-Münden. Das Mündener MtertumSmu- seum har in der Person des Siudienrals Dr. Frey- tag einen neuen Leiter erhalten. Der MilchpreiS ging durch freie Vereinbarung auf 22 Pfg. (frei Haus 24 Pfg.) zurück, so daß er 4 Pfennig unter Göttingen und Kassel steht

Spangenbera. Ein verdienstvolles Werk. Am Montag fand die Einweihung eines neuen Spiel- »es statt. Der Spielplatz ist mit einer stattlichen

e versehen, in her die kleinen Kinder auch bei reg­nerischem Wetter spielen men. Er ist in dem Dienfl­garten des Pfarrers Ho^noorf errichtet, her ihn zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt hat. Die Klein- kinserschule bstehl in Spangenberg fast 30 Jahre un­ter Leitung von Frl. Steinhöfel. Endlich ist es der Initiative des Bürgermeisters Stein gelungen, die kleinen Kinder aus den bisherigen beschränkten Ver- hältniflen herauszubringen. Feuerwehrtag. Am Sonntag, den 3. Mai 1931 findet ein Feuerwehr-Fuh- rerkursus statt.

Fritzlar. Kreisjungviehweide. Der diesjährige Austrieb auf die Kreisjungviehweide in Betzigerode soll am 7. Mai d. I., vormittags 10 Uhr, stattstnden. Anmeldungen von Weidetieren können noch entgegen­genommen werden.

Volkmarsen. Der gemischte Chor Volkmarsen ver­anstaltete seinen Konzert- und Liederabend, ver das Ereignis dieser Saison wunde. Robert Lange ist ein Chormeister von bedeutsamem Können. Die Vor- tragsfolg«, die im ersten Teile Schubert in den Mit­telpunkt stellte und deren zweiter Teil überwiegend dem Volkslied gewidmet war, zeugt von Lem feinen Geschmack des musikalischen Führers. Der gut erzo­gene Chor sang stimmlich fein abgetönt, rhythmisch exakt und dynamisch den Intentionen des Leiters folgend. Ein Jnstrumentalguartett brachte mit tech­nischer Gewandcheit und feinem Empstnden Kompo­sitionen von Schubert, Bach und Rubinstein zu Ge­hör. Als Solist war der bekannte Kasseler Kon­zertsänger Conrad Damm gewonnen worden. Der Sänger, der über eine resonanzreiche, in der Höhe strahlende und leicht ansprechende lyrische Tenor­stimme verfügt, bot vollendete. Sangeskunst. Möge der wagemutige Ehor mit seinem trefflichen Führer uns noch öfters solche erlebnisreichen Atzend« ver­mitteln.

Rotenburg (Fulda.) Im Universitätsbund sprach Prof. Dr. Arndt- Marburg überMedizinisches aus Sowjetrutzland". Der Vortrag erregte besonders durch die Tatsache Interesse, das Referent Sowjet­rußland aus mehrjähriger eigener Anschauung aufs genaueste kannte.

Homberg. Einbruch in eine Gastwirtschaft Diebe drangen in die Gastwirtschaft Dörnfeld ein und ent­wendeten Zigaretten, Wein und Schokolade im Werte von ungefähr 50 Mark. Außerdem ließen sie noch einen Barbetrag aus der Ladenkasse in Höhe von 15 Mark mit sich gehen.

Lembach, Kr. Homberg. Die Aufteiluna des Deichmannschen Ritterguts wirkt sich aus die Bau­tätigkeit recht günstig aus. Da man den neuen An- siedlerit zum größten Teil nur ein Wohnhaus Zur Verfügung stellen konnte, ist man jetzt damit be­schäftigt Stcillunaen und Scheunen bauen zu lassm. Teilweise werden "uch ganze Gehöft« neu errichtet.

Baumbach. Aut n-r Kassel-Eisenacher Straße wer­den Teerarbeilen ausgesührt. Die Straß« ist bis zum 23. Mai mit Ausnahme für leicht« landwirtschaftliche Fuhrwerke gesperrt. Umleitung über Bahnhof Baum- bachBraachRotenburg und umgekehrt.

Reichensachsen. Ein Schwindler hatte Bestellun­gen auf Vergrößerun'en von Bildern gegen Anzah­lung entgegengenommen und dann nichts mehr von sich hören lassen. Der Landjägerei ist es gelungen, ihn zu entlarven, so daß er seiner Bestrafung entge­gen sieht.

Liebenau. Zu einer Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge gestaltete sich die Vierteljahrsver- sammlu-ta des Kriegerveretns. Studtenrat

Swck aus Hofgeismar legte dar, daß Deutschland zu­mindest nicht allein schuldig am Weltkriege ist

Warburg. Ein gutes Wert Mit dem Beginn des netten Schuljahres hat bas Städtische Gymnasium ein neues Lehrmittel erhalten. Warburger Bürger stif­teten ein modernes Epidiaskop.

Siegenhain. Die Herrichtung des Gesallenendenk- wird gegenwärtig vorgenommen. Die alte Hecke, mit der die Anlage eingefaßt war, ist beseitigt und wird durch eine neue Thuva-Pflanzung ersetzt. ,

Ziegenhain. Die Eröffnung der Kreisjungvieh­weide in der Struth findet am 5. Mai statt. Das Weidegeld beträgt für Fohlen 75 RM. und 60 RM., für Rinder 60 und 45 RM.

Breitau. Der älteste Einwohner, Bürgermeister a. D. Martin Boden st ein, wurde unter großer Beteiligung zur letzten Ruhe gebettet. 29 Fahre lang hat er das Bürgermeisteramt und über 40 Jahre hin­durch das Slansesamt verwaltet. 27 Jahre lang ge­hörte er dem Kirchenvorstand an.

Biedenkopf. Neuer Pfarrer. Der Kaplan an der Galluskirche in Frankfurt a. M., Joseph Wehler, ist zum Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Bie­denkopf ernannt wovden. Der Empfang des neuen Pfarrers sinder am Sonnabend statt.

Dillich.Disziplinloses Sportpublikum". Man schreibt uns: Lei Schiedsrichter leitete das Spiel zum Nachteil einer Partei derart ausfällig, daß das Publikum darüber erbost war; aber es hat dem Schiedsrichter keiner etwas zu leide getan, man sagte ihm nur mündlich die Meinung.

Aus Waldeck

Arolsen. Der Arolser Kurverein, der nunmehr 10 Jahre besteht, hielt Generalversammlung. Aus dem Jahresbericht ergibt sich, daß die im Frühjahr 1930 einsetzende Verschlechterung der allgemeinen Wirt­schaftslage und die im Sommer herrschende regneri­sche Witterung den Kurbetrieb ungüstig beeinflußte. Der Besuch Arolsens kann aber trotzdem noch als gut bezeichnet werden. Die Zahl der Fremden betrug ins- gesamt 2189 gegen 2397 im Jahre 1929. Die überwie­gende Zahl der Gäste kam aus Rheinlauü-Weftfalen. Bei der Neuwahl des Aufsichtsrates wurden die seitherigen Mitglieder einstimmig wiedergewählt.

Sachsenberg. Eine schmerzliche Lehre. Lils am Sonnabend der 16jährige Landwirtschaftsgehilfe Hel­mut Schäfer mit einer Fuhre Mist den steilen Weg an den Felsenkellern vorbei fuhr, ließ er das Vieh unterwegs rasten und stellte sich dabei in das Wagen­rad. Als er weiterfahren wollte und die Kühe an­zogen, blieb er mit dem Bein im Rad hängen. Da­bei wurde ihm das Bein gebrochen. Aus sein Ge­schrei eilten Leute herbei, welche den Bedauernswer­ten zum Arzt brachten.

Aus dem Kreise Schmalkalden

Kleinschmalkalden. Einspruch gegen die Bürger­meisterwahl. Der stellvertretende Bürgermeister, Bei­geordneter Heflenmöller, gab in der letzten Sitzung bekannt, daß die sechs Vertreter der Arbeiterfraktion Einspruch gegen die Büraermeisterwahl erhoben hät­ten wegen angeblich im Wablakt vorgekommenen Ver­stöße. Bekanntlich war die Wahl durch das Los auf ben bürgerlichen Kandidaten gefallen. Der Ein­spruch wird an di« Aufsichtsbehörde zur Entscheidung weitergeleitet.

Kleinschmalkalden. Motorradunfall. Ein Motor­radfahrer kam auf der schlüpfrigen Landstraße im Miebach ins Rutschen und geriet unglücklicherweise so an einer Bank zu Fall, daß di« mitfahrende Dame einen Ober- und Unterschenkelbruch erlitt und ins Krankenhaus überführt werden mußte.

Meißnersonntag

Wonnig ist's in Frühlingstagen, nach dem Wander stab zu greifen, und den Blumenstrauß am Hute. Gottes Garten zu durchschweifen.

In dieser Zeit, wo die graue Sorge so viele Men­schen täglich und stündlich tief darniederdrückt und sie nicht zum befreienden Aufatmen kommen läßt, sind wir mehr denn je gezwungen, uns irgendwie einen seelischen Ausgleich zu schaffen, um nicht unter der Not der Zeit sammenznbrechen. Und was wäre da geeigneter, als hinauszuwandern in die neuerwa­chende Natur, die auf ein Vergehen immer wieder ein Werden entstehen läßt! Es gilt nur, Augen und Herzen weit offen zu halten für all das Schöne, was uns die Natur so bereitwillig fchenkt. Hier werden die Augen wieder hell, hier fällt alles Niederdrückende von uns ab, hier dürfen wir nur in vollen Zügen ge­nießen, einmal wieder ganz Mensch sein.

Es ist Sonnabend. Der Rucksack, der am Tage vor­her gepackt ist. wird geschultert und fort getsis aus dem grauen Alltagsleben zur Stadt hinaus. Die Bahn bringt uns nach Oberrieden. Zum Meißner solls hinaufgehen. Hinein geht es in das reizende Riedbachtal. Bald erblicken wir zur rechten eine ma­lerisch gelegene alte Waffermühle. Mühelos erreichen wir Hilgershausen. Aber jetzt beginnt die Steigung. Weiter geht's über Dudenrode hinauf auf die Höhe, vorbei am Friedrichsstollen und bald ist der Frau Hollenteich erreicht mit der schönen tannenumsäumten Hollenwiese. Wie gut, daß sie unter dem Naturschutz steht! Denn wäre es nicht ein Jammer, wenn uns ur­eigenste alte Kulturstätten genommen würden? Nicht mehr lange und das traute Schwalbental nimmt uns auf. *

Sonntag morgen! Es ist %5 Uhr. Flugs geht es aus dem Bett! Das Gasthaus Schwalbental wird für kurze Zeit verlassen. Tiefster Friede umfängt uns Hinaus geht es zur Kalbe. Ein geisterhaftes Raunen spricht ;ü uns aus allen Ecken und Winkeln. Das Tal mit seinen friedlichen Dörfern liegt in einem tiefen blauen Schleier. Wie feierlich ist es hier oben! Der ganze Horizont ist in ein wunderbares Farbenmeer

getaucht! Grün, lila, rot gelb greifen ineinander. Nach dem Firmament hinauf verliert es sich wie ein golddurchwirkter Schleier. Immer intensiver werden die Farben. Besonders rechts vom Höllental über dem Fürstenstein nimmt die rötliche Färbung an Krast immer mehr zu. Ein langer weißer Rauchschwaden bei Niederhone zeigt erwachendes Leben, ein Eisen­bahnzug durcheilt die Fluren.

Frisch ist es hier oben, aber trotzdem Wanken und weichen wir nicht. Der Kampf der Sonne durch die Wolken geht unaufhaltsam weiter. Jetzt gilt es, kein Auge von dem Horizont abzuwenden, denn bald muß der Sonnenball auftauchen. Rur wenige Minuten vergehen und schon zeigen sich die ersten Spuren des Sonnenringes. Blutrot steigt di« Sonne rasch höher und höher. Die ersten wärmespendenden Strahlen fallen aus den Boden, beleuchten all' die Bergketten und Fluren im Werratal.

Auch die Vogelwelt erwacht. Ihr Zwitschern gilt uns als Morgengruß. Es ist 6 Uhr! Da erschallen in den Dörfern tief unten int Tal die Kirchenglocken. Der Sonntag wird einaeläutet. Welch feierlicher Augeirblick! Tief ergriffen stehen wir hier oben, hoch erhaben über allem Irdischen. Sonntag morgen!

Zurück geht es nach Schwalbental, vorbei an der Stinkwand, wo es augenblicklich besonders stark raucht und Schwefeldämpfe herausströmen. Leider bezieht sich der Himmel. Am Nachmittag setzt sogar ein feiner Regen ein. Aber das hindert uns nicht, alte liebe Stätten auszusuchen: so die Seesteine, wo das Ehren­mal, das der Werratalverein für die im Weltkriege gefallenen Wanderer errichtet hat, mit einem pracht­vollen Kranz geschmückt ist; das Biehhaus, in dessen Nähe auf der großen Hänfener Hute das neue Naturfreundebaus erbaut ist, Kitzkammer usw.

Am nächsten Tage verlassen wir den Meißner, froh und dankbar, wieder einmal so viel Schönes gesehen und genoffen zu haben. H. Schwarz.

Bier» und Bürgersteuer in Melsungen

Der Regierungspräsident verfügt.

Der Regierungspräsident hat di« Einführung d« BürZersteuer mit dem doppelten Lanvessatz und di« Einführung der Bierfteuer, ebenfalls mit dem doppel­ten Landessatz verfügt. Der städtisch« Haushaltsplan ist zwar hierdurch noch nicht vollständig ausgeglichen, der größte Teil des Fehlbetrages dürft« aber hier­durch beseitigt sein. Es verbleibt ein Fehlbetrag von rund 17 000 RM. weiterhin offen.

3m Dunkel überfahren

Schwerer Verkehrsunfall bei Biedenkopf.

Auf der Landstraße zwischen Biedenkopf und Ek- kelshausen ereignete sich am Montag abend ein schwe­rer Verkehrsun-all. Der Sohn eines Bäckermeisters aus Breitzenstein wollte mit feinem Auto nach Bie­denkopf. Auf der Landstraße mußte er einem Kraft­wagen ausweichen. Als er wieder zur Ilraßenmttt« lenkte, überfuhr er den Arbeiter B. der auf einem u n- erleuchteten Fahrrad fuhr ober es neben sich herschob. Durch den Anprall verlor der Autoführer die Gewalt über die Steuerung und sauste in den Straßengraben, wobei der Wagen stark beschädigt wurde, während er selbst ohne Verletzung davonkam. Der überfahrene Arbeiter erlitt schwer« Arm- und Kopfverletzungen und wurde der Marburger Klinik zugeführt. Trotzdem die Beleuchtung des Autos in Oronung war, will der Fahrer nichts von dem B. bemerkt haben, zumal er noch durch die Scheinwerfer des ihn passierenden Autos geblendet gewesen fein will.

Wir geben Auskunft

Srieff alten der fl. 71. R.

K. L. In 6et fraglichen Angelegenheit können Sie einen Rechtsanwalt auf Armenrecht nicht beigcordnet bekommen.

W. «. 21. Um auf jeden »all eine Beinahrung bei Schadenersatzanspruches ,n verhindern, ist es erforderlich, wenn der betreuende Meister durch notarielle vollstreckbare Urkunde den Schaden anerkennt oder aber, es mutzte Klage erhoben werden bei dem zuständigen Landgericht, cn dessen Bezirk der Meister wohnt, evtl, auf dem Wege de? Armen- rechts. Der Meister spart aber Kosten, wenn die s-ache int ersteren Sinn erledigt wird.

99. S. 255. Wir möchten Ihnen raten, den genauen Sachverhalt der Verwalmng der Landesheilanstalt in Haina vorzutragen. Bus dem Prozitzweg ist nichts zu woUen.

F. K. 20. Der Lohn tn Höhe von 20 RM ist nicht pfänd­bar. Wenn der Schaden wieder gut gemacht ist. dürfte etne Klage beim Arbeitsgericht Erfolg, haben. ,

H. Sch. Die können, c:::r. ... lösen will, ben von Ihnen gezahlte gen, evtl, iw Wege der Klage. SBi

H. Sch. Die können, wenn der Verlag den , Vertrag lösen will, den von Ihnen gezahlten Betrag zuruckverlan. gen, evtl, iw Wege der Klage. Wenn «te arbeitslos sind, können Sie int Wege des Armenrechts die Klage erhAen. Es kommt aber auf jeden Fall auf den Inhalt des geschlof­fenen Vertrages genau an. .

A. P. 100. Zur Duldung der Zwangsvollstre^na kön­nen Sie verurteilt werden. ES fragt sich, 06 6te Waichkom- mode überhaupt pfändbar ist. Sie persönlich sind für bte Schulden Ihrer 8reu nicht haftbar, die btefe vor der Ehe gemacht bat. Der Empfang von Fursorgegeldern macht Ste noch nicht unpfändbar. Versteigernngstzrmin kann tntntet stattfinden. Auch zur Herausgabe der Sachen können Ste gezwungen werden. Der Gläubiger ift nicht verpflichtet, solche Ratenzahlungen anzunehmen.

so £). -Miinben. Sat-en ba® Einkommen lOOng RM nicht übersteigt, sind 720 RM Werbnngskosten, 240 RM für Sonderleistungen neben den Familtenermatztgunge» steuerfrei Mit Wirkung vom 1. Jan. 1981 ist dte Ber- mögensstetrerfreigrenze von 5000 RM auf 20 000 RM er­höht worden. Wenn der Sansverkauf stattgefunden hat um bie Gläubiger, hierzu gehört auch die Ehefrau, zu benach­teiligen, so kann schon jetzt der Kani angefochten werden. D>- Ehefrau hat beim ^ode ihres ^'".nes wetteren litt« terhaltsansvruch gern ätz Par. 1582 BGB.

A. B. 209. Georg Michaelis wurde im Juli 1917 deut» scher ^tclchöltMttLcr.

H. S«. in B. H. P. ist am 12. Juli 92 in Düsseldorf geboren, wohnt Perltn-Schönebsrg, Am Vark 12. Familien- name ist uns nicht bekannt. Berügkch Ihrer Erbschaft aus dem Auslanoe wurde es ratsam icin, em einmal eine Aus­kunft beim Auswärtigen Amt in Berlin einzubolen.

B 100. Das beim Gericht hinterlegte Testament wtrd nur auf Antrag unter Vorlage der Sterbeurkunde geöffnet. Die »tuiteu Uno uns genau matt oefauiu. Eine Stüttnaome des Testamentes wäre nicht ,u empfehlen, da auch etn vri- oatschristliches Testament später dem Gericht zur Eröff- nuna tu, eigenen werden mus. ....

8. Sch. 100. Jeder Versicherte bat. sobald er die aeietz- ltche Wartezeit zurückgelegt hat, Anspruch auf Invaliden­rente wenn er dauernd invalide ist oder wenn er langer qls 26 Wochen vorübergehend tn»a,"' ist, d. h.. wenn er infolge von Hrantoeit miet Geoie. nicht mehr tmuande ist, etn Drittel des Durchschnittslohn..- seines Berufes auf dem ihm im allgemeinen zugänglichen Arbeitsgebiete zu »er« dienen, oder wenn er das 65. Lebensjahr vollendet bat, phne invalide zu fein. Ihre Rente wird monatlich ca. 39,60 RM betragen. Kür Kinder unter 15 Jahren wird ein Kin- derzufchuf! von je 10 RM bewilligt.

Rundfunk

Wir böten am Sonnabend, den 2. Mai:

Frankfurt.Kassel:

7.15-8.15: Krühkonzert des Homburger KnrorchesteiS

10.2010.50: Schulfunk Als ixuttoer : nt einer französischen Schule. Fran«!sisch und deutsch erzählt von Ulrich Hessel, Paris ...

11.45: Werbevortrag: Exotrsche Sct»allvl^ltten, veranstaltet vom ColuMbia-Mnstkhaus, Goethestrahe 19

12.10: Schallplattenkonzert

15.20: Stunde der Jugend

16.30: Nachmittags konzert _ ______ ,

18.15:Arten der Arbeitslosigkeit", Vortrag von Dr. Hein­rich Ritzmaitn

18.45:Zehn Jahre Akademie der arbeit' Vortrag von

Dr/Ernst Michel , _

19.15; Spanischer Sprachunterricht, erteilt von Dr. H.

Petrieoni ,, _ .

19.45: Mein Poesie-Album. Erne fall rische Revue von Ger» Fricke

20.30: 100 Minuten ... Heiterer Abend

22.3024.00: Tanzmusik

Königswusterhausen: 20.00: Von Hamburg: In Kino neiitas". Eine heitere Film-Revue, dargeboten von Hans Harbeck. 21.00: Von Hamburg: Bunter Abend mit Willn Hagen. <$> KönigSberg-Heils- berg: 19.25: Konzert des Sängerchors des Danziger Be- amten-VereinS. 20.00: Militärkonzert. <$> Langen- 6er«: 20.00: Lustiger Abend, Kapelle Eosoldt. <$> Wien: 20.10: Overettenauffübrung:Wer zuletzt lacht, lacht am besten!' <$> Midland-Reg.: 20.40: Orchesterkongeri. <$> Rom: 20.40: Lvernübertragung a. d. Theater Sa« Carlo.

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