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Hummer 87*

Mittwoch, 15. April 1931

21 Jahrgang

Europas jüngste Republik: Spanien

Thronverzicht der spanischen Dynastie / König Alfons hat das Land verlassen / Die neue Regierung proklamiert Glaubens- unb Meinungsfreiheit

Das Ziel -er Regierung Zamora

Eigener Drahtbertcht.

Deutschland und das neue Spanien

. Von unserer.Berliner Schriftleitung.

>' Madrid, 15. April.

. Der Uebergang von der Monarchie zur Republik ist tu Spanien vollzogen worden. Nachdem in verschiedet uen Proviuzstädte« die republikanischen Eemeinderäte ptt Ausrufung der Republik geschritten waren, hat

WM. MM

K - «i g A l f" n 5 auf die Ausübung der Rea'errings- gewalt verzichtet. Der König versuchte zunächst, die Kron, dem Kronprinzen zu übertragen; das wurde je= von dem Führer der Republikaner, Zamora, abgelehnt. Daraufhin entschloß sich der König, allen Forderungen nachzugeben und unter folgenden Bedin­gungen für sich und seine Familie die Krone nieder­zulegen: 1. daß «r Spanien mit alle» Ehren verlassen dürfe; 2. daß ihm Gelegenheit gegeben werde, sein Privatvermögen zu liquidieren und darüber zu ver­fügen; 3. daß seine Abreise unter militärischen Ehren­bezeugungen erfolgen solle.

Der König verlieh gestern abend um 9 Uhr i« Begleitung des Infante» Alfonso Madrid. Die übrigen Mitglieder der königlichen Familie werden Madrid heute verlasse». Nachts 4 Uhr tras König Alfons in Cartagena ein und begab sich sofort a n Bord des KreuzersPrincipe Alfonso", Wie verlautet, hat der König in Madrid ein Manifest zurückgelasien, das heute, wen» Alfons ftch außerhalb des spa»ischeu Gebietes befindet, ver­öffentlicht werde» solle.

Havas meldet weiter aus Madrid, der ehemalige Kriegsmiuister, Eeneral Bereuguer, wolle fehlt» Poste» nicht verlassen. Man glaube, daß die re- publikauische Regierung gezwungen sein werde, ihn gefangen zu setzen. Rach einer weiteren Meldung soll Berrnguer tatsächlich festgesetzt sein.

Zamora Ministerpräsident

Die republikanische Regierung ist bereits gestern nachmittag gebildet worden: Ministerpräsident Alcala Zamora, Außenminister Lerroux, Kriegsminister Aza- »a, Marineminister Casares Quiroga, Finanzminister Prieto, Innenminister Miguel Maura, Minister für öffentliche Arbeite» Domingo, Arbeitsminister Cabal­lero, Wirtschastsminister Martinez Barrios, Minister für Justiz Fernando de los Rios. Sämtlich« Minister find unter der Monarchie wegen revolutionärer Um­triebe verfolgt gewesen.

Paris, 15. April. Die Mitglieder der provisori­schen spanischen Regierung, Finanzminister Prieto, Un- terrichtsminister Domingo und Wirtschaftsminister Dolver, haben heute Paris verlassen, um sich nach Madrid zu begeben. Eine große Menschenmenge, in der Hauptsache Mitglieder der spanischen Kolonie, hatte sich auf dem Gare d'Orsay eingefunden.

Andererseits haben sich zahlreiche Mitglieder der spanischen Aristokratie nach Frankreich begeben. So ist gestern der Herzog von Santander nach Frankreich abgereist. Der Herzog von Alba und Graf (Eimern ha­ben die Grenze im Automobil passiert.

D!e ersten Besch üsse

Madrid, 15. April.

Um 2 Uhr morgens hat die neue Regierung durch den neuen Unterstaatssekretär des Ministerpräsiden­ten, Sancho Guerra, der Preffc die ersten Be­schlüsse der neuen Regierung mit teilen lassen. Sie enthalten die Ernennung Zamoras zum vorläufigen Präsidenten, die Ernennung der Kabinettsmitglieder, eine allgemeine politische Amnestie und die Reuschafsung eines Verkehrsministeriunts (Post, Telegraphie, Eisenbahn). Minister diei-s neuen Ber lehrsministeriums wird Barilos.

Im übrigen betonte die Regierung, daß in ganz Spanien vollkommene Ruhe herrsche. Nach einer um 2 Uhr 30 ausgegebenen Regierungserklärung beabsich­tigt die provisorische Regierung zunächst mit al­len Machtmitteln zu arbeiten, ist aber ent- schloffen, sämtliche Maßnahmen zur nachträgli­chen Genehmigung dem Parlament zu un­terbreiten. Alle bisherigen Beschränkungen der politi­schen Meinungsfreiheit und der Glaubensfreiheit sollen in Fortfall kommen. Der Privatbesitz mit Aus­nahme des Grundbesitzes soll unangetastet bleiben. Die Regierung behält sich aber vor, im Notfälle die zugestandenen Freiheiten wieder cinzuschränken oder aufzuheben. Zum Bürgermeister von Madrid wurde Pedro Rico ernannt.

Diplomatenfchub

Paris, 15. April.

Die neue spanische Regierung hat an alle spa­nischen Flüchtlinge, die sich in Frankreich be­finden, eine Kundgebung gerichtet, worin diese aufgefordert wenden, sofort ngch Sx-anien zurückzu­kehren. Sämtliche diplomatischen Vertre­tungen des Landes sollen neu besetzt werden. Für den Pariser Posten ist Dr. Maranon und für den Londoner Posten Perec v Ayola vorgesehen.

In Oer spanischen Botschaft in Paris war es am Dienstag abend unmöglich, 'irgendeine Erklärung zu erhalten.

Madrid, 15. April.

Die Freudenkundgebungen in den ©tra* ßen der Hauptstadt, an denen zahlreiche Frauen teil­nehmen, verlaufen

ohne Störung der Ordnung.

Der Polizeidienst wird an mehreren Stellen von An­gehörigen der Organisationen des Volkshauses und der Studentenverbände versehen, die rote Arm­binden tragen. Auch einige Polizeibeamte tragen rote Armbinden. Ter Platz vor dem Königlichen Schloß ist mit Seilen abgesperrt, an den Ecken der darein einmündenden Straßen sieben Armbindenträ­ger, die das Publikum darauf aufmerksam machen, daß das Betreten des Platzes verboten sei. Dadurch sollen Kundgebungen unmittelbar vor dem Schloß verhindert werden. Das Publikum fügt sich willig diesen Anordnungen. Diejenigen, die sich In irgend einer Weise unkorrekt zu benehmen scheinen, werden von den anderen Manifestanten zurechtgewiesen. Die Soldaten, die auf Befehl der letzten Regierung in den Kasernen bleiben mußten, haben diese nun­mehr verlassen und gesellen sich zu den Manifestanten. Sie haben

die königliche Kokarde von ihren Mützen abgeriflen. An der Tür des Innenministeriums wurde ein Pla­kat angeschlagen, worauf ein Totenkopf mit könig­licher Krone zu sehen ist. In improvisierten Liedern wird die Abreise des Königs gefeiert. Gestern abend wurde auf dem Königsschloß die republikanische Fahne gehißt. In den vorgerückten Nachtstunden hat der Pöbel das

Haus der spanischen Nationalisten gestürmt und die Möbel auf die Straße geworfen. Ebenso wur­den die Standbilder von Isabella II. und Plilipp IV. umgestürzt und zertrümmert

Tie Generäle Queipo Llano und Lopez O ch o a wurden zu Generalkapitänen von Madrid bezw. von Barcelona ernannt. Der neue Kriegs­minister Azana übernahm um 10 Uhr abends die Geschäfte seines Ministeriums aus den Händen Ge­neral Berenguers. Um 1 Uhr nachts hielt Alcala Zamora mit Lautsprechern eine Ansprache an die vor dem Innenministerium versammelte Menge und kündigte für heute wichtige Verordnungen an.

Wie ferner berichtet wird, ist der 14. April zum Nationalfeiertag erklärt worden.

Peseta rückgängig!

London, 15. April.

In London mußte gestern für ein Pfund Sterling 48,85 Peseten gegen vorgestern 47,30 bezahlt werden. An der Neuyorker Börse ist der Kurs für eine Peseta um etwa 4/10 Cents gefallen.

Reuyork, 15. April. Die Finanzkreise schließen aus den Pesetarückgang, der hier der Abdankung des spa­

th. Berlin, 15. April.'

Das Ende der Monarchie in Spanien ist ein Ereignis, welches gestern, wie in allen anderen europäischen Hauptstädten, so auch in Berlin star- ken Eindruck hervorgerufen hat. Man ist sich in der Wilhelmstrnße durchaus darüber klar' daß sich in Spanien eine tief einschneidende politische Wandlung vollzieht, die auch für die Beziehungen Spa­niens zu Deutschland von weitreichender Be­deutung sein muß.

Wenn man die Stellungnahme der Wilhelmstrnße zu diesem Ereignis nuf eine kurze Formel bringen wollte, so müßte man vor allem darauf Hinweisen, daß zwischen dem spanischen unb dem deutsche» Volke in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht ein enges Freundschaftsverhältnis besteht, unb man kann hier nur wünschen und hoffen, daß bieses Ver­hältnis auch unter ber neuen spanischen Staatsform weiter bestehen wirb. Zwischen Berlin unb Mabrid hat es seit ber Kriegszeit auch auf politischem Gebiet keine nennenswerten Reibungsflächen gegeben, unb selbstverstänblich wirb von ber Reichsregierung ber größte Wert barauf gelegt, baß diese deutsch-spanischen Beziehungen auch weiterhin in ber bisherigen erfreu­lichen Form aufrechterhalten unb ausgestaltet werben. Es ist jeboch nicht zu verhehlen, baß diese Wünsche unb Hoffnungen von gewissen Sorgen Begleitet sind, bte* sich aus dem politischen Umschwung in Spa­nien ergeben. Vor allem ist Spanien während des

Nischen Königs folgte, daß ber jüngste spanische Sta­bilisierungskredit noch nicht zur Stabilisierung be­nutzt wurde. Die Morgan-Gesellschaft, die an dem Kredit beteiligt ist, lehnte eine Erklärung zu dieser Angelegenheit ab, doch wird allgemein bemerkt, daß dieser neueste politische Zwischensall i» Europa schwerlich geeignet fei, die Stimmung für Käufe von Auslandspapieren bei dem infolge ber letztjährigen Ereignisse immer noch sehr vorsichtigen Publikum zu bessern. Solange jeboch der Obligationenmarkt keine Besserung aufweift,^e auch die Gewährung neuer Ausländsanleihen verschoben werden.

Das spanische Königshaus

Das spanische Königshaus entstammt ber Dy­nastie Bourbon-Anjou, die ihren direkten Stammvater in König Ludwig XIV. von Frankreich sieht. Dessen Enkel Philipp Herzog von Anjou kam als Philipp V. dank Alfons XIII. auf den spa­nischen Königsthron unb verzichtete auf bte Erbfolge in Frankreich in den Jahren 1712 unb 1713. Von ihm stammt die regierende Linie in Spanien ab, und zwar ist ihr direkter Ahnherr König Ferdinand VII.

Ans die wechzelvollen Geschicke des Königshauses 1868 wurde das Haus Bourbon-Anjou 'bgefeyt, und erst 1875 kehrte Alfons XII. auf den Thron zu­rück kann hier im einzelnen nicht näher eingegan­gen werden. Der jetzt zurückgetretene König Alfons XIII. war ein Sohn dieses Alfons XII. und ber Erzherzogin Marie Christine. Er würbe am 17. Mai 1886 einige Monate nach dem Tode des Vaters geboren. Alfons XIII. konnte die Macht, die er ererbt hatte, nicht behaupten. Im Fr'cden von Paris mußte Spanien Kuba, Portorico unb die Philippinen an Amerika abtreten. Allerlei Mißstände in Heer und Verwaltung wurden aufgedeckt. Tie Un­zufriedenheit des Volkes nahm zu, und der König war weder als Herrscher, noch als Mensch der Mc nn dazu, die Herde der Unzufriedenheit zu befvigen. Im Jahre 1005 wurde auf ihn in Paris der erste Mordanschlag verübt. Am Hochzeitstage wurde auf das Königspaar ein zweites Attentat unternommen. Die jüngsten Kraftproben, um bte unruhigen Geister mit Gewalt niederzuhalten, sinb noch in Erinnerung. In den Wahlen, den ersten nach der Diktatur kam dann die Stimmung des Volkes klar zum Ausdruck.

. Der österreichische Bundesminister Dr. Rasch zu tüdgetreten. Der Bundesminister für soziale Ver­waltung, Dr. Rasch, hat dem Bundespräsidenten ein motiviertes Rücktrittsgesuch überreichen lassen. Der Bundespräsident hat sich mit dem Bundeskanzler in Verbindung gesetzt unb erwartet dessen Vorschläge. Eine Entscheidung über das Gesuch hat ber Bundes- präsidenl noch nicht getroffen.

Krieges bekanntlich vollkommen neutral geblieben, unb bas wär in erster Linie bem Einfluß bes Königs unb bes monarchistischen Systems «zu Derbanfen, wel­ches diese loyale Haltung, trotz mancher gegenteiliger Einflüsse, zu bewahren wußte. König Alfons tonnte biese Politik freilich aus Erunb ber Tatsache führen, daß das spanische Volk gesinnungsmäßig dabei hinter ihm stand. Aus diesem Faktum leitet man in Ber­lin die Erwartung her, daß Spanien angesichts einer solchen Einstellung seiner Bevölkerung von der bisher i gen §a11üng gegenüber Deutsch­land nicht abweich en werde. Die politischen Kräfte, die zum Sturze der Monarchie in Spanien ge­führt haben, und die nun berufen sind, die Leitung der Geschicke Spaniens in die Hand zu nehmen, sind je­doch in wesentlichen Stücken anders eingestellt als das bisherige System. Die liberale Strömung, die jetzt in Spanien an die Spitze gelangt ist, steht in en­geren Beziehungen zu Paris und neigt einer franzosenfreundlichen Politik zu, die für die deutsche Regierung selbstverständlich nicht in gleichem Maße wünschenswert sein kann wie die bisherige Hal­tung ber spanischen Monarchie. Wenn baher ber Sturz ber spanischen Monarchie in Frankreich mit be- fonberem Jubel begrüßt wirb, so wäre es vollkommen verfehlt, wenn auch bie entliehenen Republikaner in Deutschland ben Wechsel des Systems in Spanien als befonberen Anlaß zur Freude ausprcchcn wollten. Man kann ben Begriff Republik in Deutschland und in Spanien nicht einfach gleichsetzen, sondern man muß sich Immerhin mit bept Gedanken vertraut machen, daß bie Z u s a m'm e n a rbeit zwischen Deutschland und Spanien mit gewissen Schwierigkeiten ver­bunden sein wird, die man unter dey: bisherigen Sy­stem noch nicht zu befürchten hatte. An bie Spitze bet neuen spanischen Bewegung wirb der Führer der Li­beralen, Zamora, treten unb seine wichtigsten Mit­arbeiter werben im Lager ber Liberalen, Rabikalen unb Sozialisten zu suchen sein.

Besonbers interessant ist bie Rolle, bie die katho­lische Kirche beim Umschwung in Spanien spielt. Bisher war sie eine ber stärksten Stützen bes Thrones, aber man hat jetzt einen Umschwung zu beobachten, ber im wesentlichen finanzielle Erünbe haben dürfte, da ein großer Teil des kirchlichen Besitzes auf bie Zusammenarbeit mit ben Banken angewiesen ist, bie Banken aber roieberum in Zusammenhang mit den Liberalen unb Paris stehen. Ein Teil ber neuen Machthaber in Spanien hatte längere Zeit in Paris im Exil gelebt unb hat von dorther noch heute enge Beziehungen zu französischen Politikern. Man hat glso, wie gesagt, alle Ursache, anzunehmen, daß der neue Kurs in Spanien sich einer franzosenfreundlichen Haltung befleißigen wirdW Darauf deuten unter an­derem auch bie Bemühungen hin, bie von Frankreich aus angestellt worben sinb, um Spanien einigen fran­zösischen Wünschen günstiger zu stimme». Hierher ge­hört bas Problem bes Transportes für Kolonialtrnp» pen aus Afrika über ben spanischen Landweg nach Frankreich. Um diese Frage hat sich vor kurzem noch Maginot in Madrid bemüht, denn der Transport die­ser Truppen über das Mittelmeer würde im Falle eines französisch-italienischen Konfliktes immerhin ziemlich gefährlich sein. Von einem Wechsel ber beiberjeitigen Botschafter in Madrid und Berlin ist trotz bes Systemwechsels in Spanien nicht die Rede, und da beide als besonders be­fähigte Diplomaten gelten, ist es wünschenswert, daß sie auf ihren Posten verbleiben.

Die Ursachen zum Sturze ber spanischen Monarchie bürsten nach Ansicht Berliner politischer Kreise darin zu erolicken sein, daß König Alfons es in letzter Zeit nicht mehr verstanden hat, sich auf die starken monarchistischen Kräfte zu stützen, die in Spa­nien immer noch vorhanden waren. Auch die Art, in der er sich von Primo de Rivera seinerzeit getrennt hat, nachdem et sich lange Zeit hindurch mit bem Sy­stem bet Diktatur persönlich ibentifizierte, gilt als schwerer politischer Fehler; weiter ber llmstanb, baß er im Kreise seiner engen Berater unb Mitarbeiter bis zuletzt eine Reihe überalterter Politiker hatte, bie ben mobernen Strömungen in Spanien nicht mehr gerecht zu werben vermochten.

In Deutschlanb hat man jebenfalls nach ber in Berlin herrschenden Auffassung alle Veranlassung, einem Umschwung in Spanien mit voller Ob­jektivität gegenüberzustehen. Zu einem Jubel über diesen Umschwung ist bei uns nicht einmal unter engen parteipolitischen Gesichtspunkten Veranlassung gegeben, sondern man kann hier nur den Wunsch he­gen, daß die Beziehungen zwischen der deutschen unb der spanischen- Ration ohne allzu schwere Schädigun­gen durch diese spanische Staatskrise sich auch für die Zukunft aufrechterhalten lassen.

Freudenkundgebungen in Madrid

Oer 14. April Nationalfeiertag

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