Kasseler Abendzeitung
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Dienstag, 14. April 1931
21. Jahrgang
Kummer 86*
Berliner Vorbesprechungen für Genf
Genfer Gäsie demnächst in der Reichshauptstadt / Die politische Lage in Spanien noch ungeklärt / Oie Mißstimmung gegen König Alfons wächst
lejreiern gelang es, über die Grenze zu ent-
Etgener Drahtberich«.
595:922
Or. Wirth beim Papst
Aufstand von bis ins ein«
die Regierung Revolutionäre
den Aufständischen übergehen und weil in Lissabon die Möglichkeit hat, die aushungern zu lasten.
Es wird angenommen, daß der einem gewissen Major Sardinaha
äußert, er habe nicht die Absicht, zurück- z u t r e t e n oder das Land zu verlassen, sondern er wolle in genauer Uebcreinstimmung mit den verfassungsmäßigen und königstreuen Einrichtungen Spaniens handeln.
„Tailv Expreß" hat auf telegraphische Anfrage in Madrid erfahren, daß die Königin sich nicht im Palast bcsiiibet. Niemand wisse, wo sie zur Zeit fei.
Madrid. 14. April.
Das Stimmenverhältnis zwischen den beiden Koalitionen stellt sich in den 49 Provinzhauptstädten einschließlich Madrid und Barcelona aus 595 gewählte monarchistische Kandidaten gegen 972 Kandidaten der republikanisch-sozialistischen Koalition.
zelne vorbereitet worden ist. der bei den nach Madeira verschickten politischen Gegnern der jetzigen Lissaboner Regierung eine gewisse Unterstützung findet. Hierzu kommt, daß der jetzige, von der Regierung in Lissabon entsandte Militärgouverneur sich die Sympathien der Zivilbevölkerung durch übermäßige Strasmaßnahmen verscherzt hat. Schließlich hat auch die Steuerpolitik der Bevölkerung die Regierung ziemlich verbittert.
Wie in einem Teil unserer gestrigen Auflage gemeldet wurde, ist die englische Note, in üer die juristische Prüfung des deutsch-österreichischen Zollabkommens auf der Ratstagung gefordert wird, in Genf eingetrofsen.
weigere, die Abordnung zu entsenden, bevor nicht Aussicht bestehe, zu einer Einigung zu gelangen. Als Henderson in der letzten Sitzung des europäischen Organisationsausschusses in Paris geweilt habe, habe er mit Briand einen Kompromißvorschlag ausgearbeitet, der jedoch von der englischen Regierung abgelehnt worden sei. Briand habe daraufhin einen neuen Vorschlag ausgearbeitet, den der englische Botschafter in Paris mit nach London genommen habe. Bisher habe sich die englische Regierung hierzu noch nicht geäußert. Die französische Regierung werde ihre Abordnung solange zurückhalten, bis eine zufriedenstellende Antwort aus London eingetroffen sei.
„Rot-Gow-Molett"
w«rden. Bei diesen fand man Sie die j Befreiung des Rotz betreffenden Anweisungen. Den
Staate Neu-Süd-Wales alle Steuern und Zölle zugunsten der Bundesregierung einbehalten werden, so daß praktisch die Regierung von Neusüdwales über kein Pfennig verfügen würde. In diesem Fall wird wahrscheinlich der verfassungsmäßig vom englischen König eingesetzte Gouverneur von Neusüdwales das Parlament mit der Begründung auflösen, daß es unfähig sei, den Staat zahlungsfähig zu erhalten, ein Schritt, der in der britischen Geschichte einzig dastehen würde.
Hessische Abendzeitung »
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Dir Flucht aus dem tschechischen Gefängnis
Prag, 14. April.
” Nach einer Meldung der Prager Abendzeitung, hat der kommunistische Stadtrat Max Rölz (nicht Hölz!) aus Falkensteiu in Sachsen, der vorige Woche verhaftet wurde, als er zusammen mit der kommunistischen Agitatorin Schmilhauer die tschechoslowakische Grenze zu überschreiten versuchte, am Sonnabend abend aus dem Eraslitzer Gefängnis entfliehen können.
Wie die „Prager Abendzeitung" zu berichten weiß, soll diese Flucht vorbereitet gewesen und von sächsischen Jungkommunisten, die sich vor dem Gefängnis versammelt hatten und dadurch eine Verfolgung unmöglich machten, gedeckt worden sein. Zwei von ihnen sind
Rom, 14. April.
Reichsinnenminister Tr. Wirth ist gestern vom Papst iw längerer Pridaiaüdienz empfangen worden mto har anschließend dem Kavdinalstaatsfekretär Pacelli einen Besuch abgestattet.
Der deutsche Botschafter beim Vatikan Tr. von Bergen gab zu Ehren des Reichsinnenministers ein Frühstück, an bem u a. der lateinische Patriarch von Alexandrien Graf Huhn und der Bischof von Erme laus icilnahmc«.
Frankreich ist böse
Di« Delegation für die Flottenbesprechungen hat Paris nicht verlassen.
Paris, 14. April.
Die Londoner Flottenbesprechungen, die am heutigen Dienstag wieder beginnen sollten, verlieren insofern an Interesse, als die französisch, Abordnung Paris überhaupt noch »icht verlassen hat und voraussichtlich in den nächsten Tagen auch nicht verlassen wird.
Pertinar erklärt im „Echo de Paris", die Verzögerung entstehe dadurch, daß man sich flanzösijcherjeits
i td. Berlin, 14. April. I
Ende dieser und Anfang nächster Woche werden bekanntlich die meisten Mitglieder des Reichskabinetts »vierer nach Berlin zurückkehren, und dann werden die innen- und außenpolitischen Beratungen wieder ihren Anfang nehmen. Auf außenpolitischem Gebiet wird, vor allem der Besuch des Generalsekretärs des I Völkerbunds Sir Erik Drummond in Berlin I interessieren, der Mitte nächster Woche hier eintreffen wird.
Drummond beabsichtigt, am 17. April zu Besprechungen mit dem italienischen Außenminister Graüdi nach Rom zu reisen und im Anschluß daran fährt er I nach Berlin, wo er am 22. April eintrifft. Er wird mehrere Tage hier bleiben. Es handelt sich bei dieser Meise um den üblichen Besuch, ioen der General-i sekretär vor jeder Tagung des Völkerbundsrates I beim Präsidenten der nächsten Ratsta- l gung abstattet. Bekanntlich wird Dr. Curtius, der schon in der Januartagung des Völkerbundsrates den Vorsitz führen sollte, damals aber mit Rücksicht auf die deutsch-polnischen Auseinandersetzungen einen Tausch mit dem englischen Außenminister einging, nun auf der Maitagung des Völkerbuttdsrates das Präsidium führen. Daraus ergibt sich die Rotwen- ih'zkeit, daß zwischen Präsident und Generalsetretär I
Reihe technischer Fragen über den Verlauf
/, der Ratstagung
erörtert werden. Vielleicht wird dabei auch über die Abhaltung 6er Abrüstungskonferenz gesprochen werden, von der bekanntlich noch nicht endgültig feststeht, ob sie in Genf stattfinden soll.
Der Außenminister Dr. Eurtius wird am Sonntag wtvder in Berlin sein, um an der Zentraworstands- lltzung der Deutschen Vvlkspartei im Reichstag teilzu nehmen. Int Anschluß daran wird er Gelegenheit zu Unterredungen mit Drummond haben. Voraussichtlich werden dabei auch andere Probleme, in erster Linie wohl
Personalfragen, behandelt werden, denn mit dem Ende dieses Jahres wird der Untergeneralsekretär beim Völkerbund in Genf Dusour-Feronce voraussichtlich in den Ruhestand treten, und man nimmt an, daß die Neubesetzung dieses Postens alsbald zwischen dem deutschen Außenminister und dem Generalsekretär besprochenwerden mutz. Von den politischen Problemen die auf der Maitagung des Vollerbundsrates zur Debatte stehen, diirfte neben Ser Berichterstattung über die polnischen Maßnahmen in der Minderheitenangelegenheit, vor allem der englische Antrag über die Besprechung der
deutsch-österreichischen Zollunion interessieren. In dieser Hinsicht rechnet man mit der Möglichkeit, daß in Genf ein Juristcnkomite eingesetzt wird, welches mit der Untersuchung »er staaisrechlli- chen Seite dieser Angelegenheit betraut wird, da die deutsche Regierung bekanntlich auf dem Standpunkte steht, daß eine politische Diskussion über diese Ange- legenheit nicht in Betracht kommt.
Der Reichskanzler wird am 23. April wieder in Berlin ointreffen. Er fährt vorher nach Trier und nach Esten und man rechnet damit, daß er in Essen Anfang nächster Woche eine politische Rede halten wird. Die Beschwerde, die der Stahlhelm gestern an den Stellvertreter des Reichskanzlers, den Michswehrminister Gröner, wegen angeblicher Behinderung des Volksbegehrens durch Mißbrauch der neuen Nowerordnung gerichtet hat, wird von der Reichskanzlei zunächst an das Rcichsin- n c n m i n i st e r i u m weitergeleitet werden, wo eine sachliche Nachprüfung aller Einzelheiten stattfinden • wird.
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MM Neueste Nachrichten
Sir Eric Orummond besucht Curiius
Von unserer Berliner Schriftleitung.
wu.leu ist, ungü-sstig ausi66t. Der Prozeß wird der • Befreiung des bent Bundesgericht innerhalb 6 Wochen stattfinden anderen Befrei und wahrscheinlich zur Folge haben, daß in dem | kommen. .
Vorgeschichte einer Revolution
Die Lage aus Madeira,
London, 14. April.
Die ersten zuverlässigen Meldungen über die Lage auf Madeira stammen von Reisenden, die nach England zurückgekehrt find. Danach bestehen für die Ausländer bis jetzt keine Gefahren. Mit Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und Aufständischen ist nicht zu rechnen, weil die aus Portugal zur Unterdrückung der Bewegung entsandten Truppen sofort zu
Neu Süd-Wales vor dem Bankerott
London, 14. April.
Der australische Staat Neu-Süd-Wales läuft Ge- fahr, seinen Bankerott anzusagen, lvenn das Urteil in dem sensationellen Prozeß, den die Bundesregie- ritng gegen ihn wegen Rückerstattung der am 1. April vorgeschoffenen Zinsenschuld von 557 515 englischen Pfund angestrengt hat, für ibn wie zu er-
Spaniens Zukunft
Zum erstenmal nach acht Jahren trat am letzten Sonntag das spanische Volk an die Wahlurne. Die Schatten trüber Jahre sind über die iberische Halbinsel dahingegangen. Im Herbst 1923 errichtete Prima de Rivera die Diktatur. Für lange Jahre blieb nun das spanische Volk ausgeschlossen von jeder Form der Mitregierung. Aber auch die Herrschaft des Diktators konnte die Unzufriedenheit einer ganzen Nation nicht bändigen. Die Diktatur hatte nach ein paar Jahren abgewirtschaftet. Vielleicht hätte die Monarchie auf dem Lande sich noch durchsetzen können, wenn gleich nach dem Sturze der Diktatur Wahlen ausgeschrieben worden wären. Die Revision der Ver - assung ließ sich nicht mehr umgehen. Man bequemte sich in Madrid schließlich dazu, für den 1. März 1931 die Corteswahlen auszuschieiben. Eine Geste, die ohne Wirkung blieb; denn dem Parlament war es von vornherein untersagt, an eine Ver- assungsresorm heranzutreten. Unter diesen Umständen verzichteten sämtliche Parteien mit Ausnahme der Monarchisten aus die Wahlbeteiligung. Die Folgen dieses einzigartigen Wahlstreiks: auf unbestimmte Zeit mußten die Corteswahlen „vertagt" werden.
Zugeständnisse an das Volk waren dringend notwendig. Die Regierung Aznar-Romanones sah sich deshalb veranlaßt, für den 12. April wenigstens die Kemeindewahlen auszuschreiben. Durch die Ein- Icholtung hee staatlich, n Machtapp nates glaubte mon einen monaechistischeu Wahlsieg zu erzwingen. Als Freiwilliger Bundesgenosse stand ihnen ja von vorn- jerein die Geistlichkeit zur Seite. Der spanische Klerus sieht sich mit dem Schicksal der Monarchie verkettet. Die Wetten an der.Wahlbörse in Madrid standen am Vorlage der Wahlen 26:24 zugunsten der Monarchisten.
Der Staatsapparat arbeitete glänzend. Ein ansehnlicher Geldfonds stand den Monarchisten zum Stimmenkauf zur Verfügung. Auf der anderen Seite hatten die Redner der Linken eine lebhafte Wahlpropaganda entfaltet. Besonders rührig zeigte sich die bürgerlich-republikanische und sozialistische Koalition, die in vielen Wahlkreisen gemeinsame Kandidaten aufstellte. Bei den spanischen Gemeindewahlen bestand Wahlpflicht. Jeder Spanier, der ohne stichhaltigen Grund der Wahl fernblieb, kommt in eine Tadelslifte und wird durch eine Steuer bestraft, wenn et ■ ein zweites Mal sich feinen Wahlverpflichtungen entzieht. Auf diese Weise gelingt es, das Volk vollzählig an die Urne zu bringen. Das Wahlergebnis vermittelt also einen vorzüglichen Eindruck von der Volksstimmung.
Das. spanische Volk ist in weite,, Kreisen der Monarchie überdrüssig geworden. Tas ist der Eindruck, den man von den vorliegenden Wahlergebnissen erhält. Gewiß, die Gemcindewah- len entscheiden nicht über den politischen Kurs Spaniens. Aber die politischen Auswirkungen dieser örtlichen Wahlen können nicht ausbleiben. Ein paar einzelne Wahlergebnisse feien hier ins Helle Licht gerückt: Im Madrider Stadtrat faßen bis jetzt vier Republikaner gegenüber 46 Monarchisten. Madrid Hai am Sonntag republikanische Gemeinderäte und nur 20 Monarchisten gewählt. In der Hauptstadt des Landes, in der Residenzstadt des Königs, errangen also die Republikaner einen stattlichen Sieg. Eine Mehrheit konnten die Monarchisten nur in wc- nigen spanischen Landstädten erringen. Selbst in €r= ten, wo die Geistlichkeit eine entscheidende Rolle spielt, wie in Vittoria, konnten die Republikaner von den 24 vorhandenen Gemeinderatssitzen 15 für sich gewinnen. Der niedere Klerus hat fick, so scheint es, zum erstenmal auf die Seite des unzufriedenen Volles geschlagen.
Tas Schloß von Madrid bewahren königliche Legionäre. Bei der Stärke der republikanischen Bewegung fürchtet man für das Leben des Königs. ;,n den Amtsstuben sitzen ratlos die Minister und lassen sich die Extrablätter bringen, die draußen auf den Straßen unermüdlich verkauft werden. Wenn die Monarchisten bei den Wahlen geschlagen wordcn feien, fo fei das auf die Diktatur und die schlechte Behandlung der Politischen Parteien zurückzusühren — so äußerte sich in der Wahlnacht Gras Roma- nones, Spaniens Außenminister. Auf alles war man in der Umgebung des Königs gefaßt gewefen, auf eine folche Niederlage nicht. Gilt die Empörung des spanischen Volkes nur der Person des Königs oder überhaupt dem monarchischen System? Die Frage scheint überflüssig in einem Augenblick, wo sich König Alfons vor die ernsteste Entscheidung feines Lebens gestellt sieht. Revolutionäres Ungestüm liegt dem stolzen, friedferiigen Spanier nicht im Blut. Umsturzpläne fanden bisher immer einen starken, volkstümlichen Widerstand. Freilich: Die 23 Millionen Spanier wollen an der politischen Gestaltung ihres Landes Anteil nehmen. König Alfons zeigte sich bisher taub gegenüber dem dumpfen Murren, das aus den Gassen der Großstadt zu den Stufen des Throns heraufstieg. Der König wird umlcrncn müssen — wenn es nicht dazu Henle bereits zu spät iss.
Paris, 14. April.
Wie Havas aus Madrid berichtet, herrschte gestern abend in der Stadt außergewöhnliche Erregung. An den Straßen manifestierten zahlreiche Personen unter Vorantragung einer republikanischen Fahne „Rot - Gold Biolett" und unter dem Gesang der Marseillaise. Die falsche Nachricht von der Abreise des Königs hatte große Zufriedenheit ausgelöst. Die Polizei versuchte zunächst nichts, die Demonstranten zu zerstreuen. Erst als die Ansammlung in die Taufende ging, schritten Polizei kräfte ein und schossen, nachdem sie die Volksmenge aufgefordert hatten, sich zu zerstreuen. Die Demonstranten liefen auseinander, jedoch sind mehrere Personen verwundet. Auch in Valencia fanden Kundgebungen statt, bei denen die Menge rief, der König sollte abreifen.
Nach den am Dienstag morgen in Paris vorliegenden Nachrichten aus Madrid ist es am Montag in Vigo zu heftigen Zusammenstößen zwischen Republikanern und Monarchisten gekommen, bei denen zwei Personen getötet wurden.
Vor Alfons" Rücktritt?
Paris, 14. April.
In gut unterrichteten Kreisen rechnet man damit, daß der Ministerpräsident bei seinem Heuti gen Besuche beim König das Rücktrittsgesuch des Kabinetts einreichen wird, »nd daß der König wahrscheinlich San Tiago Alba mit der Regie- rungsbildung betrauen wird. Es wird allgemein fcstgestellt, daß der Belagerungszustand in Spanien nicht verhängt ist, wenn auch eine gewisse Zensur in der llebermittlung von Nachrichten an das Ausland besteht.
Das Tagesgespräch in den Straßen von Madrid ist nur noch die Frage der Thronentsagung des Königs. Tie Madrider Agentur Fabra veröffentlicht eine Mitteilung, daß der König heu.e siüh I zu einem Minister, der mit ihm über die durch die Gemeindewahlen geschaffene Lage sprach, geäußert haben soll, es sei nutzlos, daß seine Freunde versuch ten, die Tragweite des Ergebnisses der Gemeindewahlen zu mildern. Er sei überzeugt, daß sich die gegnerischen Stimmen nicht gegen das monarchistische Regime oder gegen Persönlichkeiten die der Mon archie dienen, richten, sondern gegen ihil persönlich. Und weil er tatsächlich glaube, daß es sich I so verhält, sagte er, daß es seinem Gewissen entspräche, wenn er dieses Problem auf klare und end gültige Weise löse.
Ganz anders als die Meldung der spanischen Agentur lautet folgende Information, die der Ma- I drider Korrespondent der „Daily Slail'' seinem | Blatte gibt:
London, 14. April. Der spanische König hat dem I Berichterstatter der „Daily Mall" gegenüber gc-