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sehen. Es war so schön, sorgen zu dürfen. Und doch fehlte etwas, es war kein Ostermorqen.

Inzwischen fanden sich auch andere Gäste ein: der Fliegeroberst mit seiner Gattin, Notar Almanza nebst Familie und auch die Polin mit ihrer schönen Irene.

Die Herrschaften plauderten im offenen Pavillon unter den Riesenästen eines Ombu-Baumes. Es wurden Kaviarschmtten und Sekt gereicht. Thea vermochte der spanischen Unterhaltung noch nicht zu folgen und langweilte sich ein wenig, bis Neuendorfs es 'bemerkte und ihr vorschlug: »Wenn Sie wollen, gehn Sie ruhig zu den Kindern."

»Wie gerne!" und sie verlor sich im Park, wohin das Lachen sie schon lange gelockt hatte.

Diz Mädchen hielten scherzend den jungen Al- manza umringt, dem unter den Herrschaften im Pavillon nicht wohl gewesen war. Therese lehnt« an einen Baum und blickte mit dunklen Augen zu ihm hinüber. O nein, sie liebte Bernardino nicht, der mit den großen Mädchen lachen konnte! Sie hatte er geküßt? Es. sollte nicht noch einmal ge­schehen. und ihre Augen schimmerten feucht.

Georgette und Irene schwatzten in der holden Sorg­losigkeit ihrer Jahre. di« Kleineren spielte» mit dem Pony da ergriff Thea die erste Gelegenheit, die sich ihr bot, um endlich ein paar Minuten für ft1** zu haben und um zu wiflen, daß es Wirklich Ostern war. Als ft« ft* ins Haus geschlichen hätte, nahm sie aus der Tischlab« in ihrem Stübchen ein schmales Buch; und schlug jene Geschichte auf, für die Rembrandt so mystische Farben gefunden hat: .Spricht Jesus zu Maria Magdalena: Weib, was weinest du? Wen suchest du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weg­getragen. so sag« mir, wo du ihn hingelegt hast, so will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria!" In die' Wort wurde ihr leicht ums Herz, obschon di« deutschen Ostern fern waren mit dem vom Eise befreiten Strömen und Bächen, und deutscher Inner­lichkeit.

Strahlend unv lebensvoll erschien sie nach einer Weile im Pavillon. .Uns fehlte etwas, da wir Sie nicht saben"; Mamita nickte herzlich.

Don Jose Hochhäusler hielt ihr begeistert das Glas entgegen. .Rheinwein, liebes Fräulein; es rst ein deutscher Gruß!"

hat es nicht ausgebalten, er mußte die fest- liche Begegnung vor dem Mittagsm-chl erleben. Und sehn Sie nicht, wie eng Ihm wieder seine Schuhe sind?"

Die Gäste hatten ihr Behagen an dem harm­losen Frohsinn- in dem der alte Junggeselle schwelgte.

»Wenn Sie einen Mann bekämen, gnädiges Fraulern. der in sein deutsches Weinchen so verliebt wäre wie Don Jose? Dann würden Sie eifersüch- trg seinl"

.Solange alles hübsch maßvoll bliebe, ich glaubet nein. Man darf doch auch über so kleine Freuden, die uns beschert sind, einmal glücklich sein?"

Hochhäusler jubelte gerührt: .Ist das ein gescheh tes Mädel! Fräulein Thea oder wie Sie heißen, ganz egal: Sie müssen einem armen Menschen am heiligen Ostertage etwas Gutes tun: gestatten Sie ihm einen Kutz!"

Er blickte sie so kindlich bittend an.

.Aber gerne, Don Jose, warum soll ich Sie nicht glücklich machen, wenn ich kann?" und sie nahm seine behutsame Huldigung unbefangen entgegen.

Neuendorffs lachten, und die Gäste lachten auch. Hochhäusler aber beteuerte: .Das war noch schöner als der kostbarste Wein!"

Die Damen waren am Nachmittag froh, daß die Herren mit den Tlädels ausritten. Aber nur zu bald für die Ruhebedürstlisse ritt eine große Kaval­kade in den Park.

Herr Neuendorff war an der Spitze, und ihm zur Seite ein Herr seines Alters, der mit seinem ichmalen, durchgeMgten Gesicht, der eher zarten als robusten Gestalt etwas Besonderes an sich hatte.

Die Gesellschaft sprang aus dem Sattel, band die Pferde unter den Akazien neben dem Landhaus fest und folgte froh der Einladung zu einem Cocktail.

.Sehen Sie," und Neuendorff stellte Thea eine« Herrn vor, nachdem dieser die anderen Damen be­grüßt hatte, .das ist Herr Herzog, der große Spieler unter den Börsianern"; der also Vorgestellte hatte seine Augen prüfend auf die blonde Erscheinung gerichtet und lächelte.

.Was soll man anderes fein, wenn man kein ».andhaus besitzt wie unser Freund hier, und keine so reizend« Mamita und so liebe Mädels."

Thea half Herrn Neuendorff den Cocktail zu ? ber^<16 dies Amt wie immer mit feier­licher Wichtigkeit.

.Nehmen Sie sich vor Herzog in Acht. Er setzt sein J^ebert für einen durchdachten Börsencoup, das betrifft leider uns; er wagt es erst recht um eine schone Frau, und das geht Sie an."

Thea stimmte in seine Heiterkeit ein. -Ich stehe doch _UTUer Ihrem Schutz?"

»Soweit man Sie schützen kann!"

(Fortsetzung folgt)

Schöne weiße Zähne

durch den täglichen Gebrauch Ihrer Thlorodont-Zabiwafte reicht habe. C. Reichs, Sch.... Man verlange nur die echte Hib°NPr.W>S0Pf,Md »eile jeden

Meile Zi-i. Sei tage

Kasseler Neueste Nachrichten

Montag, 13. April 193!

unter grauen Wolken.

Gläser.

man sich hindurchgewunden hat, kann man Darmver­schlingung haben, die jedoch zu heilen ist. Denn in der Stadt wird ein köstlicher Gerstensaft verabreicht, in Hohlgemäßen solchen Umfanges^ daß man kleine Kinder darin baden könnte.

Weiter fahren wir, durch Sonne und Wind, Wil­dungens vornehmste Straße hinauf, in den Wald, wo di« Chaussee schauderhaft wird und das Land immer schöner. Am blauen Himmel segeln dicke Wolken­ballen über die breiten Rücken der Waldberge. Tan­nendunkel dehnt sich links endlos in die Tiefe. Schneereste verstecken sich noch vor der Sonne. Eine Sauherde schmatzt behaglich auf einem kahlen Acker rätselhafte Dinge.

Wir klettern immer höher, zwischen die Wälder hinauf. Einmal, vor Frankenau, ist der Boden vio­lett vor Heidekraut. Hinter Frankenau geht der Blick weit über das Hochland bis zu fernen, dämmerigen Bergen. In einem stillen, grünen Tal sehen wir uns plötzlich vor Frankenberg, dessen Kirchlein sich vom höchsten Punkt der Höhe in den Himmel- reckt, von Schwalben umsegelt. Zum Rathaus muß der Wagen auch hinaufklettern. In der steilen Straße rollt ein Knirps mit einem Loch in der Hose einen großen Ball Abwärts. Das Rathaus hat teils Fach- Werk, teils einen Schieferpanzer, und Türmchen, so­viel nur draufgehen. Vorn, unter der flammenden Uhr steht die Justitia, auch sonst entdeckt man allerlei geschnitzte Figuren. Das Rathaus scheint von be- dächttgen Leuten erbaut, die wissen, was schön ist und dte auch einen Spaß verstehen.

Rasch geht es dann mit der Eder bis zum Anfang des Sees. Dann biegen wir ins Ittertal ein, ein grünes, vielgewundenes Tal, mit stets neuen Ueber- raschungen seiner Schönheit in jeder Kurve. Plötzlich sitzt-eim-brauneS Tier neben dem Graben, wir stau­nen. es ist ein Bär, der sich trübselig die Pfoten besieht. Die Besitzer, fahrende Leute, sind nicht weit. Zehn Minuten nachher sehen Wir noch einen Petz ver­drossen hinter einem Wohnwagen hertrollen, und Yann noch einen dritten, der ein ebenso mieses Ge­sicht macht.

Der Himmel hat sich nun ebenfalls wieder zu einer traurigen Miene entschlossen. Nur noch ein bronzegelb glühender Fleck liegt zwischen den Wol- ken. Dann wird es rasch trüb und dunkel. Wir müs­sen uns mit den Scheinwerfern durch Dunst und Dunkelheit tasten. Ein dünner Regen setzt ein. Der Wagen hopst gleichmäßig brummend seine löchrige Straße über Arolsen und Wolfhagen nach Kassel. Der Tag fing trüb an und hörte trüb auf, aber am Nachmittag hatten wir wenigstens Sonne. Und wir hatten uns einen ganzen Tag aus papiervergrabe­nem Dasein gerettet, sodaß das Land auch schön war

Fahri ins Graublaue

Große Runde um den Edersee.

Oie wichtigste Frage der Zugendhygiene:

Ist das Gchulhaus einwandfrei?

Hygienischer Fortbildungskursus für Lehrpersonen

Morgens bei der Abfahrt war der Himmel mit grauen Wolken verhangen. Auf dem nassen Asphalt der Landstraße spiegelte sich alles, was darüber stand und fuhr. Die Aecker waren meist noch braun und botn Pflug krisch aufgebrochen. Aber hier lag schon ein gleichmäßiger Sammet grüner Spitzen auf dem Feld, dort sah man die junge Saat in Büscheln saf­tig sprießen.

Wir fuhren rasch, nach Süden, und dte Landschaft lag melancholisch unter dem grauen Himmel, gegen den die Bäume wie mit Tusche gezeichnet standen. Es kam einem alles so still vor. Hinter Kirchbauna war­tete eine übermooste Steinbank unter einem grotes­ken, verwachsenen Baum auf einem kleinen Gras­platz am Waldrand auf Besuch. Sie wird noch war­ten müssen, denn bei diesem Wetter steckt man zu­hause die Beine unter den Tisch Die Langen Berge drüben zeigten in dem Dienst nur eine graue, kulis- senhafte Silhouette.

Doch als wir weiter fuhren, an der mattenbedeck- ten Felskuppe bei Hol,Hausen vorbei, mit dem aben­teuerlich geformten Scharfenstein bei Gudensberg schon im Blick, wurden drüben über den Langen Bergen die Wolken an einer Stelle etwas dünner, und ein silberner Schimmer fiel durch den Dunst, das Braun der nackten Aecker gewann ein zartes Gelb, das Grün der Fluren erhielt etwas Metalli­sches. Das war weit drüben, und wir fuhren noch über die nasse Straße, auf die schlammige Seiten­wege mündeten, über die die Telegraphendrähte als langweilige Striche hinzogen und an deren Rand kahle Bäume komisch und traurig standen.

In Gudensberg spielten vor dem Rathaus ein paar Kinder hingebungsvoll in einem gelben Sand­haufen. In Werkel hatten sich die Störche wieder cingefunben und blickten von ihrem hohen Standort bald hinüber ,um schiefen-Kirchturm, bald hinunter auf die Straße. Inzwischen war rechts drüben der sreundliche Lichtschimmer immer breiter über die Felder geflossen, daß die weißen Häuser der Dörf­chen nur so blitzten. Zwischen den Wolken gab es schon blaue Löcher, als wir in Fritzlar einsuhren und durch die Beschaffenheit des Pflasters gezwungen, allen Fritzlarerinnen zunickten, was wir aber auch sowieso getan hätten.

Hinter der Stadt bogen wir rechts ab ins Eder­tal. Gemächlich und bimmelnd kam uns der Erpreß entgegen, unsere Hast verspottend. Das Stadtbild von Fritzlar flog rasch vorbei, plötzlich war die Sonne da und ein langatmiger Wind. Der Wagen schoß bald in die Allee hinein, die nach Wildungen führt und zwischen deren Bäumen hindurch man auf das Schloß und das Gewürfel der Häuser steht wie durch die Fenster einer Galerie. Vor Wildungen ist eine schreckliche, vielfache Kurve zu passieren. Wenn

sich gehaltene Lonnenvorhänge zu empfehlen. Die Wände müssen hell gestrichen sein, unter allen Um­ständen mit Del» oder Kaseinfarbe. Bei der Vertei­lung der Plätze an die Kinder ist darauf zu achten, daß die Bänke den Körpermaßen entsprechen, weil an­dernfalls mit Gefundheitsschädigungen zu rechnen ist.

Für die Beheizung ist das Ideal die Sammel- herzung. Wenn die Heizkörper verstauben und der Staub verbrennt, wird die Atmungslust verderben. Dieser feine Staub bildet einen gefährlichen Krank­heitsvermittler. Bei Defen mutz der Rauch gut ab­ziehen. Es ist gut, wenn das Feuerloch außerhalb des Schulzimmers liegt.

Wichtig ist die Entlüftung der Zimmer, in den Pausen ist für Gegenzug zu sorgen, während des Sommers für Auskühlung des Nachts. Papierkörbe und Spucknäpfe müssen hinreichend vorhanden fein, die Luftkanäle funktionieren.

Jgr. Für die Gesundheit unseres Volkes kann nie zuviel geschehen. Da die gegenwärtige Zeit Anforde­rungen stellt, die fast über unsere Kräfte gehen, ist es das erste Gebot der Selbsterhaltung, alles an die Ge­sunderhaltung unseres Volkes zu fetzen.

So selbstverständlich es ist, daß mit der Erziehung zu gesundheitlicher Lebenshaltung schon bei den Kin- "5rt! begonnen werden muß, so schwierig und so viel- faltig ist diese Arbeit auch. Die Borträge des hygie­nischen Fortbildungskurses für Lehrpersonen, die heute morgen tn der Gastwirtschaft zum Ständehaus began­nen, gaben ein Bild hiervon.

Der Kursus wird gemeinschaftlich veranstaltet vom Landeswohlfahrtsamt, auch im Auftrage des Landes- ausichuffes für hygienische Dolksbelehrung, von der Negierung Abteilung Schulverwaltung _ und vom

^etn I*1?,6*8 Bekämpfung des Alkoholismus.

Zur Eröffnung bemerkte Landesrat Häring, daß «te hygienischen Maßnahmen nur bann wirksam durch­geführt werden können, wenn sich genug Helfer finden. Jieben den Eltern find in erster Linie die Lehrer dazu berufen. Schulrat Gönn ermann, der den Vorsitz der Tagung führt, dankte den Lehrern und Lehrerin- nen dafür daß sie einige Tage ihrer Osterferien auf ihre Fortbildung verwenden wollen. Er dankte ferner dem Landeswohlfahrtsamt und»Landesrat pär'ng, die sich um das Zustandekommen der Tagung bemüht haben.

Praktische Fragen der Schulhygiene erörterte Johann Kreismedizinalrat Dr. Hallen- berger derart, daß er im Geiste feine Hörer einen Rundgang durch eine ländliche Schule machen ließ, denn tn den ländlichen Schulen ist noch mehr zu tun

>n ^den städtischen. Dr. Hallenberger wünschte zu­nächst, dag die Schule nicht an der Hauptverkehrsstraße liegt, wegen der Verkehrsgefahr und der Störung des Unterrichts, und daß der Schulhof weder bei Trocken- heit '"Staub gehüllt noch bei Nässe in Schlamm ver­wandelt rst. Bafaltfplitt liefert einen guten Grund. Da- Kind muß mindestens 5 Quadratmeter Raum baßen, und nicht nur einen kahlen Platz, der womög- sich noch mit Holzscheithaufen belegt ist, wo leicht Un-

v"rkommen. Der Hof der Kinder muß gegen den Wirtschaftshof des Lehrers wirksam abgeschlossen sein. Man solle immer daran denken, daß der Gemeinde eine Haftpflicht obliegt.

. Ein trübes Kapitel bilden die Aborte, die meist in ben ländlichen Schulen zu dunkel und zu eng sind. Die -Reinigung Wird oft nur dann vorgenommen, wenn eine behördliche Besichtigung droht. Man muß ver­langen, daß mindestens einmal wöchentlich der Abort gründlich gereinigt werde, um Infektion der Kinder zu vermeiden. Das Häuschen soll mit einem weiter*

, geschützten Gang mit dem Schulhaus verbunden sein. Die Gruben müssen sicher.und dicht abgedeckt sein.

Das Schulhaus muß immer iaftaud fein.

Die Lehrerwohnung ist möglichst vom Schulhaus zu trennen. Die berühmten Kratzroste vor den Schultüren dürfen nicht $u Fallen werden, ausgetretene Treppen­stufen bilden für die temperamentvolle Jugend eine ständige Gefahr. Schon der Dorraum der Schule muß nett, hell und sauber sein, die Flure- und Treppen ebenfalls. Die Kinder sollen in freundlicher Um­gebung aufwachsen.

In den Schulzimmern

soll die Tür nach außen aufgehen. Auch das Schul­zimmer ist hell, heimlich und luftig zu halten, was der Arbeitsstimmung von Lehrern sowohl wie Schülern zugute kommt. Die Zimmer sollen mindestens 3,20 Meter hoch sein und jedem Kind 1 Quadratmeter Platz bieten. Die letzte Bank soll nicht weiter als 6 Meter von der Tafel entfernt sein, damit dir Kinder ohne lleberanstrengung der Augen lesen können.

Das Licht darf nur von links einfalle«. Künstliches Licht ist zu vermeiden.

Direkte Sonnenbestrahlung ist schädlich. Westlage bei Schulzimmer ist am besten. Auf jeden Fall sind rein-

Die Ueberkleider der Kinder gehören nicht in das Schulzimmer,

sondern auf die Flure, im Interesse einer gesunden Atmungsluft. Auf gründliche, tägliche Reini­gung der Schulzimmer ist größter Wert zu legen. Geölter Fußboden erleichtert dies.

Viele Schulen sind in der glücklichen Lage, ein Bad zu besitzen. Hier ist für richtige Luft- und Wassertem­peratur zu sorgen. Es wäre zu wünschen, daß alle Schulen über ein Bad verfügen,

mindestens eine zulängliche Wascheinrichtung, statt der unhygienischen Handtücher gibt es heute be­sondere Fönapparate. Bei den Trinkwassereinrichtun­gen find die gemeinsamen Becher zu entfernen.

Vor allem muß der Lehrer die Kinder zu Sauber- leit erziehen. Schmutz führt zu Stumpfheit. Auch auf Gesundheitsstörungen muß der Lehrer die Kinder be­obachten und nötigenfalls für ärztliche Behandlung sorgen. Manches Kind kann so vor einem lebensläng­lichen Leiden bewahrt werden. Auch die geistige Aus­bildung wird besser vorwärtsgehen, wenn das Kind gesund ist. Der Lehrer kann fich so unendlichen Dank erwerben.

Kreismedizinalrat Dr. Hallenberger legte mit diesen Ausführungen den Grund zu allen anderen Vorträ­gen. Lebhafter Beifall und zustimmende Worte Schul­rat Gonnsrmanns dankten ihm. Einzelheiten gaben Anlaß zu lebhaften praktischen Erörterungen.

Wettervoraussage bis Dienstag abend:

Wieder vielfach aufheiternd, trocken, nachts frssch, tagsüber mäßig warm, Zunahme nördlicher, später östlicher Winde.

Wohl» gebe« wir em Dienstag?

Steetsibeater:Sauft* I. und II. teil, 18 U6r.

Kleines Theater:Der Ar,t am Scheideweg", 20 Nbr.

Stadtpark: Silmoortrag Ctieringenieur Dieser (Hannover) Svalvard", Norwegen, Island. Spitzbergen. 17.80 und 20.30 Uhr Heinz Klein! in ..Meinfte, datz Anton sich richtig benimmt?*, 20.80 Uhr.

Palaft-Tbeater: Bühnen-Gastspiel der Leipziger Weber» Sänger mit 8 verschiedenen Darbietungen: Film Donnerwetter, Manin Banks!".

Caoitol-Lichiiviele: Charlie Chavlin inLichter der Grob»

stabt*.

Cbagalla-LIchtfviele:Der König der Vagabunden".

Univerinm-Ltchtwiele:Die Dreigroschenoper*.

Uta-Tbeater:Grvck".

Me'rovol-Tbeaier:Trot Sa".Herzen ohne Ziel".

Helieuland-Perle: Kabarett / Tanz, 16 und 20 Uhr.

Landcsmuleum sWilh. Platz): Lichtbitber-BortragJammer» tage an der deutschen Wasserkante* IHeff.-Wald. ®e» btrgsDerein); M Uhr.

Enaug. Bereiusbans: Konzert auf 2 Klavieren. Ludwig Kaiser, Richard Langs, 20 Uhr.

Heute, Manta«:

Stadtballe: Konzert des M. G. 8. Srvbssnn-Sassel unter Mitwirkung des Berliner Bokal-Terzette», 20.15 Uhr. Murbardfaal: Konzert Heinrich Ziehe-München lBloliue). Ulrich Seliger (Klavier), 20 Uhr.

Landesmnfenm (Wilh. Platz): AursteilungWag aus Knipsbildern gemacht werden kann" (Photo-Svezial. Haus Karl Geis). 919 Uhr.

Das vierte Gebot". Wie uns zu unserer gleichen Notiz der Vater mitteilt, hpt ihn nicht fein Sohn geschlagen, vielmehr ein Fremder, der mit dem Jungen einen Streit hatte, den der Vater schlichten wollte.

Feuer bei Gudensberg

Brand im Jntereffenirnwald.

In den Nachmittagsstunden des Freitag läutete« bie (Mocken Feueralarm. Jim Gudensberger Stadt» Wald nahe bei Niedenstein war ein Waldbrand aus» gebrochen, welcher sich durch eine mächtige Rau<y- enitoidliung dem Auge bemerkbar machte. Ein Om­nibus der Kleinbahn A.-G. beförderte sofort einen Trupp Rettungsmannschaften nach dem etwa 15 Kilometer entfernten Brandorte, wo im Verein mit Waldarbeitern und Niedensteiner Bürgern dte größte Gefahr beseitigt wurde. Den Flammen sind etwa 45 Morgen junger Aufwuchs und Anpflan­zungen zum Opfer gefallen.

Motorrad gegen Lastkraftwagen

Zwei junge Leute schwer verletzt.

In Hembsen bei Warbura versuchten zwei jugend­liche Motorradfahrer kurz vor einem Lastkraftwagen dte Straße zu überqueren. Das Motorrad kam je­doch bei einer schnellen Wendung ins Schleudern und geriet unter den Lastkraftwagen. Die unglück­lichen Fahrer wurden Überfahren und mutzten schwerverletzt einem Krankenhause zugeführt werden. Das Motorrad wurde vollständig zertrümmert. Die Schuld trifft die Ueberfahrenen selbst, da sie nicht in genügendem Matze der Verkehrsarduuna geachtet hatten.

Nehmt dte Kinder von der Straße!

Born Auto überfahren und getötet.

Wie sehr unbeaufsichtigt auf den Straßen spie, lende Kinder durch den Autoverkehr gefährdet sind beweist folgender Vorfall tn Ottbeigen bei Warburg. Das sechsjährige Kind des R-eichsbahnvediensteten Lücke spielte mit Nachbarkindern auf der Straße und lief in einen Kraftwagen, bevor der Führer brem­sen konnte. Das Kind wurde überfahren und war auf der Stelle tot.

Tödlicher Verkehrsunfall

Bei Gersfeld (Rhön).

Ein tödlicher Berkehrsunsall ereignete sich aus der Dtrahe Unterweitzenbrunn-Bifchofsbelm. '-Beim Ueberqueren der Straße wurde der 16jährige Willi Kuhn aus Bischofsheim von einem Auto erfaßt und stürzte so unglücklich, daß die Räder über ihn bin» woggingen. Er starb bald nach dem Unfall..

Roman unter Deutschen in Argentinien von HANS DITTMER

Mit chtcm Mal wandte Tita ben Kopf, schaute ihr rasch in bie Augen und begann bitterlich zu wei­nen. Die barg das Gesicht in Theas Schoß, und die Schultern zitterten von verhaltenem Schluchzen.

»Ich Weitz ja selber nicht, warum ich so unruhig bin. In der Schule, die andern Mädchen, erzählen sich hundert D'nge, die ich nicht verstehe. Ich will auch grotz sein, ich gehöre doch zu ihnen. Warum ist alles so geheimnisvoll? Mer bei Ihnen bin ich glücklich," und sie umschlang sie.

Es war dunkel geworden. Am Ende des Park- Weges schimmerte das Licht des Hauses. »Mein Kind, das ist kein Grund zu weinen. Bin ich nicht deine große Freundin? Und alles ist schön und freundlich, die Unruhe liegt ja nur in dir. Frag. Tita, wenn du etwas nicht verstehst. Wie gerne sag ich dir alles."

Das erschütterte Mädchen bedeckte ihr Gesicht mit Küssen.O Fräulein Schwarzenberg, zu Ihnen kann man reden. Sie trösten Immer so schön."

»So sag mi- also, was dir auf der Seele brennt."

Das Mädchen »ögerte. »Vor einiger Zeit. ich hier im dämmrigen Garten vom Pferd stieg, hat mich Bernardino festgebalten und geküßt. Nun schäme ich mich so vor meinen Eltern und kanns doch nicht sagen."

»Hast du ihn lieb, kleine Tita?"

»C*,* und die schwarzen Augen strablten im Dunkeln,ich weiß es nicht, aber ich konnte nicht fortgekm, Fräulein Schwarzenberg."

»Schlug dir hinterher das Gewissen?"

Taz Mädchen fdnittelte den Kopf.Es war ja nur ein Kuß, und mein Herz so rein wie die Sterne am Himmel."

»Tann reg' dich nicht auf, es ist doch lieb und gut. Es ist nur ein wenig zu früh, mein Kind. Zu­erst müssen wir reife Menfchen sein, bis uns je­mand so lieb haben darf. Es hat alles Sinn im Leben."

«Hat dich schon je einer lieb gehabt?"; das Mäd­chen mit den glühenden Wangen sagt« im Eifer: du.

»Mich mochte wohl keiner, Ttta."

Wer das glaubt!" und Tita war voll Abwehr: so schön und gut wie du. Fräulein Schwarzenberg. Und wenn zu dir nun einer käme und wollte dich lieb haben?"Sie blickte das feurige Kind voll Rüh­rung an. »Wenn ich seine Seele liebhaben kann, bann wollte ich ihm wohl gehören und für immer. Verstehst du es nun, Kleines? Erst muß man er­wachsen sein, dann darf man auch lieb haben, wenn

man einen reinen Menschen findet. So frag mich nur immer, wenn du mit deinen Gedanken nicht wei­ter findest."

»Wie gerne, Fräulein. Erzähl' nur den Eltern nicht, was ich dir verraten habe."

»Warum nicht. Ach. sie sind doch aut. Aber wenn es nicht fein soll ... Wer dafür wirst du mir auch immer alles sagen."

In den Lichtschein, am Ende des Pavkweges, trat ein Schatten.Tita, Tita!" Und das glückliche Mäd­chen gab- jubelnd Antwort: »Wir toturnen!"

Der Himmel Über ihnen war eine dunkelblaue Seidendecke. in die silberne Blumen gestickt waren.

»Wie schön, daß ich dich habe Fräulein S«Avar- zenberg"; sie preßte sich an sie mit der ganzen In­brunst ihrer Jugend.

Der Ostersonncchend war den Kindern voll ge­heimer Erwartungen während die Damen zu tun hatten, um für den kommenden Tag alles vorzuberei­ten.

Thea und Neuendorff schlichen in der Osterfrüh« in den Park, um Eier zu verstecken. Es geschah zwischen Palmen und Rosenstöcken, die noch in voller Blüte standen, in Apfelsinenbäumen und Kakteen. Dann kamen die Mädel, und der Jubel schallte wie aus deutschen Kinderherzen. Aus der Ferne klang nun auch eine Glocke, aber es war nicht das orgelnde Dröhnen deutscher Kirchenglocken. sondern ein me­tallisches Gebell von großer Aufgeregtheit.

Herr Neuendorff sog die sonnendurchblühte Stille förmlich in sich ein.Wenn man auf bei Börse so gehetzt ist, die ganze Woche lang, ist das eine Wohl­tat hier."

Mamita erging sich unter den Palmen vorm Haus gestützt auf den Arm ihrer Aeltesten. Die warme Zeit hatte ihre Genesung vollendet. Sie blühte auf in dem sanften Osterlicht das durch die Palmenwedel rann. »Wirst du nicht müde sein, wenn unser« Gäste kommen?"

O nein, sie freute sich auf den Besuch und fühlre sich stark.

Da glitt bas erste Auto aus her Allee, und ein Freund erschien, die Arme Voll seltener Rosen.

Herr Hochhäusler stammte aus dem lieblichen Moseltal unb hat baher ein etwas rosiges Gesicht. Aber er lehnt« eine mögliche Gedankenverbindung immer aufs neue ab. In feinet Jugend sei ihm durch ewig drückende Schuhe daS BÄtt zu Kops ge­trieben, davon die Räte.

Thea eilte -ms Lmus, um nach dem Rechten z«