CDochenbeflage < der Kasseler Deuesten Dachdcbten
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die Jrau
Dummer 65
IDontag, den 15. “April 1951
Säuglinge „am laufenden Band“
(Ein IDusterinstitut für die CDissensdiaft oom Kleinkind
fonat besetzt. An den 71 Aerztekursen nahmen 2000 Menschen teil, weitere 3500 an Spezialkursen und Studienfahrten. Man stellte Lichtbilder her und hat sie 19000 mal verliehen und weitere 14 000 verkauft. Von den verschiedenen Merkblättern, ist allein das die Heilung der Englischen Krankheit betreffend in 17 Millionen Exemplaren abgegeben worden.
C. S. Berlin, Ende März.
Ein Veilchen, das wirklich im Verborgenen blüht, ist trotz seiner Größe das „Kaiserin Auguste Viktoria- Haus" zu Berlin, das gleichzeitig als Reichsanstalt zur Bekämpfung der Säuglings- und Kleinkindersterblichkeit dient. Schon ehe man es erreicht, hat man einen Kampf mit dem Chauffeur zu bestehen, denn die Frankstraße kennt in Berlin kein Mensch, und bevor man sie findet, muß man an einer Reihe von Gebäuden und großen Einfahrttoren vorbei, die sich alle dadurch auszeichnen, daß vorn ein Schild mit den Worten „Eintritt verboten" hängt
^Anfang des Jahrhunderts hatte die Kindersterb- lichkert in Deutschland einen Höhepunkt erreicht und betrug ungefähr 25 Prozent. Das heißt von 100 Lebcndgcborenen starben 25 vor Erreichung des ersten ^.cbenszahres Als es sich darum handelte, eine An- zu schaffen, in welcher sämtliche Fragenkomplexe der Fürsorge für Mutter und Kind auf Grund von Versuchen am lebenden Objekt gelöst werden sollten, Mft-te die damalige Kaiserin Auguste Viktoria 2,5 Millionen Mark von dem Gelde, das die Bundes- staatcn und deutschen Städte dem Kaiserpaar anläß- hmten "^1 Silberhochzeit als Geschenk überreicht
Der Präsident der Reichsanstalt, Professor Dr. Längstem, hat die Liebenswürdigkeit, mich zu empfangen und einige Stunden durch das Institut zu füh- ren, das sich zur Ausgabe gemacht bat, ein ganzes -bolt nnt den Regeln der Säuglingshygiene bekannt zu machen.
, «Wir haben hier kein Säuglingsheim", sagt Professor Längstem, „auch kein Säuglingskrankenhaus, sondern wn sind eine Forschungsanstalt mit Hör- salen, wo die Schwestern ausgebildet, die Aerzte unterrichtet, die Mütter und Mädchen belehrt und ausgeklärl werden. Das Geheimnis unseres Erfolges ist, die natürlichste Ernährung und sauberste Pflege des Kleinkindes.
. i^anze Stockwerke der verschiedenen Gebäude sind mit Laboratorien angesüllt, mit chemischen, bakterio- logischen und Rontgenzimmern Der Zweck der Anstalt ist alfo nicht, daß hier Kinder geboren werden, sondern man benutzt sie als Mittel züm Zweck, näm- , Studium der Kinderkrankheiten und zur Volksbelehrung auf breitester Grundlage Die Erfolge r!^^.^^^rdentlich. In Deutschland ist die Kinder- sterbllchkelt von 25 Prozent auf 8 Prozent herabge- ~löt iiefe 8 Prozent kommen fast aus- L^lrch auf Todesfälle von Frühgeburten. Im „zahve 1908, als die Anstalt ins Leben gerufen wurde, war man davon überzeugt, daß hauptsächlich falsche an,t)er «roßen Kindersterblichkeit die Schuld trage. Heute weiß man, wie man Kinder ernähren und aufziehen mutz, und so kommt es, daß von den 22 000 Kindern, welche bisher die Anstalt durchliefen, kaum ein halbes Prozent gestorben ist.
Die, Belegschaft beträgt ungefähr 1500 Kinder im für die 65 Schwestern zur Verfügung stehen. ^>n der Infektionsabteilung liegen durchschnittlich immer 27 Kinder, die meist an Masern, Scharlach, Keuchhusten und Diphtherie leiden. Versuche mit einer Baracke, in der 35 bis 40 Kinderbetten ausgestellt werden können, haben sich bewährt, auch hat man gute Erfolge mit der Freiluftbehandlung erzielt. Tuberkulöse Kinder zum Beispiel legt man im Sommer auf eine offene Veranda und läßt sie dort ein ganzes Jahr liegen. Tag und Nacht im Freien, auch im Winter. Ich sah drei Kinder im Alter von 5 Monaten, die mit Pelzhandschuhen und Wollmützen im Freren lagen, mit roten Backen, während die Schneeflocken gegen die vor ihren Betten aufgespannte Zeltbahn prasselten. In der Wöchnerinnen- und Schwgngerstation werden jährlich 150 bis 180 und Frauen ausgenommen und von ihnen 144 bis 174 lebende Kinder zur Welt gebracht. Acht Zangengeburten, 10 Steitzgeburten, eine Gesichtslage und ein Fall von Eklampsie ist hierbei der Durchschnitt. Aus 364 Neugeborene kamen in den letzten zwei Jahren drei Totgeborene und sieben Frühgeburten. Im Ganzen sind 158 Frühgeburten registriert, von denen 77 starben, während 81 leben blieben. Eine andere Statistik besagt, dah sich unter 188 Kstabeu und 182 Mädchen, die innerhalb eines Jahres zur Welt kamen, 6 Zwillinge und 3 Totgeborene befanden. Das höchste Gewicht betrug 5300 Gramm, das niedrigste 800 Gramm! In der Säuglingsabteilung sah ich ein Zwillingspaar, dessen Mutter bei der Geburt, gestorben war. Jedes der Kinder kam mit 800 Gramm zur Welt. Jetzt, nach "5 Monaten, haben die beiden immer noch nicht ihr Normalgewicht erreicht. Eine Schwester hielt die Kleinen hoch. Die Köpfchen sind so grotz wie ein Handteller, und man will es nicht glauben, datz es sich um menschliche Wesen handelt.
Die Heilerfolge bei den kranken Kindern sind sehr gut. Von 152 an Scharlach Erkrankten starben nur 3, von 80, die die Masern bekamen, 4, von 160 mit Keuchhusten Behafteten 18. Die höchste Sterblichkeit ist bei den von syphilitischen Eltern stammenden Säuglinge. Hier konnten von 31 nur 15 gerettet werden. Bevor ein Kind ausgenommen wird, kommt es in die Beobachtungsstation. Hier liegt jedes in einer vollkommen abgeschlossenen Box, aber in die Wände ist Spiegelglas eingelassen, so datz man von drautzen her alle Betten gleichzeitig übersehen kann. In dieser Beobachtungsstation, die als Jnfektionsschutz dient, bleiben die Kinder solange, bis man weiß, datz sie keine ansteckenden Krankheiten einschleppen werden. Die Zimmer sind so angelegt, datz sie, zwei Fenster und daher möglichst lange Sonne haben. Nachmittags werden die Betten umgestellt.
Heute ist man so weit, daß man die Kindersterblichkeit auf ein Minimum hertbdrücken kann, da die meisten Kinder nur dadurch sterben, daß viele Mütter einer richtigen Ernährung und Behandlung gegenüber gleichgültig oder abgestumpft sind und oft eine schreckliche Indolenz zeigen. Frauen und Mädchen, die zu Hause nicht entbinden können, werden ein bis zwei Monate vor der Entbindung ausgenommen und mit leichten Arbeiten beschäftigt. Wenn sie sich nach der Entbindung als Ammen zur Verfügung stellen wollen, können sie noch einige Wochen im Hause bleiben.
„Die Mütter sollten nach Möglichkeit 6 bis 9 Monate stillen" sagt der Professor. „Fast jede Mutter kann stillen. Von den 7000 Frauen^ die in den 23 Jahren bei uns entbunden haben, hat jede gestillt. Flaschenkinder sind jeder Krankheit gegenüber stärker gefährdet als Brustkinder. Daher sorgen wir dasür, daß wir immer Ammen zur Verfügung haben. Brustmilch verdirbt nicht, wohl aber Kuhmilch, die nicht kalt gehalten wird."
Frauen und Mädchen, die sich unterrichten lassen wollen, erfahren in wöchentlichen Kursen das Nähere. Man sagt ihnen, daß "ein Säugling täglich nicht mehr als einen Liter Milch bekommen soll, daß Fieber, Durchfall und Krämpfe niemals vom Zahnen her
rührt, wie von Laien vielfach behauptet wird, denn Zahnkrankheiten gibt es bei Säuglingen nicht. Der Englischen Krankheit dagegen sind fast alle Kinder mehr oder weniger ausgesetzt. Sie beginnt im 4. bis 6. Monat mit Kopfschweiß und Unruhe und endet damit, datz die kalkarmen Knochen weich werden und ihre Festigkeit und Form verlieren. Die Folgen sind Verkrümmung der Glieder, ausgetriebene Gelenke und Wirbelsäulenverkrümmung. Die Hauptursache ist.Mangel an Licht und Sonne. Daher dem Kind den hellsten Platz der Wohnung und keine Vorhänge vor das Kinderbett! Besonders gefährdet sind die Frühgeburten, die Zwillingen und die Kinder, welche im Herbst und Winter zur Welt kommen. Brustkinder sind gegen die -Englische Krankheit ziemlich gefeit, dagegen ist Ueberfütterung unter allen Umständen schädlich.
In der Abteilung zur Aufzucht frühgeborener Kinder werden die kleinen Würmer mittels Pipetten ernährt. Das sind eine Art Füllfederhalter, mit denen ihnen 25 mal am Tage tropfeniveise die Milch eingeflößt wird. Es gibt Kinder, die anfangs nur 50 Gramm am Tage trinken. Später wird für sie in der Diätküche nach Kalorien gekocht. Dort stehen reihenweise die Flaschen mit Milch, Säften, Malzkaffee, Malzsuppe und Buttermilch. Jede Flasche hat eine Nummer jedes Kind auch.
Die Aufgabe der Anstalt besteht aber nicht nur darin, selbst zu forschen, sondern auch die Ergebnisse allen Menschen zugänglich zu machen. Aus diesem Grunde hat man im Lause der Jahre 1000 Schwestern, 120 Pflegerinnen, 650 Volontärinnen ausgebildet und 20 Außenftationen im Reich mit Pflegeper-
CDas grauen lesen
Ella von Senin: Tbomaüue von Bärenclan. Roman. In Leinen RM 5,50, gebeitet RM 3,80. Verlag Pbitlvv Reclam iun. Leipzig.
Dieser Roman erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens unserer Zeit, einer baltischen Aristokratin, die in der Kindheit Vater, Heimat nnd Besitz verliert und nun mit wunderbarem Mut und herrlicher Sicherheit ihren gefahr- vollen Weg geht. Die Dichterin Elsa von Sonin, die für ihren vorigen Roman „Borwin Lüdckings Kamps mit Gott" einen groben Preis erhielt, bat in diesem neuen Werk einen prachtvollen und lebendigen Stil für dieses packende und reiche Leben ihrer Heldin gesunden. Eine Heldin ist cs, in wahrem Sinne, ein widerstandsfähiger, lebendcnt- schlosfener Mensch, der allen Gefahren gewachien ist und ans Ziel gelangt. Von der bolschewistischen Schreckensherrschaft im Baltikum werden wir mit der blonden Tbomasine aus allerlei wirrenvollen Pfaden und durch viele Stationen nach Berlin geleitet, und hier hebt die grobe Wendung an, die »u Glück und Ruhm und endlich nach — Hollmvood führt. Ein typischer Mensch unserer Zeit, der tapfer, fröhlich, nachtwandlerisch-sicher in seiner ungebrochenen, starken Natur seinen Weg zurücklegt, hat in diesem Werk der feinen, nachdenklichen Dichterin seine vollendete Gestaltung erfahren. Ihre Kunst ist zu voller Reise gelangt. Ans dem Selbstbekenntnis ist ihre Dichtung zur Lebensgestältung gewachsen. aus dem Leiden am Anderssein ist das Bercitscin zu diesem Leben geworden.
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Die Handarbeitskunst ist wieder tut lebendigsten Wachsen und heute mehr „grobe Mode" denn ie. Diesem neuerwachten Handarbeitsbedürsuis kommt die neugegründete Monatszeitschrift NWK-Wollekunst entgegen, die von der Norddeutschen Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei. Bremen, im Verlag Otto Beyer, Leipzig, herausgegeben wird. Aus ihre grobe Billigkeit (10 Pf«, pro Hefti sei besonders bin- gewiefen. Der Inhalt ist abwechselungsreich mit klarer und verständlicher Beschreibung, Aufmachung und Anordnung, sind geschmackvoll.
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Jndien kämpft um die Rinderehen
Don Hnnagrete IDelnih
Sie bewohnen ein Land von paradiesischer Pracht, das nicht nur den Sinnen, sondern auch der Phantasie des Menschen ungeheuren Reichtum schenkt; und trotzdem sind sie 'bitterarm. Sie engen, wie es kaum anderswo geschieht, auch ihr geistiges und seelisches Loben durch die Gefängnismguern starrer Vorurteile und religiöser Dogmen ein, sie, ein Volk von mehr als 300 Millionen ... Langsam, ganz langsam nur erwacht Indien. Im Volke bilden sich geschlossene mächtige Gruppen, die den unvorstellbaren Gegensatz zwischen dem blühenden Land Jndien und dem armen Volk der Inder zutiefst empfinden, ihn miterleben Tag für Tag, seit Generationen
Das ist die junge indische Nationaldewegung. Sie kämpft um eine neue indische Kultur. Sie versucht, die Mauern einzureitzen, die Kastengeist und überlieferter Aberglaube seit vielen Jahrhunderten in dem 300-Millionen-Volk verwurzelt haben. Dieser Kampf steht heute noch in seinem Anfang. Aber wenn später einmal ein Historiker die Kulturgeschichte der Menschheit des 20. Jahrhunderts schreiben wird, dann wird er vielleicht, um objoktiv zu sein, nicht den Weltkrieg und die anderen westeuropäischen Geschehnisse als das schicksälshafte Ereignis des Jahvhunoertan- fangs bezeichnen müssen, sondern jenes Erwachen der Völker im Osten, jenes allmähliche Loslösen ungeheurer urwüchsiger Kräfte aus versteinter Schale, Kräfte, die in menschlichen Körpern ihre Form finden und dabei selbst der Erde anzugehören scheinen.
Vom westlichen, europäischen Standpunkt aus betrachtet, mag es scheinen, als gingen die riesen Streitigkeiten in Jndien von der Tatsache aus, daß der erwachsene Inder durchschnittlich kauen zwanzig Mark im Jahre verdient. Die Dinge liegen jedoch in Wirklichkeit wesentlich anders. Was Indien heute im Innersten aufrührt, das ist ein Kultur-Erdbeben, ein Ereignis, das deshalb von so urwüchsiger Gewalt getragen wird, weil Jndien tatsächlich eines der ganz wenigen Länder ist, wo Menschen und Volkskultur im Alltag und im Herzen so völlig eins sino; will man die Kultur umstellen und neu entwickeln, so ist es notwendig, auch die Menschen völlig neu zu schaffen.
Ein Zeichen und bedeutsames Spmptom dieses Kultur-Erdbebens ist der sich jetzt »orbereiteniDe Kampf um die Kinderehen. Für den Europäer ist das Wort ,Linderehe" ein absurder, schwer vorstellbarer Begriff. >zn Indien? . . . Man ist in Eeuropa vielfach der Meinung, daß die indischen Witwenverbrennungen durch das bestehende Gesetz endgültig abgeschafft seien. Kenner versichern, daß Jahr für Jacht heute noch viele Tausende unglückliche Frauen den Scheiterhaufen besteigen, um unter den Qualen des Feuertodes dem Gatten in bas Jenseits zu folgen .. .
Und gegen die Kinderehen gab es bisher noch nicht einmal ein Gesetz! Erst jetzt wird vom indischen Na- tionalkongretz ein Gesetzentwurf vorbereitet, der die Kinderehen verbieten soll. Dieser Gesetzentwurf wird von der indischen Mehrheit freilich bekämpft; doch da die Engländer chn unterstützen, wird er bestimmt Gesetzeskraft erlangen. Das bedeutet: Jndien stoht vor neuen, blutigen Auseinandersetzungen allerschwerster Art. Neues Blut, neues Feuer belebt den Religionskrieg.
20 Millionen Jnbierinnen unter 14 Jahren sind deine verheiratet! Alljährlich werden 4—5 Millionen Kinderchen geschlossen, wobei der Mann oft erwachsen ist, während das Mädchen sich noch im zartesten Kindesalter befindet!! Fromme Hindus verheiraten ihre Kinder heute noch fast allgemein vor der Geburt . . . Es gibt kein Recht aus eigene Persönlichkeit, keinen eigenen Willen, nur die uralten religiösen Dogmen herrschen. Nirgendwo in der Welt Hai ein Kampf um die Emanzipation der Frau mehr Berechtigung als in Indien, nirgendwo sind Tragödien im Frauenlöben so alltäglich. Welch schwere gesundheitliche Schädigungen infolge der Kinoerehe durch allzusrühes Gebären angerichtet werden, läßt sich kaum ermessen. Hinzu kommt, daß die übliche Wochenbettpflege, die nach alten religiösen Sitten erfolgt, von den europäischen Aerzten als Tötungsversuch bezeichnet werden würde. Salben und Kräuter sollen moderne Hygiene, Arzt und Hospital ersetzen, Einrichtungen, die sogar von einem so fortschrittlichen Inder wie Gandhi bekämpft werden! —
Nicht minder furchtbar ist das Los der indischen Witwe, wobei zu bedenken »st, datz infolge des Al-
flaatmode 1951
Auf Grund einer Internationalen Modekonferenz für Haar und Frisur, die im März in Berlin stattfand, wurde von ca. 10 europäischen Staaten einheitlich folgender Bericht an die Damen herausgegeben: Der Klei- detmode entsprechend und in Anbetracht der kleinen, weit zurückgesetzten Hüte oder Kappen ist es erforderlich, Scheitel in oder nahe der Mille zu legen, wogegen die Seiten etwas länger gehalten sind, aber richtig auseffiliert werden müssen, bannt die Haare sich der Kopfform gut anschmiegen. Die Nackenpartie wird leicht angeschnitten. Die Wasserwelle ist in Verbindung mit der Dauerwelle nach wie vor das beste Attribut zur f*ö= neu, modernen Frisur. Lebhafte Farbtöne des Haares sind beliebt u. bevorzugt.
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tersunterschiedes in Jndien meist der Mann zuerst stirbt. Nach der indischen Kulturanschauung ist eine Witwe geschändet, unwürdig; sie wird die Magd ihrer eigenen Kinder, sinkt im eigenen Hause zur Bettlerin herab. Stumm, ohne äußere Klage erträgt die indische Frau noch im 20. Jahrhundert dieses Schicksal.., Aber Jndien erwacht! Tausende von Frauen ziehen durch die Straßen Bombays und Kalkuttas fanatische Frauen, die mit Tollkühnheit und unter Einsatz des Löbens kämpfen wollen gegen jahrhundertealte, verwurzelte indische Kultur. Sie alle hoffen auf das Gesetz gegen die Kinderchen und auf weitere Gesetze im Kampfe um das Recht der Inderin. Die frommen Hindus freilich lächeln weise; niemals in der Geschichte Indiens sind so viel Kinderchen geschlossen worden, wie in den letzten Monaten. Man versucht, noch vor Toresschluß die sichere Beute in den Ghöhafen zu bringen.
Die ungebetenen Kinder int Leib der Mutter können sich nicht dagegen wehren, 'daß die Hand eines Priesters ihr Löben schon mit dem eines anderen Menschen, der vielleicht auch noch nicht geboren ist, verknüpft hat. Aber wenn diese Kinder einmal 15 oder 20 Jahre alt fein werden, werden sie sich auch dann noch in jahrhundertealtem Gehorsam vor !den Gesetzen der Väter beugen? . . .
Indien erwacht.
Schon fließt Blut, um des Kulturkampfes willen. Die Hindernisse, die zu beseitigen sind, sind höher und stärker als die chinesische Mauer. Un einstweilen befindet sich die Masse der indischen Frauen noch in tiefen Träumen, in jenem festen Schlaf, der den Ratur- kintdern zu eigen ist, wenn man. ihnen ein körperfremdes, starkes Betäubungsmittel eingegeben hat.
Dänische „£uhsusgrü§e*‘
Im Avrilbeft von Velhagen u. Klaiings Monatsheften plaudert Edzard Schaper amüsant und kundig allerlei dänische Kiichengeheimnisse aus. Bon den vielen Rezepten, die er angibt und die unsere Haussrauen lebhaft intereiue- ren werden, sei biet eines wiedergegeben, dessen Ausführung er ganz besonders empfiehlt, das Rezept der „Luklusgrütze : Eineinhalb Liter Milch, neunzig Gramm Weizenmehl und ftebiig Gramm Kartoffelmehl fordert sie: zwei Eier. Das Eiweih wird geschlagen und dem Brei zuletzt angefügt. Das schöne Aroma entsteht durch das Hinzutun von etwas Sherry und Vanille. Angerichtet wird aus den Teller ein Klümpchen Butter genommen. Krucktfaftlimonade dats nicht seblen. Man probiere! Es schmeckt herrlich.
ßumor
Unter Freuuldiunen.
Erste Freundin: Jha! Die Schönheit, meine Liebe! Schade! Damit dauert es nicht lange."
Zweite Freundin: ,£), du Glückliche, da hast nicht viel zu verlieren!" , („Journal").
, ■ *
Hausmusik.
„Was spielt denn eigentlich Ihre Tochter auf dem Klavier?"
,Lh — die macht einen Haydn-Lärm!"
(Nebelspalter).
*
Ihre Sparsamkeit.
„Ist Ihre Frau eigentlich sparsam?" „Das kommt darauf an. Manchmal ja. Neulich hat sie z. B. auf dem Geburtstagskuchen zu ihrem 40. Geburtstag nur 26 Lichter gehabt."
Früher und letzt.
• (»Nöbelspalter"!