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Kasseler Abendzeitung

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Kasseler Neueste Nachrichten

Nummer 81*

Mittwoch 8. April 1931

21 Jahrgang

London beruhigt das erregte Paris

... aber die Konferenz von Chequers bleibt verschoben / Mehrheit für Einberufung des Reichstages unwahrscheinlich

Oie verschobene Konferenz

Erfolg stanzSsifcher Quertreibereien

_ .. fc." & »«litt, 8. April.

Die Reutsrmeldung, wonach die Reise des deutschen Reichskanzlers und des Außenministers wahrscheinlich nicht vor Ende Mai nach England erfolgen wird, hat in Berlin naturgemäß große Ueberraschung hervorge­rufen, da bisher ziemlich feststand, daß entweder der L oder der 8. Mai als Reisetag in Aussicht genommen waren. Eine Bestätigung dieser Reutermeldung war aber bisher im Berliner Auswärtigen Amt nicht zu erhalten, da ein Bericht des deutschen Botschafters in London erst heute mittag in Berlin erwartet wird. Erft an Hand dieser Mitteilungen wird man die Gründe und die Bedeutung der Verschiebung beurtei­len können. Botschafter von Neurath hatte gestern nachmittag im Londoner Auswärtigen Amt vorgespro­chen und unmittelbar danach wurde die ominöse Reu­termeldung verbreitet.

Zn der Berliner Presse werden in diesem Zusam­menhänge bereits Vermutungen laut, ob in dieser Verschiebung nicht bereits ein Erfolg der französischen Quertreibereien vorliege, denn man weist mit Recht darauf hin, daß ja die beiderseitigen Außenminister »uf der Mitte Mai in Genf stattfindenden Ratstagung des Völkerbundes genügend Gelegenheit haben, alle Fragen, auch die deutsch-österreichische Zollunion, ein- aehend zu erörtern, und im „Vorwärts" wird bei­spielsweise. die Vermutung ausgesprochen, es scheine, hiß Macdonald und Henderson als höfliche Menschen, die schon lange vor Ankündigung der Zollunion er- solgte Einladung zwar nicht wieder rückgängig machen wollten, daß sie aber jetzt bestrebt sind, durch ihre Verlegung bis nach der Genfer Tagung den Anschein einer besonderen Intimität zwischen Deutschland und England zu vermeiden, an der gerade Frankreich jetzt Anstoß nehmen würde.

Londoner Stimmen

; Nachdem die Mitteilung von der Einladung Hen­dersons an Brüning und Eurtius in Paris die größte Erregung hervorgerufen hatte, gibt die Londoner Presie, offenbar offiziell beeinflußt, beruhigende Er­klärungen ab:

Die Einladung an Dr. Brüning und Dr. Eurtius habe ursprünglich einen rein persönlichen Charakter getragen. Macdonald und Henderson, so sagt der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph", hätte mit führenden europäischen Staatsmännern wie Briand und Grandi schon häufig in London verhan­delt. Sie hätten aber niemals Gelegenheit gehabt, mit dem deutschen Reichskanzler und dem deutschen Außenminister in London zusammenzutreffen und des­halb den Wunsch ausgesprochen, sie einmal inoffiziell zu sehen, um mit ihnen die Abrüstung und andere Fra­gen zu besprechen.

Es sei bedauerlich, so sagt der „Daily Herald", daß gerade in dem Augenblick, wo sich der Abschluß des europäischen Flottenabkommens in der Schwebe be­finde, die französische Presie mit neuen Angriffen ge­gen die Idee der deutsch-englischen Zusammenkunft her­vortrete. Diese seien so heftig, daß der Plan einer deutsch-englischen freundschaftlichen Zusammenkunft der Außenminister zur Besprechung der Abrüstungsfragen vorläufig nicht durchgeführt werden könnte. Die Zu­sammenkunft müffe daher bis zur Sitzung des Völker- dundsrates vertagt werden. Die Einladung an den deutschen Reichskanzler und den Außenminister bleibe natürlich bestehen.

Paris schimpft weiter

Die ftanzöflsche Presse kommentiert weiter das Lageschema: Vorbehaltlos zustimmend äußert sich nur der sozialistische Populaire. Er lobt die eng­lische Regierung wegen des Versuchs, eine Aende- rung der traditionellen Methoden der Diplomatie herbeizusühren. Ercelsior glaubt nicht, daß Frank­reich ausgeschaltet werden soll und warnt vor Nervo­sität. Frankreich Hase keinen Grund, an der solida­rischen Haltung Englands zu zweifeln.

Peuple befürchtet, daß eine Besprechung zwischen England und Deutschland allein die Lage nur noch mehr verwirren könnte, wende, sich aber gegen jene französischen Blätter, die von vorn herein eine Idee deshalb als frankreichseindlich bekämpfen, weil sie nicht auf Frankereichs Initiative zurückgehe.

Avenir lehnt eine Vermittlerrolle Hendersons ab. Ein Vermittler müffe unparteiisch sein. Henderson sei das weder in der Flottenfrage noch in der^fran- zösisch-deutsch-österreichischcn Konfliktsfrage. In der Flottenfrage sei er Partei, und was die deutsch- österreichische Union anlangt, so ziele die englische Doktrin auf Beseitigung der Zollschranken in Europa ob. Kenn Briand versuche, die europäische Union

gründen, stelle er sich über rein nationale Zuter-

essen. Mer Henderson lasse nicht von seinen' eigenen gut-englischen Plänen ab.

Figaro äußert die Befürchtung, das deutsch-öster­reichische Zollabkommen werde in Chequers Billigung finden, „Mitteleuropa" sei auf dem Wege.

Echo de Paris schreibt: Ob die Begegnung von Chequers zu zweien oder zu vieren stattfindet, Hen­dersons Einladung sei auf jeden Fall absurd. Eine Verständigung über die Abrüstung zu Lande würde doch nicht zustandekommen tonnen. Es sei denn, die Engländer kapitulierten völlig vor Brüning und Cur- tius. In einem unvorbereitete» Meinungsaustausch wie diesem müßten diejenigen zwangsläufig gewin­nen, die am entschlossensten und brutalsten vorgehen.

Unbehagen in ft SA.

, Neuyork, 8. April.

Die amerikanische Presse nimmt ausführlich zu der englischen Einladung an den deutschen Reichs­kanzler und Außenminister Stellung. Dabei wird ins­besondere der Feldzug der Pariser Hetzpresse mit allergrößter Aufmerksamkeit und offenbarem Unbe­hagen verfolgt. Die „Neuyork Times" setzt sich wärmstens für eine Zusammenkunft der Staaten ein und fügt hinzu, daß die freundliche Einladung einer Großmacht an andere Mächte nicht leichtfertig abge­lehnt werden dürfe. Das Nichtzustandekommen der

Berlin, 8. Llpril.

Der heute bevorstehenden Entscheidung des Ael- testenrates über die Einberufung des Reichstags sieht man in Berliner Regierungskreisen mit Zu­versicht entgegen. Ma» nimmt nicht an, daß die Kommunisten, Deutschmattonalen und Nationalsozia­listen für ihre Anträge Unterstützung von anderen Parteien erhalte» werden. Daß die Landvolk­partei, die Christlich-Sazialen oder die Wirtschafts­partei den Reichstag zu dem von de» Antragstellern angekündigten Zweck der Wiederaufhebung der Not­verordnung des Reichspräsidenten gegen politische Gewalttaten einberufen wissen wollen, gilt nicht für wahrscheinlich, bei der deutschen Dolksparlei gilt es als vollkommen ausgeschlossen. Die Parteien, die als unbedingte Gegner einer Einberufung des Reichstags aus diesem Anlaß zu betrachten sind (Sozialdemokraten, Zentrum, Bayrische Volkspartei Deutsche Volkspartei, Staatspartei und Deutsche Bauernpattei) haben tot Reichstag zusammen 280 Stimmen, also nicht ganz die Halste der Gesamt- zahl von 577. Tritt hierzu auch nur eine der übri­gen in der Frage der Einberufung noch zweifelhaf­ten Gruppen, so steht die Mehrheit gegen die Ein­berufung fest. Dagegen gilt es als wahrscheinlich, daß mit der baldigen Einberufung des Auswätti- gen Ausschusses zu rechnen ist. In diesem Aus­schuß soll insbesondere Außenminister Dr. Euttius über die deutsch-österreichischen Zollverhandlungen Bericht erstatten. Der Zusammentritt dieses Aus­schusses wird mit Rücksicht auf die geplanten deutsch- englischen Besprechungen umso notwendiger. Es verlautet sogar, daß die Teurschnationalen und die Nationalsozialisten zu den Verhandlungen des Aus- wärttge» Ausschusses wieder erscheinen wollen, um entsprechend ihrem Einberufungsantrage darzutun. daß sie jetzt wieder Wert auf die Teilnahnte an den parlamentarischen Verhandlungen legen.

Oie gegenseitige Anerkennung der Reifezeugnisse

Reue Vereinbarungen der Länder.

Berlin, 8. April.

Unter Auchebung der bisher abgeschlossenen Ver­einbarungen der Länder über die gegenseitige Anerken­nung der Reifezeugnisse der höheren Schulen ist ein neues Abkommen abgeschlossen worden, das sich be­zieht auf Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealschulen Deutsche Oberschulen und Oberlvzeen.

Die Vereinbarung die am wesentliche» die bis­her schon geltenden Bestimmungen aufrechterhält und zusammenfaßt, spricht aus, daß das Reifezeugnis, das ein Angehöriger des Deutschen Reiches in einem deutschen Lande erworben hat in einem andere» Lan­de alle Berechtigungen gewährt, die in beide» Län­dern übereinstimend mit dem Reifezeugnis der Schulgattung verbunden sind. Werde» in den Län»

Konferenz werde ein betrüblicher Kommentar für die Stärke des Friedensgedankens sein.

Der Störenfried

London, 8. April (Eig. Drahtber.)

Die englische Presse macht fast einstimmig Frank- wich für die erneuten Schwierigkeiten verantwortlich, feie das Zustandekommen des europäischen Flottenab­kommens immer wieder bedrohen Daily Herald unö andere Zeitungen erklären, daß Englanü uno auch Italien unter gar keine» Umstände» die jetzigen For­derungen Frankreichs anerkennen werden. Frankreich müsse unbedingt seinen Standpunkt ändern

Nach der am Mittwoch in der englischen Presse verbreiteten Lesart liegt die Lage wie folgt: Als Hen­derson die Flottenverhandlungen mit Frankreich und Italien einleiten ließ, bezweckte er einen Beitritt die­ser beiden Länder zum Londoner Flottenabkommen, womit die praktische Anwendung der Sicherheitsklau­sel vermieden werden sollte. Diese sicht vor, daß Eng­land seine Tonnage erhöhen darf, wenn andere euro­päische Länder chre Bauten fortsetzen. Das Londoner Flottenabkommen bindet England, Amerika und Ja­pan bis zum Jahre 1936, also auf 6 Jahre. Nun­mehr macht Frankreich seinen Beitritt zum Londoner Mottenabkommen von der Bedingung abhängig, daß es von 1935 ab, also schon in 4 Jahren, freie Hand für Neubauten haben soll. Frankreich begründet seine Ansprüche damit, daß es 1936 84 000 Tonnen veralte­ter Tonnage haben würde. Da aber auch England zu diesem Zeitpunkt eine Reihe von veralteten Schiffen besitzen wird, hat die englifche Admiralität die fron- zozttche Forderung abgelchnt.

der» für den Berechtigungsnachweis verschiedene Forderungen gestellt, so ist die Gewährung der wei­tergehenden Berechtigung von der Entscheidung der Regierung des Landes abhängig, indem das Reife­zeugnis als Berechtigungsnachweis vorgelegt wird

Äutzerdem ist eine Vereinbarung der Länder über die f»genannte mittlere Reife getroffen woroen. Das Zeugnis der mittleren Reife wird in diesem Abkom­men als Vorbedingung für den Eintritt in Berufe »der Berufslausbahnen der mittleren Stufe des Be­rufsausbaues betrachtet. Für den Erwerb der mitt­leren Reise wird im allgemeinen ein mindestens zehn­jähriger Gesamtschullchrgang vorgeschrieben, oer eine mindestens der preußischen Mittelschule entsprechende allgemeine Bildung verbürgt.

Oie ftanzösischen präsidensschaftswahlen

Paris, 8. Apnl.

Echo de Paris spricht von den bevorstehenden Prä- sidentschaftswahlen am 13. Mai. Ein Mitarbeiter des Blattes will von Briand die Erklärung erhalten ha­ben, daß er nicht kandidiere» werde. Von den Kandi­daten stünden in erster Reihe Lebrun, Berard und der Senatspräsident Paul Doumer. Der andere Mitarbei­ter des Blattes will wissen, Poineare werde in erster Linie die Kandidatur von Lebrun unterstützen, jedoch, wenn Senator Berard im Verlause des Wahlfeld­zuges sich als aussichtsreicherer Kandidat Herausstellen sollte, diesem seine Sttnme geben.

KÜfLlkpcdiüen sm pcftfrr Wegener

Kopenhagen, 8. April.

Der Gouverneur von Grönland, Daugaard Jensen, erklärte der Zettung „Politiken" gegenüber, daß augenblicklich von der westgrönländischen Station Karmarujuk eine Hilfserpediticn vorbereitet wird, die Nachforschungen nach dem deutschen Gelehrten Professor Wegener anstellen wird. Die Expedition wird, sobald das Wetter milder geworden ist, auf­brechen.

Oer Militäraufstond in Madeira

Funchal, 8. April.

Die Militärbehörden von Madeira teilten dem Vertreter des Reuterschen Büros mit, daß die mili­tärische Junta mtt der Billigung der gesamten Be­völkerung ihre Reserven mobilisiere, da die Möglich­keit bestehe, daß die Lissaboner Regierung versiichen werde, die Bewegung zu unterdrücken. Drei portugie- stsche Dampfer seien beschlagnahmt worden, um d'e Lebensmittelversorgung für die 200000 Einwohner sicherzustellen. Sämtliche örtliche Behörden seien durch andere ersetzt, und der Zivilgouverneur fei abgesetzt worden. Das Ziel der Bewegung sei die Wiederher ftellung der öjjcmlichen Freiheit.

politische Selbstsaboiage

Von Dr. Paul Rohrbach.

Es ist nützlich, einmal ins Ausland zu gehen, wenn man erfahren will, wie die deutsche Politik sich aus- nimmt, sobald man sie von jenseits 6er Grenze be­trachtet und nicht nur «durch eigene, sondern auch durch die Augen Der Ausländer. Italien ist dazu ein günstiger Booen, weil hier die Stimmung gegenüber den jüngsten Abmachungen zwischen Deutschland unb Oesterreich — sie beherr­schen die Rubrik „Auswärtiges" in der italienischen Presse ganz überwiegend — noch unentschieden ist. Vom italienischen Standpunkt aus läßt sich manches dafür und manches dagegen sagen. Als Vorbereitung auf den politischen Anschluß würde der Zollverein nett meisten Italienern nicht gefallen, weil sie durch eine direkte Grenze mit Deutschland statt mit dem Weniger bedeutenden Oesterreich, unter Umständen militärisch und politisch zu größeren Rücksichten genötigt werden könnten. Man denkt dabei namentlich an die Möglich­keit eines Zusammenstoßes mit Jugoslawien, wo je­dermann überzeugt ist, die Italiener würden in dem Fall durch Kärnten marschieren.

Wenn trotzdem kein prinzipieller Gegen­satz gegen den Zollverein laut wird, so ist daraus zu sehen daß die maßgebenoen italienischen Stellen der von Berlin wie von Wien aus gegebenen Versicherun­gen, es handle sich um Wirtschaft, nicht um Politik, ohne Mißtrauen begegnen. Hierin unterscheidet sich also die italienische Stellungnahme von der fran­zösischen. Trotzdem ist es bedeutsam, zu beobachten, was sich die Zeitungen von. ihren Korrespondenten in Deutschland über die Haltung der deutschen Presse berichten lassen. Formal betrachtet sind die Berichte objektiv, weil sie die Stimmen nicht einseitig auswäh­len und wiedergeben. Materiell.sind..sie insofern nicht ganz, als über negative deutsche Aeußerunge» be­sonders ausführlich und sorgfältig referiert wird.

Der fremde Korrespondent in Deutschland verfährt willkürlich fo, weil es ihm eine Merkwürdigkeit ist — nur in Deutschland hat er Gelegenheit Dergleichen zu beobachten — baß in wichtigen Fragen der auswär­tigen Politik bestimmte Blätter nicht hinter ihre Re­gierung treten, sondern deren Entschlüsse schlecht ma­chen. Man braucht in dieser Beziehung nur Deutsch­land und England miteinander zu vergleichen. So lebhaft die Opposition auf dem Gebiet der inneren und der Wirtschaftspolitik fein mag, so zurückhaltend wird sie in der auswärtigen Politik geübt. Es gilt als oberste und selbstverständliche Regel, daß eine Zei­tung d i e Position ihrer Regierung ge- genüber dem Auslande nicht schwächen darf, auch 'bann nicht, wenn sie sachlich abweicbenoer Meinung ist. Den Angelsachsen und meistens auch den Romanen verbietet es entfach ihr politischer Instinkt, eine Hilfsstellung für das gegnerische Ausland ein­zunehmen.

Wenn man mit dem politisch gebildeten Italiener auf dies Thema zu sprechen kommt, fo macht man die Erfahrung, daß er die Zustände in Deutschland einfach nicht begreift. Eine Zeitung ist für ihn ein Organ, das die Einstellung seiner Leser zu beftimmten politischen Grundfragen wiedergibt, zum mindesten ihr Rechnung trägt. Die Einstellung der öffentlichen Meinung im Ganzen kann verschieden fein usw. Aus­geschlossen ist es für den Italiener, wie auch für oen Engländer oder Franzosen, daß sie zu Fragen der na­tionalen Aktivität unv des nationalen Prestiges ver­schieden ist.

Es kann anderwärts Vorkommen, daß eine Regie­rung getadelt Wirb, weil sie zu wenig attw ist. In dem Fall beruht «oas Spiel zwischen Regierung unb Opposition nicht fetten auf stillschweigender Verabre­dung. Nach der Auffassung ber romanischen und der angelsächsischen Völker beruht aber die innere Stärke einer Regierung auf der Geschlossenheit und Stärke der nationalen öffentlichen Meinung, die hinter chr steht. Nichts ist daher in den Augen jener für eine Regierung fo schwächend, wie wenn sie in einer Frage der auswärtigen Politik — für das Ausland ist die auswärtige Politik immer bie na­tionale Politik schlechthin — Widerspruch innerhalb der öffentlichen Meinung ihres eigenen Landes erfährt, unb wo oas geschieht, wirb es für ein so wichtiges Faktum gehalten, vaß die Zeitungen in­teressiert unb ausführlich darüber berichten.

In Deutschland ist man sich noch nicht genügend klar (Darüber, um wieviel mehr im Vergleich zu früher die dwnsche Presse und der deutsche Redner jetzt vor den Augen und Ohren -des Auslandes schreibt unb spricht. Selbst in England achtel man auf derttsche Stimmen mehr als früher. Für Italien und Frank­reich vollends ist Deutschland, wenn nicht vorüber­gehend erwas anderes in den Dorbergrund ttitt, ge­radezu das wichtigste unb meist beachtete Land. Umso folgenreicher ist es, wenn beutsche Zeitungen bei em et wichtigen außenpolitischen Aktion Front gegen die ei­gene Regierung machen. Sofort verringert sich der Kredit uno verringert sich (das Ansehen unserer Regie» rung im Auslände.

Bemerkenswert ist Übrigens, haß die große stalle» ittjche Presse sogar die Erklärung des öfterreichischq.

Oie Entscheidung des Aetteflenrats

Mitarbeit der Rechten im Auswärtigen Ausschuß?