Hessische Abendzeitung
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Kasseler Neueste Nachrichten
Numme» 19» W“" --WH
Sonnabend Sonntag, 4./5. April 1931
21. Lahrgang
Osterspaziergang 1931
lkine Umfrage zum Oj.. reffe / Energische Maßnahmen gegen die Gottlosen-Propaganda / Oie evangelischen Landeskirchen und der Kirchenvertrag
Neues Blühen - neue Hoffnung
Oie Lugend ist anders!
Mk haben einen intereffanten Versuch gemacht: Wie Goethes Faust am Ostermorgen seinen llassischen Spaziergang unternimmt, um in Wald und Flur, in Menschengestalt und in Menschenherzen junges Grünen und neue Hoffnung zu erfühlen, so haben wir auch eine Anzahl berufener Persönlichkeiten gebeten, einen Osterspaziergang zu unternehmen. Auch hier galt es festzustellen, wo n e u e s B l ü h e n und n e u e H o f f n u n g aus der Starre und Rot unserer Zeit sprießt, wo auch in unserem materialistischen Jahrhundert neue idealistische Strömungen zutage treten. Ob dieser „Osterspaziergang 1931" erfolgreich war, mögen unsere Leser selbst entscheiden.
W. P. O st ein und Jugend — kann es Worte geben, die besser zusammenklingen als diese beiden? Denn das ist gewiß: Was das Ostererlebnis am stärksten formt und beeinflußt, ist der Glaube an die Wiedergeburt, die Hoffnung auf neues Blühen, Wachsen und Reifen. Im Leben eines Volkes aber ist die Jugend dieses Neue, dessen Anblick in uns die gleichen Erfühle weckt, mit denen jeder naturnahe und naturliebende Mensch draußen in Feld und Wald oor den
vberstudieudirektor Dr. A. von Pestalozza:
Ostermorgen der Jugend
■ Jugend seien immer Auferstehung. Die Seele des Jugendlichen ist stets im Erwachen; Erwachen ist Schau eines neuen Tages. Diese stete Empfänglichkeit, nie rastende, nie ermüdende Aufnahmefähigkeit für ^das Reste, noch nicht Geschaute, ist aas Kennzeichen jugenMcher Lebensfähigkeit. Sie quillt hervor aus hem heißen Lebenstrieb, gibt der Jugend ihre Schöp- ferlust, ihren Gestaltungshunger.
In Kirche und Staat, in Natur und Kunst, in4 Wissenschaft unh Lebenshaltung stecht das Auge der Jugend neue Gestaltungen, neue Aufgaben, neue Ziele. Fast «nöchte man. es als „Zeichen der Zeit« i> elften, wenn man fest stellen muß, daß die gleichen Erscheinungen sich zum Teil auch in anderen Länder« beobachten l-affen, und zwar -besonders anffMa in der Einstellung zur Natur und zur 'Lebenshaltung.
Weit über kirchlich eingeengte Gebundenheit hinaus schließen sich jugendliche Gruppen zusammen, um chren religiösen (Apfindnn-gen Halt und Stütze zu geben. Ihr.Tempeläst ihre Seele, ihr Mtar- die Liebe, der Grundpfeiler der echten Religion: Duldsamkeit läßt sie die Einordnung in die wildbrau- sende Gegenwart finden.
Der Wille zum Staate, der in der Jugend der älteren Zeit meist nur im Unterbewußtsein schlummerte, ist wohl der charakteristische Tatwille der Gegenwart. Die Politisierung der Jugend, gleichgültig, wie wir uns dazu stellen wollen, gleichgültig, was jeder darunter verstehen mag, ist nun einmal, mögen wir es wünschen oder nicht, einer unaus- schailkbaren Flutwelle gleichend, unumstößliche Tatsache geworden. Unentschieden sei die Frage, wer die
pflege. Von hier aus suchte man das deutsche Volksschaffen zu beleben. Von hier strömten neue Kräfte i n das Kunstschaffen. Der große Aufstieg des heimatlichen Kunstgewerbes z. B. ist zum großen Teil auf diese Fugendkräfte zurückzuführen --die Ans auch heute wieder mit neuem
Mut und neuer Hoffnung erfüllen können. Es ist ein durchaus zu begrüßendes und fieudigftimmendes Zeichen, wenn heute im Schulunterricht das große Ziel der Volks - und Deuts-chkunde immer stärker hervortritt.
' . Die Problemstellung des Idealismus ist meiner Ansicht nach, auf welche«! Gebiet: religiös, sozial oder politisch es auch sei, eine Generationsfrage. Und der Bruch zwischen zwei Zeitaltern, den wir so stark wie keine andere Generation spüren, kann nur von den jungen Menschen überbrückt werden. Das güt genau so tiir W--AU und AgMschaf'. wie für die Kunst, ^stveiiellos lassen vie Kürst«, du überall arbeiten, erkennen, daß die Jugend ihre große Mission nur 'dann auf allen Gebieten richtig erfüllen kann/ wenn durch sie die Verbindung von Volkstum und Hsimatboden mit dem Gefühl für die
' Zeit utto die. Gegenwart wirksam wird.
Ich glaube, daß wir in diesem Punkt optimistisch gestimmt fein können: die Jugend hat gewissermaßen heute der Erziehung, die nach einer Einheit in geschichtlichem Denken und nationalem Wollen strebt, ihre Gesetze aufgezwungen. Gewiß: bauen kann man nur auf dem Gestern, von dem wir alle leben. Aber man mutz, es sich selbst verdienen und es auf eigenem Boden weiterwachsen lasten . . . Im Sinne dieses SichselbstfiNdens scheint ein froher Ausblick in die Zukunft gegeben'.
Schluß der Umfrage stehe Seite 3!
ersten Wundern des Frühlings steht. Hoffnungen werden lebendig, aber auch Sorgen stehen auf: Ist es gesund, dieses Neue, dieses Junge, ist es lebensfähig, und verspricht es, dermaleinst gute Frucht zu tragen?
Unendlich viel ist in den letzten Jahren über die Jugend geschrieben worden, und fast stets waren es Vertreter der älteren Generation, die zur Feder griffen. Denn immer wieder, wenn sie mit der Jugend zusammentraf, empfand diese Generation, die heute das wirtschaftliche und politische Leben beherrscht, den Abstand zwischen sich und den Jungen, und sie war bemüht, diesen Abstand zu verringern und die Grundlage für eine Verständigung zu schassen. Niemals wurde die Jugend so lebhaft umworben wie in diesen Zeiten, in denen eine große Unruhe alle Gebiete des Lebens ergriffen hat. Gewiß waren dabei in der älteren Generation viele, die sich ehrlich und t-.lbstlos um eine Verständigung bemühten, aber neben ihnen stände« auch andere, die den Ausgleich nicht um des Ausgleichs, sondern um des eigenen Vorteils willen suchten, die, ihre eigene Position sichern wollten, indem sie der Jugend viel schöne Versprechungen und ein pagr. billige Zugeständnisse machten. In einer Münchener Zeitschrift sind die Leute diesen Schlages einmal nicht übel, durch eine Karikatur verspottet worden. Das Bildchen zeigte die Führer der heutigen Parteien, die in kurzen Sporthosen auf einem Spielplatz herumtollten und der dabeistehenden Jugend zuriefen: „Jungens, spielt mit!" Aber die Jungen wollten nicht mitspielen. Sie sind und denken an - dersalsdie Alten, und der Gegensatz der Generationen ist mit so billigen Mitteln, wie es sich diese Konjunkturpolitiker dachten, wahrhaftig nicht zu beheben. . . . . , . ■ .
Für den Kirchenvertrag
Oie Evangelische
Landeskirche in Hessen-Kassel stimmt dem Entwurf zu
Schleusen öffnete: war es der früher erwachende politische Sinn der Jugend selbst? War es die ältere Generation, die nach frischen Steuermannen rief?
Besonders aber ist es die Rat u r, in der ine Jugend einen neuen Lebensborn entdeckte. Die erste Trunkenheit, die utwerstandene Worte von Kosmos" lallte, ist wohl verflogen und verraucht. Aber die Verbundenheit mit der Erde ist nicht zerrissen, sie hat auch die Erwachsenen in ihren Bann gezogen.
In der Wissenschaft oder, vielleicht besser ausgedrückt, in der Kenntnis der Kulturerrungenschaften und der Geiftesrichtungen, ist die Pädagogik dem Dätigkeitstrisb und dem Wiffenstrisb der Jugend entgegengekommen. Geschichts- und Sprachunterricht gehen an die Quellen des Lebens.
So hat sich unsere Jugend, soweit sie nicht krankt oder durch unverdientes Schicksal zermürbt ist, zu einem neuen Ostermorgen durchgerungen. Neu strahlt der Erntetag der Menschheit!
Dr. Konrad Hahm, Leiter des Museums für deutsche Volkskunde in Berlin:
Rückkehr zum Volkstum!
Wert oder Unwert einer Kunst ist nicht $u trennen, tft immer abhängig vom Gesamtleben der Nation.
Wenn wir uns also heute fragen, ob und wo auch in der Kunst eine Verjüngung eingetreten ist, ob starke Auftriebe vorhanden sind, die einen reinen und frohen Ausblick in die Zukunft gewähren, so mutz man in dieser allgemeinen Form die Frage — bis auf eine Ausnahme —verneinen. Diese eine Ausnahme bildet die Architektur. Denn sie ist tatsächlich auf dem Heute aufgebaut! Für sie besteht im Gegensatz zu den anderen Kunstzweigen, eine, unmittelbar aus dem Problem der Zeit abgeleitete Basis.
Den anderen Kunstgattungen fehlt das noch. Wir leben zu sehr zwischen zwei Zeitaltern. Und doch gibt es auch heute starke Kräfte, Vie am Werke sind, den ewigen Boden, aus dem wahre Kunst immer wächst, Volks- und Menschentum, neu zu befruchten. Diese Kräfte sind in unserer Jugend.
Die Jugend hat, schon seit Jähren, eigentlich seit bem Zeitpunkt, als der alte Wandervogel gegründet wurde, 'die Aufgabe übernommen, sich in den Aufbau des nationalen Lebens einzuschalten. Die große Entdeckung, die erst sie machte und noch immer macht: die Heimat, oieses Gut war noch durch keinerlei klassenmäßige ober parteimäßige Spaltung angetastet. Ihre Bestrebungen begannen damit, den ganzen deutfchen Lebensraum kennen zu lernen und zu erfA- len; und sie fingen organisch und richtig am Ur- sprungsort an; bei der Heimatkunde und Heimat-
Berlin, 4. April. I
Die Kirchenregierung der evangelischen Landeskirche in Hessen, Kassel hat beschlossen, dem Staatsver- trag mit den evangelischen Landeskirchen in der jetzt vorliegenden Form zuzustimmen.
Ebenso hat der Landeskirchentag in Frankfnrt dem Entwurf des Kuichenvertrages seine Zustimmung gegeben.
Oie Arbeit der Brauns-Kommission
Zweiter Teil des Gutachten tncht vor Juli.
th. Berlin, 4. April.
Das Gutachten der Sachverständizenkomnnsflon, die unter dem Vorsitz des früheren Reichsarbeits- ministers Brauns seit mehreren Wochen die Arbeitslosenfrage berät, soll im Lause des heutigen Tages veröffentlicht werden. Es handelt sich bekanntlich um ein Teil gutachten.
Die Kommission hat das gesamte Problem der Arbeitslosigkeit untersucht, d. h. also nicht nur die Frage einer Reform der Arbeitslosenversicherung, sondern auch das grundsätzliche Probelm, wie die Arbeitslosigkeit bekämpft werden kann. Das jetzt fertig gestellte Gutachten behandelt zunächst die Fragen der Arbeitszeitkürzung, der Arbeitsbeschaffung, der Dcppelverdiner usw. Es handelt sich dabei durchgehend um Vorschläge, die der Regierung als Material übermittelt werden, sodaß also die Ucbernahme dieser Vorschläge von der Reichsregierung selbst abhängt. Besonders wichtig wird dabel die Frage sein, ob zu den heftig umstrittenen Fragen der Arbeitszeit-Verkürzung und der Doppelverdiener gesetzliche Maßnahmen getroffen werden.
Die Sachverständigenkommission wird Ende Aprü von neuem zusammentreten, um bann das Problem der Arbeitelo enversicherurtg zu beraten, zusammen mit den Fragen der Krifenunterstützung und der kommunalen Wohlfahrtspflege. Die Ausarbeitung dieses zweiten Abschnittes wird wahrscheinlich nicht vor Juli beendet sein, sodaß die notwendige« Re
formen wohl erst im Spätsommer oder gar zum Herst in Angriff genommen werden können.
Maßnahmen gegen Gottloien-Propaganda
Berlin, 4. April.
Der preußische Innenminister hat unter dem 31. März 1931 einen Runderlaß an alle Polizeibehörden gerichtet, der sich mit Maßnahmen gegen die „Gottlosen-Propaganda" befaßt. Es wirb darauf hingewiefen, baß nach verschiebenen Verlautbarungen in der Oesfentlichkett für die Osterfeiertage zahlreiche Kundgebungen, insbesondere Propaganda- fahrten, gegen die christliche Kirche und die Feier des Osterfestes geplant sind.
In bem Erlaß heißt es dann weiter: „Niemand soll daran gehindert werben, seiner Auffassung Ausdruck zu geben, sofern diös in Formen geschieht, die eine Verletzung Andersdenkender und jede Be- fchimpfung und böswillige Verächtlichmachung der Religionsgefellfchaften des öffentlichen Rechts vermeiden. Wo dagegen nach den Umständen zu beforgen ist, daß die christlichen Religionsgesellschaften, ihre Einrichmngen, Gebräuche ober Gegenstände ihrer re- ligiöfen Verehrung befchimpst oder böswillig verächtlich gemacht werden, sind derartigeVeranstal- tungen aufgrund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 28. März 1931 vorbeugend, und zwar auch für geschlossene Räume, zu verbieten. Das Gleiche gilt für Propagandafahrten und Perfonenfahrten auf Lastwagen, sofern die oben bezeichneten Voraussetzungen vorlieaen Nickt verbotene Veranstaltungen solcher Art sind polizeilich zu überwachen und gegebenenfalls aufzulöfen.
Kommunistische Ausschreitungen in Nauen
Nauen, 4. April.
Am Karfreitag abend marschierten ttotz des De- monstrationsverbotes etwa 150 Berliner Kommunisten in geschlossenem Zuge nach dem Bahnhof Nauen. Als sich ihnen Polizeibeamte entgegenstellten, kam es zu schweren Ausschreitungen der Kommunisten, dte die Polizeibeamten mit Steinwürfen und Stöcken angriffen. 19 Teilnehmer wurden fpäter fest- Ktunen und dem Polizeipräsidium Berlin zuge- Polizeibeamte erlitten leichte Verletzungen.
Die Jugend ist und denkt anders als die entere Generation! Wichtiger als über dieses Anderssein mit Werturteilen herzufallen, ist gegenwärtig die Aufgabe, dieses Neue zu erkennen und zu ergründen; um das aber zu können, war es wohl notwendig, daß die Jugend erst einmal mit sich selbst ins Reine kam. Vor mir liegen zwei Bücher, geschrieben von jungen Menschen über junge Menschen; zwei Bücher, in denen der Versuch gemacht wird, die Seb^ensformen und Lebenshaltung der heutigen Jugend aufzuzeichnen. „So sind wir!" betitelt Franz Matzke sein Buch. Der Titel klingt anmaßend, und er ist auch anmaßend, denn absolut und in allen Punkten Gültiges über die Gesamtlage einer Generation zu sagen, dürfte bem, der sÄbst an den Auseinandersetzungen, die innerhalb dieser Generation geführt werden, beteiligt ist, unmöglich sein. Die Bescheidenheit, die Leopold Dingräve — doch auch wohl ein „Junger" — verrät, wenn er über sein Buch die Frage „Wo steht die junge Generation?" schreibt, ist daher wohl angebracht. Aber trotz dieser Einschränkungen: Beide Bücher vermitteln wesentliche Erkenntnisse über die geistige und seelische Struktur der heurigen Jugend, an denen die Steileren nicht vorübergehen dürfen; vor allem dort, wo sich die beiden Verfasser, von denen Matzke das Politische ausschaltet, während Dingräve es sucht, m den gleichen Feststellungen begegnen, haben ihre Ausführungen Ueberzeugungskraft.
Zunächst einmal: Welche Jahrgänge werden zur jungen Generation gerechnet?. Wer selbst zur Kriegsgeneration gehört, wird da nicht ohne Resignation feststellen, daß Matzke und Dingräve dieses E e - schlecht der Frontkrieger nicht mehr zur Jugend rechnen, ja nicht einmal seine Bundesge- nossenschast für begehrenswert halten. Die Jugend zwischen zwanzig und dreißig Jahren ist es, von der die beiden sprechen; Dingräve freilich zieht auch noch die jüngeren Jahrgänge in seine Betrachtung ein, und er kommt dabei zu dem gewiß richtigen Schluß, daß sich in den Vierzehn- bis Achtzehnjährigen noch deutlicher und schärfer das ausgeprägt hat, was bei ihren älteren Kameraden nur angebeutet ist.
Das also ist der Kreis der Jugend, von der Matzke und Dingräve berichten, und als charatteristische Eigenschaften dieser Jugend werden aufgezählt: Ernst, Zurückhaltung, Härte, Festigkeit, Klarheit, Kühle und — immer wieder — Sachlichkeit. Diese Jugend teilt die Vorliebe, die der Mensch des neunzehnten .Jahrhunderts für den Rationalismus hat, nicht mehr, noch deutlicher unterscheidet sie sich aber von ihm durch ihre Feindschaft gegen alle Sentiments, gegen alles Gemütvolle und Gemütliche. Energisch aber weist der temperamentvolle Matzke den Vorwurf zurück, daß seine Gefährten nun etwa gefühllos seien. „Gefühle haben wir," so sagt er, „wohl auch; nur sind sie nicht wieder an Gefühlen entzündet — wie im neunzehnten Jahrhundert und im Expressionismus —, sondern an den Dingen — und das ist der ganze Unterschied." Die Wirklichkeit der Dinge über alles, über die Gedanken und über die Gefühle des Menschen zu
Aus dem Znhali der Osternummer:
Sonderbeilage „Ostern"
mit literarischen Beiträgen von
Hermann Hesse, Georg Hermann, Max Mell, Siegfried Bergengruen il a.
Eine lustige Osterumsrage
Artikelreihe ,Jm Irrgarten der deutschen Sprache", eine Geschichte und fünf Mundarten.
Beilage „Musik, Theater, Literatur".
Der Sämann erhält das Menschenwerk.
Lösung eines jahrtausendalten Rätsels.
Dr. H. Zikel: Die lebende Apotheke.
Ein Ostergeschenk: Realsteuern werden gesenkt (Handelsteil).
Bilderartikel: Ein Kloster auf Abbruch zu verkaufen.
Weitere Beilagen: Sonntagsbilderbogen. / Dix Wunder der Feengrotten von Saalfeld. / Film' und Funk. / Hinaus in die Welt