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Sigrids Jlucht
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Aus zackigen Usern emporsteigend Hang, eine felsige Einbuchtung, da und
Dummer 76
Donnerstag, den 2. Aprll 1951
die Oase geleitet und zwar in unterirdischen, viele Kilometer langen Sammelgängen mit sehr geringem Gefälle, die trotz ständiger Reinigungsarbeiten immer mehr versanden und versiegen. Seit die Franzosen vor 30 Jahren den Tidikelt besetzten, wurden auch artesische Brunnen gegraben. Bei vielen dieser Brunnen nahm aber die Ergiebigkeit nach wenigen Jahren oder Monaten stark ab und einzelne sind ganz versiegt. Das
Wenn die See nicht hoch geht, ist Sigrid fast den ganzen Tag im Wasser, Bis eines Morgens die alle Angiolina vor sie hintrilt und ihr in ihrer eindrucksvollen Gebärdensprache und unter ständigen Bekreuzungen zu verstehen gibt daß sie nicht länger hier bleiben dürfe. Sigrid, von ihrer nordischen Heimal her gewohnt, ihren Körper hüllenlos dem Wasser und der Sonne preiszugeben, kann den Unwillen der Alten nicht begreifen. Än nichts hatte sie bei der überstürzten Abreise weniger gedacht, als daran, sich für diese verlassene kleine Insel im tyrrhenischen Meer ein Badekostüm mitzunehmen. Sie verlegte sich aufs Bitten. Sie will diesen Ort nicht verlassen, der ihr seit lange vertraut war aus den Schilderungen des Mannes, vor dem sie nun geflohen ist. Wird sie jetzt von hier vertrieben, ist sie gezwungen, wieder zu reifen; wird sie da nicht der Versuchung anheimfallen, den Kurs heimwärts zu nehmen? Was ihrer zuhause hart, weiß sie und sie weiß auch, datz sie kein zweites Mal die Kraft haben wird, sich durch Flucht zu retten. Aber Angiolina kann das alles nickt verstehen; da verfällt Sigrid darauf, der Alten Geld an-ubieten; mehr und noch mehr und schlietzlich ist die Frau zufrieden. Sie lätzt Sigrid fortan gewähren, nur mutz sie jedesmal den Bademantel gleich umlegen, wenn sie aus dem Wasser steigt.
Co einfach ist das Leben am Meer und in der Hütte, datz fast nicht-, darüber zu sagen ist. Sie rudert, sie schwimmt, sie hilft dem alten Beppo beim Fischfang, sie hilft ihm beim Verkauf der Beute. Er lägt sich das wohl gefallen, denn die Händler geben der wunderschönen fremdländischen Frau gute Preise. Und kann sie einmal nicht genug erzielen, legt sie eine
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Wo Lulo die Nacht über gewesen ist, wissen wir nicht. Sie verschwand, während ich die Transportkiste mit Bü-Bü aus bei Wohnung trug, irgendwo in einem Zimmerwinkel. Als ich heute morgen beim Frühstück saß, erschien sie wie von ungefähr, mild und freundlich, schnurrte und bot mir die Zärtlichkeiten kosender Umörängung. Nur eine Welle; dann wurde sie unruhig, kletterte auf den Tisch, über Stühle, unter das Sofa, hinter den Schrank, scharrte an allen Türen und sprang auf den Hängeboden im Hintern Korridor; Lulo vermißte ihre Kinder! Sie fraß nicht, den ganzen Tag, wurde immer unglücklicher, lief ans Fenster, hörte auf keinen Rus und klagte mit heiseren Locklauten. Mohrle aber war be-
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Der Siam-Kater Bü-Bü ist dagewesen und schon wieder fort. Es war eine kosmische Katastrophe. Langsam schritt das schwere Manntier aus feinem Transportkosten, guckte sich um und schnupperte. Da schoß Lulo in einem Flugfatz von vielleicht vier Metern Spanne aus dem Nebenzimmer, und nun sahen wir Menschen nur noch unheimliche Schattenblitze in schlangenhaften Windungen, bald aus den Möbeln, an der Wand, irgendwo am Plafond; Teller flogen, die Gardine zerriß, ein Stuhl fuhr — scheinbar selbst-
Schmerzbekämpfung zuverlässig uns Ober raschend schnell durch das ärztlich empfohlene Citrovanille. Jahrzehnte bewährt bei Kopfschmerz. Migräne. Neuralgien und rheumat. Zahnschmerzen. Nicht ermüdend. Unschädlich für Herz und Magen. Ein Versuch wird überzeugen Vorsorglich immer Citrovanille mitnehmen. In Apotheken in Pulver, oder Oblatenpackung RM 1.15 aber n ur:
Kleinigkeit aus dem eigenen Geldtäschchen dazu. Wenn es stürmisch ist, bleiben sie zuhause und sie hilft beim Ausbessern der Netze, oder sie sitzt aas der Bank der Hütte und schaut in die Brandung und aus
Im Verlag Dietrick Reimer erfckeint soeben ein neues Buck „Freundschaft mit Kaden" von Paul triover. Aus dem Buck, das in Tagebuchaufzeichnungen die Geschichte einer Kabenfamilie enthält, veröffentlichen wir mit Genehmigung des Verlages den nachfolgenden Abschnitt:
Ich habe einen fast schwarzen Siamkater gefunden, groß und schwer, ein herzliches Tier. Morgen soll er zu uns kommen. Aber zuvor muß Mohrle aus dem Haus, weil die Gefahr besteht, daß Lulo vor Angst um ihr Kind den fremden Kater nicht duldet. Der Abschied fällt uns Menschen schrecklich schwer; aber es soll ja nur eine kurze Trennung sein. Lulo ist indifferent; sie schreit, wälzt sich und hat keine Gedanken, keinen Begriff dafür, daß ihre Kinder alle weg sind.
nie, ein Olivenbaum, ein verkümmerter _ .
das ist alles was sie von der kleinen Fischerhütte aus sieht; aber auch das Meer, das Meer mit dem unablässig wechselnden Leben seiner Fläche.
Sie wohnt bei zwei alten Fischersleuten, mit denen sie sich zuerst kaum verständigen kann, und alles ist ihr recht, wie sie es hier vorgefunden hat. Auch der klare Bach neben der Hütte mit seinem frischen Süßwasser ist ihr recht, schon deshalb, weil von seiner Mündung aus ein breiter Streifen von Steingerölle und seinem Sand ins Meer hineinreicht und dies einen kleinen Flachstrand gibt, der sich gut fürs Baden eignet.
(Erneurern roandert durch das Sandmeer der Sahara
Von Julia Wagner-Janreg g, Oase El Eolea, Sahara.
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langsam erstickt. Zwar sucht man durch Hecken aus Palmzweigen, die man in die Dünen pflanzt, dieser Wanderung entgegenzuarbeiten, aber aufhalten kann man sie nicht. Die Oase mutz also immer weiter wandern, der tiefsten Stelle des Bodens zu, da auch das lebenswichtige Wasser zu mangeln beginnt. Das Wasser wird vom Rand des Tademait-Plateaus in
entfernt ist, droht diese Zukunft Die Palmen am die sich zwecklos beißenden, haßerfüllten Tiere wieder Rand der Oase werden vom vordringenden Sand zu trennen, Lulo hat dem Kater jode Annäherung to-
** bend versagt.
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tätig — mitten in die Stube; es schrie, jaulte, dröhnte, spie Feuer, rasselte, und ich möchte fast behaupten, daß wir Heldenmut aufbringen mußten, um
kleine Arbeit kann die stets größer werdende Sehnsucht nach der Heimat nicht ersticken. Jeder silbern aufblitzende Fischbauch, jeder Schrei einer Möwe, jeder kühlere Luftzug wird ihr zum Ruf aus dem Norden. Aber angstvoll hütet sie ihr Herz; es darf nur Sehnsucht nach der Heimat haben, nach dem geliebten nordischen Land, nicht nach mehr.
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Beppo sitzt am Segel. Die Fahrt geht in den nahen Hafen, dort will er seine Seine an Fischen verkaufen. Wie immer ist Sigrid seine Begleiterin. Sie liegt im Boot auf dem Rücken und schaut in den schwach- bewölkten Himmel. Unruhe ist in der Luft. Scharen von Vögeln rüsten sich zum Flug nach dem Norden. Und Unruhe ist in ihr, ist stärker als ihr Wollen und zwingt ihre Gedanken immer nach dem gleichen Ziel: „Soll ich heimkehren? Soll ich hier bleiben?" Sie sieht zum Himmel, als könne ihr von dort Antwort werden auf ihre bangen Fragen. Da verfallt sie darauf, diesem wolkenschweren Himmel die Entscheidung über ihr Tun zu überlassen: „Wenn bei unserer Rückkehr vom Hafen keine Wolke am Firmamente zu sehen ist, soll mir das ein Zeichen fein, datz ich heimkehren darf; wenn aber auch nur eine einzige Wolke am Himmel steht darf ich nicht daran denken, von hier fortzugehen!
Ihr ist todtraurig ums Herz. Die Wolken stehen fast unbeweglich und fast ebenso unbeweglich scheinen die Stunden zu stehen. Sigrid hat das Gefühl, als würde dieser Nachmittag ewig währen. Still liegt sie da, den Blick nach oben gerichtet. Da glaubt sie zu bemerken, daß sich die Wolken ein wenig verändern. Ein zarter Lufthauch streift über das Wasser und macht da und dort den Spiegel raüh. Noch kommt kein rechter Zug in die Wolken, aber doch verändern sich ihre Formen. Manche von ihnen wird sozusagen aufgezehrt und manche entsteht neu aus dem Nichts. Und dazwischen zeigen sich immer häufiger Stücke blauen Himmels. Das Segel bekommt fast keine Luft, aber Sigrid greift nicht wie sonst nach dem Ruder, um nachzuhelfen. Schliesslich landen sie doch in dem kleinen Hafen. Nun hat sie keine Zeit, nach den Wolken zu spähen, der Verkauf der Fische beschäftigt sie vollauf. Da sie wieder zum Boot zurückkehren, ist sie freudig erschreckt; jetzt sind die Wolken ziemlich vereinzelt. Dafür geht aber der Wind schär, fer; so ist es wohl sicher, dass sie zuhause sein werden, bevor noch der Himmel reingefegt ist. Erregt und angstvoll verfolgen ihre Blicke die Wolkengebilde. Schliesslich wird ihr dieses Beobachten unerträglich Sie kauert sich auf den Boden des Bootes und schliesst die Lider. Sie will nichts mehr sehen; erst wenn sie zuhause sind, wird sie die Augen öffnen.
Tapfer hält sie ihren Vorsatz durch Vom Wind getrieben gleitet das Boot rasch über die Wellen und Beppo rührt sich kaum, um die Frau, die er schlafend wähnt, nicht zu stören. Obwohl Sigrid die Augen geschlossen hält, weiß sie in jeder Minute, wo sie sich befinden. Jetzt biegen sie bald um den Felsvorsprung... jetzt weichen sie dem kleinen roten Riff aus... jetzt taucht die Hütte auf und wird Beppo auch die alte Angiolina erkennen, die immer vor der Tür wartet.
Das Boot knirscht am Sand, ein Ruck — es steht, öie hört Beppo sich schwerfällig erheben, nach den Netzen greifen, über die Bordwand klettern. Sie hört, Angiolina ihm etwas zurufen, hört ihn einen Laut der Verwunderung ausstotzen und fragt selbst verwun- bert, was die alte wohl dazu bewogen haben konnte, ans Ufer zu kommen. Dennoch kann sie sich noch nicht entschliessen, die Lider zu heben. Heimat oder Verbannung — der erste Blick wird ihr Schicksal entscheiden.
Da fühlt sie eine Hand leicht über ihre Schultern und Arme streichen. Will Beppo sie wecken? Ist es die Angiolina? Sie bewegt sich nicht. Wieder die letse Berührung. Ihr ist es, als beuge sich einer über |te, sie glaubt einen warmen Hauch über ihrem Ge- stcht zu spüren. Ein Schauer durchrieselt ihren Körper.
Träumt sie? Narrt sie ein toller Sput? Sie bewegt sich nicht, wagt nicht, sich zu bewegen, bange da- vor in die Wirklichkeit, in die Einsamkeit zu erwachen Aber sie schläft ja nicht. Ihre Augen sind wett offen, schauen; sie schauen unentwegt in ein anderes geliebtes Augenpaar. Nun spricht der Mann, der über sie gebeugt, im Doot neben ihr kniet. Noch erfasst sie nicht den Sinn seiner Worte, aber sie hört diese Stimme, seine Stimme. Was sagt er? Er hat sie gesucht, lange Zeit, ist in der Welt herumgeirrt, ehe ihn eine Ahnung daher geführt hat, auf feine Insel. Er ist gekommen, ihre Verzeihung zu erflehen, ” rft Stammen, sie heimzuholen! Starke Arme umschliessen sie, heben sie hoch, tragen sie aus dem Schab yrt bes Segels in ben hellen Sonnenschein und beiber Blicke versinken ineinander des Glückes voll.
Klar und tiefblau ist der Himmel geworden, alle Wolken haben sich verzogen; es gibt keine Wolken über ihnen, für sie.
Verfasserin tft die Tochter des bekannten Nobel- vreisprasers Dr. Julins Wagner-Jauregg. Vorstand der Pinchuurischen ldniversitälsktinik in Wien.
Ein paar Monate habe ich damit verbracht mich JT, meinem neuen Wohnsitz, in der Sahara-Oase El Eolea, häuslich einzurichten und mich mit der arabischen Sprache vertraut zu machen. Aber bann tauch- t weine Reisepläne auf, bie mich schon lange
beschäftigt hatten. Ich wollte bie ©ebirgslänber der südlichen i-ahara ben Hoggar und das Agueurland kennen lernen. Es war mit klar, dass diese Reise einige Monate dauern würde, ich rechnete mit vier Monaten, es sind aber bann acht daraus geworden, und ich wusste auch, datz diese Unternehmung kein harmloser Touristensport sei. Zwar herrscht in den (Sebteten bei Sahara, bje unter französischer Herrschaft stehen, Ruhe und Orbnung, aber bie Strapazen ber Reise und bet Mangel an Letzten bilden Gefahren nicht zu vermeiden sind.
Es war mir schwer geworden, einen Führet und Kamele aunutieiben, denn mein Weg sollte während des ersten Reisemonats
durch eines der heißesten nnb trostlosesten Gebiete der Sahara
führen und niemand wollte sich ben Strapazen einer Sommetteise aussetzen und auf dieser vegetationsarmen Strecke seine Kamele riskieren. Die Bewohnet EI Eoleas meinten kopfschüttelnd: „Den Windhund, der die Reise mitmacht, sehen wir vielleicht wieder; aber Sie selber werden ben britten Tag nicht überleben." Diese Prophezeiung hat aber nicht ganz recht behalten. Zwar ist ber Winbhunb pünktlich am britten Tag an einem Vlutsturz gestorben; mich jedoch haben die guten Leute von El Eolea wiedetgesehen. Aber genussreich ist die Reise bis zur erste Etappe ber elf Tagesmärsche entfernten Oase In-Salah wirklich nicht gewesen! Die Hitze war fürchterlich. Selbstverstänb- lich vermeidet man während ber heißen Jahreszeit nach Möglichkeit tagsüber zu marschieren. Wit wanderten ungefähr von 5 Uhr nachmittags bis gegen Mitternacht und nach einer kurzen Schlafpause von Morgengrauen bis gegen 9 Uhr früh. Um diese Zeit ist bie Erbe bereits so heiß, bass es schmerzt, wenn man sie mit ber bloßen Haut berührt.
Wenn die Sonne höhet steigt beginnt die Fata Motgana ihr Spiel zu treiben. In der von ber Hitze gitternben Luft verschieben sich alle Konturen, dieBö- densenkungen scheinen mit blauschimmernbem Wasser erfüllt. Es wirb unmöglich, Entfernungen abzuschätzen. Man glaubt aus weiter Ferne einen hohen Baum zu erblicken unb entdeckt beim Weiterwan- dern, daß man nur ein niebriges Kraut vor sich hat, das ein paar Meter weit entfernt wat. Unb wiederum erscheint ein Dünenzug ober ein Berg zum Greifen nahe und man marschiert Stunbe auf Stunde, ohne bas Ziel zu erreichen. Die heiße Zeit verbringt man möglichst unbeweglich ausgestreckt im Zelt, dessen dünne Leinwand ein unzureichender Schutz gegen bie steil hetniebetbrennende Sonne ist. Der Durst ist wähtenb bieset Jahreszeit ungeheuer, ein Mensch trinkt leicht im Tag zehn Liter Wasser.
Nach Durchquerung bes landschaftlich sehr schönen Tademait-Plateaus gelangt man in die Ebene des Tidikelt.
Im Tidik-lt ist die Sahara bet europäischen Phantasie Wirklichkeit geworden.
Unendliche Sandebenen durchzieht man, flach und gänzlich vegetationslos. Und inmitten dieses Elut- ofeus aus Sand und Sonne gruppieren sich hübsch symmetrisch um den 27. Parallelkreis ein Dutzend Oasen mit vielen Hunderttausenden von Dattelpalmen, umschlossen von düsterroten Dünen aus zusammengewehtem Flugsand. In-Salah ist die bedeutendste dieser Oasen und Sitz eines französischen Militärpostens.
In-Salah hat den Ruf, einer der heißesten Orte der ganzen Sahara zu fein; es ist wirklich keine erfreuliche Sommerfrische. Und ich mußte dort, von verschiedenen Ursachen zurückgehalten, die heissesten Monate (Juni und Juli) verbringen. Durch drei Monate hindurch steigt das Thermometer täglich auf über 50 Grad Celsius im Schatten. Das ist noch erträglich, solange die Nächte verhältnismässig kühl sind, das heißt, solange die Temperatur unter 30 Grad sinkt; solche Temperaturen empfindet man als köstliche Frische und deckt sich während des Schlafes fest zu. Ende Juni beginnt aber bie Zeit ber heissen Nächte. In einer Nacht beobachtete ich ein Temperaturminimum von 38 Grab über Null. Man hat bann bas Gefühl, langsam int heißen Sand zu ersticken, ein Schicksal, bas die Region des Tidikelt tatsächlich bedroht.
Rings um die Oasen und Dörfer bes Tibikelt wirb ber Flugsand zu hohen Dünen zusammengeweht, die ständig wachsen und wandern. In In-Salah gibt es ein Hans, das vor zwanzig Jahren noch bewohnt war, heute ist es so tief im Sand vergraben, daß nur mehr ein kleines Stück des Rauchfangs zu sehen ist. Auch der Oase, die ungefähr 2 Kilometer vom Ort
hohen Seegang
Wochen vergehen, Monate. Ein Tag ist vom bern kaum zu unterscheiden. Sie sorgt sich nun Dinge, um bie sie sich früher nie gekümmert hätte: da ist bie Kuh in dem kleinen Stall, die drei Ziegen, die Hühner. Sie steht vor Sonnenaufgang" auf. gibt ben großen Tieren zu fressen, melkt sie und sucht für das Federvieh Muscheln Zuweilen bereitet sie für sich und die Alten die einfache Mahlzeit. Aber all diese
Wasser des Tidikelt ist so salzig, baß man es gerade noch ohne Ekel trinken kann.
In-Salah selbst fesselt durch das sudanesische Gepräge bes Ortes. Ader nach einiger Zeit hatte mich bie mörberische Hitze gegen alles gleichgültig gemacht unb ich sehnte ben Tag herbei, an bem ich meine Weiterreise antreten konnte, nach bem Hoggar, ber sagenumwobenen Heimat des Tuareg-Volkes.
reits auf dem Wege zurück ins Elternhaus. Gegen Abend tarn bad Körbchen; Lulo umkreiste es aufgeregt, kratzte am verschlossenen Deckel, schnupperte und be- rnühte sich, irgendwo eine Ceffnung zu erzwingen. Aus vorn Spalt kam plötzlich eine kleine schwarze Pfote; -das Muttertier erschrak erst, gab öann einen vogelähnlichen Schrei von sich unb leckte den Fellsin- ger so sehr, daß die Haare naß und verklebt wurden. Mohrle verhielt sich seltsamerweise völlig still.
Run trug ich Das Körbchen in mein Zimmer, unter Schwierigkeiten, denn Lulo umtanzte mich wie ein übermütig verspielter HunD. Eine Minute noch, bann war ber Deckel offen; bie beiden Tiere feierten ein Wiedersehen, das zu Tränen erschütterte.
Das Kind lief fchnurstracks auf Lulo los, knuffte sie in Die Flanken, fing mit lautem Geschnurr zu fangen an, indes Die Mutter seinen Kopf beleckte. Plötzlich fuhr sie in bie Höhe, nahm ven kleinen Körper zwischen Die Vorderpfoten, versuchte ihn hoch zu werfen, und stieß eigentümlich knurrende Töne aus. Beginn einer übermütigen tollen Spielerei! Mhrle beschlich seine Mutter, brückte Hals und Kinn ganz flach gegen bie Erde, wackelte mit bem Hinterteil, bas hochgestellt war uns überhöht vom lyragleich schwingenden Schweif. Als Mohrle mit jähem Entschluß auf Lulo sprang, schnellte sie aus der abwartenden Kauerstellung senkrecht zur Armlehne eines Sessels, mit unbegreiflichem Schwung. Beide Tiere fchlngen Kabolz, jagten sich wechselweise, und Lulo kam genau so schief dahergefprungen, bockens und hüpfend, wie chr Kind. Immer wieder hielt sie es fest und küßte fein Fell. Mohrle jedoch wollte weiter toben, suchte «die alten Spielbällchen aus Zeitungspapier, trug sie im Maul zur Mutter, legte Sie Knie- sternden vor chr nieder und verlockte sie zu neuem Jagen.
Als ich Bücklinge unb Milch brachte, fraß sich erst Mohrle satt, dieweil das Muttertier beobachtend neben ben Schüsseln hockte. Dann schlapperte auch sie und sättigte sich mit großem Appetit. Die Reinigung vollzogen beide wechselweis im gegenseitigen Verlangen, einander Gutes zu tun, sprangen Sann zum Hocker, ber an ©er Heizung steht, schnurrten und betteten sich in Schlaf. Lulo lag langgereckt, Mohrle quer über ihrem Rücken, die Beine lässig hängend in restloser Behaglichkeit.
und leinen Kaffeeduft. Audi die beiden nächsten Sorten >/4 Pfd. 65 und 55 Pfg. sind rein schmeckend und von köstlichem Aroma.
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